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Die tatsächliche Umsetzung des britischen Freihandels an der Goldküste und in Nigeria zwischen 1830 und 1880

Title: Die tatsächliche Umsetzung des britischen Freihandels an der Goldküste und in Nigeria zwischen 1830 und 1880

Seminar Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Im Laufe des 19. Jahrhundert baute Großbritannien seine Seemachtflotte kontinuierlich aus. Sie war unumstritten die Größte der europäischen Länder. Dies ermöglichte nicht nur eine Kontrolle der wichtigen Seewege, sondern auch die uneingeschränkte Ein- und Ausfuhr von Handelsprodukten in die ganze Welt. Dass Großbritannien als einzige anerkennenswerte Industrienation nicht auf staatlich regulierte Märkte inklusive Zölle und Monopole angewiesen war, versteht sich von selbst. Schnell hatte man festgestellt, dass ein freier Handel einen florierenden Warenaustausch, vor allem anfangs zwischen den ehemaligen Kolonien Amerikas und auch später mit europäischen Ländern, die ökonomischen Statistiken Großbritanniens sehr positiv aussehen lässt. Als 20 Jahre später unter der Regierung des Premierministers Peel die Kornzölle abgeschafft wurden, war die Aufhebung der Navigation Laws, die einen barrierefreien Raum für den britischen Handel garantierten, nur noch reine Formsache. Der Freihandel hatte über den Merkantilismus gesiegt. Einem uneingeschränkten Güteraus-tausch mit der ganzen Welt stand nichts mehr im Wege. Um 1830 gewann Afrika immer mehr wirtschaftliche Bedeutung. Nachdem neben der anfänglichen „Freihandelseuphorie“ schnell auch Kritik gegenüber der Wirtschaftlichkeit laut wurde, musste die britische Regierung handeln. Das größtenteils unentdeckte Afrika bot dabei eine gute Gelegenheit. Durch die Einnahme und Kolonialisierung verschiedenster Gebiete dehnten die Briten ihre Herrschaft immer weiter aus. War es dem Empire früher wichtig, die merkantilistische Politik durchzusetzen, so galt es nun, mit aller Macht die freihändlerischen Prinzipien durchzusetzen. Dass diese wirtschaftlichen Prinzipien sich nicht ohne einen politischen Einfluss etablieren ließen war allen Beteiligten schnell bewusst. Aussagen wie „by informal means if possible, or by formal annexations when necessary“ unterstreichen, wie konsequent die Vorstellung der Briten verfolgt wurden. Im Folgenden soll nun untersucht werden, inwiefern die Grundsätze des Freihandels in den afrikanischen Gebieten unter britischem Einfluss umgesetzt wurden. Dabei soll zunächst in aller Kürze genau der Begriff „Freihandel“ definiert und die Theorie dahinter geklärt werden, um sich diesem Thema praxisbezogen zu nähern. Die Wirklichkeit der Freihandelsumsetzung soll an den Beispielen der Gebiete der Goldküste und Nigerias veranschaulicht werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Der Weg zum Freihandel in Großbritannien und seinen Kolonien

2. Ausgewählte Freihandelstheorien

2.1. Der Begriff „Freihandel“

2.1.1. Definition

2.1.2. Theorien

2.2. Der Imperialismus des Freihandels

3. Die ökonomische Wirklichkeit in Afrika

3.1. Goldküste

3.1.1. Die Problematik „Aschanti“

3.1.2. Wirtschaftliche Umbrüche

3.1.3. Weiterentwicklung: Bürgerelite und Kronkolonie

3.2. Nigeria

3.2.1. Gesellschaftliche Ausbeutung

3.2.2. Die Problematik im Landesinneren und am Niger

4. Der Freihandel – eine Illusion?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung freihändlerischer Prinzipien des britischen Empires in seinen afrikanischen Kolonien, insbesondere an der Goldküste und in Nigeria, und prüft kritisch, inwieweit der theoretische Idealismus des Freihandels in der kolonialen Praxis als Instrument zur Ausbeutung fungierte.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen des Freihandels (Smith, Ricardo)
  • Untersuchung des Konzepts des "Imperialismus des Freihandels" nach Gallagher und Robinson
  • Fallstudie Goldküste: Wirtschaftliche Transformation und koloniale Durchdringung
  • Fallstudie Nigeria: Handelsstrukturen, Abhängigkeiten und die Rolle der Mittelsmänner
  • Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen freihändlerischem Anspruch und ökonomischer Realität

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Wirtschaftliche Umbrüche

Obwohl die Goldküste in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts noch keine Kronkolonie des Empires war, änderte sich die wirtschaftliche Ausrichtung drastisch. Ging es vor ein paar Jahren noch um den Verkauf von Menschen, traten nun Produkte aus verschiedensten Bereichen an deren Stelle.

Somit änderte sich die Ausrichtung der Märkte an der Goldküste: An erster Stelle gab es den traditionellen Markt; dieser war für die Versorgung in den Bereichen Essen und Handwerkzeuge aus lokaler Herstellung zuständig. In erster Linie herrschte an der Goldküste, wie in ganz Afrika, eine Subsistenzwirtschaft. Dies stellt das Erwirtschaften von Produkten für die eigene Verwendung in den Vordergrund. Daneben existierte noch der regionalen Markt, der die gleiche wirtschaftliche Ausrichtung hatte, jedoch eine größere Anzahl an Produkten aufwies. Die letzte Marktform war in Städten wie Accra oder Salaga vorhanden. Hier wurden vor allem Waren geführt, die aus weiter entfernten Gegenden importiert bzw. beschafft wurden.

Ein Bereich nahm, neben dem Bergbau, vor allem der Kakaoanbau ein. Dieser ging ursprünglich auf die Basler Mission zurück, die versuchte, Setzlinge aus Surinam (ein Staat in Südamerika) anzubauen – mit Erfolg. Auch die Viktorianer waren sehr von dieser neuen Handelsmöglichkeit angetan und nutzen diese zu ihren Vorteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Weg zum Freihandel in Großbritannien und seinen Kolonien: Dieses Kapitel zeichnet den Übergang vom merkantilistischen System hin zu einer liberalen Freihandelspolitik in Großbritannien nach und erläutert, wie diese Ausrichtung die koloniale Expansion vorantrieb.

2. Ausgewählte Freihandelstheorien: Hier werden die ökonomischen Theorien von Adam Smith und David Ricardo sowie das Konzept des "Imperialismus des Freihandels" erläutert, welche als theoretisches Fundament für die britische Handelspolitik dienten.

3. Die ökonomische Wirklichkeit in Afrika: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die praktischen Auswirkungen der britischen Politik in der Goldküste und Nigeria, wobei insbesondere auf lokale Handelsstrukturen, gesellschaftliche Schichten und Ausbeutungsmechanismen eingegangen wird.

4. Der Freihandel – eine Illusion?: Das abschließende Kapitel reflektiert kritisch die Diskrepanz zwischen der freihändlerischen Ideologie und der faktischen kolonialen Ausbeutung, wobei das Fazit gezogen wird, dass der Freihandel in der Praxis oft nur eine Maske für wirtschaftliche Abhängigkeit war.

Schlüsselwörter

Freihandel, Großbritannien, Kolonien, Imperialismus, Goldküste, Nigeria, Ausbeutung, Merkantilismus, Wirtschaftstheorie, Subsistenzwirtschaft, Kakaoanbau, Palmöl, Handelseliten, Missionierung, koloniale Verwaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der britischen Freihandelspolitik im 19. Jahrhundert und deren tatsächlicher Umsetzung in afrikanischen Kolonien, insbesondere an der Goldküste und in Nigeria.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Freihandels, der Übergang vom Merkantilismus zum Freihandel, die wirtschaftliche Transformation in den Kolonien und die soziale Schichtung durch koloniale Einflüsse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die freihändlerischen Prinzipien in der Praxis der kolonialen Ausbeutung Anwendung fanden und ob der Anspruch auf gegenseitigen Wohlstand durch den Handel realisiert werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen und wirtschaftsgeschichtlichen Statistiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die spezifische wirtschaftliche Wirklichkeit in den Gebieten Goldküste und Nigeria, inklusive der Behandlung der Aschanti, der Einführung neuer Agrarkulturen und der Rolle einheimischer Vermittler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Freihandel, Imperialismus, Kolonialismus, Goldküste, Nigeria, Ausbeutung und ökonomische Abhängigkeit sind die wesentlichen Begriffe, die die Arbeit definieren.

Warum wurde die Goldküste als Beispiel gewählt?

Die Goldküste dient als prominentes Beispiel für den radikalen wirtschaftlichen Umbruch, insbesondere durch den Übergang vom Sklavenhandel zur Agrarwirtschaft wie dem Kakaoanbau.

Welche Rolle spielten die sogenannten "Nigerian Middlemen"?

Sie fungierten als notwendige, aber oft lästige Mittelsmänner im Handel, die zwischen den Interessen der europäischen Firmen und den lokalen Produzenten standen und ein bestehendes Abhängigkeitsverhältnis zementierten.

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Details

Title
Die tatsächliche Umsetzung des britischen Freihandels an der Goldküste und in Nigeria zwischen 1830 und 1880
College
University of Augsburg
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V173452
ISBN (eBook)
9783640936502
ISBN (Book)
9783640937462
Language
German
Tags
Geschichte Kolonialismus Britische Empire Afrika 19. Jahrundert Wirtschaft Freihandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2011, Die tatsächliche Umsetzung des britischen Freihandels an der Goldküste und in Nigeria zwischen 1830 und 1880, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173452
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