Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Warum wird Iphigenie geopfert?

Ein Vergleich der beiden Tragödien "Iphigenie in Aulis" von Euripides und Gerhart Hauptmann

Title: Warum wird Iphigenie geopfert?

Term Paper , 2019 , 17 Pages

Autor:in: Ilker Apaydin (Author)

German Studies - Comparative Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es ist augenfällig, dass Euripides und Hauptmann die Iphigenie von allen anderen Figuren abheben. In ihrer Verwandlung verändert sich die Deutung der Tragödien in einen anderen Sinnbereich.
Nach der Lektüre der Dramen stellt sich die Frage, wieso die heldenhaften Männer den Gedanken des Orakels folgen und das Volk dieses Opfer fordert. Zunächst ist es die Forderung des Sehers Kalchas, dass die Götter beschwichtigt werden müssen, und dieses Ansinnen wird von Menelaos und von Agamemnon getragen. Wenn ihnen Zweifel erscheinen, reagieren sie nicht als Familienmitglieder, sondern als Handelnde für den Kulturkreis Griechenlands, für das griechische Volk und die Werte des olympischen Pantheons. Die Idee, durch ein Menschenopfer den Willen der Götter für die eigenen Glieder und den Korpus des Rechtsverständnisses wiederzugewinnen und dadurch die Natur gefügig zu bekommen, ist der Impetus, der die Rahmenhandlung eingrenzt. Es gibt in dieser kurzen Zeit keine andere Perspektive für die Männer und das Heer, als von der Mutter Klytämnestra und ihrer Tochter das Opfer zu fordern.

Erst die Einsicht Iphigenies sich für den Ruhm ihres Vaters und des Heimatlandes als Opfer anzubieten und so zur Gabe zu werden für den heiligen Tempelbezirk wendet die aufgestaute Stimmung innerhalb der Tragödie und gibt der Handlung, die dann in der Nachwelt nicht nur für den Kulturkreis zum Mythos wird, eine Hoffnung wieder.
Iphigenie wird zur Lichtgestalt, die ihrem Vater die Treue hält, seinen Worten Ernsthaftigkeit verleiht und ihm und Achill den Ruhm verspricht, wenn Sie gegen Troja in die Schlacht ziehen.
Vergessen ist die Motivation Agamemnons: die entführte Helena, die ihrem Paris folgte, wieder zurück nach Hellas zu bringen. Verschleiert bleiben alle Strategien, dass hier ein anderer Kulturkreis unterjocht werden sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie sind die Tragödien gebaut?

2.1. ‚Iphigenie in Aulis‘- Euripides

2.2. ‚Iphigenie in Aulis‘- Gerhart Hauptmann

3. Figuren

3.1. Agamemnon

3.2. Klytämnestra

3.3. Achill

3.4. Iphigenie

4. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des Opfertodes von Iphigenie und analysiert, welche Beweggründe einen Vater dazu veranlassen, die eigene Tochter für den Erfolg eines Kriegszuges zu opfern, wobei ein vergleichender Blick auf die Tragödien von Euripides und Gerhart Hauptmann geworfen wird.

  • Vergleich der dramaturgischen Struktur bei Euripides und Hauptmann.
  • Analyse der zentralen Figuren Agamemnon, Klytämnestra, Achill und Iphigenie.
  • Untersuchung der psychologischen und soziokulturellen Beweggründe für das Menschenopfer.
  • Deutung der mythischen Dimension und der Rolle der Götter sowie des Panhellenismus.

Auszug aus dem Buch

3.1. Agamemnon

In dieser Tragödie ist der Feldherr Agamemnon nicht der Herrscher der Orestie. Die Geschichte der Atridenfamilie ist am Anfang und es scheint eine Liebesgeschichte zu sein, die erzählt wird. Agamemnon muss gegen Troja ziehen, um für seinen Bruder Menelaos, die Gattin Helena wieder nach Griechenland zu holen. Das ist die äußere Rahmenhandlung aus denen Euripides und Gerhard Hauptmann unterschiedliche Tragödien gedichtet haben.

In der Iphigenie zeigt Euripides „neue Aspekte im scheinbaren Wankelmut Agamemnons, in den Meinungsänderungen des Königs, seines Bruders und seiner Tochter. Es scheint, als wolle der Dichter durch diese Figuren zeigen, daß eine Anthropologie, die den Menschen mit Beweggründen wie Ehrgeiz, Habgier und Furcht erklärt, ihn reduziert.“

Agamemnon hadert mit sich, weil er seine Familie mit einer List nach Aulis lockt und dann trifft er die Entscheidung, das Opfer der Tochter nicht zu vollziehen. Die List wird von vielen entdeckt.

Während des gesamten Stückes geht es um die Beweggründe welche Interessen hinter diesem Menschenopfer stehen können einen so bekannten Kriegsherrn zu bedrängen im Namen der Göttin Artemis seine eigene Tochter zu schlachten.

Agamemnon ist der Einzige, der diesen Wunsch der Artemis nicht vollbringen müsste. „Es besteht also, so weit wir jetzt sehen, noch eine Möglichkeit für ihn, sich aus eigenem Entschluss gegen den Willen seines Volkes zu stellen, wenn auch unter dem Verlust seiner Macht.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Fragestellung vor, warum Iphigenie geopfert wird, und bettet das Thema in den mythologischen und dramatischen Kontext von Euripides und Hauptmann ein.

2. Wie sind die Tragödien gebaut?: Dieses Kapitel analysiert den strukturellen Aufbau beider Tragödien, wobei die spezifischen Handlungsverläufe und inszenatorischen Unterschiede zwischen Euripides und Hauptmann detailliert gegenübergestellt werden.

3. Figuren: In diesem zentralen Teil werden die Hauptcharaktere Agamemnon, Klytämnestra, Achill und Iphigenie in ihrem psychologischen Profil und ihren Handlungszwängen im Kontext des Mythos analysiert.

4. Schlußbetrachtung: Das Fazit führt die Analysen zusammen und erörtert die Bedeutung von Ruhm, Macht und dem Wandel des Iphigenie-Mythos als Sinnstiftung für den griechischen Kulturraum.

Schlüsselwörter

Iphigenie, Euripides, Gerhart Hauptmann, Agamemnon, Tragödie, Menschenopfer, Mythos, Dramenanalyse, Aulis, Klytämnestra, Artemis, Heldenpathos, Panhellenismus, Troja, Götterwelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die dramatische Gestaltung des Mythos um die Opferung der Iphigenie in den Werken von Euripides und Gerhart Hauptmann.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen das Familiendrama, die ethische Legitimation von Menschenopfern, die Machtdynamik zwischen Göttern und Menschen sowie die Rolle des Ruhmes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Beweggründe der Figuren zu verstehen, insbesondere die Frage, warum Agamemnon als Vater und Anführer bereit ist, die eigene Tochter zu opfern.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse der literarischen Texte sowie eine figurenorientierte Untersuchung der Dramen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse der beiden Tragödien und eine tiefgehende Charakterstudie der Hauptfiguren.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Iphigenie, Mythos, Opferung, Dramenanalyse und den Vergleich der Autoren Euripides und Hauptmann charakterisieren.

Wie unterscheidet sich Agamemnons Rolle bei Hauptmann im Vergleich zu Euripides?

Während bei Euripides Agamemnons Zweifel und Wankelmut im Vordergrund stehen, wird er bei Hauptmann stärker als eine Figur gezeichnet, die unter dem Einfluss archaischer, fast wahnsinniger Göttervorstellungen und politischer Ohnmacht leidet.

Warum wird Iphigenie bei Hauptmann zur "Geschichtsheroine"?

Durch ihre eigenständige Entscheidung, sich als Opfer anzubieten, verwandelt sie sich von einer passiven Figur in eine aktive Akteurin, die ihrem Tod eine übergeordnete religiöse und nationale Bedeutung verleiht.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Warum wird Iphigenie geopfert?
Subtitle
Ein Vergleich der beiden Tragödien "Iphigenie in Aulis" von Euripides und Gerhart Hauptmann
College
Free University of Berlin  (Institut für deutsche und niederländische Philologie)
Author
Ilker Apaydin (Author)
Publication Year
2019
Pages
17
Catalog Number
V1737135
ISBN (PDF)
9783389195826
ISBN (Book)
9783389195833
Language
German
Tags
Goethe Hauptmann Iphigenie Opfer Familienkonflikt Tempel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ilker Apaydin (Author), 2019, Warum wird Iphigenie geopfert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1737135
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint
  • Withdraw Contract