Der Begriff des Härtegrad- Controlling ist weit verbreitet und wird insbesondere für die Bewertung von Strategien und Beurteilung von „Ideen- Portfolios“ genutzt. Dieser Artikel versucht, diese Thematik auch im Projektmanagement anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung des Härtegrad- Controlling
2. Anwendung des Härtegrad-Controlling in Implementierungsprojekten
3. Projektmanagement ist Qualitätsmanagement
4. Kritische Erfolgsfaktoren
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Nutzbarkeit des Härtegradcontrollings als ergänzendes Steuerungsinstrument für komplexe IT-Implementierungsprojekte, um die strategische Zielerreichung über den reinen Budget- und Ressourcenverbrauch hinaus messbar zu machen.
- Grundlagen und Definition des Härtegradcontrollings
- Integration von Strategiecontrolling in das klassische Projektmanagement
- Visualisierung der Zielerreichung anhand von Meilensteinen
- Anforderungen an ein effektives Zielecontrolling
- Kritische Erfolgsfaktoren für die Implementierung
Auszug aus dem Buch
Anwendung des Härtegrad-Controlling in Implementierungsprojekten
Die Erfahrung sowie die Durchsicht der Literatur zu diesen Themen zeigen, dass die eben beschriebene Methode des Härtegradcontrollings insbesondere für Einkaufs- und Logistikmaßnahmen (Beschreibung des Projektes „ThyssenKrupp best“ in Werder et al (2006)), sowie für Prozessmanagement, häufig mit Bezug zu Krisen (z.B. Sanierungsfall oder Finanzkrise, wie bei Michel (2009)), eingesetzt wird.
Es stellt sich nun die Frage, ob diese Methodik auch für das Projektmanagement eingesetzt werden kann. Sicherlich ist es so, dass Projekte von Zielformulierungen ausgehen und von diesen Meilensteine und Arbeitspakete ableiten, die dann entsprechend geplant werden. Allerdings wird beim Projektcontrolling häufig Wert darauf gelegt, in wie weit der Ressourcenverbrauch über oder unter Plan liegt und ob die Zielerreichung innerhalb der vorgegebenen Zeitrahmen erfolgt. Diese Maßnahmen sind auch wichtig, um zu erkennen, ob das zur Verfügung gestellte Budget ausreicht, ob alle zugesagten Ressourcen auch zur Verfügung gestellt werden und ob durch Verzögerungen der kritische Pfad erreicht wird.
Nichts anderes sind „Earned Value“ Berechnungen, die den Fortschritt ins Verhältnis zum erfolgten bzw. noch ausstehenden Ressourceneinsatz „Estimate to complete“ setzen. Grafisch aufbereitet, kann das Zusammenspiel dieser Kennzahlen einen aussagekräftigen Teil des Projektcontrollings darstellen, wie dies Gätjens-Reuter (2010) beschreibt.
Sehr selten ist allerdings beobachtbar, dass Unternehmen die Zielerreichung ihrer Projekte im Rahmen des Projektcontrollings messen und Maßnahmen umsetzen. Insbesondere dann, wenn im eben beschriebenen „klassischen“ Controlling alle Ampeln auf „grün“ stehen, die vorher (meist „von oben“ definierten) Ziele aber nicht erreicht werden - oder absehbar ist, dass die Ziele nicht erreichbar sind, wäre ein Zielecontrolling angebracht.
Zusammenfassung der Kapitel
Beschreibung des Härtegrad- Controlling: Dieses Kapitel definiert den Härtegradbegriff als Instrument zur Bewertung von Strategiealternativen und stellt ein Modell zur Einteilung von Projektideen in Reifegrade vor.
Anwendung des Härtegrad-Controlling in Implementierungsprojekten: Hier wird diskutiert, wie die Methode über das klassische Budgetcontrolling hinaus in IT-Projekte integriert werden kann, um eine echte strategische Zielmessung zu ermöglichen.
Projektmanagement ist Qualitätsmanagement: Das Kapitel erläutert, dass Projektmanagement denselben Regelkreisen wie das Qualitätsmanagement unterliegt, wobei neben der operativen auch die Ergebnisqualität entscheidend ist.
Kritische Erfolgsfaktoren: Es werden praxisnahe Erfolgsfaktoren wie das aktive Zielmanagement, pragmatisches Vorgehen und die Notwendigkeit einer integrierten Controlling-Strategie benannt.
Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung, spätestens bei Programmmanagement-Vorhaben das Härtegradcontrolling als zwingendes Instrument zur managementgerechten Visualisierung der Nutzenpotenziale einzusetzen.
Schlüsselwörter
Härtegradcontrolling, Projektmanagement, IT-Implementierung, Strategiecontrolling, Earned Value, Meilensteine, Zielerreichung, Qualitätsmanagement, Business Plan, Erfolgsfaktoren, Prozessmanagement, Projektcontrolling, Strategiebewertung, Ressourcenverbrauch, Zielmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Erweiterung des Projektcontrollings durch das sogenannte Härtegradcontrolling, um den Fortschritt komplexer IT-Projekte im Hinblick auf ihre strategische Zielerreichung messbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Strategiebewertung, der Integration von Meilenstein-Controlling in Projektorganisationen sowie der Abgrenzung zwischen klassischem Budgetcontrolling und ergebnisorientiertem Zielecontrolling.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Unternehmen den Erfolg ihrer IT-Implementierungsprojekte besser steuern können, indem sie nicht nur Ressourcenverbrauch überwachen, sondern den Reifegrad ihrer strategischen Zielumsetzung visualisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und methodische Ableitung, um das Konzept des Härtegradcontrollings auf den Kontext des IT-Projektmanagements zu übertragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung des Härtegradcontrollings, die kritische Analyse des klassischen Projektcontrollings, die Modellierung von Entwicklungspfaden über Projektphasen hinweg sowie die Erfolgsfaktoren für die praktische Einführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Härtegradcontrolling, Strategiecontrolling, Projektmanagement, IT-Implementierung, Meilenstein-Analyse und Zielerreichung.
Wie unterscheidet sich das Härtegradcontrolling vom Earned Value Ansatz?
Während der Earned Value Ansatz primär den Ressourcenverbrauch und den Zeitfortschritt ins Verhältnis setzt, zielt das Härtegradcontrolling auf die inhaltliche Qualität und den Grad der strategischen Realisierung der Projektziele ab.
Warum ist das Härtegradcontrolling insbesondere für IT-Projekte relevant?
IT-Projekte sind oft komplex und durch hohe Unsicherheit geprägt; ein Härtegradcontrolling hilft hier, trotz grüner Budget-Ampeln frühzeitig zu erkennen, ob die angestrebten strategischen Mehrwerte tatsächlich realisiert werden.
Welche Rolle spielt die Visualisierung in diesem Modell?
Die Visualisierung mittels Balkendiagrammen und Meilensteinen ermöglicht es dem Management, den Reifegrad einzelner Projektziele über verschiedene Führungsebenen hinweg transparent zu machen und bei Bedarf frühzeitig nachzujustieren.
- Arbeit zitieren
- Frank Hartmann (Autor:in), 2011, Nutzung von Härtegradcontrolling im Rahmen komplexer IT-Implementierungsprojekte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173877