Wirkung von Mediengewalt


Hausarbeit, 2010

11 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begriffserklärung Gewalt

2. Phasen der Medienwirkungsforschung

3. Wirkungstheorien
3.1 Katharsistheorie
3.2 Suggestionstheorie
3.3 Habitualisierungstheorie
3.4 Lerntheorie
3.5 Erregungs-Transfer-Theorie

4. Wirkung von Gewalt in Computerspielen

4.1 Forschungsstand

4.2 Wirkung von Gewalt in Computerspielen im Vergleich mit Wirkung von Gewalt in Film und Fernsehen
4.3 Wirkungsthesen und Einflussfaktoren

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Diskussion über die Wirkung von Mediengewalt ist so alt wie die Medien selbst. Detailgetreue Gewaltdarstellungen begegnen uns nicht nur in der Gegenwart. Man findet sie, angefangen in der Literatur des antiken Griechenlands bei Homers Odyssee bis hin zu den heutigen Inhalten in Film und Fernsehen. Die damit einhergehenden Untersuchungen zu den Auswirkungen von Gewaltdarstellungen haben eine ebenso lange Tradition. Schätzungen zufolge gibt es inzwischen über 5.000 Studien zu dem Thema Gewalt und Medien. Die Debatte über den kausalen Zusammenhang zwischen in den Medien dargestellter und real ausgeübter Gewalt gewann mit der Einführung der Massenmedien an Bedeutung. Nicht zuletzt haben das die Medien zum Teil selbst begünstigt, indem sie durch Negativberichterstattung die Diskussion zwischen Gewalt und Medien angeheizt haben. So intensivierte sich beispielsweise im Jahr 2002 die Diskussion hinsichtlich der Thematik durch den Amoklauf im Gutenberg-Gymnasium Erfurt. Derartige Gewaltakte tragen dazu bei, dass das Thema Wirkung von Mediengewalt durch regelmäßige Aufmerksamkeit geprägt ist. Bedauerlich ist dabei, dass sich die Argumentationen meist auf grob vereinfachten Ursache-Wirkungs- Spekulationen beziehen. Die Erklärungsnot führt oft dazu, dass Mediengewalt als nahe liegende Ursache genannt wird. Aber nicht nur der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Medien und der Bereitschaft zur Gewalt genügt als Erklärung. Es müssen vielmehr die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen auf Rezipienten im Rahmen eines komplexen Bedingungs- und Wirkungsgefüges gesehen werden, wie zum Beispiel die Persönlichkeit des Rezipienten oder das soziale Umfeld.

1.1 Begriffserklärung Gewalt

Zu dem Thema Gewalt gibt es diverse Definitionen und Unterscheidungen. Russel G. Geen bezeichnete folgende Erklärung als gängige sozialpsychologische Definition: „Gewalt ist die beabsichtigte physische und/ oder psychische Schädigung einer Person, von Lebewesen und Sachen durch eine andere Person“ (Kunczik; Zipfel 2006 S. 23). Johan Galtung hingegen unterscheidet zwischen personaler und struktureller Gewalt. Personale Gewalt ist Gewalt, „die die Menschen als direktes Resultat der Aktionen anderer trifft“ (Senghaas 1971, S. 76), wohingegen strukturelle Gewalt die Menschen indirekt trifft, indem „repressive Strukturen […] durch die summierte und konzentrierte Aktion von Menschen aufrechterhalten werden“ (Senghaas 1971, S. 76).

2. Phasen der Medienwirkungsforschung

Die Medienwirkungsforschung unterteilt sich in 4 Phasen. Beginnend mit der 1. Phase - Allmacht der Medien. Das damit einhergehende Stimulus Response-Modell bezeichnet die direkte Wirkung der Massenkommunikation auf die Gesellschaft. In der 2. Phase Wirkungslosigkeit der Medien wurde das Stimulus-Response-Modell auf das Stimulus-Organismus-Reaktions-Modell unter Berücksichtigung verschiedener Persönlichkeitsfaktoren erweitert. Wiederentdeckung starker Medienfaktoren war die Phase 3 der Medienwirkungsforschung. Diese Phase konzentrierte sich nicht nur auf den Kommunikator, nunmehr fand auch der bedürfnisorientierte bzw. zielorientierte Medienkonsum durch die Rezipienten Beachtung.

3. Wirkungstheorien

Die Wirkungstheorien von Mediengewalt helfen, die Gefährlichkeit medialer Gewaltdarstellungen detaillierter zu beurteilen. Im Folgenden werden einige dieser Theorien näher vorgestellt.

3.1 Katharsistheorie

Der Begriff „Katharsis“ stammt aus der griechischen Antike und bedeutet „Reinigung“. Aristoteles beschrieb damit das Gefüge zwischen dem Durchleben von Mitleid und Furcht durch Beobachtung und der daraus resultierenden Reinigung der Seele. Demnach soll der Anreiz zu Aggressionen bei Betrachtern von gewalthaltigen Szenen gemindert werden. Die Katharsistheorie diente lange Zeit als Rechtfertigung dafür, im Fernsehen vermehrt Gewalt zu zeigen. „Der Katharsiseffekt hätte dann zu einem Abbau realer Gewalt führen müssen, was in der aktuellen Forschung von der Mehrzahl der Sozialwissenschaftler und Psychologen eindeutig nicht bestätigt wird“ (Winterhoff-Spurk 2004, S. 124-134). Selbst Feshbach, einer der Verfechter der Katharsistheorie distanzierte sich von dieser These: „Die Ergebnisse zeigen mir, dass die Bedingungen, unter denen eine Katharsis auftreten kann, nicht alltäglich sind, während die aggressionsfördernden Bedingungen sehr viel häufiger vorkommen“ (Kunczik; Zipfel 2006, S. 89). Neuere Studien, wie beispielsweise die von Bushmann zeigten, dass Probanden, die auf den Katharsisgedanken geeicht wurden ein erhöhtes Aggressionsverhalten im Gegensatz zum Rest der Versuchspersonen aufwiesen. Bushman, Baumeister und Stack konstatieren: „Thus, even the people who were led to believe in catharsis failed to show any signs of it“ (Kunczik; Zipfel 2006, S. 93).

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Wirkung von Mediengewalt
Hochschule
VWA-Studienakademie
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V173818
ISBN (eBook)
9783640940677
ISBN (Buch)
9783640940202
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wirkung, mediengewalt
Arbeit zitieren
Susanne Reckter (Autor), 2010, Wirkung von Mediengewalt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173818

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