Analysemodelle politischer Sprache

Sprache der Politik


Essay, 2008
5 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

1. Einleitung

Im folgenden Essay werde ich einen Überblick über fünf Analysemodelle geben, welche den pragmatischen Aspekt von politischer Sprache in den Mittelpunkt stellen.

Die verschiedenen Modelle sind dabei ergänzend zu verstehen und schließen sich nicht gegenseitig aus. Es werden vielmehr unterschiedliche Ebenen dargestellt, in denen man politische Sprache analysieren kann bzw. durch die es möglich ist, in politischen Reden, schriftlichen Parteiveröffentlichungen oder ähnlichem nicht gewollte Inhalte zu vermeiden.

2. Analysemodelle politischer Sprache

2.1 Konversationsmaxime nach Grice (1980)

Paul Grice (1913 - 1993) entwickelte in den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts im Rahmen seiner Idee eines Kooperationsprinzips in der Sprache , seine vier Konversationsmaxime. So soll man als Gesprächspartner seinen Beitrag um das Kooperationsprinzip zu wahren so konzipieren, dass dieser dem Zweck dient, den man gerade mit seinem Gesprächspartner verfolgt. Möchte ich die Maxime der Qualität achten, so muss ich meinen Gesprächspartner über alles informieren, was für das Gesprächs nötig ist, ihn jedoch nicht mit mehr Informationen versorgen als nötig wäre.1

Um nicht die Maxime der Quantität zu brechen muss ich meinem Gegenüber wahren Inhalt vermitteln. Dazu zählt auch die Vermeidung von Aspekten, deren Wahrheit ich nicht belegen kann. Weiter sollte die Maxime der Relevanz eingehalten werden. Das Kooperationsprinzip wäre gebrochen, wenn ich meinem Gesprächspartner in einem Beitrag etwas erzählen würde, was nicht zum Thema des Gesprächs passt.

Letztendlich sollte die Modalität eines Beitrags geachtet werden.

Unklarheiten, Mehrdeutigkeiten und Weitschweifigkeiten sollten dabei vermieden werden.

Es ist jedoch möglich die vier Maxime zu brechen, wenn dies für beide Gesprächspartner ersichtlich ist. Beispiele dafür wären Tautologien und Ironien.

2.2 Agitationsmodell nach Klaus (1971)

Georg Klaus stellt in seiner Agitationsmodell besonders den Sprecher in den Mittelpunkt. Der marxistisch / leninistisch geprägte Sprachforscher hat eine triadische Strultur zur Zeichenverwendung aufgestellt.2

Ein Zeichen kann für ihn dabei designativ, appraisiv und preskriptiv verwendet werden.

Es kann also der Sachverhalt eines Zeichens bezeichnet werden, welcher in der appraisiven Komponente bewertet wird.

Letztendlich kann durch ein Zeichen ein bestimmtes Verhalten vorgeschrieben werden.

Dabei muss keine konkrete Verständigungsabsicht im Gesagten erkennbar sein, die drei Ebenen sind immanent immer zu finden.3

2.3 Persuasionsmodell nach Kopperschmidt (1973)

Josef Kopperschmidt stellt in seinem Persuasionsmodell die Rhetorik bzw. dieArgumentation in den Mittelpunkt.

Die politische Sprache hat eine vom Rezipienten nicht beeinflussbare Wirkung, vom Sender der Botschaft ausgehend.

Das Meinungsbild des Anderen soll dem eigenen angepasst werden.

Die persuasive Kommunikation findet sowohl im privaten, politischen als auch im geschäftlichen Rahmen statt.

Am besten kann man dieses Modell an einem geschäftlichen Beispiel festmachen. Ein Verkäufer hat im Prinzip zwei Möglichkeiten:

Er überzeugt seinen Kunden (oder den Wähler), was eindeutig mehr Zeit in Anspruch nimmt, oder er überredet, was in dem Zusammenhang ein unfreiwilliges Zustimmen eines Gesprächspartners wäre.

Gründe für das Zustimmen können z.B. Aus fachlichem, politischem oder rhetorischem Unterlegenheitsgefühl stammen.

[...]


1 Rolf, Eckard: Sagen und Meinen. Paul Grices Theorie der Konversations-Implikaturen. Opladen 1994

2 Girnth, Heiko: Sprache und Sprachverwendung in der Politik. Eine Einführung in die linguistische Analys öffentlich-politischer Kommunikation, Tübingen 2002

3 Kopperschmidt, Josef: Allgemeine Rhetorik, Einführung in die Theorie der Persuasiven Kommunikation, Stuttgart 1973.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Analysemodelle politischer Sprache
Untertitel
Sprache der Politik
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Sprache der Politik
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
5
Katalognummer
V174008
ISBN (eBook)
9783640947027
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analysemodelle, sprache, politik
Arbeit zitieren
Falk Przybilla (Autor), 2008, Analysemodelle politischer Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174008

Kommentare

  • Gast am 19.4.2013

    Na ja. Sehr kurzer und leider nichts sagender Essay. Geht auf die einzelnen VIER (es werden nur vier statt fünf Modelle "beschrieben") nur sehr sehr oberflächig ein.

Im eBook lesen
Titel: Analysemodelle politischer Sprache


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden