Die sicherheitspolitische Lage Israels hat sich im Zeitraum von 2011 bis 2025 tiefgreifend verändert. Regionale Umbrüche wie der Arabische Frühling, der syrische Bürgerkrieg sowie die wachsende Einflussnahme Irans haben ein komplexes Bedrohungsumfeld entstehen lassen, in dem staatliche und nichtstaatliche Akteure gleichzeitig an Bedeutung gewonnen haben. Diese Entwicklungen haben die strategische Unsicherheit erheblich erhöht und Israel vor die Notwendigkeit gestellt, seine sicherheitspolitischen Prioritäten kontinuierlich anzupassen.
Die politikwissenschaftliche Relevanz dieses Untersuchungszeitraums ergibt sich daraus, dass Israels sicherheitspolitisches Verhalten nicht immer durch klassische theoretische Ansätze zufriedenstellend erklärt werden kann. Während strukturelle Theorien auf die Bedeutung materieller Machtverhältnisse verweisen, betonen alternative Ansätze die zentrale Rolle von Bedrohungswahrnehmungen. Gerade im Kontext der jüngsten regionalen Dynamiken bleibt jedoch offen, wie diese beiden Faktoren in der israelischen Entscheidungslogik zusammenwirken.
Die Arbeit analysiert die israelische Sicherheitsstrategie zwischen 2011 und 2025 und untersucht den Einfluss regionaler Bedrohungen auf sicherheitspolitische Entscheidungen. Im Fokus stehen die Auswirkungen des Arabischen Frühlings, des syrischen Bürgerkriegs, des iranischen Einflusses in der Region sowie die Konflikte mit Hamas und Hisbollah. Anhand einer qualitativen Dokumentenanalyse und unter Anwendung des Neorealismus sowie des Balance-of-Threat-Ansatzes wird gezeigt, wie Bedrohungswahrnehmungen Israels Politik der militärischen Aufrüstung, Prävention und Bündnisbildung beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Savas Demirci (Autor:in), 2026, Sicherheit durch Stärke? Israels Strategien im Nahen Osten im Spiegel der Bedrohungsperzeption, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1733182