Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine aspektorientierte Analyse zum ersten Auftritt
des vierten Aufzuges des Dramas „Iphigenie auf Tauris“ von Johann Wolfgang von
Goethe. Gleichzeitig nimmt die Analyse Bezug auf die klassische Dramaturgie des
Theaters und am Ende kommt es zu einem Vergleich mit dem Drama Woyzeck (von
Georg Büchner), in dem ich die beiden Hauptcharaktere Iphigenie (Iphigenie auf Tauris)
und Marie (Woyzeck) vergleiche.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aspektorientierte Analyse des ersten Auftrittes des vierten Aufzuges
3. Vergleich der Iphigenie mit Marie aus dem Drama Woyzeck
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich einer detaillierten aspektorientierten Analyse des ersten Auftritts des vierten Aufzugs in Goethes „Iphigenie auf Tauris“, wobei insbesondere der innere Zwiespalt der Protagonistin zwischen moralischer Wahrheit und notwendiger List untersucht und mit dem Drama „Woyzeck“ verglichen wird.
- Analyse des moralischen Konflikts der Iphigenie im vierten Aufzug
- Untersuchung der Monologstruktur und dramatischer Ausdrucksmittel
- Rolle und gesellschaftlicher Status der Frau im klassischen Drama
- Vergleichende Gegenüberstellung der Frauenfiguren Iphigenie und Marie
Auszug aus dem Buch
Aspektorientierte Analyse des ersten Auftrittes des vierten Aufzuges
Der erste Auftritt des vierten Aufzuges des Dramas „Iphigenie auf Tauris“ von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1786 handelt von dem Zwiespalt Iphigenies zwischen List und Wahrheit.
In dem Auftritt führt Iphigenie einen Monolog, der dramatische und lyrische Elemente beinhaltet. Zu Beginn der Szene betet die Priesterin für Pylades, den Freund ihres Bruders Orest, da dieser plant, mit einem versteckten Schiff mit Iphigenie und Orest von der Insel Tauris zu fliehen. Hiervon ist Iphigenie nicht abgeneigt, nur bedeutete dies, dass sie Thoas, den Herrscher der Insel, anlügen müsste. Das löst einen Zwiespalt in ihr aus, da sie ein wahrheitsgetreuer Mensch ist. Zudem missfällt es ihr, dass Pylades ihr die Worte „wie ein Kind“ (V. 1402) in den Mund legt.
Meine Interpretationshypothese für diesen Auftritt lautet, dass Iphigenie unentschlossen ist und nicht weiß, wofür sie sich entscheiden soll. Das merkt man unter anderem daran, dass Iphigenie zunächst für Pylades betet und seinen Tatendrang gut heißt, sich hinterher jeder darüber Gedanken macht, sich einer Lüge gegenüber Arkas beziehungsweise Thoas schuldig zu machen. Auch wegen der Dramaturgie des klassischen Dramas steckt Iphigenie in einem Zwiespalt und die Tatsache, dass sie als Frau weniger zu sagen hat als Männer, erschwert ihr zudem die Entscheidung in diesem Dilemma.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Analyse des ersten Auftritts des vierten Aufzuges ein und benennt den Vergleich mit Georg Büchners „Woyzeck“ als Ziel der Arbeit.
2. Aspektorientierte Analyse des ersten Auftrittes des vierten Aufzuges: Dieser Teil untersucht den inneren Konflikt Iphigenies sowie die dramaturgische Bedeutung von Monologen und Geschlechterrollen in der klassischen Dichtung.
3. Vergleich der Iphigenie mit Marie aus dem Drama Woyzeck: Dieser Abschnitt kontrastiert die Lebensumstände und Charakteristika der Frauenfiguren unter Berücksichtigung ihres jeweiligen gesellschaftlichen Umfeldes und ihrer dramatischen Funktion.
Schlüsselwörter
Iphigenie auf Tauris, Johann Wolfgang von Goethe, Woyzeck, Georg Büchner, Monolog, Drama, Dramaturgie, List, Wahrheit, Zwiespalt, Frauenrolle, Literaturanalyse, Retardation, Klassik, Vormärz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den zentralen moralischen Zwiespalt der Hauptfigur Iphigenie im vierten Aufzug von Goethes gleichnamigem Drama.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Konfliktsituation zwischen Aufrichtigkeit und Täuschung sowie der Vergleich der Frauenrollen in der Weimarer Klassik und im Vormärz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der Nachweis der Unentschlossenheit Iphigenies, belegt durch eine Analyse der Monologstruktur und der dramatischen Retardation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine aspektorientierte Textanalyse angewandt, die sich auf sprachliche Indikatoren wie Metaphern und Wortfelder stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der spezifische Auftritt analysiert, die Rolle der Frau reflektiert und abschließend ein Vergleich mit der Figur Marie aus Büchners „Woyzeck“ gezogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Iphigenie, Woyzeck, moralischer Konflikt, dramaturgische Analyse und die gesellschaftliche Stellung der Frau.
Warum spielt der Begriff „Lügenpfeil“ eine besondere Rolle?
Der „Lügenpfeil“ dient als Metapher für Iphigenies Angst vor der moralischen Selbstzerstörung durch eine unwahre Aussage.
Welcher Unterschied besteht in der gesellschaftlichen Stellung zwischen Iphigenie und Marie?
Während Iphigenie als Priesterin eine geachtete Position innehat, ist Marie eine sozial ausgegrenzte Figur, deren Handlungsspielraum durch Armut und gesellschaftliche Ächtung stark eingeschränkt ist.
- Arbeit zitieren
- Simon Winzer (Autor:in), 2011, Analyse des ersten Auftrittes des vierten Aktes bei "Iphigenie auf Tauris", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173742