Bewertung der natürlichen Radioaktivität von Pigmenten


Studienarbeit, 2011

10 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Sachverhalt

2 Natürliche Radioaktivität in Pigmenten

3 Bewertung der natürlichen Radioaktivität
3.1 Bewertung der Strahlung durch Cäsium am ausgewählten Pigment
3.2 Bewertung der Strahlung durch Kalium am ausgewählten Pigment
3.3 Bewertung der Strahlung durch Thorium am ausgewählten Pigment
3.4 Bewertung der Strahlung durch Radium am ausgewählten Pigment
3.5 Natürliche Radioaktivität in Baustoffen
3.6 Die „Leningrader Summenformal“

4 Abschließende Zusammenfassung und Bewertung

5 Literaturverzeichnis

1 Sachverhalt

In weiten Industriezweigen, wie z. B. in der Lack- oder Keramikindustrie, erfolgt ein Einsatz von Pigmenten.

In Fachkreisen ist allgemein bekannt, dass diese Pigmente auch eine „natürliche Radioaktivität“ aufweisen können.

Diese „natürliche Radioaktivität“ ist messbar und kann daher aufgrund der besonderen Brisanz der Thematik „radioaktive Strahlung“ zu Verunsicherungen von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten führen.

Diese „natürliche Radioaktivität“ ist daher erklärungsbedürftig.

Das Ziel der nachfolgenden Ausführungen ist dabei, die im Rahmen an einem exemplarisch ausgewählten Pigment festgestellten Aktivitätskonzentrationen der natürlichen Radioaktivität anhand von Literaturquellen und gesetzlicher Vorgaben zu beurteilen.

2 Natürliche Radioaktivität in Pigmenten

Im Rahmen einer industriellen Keramikproduktion werden ebenfalls Pigmente eingesetzt. Anhand durchgeführter Aktivitätsmessungen wurden hierbei nachfolgende Messwerte an einem exemplarisch ausgewählten Pigment ermittelt:

- Radium 226 (Ra 226): 538 ± 16 Bq / kg
- Thorium 232 (Th 232): 113 ± 5 Bq / kg
- Kalium 40 (K 40) < 25 Bq / kg
- Cäsium 137 (Cs 137) < 1,8 Bq / kg

Damit kann - völlig pauschal - die Aussage getroffen werden, dass das hier im weiteren Produktionseinsatz verwendete Pigment „radioaktiv“ ist.

Die nachfolgenden Erörterungen sollen hierbei dazu dienen, diese allgemeine Feststellung der „Radioaktivität“ quantitativ zu erfassen.

Dabei soll auch dem Laien bzw. dem Anwender eines solchen Rohstoffs verdeutlicht werden, wie die ermittelte Strahlung des Produkts tatsächlich zu bewerten ist.

3 Bewertung der natürlichen Radioaktivität

Für die Bewertung der ermittelten Messwerte für die natürliche Radioaktivität in Pigmenten werden nachfolgende verschiedenste rechtliche Grundlagen und die Ergebnisse weiterer vorliegender Messungen herangezogen.

Dabei wird bewusst eine allgemein verständliche Ausführung gewählt.

3.1 Bewertung der Strahlung durch Cäsium am ausgewählten Pigment

Für die Bewertung der Cäsiumstrahlung liegen gesetzlich verankerte Orientierungswerte vor.

Nach dem Unfall im sowjetischen Kernkraftwerk „Tschernobyl“ (1986) wurde die sogenannte „Tschernobyl-Verordnung“ erlassen[i].

Hierin wird für Nahrungsmittelimporte aus Drittländern für Cäsium ein Grenzwert von 370 Bq/kg für Milch und Kleinkindernahrung und von 600 Bq/kg für weitere Nahrungsmittel festgelegt.

Es wird darauf hingewiesen, dass 2009 in Bayern in Waldpilzen eine Cäsiumstrahlung im Mittel von 435 Bq/kg gemessen wurde, der Spitzenwert lag hierbei bei 8492 Bq/kg[ii].

Auch heute findet sich auf den Internetseiten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) noch das Informationsblatt „Wildpilze – Bedenkenloser Genuss?“[iii], in dem auf Cäsium­strah­lungen von > 1000 Bq/kg in bestimmten Pilzsorten verwiesen wird.

Anhand der für Lebensmittel festgelegten Grenzwerte und anhand der an machen Pilzsorten ermittelten Cäsiumstrahlung ist nachvollziehbar, dass die Cäsium­strah­lung im hier exemplarisch ausgewählten Pigment (gemessen < 1,8 Bq/kg) zu vernachlässigen ist bzw. deutlich unterhalb von Grenzwerten der Cäsiumstrahlung für Lebensmittel liegt.

[...]


[i] Verordnung (EWG) Nr. 737/90 des Rates vom 22. März 1990 über die Einfuhrbedingungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse mit Ursprung in Drittländern nach dem Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl

[ii] http://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/rueckstaende/radioaktivitaet_pil­ze2009.htm (abgerufen am 15. Juni 2011)

[iii] http://www.bfs.de/de/bfs/druck/infoblatt/waldpilze.html (abgerufen am 15. Juni 2011)

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Bewertung der natürlichen Radioaktivität von Pigmenten
Hochschule
Slovenská technická univerzita v Bratislave  (Institute of Safety and Environmental Engineering)
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V173760
ISBN (eBook)
9783640941650
ISBN (Buch)
9783640941711
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewertung, radioaktivität, pigmenten
Arbeit zitieren
Enrico Obst (Autor), 2011, Bewertung der natürlichen Radioaktivität von Pigmenten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173760

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