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Case Management in der psychiatrischen Versorgung

Titel: Case Management in der psychiatrischen Versorgung

Hausarbeit , 2021 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Pflegemanagement
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gesundheitssysteme tragen eine hohe Dynamik in sich, sind daher nicht als starre und in sich geschlossene Strukturen zu betrachten. Sie unterliegen vielfältigsten Einflussfaktoren, zeichnen sich durch eine hohe Komplexität aus und befinden sich in einem stetigen Wandel, welcher unabhängig von der vorherrschenden Systemarchitektur ist. In Deutschland wurde bereits im Jahr 1883 eine staatliche Sozialversicherung eingeführt, welche den Grundstein für die noch heute existierende gesetzliche Krankenversicherung legte. Die Gesundheitsversorgung im Allgemeinen basiert auf den Grundprinzipien der Versicherungspflicht, der Beitragsfinanzierung, dem Solidaritätsprinzip, dem Sachleistungsprinzip sowie dem Selbstverwaltungsprinzip. Diese Prinzipien sind dabei eingebettet in die föderalen Grundstrukturen des Regierungssystems in Deutschland, in welchem sich die Aufgaben nach dem Subsidiaritätsprinzip verteilen. Dies besagt, dass zunächst die Kommunen die Zuständigkeit für die Bürger übernehmen, darauf folgen die Länder und der Bund übernimmt die Rahmengesetzgebung in bestimmten Bereichen. Bezogen auf die Gesundheitsversorgung gilt es somit, neben den individuellen Erwartungen, den gesellschaftlichen, politischen, aber auch wirtschaftlichen Ansprüchen und Aspekten gerecht zu werden, beziehungsweise diese zu erfüllen. Ressourcen sollten zielgerichtet Einsatz finden und effektiv genutzt werden, um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen und den zukünftigen Herausforderungen begegnen zu können. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im europäischen Ländervergleich hoch, sie machen über 11% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus und liegen damit deutlich über dem EU-Durchschnitt. Ökonomie nimmt, auch im Hinblick auf den demographischen Wandel, im Kontext der gesundheitswirtschaftlichen Versorgung einen zunehmend höheren Stellenwert ein und stellt keinen Widerspruch dar. Der Begriff Bedarf und somit auch die bedarfsgerechte Versorgung kann in diesem Zusammenhang als einer der zentralen Faktoren angesehen werden. Case Management kann einen wichtigen Beitrag im Zusammenspiel von Prävention und Erkrankung in den vorherrschenden Systemstrukturen des Gesundheitswesens leisten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Case Management

2.1. Geschichte und Herkunft

2.2. Grundzüge des Case Managements

2.3. Anforderungen

3. Psychiatrische Versorgung

3.1. Struktur und Rahmen

3.2. Einrichtungen und Hilfen

4. Herausforderungen im Zusammenspiel von Case Management und Psychiatrie

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und das Potenzial von Case Management innerhalb der psychiatrischen Versorgungsstrukturen in Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine koordinierte und bedarfsorientierte Steuerung der Hilfeprozesse die Versorgungsqualität für psychisch erkrankte Menschen verbessert werden kann, insbesondere im Kontext von komplexen Lebenslagen und sektorenübergreifenden Herausforderungen.

  • Grundlagen, Geschichte und Entwicklung des Case Management-Ansatzes
  • Strukturelle Rahmenbedingungen und Versorgungsformen in der deutschen Psychiatrie
  • Anforderungen an die Gestaltung von Case Management-Prozessen
  • Analyse der Schnittstellenproblematik zwischen psychiatrischer Versorgung und Case Management
  • Praxisbeispiele für die Implementierung von Case Management in psychiatrischen Einrichtungen

Auszug aus dem Buch

2.2. Grundzüge des Case Managements

Das Case Management ist ausgerichtet am Problem- und Lebenszusammenhang einer Person. Die daraus entstehenden Dynamiken in der Verfahrensanwendung sind angelehnt an die Anforderungen, die aus den mehrdimensionalen Problemebenen im menschlichen Leben entstehen. Durch die komplexen Tätigkeiten unterschiedlicher Akteure treffen je nach Problemlage verschiedenste spezifische Ausrichtungen im Behandlungs- und Versorgungsprozess aufeinander. Case Management zeichnet sich über eine transprofessionelle und transdisziplinäre Sicht sowie einen damit verbundenen Umgang im Kontext der Problembewältigung fachlich aus. Unterschiedliche Professionen wie Psychologen, Sozialarbeiter, Pflegefachkräfte und Pädagogen kommen als Durchführende in Frage. Sie alle verfügen über einen humanberuflichen Hintergrund und bringen spezifische Kompetenzen in den Prozess ein.

Wird Case Management als Team wahrgenommen und durchgeführt, ergänzen sich diese, was bei einer komplexen Problemlage sowie vielschichtigen Bewältigungsstrategien vorteilhaft sein kann. Case Management ist somit an der Schnittstelle von Versorgungssystem und individueller Lebenswelt platziert. Die Prozessabläufe und Systemdynamiken von Dienstleistern und Akteuren im Gesundheits- und Sozialwesen sind grundsätzlich abgeschnitten von den individuellen Lebensweisen und dem Befinden der Menschen in diesen. Funktionssysteme sind im Kern nicht auf diverse Wechselfälle in Lebensumständen ausgerichtet. Es gilt daher diese bedarfsorientiert zu erschließen und damit die Voraussetzung zu schaffen, dass sich Betroffene in den Strukturen und Abläufen zurechtfinden. Case Management erbringt dabei keine Einzelleistungen, sondern evaluiert im vorhandenen System, welche Leistungen erreichbar und erforderlich sind. Zentraler Faktor sind dabei die eigentlichen, individuellen Belange und Sorgen einer Person. Diese bilden den Kern aller Prozesse, es ist nicht zielführend, dass sich eine Person dem entgegen in die Routine eines Dienstes fügt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Dynamik und Komplexität der Gesundheitsversorgung in Deutschland und führt das Case Management als Instrument zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Versorgungsherausforderungen ein.

2. Case Management: Dieses Kapitel definiert den Begriff Case Management, erläutert dessen geschichtliche Entwicklung aus der Deinstitutionalisierungsbewegung und stellt die grundlegenden Prinzipien sowie Anforderungen an das Handlungsfeld dar.

3. Psychiatrische Versorgung: Es erfolgt eine Übersicht über die psychiatrische Versorgungslandschaft in Deutschland, unterteilt in allgemeine Strukturen und spezifische Hilfsangebote für unterschiedliche Altersgruppen und Settings.

4. Herausforderungen im Zusammenspiel von Case Management und Psychiatrie: Das Kapitel analysiert die Chancen und Schwierigkeiten bei der Integration von Case Management in die stationäre und ambulante Psychiatrie, illustriert durch konkrete Praxisbeispiele.

5. Schlussbetrachtung: Der Verfasser resümiert die Bedeutung des Case Management für die psychiatrische Versorgung und unterstreicht die Notwendigkeit einer systemischen Neuausrichtung für eine effektive Teilhabe.

Schlüsselwörter

Case Management, Psychiatrische Versorgung, Gesundheitswesen, Deinstitutionalisierung, Gemeindepsychiatrie, Versorgungssteuerung, Bedarfsgerechtigkeit, Interdisziplinarität, Empowerment, Sektorenübergreifende Versorgung, Hilfeplanung, Sozialraumorientierung, Chronische Erkrankungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Anwendung und den Nutzen von Case Management innerhalb der komplexen psychiatrischen Versorgungsstrukturen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Case Managements, die Organisation der psychiatrischen Versorgung sowie die Schnittstellen und Herausforderungen bei der Implementierung beider Bereiche.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Case Management zur Verbesserung der Versorgungsqualität, Koordination und Teilhabe von psychisch erkrankten Menschen beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Versorgungsmodelle sowie Projektbeispielen aus dem psychiatrischen Kontext.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Case Managements, die Darstellung der psychiatrischen Versorgungslandschaft und eine kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Integration in die Psychiatrie.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Case Management, psychiatrische Versorgung, Empowerment, Bedarfsgerechtigkeit und sektorenübergreifende Steuerung.

Wie unterscheidet sich die stationäre von der ambulanten psychiatrischen Versorgung im Kontext des Case Managements?

Während die stationäre Versorgung stark durch medizinische Abläufe und Auslastungskriterien geprägt ist, fokussiert das Case Management im ambulanten Sektor stärker auf die Koordination im Sozialraum und die Kontinuität der Begleitung.

Welche Rolle spielt die Finanzierung bei der Einführung von Case Management in psychiatrischen Einrichtungen?

Die Finanzierung wird als kritische Herausforderung identifiziert, da etablierte Budgets oft nicht auf die prozessorientierte Steuerung ausgelegt sind und für eine erfolgreiche Umsetzung neue Finanzierungsmodelle oder interne Budgetverschiebungen erforderlich sind.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Case Management in der psychiatrischen Versorgung
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel  (Berufspädagogik und Management in der Pflege)
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
28
Katalognummer
V1733074
ISBN (PDF)
9783389194485
ISBN (Buch)
9783389194492
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Case Management Psychiatrie Psychiatrische Versorgung Gesundheitsversorgung Prävention Erkrankung Heilung Bedarf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Case Management in der psychiatrischen Versorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1733074
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Leseprobe aus  28  Seiten
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