Die Bedeutung kultureller Events für den Tourismusstandort Berlin


Hausarbeit, 2009

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Definition
2.1. Kulturtourismus
2.2. Eventtourismus
2.3. Kulturevents

3. Tourismusstandort Berlin
3.1. Kennzeichen des Tourismus in Berlin
3.2. Tourismustypen in Berlin
3.2.1. Städtetourismus
3.2.2. Geschäftstourismus

4. Kultur und Kulturtourismus
4.1. Kulturwandel
4.2. Kulturevents als Wirtschaftsfaktor für Berlin
4.3. Zielgruppe und Reisemotive
4.4. Chancen und Risiken von Kulturtourismus

5. Kulturevents in Berlin
5.1. Berlinale
5.2. Karneval der Kulturen

6. Schlussfolgerung

7. Zukunftsprognose

8. Literaturverzeichnis und Verfasserverzeichnis

1. Einleitung

Es gibt keine Stadt, die nicht Kultur hat oder ist, insofern beinhaltet jede touristische Dienstleistung kulturelle Aspekte, einmal mehr einmal weniger. Im Zuge einer zunehmend globalisierten Welt verändern sich kulturelle Bezüge und schaffen damit neue Formen von Kultur. Somit ist eine Vielfalt von Kultur wie z.B. Architektur und historische Straßen, Festspiele, Events und Festivals, historische Persönlichkeiten, Parks und Gärten, Industriedenkmäler, Schlösser und Kirchen, Gastronomie, Museen und Ausstellungen auf 891,85 km² möglich. In Berlin hat Kultur viele Gesichter, sie ist abwechslungsreich, spannend und immer wieder neu, wie die Stadt selbst. Berlin setzt die neuesten Trends in Lifestyle, Musik und Kunst. Zugleich pflegt die Stadt ihre großen Traditionen mit herausragenden Museen, Orchestern und Bühnen. Inspiriert von der überbordenden Kreativität kommen immer mehr Künstler aus aller Welt nach Berlin und machen die Metropole gerade heute zu einem der spannendsten Orte Europas.[1]

„Kulturevents beeinflussen die Entwicklung von touristischen Destinationen und Regionen im besonderen Maße.“

Im Folgenden wird analysiert, inwiefern diese These auch für den Tourismusstandort Berlin zutrifft. Es werden zunächst die Begriffe Kultur- und Eventtourismus sowie Kulturevents definiert. Anschließend werden die Kennzeichen des Tourismus-standortes Berlin untersucht und die vorhandenen Tourismustypen beschrieben. Nach der Erläuterung des Kulturwandels wird der Anteil von Kulturtourismus und -events in der Wirtschaft analysiert. In Folge dessen werden die Zielgruppen und ihre Reisemotive für den Bereich Kulturtourismus und -events untersucht. Des Weiteren werden Chancen und Risiken des Kulturtourismus aufgezeigt. Die BERLINALE und der Karneval der Kulturen, als zwei der größten alljährlichen Veranstaltungen in Berlin, werden als Beispiele zur Verdeutlichung und Anschaulichkeit dienen. Eine Zukunftsprognose schließt die Analyse der Bedeutung kultureller Events für den Tourismusstandort Berlin ab.

2. Definitionen

2.1. Kulturtourismus

„Tourismus umfasst die Aktivitäten von Personen, die an Orten außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschäfts- oder anderen Zwecken nicht länger als 1 Jahr ohne Unterbrechung aufhalten.“[2]

Jede Kultur hat ihre eigenen spezifischen Besonderheiten und Orientierungen, diese können Angehörige einer Kultur formen. Kulturen können aber auch das Denken, Handeln und Wahrnehmen beeinflussen und ihre Zugehörigkeit in der Gesellschaft definieren.

Folgt man der Definition “Trompenaars“ lässt sich der Begriff Kultur mit einem Eisberg vergleichen. Der unter der Wasseroberfläche befindliche Teil eines Eisberges stellt hiernach den unbewussten und sinnlichen Teil dar. Der über der Wasseroberfläche befindliche Teil stellt den wahrnehmbaren Teil dar. Ein Mensch wird von Kindesbeinen an von dem unbewussten Teil einer Kultur begleitet, er ist also Teil eines Lebens. Unbewusste Merkmale äußern sich zum Beispiel durch Werte und Normen, Einstellungen und Auffassungen sowie Bedürfnisse und Erwartungen. Literatur, Theater, Musik, Essen und Kleidung hingegen spiegeln den wahrnehmbaren und offensichtlichen Teil einer Kultur wider. Dieser kann auch das Leben eines Kulturangehörigen begleiten, ist jedoch kein angeborener Bestandteil.[3] Kultur ist eine touristische Ressource mit langer Tradition, einer lebendigen Gegenwart und einer aussichtsreichen Zukunft. Viele Destinationen weltweit schaffen attraktive kulturelle Angebote für Einwohner, Gäste und Unternehmen, dieser Aspekt schafft die Grundlage für den Kulturtourismus.

„Kulturtourismus beschreibt die Bewegungen von Personen, die aus kultureller Motivation wie Studienreisen, Besuch von Festivals und anderen kulturellen Events, Kunst- und Kulturbezogene, Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und Denkmälern.“[4]

2.2. Eventtourismus

Events sind kommerzielle, erlebnisorientierte und organisierte Ereignisse. Charakteristisch hierfür sind die ausführliche Organisation und geplante Inszenierung der Veranstaltung, sowie die Einmaligkeit des Ereignisses in der Wahrnehmung der Besucher.[5]

Es gibt eine große Vielfalt von Events auf der ganzen Welt, ein Teil von diesen Veranstaltungen ist zur Tradition für bestimmte Regionen geworden. Sie finden einmal im Jahr oder in bestimmten Perioden aus dem gleichen Anlass und am selben Ort statt. Infolge dessen wird der Event in die touristische Servicekette vor Ort integriert. Dadurch entwickelte sich eine neue Form von Tourismus, der Eventtourismus.

„Eventtourismus beschreibt zeitlich gezielt auf ein Ereignis hin veranlasste Reisen wie die Teilnahme an Kunst-, Musik-, (…) Film-, Theater- und andere Kulturevents [Anm. d. Verf.].“[6]

2.3. Kulturevents

Das Spektrum an Kulturevents ist weit gefächert, diese können z.B. in folgenden Erscheinungsformen auftreten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Varianten von Kulturevents[7]

3. Tourismusstandort Berlin

3.1. Kennzeichen des Tourismus in Berlin

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt sondern auch der größte Tourismusmagnet von Deutschland. Berlin wird als Gesicht Deutschlands in der Welt betrachtet, und auch Deutschland schmückt sich explizit in der Welt mit dieser Stadt. Jährlich strömen über zehn Millionen Besucher in die fast Vier-Millionen-Stadt. International belegt Berlin Platz drei im Ranking der europäischen Touristenmetropolen hinter London und Paris. Als politisches und wirtschaftliches Zentrum empfängt sie fast täglich hochkarätige Gäste aus aller Welt und personifiziert als Kulturhauptstadt den Olymp der deutschen Künste. Ihre wechselvolle Geschichte macht die deutsche Hauptstadt auch international zu einem der angesagtesten Plätze der Welt. Einwanderer mit verschiedenen Kulturen, Traditionen und Bräuchen bestimmen das bunte Bild in den Straßen von Berlin, aber auch Besucher sowie Stars und Sternchen aus aller Welt fühlen sich in der Hauptstadt zu Hause. In Berlin leben Menschen aus mehr als 180 Nationen. Diese Internationalität und das Vorhandensein internationaler Institutionen ist ein großer Standortvorteil für Berlin. Durch den Umzug der Regierung nach Berlin haben sich zahlreiche internationale Organisationen, Einrichtungen, Botschaften und Unternehmen in der Stadt angesiedelt. Die größte Stadt Deutschlands ist eine offene, kosmopolitische Stadt und bietet Raum für jede Lebensform. Die unerschöpfliche urbane Vielfalt Berlins begründet eine Lebensqualität von besonderer Anziehungskraft. Berlin ist reich an Zeugnissen der Geschichte und der Gegenwart, an innerstädtischen Landschaften und urbaner Dichte, an großstädtischem Leben und Orten der Ruhe.[8] Hier misst sich die Superlative faszinierender Unterhaltungskunst auf 150 Bühnen, 8 Sinfonieorchester, 3 Opernhäuser, 165 Kinos und 174 Museen. Auch die Kulturschätze der letzten Jahrhunderte erstrahlen in neuem Glanz und manifestieren als historische Konstante das Bild einer Stadt, die stets das Neueste vom Neuen zu bieten hat. Ob Gourmet oder Shoppingtourist, Theater- oder Kunstliebhaber, Party- oder Konzertfan, in Berlin findet jeder Besucher sein ganz persönliches Highlight.[9]

3.2. Tourismustypen in Berlin

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Hauptzweck der Berlinreise[10]

Die Abbildung „Hauptzweck der Berlinreise“ verdeutlicht den prozentualen Anteil der verschiedenen Motive nach Berlin zu reisen. Auffällig hierbei ist, dass die Stadtbesichtigung mit 57% Hauptintention ist, Berlin näher kennenzulernen. Sie wird im Folgenden unter der Rubrik „Städtetourismus“ definiert. Die Geschäftsreise hingegen kommt mit dem Besuch einer Konferenz oder Messe auf nur 11%. Diese zwei Motive werden zum späteren Zeitpunkt zusammengefasst und unter der Tourismusart „Geschäftstourismus“ genauer erläutert.

3.2.1. Städtetourismus

Sowohl national als auch international ist Berlin eine der meistbesuchten Städte der Welt und begrüßt als beliebteste Stadt Deutschlands jährlich Gäste aus aller Welt. 2007 wurden 17,3 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben (ab 9 Betten) von 7,5 Millionen Gästen und geschätzten 140 Millionen Tagesbesuchern verzeichnet. Hauptintention, eine Großstadt wie Berlin zu bereisen, liegt meistens im Besuch der Verwandten und Freunde, in der Besichtigung und dem Erleben der Stadt oder einfach in der Suche nach Abwechslung und Unternehmung.[11] Da sich der Städtetourismus nie auf nur ein Motiv zurückführen lässt, werden im Folgenden die Hauptattraktionspunkte Berlins genauer erläutert, um die Leitmotive des Städtetourismus näherzubringen. Ein wesentlicher Indikator für den Städtetourismus sind die kulturellen Aspekte einer Stadt. Hierbei spielen ästhetische Hervorbringungen wie beispielsweise Museen, Theater, historische Bauten und Architektur eine wichtige Rolle. Auch Festivals, Einkaufsmöglichkeiten und das Nachtleben sind für Städtetouristen von großer Bedeutung. Jedoch variieren die attraktionsspezifischen Angebote je nach Zielgruppe und Altersklasse.[12]

Interessant am Städtetourismus ist die Tatsache, dass es irrelevant ist, ob es sich bei den Zielgruppen um 25 – 35 jährige, junge Alte zwischen 40 und 50 oder um Senioren handelt; alle statistisch erfasste Zielgruppen weisen ein überdurchschnittliches Einkommen auf, was sich positiv auf die Berliner Finanzkasse auswirkt.[13] Natürlich bringt eine zunehmende Erschließung einer Tourismusdestination auch steigende Herausforderungen mit sich. Dies äußert sich zum Beispiel durch den Wertewandel bei Konsumenten und dem daraus resultierenden Wandlungsdruck der Tourismusdestination selbst. Finanzierungs-, Innovations- und Qualitätsdruck sind weitere daraus resultierende Konsequenzen. Problematisch ist auch der Konkurrenzdruck, unter denen Branchen wie die Gastronomie oder auch Hotellerie stark leiden, da die Kapazitäten größer sind als die Nachfrage selbst, und die Branchen unter einem wachsenden Wettbewerbsdruck stehen.[14]

[...]


[1] vgl.: o.V.: http://www.visitberlin.de/kultur/index.php, 25.09.2009

[2] Freyer, Walter: „Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie“, 9. Auflage, 2009, S.2

nach UNTWO 1993

[3] vgl.: o.V.: http://lehrerfortbildung-bw.de/bs/bsa/bgym/lehrgang/defenition/, 27.09.2009

[4] UNTWO 1993

[5] vgl.: Holzbaur, Ulrich:„Eventmanagement“, 3. Auflage, 2005, S.1

[6] Schroeder, Günter: „Das Tourismuslexikon“, 5. Auflage, 2003, S.104

[7] vgl.: eigene Darstellung in Anlehnung an Axel, Dreyer: „Kulturtourismus“, 1996, S. 215

[8] vgl.: o.V.: http://www.meinestadt.de/berlin/statistik, 25.09.2009

[9] vgl.: o.V.: http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-wirtschaft/wachstum_broschur.pdf, S.8, 25.09.2009

[10] vgl.: eigene Darstellung in Anlehnung an Dr. Doris Habermann u.a., „Imagebefragung:

Tourismusstandort Berlin in seiner bezirklichen Vielfalt“, 2006, S.19

[11] vgl.: o.V.: http://www.eurobike-show.de/eb/pdf/de/4_Gries-Staedtereisen.pdf

[12] vgl.: o.V.: http://www.oesterreichnews.de/574-berlin-die-deutsche-hauptstadt-im-portrait/

[13] vgl.: o.V.: http://www.eurobike-show.de/eb/pdf/de/4_Gries-Staedtereisen.pdf

[14] vgl.: o.V.: http://www.eurobike-show.de/eb/pdf/de/4_Gries-Staedtereisen.pdf

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung kultureller Events für den Tourismusstandort Berlin
Hochschule
bbw Hochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V173540
ISBN (eBook)
9783640937172
ISBN (Buch)
9783640937325
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, events, tourismusstandort, berlin
Arbeit zitieren
Aline Vogt (Autor), 2009, Die Bedeutung kultureller Events für den Tourismusstandort Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173540

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