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Interpretation zu Paul Celans "Wortaufschüttung"

Title: Interpretation zu Paul Celans "Wortaufschüttung"

Seminar Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Frank Bothe (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Das lyrische Werk des deutsch-jüdischen Dichters Paul Celan gilt als Höhepunkt und Vollendung der klassischen Moderne. Celan verstand sein Schreiben stets auch als ein poetologisch reflektierendes Experiment mit der Sprache. Die ersten Arbeiten entstanden bereits in der frühen Bukowiner Phase ( bis 1945 ) und in Bukarest, wohin der Autor nach Kriegsende geflohen war. Nach kurzer Redaktionszeit kam er 1947 nach Wien, wo 1948 sein erster Gedichtband Der Sand in den Urnen erschien. Es folgten Mohn und Gedächtnis ( 1952 ), Von Schwelle zu Schwelle ( 1955 ), Sprachgitter ( 1959 ), Die Niemandsrose ( 1963 ), Atemwende ( 1967 ) und Fadensonnen ( 1968 )2. Das hier zu interpretierende Gedicht "Wortaufschüttung" ist eines der letzten Gedichte im Zyklus der "Atemwende". In Celans Spätwerk ( zu dem auch "Atemwende" gehört ) dominiert die "Einsamkeit" des Gedichts, an die Stelle von Chiffren tritt nun die "Wortaufschüttung" die das Alltagsgerede belauscht, dokumentiert und damit brüskiert. Sinnentleerte Worte ohne Wahrheit, aber dennoch so einnehmend, dass die wirklich bedeutsamen Worte ungehört bleiben müssen, da sie einfach "überrauscht" werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Wortaufschüttung, Ich kenne Dich, Weggebeizt

Einleitung

Hauptteil

Strophe 1

Strophe 2

Strophe 3

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit interpretiert Paul Celans Gedicht "Wortaufschüttung" aus dem Zyklus "Atemwende" unter besonderer Berücksichtigung der poetologischen Reflexion über die Sprache. Ziel ist es, die Opposition zwischen der Unterdrückung bedeutsamer Worte durch ein oberflächliches "Alltagsgerede" und der notwendigen Selbstbefreiung des Wortes durch ein "Du" herauszuarbeiten.

  • Analyse der poetologischen Konzepte in Celans Spätwerk
  • Untersuchung der Metaphorik von Vulkanismus und Meer
  • Deutung der Rolle des "Ich" und des "Du" im Gedicht
  • Interpretation physikalischer und herzförmiger Symbolik als Schöpfungsakt

Auszug aus dem Buch

Die erste Strophe beginnt mit dem Wort "Wortaufschüttung", als Substantiv des ersten Teils des Gedichts wird es von zwei Adjektiven genauer beschrieben.

Es ist als Halbtitel, wie es häufig bei Paul Celan auftritt, mit dem Gedicht verbunden und eingebunden. Vulkanisch, Vulkanismus, aus der Tiefe heraus, explosionsartig, das sind die Assoziationen, die eng mit dem Substantiv verknüpft sind. Verbunden mit der Wortaufschüttung ergeben sich urgewaltige Worte, aufgeschüttet wie Gesteinsformationen, die aus der erkalteten Magma eines Vulkanes entstehen, erst fließend wie Magma, dann jedoch erstarrend. Die Kraft eines Wortes hat also eine Urgewalt in sich und dem zu folge auch eine große Auswirkung, wenn sie denn erhört werden kann.

Das zweite Adjektiv meerüberrauscht macht aber sogleich deutlich, auch durch seine Stellung im Gedicht, das die Hoffnung, diese Wörter zu hören nicht gegeben ist. Der Vulkan liegt unterhalb des Meeresspiegels und die ausgestoßenen Wörter erreichen nicht die Oberfläche, da sie vorher erkalten und starr werden. Sie brechen nicht durch die Oberfläche des Wassers, sie bleiben unsichtbar und ungehört. Allerdings ist dieses "Vom-Meer-bedeckt sein" auch ein Vorbote für die unaufhaltbare Kraftentfaltung. Alles Leben auf unserer Welt hat sich im Wasser gebildet und konnte, als sich die Gelegenheit ergab, durch die Wasseroberfläche hindurch auf das Land gelangen. So ist das Wasser hier als Hindernis der Entfaltung des Wortes, jedoch gleichzeitig auch als Geburtsort des Wortes zu begreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

Wortaufschüttung, Ich kenne Dich, Weggebeizt: Vorstellung des Gedichttextes von Paul Celan und des eingeschobenen Vierzeilers.

Einleitung: Einordnung des Werks in das poetologische Gesamtkonzept Celans und den Kontext des Zyklus "Atemwende".

Hauptteil: Detaillierte Strophenanalyse zur sprachlichen Symbolik und den handelnden Subjekten.

Strophe 1: Deutung der Metaphern "vulkanisch" und "meerüberrauscht" hinsichtlich der Wirksamkeit des Wortes.

Strophe 2: Analyse der Rolle des lyrischen Ichs und der negativen Charakterisierung der "Gegengeschöpfe".

Strophe 3: Untersuchung des Appells an das "Du" und die physikalische Symbolik von Ebbe und herzförmigem Krater.

Schluss: Zusammenfassung der Erkenntnisse über den zyklischen Prozess der Wortbefreiung und Schöpfung.

Schlüsselwörter

Paul Celan, Wortaufschüttung, Atemwende, Lyrik, Poetologie, Sprachanalyse, Wortmond, Ebbe, Herzmetaphorik, Schöpfung, Moderne, Gedichtinterpretation, Spätwerk, Kommunikation, Wortfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine textnahe Interpretation von Paul Celans Gedicht "Wortaufschüttung" und untersucht, wie der Dichter Sprache als Experiment und Schöpfungsakt thematisiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Unterdrückung der Sprache durch "Alltagsgerede" (das Meer) und die notwendige, fortwährende Befreiung des Wortes (das Wunder Ebbe).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die poetologische Bedeutung hinter den komplexen Metaphern Celans offenzulegen und aufzuzeigen, wie das "Du" zur Selbstbefreiung des Wortes beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Interpretation, die den Gedichttext systematisch Strophe für Strophe analysiert und durch Literaturverweise stützt.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der symbolischen Entschlüsselung des "vulkanischen" Wortes sowie der Analyse der Interaktion zwischen "Ich" und "Du".

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Atemwende", "Vulkanismus", "Wortmond", "Sinnentleerung" und "Königsgeburten".

Warum wird das Meer im Gedicht als zweideutig betrachtet?

Das Meer fungiert einerseits als Hindernis, das die Worte übertönt, ist aber gleichzeitig der lebensspendende Ursprung, aus dem Neues hervorgehen kann.

Was bedeutet der "herzförmige Krater" für die Interpretation?

Der herzförmige Krater symbolisiert das freiwerdende Innere, das nach der "Ebbe" der sinnentleerten Worte den Raum für neue, bedeutsame Schöpfungen bietet.

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Details

Title
Interpretation zu Paul Celans "Wortaufschüttung"
College
University of Hamburg  (Germanistik)
Course
Einführung in das Studium der neueren deutschen Literatur
Grade
1,4
Author
Frank Bothe (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V17330
ISBN (eBook)
9783638219259
ISBN (Book)
9783638758659
Language
German
Tags
Interpretation Paul Celans Wortaufschüttung Einführung Studium Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Bothe (Author), 2003, Interpretation zu Paul Celans "Wortaufschüttung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17330
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