Maos China: Inwieweit hat Mao zur Entwicklung Chinas beigetragen?


Hausarbeit, 2010
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise

2 China vor Mao

3 Maos Lebenslauf

4 Maos China
4.1 Die große Bodenreform
4.2 Lasst hundert Blumen blühen
4.3 Der große Sprung nach vorn
4.4 Pflichtlektüre
4.5 Die große proletarische Kulturrevolution

5 Bilanz des Terrors

6 Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Es war der 9. September 1976. Ganz China stand still, während man um den „großen Steuermann“ trauerte. Der mächtige Mao Zedong war an einer Lungenerkrankung in Peking verstorben. Bis heute verehren ihn die Menschen in China wie einen Heiligen. „ Doch Maos Herrschaft war gekennzeichnet durch Gewalt, Terror und Rechtlosigkeit. Der ʻGroße Vorsitzendeʼ brachte das Reich der Mitte an den Rand des Abgrunds.[1]

Was also macht den Mythos des „Großen Vorsitzenden“ aus, welche positiven und negativen Entwicklungen hat Mao in China bewirkt und warum wird dieser Mann trotz seiner diktatorischen Machtausübung noch heute hochverehrt?

1.2 Vorgehensweise

Diese Fragen faszinieren die Forscher damals wie heute. Und auch die vorliegende Hausarbeit zum Thema „Maos China“ soll sich mit der Beantwortung dieser Fragen auseinandersetzen. Hierzu wird im zweiten Kapitel zunächst ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung und die politische Situation Chinas vor Maos Regierungsantritt gegeben. Das dritte Kapitel enthält eine kurze Darstellung von Maos Leben. Im vierten Kapitel werden die wichtigsten Stationen seiner Regierungstätigkeit nachgezeichnet. Das fünfte Kapitel dient der Auseinandersetzung mit dem Terror, der sich unter der Regierung Maos entwickelte.[2] In diesem Zusammenhang soll die Hypothese

„Maos Regierung hatte mehr gute als schlechte Auswirkungen“

anhand unterschiedlicher Texte diskutiert werden. Die in diesen Texten zum Ausdruck gebrachten Meinungen vermitteln einen Überblick über die weitreichende Bedeutung dieses Themengebietes. Das sechste Kapitel fasst die Ergebnisse der vorliegenden Hausarbeit kurz zusammen.

2 China vor Mao

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts regierte im Reich der Mitte der letzte Kaiser der seit 1616 herrschenden Mandschu-Dynastie. Unter seiner korrupten und inkompetenten Regierung konnten sich Engländer, Deutsche, Amerikaner und vor allem Japaner als Kolonialmächte in China etablieren und das Land bis aufs Blut ausbeuteten.[3] In der Folge des Opiumkrieges, durch den England 1840 die Öffnung Chinas erzwang, mussten die Chinesen Schikanen und Demütigungen durch die westlichen Invasoren erdulden und wurden im eigenen Land wie Menschen zweiter Klasse behandelt.[4] Auch die entsetzlichen Massaker, die die Japaner in den Jahren 1937-1945 unter der chinesischen Zivilbevölkerung anrichteten und die achtjährige japanische Besetzung hinterließen verheerende Schäden bei der Bevölkerung.[5]

Der einzige Ausweg aus dieser sozialen und politischen Misere schien im Wechsel zum Kommunismus zu liegen, denn der Kapitalismus war für die Chinesen gleichbedeutend mit der Ausbeutung durch ausländische Mächte.[6] Mit dem Ausbruch der Oktoberrevolution 1918 in Russland hofften viele Chinesen, dass die Lehren von Marx und Lenin auch das Reich der Mitte von Elend und Unterdrückung befreien könnten.[7]

Doch die seit 1927 herrschende Chinesische Nationalpartei Kuomintang unter ihrem Vorsitzenden Chian Kai-shek verfolgte die Kommunisten aufs blutigste. Unzählige Kommunisten wurden hingerichtet Ein Großteil der Kommunisten flüchtete zwischen 1934 und 1935 vor Chian Kai-sheks Truppen nach Nordchina und hinterließ damit große Verluste im Süden des Landes. Die legendäre, über 12.000 Kilometer lange Flucht, den sog. „Langen Marsch“, überlebten aufgrund der Entbehrungen und Strapazen dieser Irrfahrt nur ca. 10.000 der ursprünglich aufgebrochenen 100.000-120.000 kommunistischen Flüchtlinge.[8]

3 Maos Leben

Mao Zedong, geboren am 26. Dezember 1893, wuchs als ältester Sohn einer Bauernfamilie in Shaoshan auf. Der bescheidene Reichtum seiner Familie erlaubte es Mao, trotz der ansonsten dürftigen Verhältnisse, lesen und schreiben zu lernen. Dennoch wurde auch der zukünftige Staatspräsident, wie alle bäuerlichen Existenzen, mit Entbehrungen, Hunger und Not konfrontiert.[9] Mao hatte insofern Glück, als es ihm gelang, den notleidenden Verhältnissen seines Heimatdorfes zu entkommen und als Hilfsbibliothekar an der Universität Peking Geld zu verdienen.

Von der Zerrissenheit seines Landes und der Machtlosigkeit seines Volkes tief empört, sinnt Mao wie viele seiner intellektuellen Landsleute auf Wege zur Befreiung Chinas von der Fremdherrschaft und zur nationalstaatlichen Einigung des Landes.[10] Auch für Mao konnte die Befreiung Chinas nur durch den Wechsel zum Kommunismus erfolgen, sodass er sich hierfür aktiv engagierte und schließlich Berufsrevolutionär wurde. Während unzählige Kommunisten hingerichtet wurden, gelang es Mao, den barbarischen Verfolgungswellen zu entkommen.[11] Nachdem er 1923 in das Zentrale Exekutivkomitee der Kommunistischen Partei (KP) gewählt worden war[12], übernahm er die Führung des „Langen Marsches“ der kommunistischen Flüchtlinge.[13]

1949 gewannen die Kommunisten die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mit den Truppen Chian Kai-sheks und übernahmen die Führung Chinas. Mao war nun an dem Punkt angekommen, den er immer hatte erreichen wollen. Am 1. Oktober 1949 wurde auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking vom „Großen Vorsitzenden“ Mao Zedong die Volksrepublik China ausgerufen[14], aber noch wussten die ahnungslosen Chinesen nicht, dass ihr Land schon bald unter dem Regime einer kommunistischen Diktatur ächzen würde.[15]

4 Maos China

Mit der Proklamation der Volksrepublik China stand Maos Alleinherrschaft über China nichts mehr im Wege. Im Anschluss an die Posten des Vorsitzenden im Revolutionären Militärrat und im Zentralen Volksregierungsrat wurde er 1954 Staatsoberhaupt der Volksrepublik China. Wirtschaftlich befand sich das Reich der Mitte in einer tiefen Talsenke, denn die Kriege und Bürgerkriege hatten tiefe Wunden zurückgelassen. Die ohnehin nur marginale Infrastruktur war an einem Tiefpunkt angelangt. Zwei Drittel der Bevölkerung bestand aus besitzlosen Bauern, Tagelöhnern und Wanderarbeitern, doch damit nicht genug, zählte China mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 54 US-Dollar zu den ärmsten Ländern der Erde.[16] Mit Beginn der kommunistischen Diktatur erreichte das Bruttosozialprodukt zum ersten Mal wieder Vorkriegsniveau und die Inflation konnte eingedämmt werden.[17] Von 1949 bis zu seinem Tod im Jahre 1976 führte Mao in China eine Reihe von Reformen und Kampagnen durch, die dem Land jedoch nicht nur Verbesserungen, sondern seinen Bewohnern auch unsägliches Leid bescherten. Im Folgenden sollen diese Kampagnen kurz erläutert werden.

4.1 Die große Bodenreform

In den Jahren 1949 bis 1952 ließ Mao die sog. „Große Bodenreform“ durchführen. Die meisten Landbesitzer wurden enteignet und ihr Land wurde größtenteils an arme Bauern neu verteilt. Außerdem wurden die wenigen, meist im Besitz ausländischer Investoren befindlichen industriellen Großbetriebe des Landes verstaatlicht. Und schließlich wiegelte die kommunistische Partei die Kleinbauern zum Ge Ming, zum gewaltsamen Umsturz gegen ihre ehemaligen Unterdrücker auf, indem sie sie aufforderte, sich mit Gewalt Land anzueignen und Vergeltung an den Unterdrückern zu üben. Dadurch wurde China von einer Welle der Gewalt überrollt, bei der es überall im Land zu hysterischen Hetzkampagnen und Schauprozessen kam und tausende von Menschen gedemütigt, gefoltert und getötet wurden.[18]

4.2 Lasst hundert Blumen blühen

Eine weitere, von Mao 1956 ins Leben gerufene Kampagne mit dem vollmundigen Namen „Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern“, sollte die intellektuelle Elite Chinas dazu bringen, konstruktive Kritik am System, an der Partei und an der politischen Führung zu üben. Mit dem Versprechen einer größeren Freiheit für alle wollte Mao Chinas Experten in das politische System einbinden und die von ihnen erwarteten Kommentare dazu benutzen, den Aufbau des Landes voranzutreiben. Seit Einführung der kommunistischen Regierung war die Intelligenz des Landes allen anderen Bevölkerungsschichten gegenüber benachteiligt worden, selbst Bauern und einfache Arbeiter genossen größere Privilegien.[19]

Anfangs hielten sich die Menschen mit ihrer Kritik an der politischen Führung weitgehend zurück, doch allmählich forderten sie öffentlich die Beseitigung der kommunistischen Diktatur und stimmten für demokratische Reformen, Presse-, Rede- und politische Freiheit. Da die Kommunisten eine solche Reaktion nicht erwartet hatten, sahen sie sich 1957 gezwungen, die „Notbremse“ zu ziehen. In der Folge kam es zu einer beispiellosen Anti-Rechts-Kampagne, bei der alle Kritiker gnadenlos verfolgt, gefoltert, eingesperrt und hingerichtet wurden. Hunderttausende Systemgegner kamen dabei ums Leben oder wurden in Arbeitslager deportiert.

[...]


[1] Delvaux de Fenffe 2009a.

[2] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong, Zugriff vom 08.06.2010.

[4] Vgl. Delvaux de Fenffe 2008.

[5] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

[6] Vgl. ebd.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

[9] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

[10] Delvaux de Fenffe 2008.

[11] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

[12] Vgl. Delvaux de Fenffe 2008.

[13] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

[14] Vgl. ebd.

[15] Vgl. ebd.

[16] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

[17] Vgl. Chang/Halliday 2007.

[18] Vgl. ebd.

[19] Vgl. Delvaux de Fenffe 2009a.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Maos China: Inwieweit hat Mao zur Entwicklung Chinas beigetragen?
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Veranstaltung
Politische Ökonomie
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V173522
ISBN (eBook)
9783640937110
ISBN (Buch)
9783640937363
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maos, china, inwieweit, entwicklung, chinas
Arbeit zitieren
Ilona Kaminskaya (Autor), 2010, Maos China: Inwieweit hat Mao zur Entwicklung Chinas beigetragen? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173522

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