In der vorliegenden Arbeit wird eine Zusammenhangsanalyse durchgeführt, die Klärung darüber verschaffen soll, ob es zwischen der Durchschnittsnote von Studierenden der Psychologie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und ihren eingesetzten Lernstrategien
Korrelationen gibt. Die Lernstrategien wurden dabei über das Inventar zur Erfassung von Lernstrategien im Studium (LIST) von Schiefele & Wild erhoben. Der LIST wurde in seiner Faktorenstruktur untersucht, die unterschiedliche Ergebnisse zeigte und über die Einteilung der Skalen zweifeln lässt. Es konnten geringe bis mittlere Interkorrelation der Skalen nachgewiesen werden.
Es wurden 198 Studierende anhand eines Online-Fragebogens befragt. Für die Lernstrategien und die Durchschnittsnote fanden sich nur geringe Zusammenhänge. Die Dreiteilung der Kognitiven Strategien im LIST konnte nicht bestätigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung in die Thematik - Lernen
1.1 Lernen
1.2 Lernstrategien
2. Studienerfolg und Noten
3. Die Erfassung von Lernstrategien, Lernverhalten und Lernmotivation
3.1 Approaches to Studying Inventory (ASI)
3.2 Study Attidues & Methods Survey (SAMS)
3.3 Arbeitsverhaltensinventar (AVI)
3.4 Study Process Questionaire (SPQ)
3.5 Learning Style Inventory (LSI)
3.6 Learning and Study Strategies Inventory (LASSI)
3.7 Motivated Strategies for Learning Questionnaire (MSQL)
3.8 Inventar zu Erfassung von Lernstrategien im Studium (LIST)
3.9 Heidelberger Fragebogen zur Motivation und Interesse im Studium (HeiMi)
4. Untersuchungsdesign: Zusammenhangsanalyse, Fragestellung und Hypothesen
4.1 Ablaufschritte, Begründung und empirisches Material
4.2 Stichprobe und Rücklauf
4.3 Auswertungsmethode und Ergebnisse
4.3.1 Interkorrelation der Skalen
4.3.2 Faktorenanalyse
4.3.3 Überprüfung der Hypothesen
5. Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den Lernstrategien von Psychologiestudierenden an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und ihrem Studienerfolg, operationalisiert über ihre Durchschnittsnoten. Ziel ist es, die Faktorenstruktur des "Inventars zur Erfassung von Lernstrategien im Studium (LIST)" zu prüfen und zu analysieren, ob und inwieweit unterschiedliche Lernstrategien sowie die Motivation der Studierenden als Prädiktoren für den Studienerfolg fungieren können.
- Analyse der Lernstrategien mittels des LIST
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Lernstrategien und Durchschnittsnoten
- Überprüfung der faktoriellen Struktur des LIST bei Psychologiestudierenden
- Betrachtung von Motivation als möglicher Moderatorvariable
- Kritische Reflexion der Operationalisierung von Studienerfolg
Auszug aus dem Buch
1.1 Lernen
Lernen ist ein derartiges wichtiges und zentrales Thema in unserer Welt, dass sich das Interesse daran durch alle Realwissenschaften, durch die Geistes- als auch die Sozial- und Naturwissenschaften zieht und sich auch in einzelnen Formalwissenschaften wiederfinden lässt. Die Pädagogik, die Erziehungs- und Bildungswissenschaften spielen dabei zwar meist die Hauptrolle, allerdings ist Lernen auch Gegenstand der Biologie und Biochemie, der Medizin, den Wirtschaftswissenschaften oder der Informatik, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Man denke bspw. daran wie das Nervensystem sich an Gegebenheiten anpasst und dadurch Phänomene wie die der Langzeitpotenzierung im Gehirn entstehen. In den Wirtschaftswissenschaften sind Lerneffekte bspw. in der Markt- und Konsumentenforschung zentral, ebenso im Marketing und der Werbung. Lernen ist damit längst ein transdisziplinäres Forschungsgebiet.
Aristoteles formulierte in seinem Werk (De anima = Über die Seele) die ersten überlieferten Überlegungen zu Lernen und Gedächtnis (Aristoteles 384-322 v. Chr.). Dabei formulierte er drei Assoziationsprinzipien, Kontiguität, Ähnlichkeit und Kontrast. Sie gelten als die erste elementare Theorie des Lernens bzw. des Gedächtnisses. In der heutigen akademischen Psychologie ist Lernen im Grundlagenfach der Allgemeinen Psychologie fest in den Curricula der Hochschulen verankert. Die Pädagogische Psychologie setzt sich als Anwendungsfach mit Lernen auseinander, in der Klinischen Psychologie ist von Lernen z.B. in Bezug auf psychische Störungen, wie Angststörungen oder der posttraumatischen Belastungsstörung die Rede, die Psychoanalyse setzt sich mit Phänomenen wie z. B der erlernten Hilflosigkeit auseinander, in der Entwicklungspsychologie wird unter anderem untersucht, wie Menschen lernen und sich über die Lebensspanne entwickeln. All diese Wissenschaften bzw. Grundlagen- und Anwendungsfächer der Psychologie haben dabei einen anderen Zugang, Blickwinkel und Fokus zum bzw. auf das Lernen. Sie setzen dabei unterschiedliche Prioritäten und bedienen sich unterschiedlicher Grundprinzipien. Lernen ist damit zwar ein transdisziplinäres Forschungsgebiet, aber bei weitem kein einheitliches Phänomen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung in die Thematik - Lernen: Dieses Kapitel führt in die vielschichtige Thematik des Lernens ein und beleuchtet dessen Bedeutung sowie die unterschiedlichen theoretischen Perspektiven in verschiedenen Disziplinen.
2. Studienerfolg und Noten: Hier wird die Problematik der Prognose von Studienerfolg diskutiert und der Stellenwert von Noten sowie alternativen Auswahlkriterien in der Hochschulbildung kritisch hinterfragt.
3. Die Erfassung von Lernstrategien, Lernverhalten und Lernmotivation: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene internationale Fragebögen zur Messung von Lernstrategien und begründet die Wahl des LIST sowie einzelner Items des HeiMi für die empirische Untersuchung.
4. Untersuchungsdesign: Zusammenhangsanalyse, Fragestellung und Hypothesen: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, die Stichprobenerhebung und die statistischen Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen über den Zusammenhang von Lernstrategien und Studienerfolg.
5. Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Befunde hinsichtlich der Faktorenstruktur des LIST und reflektiert die Problematik der operationalen Definition von Studienerfolg.
Schlüsselwörter
Lernen, Lernstrategien, Studienerfolg, Noten, LIST, Inventar zur Erfassung von Lernstrategien im Studium, Motivation, Faktorenanalyse, Zusammenhangsanalyse, Psychologiestudierende, Kognitive Strategien, Metakognitive Strategien, Ressourcenbezogene Strategien, Bildung, Prüfungsleistung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Anwendung verschiedener Lernstrategien und dem Studienerfolg bei Studierenden der Psychologie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Lernstrategien im Studium, deren theoretische Erfassung, die Prädiktion von Studienerfolg mittels Noten sowie die Validierung des Inventars zur Erfassung von Lernstrategien im Studium (LIST).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob es Korrelationen zwischen den eingesetzten Lernstrategien und der Durchschnittsnote der Studierenden gibt und ob die faktorenanalytische Struktur des LIST bei der befragten Stichprobe bestätigt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Es wurde eine quantitative Zusammenhangsanalyse auf Basis eines Online-Fragebogens durchgeführt, wobei statistische Verfahren wie Interkorrelationsrechnungen sowie explorative und konfirmatorische Faktorenanalysen mittels SPSS und R zum Einsatz kamen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Lernens und der Studienerfolgsprognose erörtert, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung und kritischen Betrachtung bestehender Fragebogeninstrumente und dem darauf aufbauenden Untersuchungsdesign.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich charakterisiert durch die Begriffe Lernen, Lernstrategien, Studienerfolg, LIST, Noten, Faktorenanalyse und Motivation.
Wie bewertet der Autor die Dreiteilung der kognitiven Lernstrategien im LIST?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die theoretische Dreiteilung in kognitive, metakognitive und ressourcenbezogene Strategien empirisch nicht konsistent belegt werden konnte und die faktorenanalytische Zuordnung der Items zu den Skalen des LIST fragwürdig bleibt.
Welche Rolle spielt die Motivation in der Arbeit?
Die Motivation wurde als mögliche Moderatorvariable einbezogen, wobei sich zeigte, dass auch hier nur ein geringer Zusammenhang mit dem Studienerfolg besteht.
Was schließt der Autor über die Aussagekraft von Noten als Indikator für Studienerfolg?
Der Autor kritisiert, dass Noten zwar einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert haben, jedoch nur Momentaufnahmen von Prüfungsleistungen darstellen und somit nur einen sehr geringen Teil des komplexen Konstrukts Studienerfolg erklären.
- Arbeit zitieren
- Daniel Andreas Richter (Autor:in), 2010, Zum Zusammenhang des Studienerfolgs und den Lernstrategien des „Inventars zur Erfassung von Lernstrategien im Studium (LIST)“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174099