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Armut und deren Dimensionen in Entwicklungsländern

Title: Armut und deren Dimensionen in Entwicklungsländern

Intermediate Examination Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 2

Autor:in: Steffen Knäbe (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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In der Forschung ist der Armutsbegriff ein Thema, das äußerst kontrovers diskutiert wird. Umstritten ist unter anderem, welcher Maßstab zur Begriffsdefinition anzuwenden und gemessen woran ein Zustand als arm zu bezeichnen ist. Wer ist also arm? Und was ist Armut? In Indien beispielsweise wird die Armut an der zur Verfügung stehenden Menge von Kalorien gemessen - 2400 am Tag haben oder nicht haben, entscheiden über die Zugehörigkeit in der Gruppe der Armen, und nach dieser Berechnung trifft die Bezeichnung arm, auf über die Hälfte der Einwohner zu. Das sind mehr als 300 Millionen Menschen. Würde man die Kaloriengrenze nur um 100 Kalorien senken (etwa eine Scheibe trockenes Brot), wären plötzlich einige Millionen dieser Menschen nicht mehr arm. Ihnen ginge es zwar keinen Deut besser als vorher, doch die Klassifizierung arm würde nicht mehr auf sie zutreffen. Dieses einfache Beispiel zeigt recht deutlich wie machtvoll Klassifikationen sind und wie einfach es sein kann - wenigstens auf dem Papier - Armut hinwegzudefinieren. Es ist demzufolge ein Begriff der nur schwer festzulegen ist, da er sich immer an einer von einer bestimmten Gesellschaft als Mindestbedarf angesehenen Größe orientiert. Unabhängig von dieser Frage kann Armut für persönliche Schicksale wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Bildungsdefizite (z.B. Legasthenie) im Sinne von ´arm dran´ stehen. Wobei ich dieser Möglichkeit der Definition keine Beachtung schenken möchte. Vielmehr möchte ich auf folgenden Seiten die Begriffsklärung der Armut mit weitergreifenden Ereignissen wie Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen oder Kriegen assoziieren und durchleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bergriffsetymologie

3. Begriffskonzeptualisierung

3.1 absolute Armut

3.2 relative Armut

4. Armutsproblem in Entwicklungsländern

4.1 Was sind Entwicklungsländer

4.2 Symptome der Unterentwicklung

4.3 der ´Teufelskreis´ der Armut

4.4. Ziele und Wege zur Bekämpfung der Armut

4.5 Das Beispiel Kenia – Wege der Entwicklung

4.6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Armut in Entwicklungsländern, beleuchtet deren multidimensionale Ursachen und analysiert kritisch bestehende Lösungsansätze sowie die Rolle internationaler Organisationen am konkreten Beispiel Kenias.

  • Etymologische und konzeptionelle Herleitung des Armutsbegriffs
  • Analyse der strukturellen Symptome von Unterentwicklung
  • Untersuchung der Wirkungsweise von Armuts-Teufelskreisen
  • Bewertung von Entwicklungshilfestrategien und deren Effektivität
  • Praxisbeispiel: Sanierungsprojekte und Lebensbedingungen in Nairobi

Auszug aus dem Buch

4.3 der ´Teufelskreis´ der Armut

Selbst in Schwellenländern wie Taiwan, Singapur oder Südkorea, liegt der Lebensstandart der Bevölkerungsmehrheit noch weit unter dem Niveau der 1. Welt, obwohl sie in den letzten Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnen konnten. Hier und vor allem in Ländern der dritten Welt sind viele Menschen auf Dauer dem Hunger, schlechten Wohnverhältnissen in Elendsquartieren und hohem Krankheitsrisiko (unzureichende medizinische Versorgung) ausgesetzt. Diese Länder sind also permanent und in vielen Dingen, wie Politik, Kultur oder Bildung einer Unterentwicklung ausgesetzt. Und diese Unterentwicklung manifestiert sich in Armut, was wiederum die Ursache von Armut bedeutet. Und genau diese Zusammenhänge hat Nuscheler in seinem Buch ´Entwicklungstheorie´ sehr anschaulich dargestellt. Wie erwähnt geht er davon aus, dass sich Unterentwicklung durch Armut bildet, und im Umkehrschluss wieder die Ursache von Armut ist.

Dies bezeichnet eigentlich auch diesen Teufelskreis der sehr verschiedene Facetten und Bereiche aufweist, die ineinander übergreifen und nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Nuscheler bringt dazu einige Anschauungspunkte, die das Erwähnte eigentlich recht anschaulich bestätigen. In einem Beispiel geht er auf die nicht ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser ein. Wenn also ein Mensch im Kindesalter über einen längeren Zeitraum einen Mangel an Vitaminen, Nährstoffen oder Wasser aufgewiesen hat, kann es durchaus der Fall sein, dass er körperliche Schäden davon trägt und in Folge dessen auch nicht mehr die gewünschte Leistungsfähigkeit, Kreativität und Produktivität im Alter aufweisen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die kontroverse Debatte um den Armutsbegriff und erläutert die Problematik der Definition unter Berücksichtigung kultureller und gesellschaftlicher Mindeststandards.

2. Bergriffsetymologie: Dieses Kapitel analysiert den germanischen Ursprung des Wortes „arm“ und dessen historische Bedeutungswandlung von „verwaist“ hin zur heutigen Verwendung als Gegenbegriff zu „reich“.

3. Begriffskonzeptualisierung: Hier werden die theoretischen Ansätze der absoluten und relativen Armut gegenübergestellt und deren praktische Operationalisierung kritisch beleuchtet.

4. Armutsproblem in Entwicklungsländern: Der Hauptteil untersucht die historischen Wurzeln des Kolonialismus, diagnostiziert Symptome von Unterentwicklung und erläutert anhand von Modellen die verhängnisvollen Teufelskreise der Armut sowie konkrete Hilfsstrategien.

Schlüsselwörter

Armut, Entwicklungsländer, absolute Armut, relative Armut, Unterentwicklung, Kolonialismus, Existenzminimum, Grundbedürfnisstrategie, Teufelskreis, Kenia, Nairobi, Entwicklungshilfe, Globalisierung, soziale Spaltung, NGO

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition von Armut und der Analyse ihrer strukturellen Ursachen sowie Auswirkungen in sogenannten Entwicklungsländern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Schwerpunkte sind die begriffliche Einordnung von Armut, die historische Entwicklung, die Symptome von Unterentwicklung und die Bewertung internationaler Entwicklungshilfeansätze.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Armut zu schaffen und aufzuzeigen, warum bisherige Entwicklungshilfemaßnahmen oft nur begrenzte Erfolge erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse soziologischer und politikwissenschaftlicher Konzepte sowie eine Fallstudie zu einem Sanierungsprojekt in Nairobi.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Armut, die historischen und aktuellen politischen Ursachen der Unterentwicklung sowie den „Teufelskreis“ der Armut und verschiedene Strategien zur Armutsbekämpfung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Armut, Unterentwicklung, Grundbedürfnisstrategie, Entwicklungshilfe und soziale Gerechtigkeit geprägt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen „schwachen“ und „starken“ Staaten in Entwicklungsländern?

Die Arbeit definiert „schwache Staaten“ durch Korruption und fehlenden Rechtschutz, während „starke Staaten“ durch eine einseitige Zentralisierung und die Herrschaft privilegierter Eliten oder Sippen gekennzeichnet sind.

Welche konkrete Hilfe wird im Mathare-Slum in Kenia beschrieben?

Das durch die KfW finanzierte Projekt umfasst Infrastrukturmaßnahmen wie befestigte Straßen, Sanitäranlagen, Müllabfuhr, Gesundheitsvorsorge durch die „German Doctors“ sowie Bildungsangebote.

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Details

Title
Armut und deren Dimensionen in Entwicklungsländern
College
University of Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Grade
2
Author
Steffen Knäbe (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V17357
ISBN (eBook)
9783638219471
ISBN (Book)
9783638645188
Language
German
Tags
Armut Dimensionen Entwicklungsländern Thema Armut
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Knäbe (Author), 2003, Armut und deren Dimensionen in Entwicklungsländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17357
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