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Die Szenerie des Dialogs "Octavius" des Minucius Felix

Title: Die Szenerie des Dialogs "Octavius" des Minucius Felix

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Christoph Osterholt (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Der ‚Octavius’ des Minucius Felix ist ein in seiner Zielrichtung, der Bekehrung, erstaunliches Werk. Der Heide Caecilius und der Christ Octavius führen, mit Minucius Felix als „Schiedsrichter“, ein Streitgespräch über die richtige Weltanschauung. Caecilius vertritt in diesem Dialog zunächst sämtliche zur damaligen Zeit in Umlauf befindlichen Vorurteile des gebildeten antiken Mannes gegen Christen und die christliche Lehre, während Octavius diese zu entkräften und der Gegenseite ebenfalls Verfehlungen und Unwahrheiten nachzuweisen versucht. Ungewöhnlich wird das Werk aber erst durch die Art und Weise, in der Octavius gleichzeitig für seinen Glauben wirbt. Er bezieht sich in seiner Verteidigung nicht ein einziges Mal auf die jüdisch-christliche Überlieferung, sondern versucht, die christlichen Wahrheiten der antiken Philosophie so weit als möglich anzugleichen, so nah, dass, wie er sagt „... nunc Christianos philosophos esse aut philosophos fuisse iam tunc Christianos.“ Caecilius zeigt sich zum Schluß des Dialoges überzeugt, erklärt Octavius zum Sieger in der Sache und sich selbst zum Sieger über den Irrtum und bekehrt sich zum Christentum, indem er dem Octavius in den Punkten de providentia, de deo und de sectae sinceritate zustimmt.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Szenerie dieses Dialoges zu beleuchten. Dazu gehören neben den Fragen nach der Historizität der Dialogpartner und des Ortes des Streitgesprächs auch Überlegungen bezüglich der Vorbilder des Werkes und wie sich damit die Position des ,Octavius’ in der antiken Literatur darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Rahmenbedingungen

2.1. Personen

a) Minucius Felix

b) Caecilius

c) Octavius

2.2 Ort und Zeit

a) Ostia

b) Die Serapisstatue

c) Jahres- und Tageszeit

2.3 Schlussfolgerungen

3. Literarische Aspekte

3.1 Die Zwischenrede des Minucius Felix (14,2-15,2)

3.2 Vorbilder für den ‚Octavius’ als protreptischen Dialog

3.3 Schlussfolgerungen

4. Literatur:

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Szenerie des Dialogs „Octavius“ von Minucius Felix mit dem Ziel, die Historizität der Dialogpartner und des Ortes des Streitgesprächs kritisch zu beleuchten sowie die literarischen Vorbilder und die Positionierung des Werkes innerhalb der antiken Literatur zu analysieren.

  • Historische Einordnung der Protagonisten Minucius Felix, Caecilius und Octavius
  • Analyse des Schauplatzes Ostia und der zeitlichen Rahmung des Dialogs
  • Untersuchung der Zwischenrede als rhetorisches und philosophisches Element
  • Einordnung des „Octavius“ in die Tradition des protreptischen Dialogs

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Zwischenrede des Minucius Felix (14,2-15,2)

Nachdem Caecilius seine Rede beendet hat, schmäht er seinerseits Octavius der Dummheit, was Minucius Felix als Schiedsrichter zu einigen grundsätzlichen Erwägungen über Wahrheit und Schein motiviert. Er lobt die Kunstfertigkeit der Rede des Caecilius, weist aber darauf hin, dass gerade diese Fähigkeit die Zuhörer dahingehend beeinflussen kann, das Falsche zu glauben. Schließlich führe das dazu, dass man sich kein Urteil mehr erlaube und Misstrauen vorherrsche. Da aber in ihrer Diskussion nach Wahrheit geforscht werde, müsse man die Argumente um so genauer prüfen. Caecilius wirft ihm daraufhin Parteilichkeit vor, wird aber von Minucius nochmals darauf hingewiesen, dass ihre Entscheidung einzig vom Gewicht der Argumente abhängen sollte.

Minucius Felix greift mit diesem Abschnitt den Phaidon des Platon auf (Phaid. 88c-90d), die Zwischenrede des Sokrates, in der dieser ebenso auf den „Redenhass“, der durch die unüberprüfte Anerkennung von Scheinwahrheiten hervorgerufen werden kann, zu sprechen kommt. Im Unterschied zu Minucius, der als Folge das gänzliche Absehen von Urteilen befürchtet, kommt Platon zu dem Schluss, dass jedes Urteil von Unwägbarkeiten bestimmt ist. Eine weitere Differenz zwischen Vorlage und ‚Octavius’ besteht in der Behauptung des Minucius, dass „die Wahrheit ... oft nur ganz verborgen auf der einen Seite zu finden [ist], während auf der anderen eine so außerordentliche formale Gewandtheit herrscht, dass sie nicht selten mit dem Schwall ihrer Worte geradezu die Überzeugungskraft zuverlässiger Beweise gewinnt.“ (14,7)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird in die Thematik des „Octavius“ eingeführt, das Ziel der Arbeit dargelegt und die Forschungsfrage zur Untersuchung der Szenerie formuliert.

2. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Plausibilität der Akteure sowie des Ortes und der Zeit des Dialogs.

2.1. Personen: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der drei Gesprächspartner (Minucius Felix, Caecilius, Octavius) hinsichtlich ihrer Identität und Herkunft.

2.2 Ort und Zeit: Hier wird der Schauplatz Ostia, die Bedeutung der Serapis-Szene sowie der zeitliche Kontext des Treffens analysiert.

2.3 Schlussfolgerungen: Es wird resümiert, dass die Szenerie zwar plausibel klingt, jedoch eher als literarische Komposition denn als historische Tatsachenbeschreibung zu verstehen ist.

3. Literarische Aspekte: Untersuchung der literarischen Einflüsse und der Gattungszugehörigkeit des Werkes.

3.1 Die Zwischenrede des Minucius Felix (14,2-15,2): Analyse des Abschnitts, in dem der Schiedsrichter vor den Gefahren missbräuchlicher Rhetorik warnt und auf platonische Vorbilder zurückgreift.

3.2 Vorbilder für den ‚Octavius’ als protreptischen Dialog: Untersuchung der Gattung des protreptischen Dialogs und möglicher Vorläufer wie Ciceros „Hortensius“.

3.3 Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Einordnung des „Octavius“ als ein Werk, das sich kreativ in die antike Dialogtradition einfügt.

4. Literatur:: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die vorliegende Untersuchung.

Schlüsselwörter

Minucius Felix, Octavius, Caecilius, Antiker Dialog, Protreptik, Rhetorik, Ostia, Christliche Apologetik, Konversion, Literaturgeschichte, Ciceros Hortensius, Philosophischer Dialog, Antike Philosophie, Religionsgeschichte, Streitgespräch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rahmengestaltung (Szenerie) des antiken Dialogs „Octavius“ von Minucius Felix, um dessen literarische und historische Einordnung besser zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Historizität der handelnden Personen, die Bedeutung des Schauplatzes Ostia sowie die literarische Analyse des Dialogs im Kontext antiker Vorbilder und rhetorischer Traditionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Szenerie des Dialogs zu beleuchten und zu klären, inwiefern die gewählte Form den protreptischen Charakter des Werkes zur Bekehrung des heidnischen Dialogpartners Caecilius stützt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und kirchengeschichtliche Analyse, die den Text auf seine historische Glaubwürdigkeit und seine Einbindung in die antike literarische Tradition prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rahmenbedingungen (Personen, Ort, Zeit) und die Analyse literarischer Aspekte, insbesondere der Zwischenrede und der Gattung des protreptischen Dialogs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Minucius Felix, Octavius, Rhetorik, protreptischer Dialog, Apologetik und antike Literaturwissenschaft charakterisieren.

Warum ist die „Zwischenrede“ des Minucius Felix für die Argumentation des Autors wichtig?

Sie dient als Warnung vor dem Missbrauch der Rhetorik und unterstreicht, dass die Wahrheit nicht hinter einer ausgefeilten Form verborgen bleiben darf, was den christlichen Wahrheitsanspruch des Werkes stärkt.

Inwieweit lässt sich die Konversion des Caecilius als „protreptisch“ bezeichnen?

Der Dialog ist nicht ergebnisoffen; die literarische Absicht zielt explizit auf die Bekehrung des Lesers ab, indem Caecilius als Modellfigur dient, die ihre Vorurteile durch Argumente überwindet.

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Details

Title
Die Szenerie des Dialogs "Octavius" des Minucius Felix
College
University of Münster  (Seminar für Alte Kirchengeschichte)
Course
Hauptseminar: Minucius Felix, Octavius: Lektüre und Interpretation
Grade
sehr gut
Author
Christoph Osterholt (Author)
Publication Year
2001
Pages
19
Catalog Number
V17414
ISBN (eBook)
9783638219990
Language
German
Tags
Szenerie Dialogs Octavius Minucius Felix Hauptseminar Minucius Felix Octavius Lektüre Interpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Osterholt (Author), 2001, Die Szenerie des Dialogs "Octavius" des Minucius Felix, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17414
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