Star Trek: Sciene oder Fiction?

Star Trek als Beispiel für boundary work


Hausarbeit, 2005
10 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einfluss der Wissenschaft auf Star Trek
2.1 Wissenschaften
2.2 Technik

3. Einfluss von Star Trek auf die Wissenschaft

4. Diskussionen zu Wissenschaft in Star Trek

5. Schluss

Literatur

1. Einleitung

Der Vorspann der letzten Star-Trek-Serie Enterprise (2001-2005)1 verfolgt den Weg der Menschheit in den Weltraum: Er zeigt Kartographierung, die Entwicklung von Schiffen und Fluggeräten, die Mondlandung, das Space Shuttle Enterprise und die Internationale Raumstation ISS. Es folgen fiktive Elemente: Ein Weltraumflug- zeug, das erste Warp-Schiff und schließlich das Raumschiff Enterprise der Serie.2

Star Trek bettet sich damit in einen positiven (anglo-zentristischen) Weg in das All ein - in wieweit ist dies gerechtfertigt? Die Technik und Entwicklungen der Serie werden so als eine logische Folge unserer gegenwärtigen Wissenschaft dargestellt. Innerhalb einzelner Episoden werden Rückgriffe zu verschiedenen Wissenschaften noch deutlicher: als Grundlagen für technische Entwicklungen, als Grundelemente für Handlungen und Handlungselemente, als nachvollziehbar-realistische Kompo- nenten in einer Welt, die die Zukunft der Gegenwart darstellen soll.

Diese Arbeit wird aufzeigen, dass es sich bei der Science-Fiction von Star Trek um eine Form von boundary work im Sinne Gieryns handelt3: Die Grenzen der Wissenschaft werden im sozialen Spannungsfeld ständig neu verhandelt und festgelegt. Oder um Stephen Hawking zu zitieren: „Die Science Fiction von heute wird oft zu den wissenschaftlichen Fakten von morgen.“4

Dabei wird der Schwerpunkt auf Plots und Handlungselementen liegen, in denen auf verschiedene Wissenschaften zurückgegriffen wird.

2. Einfluss der Wissenschaft auf Star Trek

2.1 WISSENSCHAFTEN

Ein linguistisches Element ist der „Universal-Translator“, der als Erklärung für Kommunikation zwischen verschiedenen Spezies dient.5 Ein Großteil der Sprachen im Star-Trek-Universum scheint nach ähnlichen Mustern zu funktionieren, denn die ungewöhnliche Sprachen in „Sanctuary“ (Deep Space Nine) und „Darmok“ (The Next Generation) lassen sich nur schwer bzw. gar nicht vom Computer übersetzen.

Die Geschichtswissenschaft ist in „Living Witness“ ein handlungsbestimmendes Element: Diese Voyager -Episode spielt 700 Jahre nach den Ereignissen der Serie und zeigt die Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion eines Kontakts der Crew mit den Einwohnern eines Planeten aus Sicht letzterer. Überhaupt wird viel Wert auf die chronologische Korrektheit innerhalb Star Treks und in Bezug auf unsere Zeitrechnung gelegt.6 Sogar Archäologie ist vertreten: Als Hobby Captain Picards ist sie Thema der Episoden „Captain's Holiday“ und „Gambit“.

Die Psychoanalyse wurde in „Phantasms“ (The Next Generation) thematisiert, in der ein holographischer Siegmund Freud die Tagträume des Androiden Data analysiert. Diese stellen sich als unterbewusste Wahrnehmung einer Gefahr dar.

Die weitaus größte Aufmerksamkeit richtet Star Trek auf die Naturwissen- schaften. So werden dem Setting entsprechend Erkenntnisse der Astronomie berück- sichtigt: Es existieren viele der erwähnten Sternensysteme - „Wolf 359“ ist etwa Schausplatz einer entscheidenden Schlacht in der The-Next-Generation -Folge „The Best of Both Worlds“. Auch die Spezialeffekte von Binärsternen und Sonneneruptio- nen sind meist astronomisch korrekt dargestellt. Der Terminus „Schwarzer Stern“ wurde in der Folge „Tomorrow Is Yesterday“ 1967 erwähnt; etwas sp ä ter nutzte der Physiker John Wheeler den Begriff „Schwarzes Loch“ erstmals öffentlich.7 Wie weit allerdings die Anzahl bewohnter Planeten gerechtfertigt ist, ist noch unklar. In der Föderation befinden sich zur Zeit von The Next Generation etwa 150 Welten, so vie- le extrasolare Planeten sind zur Zeit ungefähr bekannt.

Allgemeine physikalische Konzepte werden in Star Trek genutzt. So ist die Su- che nach Dunkler Materie Grundlage für einen Plot in der Enterprise -Episode „First Flight“. Das Konzept der Paralleluniversen, mit dem 1957 Richard Feynman die Möglichkeit unabhängig nebeneinander existierender Universen beschrieb, fand ebenfalls Verwendung. In der Episode „The Alternative Factor“ von 1968 wird ein Paralleluniversum beschrieben, das auf Antimaterie basiert - da in einem Quantenuniversum nach Feynman alles möglich ist, wäre dies denkbar. Er hatte sich auf die Bewegung von Elektronen bezogen, die jeden möglichen Weg nähmen; dies wurde publikumswirksam uminterpretiert: Star Trek und The Next Generation zeigten in „Mirror, Mirror“ und „Parallels“ parallele Vergangenheiten; jede mögliche Entscheidung sei demnach in einem der Universen Realität geworden.

Eines der beliebtesten Konzepte in Star Trek stellen Zeitreisen dar. Diese wur- den seit Star Trek in fast 50 Folgen und einigen Kinofilmen thematisiert8 und es wer- den verschiedene Erklärungen für ihre Durchführung geliefert. Nach heutigem Wis- sensstand sind Reisen in die Vergangenheit nach der Allgemeinen Relativitätstheorie theoretisch möglich.9

Medizin und Biologie werden behandelt, sei es bei Diagnosen von Krankheiten und ihren Heilungen oder bei der Physiologie der Borg. Auch diese Wissenschaften dienen als Grundlage von Plots: So klärt die The-Next-Generation -Episode „The Chase“, weshalb die gezeigten Lebewesen meist menschenähnlich aussehen: Demnach hat eine Spezies vor Millionen Jahren ihr Erbmaterial auf verschiedenen Planeten verteilt. Um die Entstehung von Leben geht es auch in der Abschlussepisode von The Next Generation, „All Good Things...“: Eine Anomalie im Weltraum verhindert in der Erdvergangenheit das Zusammentreffen zweier Aminosäuren, die für die Entstehung des menschlichen Lebens sorgen sollten.

Verschiedene Wissenschaften haben also Einfluss auf Design, innere Logik und Geschichten im Star-Trek-Universum.

2.2 TECHNIK

Die Entwicklung der Computertechnik zeichnet sich bereits heute ab und ist in Star Trek fortgeführt: Die Rechner werden leistungsfähiger bei gleichzeitiger Minia- turisierung, es gibt Autopiloten, Navigation und Sprachbefehle.

[...]


1 Zu den Serien zählen: „Star Trek“ (1966-1969), „Star Trek: The Next Generation“ (1987-1994), „Star Trek: Deep Space Nine“ (1993-1999), „Star Trek: Voyager“ (1996-2001) und „Enterprise“. Auf den Zusatz „Star Trek“ wird im Folgenden verzichtet. Detaillierte Angaben zu den Episoden sind auf www.startrek.com und www.memory-alpha.org zu finden.

2 Eine detaillierte Beschreibung: http://www.st-files.de/logbuch/ent/intro/ent_intro.html

3 Gieryn (1999).

4 Hawking 10.

5 Allerdings ist unklar, weshalb die Sprache lippensynchron übersetzt werden kann

6 siehe etwa: Okuda/Okuda: „Die offizielle Star-Trek-Chronologie“

7 Krauss 54f.

8 Eine Auflistung findet sich unter: http://memory-alpha.org/en/wiki/List_of_time_travel_episodes

9 Tolan 97.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Star Trek: Sciene oder Fiction?
Untertitel
Star Trek als Beispiel für boundary work
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung)
Veranstaltung
Sciencefiction aus Sicht der Wissenschafts- und Geschlechterforschung
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V173796
ISBN (eBook)
9783640940615
ISBN (Buch)
9783640940318
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
star, trek, sciene, fiction, beispiel
Arbeit zitieren
Silvio Schwartz (Autor), 2005, Star Trek: Sciene oder Fiction?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173796

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