Diese Arbeit behandelt das Thema des islamistischen Terrorismus. Anhand eines Beispiels, nämlich dem der al-Qaida, soll die historische Entwicklung dieses Phänomens nachgezeichnet werden. Es geht dabei um den Zeitraum vom Ende der 1980er Jahre bis zum Anfang der 2000er Jahre. Obgleich es zahlreiche dieser islamistischen Terrorgruppen auf der ganzen Welt gibt, so ist al-Qaida vermutlich die bekannteste, da sie sich zu den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 bekannt hat. Dieses Thema hat ins¬besondere durch den gewaltsamen Tod von Osama bin Laden durch US-amerikanische Spezialkräfte, dem geistigen Führer der al-Qaida, am 2. Mai 2011, er¬neut an Aktualität und Relevanz gewonnen. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die ge¬schichtliche Entwicklung dieser dominierenden internationalen islamistischen Terrorgruppe zu beschreiben, um somit Anhalts¬punkte für eine zukünftige Ent¬wicklung derselben zu geben. Da¬bei wird folgende Vorgehens¬weise gewählt: Zunächst werden die Begriffe „Islamismus“ und „Terrorismus“ erläutert und definiert. Im Anschluss wird der historische Hintergrund beleuchtet, vor dem das Phänomen des islamistischen Terrorismus, wie wir ihn heute wahrnehmen, entstehen konnte. Dazu wird auf seine Ur¬sachen und seine Internationalisierung eingegangen. Danach wird al-Qaida portraitiert, indem die Anfänge der Gruppe, ihre Struktur sowie ihre Vorgehensweise dargestellt werden. Den Abschluss bildet ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Islamistischer Terrorismus und al-Qaida
2.1 Der Begriff des islamistischen Terrorismus
2.1.1 Islamismus
2.1.2 Terrorismus
2.2 Historischer Hintergrund des islamistischen Terrorismus
2.2.1 Ursachen
2.2.2 Internationalisierung
2.3 Al-Qaida
2.3.1 Anfänge
2.3.2 Struktur
2.3.3 Vorgehensweise
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung der al-Qaida als dominierende internationale islamistische Terrorgruppe nachzuzeichnen und auf dieser Basis Anhaltspunkte für ihre zukünftige Entwicklung abzuleiten.
- Definition und theoretische Einordnung von Islamismus und Terrorismus
- Analyse der sozio-ökonomischen und politischen Ursachen für Radikalisierung
- Untersuchung der Internationalisierung des islamistischen Terrorismus
- Darstellung der Entstehung, Struktur und Vorgehensweise der al-Qaida
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Anfänge
Vermutlich wurde al-Qaida („die Basis“) von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri im Jahr 1988 in Afghanistan gegründet. Osama bin Laden war Saudi, der nach dem Tod seines Vaters ein Vermögen geerbt hatte. Während seines Studiums machte er Bekanntschaft mit seinem späteren Mentor Abdullah Azzam – einem Palästinenser, der in Ägypten studiert und dort den Islamismus kennengelernt und verinnerlicht hatte. Bei bin Laden vermischte sich nun sein saudischer, wahhabitischer Hintergrund mit den radikalen islamistischen Konzepten aus Ägypten. Man vermutet, dass er sich durch die Niederlage Ägyptens und Syriens im Yom-Kippur-Krieg 1973 weiter radikalisierte, da er die amerikanische Unterstützung für Israel dafür verantwortlich machte. Er folgte im Jahr 1980 dann Abdullah Azzam nach Peschawar in Pakistan, um die Mudschaheddin in Afghanistan im Kampf gegen die Sowjets zu unterstützen; Azzam mit intellektuellen und organisatorischen, bin Laden mit finanziellen Mitteln. Al-Zawahiri – ein ägyptischer Arzt und Führer der Bewegung Islamischer Dschihad – kam Mitte der 1980er Jahre nach Afghanistan, um die afghanischen Mudschaheddin zu unterstützen.
Die beiden Gründer von al-Qaida strebten jedoch – im Gegensatz zu Azzam – „eine direkte militärische Beteiligung“ am afghanischen Widerstand an und trennten sich daher auch von ihm. Zu Beginn bestand al-Qaida in Afghanistan aus einem militärischen Hauptquartier, das als Ausbildungslager und Operationsbasis fungierte. Schon bald schlossen sich bin Laden und al-Zawahiri ausländische Mudschaheddin an und sie konnten aktiv in die Kampfhandlungen eingreifen. Zur Gruppe stieß auch der Pakistaner und mutmaßliche spätere Chefplaner der Anschläge vom 11. September 2001 – Khalid Sheik Mohammed. Nachdem sich die Sowjetunion 1989 aus Afghanistan zurückgezogen hatte, kehrten die meisten Mudschaheddin wieder in ihre Heimatländer zurück. Diejenigen, die blieben, wurden zum harten Kern der al-Qaida. Viele gingen 1990 dann in den Sudan. Dort diskutierten sie, warum sie es bisher noch nicht geschafft hatten, ihr Ziel zumindest ansatzweise umzusetzen, nämlich einen arabischen Staat in einen islamistischen zu verwandeln. Als Grund identifizierten sie die USA, die die lokalen Regierungen unterstützen. Die USA (und das Judentum) wurden somit zum „far enemy“ erklärt. Indem man diesen fernen Feind schlägt und aus den arabischen Ländern vertreibt, sollte der „near enemy“ (die lokalen Regimes) besiegt werden. Im Jahr 1996 kehrte die Gruppe wieder zurück nach Afghanistan und erklärte kurz darauf den USA den Krieg, 1998 dann auch den „Juden und Kreuzfahrern“, womit Europa und Israel neben den USA in das Feindbild aufgenommen wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des islamistischen Terrorismus ein und erläutert die Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der historischen Untersuchung am Beispiel von al-Qaida.
2 Islamistischer Terrorismus und al-Qaida: Das Hauptkapitel definiert grundlegende Begriffe, analysiert historische Ursachen sowie die Internationalisierung des Phänomens und porträtiert detailliert die Anfänge, Strukturen und Methoden der al-Qaida.
3 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Analyse zusammen und wagt einen Ausblick auf die künftige Relevanz und Rolle des islamistischen Terrorismus nach dem Tod Osama bin Ladens.
Schlüsselwörter
Islamismus, Terrorismus, al-Qaida, Osama bin Laden, Dschihad, Internationalisierung, Radikalisierung, Afghanistan-Krieg, Selbstmordanschläge, 9/11, Netzwerkstruktur, Nahost-Konflikt, politische Ideologie, Religionssoziologie, Globaler Terrorismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des islamistischen Terrorismus unter besonderer Berücksichtigung der al-Qaida im Zeitraum vom Ende der 1980er bis zum Anfang der 2000er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung umfasst die begriffliche Klärung von Islamismus und Terrorismus, die sozio-ökonomischen Hintergründe radikaler Ideologien sowie die Entstehung und Transformation von al-Qaida zu einem globalen Netzwerk.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die historische Entwicklung dieser terroristischen Gruppierung zu beschreiben, um fundierte Anhaltspunkte für ihre zukünftige Ausrichtung zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine analytische Vorgehensweise, bei der zunächst theoretische Begriffsdefinitionen vorgenommen, der historische Kontext beleuchtet und anschließend die Gruppe al-Qaida anhand von Literaturquellen porträtiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe, eine Darstellung der Radikalisierungsursachen (Internationalisierung) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit al-Qaida hinsichtlich Gründung, Netzwerkstruktur und Vorgehensweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Islamismus, al-Qaida, Selbstmordanschläge, internationale Netzwerkstrukturen, religiöse Radikalisierung und der politische Kampf gegen westliche Einflüsse.
Welchen Stellenwert nimmt die Ideologie des "Dschihad" in der Arbeit ein?
Der Begriff wird als zentrales ideologisches Konzept beleuchtet, das von Al-Qaida instrumentalisiert wird, um Kämpfer weltweit zu vereinen und terroristische Taten im Namen des Islam zu rechtfertigen.
Warum wird al-Qaida in der Arbeit als "Netzwerk" und nicht als klassische Organisation beschrieben?
Die Arbeit arbeitet heraus, dass eine hierarchische Zentralstruktur aufgrund operativer Risiken kaum existiert; stattdessen agieren lokale Zellen weitgehend autonom, was die Bezeichnung als "Netz der Netzwerke" rechtfertigt.
Welche Rolle spielte der Afghanistan-Krieg für die Formierung der Gruppe?
Afghanistan diente als "Schmelztiegel" für muslimische Radikale, in dem sich der harte Kern der al-Qaida formierte, bevor die Organisation ihre Ziele durch die Definition der USA als "fernen Feind" internationalisierte.
- Arbeit zitieren
- Christine Löser (Autor:in), 2011, Die historische Entwicklung des islamistischen Terrorismus am Beispiel der al-Qaida, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173833