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Partizipation unter Spannung. Herausforderungen in der stationären Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten

Titel: Partizipation unter Spannung. Herausforderungen in der stationären Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten

Hausarbeit , 2025 , 20 Seiten

Autor:in: Milena Geschke (Autor:in)

Soziale Arbeit - Kinder- und Jugendhilfe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit wurde im Rahmen des Moduls „Professionalisierung in der Sozialen Arbeit“ (PRS) verfasst. Ziel des Seminars war es, zentrale Spannungsfelder professionellen Handelns zu analysieren und kritisch zu reflektieren. Die Themen Partizipation, Machtverhältnisse und institutionelle Bedingungen bilden dabei zentrale Bezugspunkte. Am Beispiel der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen AusländerInnen (UMAs) werden diese Spannungen exemplarisch sichtbar und erlauben eine vertiefte Auseinandersetzung mit Anforderungen an eine professionelle Haltung in der stationären Jugendhilfe. Die Arbeit geht der Frage nach, wie Partizipation in stationären Settings unter den Bedingungen des professionellen Spannungsfelds zwischen Hilfe, Kontrolle und Beteiligung umgesetzt werden kann, insbesondere im Kontext der Arbeit mit UMAs.

Zunächst werden die theoretischen und rechtlichen Grundlagen von Partizipation beleuchtet und in das professionelle Selbstverständnis Sozialer Arbeit eingeordnet. Darauf folgt die Auseinandersetzung mit zentralen Spannungsfeldern wie Nähe und Distanz, Machtverhältnissen und dem Triplemandat. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Herausforderungen in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Ausländern. Abschließend werden die Ergebnisse reflektiert und Perspektiven für Praxis und Forschung aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Partizipation als Grundprinzip Sozialer Arbeit

2.1 Rechtliche und theoretische Verankerungen

2.2 Partizipation als Ausdruck professioneller Haltung

3. Professionelles Handeln im Spannungsfeld

3.1 Das Triplemandat

3.2 Nähe, Distanz und Machtverhältnisse

4. Partizipation junger Geflüchteter in stationären Settings

4.1 Rechtlicher Rahmen und strukturelle Ausgangslage

4.2 Handlungsansätze und Beteiligung im pädagogischen Alltag

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Umsetzung von Partizipation in der stationären Jugendhilfe, insbesondere im Kontext der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten (UMAs). Dabei wird untersucht, wie Fachkräfte das Spannungsfeld zwischen Hilfe, Kontrolle und der professionellen Anforderung zur Beteiligung professionell ausbalancieren können.

  • Partizipation als strukturelles Grundprinzip der Sozialen Arbeit
  • Das Triplemandat als Grundlage professionellen Handelns
  • Umgang mit Nähe, Distanz und Machtasymmetrien
  • Herausforderungen in der stationären Arbeit mit UMAs
  • Strukturelle und pädagogische Voraussetzungen für gelingende Beteiligung

Auszug aus dem Buch

3.2 Nähe, Distanz und Machtverhältnisse

Pädagogische Beziehungen in der stationären Jugendhilfe sind durch ein strukturelles Machtgefälle geprägt. Fachkräfte verfügen über institutionelle, rechtliche und soziale Autorität, während AdressatInnen, insbesondere UMAs, in einer abhängigen Position stehen (vgl. Domann, 2021, S. 179–181; Friedrichs & Waluga, 2021, S. 100). Diese Machtasymmetrie ist konstitutiv für das pädagogische Handeln und verlangt ein hohes Maß an professioneller Reflexion.

Nähe und Distanz stellen dabei ein zentrales Spannungsfeld dar: Zu viel Nähe kann in Vereinnahmung oder Grenzüberschreitungen münden, während zu viel Distanz Vertrauen und Beziehung verhindert (vgl. Friedrichs & Waluga, 2021, S. 106). Besonders in stationären Settings, in denen Alltag und Betreuung eng miteinander verflochten sind, ist eine feinfühlige Balance entscheidend. Vertrauen entsteht nicht automatisch, sondern muss durch Verlässlichkeit, Transparenz und Anerkennung aufgebaut werden, vor allem bei Jugendlichen mit belastenden Beziehungserfahrungen (vgl. Oelkers & Sundermann, 2021, S. 162).

Hans Thiersch (2022) beschreibt pädagogische Beziehungen als konflikthafte Konstellationen asymmetrischer Macht. In seinem lebensweltorientierten Ansatz geht es nicht darum, Macht zu leugnen, sondern sie offen zu reflektieren und durch dialogische Prozesse zu relativieren. Seine advokatorische Ethik zielt darauf, Handlungsspielräume zu erweitern, ohne stellvertretend zu entscheiden (vgl. Thiersch, 2022, S. 154–155). Auch Hongler (2021) betont die psychodynamische Dimension: Beteiligung setzt Bindungsfähigkeit und den Mut zur Beziehung voraus - insbesondere für Jugendliche, deren Vertrauen in Erwachsene erschüttert ist. Partizipation wird damit zur Herausforderung, die sichere Beziehung und professionelle Sensibilität voraussetzt (vgl. Hongler, 2021, S. 172–173).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Diskrepanz zwischen dem rechtlichen Anspruch auf Partizipation und der oft symbolischen Praxis in der stationären Jugendhilfe mit Blick auf unbegleitete minderjährige Geflüchtete.

2. Partizipation als Grundprinzip Sozialer Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen und rechtlichen Fundamente von Partizipation und ordnet sie als professionelle Grundhaltung ein.

3. Professionelles Handeln im Spannungsfeld: Hier werden das Triplemandat sowie das dynamische Spannungsverhältnis von Nähe, Distanz und Macht als zentrale Anforderungen an das Fachpersonal analysiert.

4. Partizipation junger Geflüchteter in stationären Settings: Das Kapitel befasst sich mit den spezifischen Lebenslagen geflüchteter Jugendlicher und den daraus resultierenden Barrieren sowie Handlungsmöglichkeiten für die pädagogische Praxis.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass Partizipation eine aktive, reflexionsgeleitete Haltung erfordert, die über rein formale Verfahren hinausgeht.

Schlüsselwörter

Partizipation, Soziale Arbeit, stationäre Jugendhilfe, unbegleitete minderjährige Geflüchtete, Triplemandat, Machtverhältnisse, Nähe und Distanz, lebensweltorientierte Soziale Arbeit, Hilfe und Kontrolle, Kinderschutz, pädagogische Haltung, Mitbestimmung, Ombudschaft, Professionalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld, in dem sich pädagogische Fachkräfte in der stationären Jugendhilfe bewegen, wenn sie den Anspruch auf Partizipation unter den Bedingungen von Hilfe und Kontrolle sowie in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten realisieren wollen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Triplemandat der Sozialen Arbeit, die Reflexion von Machtasymmetrien, die Gestaltung professioneller Nähe und Distanz sowie die Implementierung echter Partizipationsstrukturen in institutionellen Settings.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Anforderungen an eine professionelle Haltung zu identifizieren, die es Fachkräften ermöglicht, Beteiligung trotz struktureller und rechtlicher Zwänge nicht nur symbolisch, sondern als konstitutives Element ihrer Arbeit umzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Hausarbeit angewandt?

Es handelt sich um eine theoretisch-literaturgestützte Hausarbeit, die den aktuellen Diskurs und relevante Fachbeiträge sowie empirische Studien zum Thema Partizipation in der Heimerziehung synthetisiert und reflektiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Partizipation, die Analyse des professionellen Spannungsfeldes (Triplemandat) und die Übertragung dieser Erkenntnisse auf die speziellen Herausforderungen der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Partizipation, Triplemandat, Machtasymmetrie, stationäre Jugendhilfe, unbegleitete minderjährige Geflüchtete (UMAs) und professionelle Haltung charakterisieren.

Warum ist die "Chronifizierung der Vorläufigkeit" ein Problem für die Partizipation?

Die "Chronifizierung der Vorläufigkeit" durch ungeklärte Aufenthaltsstatus und häufige Verlegungen verhindert Stabilität. Da Vertrauen und verlässliche Beziehungen die Basis für Partizipation bilden, erschweren diese instabilen Lebensumstände eine langfristige und echte Teilhabe der Jugendlichen.

Welche Rolle spielen Ombudsstellen im Kontext dieser Arbeit?

Ombudsstellen fungieren als externer, unabhängiger Raum für Beratung und Vermittlung. Sie bieten einen niedrigschwelligen Ausgleich zum institutionellen Machtgefälle und können so die Selbstermächtigung der Jugendlichen unterstützen, sofern sie aktiv durch Fachkräfte in den Alltag integriert werden.

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Details

Titel
Partizipation unter Spannung. Herausforderungen in der stationären Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Autor
Milena Geschke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
20
Katalognummer
V1733232
ISBN (PDF)
9783389194850
ISBN (Buch)
9783389194867
Sprache
Deutsch
Schlagworte
partizipation spannung herausforderungen arbeit geflüchteten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Milena Geschke (Autor:in), 2025, Partizipation unter Spannung. Herausforderungen in der stationären Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1733232
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Leseprobe aus  20  Seiten
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