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Die politische Philosophie Thomas Hobbes´

Title: Die politische Philosophie Thomas Hobbes´

Seminar Paper , 2011 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matti Ostrowski (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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„Homo homini lupus“ – Der Mensch ist des Menschen ein Wolf. Mit diesem Zitat reduzierte Thomas Hobbes Mitte des 17. Jahrhunderts den Menschen auf ein Wesen, das sich ohne eingreifende Gewalt (selbst-)zerstörerisch gegenüber seinen Mitmenschen verhält. Er schloss damit an das bereits knapp 100 Jahre vor ihm entwickelte negative Menschenbild Niccolo Macchiavellis an, der diesem von Grund auf misstraute, da dieser selbst gegenüber seinem eigenen Wohltäter undankbar sei. Auf dieser Anthropologie aufbauend entwickelte Thomes Hobbes seinerzeit in seinen politischen Schriften die politisch-philosophische Lehre vom Naturzustand, in dem eben jenes Zitat in vollster Ausprägung zutreffen würde. Dieser Zustand, so Hobbes, könne nur über den rationalistisch begründeten Abschluss eines Gesellschaftsvertrages aller Individuen untereinander und der Übertragung der Macht an eine übergeordnete Instanz – den Staat – überwunden werden.
Doch wie genau sollte ein idealer Staat aufgebaut sein? Hobbes selbst hatte einen vom Gesellschaftsvertrag ausgenommenen absoluten Monarchen vorgeschlagen, was nicht nur die Frage aufkommen ließ, wie dieser sich dann noch legitimieren ließe, sondern auch, warum Thomas Hobbes zu den ersten Aufklärern zählen darf.
Im Zentrum der folgenden Arbeit soll daher im ersten Teil zunächst die politische Theorie Thomas Hobbes´ stehen. Es soll mit Hilfe seiner philosophischen Überzeugungen dargestellt werden, wie der Naturzustand zu verstehen ist und welche praktischen Konsequenzen sich für ihn aus diesem Konstrukt ergeben, beispielsweise die strikte Ablehnung demokratischer Staatsformen und die Einrichtung einer – später „absolutistisch“ genannten – Monarchie. Im zweiten Teil der Arbeit wird dann vor allem die Rezeption und Wirkung Thomas Hobbes besprochen. Dabei soll geklärt werden, ob und inwieweit Hobbes trotz seiner heute anachronistisch wirkenden politischer Überzeugung zu den frühen Aufklärern zählt. Denn während bereits Zeitgenossen aller Couleur seine Lehre größtenteils ablehnten, zeigte sich spätestens im 18. Jahrhundert das zweite Gesicht des Denkers und dessen bleibender Einfluss. Ob gewollt oder ungewollt hat er späteren Philosophen und Staatstheoretikern nämlich Instrumente in die Hand gegeben, mit deren Hilfe die politischen Ideen der Aufklärung legitimiert werden konnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thomas Hobbes

2.1. Kurzbiografie Thomas Hobbes´

2.2. Thomas Hobbes im historischen Kontext

3. Hobbes´ politische Theorie

3.1. Hobbes´ „Leviathan“

3.2. Der Naturzustand

3.3. Der Gesellschaftsvertrag und die Skizzierung des idealen Staates

3.4. Vorzüge der Monarchie und Kritik der Demokratie

4. Rezeption und Kritik

4.1. Rezeption

4.2. Kritik

5. Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Philosophie von Thomas Hobbes mit einem Fokus auf sein Hauptwerk „Leviathan“. Ziel ist es, die rationalistische Herleitung seines Staatsmodells – ausgehend vom Naturzustand über den Gesellschaftsvertrag bis hin zur absoluten Monarchie – zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit Hobbes trotz seiner absolutistischen Überzeugungen als früher Aufklärer betrachtet werden kann.

  • Biografische und historische Einbettung von Thomas Hobbes
  • Analyse des Menschenbildes und der Theorie des Naturzustands
  • Untersuchung des Gesellschaftsvertrages und der absoluten Monarchie
  • Effizienzargumente für die Monarchie und Kritik an der Demokratie
  • Rezeption von Hobbes in der Moderne und sein bleibender Einfluss

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Naturzustand

Grundlegend für die Konzeption des Naturzustands ist das Menschenbild, das diesem zugrunde liegt, woraus sich dann die Legitimation eines starken Herrschers herleiten lässt. Der Mensch sei, so die Kernaussage der ersten zehn Kapitel, ein hauptsächlich nach Selbsterhaltung und Lustgewinn strebendes Wesen. Alles andere sei bloßes Mittel hierzu, wodurch das Vorhanden sein eines letzten Zieles oder höchsten Gutes („summum bonum“) von Hobbes verneint wird. Wenn man diesen Grundgedanken über die Beschaffenheit des Menschen in einen fiktiven Zustand überträgt, in dem es keine regelnde Macht oder Instanzen gibt – den Naturzustand – ergibt sich eine ausweglose Lage, aus der sich die Menschen nicht ohne regelnde Instanzen befreien können. Dies schließt Thomas Hobbes aus drei weiteren Prämissen:

1. Alle Menschen sind körperlich und geistig ähnlich ausgestattet. Es gibt keine unüberbrückbaren Unterschiede, da man sich nötigenfalls in Allianzen zusammenschließen und somit Nachteile ausgleichen könnte.

2. Alle Menschen haben dieselben Rechte auf alles. (Naturrecht)

3. Zwischen allen Menschen herrscht Misstrauen, Konkurrenz und Ruhmsucht.

Daraus folgt für Hobbes die Konklusion, dass es im Naturzustand unweigerlich zum Konflikt kommt. Dieser würde dann bis zur Zerstörung oder Unterwerfung des anderen geführt werden. Es käme also zum „Krieg aller gegen alle“, einem Zustand völliger Anomie, Chaos und Anarchie, in dem schier endlose Gewalt herrsche, solange es keine einschränkende Macht gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Hobbes' Menschenbild ein und skizziert die Fragestellung zur Rolle von Hobbes als politischer Philosoph und Wegbereiter der Aufklärung.

2. Thomas Hobbes: Das Kapitel bietet eine Kurzbiografie sowie eine historische Einordnung, die für das Verständnis seiner späteren politischen Schriften essenziell ist.

3. Hobbes´ politische Theorie: Hier werden der „Leviathan“, der Naturzustand, die Vertragstheorie und Hobbes' Bevorzugung der Monarchie gegenüber der Demokratie systematisch dargelegt.

4. Rezeption und Kritik: Dieser Teil beleuchtet die historische und moderne Wirkung von Hobbes sowie die Kritik an seiner Theorie, insbesondere hinsichtlich des Absolutismus und seiner Menschenbild-Annahmen.

5. Bewertung: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ambivalenz von Hobbes als absolutistischem Denker und philosophischem Aufklärer und würdigt seinen bleibenden Einfluss auf die politische Theorie.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Absolutismus, Monarchie, politische Philosophie, Aufklärung, Krieg aller gegen alle, Souveränität, Selbsterhaltung, Rationalismus, Staatsmodell, Politische Ideengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Theorie von Thomas Hobbes, insbesondere der Begründung eines absoluten Staatsmodells durch den „Leviathan“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der anthropologischen Basis (Naturzustand), der Vertragstheorie zur Machtübertragung und der Effizienzargumentation für eine monarchische Herrschaftsform.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Analyse, ob Hobbes trotz seiner monarchisch-absolutistischen Konzeption historisch als einer der frühen Aufklärer eingeordnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-theoretische Analyse von Hobbes' Hauptwerk „Leviathan“ unter Einbeziehung von Sekundärliteratur und historischem Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Hobbes' Leben und historischem Umfeld, die explizite Herleitung seiner politischen Theorie sowie die anschließende kritische Rezeptionsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Leviathan, Absolutismus und der Mensch als "Wolf des Menschen".

Warum lehnte Hobbes die Demokratie ab?

Hobbes argumentierte mit Effizienzverlusten, da in einer Demokratie durch Partizipation und Diskussion keine schnellen, einheitlichen Entschlüsse in Krisenzeiten gefasst werden könnten.

Inwiefern ist Hobbes ein "früher Aufklärer"?

Hobbes wird als Aufklärer gewertet, weil er die Machtlegitimation von Gott oder Tradition auf ein rationales, anthropozentrisches Fundament (den Gesellschaftsvertrag) stellte.

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Details

Title
Die politische Philosophie Thomas Hobbes´
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Matti Ostrowski (Author)
Publication Year
2011
Pages
21
Catalog Number
V173512
ISBN (eBook)
9783640937059
ISBN (Book)
9783640937257
Language
German
Tags
Thomas Hobbes Thomas Hobbes politische Philosophie Philosophie Politik Leviathan Behemoth Rationalismus Gesellschaftsvertrag homo homini lupus Absolutismus Naturzustand Monarchie Kritik Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matti Ostrowski (Author), 2011, Die politische Philosophie Thomas Hobbes´, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173512
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