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Lexikologie: Die Sprache der RAF

Überlegungen und Untersuchungen zur Wortwahl der Roten Armee Fraktion anhand ausgewählter Kommandoerklärungen und anderen Dokumenten

Titel: Lexikologie: Die Sprache der RAF

Seminararbeit , 1998 , 37 Seiten

Autor:in: Anja Meisner (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Anfang stand die Frage danach, wie sich Politisches in Sprache ausdrückt oder wie Politik Sprache färbt. Gerade für die RAF war interessant, welche Rolle die linke Polemik und der Radikalismus spielt. Wie würde er sich ausdrücken? Die Untersuchung im Rahmen der Hausarbeit sollte genau darauf schauen, sie in den Gesamtkontext der Politik und der politischen Sprache stellen und vielleicht auch Erkenntnisse darüber ermöglichen, welche Wirkung die Texte als Propagandamittel im weitesten Sinne haben konnten.
Dieses Ziel war ambitioniert und viel zu weit gefasst, doch das wurde erst mitten im Arbeitsprozess deutlich. Es handelt sich hier also um eine Seminararbeit, die entsprechend weit in der Analyse gehen konnte.
Im ersten Kapitel – um überhaupt einen Zugang zu dem Thema RAF zu schaffen – begriffliche Klärungen vorgenommen,. Dazu gehören die Auseinandersetzungen mit Politik, politischer Sprache, den sprachlichen Entwicklungen nach dem Nationalsozialismus und den Entwicklungen in den ausgewählten Texten der RAF. Ich werde keinen geschichtlichen Abriß der
Aktionen und Entwicklungen der Roten Armee Fraktion oder Neuen Linken integrieren, weil es den Umfang der Arbeit überschreiten würde.
Hauptteil ist die Untersuchung der Wortwahl der ausgewählten Texte der RAF unter bestimmten Hypothesen, die vorab entwickelt werden. Ein Überblick über die Schriften, die in der Hausarbeit verwendet wurden, befindet sich im Anhang, die Auswahl dieser Texte wird im Kapitel „Untersuchungs-‚stoff‘ und –methode“ erklärt.
Am Ende gibt es aufgrund der Schwierigkeiten der Arbeit neben einer Zusammenfassung eine kritische Auseinandersetzung mit der Untersuchung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorverständigung

2.1. Einige Gedanken über Politik und politische Sprache

2.2. Sprache nach dem II. Weltkrieg und den Nationalsozialisten – 1968 als sprachgeschichtliche Zäsur

2.3. Der „Krieg von 6 gegen 60 000 000“ - Die RAF

2.4. Untersuchungs-„stoff“ und -methode

3. Entwicklung von Hypothesen und Fragestellungen zur Analyse der Texte der RAF

3.1. Die Wortwahl in Bezug auf Themen – welche Art von Begriffen ist zu erwarten?

3.2. Wie können sich Veränderungen, die im Laufe der zeit auftreten, auswirken?

3.3. Hypothesen zu Besonderheiten der Wortwahl der Textprodu-zenten und ihres Bildungsniveaus

3.4. Die Rolle der Rezipienten in der Wortwahl der Texte der RAF

4. Überprüfung der Hypothesen

4.1. Auffälligkeiten und häufige Wörter in Bezug auf die Themen der Texte

4.2. Überlegungen zu Veränderungen in den Texten durch die Zeit

4.3. Untersuchung der Wortwahl unter dem Aspekt der Bildung der Textproduzenten

4.4. Die Rezipienten und die Schriften der RAF

5. Abschlußbemerkungen

5.1. Zusammenfassung der Ergebnisse und Rückschlüsse auf politische Sprache – würde die Sprache der RAF diesen Ansprüchen gerecht?

5.2. Versuch einer Kritik der Arbeit und Überlegungen zu Grenzen und weiteren Möglichkeiten dieser Analyse

6. Anhang

6.2. Bemerkungen zum Textkorpus

6.3. Die Abschiedserklärung der RAF

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Sprache der Roten Armee Fraktion (RAF) unter linguistischen Aspekten, um den Zusammenhang zwischen politischer Ideologie, Radikalismus und Wortwahl in Kommandoerklärungen und Dokumenten zu analysieren und deren Wirkung als Propagandamittel kritisch zu bewerten.

  • Analyse der politischen Sprache und Wortwahl der RAF
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Ideologie und Rhetorik
  • Betrachtung von sprachlichen Veränderungen im Zeitverlauf
  • Evaluation der Zielgruppenansprache und Rezipientenwirkung
  • Kritische Einordnung des Sprachgebrauchs in den Kontext des Terrorismus

Auszug aus dem Buch

4.2. Überlegungen zu Veränderungen in den Texten durch die Zeit

Veränderungen innerhalb der Texte durch oben genannte Faktoren sind nur schwer bestimmbar. Der Wechsel der Mitglieder der RAF und der Themen gestalten diese Untersuchung etwas schwierig. Dennoch waren einige Veränderungen offensichtlich.

Das Verhältnis der Terroristen zu Deutschland war bekanntermaßen von Anfang an kein positives. Dennoch bemerkt man, wie im Laufe der Zeit das Verhältnis noch schlechter wurde. Beweise dafür sind zum Beispiel die Termini, die zur Beschreibung der Reaktion der Bundesrepublik auf die RAF dienten. Zu nennen wären u.a. hin zu „psychologischer Kriegsführung“, von „Gefangenen“ zu „Kriegsgefangene“ oder auch von „staatlicher Repression“ zu einem „System aus Geld, Manipulation und Vernichtung“. Auch in der einfachen Bezeichnung der BRD, die sich von „Bundesrepublik und Westberlin“ zu „BRD-Staat“ und „imperialistischen Apparat“ vollzog, bemerkt man diese Radikalisierung und wachsende Distanz zum Staat.

Auch der „Klassenkampf“ verändert sich mit der Zeit. Er wird zum „Klassenkrieg“, der in der Einsicht des Versagens wieder abgeschwächt wird und in der Abschiedserklärung sogar eher „Kampf“ oder „Befreiungskampf“ ist. Im Zuge dieser Entwicklung wird auch eine „Politisierung“ vorgenommen, die immer stärker durch Aktionen betrieben werden soll.

Zu den Wörtern, die sich wie die Ideen nicht verändern, gehören die Begriffe „Imperialismus“, „Antiimperialismus“ (die immer auch in farbenfrohen Verbindungen mit anderen Wörtern auftreten), „illegal“ und „legal“. Die RAF bleibt in ihrem Verständnis von sich immer „Guerilla“ oder „Stadtguerilla“ und wird immer „bewaffneten Widerstand“ und „Guerilla machen“.

Oben angestellte Vermutungen ließen sich schlecht untersuchen, zumal es eher eine stilistische als eine Frage der Wortwahl ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert das Ziel, die Sprache der RAF in den Kontext politischer Sprache und linker Polemik zu stellen sowie deren Funktion als Propagandamittel zu untersuchen.

2. Vorverständigung: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zu Politik und politischer Sprache, ordnet die RAF historisch ein und definiert den Untersuchungsgegenstand.

3. Entwicklung von Hypothesen und Fragestellungen zur Analyse der Texte der RAF: Es werden Hypothesen zur Wortwahl in Bezug auf Themen, zeitliche Veränderungen, das Bildungsniveau der Autoren und die Rolle der Rezipienten aufgestellt.

4. Überprüfung der Hypothesen: Die aufgestellten Hypothesen werden anhand der ausgewählten Dokumente vergleichend geprüft, wobei Sprachauffälligkeiten und ideologische Begriffe analysiert werden.

5. Abschlußbemerkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der politischen Sprache der RAF sowie eine kritische Reflexion des methodischen Ansatzes und der Grenzen der Analyse.

6. Anhang: Enthält ergänzende Informationen wie das Literaturverzeichnis, Details zum Textkorpus und den Wortlaut der Abschiedserklärung.

Schlüsselwörter

Rote Armee Fraktion, RAF, politische Sprache, Ideologie, Wortwahl, Stadtguerilla, bewaffneter Widerstand, Propaganda, politische Kommunikation, Radikalismus, Linksextremismus, Sprachanalyse, Imperialismus, Klassenkampf, Systemkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer lexikologischen Analyse der Sprache, die von der Roten Armee Fraktion (RAF) in ihren öffentlichen Erklärungen und Dokumenten verwendet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Zusammenhang zwischen politischer Ideologie, der spezifischen Rhetorik der RAF und der Frage, wie diese Texte als Propagandamittel innerhalb der Gesellschaft wirkten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Wortwahl der RAF auf Muster hin zu untersuchen, die diese als radikal-linke Gruppierung charakterisieren und zu bewerten, inwieweit diese Sprache eine tatsächliche Breitenwirkung erzielen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin nutzt einen vergleichenden Ansatz, bei dem verschiedene Texte aus unterschiedlichen Phasen der RAF-Geschichte auf Hypothesen bezüglich ihrer Wortwahl und Zielgruppenansprache geprüft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der konkreten Überprüfung der aufgestellten Hypothesen, etwa der Veränderung der Sprache über die Zeit und der Untersuchung des intellektuellen Hintergrunds der Textproduzenten anhand ihres Sprachschatzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Rote Armee Fraktion, politische Sprache, Ideologie, Stadtguerilla, bewaffneter Widerstand und Propaganda.

Wie bewertet die Autorin die Wirkung der RAF-Sprache auf die Bevölkerung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Sprache aufgrund ihrer Komplexität, der Arroganz und des massiven Einsatzes von Fremdwörtern eher unnahbar wirkte und ihr Ziel, die breite Bevölkerung anzusprechen, verfehlte.

Was besagt das Kapitel zur Abschiedserklärung?

Das Kapitel ordnet die Abschiedserklärung von 1998 ein, in der die RAF ihre Geschichte reflektiert, ihr Scheitern eingesteht und eine Transformation ihres Konzepts versucht, die jedoch letztlich als unrealistisch bewertet wird.

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Details

Titel
Lexikologie: Die Sprache der RAF
Untertitel
Überlegungen und Untersuchungen zur Wortwahl der Roten Armee Fraktion anhand ausgewählter Kommandoerklärungen und anderen Dokumenten
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Lexikologie
Autor
Anja Meisner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
37
Katalognummer
V174025
ISBN (eBook)
9783640943838
ISBN (Buch)
9783640943494
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache Sprachpolitik RAF Terrorismus Polemik Propaganda Germanistik Sprachanalyse politische Sprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anja Meisner (Autor:in), 1998, Lexikologie: Die Sprache der RAF, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174025
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Leseprobe aus  37  Seiten
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