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Martin Opitz' "Das Buch der Deutschen Poeterey" – Opitz' Regelwerk und seine Bedeutung für deutsche Literaten

Titel: Martin Opitz' "Das Buch der Deutschen Poeterey" – Opitz' Regelwerk und seine Bedeutung für deutsche Literaten

Seminararbeit , 2024 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Charline Jock (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit soll einen Einblick in das Leben und Wirken von Martin Opitz ermöglichen. Im Zuge dessen wird thematisiert, ob Opitz selbst sich an das Regelwerk für die deutsche Literatur gehalten hat und welche Auswirkungen seine Arbeit auf andere Dichter und Dichterinnen, wie beispielsweise Sibylla Schwarz oder Andreas Gryphius, hatten.

Martin Opitz (1597-1639) war ein bedeutender deutscher Dichter des Barockzeitalters und einer der einflussreichsten Literaturtheoretiker seiner Zeit. Sein Wirken markiert einen Wendepunkt in der deutschen Literaturgeschichte, da er maßgeblich zur Etablierung der deutschen Sprache als literarische Ausdrucksform beitrug und die Grundlagen für eine eigenständige deutsche Dichtkunst legte. Opitz war nicht nur als Dichter von großer Bedeutung, sondern auch als Vermittler antiker und zeitgenössischer literarischer Traditionen. Seine Werke prägten nicht nur seine Zeitgenossen, sondern beeinflussten auch nachfolgende Generationen von Schriftstellern und trugen wesentlich zur Entwicklung der deutschen Literatur bei. Martin Opitz wurde maßgeblich durch seine Studienzeit und die intellektuelle Atmosphäre seiner Epoche geprägt. Während seines Studiums in Heidelberg und später in Leiden hatte er Zugang zu einem breiten Spektrum antiker und zeitgenössischer literarischer Werke sowie zu den neuesten Entwicklungen in der Literaturtheorie. Die Motivation zur Abfassung seines Hauptwerkes lässt sich auch
aus Opitz' Beobachtung der deutschen Literaturlandschaft seiner Zeit erklären. Er sah die Notwendigkeit, die deutsche Dichtkunst zu reformieren und von den überkommenen Formen des Mittelalters zu befreien. In seinem Buch legte Opitz die Grundlagen für eine modernere, an den antiken Vorbildern orientierte deutsche Dichtkunst dar und setzte sich dabei für eine klare, verständliche Sprache und eine geregelte Versform ein. Opitz' "Buch von der Deutschen Poeterey" wurde zu einem wegweisenden Werk, das nicht nur seine Zeitgenossen beeinflusste, sondern auch späteren Generationen von Dichtern und
Literaturtheoretikern als Leitfaden diente. Es markierte einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der deutschen Literatur und trug maßgeblich dazu bei, die deutsche Sprache als literarische Ausdrucksform zu etablieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben des Martin Opitz

3. „Das Buch der Deutschen Poeterey“

3.1 Opitz‘ Regelwerk

3.2 Umsetzung des Regelwerks von Opitz selbst

4. Sibylla Schwarz

5. Andreas Gryphius

6. Georg Rodolf Weckherlin

7. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Einfluss des von Martin Opitz formulierten Regelwerks im "Buch von der Deutschen Poeterey" auf die literarische Praxis des 17. Jahrhunderts. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Opitz selbst seine theoretischen Forderungen in eigenen Werken umsetzte und welche Rezeptionsweisen sowie Abweichungen bei zeitgenössischen Autoren wie Sibylla Schwarz, Andreas Gryphius und Georg Rodolf Weckherlin festzustellen sind.

  • Biografischer Kontext und Wirken von Martin Opitz
  • Analyse der morphologischen und syntaktischen Regeln des Barock
  • Untersuchung der metrischen Vorgaben und Reimstrukturen
  • Vergleichende Analyse der Umsetzung bei ausgewählten Lyrikern

Auszug aus dem Buch

3.2 Umsetzung des Regelwerks von Opitz selbst

Nachdem einige der von Opitz geforderten Regeln in der deutschen Literatur untersucht wurden, soll sich diese Hausarbeit nun der Frage widmen, ob Opitz in seinen nachfolgenden Werken seinem eigenen strengen Regelwerk treu bleibt. Darüber hinaus soll untersucht werden, aus welchen Gründen Opitz möglicherweise einige seiner Regeln nicht einhalten kann, ohne dabei andere Grundsätze zu verletzen.

Opitz strebt in seinen Werken zweifellos danach, die Regeln, die er in seinem Werk "Buch von der Deutschen Poeterey" aufgestellt hat, einzuhalten. Er verwendet konsequent nur Jambus und Trochäus, wie von ihm empfohlen. Allerdings führt seine strikte Ablehnung anderer Versarten und die Vorgabe von ausschließlich alternierenden Versen dazu, dass er einige Wörter, deren korrekte Betonung einer dieser anderen Versarten entspricht, nicht ohne Verstoß gegen diese Regeln verwenden kann. Trotzdem entscheidet sich Opitz dafür, diese Wörter in seinen Versen zu verwenden. 1624 veröffentlicht der Vater der deutschen Dichtung sein Werk „Das Hohelied Salomonis“.

Wer ist sie doch die jhre schönheit zeiget /

Kömpt aus der Wüsteney /

Wie Rauch empor von thewren Myrrhen steiget /

Vnd vieler Specerey? (V. 21-25)23

In Vers 22 benutzt er beispielsweise das Wort „Wüsteney“ – hierbei handelt es sich um einen Anapäst. Gemäß Opitz' eigenem Regelwerk sollte er jedoch nur alternierende Verse verwenden, weshalb er dieses Wort eigentlich nicht nutzen dürfte. Generell gibt es viele, insbesondere mehrsilbige Wörter, die nach Opitz' Ansicht nicht gebraucht werden dürften. Da es für einige dieser Wörter jedoch keine Synonyme gibt, ist der Autor gezwungen, in diesem Bereich entgegen den eigenen Regeln zu handeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Dichters Martin Opitz als bedeutende Figur des Barock und Einordnung seiner Bedeutung für die Etablierung der deutschen Literatursprache.

2. Das Leben des Martin Opitz: Darstellung der biografischen Hintergründe, der humanistischen Ausbildung und des Werdegangs von Opitz bis zu seinem Status als Poeta Laureatus.

3. „Das Buch der Deutschen Poeterey“: Analyse des theoretischen Hauptwerks und der darin festgelegten Regeln für die deutsche Dichtkunst.

3.1 Opitz‘ Regelwerk: Detaillierte Untersuchung der morphologischen und syntaktischen Vorgaben, insbesondere im Hinblick auf den Buchstaben "E" und die Wortverwendung.

3.2 Umsetzung des Regelwerks von Opitz selbst: Kritische Prüfung der Frage, ob Opitz in seinen eigenen Gedichten stets konsequent an seinen strengen Regelvorgaben festhielt.

4. Sibylla Schwarz: Porträt der Barocklyrikerin und Untersuchung ihres Bezugs zu Opitz sowie ihrer eigenen literarischen Arbeit.

5. Andreas Gryphius: Betrachtung des Einflusses von Opitz auf das Werk von Andreas Gryphius anhand des Gedichts "Thränen des Vaterlandes".

6. Georg Rodolf Weckherlin: Analyse der Rezeption von Opitz' Regeln bei Weckherlin und dessen kritischer Distanz zur vorgegebenen Strenge.

7. Schlusswort: Resümee über den enormen Einfluss des Regelwerks und die bleibende Bedeutung von Martin Opitz für die Entwicklung der deutschen Literatur.

Schlüsselwörter

Martin Opitz, Barock, Buch von der Deutschen Poeterey, Dichtungsreform, Literaturtheorie, Alexandriner, Versmaß, Sibylla Schwarz, Andreas Gryphius, Georg Rodolf Weckherlin, deutsche Literaturgeschichte, humanistische Bildung, Reimtechnik, Sprachreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Martin Opitz als Literaturtheoretiker des Barock und der Wirkung seines Regelwerks „Buch von der Deutschen Poeterey“ auf die Literatur seiner Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Reform der deutschen Dichtkunst, die Etablierung verbindlicher Versregeln, der Einfluss auf zeitgenössische Dichter sowie die kritische Prüfung der eigenen Regelkonformität des Autors.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das von Opitz geforderte und von ihm selbst propagierte Regelwerk in der literarischen Praxis der Zeit tatsächlich umsetzbar war oder ob es bei der Anwendung zu Spannungen kam.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine werkimmanente Analyse von Lyriktexten im Abgleich mit den von Opitz in seinem theoretischen Werk postulierten Regeln sowie eine Einordnung in den literaturhistorischen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen von Opitz die individuellen Umsetzungen und Abweichungen bei den Dichtern Sibylla Schwarz, Andreas Gryphius und Georg Rodolf Weckherlin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Martin Opitz, Barock, Literaturreform, Versmaße, Alexandriner und der Einfluss auf die nachfolgende Dichtergeneration.

Wie geht die Arbeit mit dem Widerspruch um, dass Opitz selbst gegen seine Regeln verstößt?

Die Arbeit weist nach, dass Opitz in der Praxis gelegentlich zu Ausnahmen gezwungen war, wenn das starre Regelwerk die Ausdrucksmöglichkeiten oder die notwendige Metrik zu stark einschränkte.

Welche Rolle spielt der 30-jährige Krieg bei der Rezeption der Texte?

Der Krieg war ein prägender Hintergrund, der einerseits den nationalen Wunsch nach einer eigenständigen, würdigen deutschen Sprache verstärkte und andererseits die inhaltliche Thematik der Lyrik (z.B. bei Gryphius) stark beeinflusste.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Martin Opitz' "Das Buch der Deutschen Poeterey" – Opitz' Regelwerk und seine Bedeutung für deutsche Literaten
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1,7
Autor
Charline Jock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
24
Katalognummer
V1738761
ISBN (PDF)
9783389196694
ISBN (Buch)
9783389196700
Sprache
Deutsch
Schlagworte
martin opitz buch deutschen poeterey regelwerk bedeutung literaten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Charline Jock (Autor:in), 2024, Martin Opitz' "Das Buch der Deutschen Poeterey" – Opitz' Regelwerk und seine Bedeutung für deutsche Literaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1738761
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