Es geht um die Auseinandersetzung mit der Frage "Wann Literaturunterricht gut ist" und das Erstellen von Aufgaben anhand von Kurzgeschichten.
Literaturunterricht zielt auf eine ästhetische und kognitive Erfahrung, die in der Fachdidaktik als literarisches Lernen gefasst wird. Spinner versteht darunter einen Prozess, der über pragmatisches Lesen hinausgeht. Literarisches Lernen aktiviert Imagination und Perspektivübernahme, verlangt die Verschränkung von subjektiver Involviertheit und analytischer Distanz, erschließt symbolische Bedeutungsebenen und fordert Ambiguitätstoleranz, also die Bereitschaft, Mehrdeutigkeit nicht als Defizit, sondern als konstitutives Merkmal literarischer Texte anzuerkennen. Da literarisches Verstehen vielschichtig und individuell verläuft und nicht selbstverständlich gelingt, bedarf es einer didaktischen Rahmung. Wann also ist Literaturunterricht gut? Ein guter Literaturunterricht lässt sich weder auf Methodenvielfalt noch auf bloße Leseförderung reduzieren. Seine Qualität zeigt sich in der Passung dreier Dimensionen. Er setzt erstens eine basale Leseförderung voraus, verlangt zweitens eine kognitiv aktivierende Tiefenstruktur und bedarf drittens einer reflektierten Inszenierung an der Oberfläche durch Textauswahl, Aufgaben und Gespräch.
- Arbeit zitieren
- Greta Gamba (Autor:in), 2026, Wann ist Literaturunterricht gut?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1741174