Welche Leitbilder stehen hinter der konkreten Wettbewerbspolitik eines Staates? Worin liegen die wesentlichen Unterschiede dieser Konzepte? Gibt es Teile eines Konzeptes oder Grundannahmen, welche sich in der Realität durchgesetzt haben?
Diese Fragen werden im Aufsatz „Leitbilder der Wettbewerbspolitik“ behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Methoden
3. Klärung der Grundbegriffe
3.1. Wettbewerb
3.2. Wettbewerbspolitik
3.3. Leitbilder der Wettbewerbspolitik
4. Leitbilder der Wettbewerbspolitik
4.1. Klassische Grundlagen
4.2. Vollkommene Konkurrenz
4.2.1. Konzept
4.2.2. Kritik und Probleme
4.3. Funktionsfähiger Wettbewerb
4.3.1. workability-competition
4.3.1.1. Konzept
4.3.1.2. Kritik und Probleme
4.3.2. Optimale Wettbewerbsintensität
4.3.2.1. Konzept
4.3.2.2. Kritik und Probleme
4.4. Neuklassisches Konzept der Wettbewerbsfreiheit
4.4.1. Konzept
4.4.2. Kritik und Probleme
4.5. Chicagoer Schule
4.5.1. Konzept
4.5.2. Kritik und Probleme
5. Einordnung der Leitbilder
6. Grundannahmen der heutigen Wettbewerbspolitik
7. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Leitbilder, die moderner Wettbewerbspolitik zugrunde liegen, um wesentliche Unterschiede und ökonomische Grundannahmen transparent zu machen. Das primäre Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die verschiedenen wettbewerbspolitischen Strömungen zu verschaffen, die Hintergründe für staatliche Eingriffe zu beleuchten und deren Bedeutung im Kontext der Globalisierung einzuordnen.
- Grundlagen und Definitionen von Wettbewerb und Wettbewerbspolitik
- Vergleichende Analyse verschiedener wettbewerbspolitischer Leitbilder
- Dynamik vs. Statik: Vom vollkommenen Wettbewerb bis zur Chicagoer Schule
- Einordnung in wohlfahrtsökonomische und systemtheoretische Ansätze
- Aktuelle Grundannahmen und Konsens in der heutigen Wettbewerbspolitik
Auszug aus dem Buch
4.3.2. Das Leitbild optimaler Wettbewerbsintensität
Das Leitbild der optimalen Wettbewerbsintensität kann grundsätzlich auch dem Leitbild des funktionsfähigen Wettbewerbs unterordnet werden, es unterscheidet sich in einigen Punkten jedoch vom „workability competition“-Ansatz. Einer der wichtigsten Vertreter war Erhard Kantzenbach, der von einer dynamischen Interpretation des Wettbewerbs ausging.
Nach Kantzenbach besitzt der Wettbewerb verschiedene Funktionen, die zusammen den optimalen Wettbewerb ergeben: Einkommensverteilung, Angebotszusammensetzung, Produktionssteuerung, Anpassungsflexibilität und Innovationen. Die Erfüllung dieser Funktionen des Wettbewerbs wird positiv bewertet (die Wohlfahrt als übergeordnetes Ziel wächst) – deshalb muss nach einer Form des Wettbewerbsprozesses gesucht werden, die diese Wettbewerbsfunktionen optimal erfüllt.
Um die optimale Wettbewerbsform zu finden, bedient sich Kantzenbach der Wettbewerbsintensität. Diese definiert er als die Geschwindigkeit, mit der die Vorsprungsgewinne, die der technische Fortschritt den Unternehmen bringt, von der Konkurrenz wieder aufgezehrt werden. Es kommt nach Kantzenbach für einen optimalen Wettbewerbsprozess darauf an, dass Vorsprungsgewinne immer wieder durch Reaktionen der Konkurrenten abgebaut werden. Diese Reaktionen dürfen jedoch weder zu schnell noch zu langsam erfolgen, da sonst entweder der Anreiz zu Innovationen geringer wird oder der Innovationsgewinn dauerfristig zu einer Verschiebung der Marktanteile führt. Es geht darum, eine Marktform zu erreichen, in der Innovations- und Anpassungsaktivität am stärksten ausgeprägt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung nach den Leitbildern hinter staatlicher Wettbewerbspolitik im Kontext von Globalisierung und aktuellen Marktdiskussionen.
2. Methoden: In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen erläutert, das von einer Begriffsdefinition über die Vorstellung der Leitbilder bis hin zu deren systematischer Einordnung reicht.
3. Klärung der Grundbegriffe: Hier werden die zentralen Termini "Wettbewerb" und "Wettbewerbspolitik" definiert, um eine gemeinsame Basis für die anschließende Analyse zu schaffen.
4. Leitbilder der Wettbewerbspolitik: Dieser Hauptteil bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit klassischen, neoklassischen und marktstrukturellen Ansätzen sowie deren jeweiligen Konzepten und Kritikpunkten.
5. Einordnung der Leitbilder: Dieses Kapitel strukturiert die zuvor vorgestellten Leitbilder anhand wohlfahrtsökonomischer und systemtheoretischer Ansätze neu.
6. Grundannahmen der heutigen Wettbewerbspolitik: Hier wird der aktuelle Konsens in der Wettbewerbspolitik hinsichtlich des Schutzes von Anreiz- und Lenkungsverfahren bei gleichzeitigem Individualschutz zusammengefasst.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass in der Praxis meist eine Mischung verschiedener theoretischer Ansätze zur Anwendung kommt.
Schlüsselwörter
Wettbewerb, Wettbewerbspolitik, Leitbilder, Marktstruktur, vollkommene Konkurrenz, funktionsfähiger Wettbewerb, Wettbewerbsintensität, Marktmacht, Wohlfahrt, Effizienz, Preistheorie, Innovation, Wirtschaftslehre, Oligopol, Marktprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung der Wettbewerbspolitik und analysiert, welche Konzepte und Leitbilder hinter staatlichem Handeln zur Marktregulierung stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historischen und theoretischen Entwicklungen wettbewerbspolitischer Leitbilder, von der klassischen Liberalismus-Tradition bis hin zur modernen Chicagoer Schule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den Wettbewerbskonzepten aufzuzeigen und zu erklären, warum bestimmte wettbewerbspolitische Standpunkte in der Praxis eingenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einem analytisch-beschreibenden Ansatz, der Begriffe definiert, verschiedene Theorien gegenüberstellt und diese abschließend in einen wohlfahrtsökonomischen bzw. systemtheoretischen Kontext einordnet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Leitbilder der vollkommenen Konkurrenz, des funktionsfähigen Wettbewerbs, der optimalen Wettbewerbsintensität sowie der neuklassischen Wettbewerbsfreiheit und der Chicagoer Schule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wettbewerbspolitik, Marktstruktur, Effizienz, Wohlfahrt und Wettbewerbsintensität maßgeblich charakterisiert.
Was unterscheidet das Leitbild der optimalen Wettbewerbsintensität vom Konzept des funktionsfähigen Wettbewerbs?
Obwohl das Leitbild der optimalen Wettbewerbsintensität dem funktionsfähigen Wettbewerb untergeordnet werden kann, fokussiert es spezifisch auf die Geschwindigkeit, mit der Innovationsgewinne durch Konkurrenzreaktionen abgebaut werden, um ein dynamisches Gleichgewicht zu wahren.
Welche Rolle spielt die "Hoppmann-Kantzenbach-Kontroverse" in der Arbeit?
Diese Kontroverse markiert den theoretischen Konflikt zwischen dem wohlfahrtsökonomischen Ansatz (Kantzenbach) und dem systemtheoretischen, freiheitszentrierten Ansatz (Hoppmann).
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- Tobias Rauser (Author), 2002, Leitbilder der Wettbewerbspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17392