We safe the world

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des "Volunteer Tourism"


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abstrakt

2. Was bedeutet Volunteer Tourismus?

3. Verschiedene Formen des Volunteer-Tourismus
3.1 Volunteering
3.2 Internationaler Freiwilligendienst (IFD)
3.3 Workcamps
3.4 Freiwilliges Soziales Jahr / Freiwilliges Ökologisches Jahr

4. Persönliche Erfahrungen als Volunteer
4.1 Wie kam es zu meinem Auslandsaufenthalt?
4.2 Was waren prägende Ereignisse?
4.3 Reflexion

5. Motivanalyse
5.1 ‘‘I want to Travel“
5.2 ‘‘I Want to Contribute’’
5.3 ‘‘I Want to See If I Can Do This’’
5.4 ‘‘It’s More Convenient This Way’’

6. Positive Auswirkungen des Volunteer-Tourismus

7. Schattenseiten des Volunteer-Tourismus

8. Urteil

9. Literaturverzeichnis

10. Abbildungsverzeichnis

1. Abstrakt

Immer häufiger wählen junge Menschen und Rentner eine neuartige Form des Verreisens, den Volunteer-Tourismus. Was bedeutet er? In welchen Variationen taucht er auf? Wie berichten Teilnehmer davon? Was veranlasst sie dazu auf diese Art zu verreisen? Welche Chancen und Risiken sind vom Volunteer-Tourismus zu erwarten? Fragen, auf die ich im Folgenden eingehen möchte.

2. Was bedeutet Volunteer Tourismus?

Neben vielen Übersetzungsmöglichkeiten des englichen Wortes „volunteer“, ist auf den Tourismus bezogen, vor allem die Bedeutung freiwillig und ehrenamtlich von Re- levanz. Sinngemäß bedeutet „Volunteer-Tourism“ also Freiwilligendienst oder ehren- amtliches Engagement, allerdings im Zusammenhang mit Tourismus und findet somit häufig im Ausland satt.

S.Wearing konkretisiert den Begriff folgendermaßen (WEARING, S. 2001, S.1):

„The generic term ‚volunteer tourism’ applies to those tourists who, for various reasons, volunteer in an organized way to undertake holidays that might involve aiding or alleviating the material poverty of some groups in society, the restoration of certain environments or research into aspects of society or environment.“

3. Verschiedene Formen des Volunteer-Tourismus

In Printmedien und Internet kursieren unterschiedliche Begriffe, Variationen sowie Bedeutungen des Volunteer-Tourismus. Einige davon sollen im Folgenden erläutert werden (RHODE 2011):

3.1 Volunteering

Volunteering oder Freiwilligenarbeit im Ausland stellt einen Sammelbegriff für alle Formen von freiwilliger Arbeit dar, die man im Ausland verrichten kann. Volunteer bezeichnet dabei die Person, die Freiwilligendienst im Ausland ausübt.

3.2 Internationaler Freiwilligendienst (IFD)

Hier werden freiwillige Helfer von einem Träger (Entsendeorganisation) z.B. Kirchen, Wohlfahrtsverbände oder sonstigen Organisationen, die freiwilligen Projekte finanziell unterstützen, entsendet. Die IFD-Projekte dauern in der Regel drei bis achtzehn Mona- te und liegen vor allem im sozialen, aber auch im ökologischen sowie im kulturellen Bereich.

Ein sehr be- und anerkanntes Beispiel hierfür ist die Organisation weltw ä rts. Ihre Philosophie stellt sie auf ihrer Internetseite folgendermaßen vor:

„>Lernen durch tatkräftiges Helfen< ist das Motto des Freiwilligendienstes. weltwärts soll das Engagement für die Eine Welt nachhaltig fördern und versteht sich als Lern- dienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Durch die Arbeit mit den Projektpartnern vor Ort in den Entwicklungslän- dern sollen die Freiwilligen unter anderem lernen, globale Abhängigkeiten und Wech- selwirkungen besser zu verstehen. Den Projektpartnern soll der Einsatz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zugute kommen.

weltwärts soll gegenseitige Verständigung, Achtung und Toleranz fördern: Gemeinsa- mes Arbeiten und Lernen kennt weder Rassismus noch Ausgrenzung. Der neue Frei- willigendienst wird einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit leisten und den Nachwuchs im entwicklungspolitischen Berufsfeld fördern.“ (BAUR 2007).

3.3 Workcamps

Workcamps sind Projekte, in denen junge Menschen aus ganz unterschiedlichen Nati- onen zusammenkommen um gemeinsam für ein (gemeinnütziges) Projekt zu arbeiten. Workcamps kann man auch im IFD ansiedeln; sie unterscheiden sich jedoch sehr hin- sichtlich Dauer, Größe und Altersspannen. Die meisten sind eher kurz, dauern zwei bis sechs Wochen und haben 10 bis 20 Teilnehmer, die zwischen 18 bis 30 Jahre alt sind.

3.4 Freiwilliges Soziales Jahr / Freiwilliges Ökologisches Jahr

FSJ/FÖJ kennzeichnen sich dadurch, dass ihre Dienste in Deutschland gesetzlich anerkannt und staatlich gefördert sind, was sich in präzisen Vorgaben niederschlägt. Der Zeitraum beinhaltet zwölf Monate. Bewerben können sich 18 bis 27 jährige Personen. Männer konnten dies bislang auch als Alternative zu ihren Wehr-/Zivildienst ableisten. Typische Einsatzgebiete sind Krankenhäuser, Altersheime, BehindertenEinrichtungen, Jugendheime/-zentren sowie Naturschutzprojekte (FÖJ).

Ähnlich wie die bereits dargestellten Formen, aber dennoch erwähnenswert sind zudem folgende Arten von Freiwilligendiensten (MÜHLEIS 2010): Der Internationale Freiwilligendienst für unterschiedliche Lebensphasen (IFL), der Europäische Freiwilligendienst (EFD) sowie der Andere Dienst im Ausland (ADiA).

4. Persönliche Erfahrungen als Volunteer

4.1 Wie kam es zu meinem Auslandsaufenthalt?

Meine Vorliebe für Klettern und Bergsteigen resultiert aus meiner Begeisterung für Berge. Ein besonderer Anreiz war für mich das Himalaya, das Dach der Erde. 2008 erfüllte ich mir nach meinem Abitur einen großen Traum und flog mit einem Freund zunächst nach Indien und später per Zug und Bus nach Nepal. Ich plante, mich zwei Monate in diesem Land aufzuhalten, um es in dieser Zeit intensiv kennenzulernen. Erst in Nepal entstand spontan der Gedanke an Volunteering. Da ich den Wunsch hegte nach meinem Zivildienst ein Lehramtsstudium aufzunehmen, informierte ich mich nach einer englischsprachigen Schule. In der „Sargarmatha Niketan School“ wurde ich dankbar und gastfreundlich aufgenommen.

4.2 Was waren prägende Ereignisse?

Prägend war zunächst sicherlich eine komplett andere Kultur nicht nur kennenzulernen, sondern auch in ihr teilweise integriert zu sein und mit einem völlig unterschiedlichen Schulsystem konfrontiert zu werden. Einerseits war es sehr lehrreich für mich, andererseits aber gleichzeitig auch abschreckend und desillusionierend. So wurde ich beispielsweise Zeuge davon, dass Schüler „aus pädagogischen Gründen“ mit einem Stock geschlagen wurden. Auch geschieht dort Lernen mehr aus Druck und Disziplin, als aus Motivation und Interesse. Ich sah autoritären Frontalunterricht wie ich ihn mir zuvor nur aus Erzählungen meiner Großeltern vorstellten konnte.

Aber auch positive Beispiele möchte ich in diesem Kontext erwähnen. Ich durfte in der Schule viel Verantwortung übernehmen und viele eigene Unterrichtsstunden halten. Für meine Ideen bekam ich häufig positives Feedback. Zudem trainierte ich meine englischen Sprachkenntnisse.

Die Freundschaften, die ich in dieser Zeit schloss, halfen mir sehr. Beispielsweise er- hielt ich Einladungen von verschiedenen Lehrern. Einmal wanderte ich dabei mit einem Lehrer zu seinem entlegenen Heimatdorf, wo wir abgeschnitten von Elektrizität und fließendem Wasser bei seinen Eltern übernachteten. Die Bilder sind mir noch sehr nah und oft denke ich heute noch an dieses Erlebnis zurück.

4.3 Reflexion

Würde ich es wieder tun oder Mitmenschen empfehlen? Die Frage kann ich eindeutig mit „ja“ beantworten. Auch wenn mich bestimmte Erziehungsmethoden abgeschreckt haben, so überwiegt meine Bewunderung dafür, wie man mit wenig Geld und Mitteln einen so lebendigen Schulalltag und -zusammenhalt gestalten kann. Dies zeigte sich mir insbesondere durch mehrere Schulveranstaltungen, wie etwa einem Spelling- Contest, indem Klassen gegeneinander antraten um möglichst schnell Wörter richtig zu buchstabierten, einer Tanzaufführung, indem Mädchen den klassischen Volkstanz zeigten, oder der zwei Mal pro Woche stattfindenden „assembly“, ein Zusammentreffen aller Schüler auf dem Schulhof, indem Neuigkeiten und aktuelle Themen angespro- chen wurden.

Tatsächlich habe ich das Gefühl zu einer positiven Veränderung beigetragen zu haben, indem ich mit neuen Ideen den Unterricht ergänzte. So empfinde ich, dass das Völker- ball-Spiel, das dort keiner zuvor kannte, im Sportunterricht bei Kollegen und Schülern auf großes Interesse stieß, und von Seiten der Schüler oft wiederholt werden wollte.

Im Sommer 2010 flog ich erneut nach Nepal, unter anderem um die Schule zu besuchen, welches eine berührende Begegnung für mich war.

[...]

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Details

Titel
We safe the world
Untertitel
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des "Volunteer Tourism"
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Geographie)
Veranstaltung
Tourismusgeographie
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V173626
ISBN (eBook)
9783640939329
ISBN (Buch)
9783640939053
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine, phänomen, volunteer, tourism
Arbeit zitieren
Jonas Lövenich (Autor), 2011, We safe the world, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173626

Kommentare

  • Gast am 23.4.2012

    Die Arbeit ist gut für einen Überblick, aber mehr meiner Meinung nach nicht. Die kritische Auseinandersetzung wird für mein Verständnis nicht hinreichend vollzogen. Zu viele kurze Abschnitte, die teilweise zusammenhanglos erscheinen erschweren den Lesefluss.

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