Thomas Hobbes und seine Bedeutung für die Aufklärung


Hausarbeit, 2011

13 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Das Leben von Thomas Hobbes

Die Werke von Thomas Hobbes

Seine Philosophie und politische Theorie

Das Aufklärerische an Hobbes, das Resümee

Literatur

Vorwort

Aufklärung ist ein weit gefasster Begriff für eine Epoche von je nach Auslegung 100 bis 130 Jahren, welche im 18. Jahrhundert angesiedelt ist. Während dieser Zeit fanden etliche technisch-wissenschaftliche Entdeckungen statt, die den Blick auf die Welt veränderten und damit auch das Denken. Thomas Hobbes hat vor der eigentlichen Epoche der Aufklärung gelebt, aber durch seine Werke, besonders dem Leviathan, einiges für die Aufklärung getan. Dies möchte ich in dieser Arbeit darlegen. Dabei werde ich kurz einiges aus seinem Buch „Leviathan“ vorstellen, auf seine anderen Werke ebenso kurz beleuchten. Natürlich werde ich den Lebenslauf von Thomas Hobbes skizzieren und dann die Neuerungen die er geschaffen hat und in wie fern sie als aufklärerisch gelten können oder müssen darlegen.

Vorab werde ich aber kurz erläutern, was ich unter Aufklärung verstehe und welchen Maßstab ich damit an die Frage lege, ob Thomas Hobbes eine Bedeutung für den Prozess der Aufklärung hat. Um es mit Kants Worten zu sagen: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“, das heißt, dass der Mensch sich seines Verstandes bedient um bewusst und moralisch zu handeln. Demnach ist die Epoche der Aufklärung der Prozess aus der Hörigkeit gegenüber den Oberen, wie Kirche und König, zum Handeln nach eigenem Gewissen, Moral und Verstand.

Die Aufklärung ist ein Prozess, der es sich zur Aufgabe stellte alle gesellschaftlichen Bereiche zu reformieren. Sich vom Aberglauben und Tradition, sowie der Fremdbestimmung und Rechtlosigkeit zu befreien und eine vernunftorientierte Sozialordnung zu schaffen, welche menschliche Rechte und dem Menschen sein Glück sichern sollte. Daher birgt die Aufklärung zum einen die Neugründung des Gemeinwesens, welche außerhalb der theologisch-religiösen Begründungen liegt und eine zum anderen materielle Verbesserung im Sinne der öffentlichen Wohlfahrt anstrebt. Im materiellen Sinne wollte man die Infrastruktur ausbauen, die Rechtspflege verbessern, sowie den Handel und die Landwirtschaft fördern. Der Mensch sollte dadurch verbessert werden, zur Vernunft geführt werden, indem man ihn vom Aberglauben und Unwissenheit befreit, also indem man das Erziehungs- und Schulsystem ausbauen und stärken wollte. Die Stärkung der sozialen Moral in Familien und Gemeinden war ebenso ein Ziel um am Ende zu dem idealen Menschen zu gelangen, der vernunftgeleitet und tugendhaft ist. Außerdem transmutierte der Mensch von einem Wesen seiner Gemeinschaft zu einem selbst handelnden und denkenden Individuum[1].

Das Leben von Thomas Hobbes

Geboren wurde Hobbes am 5.4.1588 in Westport, in der Nähe von Malmesbury in Großbritannien,, als Sohn eines armen ungebildeten Landvikars und einer Bauerstochter. Durch seinen Onkel fand er 1603 Aufnahme in Oxford, übersetze das Werk „Medea“ von Euripides in Lateinische Jamben und besuchte bis dahin die Elementarschule in Malmesbury, mit Vertiefung durch Privatunterricht in klassischen Sprachen. In Oxford machte er 1607 seinen Baccalareus Artrium.

In den Jahren zwischen 1608 bis 1640 arbeitete Hobbes immer wieder als Privatlehrer und Privatsekretär der Barone von Cavendish welche später die Earls of Devonshire wurden. Dort arbeitete er für verschiedene Generationen der Familie. Von 1610 bis 1613 unternahm er mit dem Sohn des amtierenden Barons seine erste Bildungsreise auf den Kontinent, die Ihn durch Frankreich, Deutschland und Italien führte. In seiner Zeit bei den Cavendishs lernte er unter anderem Francis Bacon kennen, der auf seinen philosophischen Spaziergängen Hobbes seine Gedanken zu diktieren pflegte. Seine zweite Bildungsreise fand ab 1623 statt. Seit 1628 beschäftigte sich Hobbes mit der Geometrie und Mathematik und begleitete außer der Reihe seiner üblichen Anstellung den Sohn des schottischen Adligen Sir Gervas Clifton auf den Kontinent. Die Werke über Mathematik von Hobbes blamieren ihn regelmäßig und wurden als „Kuriositäten der Mathematik“ eingestuft, da Hobbes bis zum Schluss an die Möglichkeit der Quadratur des Kreises glaubte. 1629 übersetzte er das Werk zum Peleponesischen Krieg des Thukydides, für den die Nutzung von Macht zum Eigengebrauch im Vordergrund stand. Man geht davon aus, dass diese Ansichten prägend für die späteren Werke von Hobbes waren. 1634 stand er dann wieder im Dienst des 3rd Earl of Devonshire und unternahm erneute eine dreijährige Kontinentalreise mit Zugang zu Gelehrtenkreisen. Er führte in dieser Zeit Disputen mit Abbé Marin Mersenne, Petrus Gassendi, René Descartes und Galilei. 1640 verfasste er die „Elements of Law Natural and Politic” und flieht aus Sorge wegen seiner absolutistischen Einstellung aus England ins Exil nach Frankreich. Im Exil entstand 1642 sein Werkes: „Vom Bürger (de cive)“ während in England der Bürgerkrieg begann, der Hobbes nachhaltig prägte. Im Jahre 1646 arbeitete er als Mathematiklehrer des Sohns von Karl I, dem späteren Karl II, im französischen Exil und erlebte von dort aus 1649 die Hinrichtung von Karl I mit. Kurz darauf, 1651 erschien seines bekanntesten Werkes: „Leviathan“. Im Jahr 1652 kehrte er nach England zurück, „wo er glaubte sicherer zu sein“[2], als im Französischen Exil. Karl II hatte der “Leviathan“ nicht gefallen, es entstand der Atheismus-Vorwurf, der sogar bis zu einer Untersuchung führte[3]. In England lebte er seit dem auf den Besitzungen des Earl of Devonshire. 1655 erschien sein Buch „Vom Körper (de corpore)“ und 1658 „Vom Menschen (de homine)“ im selben Jahr stirbt Cromwell. Die Druckerlaubnis für den leicht entschärften Leviathan in Latein, wie für seinen Behemoth, wurde ihm verweigert. 1660 kehrt Hobbes an den Hof von England zurück, nachdem die Stuarts aus ihrem Exil zurück gekehrt waren und Karl II den Thron bestiegen hatte. Im Jahr 1666 beginnt eine offizielle Untersuchung des Parlamentes wegen des Vorwurfes des Atheismus gegen Hobbes. Er stirbt 4.12.1679 in Hardwick auf dem Anwesen des Freundes und Gönners des Earl of Devonshire[4].[5].[6].[7]

Die Werke von Thomas Hobbes

Thomas Hobbes hat mehrere Bücher über den Staat, seine Form und seine Bürger geschrieben. „Elementa philosophiae“, „De Cive“, „Leviathan“, „De Corpore“, „De Homine“ und“ Behemoth“ sind seine Werke, die alle mit seiner politisch-materialistischen Philosophie zu tun haben, beziehungsweise auf Basis seiner Staatsphilosophie entwickelt wurden. „De Corpore“ ist eher ein Werk der Physik und „De Homine“ der Anthropologie. Das Buch Behemoth, was ebenso von einem biblischen Ungeheuer handelt, ist das Symbol für die Revolution und steht im Gegensatz zum Leviathan und dadurch auch stets in seinem Schatten[8].

Thomas Hobbes hat seine Werke in einer Zeit verfasst, indem allgemein in England über die politischen Verhältnisse nachgedacht und geschrieben wurde. Seine Forderungen unterschieden sich darin, als das er nicht dem Volk die Macht gab, sondern die absolute Macht einen Souverän gab und dem Volk aberkannte einen Tyrannen hinrichten zu dürfen. Er gibt in seinem Buch „Leviathan“ sowohl der Regierungsform der Monarchie, Demokratie und der Aristokratie eine Daseinsberechtigung, befürwortet aber die Monarchie und richtet sein Buch demnach daran aus. Er legte dar, dass der „Leviathan“ die absolute Staatsgewalt habe, solange er seinem Auftrag des Schutzes nachkäme und braucht solange er die Untertanen schützt auch keine Rechenschaft ablegen, so wie es die sogenannten Levellers forderten[9].

[...]


[1] Dülmen von, Richard. Kultur und Alltag in der frühen Neuzeit. S. 212

[2] Klenner, Hermann. Der Leviathan im Wiederstreit mit der Staatsphilosophie, S. 27. In: Voigt, Rüdiger, Der Leviathan, 2000

[3] Klenner, Hermann. Der Leviathan im Wiederstreit mit der Staatsphilosophie, S. 27. In: Voigt, Rüdiger, Der Leviathan, 2000

[4] Philosophen, „Hobbes“ S. 97-102

[5] Kersting, 1992, S. 210-213

[6] Sommerville Thomas Hobbes, 1992

[7] Willms, Bernhard. Thomas Hobbes, 1987

[8] Voigt, Rüdiger. Zwischen Despotismus und Friedensstaatlichkeit. S.44ff. In: Voigt, Rüdiger, Der Leviathan, 2000.

[9] Klenner, Hermann. Der Leviathan im Wiederstreit mit der Staatsphilosophie, S. 31ff. In: Voigt, Rüdiger, Der Leviathan, 2000

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Details

Titel
Thomas Hobbes und seine Bedeutung für die Aufklärung
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie)
Veranstaltung
Was ist Aufklärung?
Note
2,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V173249
ISBN (eBook)
9783640934386
ISBN (Buch)
9783640934331
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Aufklärung, Thomas Hobbes
Arbeit zitieren
Svenja Schaefer (Autor), 2011, Thomas Hobbes und seine Bedeutung für die Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173249

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