Rezension zu: Schäfer, Alfred: Jean Jacques Rousseau. Ein pädagogisches Portät


Rezension / Literaturbericht, 2009
6 Seiten, Note: bestanden

Leseprobe

Schäfer, Alfred: Jean Jacques Rousseau. Ein pädagogisches Porträt. Weinheim/Basel: Beltz Verlag 2002.

„Kindererziehung ist ein Beruf, wo man Zeit zu verlieren verstehen muß, um Zeit zu gewinnen.“ (Rousseau)

Dieses ausdrucksstarke Zitat des Philosophen und Pädagogen Jean-Jacques Rousseau betont die Bedeutung seines Schaffens bis in unsere heutige Zeit hinein. Besonders die Wirkung seiner pädagogischen Neuerungen im Kontext der Aufklärung ist unumstritten. Dennoch geben seine Werke auch Anlass für vielfältige gegensätzliche Interpretationen und kontroverse Diskussionen auf den Gebieten der Pädagogik und der Politischen Philosophie.

Auch Prof. Dr. phil. habil. Alfred Schäfer beschäftigt sich in dem mir vorliegenden Werk „Jean-Jacques-Rousseau. Ein pädagogisches Porträt“ mit den bedeutendsten Konzeptionen des Gelehrten und konzentriert sich dabei ausschließlich auf den Bereich der Pädagogik. Rousseaus Ausführungen zur Staatslehre und somit zur politischen Philosophie bleiben von ihm unangetastet.

An den Beginn seiner Interpretation stellt der Autor eine kurze Einleitung, in der er sein Anliegen deutlich macht und einen kurzen Ausblick auf die folgenden Kapitel gibt. Anschließend befasst er sich mit seinem ersten Hauptkapitel, in dem Rousseaus Entfremdungstheorie und die Vernunftkritik thematisiert werden. Zunächst erklärt er diese Begriffe und zeigt anschließend den Zusammenhang zwischen ihnen auf. Dabei betont er besonders die Bedeutung Rousseaus, die Grenzen der Aufklärung zu erkennen und die Vernunft als „Allheilmittel“ in Frage zu stellen. Als nächstes beschäftigt sich Schäfer mit dem theoretischen Werkzeug des Gelehrten, das die Ansätze seiner Positionen darstellt. Dabei beschäftigt er sich mit der „Formalen Identität“, dem anthropologischen Modell, der „Natur“ sowie mit dem Begriff der methodischen Fiktion und schafft somit die Grundlage für das Verstehen von Rousseaus Erziehungskonzept, das im darauffolgenden Kapitel behandelt wird. An Hand des Erziehungsromans „Emil oder über die Erziehung“ zeigt er auf, inwiefern Rousseau versucht ein pädagogisches Konzept aufzustellen, das es dem Menschen ermöglicht, trotz der Einflüsse der modernen Gesellschaft mit sich selbst in Einklang zu sein. Wie das Werk Rousseaus aus den Entwicklungsstufen des Kindes aufgebaut ist, so ist auch Schäfers Interpretation bezüglich der „Natürlichen Erziehung“ dahingehend gegliedert. Dabei wird das Erziehungsmodell immer mit Hinblick auf die theoretischen Ansätze und das Menschenbild Rousseaus erläutert. Im folgenden Kapitel geht Schäfer zusätzlich noch auf dessen Position gegenüber der Frau in der Gesellschaft ein und betont, dass klar zwischen der Erziehung von Frau und Mann unterschieden werden muss. Abschließend verweist Schäfer auf die Wirkungsgeschichte Rousseaus und dessen Werke und zeigt einige Diskussionsansätze und Interpretationskonzepte anderer Autoren auf. Daran angefügt findet der Leser zusätzlich noch eine Zeittafel und eine Auswahlbibliographie.

In seinen Ausführungen zu Jean-Jacques Rousseau versucht Alfred Schäfer die teilweise sehr fremde und schwer nachvollziehbare Denkweise des Gelehrten vereinfacht und verständlich darzustellen. Dabei rafft er den umfangreichen Stoff Rousseaus geeignet zusammen und bringt dessen Positionen im pädagogischen Kontext auf den Punkt. Besonders seine passende Gliederung trägt dazu bei, seine Gedankengänge und somit Rousseaus pädagogisches Konzept besser nachvollziehen zu können. Indem der Autor in den ersten beiden Kapiteln zunächst die theoretischen Grundlagen des Gelehrten und die Rousseau‘schen Begriffe erklärt, wird das komplexe Erziehungsmodell im dritten Kapitel verständlicher. Auch die Platzierung der Bezugnahme auf andere Rousseau-Interpretationen und die Beurteilung seiner Konzepte im heutigen Kontext der Pädagogik am Ende des Werkes ist sehr gelungen. Zudem bemüht sich Schäfer um eine einfache Sprache und eine klare Ausdrucksweise, so weit das im wissenschaftlichen Kontext möglich ist. Das Einfügen vieler rhetorischer Fragen in den Kontext seiner Argumentation erscheint sehr sinnvoll, da durch diese besonders Kritikpunkte und Probleme des Rousseau’schen Konzepts verdeutlicht werden.

Nachdem Alfred Schäfer in der Einleitung seines Werkes bereits das Ziel seiner Interpretation aufzeigt, nämlich zu erläutern, wie nach Rousseau eine geeignete Erziehung im Sinne einer Identität mit sich selbst trotz der gesellschaftlichen Anforderungen möglich ist, werde ich im Folgenden überprüfen, ob er dieses erreicht hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Rezension zu: Schäfer, Alfred: Jean Jacques Rousseau. Ein pädagogisches Portät
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Allgemeine Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Vorlesung: Bildung und Erziehung
Note
bestanden
Autor
Jahr
2009
Seiten
6
Katalognummer
V173865
ISBN (eBook)
9783640942916
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rezension, schäfer, alfred, jean, jacques, rousseau, portät
Arbeit zitieren
Franziska Letzel (Autor), 2009, Rezension zu: Schäfer, Alfred: Jean Jacques Rousseau. Ein pädagogisches Portät, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173865

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