Was sagt das erste Buch der Bibel über Gott, den Menschen und die Welt? Und wie lassen sich diese uralten Texte heute neu verstehen?
In diesem einzigartigen Kommentar zur Genesis werden die Gedanken zweier der bedeutendsten evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts – Dietrich Bonhoeffer und Karl Barth – erstmals systematisch zusammengeführt. Aus Predigten, Vorlesungen, Briefen und theologischen Hauptwerken hat Christian Laufer jene Passagen zusammengestellt, in denen beide Denker die Texte der Genesis auslegen und auf die Grundfragen des Glaubens beziehen.
Kapitel für Kapitel begleiten Bonhoeffer und Barth die Leserinnen und Leser durch die Schöpfungsgeschichte, den Sündenfall, die Urvätererzählungen und die Geschichte Israels. Ergänzt werden ihre Auslegungen durch eigene Kommentare des Autors sowie zwölf ausführliche Exkurse zu theologischen, historischen und naturwissenschaftlichen Themen – von der Schöpfungsfrage über Arche Noah und Genetik bis hin zur Bedeutung Israels in der Heilsgeschichte.
Für Studierende, Theologinnen und Theologen, Predigende sowie alle, die den christlichen Glauben und die Botschaft der Genesis neu durchdenken möchten. Ein Werk, das klassische Theologie und aktuelle Fragestellungen miteinander ins Gespräch bringt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Genesis 1
Exkurs: Argumente für die Schöpfung
Genesis 2
Exkurs: Einsamkeit des Menschen
Genesis 3
Genesis 4
Genesis 5
Exkurs: Argumente für die Arche Noah
Genesis 6
Exkurs: Ist der Mensch nun gut oder böse?
Genesis 7
Exkurs: Die Sintflut
Genesis 8
Genesis 9
Exkurs: Der Regenbogen als Himmelsphänomen
Genesis 10
Exkurs: Genesis und Genetik
Genesis 11
Exkurs: Babel, Bethel, Morija
Genesis 12
Exkurs: Auserwählung Israels
Genesis 13
Genesis 14
Genesis 15
Genesis 16
Genesis 17
Genesis 18
Genesis 19
Exkurs: Sodom
Genesis 20
Genesis 21
Genesis 22
Genesis 23
Genesis 24
Genesis 25
Genesis 26
Genesis 27
Genesis 28
Genesis 29
Genesis 30
Genesis 31
Genesis 32
Genesis 33
Genesis 34
Genesis 35
Genesis 36
Exkurs: Edom
Genesis 37
Genesis 38
Genesis 39
Genesis 40
Genesis 41
Genesis 42
Genesis 43
Genesis 44
Genesis 45
Genesis 46
Genesis 47
Genesis 48
Genesis 49
Genesis 50
Exkurs: Josef / Israel in Ägypten
Epilog
Zielsetzung & Themen
Das Werk verfolgt das Ziel, eine systematische Zusammenstellung von Texten Dietrich Bonhoeffers und Karl Barths zum Buch Genesis zu präsentieren, um deren theologisches Verständnis von Schöpfung, Fall und Sündenfall sowie der Rolle des Menschen in Relation zu Gott zu beleuchten.
- Systematische Aufbereitung von Texten zweier bedeutender Theologen des 20. Jahrhunderts in Bezug auf das Buch Genesis.
- Ergänzung durch 12 Exkurse zu aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen (z.B. Genetik, Schöpfungsargumente, Archäologie).
- Auseinandersetzung mit der Rolle des Menschen als Ebenbild Gottes und seiner Freiheit in Partnerschaft mit Gott.
- Untersuchung der Bedeutung von Arbeit, Ehe und der "Gottebenbildlichkeit" vor dem Hintergrund des Sündenfalls.
- Herausarbeitung der theologischen Konzepte von "Ordnung" und "Gnadenbund" in der Schöpfung.
Auszug aus dem Buch
Genesis 1,1
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.12
Niemand13 kann vom Anfang reden, als der im Anfang war. So beginnt die Bibel mit der freien Selbstbestätigung, Selbstbezeugung, Offenbarung Gottes: Im Anfang schuf Gott. Am Anfang – Gott, …nicht als der ferne, ruhende, ewig seiende, sondern als der schaffende. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Nicht war er erst und dann schuf er, sondern am Anfang schuf Gott.14
Wenn Luther auf die Frage, was Gott vor der Erschaffung der Welt getan habe, antwortete, er habe Ruten geschnitzt für Leute, die solche unnützen Fragen stellen, so schlägt er damit nicht nur dem Frager seine Frage ab, sondern er sagt zugleich, dass Gott eben dort, wo er nicht als der gnädige Schöpfer erkannt wird, nur als der zornige Richter gewusst werden muss. Hinter den schaffenden Gott kann keine Frage zurück, weil man hinter den Anfang nicht zurückkann.15
Wir haben Anlass, es dankbar anzunehmen, dass das biblische Zeugnis weder mit Schweigen über die Schöpfung noch mit einer Schöpfungsphilosophie, sondern gerade mit der Schöpfungsgeschichte seinen Anfang nimmt. Indem die Bibel mit der Schöpfungsgeschichte beginnt, stellt sie schon den Grund und das Wesen des Menschen und seiner Welt in das Licht der Gnade, die sich als Gottes Sinn und Absicht offenbart.16
Zusammenfassung der Kapitel
Genesis 1: Behandelt die Schöpfungsgeschichte und den Beginn des Lebens im Licht der Gnade Gottes sowie die Einsetzung des Menschen als Gottes Ebenbild.
Genesis 2: Fokussiert auf die Erschaffung des Menschen, seine Rolle im Paradies und die Einsetzung der Ruhe (Sabbat) als göttliches Geschenk.
Genesis 3: Analysiert den Sündenfall als Zerstörung der ursprünglichen Gemeinschaft mit Gott und die nachfolgende Entfremdung des Menschen.
Genesis 4: Beleuchtet die Geschichte von Kain und Abel als Ausdruck der menschlichen Sünden und die Rolle der göttlichen Geduld.
Genesis 5: Dient als Stammbaum und verdeutlicht die Fortführung der Heilsgeschichte Gottes mit dem Menschen über Generationen hinweg.
Genesis 6: Thematisiert die Verderbtheit der Welt, die Entscheidung zur Sintflut und die Erwählung Noahs als Neuanfang.
Genesis 7: Beschreibt den Verlauf und die Ausmaße der Sintflut als göttliches Gericht und gleichzeitig als Bewahrung.
Genesis 8: Fokus auf den Rückgang der Flut, das Opfer Noahs und Gottes Verheißung des Fortbestehens der Erde.
Genesis 9: Behandelt den Bund Gottes mit Noah, die Einsetzung des Regenbogens als Zeichen und die neue Ordnung für die Menschheit.
Schlüsselwörter
Dietrich Bonhoeffer, Karl Barth, Buch Genesis, Schöpfung, Gottebenbildlichkeit, Gnadenbund, Sündenfall, Menschsein, Gottes Freiheit, biblische Exegese, Theologie, Heilsgeschichte, Schöpfungsgeschichte, Verantwortung, Gottes Wort.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Werk primär?
Das Buch stellt systematisch Texte von Dietrich Bonhoeffer und Karl Barth zum Buch Genesis zusammen, um deren theologische Auslegungen der Schöpfungsgeschichte zu kontrastieren und zu vertiefen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Schöpfung durch Gottes Wort, das Wesen des Menschen als Ebenbild Gottes, der Sündenfall als Abkehr von dieser Ebenbildlichkeit sowie die fortdauernde Gnade Gottes in der Geschichte.
Welche Forschungsfrage wird verfolgt?
Die zentrale Frage ist, wie die Theologien von Bonhoeffer und Barth jeweils das Verständnis der Genesis-Texte prägen und welche Erkenntnisse sich daraus für die Beziehung zwischen Gott, dem Menschen und der Welt ableiten lassen.
Welche Methode findet Anwendung?
Es handelt sich um eine theologische Textkommentierung, bei der originale Bibeltexte durch Zitate und Analysen der beiden Theologen interpretiert und durch moderne wissenschaftliche Exkurse ergänzt werden.
Was steht im Hauptteil im Mittelpunkt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Kapitel der Genesis (1 bis 50) exegetisch durchschritten, wobei Bonhoeffers und Barths Gedanken zu den jeweiligen Bibelstellen durch redaktionelle Anmerkungen verknüpft werden.
Welche Rolle spielt die Wissenschaft in den Exkursen?
Die Exkurse bieten wissenschaftliche Perspektiven (z.B. Evolutionsbiologie, Genetik, Archäologie), um biblische Berichte in einen aktuellen Diskurs zu setzen und Fragen nach der Authentizität der Texte zu diskutieren.
In welchem Verhältnis stehen Sündenfall und Freiheit zueinander?
Die Autoren deuten den Sündenfall als Versuch des Menschen, seine eigene Autonomie über Gottes Willen zu stellen, womit er jedoch paradoxerweise seine wahre Freiheit verliert, da diese nur in der Beziehung zu Gott existiert.
Wie wird das Konzept des "Bundes" in dieser Arbeit interpretiert?
Der Bund wird nicht als ein Vertrag zwischen Gleichen verstanden, sondern als einseitige, gnädige Verfügung Gottes, die den Menschen in Verantwortung nimmt und trotz seines Fehlverhaltens am Leben erhält.
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- Christian Laufer (Author), 2026, Der Gottesbeweis. Gedanken zum Buch Genesis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1742286