Zu: Max Weber - "Politik als Beruf"


Hausarbeit, 2003
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Max Weber

2. Der moderne Staat
2.1 Gewalt und Politik
2.2 Herrschaft und Führer
2.3 Staat und Ordnung

3. Politik als Beruf

4. Die Situation in Deutschland

5. Zusammenfassung

1. Max Weber

Max Weber wurde am 21.04.1864 in Erfurt geboren. Nach dem Studium der Jurisprudenz, Philosophie, Nationalökonomie und Geschichtswissenschaft an den Universitäten Heidelberg, Straßburg, Berlin und Göttingen absolvierte er das Erste Juristische Staatsexamen. Während der Referendariatszeit wurde er in Berlin zum Dr. jur. promoviert. Es folgte die Habilitation für die Fächer Römisches (Staats- und Privat-) Recht und Handelsrecht, dann die Bestellung zum nichtetatmäßigen Außerordentlichen Professor für Handelsrecht und Deutsches Recht an der Juristischen Fakultät der Berliner Universität. 1894 folgte er einer Berufung auf ein Ordinariat für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg, 1897 auf ein Ordinariat für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft in Heidelberg, hier als Nachfolger von Karl Knies. 1903 legte er, nach einer schweren Krankheit, sein Lehramt nieder. Von da an war er nur noch Honorarprofessor, ohne zu lehren und ohne Sitz und Stimme in der Fakultät. Er lebte als Privatgelehrter in Heidelberg, bis er, nach einem Gastsemester an der Universität in Wien, 1919 die Nachfolge von Lujo Brentano an der Universität München antrat. Er starb am 14.06.1920 in München.

Max Weber, erst Rechtswissenschaftler, dann Nationalökonom, schließlich Soziologe, gehört zu den weltweit anerkannten deutschen Wissenschaftlern des 20. Jahrhunderts. Wichtige Teile seiner Werke sind inzwischen in viele Sprachen übersetzt. Er gab der im 19. Jahrhundert entstandenen Soziologie eine neue Richtung, indem er Verstehen und Erklären sowie vergleichende und entwicklungsgeschichtliche Betrachtung bei der Untersuchung der großen Kulturkreise der Menschheit miteinander verband.

Max Webers Interesse galt dabei vornehmlich der Eigenart und Entwicklung des mittelmeerisch-westlichen Kulturkreises, dem er kulturelle und institutionelle Erfindungen von universeller Bedeutung zuschrieb: so etwa den bürokratischen Verfassungsstaat, die experimentelle Naturwissenschaft, die akkordharmonische Musik, die perspektivische Malerei, vor allem aber den marktwirtschaftlichen Kapitalismus. In all diesen Sondererscheinungen sah er eine besondere Art von Rationalismus repräsentiert. Diesem spürte er nach bis in seine religiösen Wurzeln. Damit suchte er zugleich zu zeigen, dass Religion und Rationalismus nicht immer Gegensätze sein müssen, sondern dass Religion die Entwicklung von Rationalismus auch begünstigen kann.

Max Weber arbeitete diese Sondererscheinungen des mittelmeerisch-westlichen Kulturkreises heraus, nicht um seine Überlegenheit, sondern um seine Andersartigkeit gegenüber anderen Kulturkreisen zu betonen. Freilich wollte er das Entstehen dieser Andersartigkeit auch erklären. Dafür wählte er einen mehrdimensionalen historischen Ansatz, der gegen die Einseitigkeit sowohl der materialistischen wie der idealistischen Geschichtsbetrachtung gerichtet ist.

Max Webers wissenschaftliches Erbe, das im Max-Weber Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien kreativ angeeignet und weiterentwickelt werden soll, findet sich vor allem in drei Teilen seines Werkes: in den Gesammelten Aufsätzen zur Wissenschaftslehre mit den Studien zu einer kulturwissenschaftlichen Fundierung von Historiographie und Soziologie, in den Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie mit den Studien über die Wirtschaftsethik der Weltreligionen, in Wirtschaft und Gesellschaft mit den universalhistorischen Studien über das Verhältnis von Wirtschaft, Religion, Recht und Herrschaft.

Es handelt sich dabei um Studien, die nicht allein die Herkunft der modernen westlichen Kultur, sondern auch ihre voraussichtliche Zukunft beleuchten, und dies im Blick auf andere Kulturentwicklungen. Insofern dienen sie der Verständigung über uns selbst - gemäß der Einsicht, dass nur der seine Kultur kennt, der nicht nur seine Kultur kennt

(vgl.http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/WeberMax/ und http://www. kfunigraz.ac.at/sozwww/asoe/lexikon/klassiker/weber/49bio.htm).

2. Der moderne Staat

2.1 Gewalt und Politik

Max Weber definiert Politik allgemein, indem er ihr jede Art selbstständig leitender Arbeit zuspricht. Zugleich verweist er allerdings auf die außerordentliche Weite des Begriffs an sich. Für das Verständnis im Kontext von Politik als Beruf bedeutet es: „die Leitung oder die Beeinflussung der Leitung eines politischen Verbandes, ... eines Staates“ (WEBER 1926, 7). Diesen Staat, definiert er über die physische Gewaltsamkeit, die jeder Staatsgründung voraus geht. Er geht davon aus, dass ohne Gewalt kein Staat entstehen kann. Nur im Falle von Anarchie würde der Begriff Staat entfallen, da hier die Gewalt als Mittel unbekannt ist. Historisch betrachtet war Gewalt früher „normal“ im Alltag des Staates, heute ist es vielmehr die menschliche Gemeinschaft innerhalb eines bestimmten Gebietes. Während also früher vorrangig der Begriff Gewalt charakteristisch für den Staat war, ist es heute in der modernen Gesellschaft primär das Gebiet. Dem Staat obliegt allein das „ ... Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeiten ... „ (WEBER 1926, 8). Das bedeutet, nur der Staat hat das Recht Gewalt gegen einzelne Personen oder die Gesellschaft anzuwenden und den Rahmen der Gewalt festzusetzen. Daraus erklärt Weber den Begriff der Politik, indem er sie als ein Streben nach Macht bzw. einem Machtanteil oder der Beeinflussung der Macht darstellt. Politik und Macht stehen somit in unmittelbarem Zusammenhang. Demnach ist alles, was als politisch bezeichnet wird auch immer mit Macht verbunden, sei es durch Machtverteilungs-, Machterhaltungs- oder Machtverschiebungsinteressen. Jeder, der demzufolge Politik treibt, erstrebt Macht. Entweder, Macht als Mittel im Dienst anderer Ziele, ideal oder egoistisch. Oder aber Macht um ihrer selbst Willen, d.h. um das Prestigegefühl zu genießen (vgl. WEBER 1926, 7-9).

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Zu: Max Weber - "Politik als Beruf"
Hochschule
Universität Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V17354
ISBN (eBook)
9783638219440
ISBN (Buch)
9783638788120
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weber, Politik, Beruf
Arbeit zitieren
Steffen Knäbe (Autor), 2003, Zu: Max Weber - "Politik als Beruf", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17354

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