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Zum magischen Dreieck von Lebensqualität, Wohlstand und gesellschaftlichem Stoffwechsel

Title: Zum magischen Dreieck von Lebensqualität, Wohlstand und gesellschaftlichem Stoffwechsel

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 9 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Mag. Marc Hollenstein (Author)

Psychology - Social Psychology
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Die Menschheit steht vor einer neuen Stufe der Naturbeherrschung. Der ursprünglich scharfe Unterschied zwischen der Welt des Gemachten und der Welt des Geborenen beginnt zu verschwimmen. Maschine als Leben, Leben als Maschine - lösen sich die Grenzen zwischen Artefakt und Natur auf? Immer tiefer greifen Gesellschaften in Lebensprozesse ein, um sich natürliche Systeme nutzbar zu machen. Das Maß der Technologisierung menschlicher Lebensweisen scheint keine Grenzen zu kennen.

Österreich ist eines der Länder, das Beiträge zum materiellen Stoffwechsel leistet. Gesellschaften entnehmen der Natur Rohstoffe, verarbeiten sie zu Nahrung und anderen Produkten und schließlich zu Abfällen und Emissionen. Analog zum Stoffwechsel eines Organismus werden diese materiellen und energetischen Austauschbeziehungen zwischen Gesellschaften und Natur gesellschaftlicher Metabolismus genannt.
Im Hinblick auf die Umweltfolgen gesellschaftlichen Handelns stellen sich folgende zentrale Fragen: Können die Beziehungen von Gesellschaften mit der Natur als reine Input-Output-Prozesse von Materialien unterschiedlicher Qualität und Menge ausreichend beschrieben werden? Welche Strategien entwickeln Gesellschaften um ihre vielfältigen Austauschbeziehungen mit der Natur zu organisieren? Wie kann die ökologische Dimension von Eingriffen in natürliche Systeme erfasst werden, wie sie landwirtschaftliche Aktivitäten oder die moderne Gentechnologie darstellen?
Gesellschaften greifen gezielt in Natursysteme ein und transformieren sie dabei in einer Weise, dass sie für Gesellschaften nützlicher sind als ohne diesen Eingriff. Diese Art der Umweltbeziehung wird Kolonisierung von Natur genannt. Kolonisierende Eingriffe können mit materiellem und energetischem Aufwand verbunden sein, setzen in natürlichen Systemen für bestimmte Parameter die ökosystemaren Selbstregulierungskräfte außer Kraft und ersetzen sie durch gezielte menschliche Planung. Aus natürlichen Systemen entstehen gesellschaftliche Kolonien. Wenn von Kolonisierung der Natur gesprochen ist dreierlei wichtig:
1. dass es um gesellschaftliches Handeln geht, das darauf abzielt, bestimmte Parameter eines natürlichen Systems zu manipulieren (und nicht bloß um Nachwirkungen oder Nebenfolgen von Handeln),
2. dass dieses Handeln eine gewisse Beständigkeit hat, dass heißt im Sinne eines negativen Feedbacks auf Veränderung des natürlichen Systems reagiert, und
3. dass es im Sinn von Kausalität eine gewisse Wirksamkeit hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Das magische Dreieck

Zur Entkoppelung

Effizienzkritik

Konsumkritik

Wohlfahrtskritik

Überlegungen zu möglichen integrierten umwelt-, sozial- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das komplexe Wechselspiel zwischen Lebensqualität, wirtschaftlichem Wohlstand und dem gesellschaftlichen Stoffwechsel. Ziel ist es, die ökologischen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten zu analysieren und Möglichkeiten einer nachhaltigen Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch aufzuzeigen.

  • Analyse des gesellschaftlichen Metabolismus und der Kolonisierung der Natur.
  • Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Lebensqualität und wirtschaftlichem Wohlstand.
  • Kritische Beleuchtung von Effizienz, Konsumverhalten und Wohlfahrtsmessung.
  • Diskussion politischer Rahmenbedingungen zur Förderung umweltverträglicherer Lebensweisen.

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Die Menschheit steht vor einer neuen Stufe der Naturbeherrschung. Der ursprünglich scharfe Unterschied zwischen der Welt des Gemachten und der Welt des Geborenen beginnt zu verschwimmen. Maschine als Leben, Leben als Maschine - lösen sich die Grenzen zwischen Artefakt und Natur auf? Immer tiefer greifen Gesellschaften in Lebensprozesse ein, um sich natürliche Systeme nutzbar zu machen. Das Maß der Technologisierung menschlicher Lebensweisen scheint keine Grenzen zu kennen.

Österreich ist eines der Länder, das Beiträge zum materiellen Stoffwechsel leistet. Gesellschaften entnehmen der Natur Rohstoffe, verarbeiten sie zu Nahrung und anderen Produkten und schließlich zu Abfällen und Emissionen. Analog zum Stoffwechsel eines Organismus werden diese materiellen und energetischen Austauschbeziehungen zwischen Gesellschaften und Natur gesellschaftlicher Metabolismus genannt.

Im Hinblick auf die Umweltfolgen gesellschaftlichen Handelns stellen sich folgende zentrale Fragen: Können die Beziehungen von Gesellschaften mit der Natur als reine Input-Output-Prozesse von Materialien unterschiedlicher Qualität und Menge ausreichend beschrieben werden? Welche Strategien entwickeln Gesellschaften um ihre vielfältigen Austauschbeziehungen mit der Natur zu organisieren? Wie kann die ökologische Dimension von Eingriffen in natürliche Systeme erfasst werden, wie sie landwirtschaftliche Aktivitäten oder die moderne Gentechnologie darstellen?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Naturbeherrschung und des gesellschaftlichen Stoffwechsels ein und formuliert zentrale Forschungsfragen zur ökologischen Dimension menschlichen Handelns.

Das magische Dreieck: Hier wird ein systemisches Modell vorgestellt, das die innersystemischen Dynamiken zwischen Lebensqualität, wirtschaftlicher Aktivität und physischen Ressourcenströmen beschreibt.

Zur Entkoppelung: Dieses Kapitel analysiert durch Kritik an Effizienz, Konsum und Wohlfahrtsmessung, wie wirtschaftliches Wachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden könnte.

Effizienzkritik: Untersucht die historische Entwicklung des Energieeinsatzes und setzt den Energieverbrauch ins Verhältnis zum Wohlstand sowie zum Konsumentenverhalten.

Konsumkritik: Beleuchtet die direkte Verbindung zwischen dem gesellschaftlichen Stoffwechsel und den Lebensstilen innerhalb einer Gesellschaft.

Wohlfahrtskritik: Diskutiert die Diskrepanz zwischen materiellem Wohlstand in Geldeinheiten und der tatsächlichen Lebensqualität bzw. Zufriedenheit der Menschen.

Überlegungen zu möglichen integrierten umwelt-, sozial- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen: Schlägt politische Instrumente wie eine sozial-ökologische Steuerreform oder die Verkürzung der Normalarbeitszeit vor, um Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen.

Schlüsselwörter

Lebensqualität, Wohlstand, gesellschaftlicher Stoffwechsel, Metabolismus, Kolonisierung der Natur, Nachhaltigkeit, Effizienzkritik, Konsumkritik, Wohlfahrtskritik, Umweltpolitik, Energieeinsatz, soziale Krise, Wirtschaftspsychologie, Systemmodell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Beziehungen zwischen ökonomischem Wachstum, Ressourcenverbrauch (Stoffwechsel) und dem subjektiven Empfinden von Lebensqualität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die ökologischen Auswirkungen des gesellschaftlichen Metabolismus, die Kritik an bestehenden Wirtschafts- und Konsummustern sowie die Suche nach einer nachhaltigen Entkoppelungsstrategie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie wirtschaftliches Wachstum aufrechterhalten werden kann, während gleichzeitig der materielle Stoffwechsel reduziert wird, ohne die Lebensqualität zu mindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein systemtheoretischer und interdisziplinärer Ansatz gewählt, der Konzepte aus dem ökologisch-energetischen Bereich mit ökonomisch-historischen und kulturanthropologischen Überlegungen verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Modell des „magischen Dreiecks“ erörtert, die Kritikpunkte Effizienz, Konsum und Wohlfahrt analysiert sowie politische Handlungsoptionen für eine nachhaltige Zukunft diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie gesellschaftlicher Stoffwechsel, Lebensqualität, Entkoppelung und Kolonisierung der Natur.

Was besagt die Kritik an der Effizienz im Kontext des Energieeinsatzes?

Die Effizienzkritik hinterfragt, warum trotz gestiegenem Energieeinsatzes die ökologische Verträglichkeit sinkt und welche Rolle dabei industrielle Wachstumsmechanismen spielen.

Welche Bedeutung kommt der Arbeitszeitverkürzung als politische Maßnahme zu?

Die Verkürzung der Normalarbeitszeit wird als Instrument diskutiert, um sowohl Arbeitslosigkeit zu senken als auch die Einkommens- und Konsumlogik zugunsten einer höheren Lebenszeitqualität zu verschieben.

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Details

Title
Zum magischen Dreieck von Lebensqualität, Wohlstand und gesellschaftlichem Stoffwechsel
College
University of Vienna  (Psychologisches Institut)
Grade
sehr gut
Author
Mag. Marc Hollenstein (Author)
Publication Year
2001
Pages
9
Catalog Number
V17401
ISBN (eBook)
9783638219877
Language
German
Tags
Dreieck Lebensqualität Wohlstand Stoffwechsel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Marc Hollenstein (Author), 2001, Zum magischen Dreieck von Lebensqualität, Wohlstand und gesellschaftlichem Stoffwechsel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17401
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