Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen im Vergleich


Hausarbeit, 2003

50 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen
2.1 Nachhaltigkeitsbericht: Otto
2.2 Nachhaltigkeitsbericht: Henkel
2.3 Nachhaltigkeitsbericht: Opel

3. Leitfaden zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten
3.1 Grundsätze
3.2 Bausteine
3.3 Darstellung
3.3.1 Sozial
3.3.2 Ökologisch
3.3.3 Ökonomisch

4. Vergleich und Bewertung
4.1 Beurteilung des Leitfadens
4.2 Vergleichs- und Bewertungssystem
4.3 Anwendung der Systeme auf die drei Konzepte

5. Zusammenfassung und Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nachhaltigkeit ist ein Begriff der in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dennoch gilt dieser Begriff bei lediglich 13% der Bevölkerung als bekannt laut BMU/UBA (2000)[1].

Hauff (1987) definiert Nachhaltigkeit, als dass wir Menschen so leben sollten, dass „... die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt (werden), ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“[2]

Demnach besteht Nachhaltigkeit aus drei Säulen: Ökologie, Soziales und Ökonomie. Nachhaltiges Handeln bedeutet demzufolge in allen drei Dimensionen, wenn möglich gleichzeitig, tätig zu werden und dort positive Änderungen zu bewirken.

Aus dieser Einsicht in der Bevölkerung, dass wir unsere heutige Lebensweise ändern müssen, um nicht die Bedürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen zu gefährden, ist eine neue Handlungsstrategie ableitbar. Es darf den Unternehmen nicht mehr ausschließlich um ihren Profit gehen. Die Bevölkerung will Unternehmen, die verantwortlich handeln. Dadurch, dass diese Einstellung immer größere Verbreitung in der Öffentlichkeit findet, versuchen immer mehr Unternehmen nachhaltig zu handeln. Um diese Aktivitäten der Öffentlichkeit zu präsentieren werden so genannte Nachhaltigkeitsberichte erstellt.

Sie werden auf freiwilliger Basis vom Unternehmen erstellt und daher gibt es keine gesetzlichen Auflagen oder Richtlinien, wie ein solcher Bericht auszusehen hat.

Da den Unternehmen freie Hand bei der Nachhaltigkeitsberichtserstattung gelassen wird soll ein Vergleich und die Bewertung von Nachhaltigkeitsberichten deutscher Unternehmen Gegenstand dieser Arbeit sein.

Im ersten Abschnitt werden drei Nachhaltigkeitsberichte von drei verschiedenen Unternehmen beschrieben. Es soll deren Aufbau und Inhalt dargestellt werden.

Dem folgt die Beschreibung eines vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und vom imug, Institut für Markt – Umwelt – Gesellschaft, herausgegebenen Konzeptes, ein Leitfaden zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Er zeigt wie ein möglicher Nachhaltigkeitsbericht aussehen könnte, bzw. aussehen sollte, der die Personengruppen anspricht, die ein Interesse am Nachhaltigkeitsbericht haben. Diese Zielgruppen sind die Stakeholder. Ein Stakeholder ist laut R. Freeman (1984) wie folgt definiert: „A stakeholder in an organization is (by definition) any group or individual who can affect or is affected by the achievment of the organization`s objectives.“[3]

Dem Ergebnis der Bewertung des Leitfadens vorwegnehmend, dass es sich um einen qualitativ guten Leitfaden handelt, kann man davon ausgehen, dass unter Anwendung des o. g. Konzeptes, ein qualitativ guter Nachhaltigkeitsbericht erstellt werden kann. Im nächsten Kapitel werden ein Vergleichs- und ein Bewertungssystem entwickelt. Mit Hilfe dieses Systems sollen die drei vorgestellten Nachhaltigkeitsberichte verglichen und bewertet werden. Als ziel dieser Arbeit soll ein Ranking entstehen, an Hand dessen man die Qualität der Berichterstattung ablesen kann. Dieses Vergleichs- und Bewertungssystem soll auch auf andere, in diesem Bericht nicht behandelte, Nachhaltigkeitsberichte angewendet werden können.

Zum Schluss werden die wesentlichen Endergebnisse dieser Arbeit noch mal zusammengefasst dargestellt und es wird ein Fazit gezogen.

2. Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen

Im Folgenden werden die Nachhaltigkeitsberichte von drei Unternehmen vorgestellt. Es soll auf deren Aufbau und Inhalt eingegangen werden. Im Kapitel 4 werden diese Nachhaltigkeitsberichte dann bewertet und miteinander verglichen. Bei den drei Unternehmen handelt es sich um den Otto Versand (Otto), der Adam Opel AG (Opel) und um die Henkel KGaA (Henkel). Die drei Berichte stammen zwar alle aus verschiedenen Jahren (2000 bis 2002), in denen es bestimmt eine Weiterentwicklung gegeben hat, dennoch findet dieser Aspekt wegen der kurzen Zeitspanne bei der Beurteilung der Berichte keine Berücksichtigung.

2.1 Nachhaltigkeitsbericht: Otto

Der Nachhaltigkeitsbericht von Otto bezieht sich auf das Jahr 2000. Er besteht aus zwei Teilen. Das Hauptheft mit 38 Seiten verschiedener Berichte, so wie einem 27-seitigem Heft mit Daten und Fakten aus dem Jahr 2002.[4]

Das Inhaltsverzeichnis zeigt sehr übersichtlich unter einem Stichwort auf welcher Seite was zu finden ist. Dieses Stichwort wird zusätzlich in ein bis zwei Sätzen erläutert.

Danach werden Ausschnitte von Kundenbriefen mit Aussagen und Fragen bezogen auf Nachhaltigkeit dargestellt. Ferner ist eine kurze Erläuterung vom Direktor für Umwelt und Gesellschaftspolitik zu finden, warum das Unternehmen Nachhaltigkeit betreibt.

Dem folgt die grafische untermalte Darstellung der Länder, in denen Otto eigene Versandunternehmen bzw. Niederlassungen, Büros oder Repräsentanten hat.

Der nächste Bericht bezieht sich auf die ökologische Produktion von Textilien. Hierbei wird ein Projekt exemplarisch dargestellt. Dabei wird ebenfalls über den aktuellen Stand, Ziele und Maßnahmen berichtet. Die getroffen Aussagen werden zusätzlich, wie im gesamten Nachhaltigkeitsbericht durch Fotos unterstrichen.

Als nächstes wird über die soziale Verantwortung, die Otto in den Importländern übernimmt, berichtet. Es wird kurz über einen exemplarisch ausgewählten Arbeitnehmer berichtet, der für einen Zulieferer von Otto arbeitet. Seine gute soziale Stellung wird im Folgenden damit erklärt, dass Otto seine Zulieferer durch so genannte Auditoren überprüfen lässt. Nur wenn der Zulieferer den „Code of Conduct“, Regeln über soziale Mindeststandards, einhält, wird Otto dauerhaft mit ihm zusammen arbeiten. Ferner wird darüber berichtet, dass Otto die Zulieferer schult und unterstützt, um diese Vorgaben zu erreichen.

In einem Interview werden dem Vorstand von Auszubildenden Fragen gestellt. Bei diesem Frage-Antwort-Spiel wird deutlich, wie der Vorstand das Thema Nachhaltigkeit versteht. Es wird klar, dass der Vorstand weiß, worum es geht, und dass aktiv gehandelt werden muss.

Im nächsten Abschnitt wird darüber berichtet, wie viel die neu entwickelten Waschmaschinen, Geschirrspüler usw. an Strom und Wasser im Gegensatz zu früheren Modellen sparen. Kritisch sind hier zwei Punkte anzumerken. Zum einen heißt es auf Seite 22, dass das Unternehmen seine Ziele in den meisten bereichen erreicht hat. Welche Ziele waren das und welche wurden warum nicht erreicht? Weiterhin ist auf dieser Seite ein Widerspruch zu finden, denn zum einen heißt es, dass Otto auf den Einsatz von FKW verzichtet. Drei Absätze zuvor heißt es allerdings: „…umweltkritische Stoffe wie PVC, FCKW und FKW zu substituieren – soweit es technisch und wirtschaftlich realisierbar ist.“ Demnach wird nicht generell auf FKW verzichtet, sondern nur, wenn es technisch und wirtschaftlich realisierbar ist.

Der folgende Teil beschreibt, wie wichtig die Ressourcen Wälder und Bäume für den Menschen sind. Um diese nachhaltig zu bewirtschaften hat sich Otto dem FSC („Forest Stewardship Council“) angeschlossen. Der FSC entwickelt Kriterien für eine nachhaltige Forstwirtschaft. Es heißt, dass Otto 26 Produkte, die diesen Kriterien entsprechen in seiner Angebotspalette aufgenommen hat. Kritisch ist hier anzumerken, dass das Sortiment an FSC gelabelten Artikeln nicht prozentual dargestellt wurde. Ist 26 jetzt viel oder nicht bei der Menge von Produkten im Otto-Sortiment? Die Zahl 26 sagt ohne Bezugsgröße kaum etwas aus.

Dem folgend wird stellvertretend der Weg eines T-Shirts vom Baumwollfeld bis zum Kunden dargestellt. Es wird nicht berichtet, welche Umweltprobleme durch den Produktlebenszyklus des T-Shirts verursacht werden. Dass der Kunde das T-Shirt irgendwann entsorgen muss und die dadurch entstehenden Folgen bleiben ebenfalls unerwähnt. Dem folgt die Erkenntnis, dass 2010 etwa 90% aller Konsumgüter direkt ins Haus geliefert werden und die derzeitige Energienutzung dieser Entwicklung nicht gerecht wird. Otto berichtet über seine Erfolge CO2 zu reduzieren und setzt sich weitere Ziele. Ebenfalls wird über einen Misserfolg bei der Transportverlagerung auf die Schiene, begründet durch eine Preissteigerung bei der Bahn, berichtet. Zum Schluss wird ein Fahrer vorgestellt, der ein Fahrertraining bei Otto absolviert hat, um den Spritverbrauch bei der Warenauslieferung zu reduzieren. Der Erfolg wird allerdings in den Fällen nicht erreicht, in denen der Fahrer unter Zeitdruck gerät. Ferner wird darüber berichtet, dass 1995 ein Umweltmanagementsystem zur Kontrolle von Erfolgen und Missständen eingerichtet wurde. Beendet wird dieser Artikel mit einer Aussage, die sich durch den gesamten Text zieht, alles muss sich finanziell rechnen.

Unter dem Motto „fit for job“ steht der nächste Artikel. In ihm wird beschrieben, was Otto unternimmt damit seine Mitarbeiter ausgeglichen und gesund sind und bleiben. Es geht über die Angebote beim Betriebssport über Schulungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz bis hin zu sozialen Unterstützungen, wie Schuldner- und Suchtberatungen oder der Hilfe bei der Suche nach Kindergartenplätze.

Zum Schluss geben noch sechs Personen aus verschiedenen Branchen einen Kommentar zu ihrer Zusammenarbeit mit Otto ab. Hier soll noch mal deutlich gemacht werden, dass Otto in vielen Bereichen einen großen Anteil daran hat, dass nachhaltig gehandelt wird. Sei es im Unternehmen selbst oder bei Zulieferern.

Auf der letzten Seite befinden sich die Kontaktadressen für Nachfragen, die Verantwortlichen für diesen Bericht und wann der nächste Bericht erscheint.

Der „Daten und Fakten“ Report beginnt mit Umsatz- und Mitarbeiterzahlen. Dem folgen Grundsätze nach denen das Unternehmen handelt. Diese Grundsätze sind in die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales aufgeteilt. Im Anschluss daran zeigt eine Matrix die Zuständigkeiten im Unternehmen auf. Kritisch zu bemerken ist dabei, dass es für einige Teilbereiche mehrere Zuständige gibt. Es wird jedoch nicht klar, wer bei Meinungsverschiedenheiten die endgültige Entscheidung trifft. Dem folgend gibt es Informationen über die Funktionsbereiche

- Einkauf Textilien
- Einkauf Hartwaren
- Transport und Verkehr
- Verpackungen
- Kataloge/Werbemittel
- Standort Hamburg-Bramfeld
- Sozialverantwortung

Diese Daten werden je Funktionsbereich mit dem gleichen Schema dargestellt. Zuerst werden die absoluten, relativen und qualitativen Kennzahlen der letzten vier bis fünf Jahre dargestellt. Dem folgt eine Tabelle mit den strategischen Zielen, deren gesetzten Sollwerten für 2000/01, deren Istwerten für 2001 und Anmerkungen, warum ein Sollwert nicht erreicht wurde. Ferner wird das wichtigste bei den Kennzahlen in einem kurzen Resümee nochmals als Fließtext herausgestellt. Abschließend werden die Sozialverantwortung und Sozialleistungen von Otto dargestellt. Es handelt sich um die Anzahl der Sozialaudits in verschiedenen Ländern und deren Entwicklungsbedarf bzw. Teilnahme an Entwicklungsprogrammen. Bei den Sozialleistungen geht es um die Inanspruchnahme von Beratungen bei der Sozialabteilung und um Teilnahme der Mitarbeiter von Otto an Schulungen/Seminare und deren Entwicklung in den letzten Jahren.

2.2 Nachhaltigkeitsbericht: Henkel

Der Nachhaltigkeitsbericht von Henkel bezieht sich auf das Jahr 2001. Es ist ein 40-seitiger Bericht mit diversen Artikeln zu den einzelnen Inhaltspunkten.[5]

Das Inhaltsverzeichnis zeigt sehr übersichtlich, unter einem Stichwort auf welcher Seite was zu finden ist. Einige Hauptstichworte werden durch einzelne zugehörige Unterpunkte ergänzt. Ferner wird auf vertiefende Informationen im Internet hingewiesen und auf die Entwicklung vom Umweltbericht hin zum Nachhaltigkeitsbericht bei Henkel.

Der Nachhaltigkeitsbericht beginnt mit einem Vorwort der Unternehmensleitung, in dem herausgestellt wird, dass sich Henkel schon seit langer Zeit zum nachhaltigen Handeln verantwortlich sieht. Der Mittelpunkt nachhaltigen Handelns sind bei Henkel die Produkte und Innovationen. Momentan ist Henkel im Besonderen dabei seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Dies sind die Mitarbeiter von Henkel. Das Fazit von Henkel ist, dass Nachhaltigkeit noch nicht erreicht ist, dass man aber auf dem richtigen Weg sei.

Dem folgt eine kurze Beschreibung welche Produkte Henkel vertreibt und in welchem Verhältnis diese Produkte zum Umsatz von Henkel beitragen. Ferner ist der Umsatz auch nach Regionen aufgeteilt, unterstützt durch eine grafische Darstellung.

Zu Beginn eines jeden nun folgenden Abschnitts ist ein Stück Pergamentpapier mit einer in handschriftlicher Form gedruckten Aussage zu finden. Hinter diesem durchlässigen Papier sieht man ein Bild der Person, die diese Aussage getroffen hat. Dabei wurden Personen aus verschiedenen Ländern gewählt. Die Aussagen sind jeweils in der Landessprache geschrieben. Auf dem normalen Papier folgt die Übersetzung ins Deutsche, so wie eine kurze persönliche Beschreibung des Mitarbeiters.

Im nächsten Abschnitt wird dargestellt, was Henkel in den letzten zehn Jahren in Sachen Nachhaltigkeit erreicht hat. Die wichtigsten Ereignisse in Bezug auf Nachhaltigkeit werden chronologisch dargestellt, eine Nachhaltigkeitsbilanz zeigt, um wie viel der Ressourcenverbrauch und die Emissionen verringert wurden innerhalb von zehn Jahren. Eine weitere Tabelle zeigt, in wieweit Henkel in den Jahren 1991 bis 2001 die 16 Managementgrundsätze für nachhaltiges Wirtschaften der Internationalen Handelskammer (ICC) umgesetzt hat. Das Ende dieses Abschnitts bildet eine Auflistung externer Bewertungen von Henkel. Anhand von zwei Indizes wird dargestellt, dass Henkel nach Meinung einiger Externer in der Konsumgüterbranche in Sachen Nachhaltigkeit führend ist.

Im Abschnitt Management formuliert Henkel seine allgemeinen Unternehmensziele in Sachen Nachhaltigkeit. Hier wird kurz das integrierte Managementsystem vorgestellt. Es wird deutlich, dass Ökonomie und Ökologie einen Schwerpunkt in diesem System bilden. Deshalb soll nun viel Wert auf die soziale Dimension gelegt werden. Stellvertretend für viele Erfolge beim nachhaltigen Wirtschaften stellt das Unternehmen vier dar. Alle haben eins gemeinsam: Die Umwelt wird geschont durch weniger benötigter Energie oder Materialien und Henkel spart zusätzlich Gelder ein. Bei der Nachhaltigkeit scheint der ökonomische Part die wichtigste Rolle zu spielen. Das zeigt auch die Grafik, in welcher die Nachhaltigkeit sich auf den Shareholder- nicht aber den Stakeholder-Value auswirkt. Im Anschluss daran wird die gesellschaftliche Verantwortung, in der Henkel sich sieht dargestellt. Es wird erwähnt, dass das Unternehmen soziale Projekte und insbesondere Kinderprojekte fördert. Ein Projekt wird exemplarisch dargestellt. Es wird jedoch nicht erwähnt, in welchem Umfang diese Projekte gefördert werden.

Die Artikel über die Mitarbeiter zeigen, dass Henkel diese als Basis für den eigenen Erfolg ermittelt haben. Die Mitarbeiteranzahl wird grafisch nach Regionen aufgeteilt dargestellt. Informationsfluss ist bei Henkel sehr wichtig. Die Grundsätze für Führung und Zusammenarbeit und ein Verhaltenskodex sind international gleich. Welche das sind bleibt unerwähnt. Henkel gibt an, dass durch Mitarbeiter- und Führungskräftebeurteilungen Schwächen behoben und Stärken gefördert werden. Außerdem wird darauf eingegangen, dass das Unternehmen Wert auf die Weiterbildung seiner Mitarbeiter legt. Es werden Fachseminare zur Weiterbildung angeboten. Durch die Einführung eines weltweiten Knowledge Management soll der Wissenstransfer gefördert und ausgebaut werden. In Deutschland haben 2001 178 Schulabgänger eine Ausbildung bei Henkel begonnen. Dies ist ein Ansatzpunkt der Henkel bei der Personalentwicklungspolitik aus den eigenen Reihen unterstützt. Außerdem versucht das Unternehmen die Mitarbeiter noch mehr an die Firma zu binden, indem es ein weltweites Mitarbeiter-Aktienprogramm gestartet hat. Dabei werden Aktienkäufe von Henkel durch die Mitarbeiter von der Firma finanziell gefördert. Das soll den Mitarbeitern die Möglichkeit geben am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teilzuhaben.

Der nächste Abschnitt beschreibt die Entwicklung der Produkte. Beispielhaft wird dargestellt, wie die verschiedenen Produkte aus allen Bereichen, in denen Henkel tätig ist, immer verbessert wurden und welche Vorteile für Mensch und Umwelt daraus resultierten.

Dem folgt ein Abschnitt über die wichtigsten Produktionsstätten. Diese werden hier, aufgeteilt nach Kontinenten, aufgeführt. Ein kurzer Text beschreibt die Entwicklung der Produktionsstätten auf dem jeweiligen Kontinent. Ferner werden exemplarisch getätigte Maßnahmen dargestellt. Außerdem wird für jeden Standort angegeben, ob er nach ISO 14001 (weltweite Umweltmanagement-Norm) zertifiziert ist, ob SHE-Audits (SHE = Safety, Health, Environment) absolviert und Ziele veröffentlicht werden.

Unter Kennzahlen stellt Henkel mit dem europäischen Chemieverband CEFIC abgestimmte Kernkennzahlen, sowie unternehmensspezifische Kennzahlen dar. Es wird die Entwicklung der letzten fünf Jahre veröffentlicht. Zum Teil werden die Balkendiagramme durch einen kurzen Fließtext ergänzt.

Als nächstes stellt Henkel die Ziele in den einzelnen Unternehmensbereichen und die Ziele für den gesamten Konzern dar. Dem wird der aktuelle Status gegenübergestellt. Bei den meisten Zielen wird der ungefähre Zeitpunkt angegeben, wann es erreicht sein soll.

Zum Schluss informiert Henkel auf welche verschiedenen Arten Nachhaltigkeitskommunikation durch das Unternehmen betrieben wird. Es werden die wichtigsten Zielgruppen der Nachhaltigkeitskommunikation genannt, sowie der Grad an Aktualität und Informationsgüte bei den einzelnen Kommunikationsinstrumenten.

Auf der letzten Seite befinden sich die Kontaktadressen für Nachfragen, die Verantwortlichen für diesen Bericht, sowie eine Bestellkarte für weitere Informationen.

2.3 Nachhaltigkeitsbericht: Opel

Der Nachhaltigkeitsbericht von Opel bezieht sich auf das Jahr 2001/2002. Der Bericht besteht aus 110 Seiten und einem Beiblatt mit Finanzkennzahlen.[6]

Das Inhaltsverzeichnis ist sehr übersichtlich in vier Teile gegliedert. Die Überschriften der Artikel sind aufgeteilt in allgemeine Informationen und in die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Das Vorwort von zwei Vorstandsmitgliedern gibt wieder, wie Opel Nachhaltigkeit sieht und was den Leser in diesem Bericht erwartet.

Im Anschluss an das Vorwort gibt es eine kurze Zusammenfassung der Inhalte des Berichtes mit Verweisen auf die entsprechenden Seiten und an welche Leitlinien sich Opel orientiert.

Zu Beginn des ökonomischen Abschnitts stellt Opel sein Produktportfolio dar, mit dem es die wirtschaftliche Situation für die Zukunft sicherstellen und verbessern möchte. Dem Folgen Informationen wie und in welchen Bereichen des Unternehmens Gelder eingespart wurden und werden. Es folgt die Darstellung wie die Qualität der Fahrzeuge gewährleistet wird. Der nächste Bericht beschreibt wie das neue Werk in Rüsselsheim entwickelt und in Betrieb genommen wurde. Der „Blick in die Zukunft“ stellt die Entwicklung neuer PKW-Modelle und deren Montage dar und wie durch die Unterstützung modernster Computertechnik die Entwicklungszeiten verkürzt werden. Ebenso arbeitet das Internationale Technische Entwicklungszentrum mit modernster Technik und virtuellen Lösungen, die den gesamten Entwicklungsprozess verbessern und beschleunigen. Der letzte Abschnitt der wirtschaftlichen Artikel stellt dar durch welche Systeme die Pkws sicherer und komfortabler gemacht werden und welche Vorteile der Fahrer von ihnen und ihrer Wirkungsweise hat. Durch diese Techniken und Systeme will Opel die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens gewährleisten.

Der nächste Abschnitt befasst sich mit der ökologischen Dimension. Zunächst nennt Opel Ansätze, die Teil einer Gesamtstrategie sind, um das langfristige Ziel zu erreichen, die Kohlendioxidemission zu senken. Der komplette Inhalt der Gesamtstrategie bleibt jedoch offen. Auf den folgenden Seiten wird auf diese Ansätze, Senkung des Benzinverbrauchs, alternative Kraftstoffe und emissionsfreie Fahrzeuge eingegangen. Eine Grafik stellt den Zusammenhang zwischen der prozentualen Veränderung im Kraftstoffverbrauch bei einer x-prozentigen Veränderung der Fahrzeugparameter Roll-, Luftwiderstand, Fahrzeugmasse bzw. Antriebsstrang dar. Dem folgend stellt Opel Pkws vor, die durch neue Entwicklungen einen geringen Benzinverbrauch haben. Es werden die Modelle und ihre Vorzüge genannt. Ferner wird genauer auf Maßnahmen bzw. Entwicklungen eingegangen, durch die der Kraftstoffverbrauch gesenkt wird, die aber dennoch keinen Verlust an Sicherheit oder Komfort bedeuten. Der zweite Ansatz wird hier exemplarisch durch ein Modell mit Erdgasantrieb dargestellt. Nachdem auf die Sicherheit eingegangen wurde, werden die ökologischen Vorteile genannt. Das Problem, dass es noch nicht sehr viele Erdgastankstellen in Deutschland gibt, wird dennoch positiv dargestellt, indem es heißt, dass in spätestens zehn Jahren eine flächendeckende Versorgung sichergestellt sei. Ferner wird erwähnt, dass Opel sich an nationalen und internationalen Projekten beteiligt, „…um Erdgas als umweltschonenden Energieträger zum Durchbruch zu verhelfen“[7]. Ein „Null-Emissions-Pkw“ ist das Ergebnis der Kombination von Brennstoffzelle und Wasserstoff als Antrieb. Zunächst wird das Funktionsprinzip der Brennstoffzelle erklärt. Danach wird erläutert, dass durch die technische Entwicklung ein solches Modell bald in die Großserienreife gehen kann. Ein Datum, wann das geschehen soll, wird erst einige Seiten später im „Umweltprogramm“ erwähnt. In der dargestellten „Well-to-Wheel“-Studie, an deren Erstellung Opel beteiligt war, wird gezeigt, welcher Treibstoff, bei verschiedenen Gewinnungsmethoden, die geringsten Treibhausgasemissionen verursacht. Der nächste Artikel beschreibt das Umweltmanagementsystem. Es wird erklärt, wie es gehandhabt wird, um in jeder Phase des Produktlebenszyklus umweltfreundlich zu agieren. Nach welchen Normen Opel zertifiziert ist und welche Normen Zulieferer erfüllen zu haben. Im Anschluss daran beschreibt das Unternehmen die Umweltleitlinien, zu denen es sich verpflichtet hat. Das „Umweltprogramm“ listet die für 2000/2001 gesetzten Ziele auf, deren Erfüllungsstatus und die gesetzten Ziele für 2002/2003. Viele Ziele werden allerdings allgemein formuliert. Es wird häufig von der kontinuierlichen Verbesserung gesprochen. In diesem Fall fehlen dann auch genaue Zielwerte. Dem folgend werden die vier Opel-Standorte kurz vorgestellt. Deren Energie-, Wasserverbrauch, Abfälle und verursachte Emissionen werden grafisch für die letzten drei Jahre dargestellt. Außerdem werden die für die Umwelt vorteilhaften zuletzt durchgeführten Maßnahmen beschrieben. Da laut Opel die Logistik eine zentrale Bedeutung für Umweltauswirkungen besitzt, legt das Unternehmen viel Wert auf gute Logistik-Konzepte. In diesem Bericht wird der „Otello-Express“, ein Bahntransport von Spanien nach Deutschland vorgestellt. Ferner wird auf die Lagerwirtschaft eingegangen. Bei der Produktentwicklung gilt es die „General Motors Qualitätsrichtlinien Umwelt“ zu beachten. Ferner wird die zur strategischen Materialauswahl verwendete Ökologische Bilanzierung beschrieben und exemplarisch an einem Beispiel erläutert. Im letzten Abschnitt des ökologischen Bereichs wird darauf eingegangen, dass Opel den gesamten Produktlebenszyklus beachtet. Beispielhaft werden Maßnahmen geschildert, wie das Unternehmen die negativen Umweltauswirkungen während des PKW-Lebenszyklus reduziert.

Der letzte Abschnitt des Opel Nachhaltigkeitsberichtes bezieht sich auf die soziale Dimension. Hier wird zuerst auf die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz eingegangen. Es gibt Sicherheitsgrundsätze nach denen sich zu richten ist. Ferner werden diese Grundsätze dauernd verbessert durch Analyse von dennoch geschehenen Unfällen bzw. Beinaheunfällen. Der nächste Artikel beschäftigt sich mit den Mitarbeitern. Es wird über die Berufe, die erlernt werden können, sowie die Art und Weise, wie und wo das Unternehmen die Weiterbildung seiner Angestellten betreibt, berichtet. Dem folgend wird über den Einsatz von Opel berichtet, wie versucht wird Chancengleichheit für Behinderte, Langzeitkranke und Ausländer zu schaffen. Weiterhin wird über den Frauenanteil im Unternehmen berichtet. Ferner wird dargestellt, in welcher Verantwortung sich Opel in der Region sieht und was es macht, um mit der Gesellschaft und vor allem mit den Stakeholdern zu kommunizieren. Der Aspekt des Sponsoring ist etwas kritischer zu beurteilen. Ein sehr großer Teil von Sponsorengeldern gehen an Top-Athleten bzw. Mannschaften. Die für die soziale Verantwortung viel wichtigere Förderung des Breitensports gibt es zwar auch, aber anscheinend nicht im gleichen Maße. Außerdem werden kulturelle Aktivitäten gefördert und Spenden für wohltätige Stiftungen oder für akut in Not geratene Menschen gesammelt. Die letzten drei Seiten stellen die vom GRI (Global Reporting Initiative) vorgeschlagenen Kernindikatoren, aufgeteilt in die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales, und Angaben, die Opel hierzu macht, dar. Zu bemerken ist hierbei, dass zu einigen Indikatoren aus wettbewerbspolitischen Gründen keine Angaben gemacht werden.

Auf einem vierseitigen Beiblatt werden einige Finanzkennzahlen für das aktuelle Jahr und dem Vorjahr dargestellt.

3. Leitfaden zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten

3.1 Grundsätze

Die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes geschieht auf freiwilliger Basis. Es gibt keine Vorgaben, an die sich die Unternehmen halten müssen. Aus diesem Grund besteht die Gefahr, dass Vermutungen bei den Lesern entstehen, ein solcher Bericht sei weder sachlich noch glaubwürdig. Er diene lediglich der Werbung und Anpreisung des eigenen Unternehmens.[8]

Um dem entgegenzuwirken sollten fünf Grundsätze bei der Nachhaltigkeitsberichtserstellung eingehalten werden. Sie dienen der Sachlichkeit und Glaubwürdigkeit:

a) Das berichterstattende Unternehmen
b) Die Zeit und der Bericht
c) Wahrheit und Wesentlichkeit
d) Klarheit und Verständnis
e) Stetigkeit und Vergleichbarkeit

a) Das berichterstattende Unternehmen

Es ist wichtig zu wissen, um was für ein Unternehmen es sich handelt. Im Bericht sollten alle wichtigen Tätigkeitsfelder, Produkte sowie Dienstleistungen des Unternehmens genannt werden. Gibt es Informationen, die im Bericht nicht berücksichtigt wurden, z. B. wegen noch fehlender Zahlen, so ist dies eindeutig im Bericht zu erwähnen.

b) Die Zeit und der Bericht

Hierbei sind drei wesentliche Punkte zu beachten. Es sollte angegeben werden auf welche Periode sich der Bericht bezieht. Das Erscheinungsdatum ist anzugeben und bei den im Bericht veröffentlichten Bestandsdaten ist der Erhebungszeitpunkt zu nennen.

[...]


[1] Vgl. Clausen u. a. (2001), S. 9.

[2] Clausen u. a. (2001), S. 7.

[3] Freeman, R. (1984), S. 46.

[4] Vgl. Nachhaltigkeit bei Otto, Report 2000.

[5] Vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2001 von Henkel.

[6] Vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2002 von Opel.

[7] Nachhaltigkeitsbericht 2002 von Opel, S. 51.

[8] Vgl. Clausen u. a. (2001), S. 18 – 19.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen im Vergleich
Hochschule
Universität Bremen  (Nachhaltiges Management)
Veranstaltung
Nachhaltige Unternehmensentwicklung
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
50
Katalognummer
V17350
ISBN (eBook)
9783638219402
ISBN (Buch)
9783638723374
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeitsberichte, Unternehmen, Vergleich, Nachhaltige, Unternehmensentwicklung
Arbeit zitieren
Björn Reschke (Autor), 2003, Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17350

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