Die vorliegende Bachelor-Thesis entwickelt ein präventivorientiertes Bewegungskurskonzept nach § 20 SGB V für Grundschulkinder im Alter von 6 bis 11 Jahren bei einem Bewegungsanbieter der Volkshochschule. Ziel der Arbeit ist es, ein wissenschaftlich begründetes, praxisnahes und zertifizierungsfähiges Kursangebot zur Reduktion von Bewegungsmangel und zur Steigerung der körperlichen Aktivität zu konzipieren. Grundlage bilden aktuelle evidenzbasierte Forschungsergebnisse (Onarici Gungor et al., 2025; Bloch et al., 2025) der Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes (2024) sowie gesundheitspsychologische Ansätze des MoVo-Modells Göhner & Fuchs (2007).
Zunächst wurde der aktuelle Forschungsstand zu körperlicher Aktivität, Bewegungsmangel und dessen gesundheitlichen Folgen im Grundschulalter, auf Grundlage des RKI (2018) initiierter Folgeerhebung ausgewertet (KiGGS-Basiserhebung, 2003 – 2006; KiGGS Welle 2, 2014 – 2017). Darauf aufbauend erfolgte methodisch die Grobplanung eines 12-wöchigen Kurses mit wöchentlich 60 Minuten, die Analyse der Rahmenbedingungen des Anbieters sowie eine Gewinnschwellenberechnung. Das Konzept wurde an den Qualitätskriterien des GKV-Spitzenverbandes ausgerichtet, einschließlich Zielgruppenspezifischer Bedarf und Wirksamkeitsbeleg, Kursstruktur, Qualifikation der Kursleitung, Teilnehmerunterlagen und Evaluationsdesign.
Das Ergebnis ist ein ausgearbeitetes Kurskonzept „kids fit – spielerischer Ganzkörperkräftigungskurs“, das Theorie- und Praxisanteile kombiniert. Der Praxisteil umfasst spielerische Bewegungsformen und einen strukturierten Kraftzirkel zur Förderung von Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit, während theoretische Inhalte Effektwissen, Selbstwirksamkeit und Alltagstransfer unterstützen. Die Evaluation ist als einarmiges Pre-Post-Design angelegt und misst die körperliche Aktivität über einen standardisierten Fragebogen des Robert Koch-Instituts (Krug, Manz & Loss, 2023) vor und nach der Intervention; ergänzend wird die wahrgenommene Verbundenheit mit Bewegung qualitativ erfasst.
Insgesamt zeigt die Arbeit, dass ein kindgerechtes, bewegungsfreudiges und wissenschaftlich fundiertes Präventionskurskonzept nach § 20 SGB V für Grundschulkinder realisierbar ist und dazu beitragen kann, die körperliche Aktivität sowie gesundheitsförderliche Ressourcen zu stärken.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Theoretische Grundlagen und Forschungsstand zur präventiven Wirkung von Bewegung im Grundschulalter
3.1.1 Theoretische Grundlagen - Begriffsdefinition
3.1.2 Forschungsstand zur präventiven Wirkung von Bewegung
3.2 Datenlage zum Gesundheitsproblem Bewegungsmangel
3.2.1 Ursachen und Risikofaktoren des Bewegungsmangels
3.2.2 Probleme und Einschränkungen durch das Gesundheitsproblem Bewegungsmangel
3.3 Vorraussetzung zur Konzepterstellung
4 METHODIK
4.1 Darstellung der Grobplanung der geplanten Maßnahme
4.2 Analyse der Rahmenbedingungen bei dem Bewegungsanbieter hinsichtlich der Anforderungskriterien des § 20 SGB V an das Bewegungskonzept
4.3 Ressourcen- und Wirtschaftlichkeitsplanung des Konzeptes
5 ERGEBNISSE
5.1 Darstellung des Übungsleitermanuals
5.2 Darstellung Evaluationskonzept zur Überprüfung der Wirksamkeit
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG
8 LITERATURVERZEICHNIS
9 ABBILDUNGS-, TABELLEN-, ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Tabellenverzeichnis
9.3 Abkürzungsverzeichnis
ANHANG
Anhang 1: Dokumentation Kursverlauf (eigene Darstellung)
Anhang 2: Messinstrument Fragestellung zur Erfassung des Erreichens der WHO-Bewegungsempfehlung des RKI´s (Krug et al., 2023)
Anhang 3: Teilnehmerhandout
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit hat das Ziel, ein wissenschaftlich fundiertes, zertifizierungsfähiges Bewegungskurskonzept für Grundschulkinder zu entwickeln, das dem § 20 SGB V entspricht, um Bewegungsmangel zu reduzieren und gesundheitsförderliche Ressourcen zu stärken. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit ein 12-wöchiger Ganzkörperkräftigungskurs die wöchentliche körperliche Aktivität von Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren steigern kann.
- Analyse der gesundheitlichen Auswirkungen von Bewegungsmangel bei Kindern
- Entwicklung eines evidenzbasierten Kurskonzeptes ("kids fit") für Volkshochschulen
- Integration von gesundheitspsychologischen Modellen der Verhaltensänderung
- Wirtschaftlichkeits- und Ressourcenplanung für die Kursumsetzung
- Erstellung eines Evaluationskonzeptes zur Wirksamkeitsüberprüfung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Ursachen und Risikofaktoren des Bewegungsmangels
Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen treten in der Regel nicht isoliert auf, sondern stehen in einem engen Zusammenhang mit weiteren Lebensstilfaktoren wie Ernährung oder Stressbewältigung (Mann-Luoma, Goldapp, Khaschei, Lamersm & Milinski, 2002). Bewegungsmangel ist daher als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels individueller, sozialer und struktureller Einflussfaktoren zu verstehen.
Bewegungsmangel im schulischen Setting
Mit dem Eintritt in die Schule verändert sich der Alltag vieler Kinder grundlegend. Bewegungsreiche Aktivitäten werden zunehmend durch sitzende Tätigkeiten ersetzt. Eine Analyse von Huber und Köppel (2017) zeigt, dass Kinder und Jugendliche an Werktagen durchschnittlich 10,58 Stunden sitzen, wovon rund 57 % (4,86 Stunden) auf die Schule entfallen. Die schulische Norm des langen, weitgehend bewegungslosen Sitzens stellt damit ein eigenständiges Gesundheitsrisiko dar (Hamilton, Healy, Dunstan, Zderic & Owen, 2008). Längere ununterbrochene Sitzperioden von mehr als zwei bis drei Stunden sind unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Dunstan, Thorp & Healy, 2011) sowie für das metabolische Syndrom assoziiert (Edwardson et al., 2012). Darüber hinaus kann Bewegungsarmut im schulischen Kontext Haltungsschwächen begünstigen, die Rückengesundheit beeinträchtigen und mit einem schwächeren Herz-Kreislauf-System, Koordinationsdefiziten, Übergewicht sowie psychosozialen Auffälligkeiten einhergehen (Breithecker, 1998). Vor diesem Hintergrund wird die Schule häufig als ein strukturell bewegungsarmes Setting beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Dieser Abschnitt beschreibt die Bedeutung körperlicher Aktivität als Schutzfaktor für die Gesundheit von Kindern und verdeutlicht die Problematik des Bewegungsmangels sowie dessen langfristige gesundheitliche Folgen.
2 ZIELSETZUNG: Hier wird der gesetzliche Rahmen nach § 20 SGB V erläutert und die spezifische Forschungsfrage zur Steigerung der körperlichen Aktivität mittels eines Ganzkörperkräftigungskurses definiert.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen, diskutiert die aktuelle Datenlage zum Bewegungsmangel und stellt relevante Studienergebnisse zur Wirksamkeit von Bewegungsinterventionen vor.
4 METHODIK: Dieser Teil befasst sich mit der Grobplanung der Maßnahme, der Analyse der Rahmenbedingungen bei dem Bewegungsanbieter sowie der Ressourcen- und Wirtschaftlichkeitsplanung.
5 ERGEBNISSE: Das Kapitel präsentiert das entwickelte Kursleitermanual sowie das Evaluationskonzept zur Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahme.
6 DISKUSSION: Hier erfolgt eine kritische Reflexion des Kurskonzepts, die Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Prävention, Gesundheitsmanagement, Bewegungsmangel, Grundschulkinder, § 20 SGB V, körperliche Aktivität, Ganzkörperkräftigung, Verhaltensänderung, Gesundheitsförderung, Bewegungsförderung, Lebensstil, Motorik, Evaluation, Volkshochschule, Kindheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erstellung eines präventivorientierten Bewegungskurskonzeptes für Grundschulkinder, das unter dem Aspekt der Primärprävention nach § 20 SGB V bei dem Anbieter Volkshochschule umgesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die gesundheitlichen Folgen von Bewegungsmangel im Grundschulalter, die Analyse von Rahmenbedingungen bei Präventionsanbietern sowie die praktische Gestaltung und Evaluation eines strukturierten Bewegungs- und Kräftigungsprogramms.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten, praxisnahen Kursangebotes, das Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren zu regelmäßiger körperlicher Aktivität motiviert und sie zu einem selbstständigen gesundheitsförderlichen Bewegungsverhalten befähigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird für das Konzept verwendet?
Das Konzept basiert auf aktuellen evidenzbasierten Erkenntnissen, dem Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes sowie motivationspsychologischen Ansätzen, insbesondere dem MoVo-Modell zur Förderung der Verhaltensänderung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Bedingungsanalyse, die methodische Grobplanung des Kurses inklusive eines detaillierten Kraftzirkels sowie eine ökonomische Betrachtung und Kostenkalkulation des Vorhabens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Prävention, Bewegungsmangel, Gesundheitsförderung, § 20 SGB V, körperliche Aktivität, kindgerechte Bewegungsangebote und Volition.
Wie wird die Wirksamkeit des Kurses überprüft?
Die Evaluation erfolgt über ein einarmiges Pre-Post-Interventionsdesign, bei dem die wöchentliche körperliche Aktivität mittels eines standardisierten Fragebogens des Robert Koch-Instituts vor und nach den 12 Wochen gemessen wird.
Welche Rolle spielt die Elternbeteiligung in dem Konzept?
Die Elternbeteiligung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, da sie die Kinder zu Hause unterstützt, als Vorbild fungiert und zwingend erforderlich für die Auswertung der zur Evaluation eingesetzten Fragebögen bei unter 10-jährigen Kindern ist.
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- Anonym (Author), 2026, Erstellung eines präventivorientierten Bewegungskurskonzeptes nach § 20 SGB V für Grundschulkinder bei dem Bewegungsanbieter Volkshochschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1732177