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Deepfakes. Datenschutz- und strafrechtliche Betrachtung

Title: Deepfakes. Datenschutz- und strafrechtliche Betrachtung

Master's Thesis , 2026 , 107 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Soni Rathore (Author)

Law - Data protection
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit analysiert die datenschutz- und strafrechtlichen Dimensionen von sog. Deepfakes, wobei sie sich auf Audio-Deepfakes und das Recht an der eigenen Stimme des Einzelnen beschränkt. Die Ausführungen werden anhand von zwei Beispielszenarien veranschaulicht, wobei der datenschutzrechtliche Teil ein legales Beispielszenario beleuchtet mit Schwerpunkt auf der DSGVO, der KI-VO sowie dem APR, während der strafrechtliche Teil den missbräuchlichen Einsatz von Audio-Deepfakes elaboriert.

Die Ausführungen beginnen mit einer Definition der Begriffe KI und Deepfakes. Sodann wird die technische Ausgestaltung von (Audio-)Deepfakes abstrakt dargestellt. Anschließend widmet sich die Arbeit der datenschutzrechtlichen und persönlichkeitsrechtlichen Betrachtung des Schutzes an der eigenen Stimme im Kontext von Audio-Deepfakes und elaboriert auf Grundlage eines Beispielszenarios die einschlägigen Regelungen hins. ihrer Eignung zum Schutz. Ergänzend wird die KI-VO als weiteres einschlägiges Regelungsregime berücksichtigt. Der strafrechtliche Teil knüpft hieran an und nimmt als Abgrenzung ein Missbrauchsszenario in den Blick. Darauf basierend erfolgt eine Erörterung und kritische Würdigung der bestehenden strafrechtlichen Regelungen verbunden mit einer Einschätzung der Geeignetheit und Notwendigkeit potenziell neuer Regelungsansätze. Die Arbeit schließt mit Handlungsempfehlungen und einem Fazit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

C. Ausarbeitung

I. Einleitung

1. Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit

2. Gang der Untersuchung

II. Begriffsbestimmung

1. Künstlichen Intelligenz und (Audio-) Deepfakes

a) Maschinelles Lernen

b) Deep Learning

2. Verfahren zur Erstellung von Audio-Deepfakes

III. Schutz der eigenen Stimme durch Datenschutz- und Persönlichkeitsrecht

1. Sachlicher Anwendungsbereich der DSGVO

a) Personenbezogenes Datum

b) Biometrisches Datum

c) Stimme als Datum besonderer Kategorien gem. Art. 9 DSGVO

d) Verarbeitung

aa) Erstellung der Audio-Deepfakes

bb) Nutzung der Audio-Deepfakes

2. Persönlicher Anwendungsbereich

3. Zwischenergebnis

4. Anwendbarkeit des KUG

a) Journalistische Tätigkeit

b) Lerninhalte als journalistische Tätigkeit

5. Deepfake als Bildnis

6. Stimme als Bildnis

7. Abgrenzung eigene Stimme und gesprochenes Wort

8. Zwischenergebnis

9. Grundsätze der Datenverarbeitung, Art. 5 DSGVO

a) Rechtmäßigkeit und Transparenz

b) Zweckbindung

c) Datenminimierung

d) Richtigkeit

e) Speicherbegrenzung (Datenaufbewahrung)

f) Integrität und Vertraulichkeit

g) Rechenschaftspflicht

10. Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung

a) Berechtigtes Interesse, Art. 6 I UAbs. I lit. f DSGVO

b) Verarbeitung zur Erfüllung eines Vertrags (Art. 6 I UAbs. I lit. b)

aa) Model-Release-Vertrag (MRV)

(1) Wirtschaftlicher Vorteil durch MRV

(2) Festlegung einer Vergütung

bb) Einwilligung, Art. 6 I UAbs. I a i. V. m. Art. 9 II lit. a DSGVO

(1) Persönlichkeitsrechtliche Einwilligung

(2) Form

cc) Weitere Anforderungen der Einwilligung

dd) Form

ee) Widerruf

(1) Persönlichkeitsrechtliche Einwilligung

(2) Form

ff) Nutzungsarten und Bearbeitungsrecht

gg) Sonstiges

11. Ergebnis und Gesamtwürdigung

IV. Weitere datenschutzrechtliche Anforderungen

1. Auftragsverarbeitungsvertrag mit KI-Anbieter

2. Drittlandübermittlung

3. Technische und Organisatorische Maßnahmen

a) Technische Maßnahmen

b) Organisatorische Maßnahmen

4. Datenschutzfolgenabschätzung

5. Betroffenenrechte

V. Rechtsfolgen, Haftung und Sanktion bei Verstößen

VI. Schutz der eigenen Stimme durch das KI-Recht (KI-VO)

1. Anwendungsbereich der KI-VO

a) Sachlicher Anwendungsbereich

aa) Deepfake-Generator als KI-System

bb) Deepfakes i. S. d. KI-VO

(1) Inhalte

(2) Ähnlichkeit zu realweltlichen Bezugsobjekten

(3) Eindruck als echt oder wahrheitsgemäß

b) Persönlicher Anwendungsbereich

aa) K als Anbieter

bb) K als Betreiber

2. Zwischenergebnis

3. Pflichten nach der KI-VO

a) Offenlegungspflicht des Betreibers

b) Kennzeichnungspflicht des Anbieters

aa) Wasserzeichen

bb) Mögliche Herausforderungen

c) Sonstige Pflichten nach Art. 50 KI-VO

d) Freiwillige Verhaltenskodizes

4. Rechtsfolgen bei Pflichtverletzungen oder sonstigen Verstößen

VII. Schutz der eigenen Stimme im Strafrecht

1. Anwendbarkeit deutschen Strafrechts und bestehender Strafnormen

2. Vermögensdelikte: Betrug, § 263 StGB

a) Täuschungshandlung

b) Irrtumserregung

aa) Identitätsmissbrauch des M

bb) Irrtum trotz Zweifeln?

c) Vermögensverfügung

d) Vermögensschaden

e) Zwischenergebnis

f) Qualifikation: Bandenbetrug nach § 263 V StGB

3. Rechtfolge und Anmerkung

4. Computerbetrug, § 263a StGB

5. Delikte gegen den persönlichen Lebens- und Geheimnisbereich: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes, § 201 StGB

6. Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, § 201a II 1 StGB

7. Zwischenergebnis

8. § 201b StGB-E

a) Kritik des § 201b-E StGB

aa) Tatobjekt

bb) Tathandlung

cc) Unklarheit über Schutzgut

dd) Geeignetheit bestehender Regelungen

b) Notwendigkeit und Alternativvorschläge

9. Datenbezogene Delikte: Ausspähen von Daten, § 202a StGB

a) Daten

b) Nicht für den Täter bestimmt

c) Gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert

d) Verschaffen des Zugangs unter Überwindung der Zugangssicherung

e) Ergebnis und Rechtsfolge

10. Abfangen von Daten, § 202b StGB

11. Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten, § 202c StGB

a) Computerprogramme

b) Herstellen

c) Ergebnis und Rechtsfolge

12. Datenveränderung, § 303a StGB

VIII. Strafrechtlicher Schutz der Authentizität von Medieninhalten

VII. Strafrechtliche Nebengesetze

1. Zivilrechtliche Ansprüche

2. KUG

3. BDSG

4. Durchsetzungsschwierigkeiten

IX. Abschließende Handlungsempfehlungen

1. Alternative Regulierungsansätze

2. Beteiligung des Betriebsrats

3. Ethische Aspekte

4. Generelle Empfehlungen

a) Prävention

b) Detektion

c) Komplementäres

X. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die datenschutz- und strafrechtliche Behandlung von Audio-Deepfakes, die auf der Stimme von Mitarbeitern basieren. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwieweit das aktuelle Recht den Schutz der eigenen Stimme im Kontext moderner KI-Anwendungen im Unternehmensumfeld gewährleistet und wo Regelungslücken bestehen.

  • Rechtlicher Schutz der Stimme nach DSGVO und KUG
  • Strafrechtliche Einordnung von Deepfakes (Betrug, Identitätsmissbrauch)
  • Anwendbarkeit der KI-Verordnung (KI-VO) auf Deepfake-Technologien
  • Anforderungen an Einwilligung und Datenverarbeitung im Arbeitsverhältnis
  • Handlungsempfehlungen zur Prävention und Detektion

Auszug aus dem Buch

1. Künstlichen Intelligenz und (Audio-) Deepfakes

Für die Definition des Begriffs der Künstlichen Intelligenz wird EG 4 der KI-VO herangezogen, welche i. S. d. EG 1 KI-VO den einheitlichen Rechtsrahmen für KI-Systeme in der Union festlegt. Darin wird KI vage als „(...) eine Reihe von Technologien, die sich rasant entwickeln und zu vielfältigem Nutzen für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft über das gesamte Spektrum industrieller und gesellschaftlicher Tätigkeiten hinweg beitragen. (...)“ bezeichnet. Konkretisiert wird der Begriff eines KI-Systems in Art. 3 Nr. 1 KI-VO, welches ein maschinengestütztes System darstellt, das für einen unterschiedlichem Grade autonomen Betrieb ausgelegt ist (...) und das aus erhaltenen Eingaben (...) ableitet, wie Ausgaben wie etwa (...) Inhalte oder Entscheidungen erstellt werden (...). Insofern muss das System insb. ein gewisses Maß an Autonomie verfügen, d. h. ohne menschliches Zutun agieren.

Das Kofferwort Deepfake setzt sich aus den Begriffen Deep Learning und Fake zusammen. Der Begriff nimmt demnach Bezug auf Medieninhalte, die mittels Deep-Learning-Technologie erstellt und deren Inhalts- und Bedeutungsgehalt entweder vollständig neu oder zumindest überwiegend durch KI erzeugt oder derart modifiziert wird, dass der generierte Inhalt vom ursprünglichen Original-Inhalt abweicht und mithin als manipuliert gilt. Eine Legaldefinition des Begriffs enthält Art. 3 Nr. 60 KI-VO, wonach ein Deepfake einen durch KI erzeugten oder manipulierten Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der wirklichen Personen, Gegenständen, Orten, Einrichtungen oder Ereignissen ähnelt und einer Person fälschlicherweise als echt oder wahrheitsgemäß erscheinen würde darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Unschärfe zwischen Realität und Manipulation durch KI und definiert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich des Schutzes der menschlichen Stimme.

II. Begriffsbestimmung: Hier werden die technologischen Grundlagen von Künstlicher Intelligenz, Machine Learning, Deep Learning und die Entstehung von Deepfakes als Kofferwort definiert.

III. Schutz der eigenen Stimme durch Datenschutz- und Persönlichkeitsrecht: Dieses Kapitel analysiert die DSGVO-Relevanz von Stimmaufnahmen und deren Qualifikation als biometrisches Datum sowie die Anwendbarkeit des Kunsturhebergesetzes.

IV. Weitere datenschutzrechtliche Anforderungen: Es werden Pflichten wie die Auftragsverarbeitung, technische Sicherheitsmaßnahmen und die Durchführung von Datenschutzfolgenabschätzungen erörtert.

V. Rechtsfolgen, Haftung und Sanktion bei Verstößen: Darstellung der möglichen Bußgelder und zivilrechtlichen Konsequenzen bei rechtswidriger Datenverarbeitung.

VI. Schutz der eigenen Stimme durch das KI-Recht (KI-VO): Untersuchung der Anwendbarkeit und Pflichten gemäß der neuen KI-Verordnung für Anbieter und Betreiber von Deepfake-Systemen.

VII. Schutz der eigenen Stimme im Strafrecht: Detaillierte Analyse strafrechtlicher Normen, insbesondere Betrugstatbestände und neue Entwürfe für Straftatbestände gegen digitale Fälschungen.

IX. Abschließende Handlungsempfehlungen: Zusammenstellung regulatorischer Lösungsansätze und organisatorischer Maßnahmen zur Risikominimierung im Unternehmen.

X. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der aktuellen Rechtslage und Ausblick auf die Notwendigkeit eines angepassten Schutzes der persönlichen Identität.

Schlüsselwörter

Audio-Deepfakes, Künstliche Intelligenz, Datenschutzgrundverordnung, DSGVO, KI-Verordnung, KI-VO, Stimmrechte, Persönlichkeitsrecht, Strafrecht, Betrug, Identitätsmissbrauch, Voice Cloning, Datensicherheit, Transparenzpflichten, Compliance

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen Herausforderungen, die durch die Nutzung von Audio-Deepfakes im beruflichen Kontext entstehen, insbesondere hinsichtlich des Schutzes der Stimme der Mitarbeiter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das Datenschutzrecht (DSGVO), das Persönlichkeitsrecht, das neue EU-KI-Recht (KI-VO) sowie die strafrechtliche Bewertung von Manipulationsmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Stimme als sensitives Datum durch bestehende Gesetze geschützt ist und ob die derzeitige Rechtslage ausreicht, um Missbrauch effektiv zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die geltende Normen analysiert, auf ein konkretes Beispielszenario anwendet und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine datenschutzrechtliche Prüfung, eine Analyse der KI-spezifischen Pflichten nach der KI-VO sowie eine tiefgehende strafrechtliche Untersuchung von Betrugs- und Ausspähdelikten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Audio-Deepfakes, KI-Verordnung, Datenschutz, Identitätsmissbrauch und Persönlichkeitsrechte.

Wie schätzt die Arbeit die Rolle der KI-VO ein?

Die KI-VO wird als ein notwendiger, aber teils unscharf definierter Regulierungsrahmen betrachtet, der insbesondere durch Transparenz- und Kennzeichnungspflichten versuchen soll, Vertrauen zu schaffen.

Welche strafrechtlichen Probleme identifiziert der Autor bei Deepfakes?

Der Autor weist darauf hin, dass bisherige Straftatbestände oft nicht passgenau auf Deepfakes zugeschnitten sind, was zu Schutzlücken bei der unbefugten Herstellung und Verwendung der Stimme führt.

Excerpt out of 107 pages  - scroll top

Details

Title
Deepfakes. Datenschutz- und strafrechtliche Betrachtung
College
University of Applied Sciences Darmstadt
Grade
1,5
Author
Soni Rathore (Author)
Publication Year
2026
Pages
107
Catalog Number
V1742132
ISBN (PDF)
9783389197875
ISBN (Book)
9783389197882
Language
German
Tags
Deepfakes Datenschutz DSGVO Strafrecht Künstlichen Intelligenz Maschinelles Lernen Deep Learning Schutz der eigenen Stimme Persönlichkeitsrecht Datenschutzrecht Audio-Deepfakes journalistische Tätigkeit KUG Kunsturhebergesetz Datenminimierung Datenaufbewahrung Rechenschaftspflicht Model-Release-Vertrag (MRV) Bearbeitungsrecht Datenverarbeitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Soni Rathore (Author), 2026, Deepfakes. Datenschutz- und strafrechtliche Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1742132
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