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Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel im Rahmen des Toleranzbegriffs des 18. Jahrhunderts

Title: Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel im Rahmen des	 Toleranzbegriffs des 18. Jahrhunderts

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katja Riedel (Author)

World History - General and Comparison
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Die religiöse Toleranzdebatte war in jeder Epoche allgegenwärtig. So auch im 18. Jahrhundert. Neben dem allgemeinen Verständnis von Toleranz als Duldung des Andersartigen, war eine kritische Auseinandersetzung mit der christlichen Religion und ihrem Toleranzverständnis angesichts zahlreicher Glaubenskonflikte und religiöser Verfolgungen von hoher Relevanz. Die Ringparabel von Gotthold Ephraim Lessing gilt als Paradebeispiel für den Kampf gegen die Intoleranz und die Schaffung einer religiösen Toleranz. Was beinhaltet der durch die Ringparabel transportierte Toleranzbegriff? Was sind die zentralen Inhalte des Toleranzbegriffs des 18. Jahrhunderts? Inwieweit deckt sich die Auffassung von Toleranz der Ringparabel mit den allgemeinen Ansichten des 18. Jahrhunderts und dem Toleranzbegriff bedeutender Vertreter der Aufklärung? Ziel dieser Arbeit wird es sein, diese Fragen zu klären.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema

2. Toleranzbegriff im 18. Jahrhundert

2.1. Die französische Enzyklopädie

2.2. Voltaire

3. Lessings Ringparabel

3.1. Nathan der Weise

3.2. Vorläufer der Ringparabel

3.3. Toleranzbegriff in Lessings Ringparabel

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Toleranzbegriff im 18. Jahrhundert und analysiert dabei kritisch die Auffassung von Gotthold Ephraim Lessing in der berühmten Ringparabel aus seinem Drama "Nathan der Weise", um deren Besonderheit gegenüber gängigen Toleranzkonzepten der Aufklärung aufzuzeigen.

  • Analyse des Toleranzbegriffs des 18. Jahrhunderts
  • Untersuchung der französischen Enzyklopädie und Voltaires Toleranzauffassung
  • Erörterung der Entstehung und Handlung von "Nathan der Weise"
  • Vergleichende Betrachtung der Ringparabel im Kontext zeitgenössischer Toleranzdebatten
  • Herausarbeitung der humanistischen, praktischen Toleranz bei Lessing

Auszug aus dem Buch

3.3. Toleranzbegriff in Lessings Ringparabel

Die Ringparabel bildet äußerlich und thematisch die Mitte des Dramas „Nathan der Weise“. Die Geschichte der drei Ringe wird durch ein Gespräch zwischen Nathan und Saladin eingeleitet, in dem Saladin an Nathan die Frage stellt, welcher „Glaube“, welches „Gesetz“ für ihn am besten nachvollziehbar sei und welche der „drei Religionen“ die „wahre“ sei. Nathan erzählt als Antwort auf diese Frage die Geschichte der drei Ringe. Ein Mann habe einen Ring besessen. Dieser Ring „[…]hatte die geheime Kraft, vor Gott / Und Menschen angenehm zu machen, wer / In dieser Zuversicht ihn trug. […]“ Dieser Ring sollte dem jeweils liebsten Sohn vermacht werden. So geschah es über Generationen. Eines Tages gab es einen Mann der drei Söhne hatte, die er alle drei der Liebste waren. Da er keinen der drei Söhne kränken wollte, ließ er zwei identische Ringe anfertigen. So identisch, dass er den wahren Ring nicht mehr erkennen konnte. Als er starb, stritten sich die Brüder darum, wer den rechten Ring besitzt. Im Folgenden wird deutlich warum Nathan, Saladin auf seine Frage diese Geschichte erzählt:

„SALADIN (der sich betroffen von ihm gewandt):

Ich hör’, ich höre! - Komm mit deinem Märchen

Nur bald zu Ende. - Wird's?

NATHAN: Ich bin zu Ende.

Denn was noch folgt, versteht sich ja von selbst. -

Kaum war der Vater tot, so kömmt ein jeder

Mit seinem Ring, und jeder will der Fürst

Des Hauses sein. Man untersucht, man zankt,

Man klagt. Umsonst; der rechte Ring war nicht

Erweislich; -

(nach einer Pause, in welcher er des Sultans Antwort erwartet.)

Fast so unerweislich, als

Uns itzt - der rechte Glaube.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Thema: Das Kapitel erläutert die Relevanz der religiösen Toleranzdebatte im 18. Jahrhundert und definiert das Ziel, den Toleranzbegriff Lessings mit den zeitgenössischen Auffassungen der Aufklärung zu vergleichen.

2. Toleranzbegriff im 18. Jahrhundert: Hier werden allgemeine Definitionen des Toleranzbegriffs dargelegt, die primär auf der Duldung Andersgläubiger im Sinne einer Taktik oder einer christlichen Karitas basierten.

2.1. Die französische Enzyklopädie: Dieses Kapitel analysiert die Toleranzauffassung in der "Encyclopédie", die zwar Toleranz für das Zusammenleben fordert, aber den christlichen Missionierungsgedanken und den Ausschluss bestimmter Gruppen beibehält.

2.2. Voltaire: Der Text beleuchtet Voltaires Kampf gegen den Fanatismus und seinen "Theismus", der eine einheitliche Vernunftreligion anstrebt, jedoch den Atheismus explizit von der Toleranz ausschließt.

3. Lessings Ringparabel: Das Kapitel führt in die Entstehungsgeschichte von "Nathan der Weise" ein und thematisiert den Konflikt zwischen Lessing und der lutherischen Orthodoxie als Auslöser für das Drama.

3.1. Nathan der Weise: Es wird eine kurze Zusammenfassung der Handlung des Dramas gegeben, wobei die Bedeutung der Verwandtschaftsbeziehungen für die Auflösung des religiösen Konflikts hervorgehoben wird.

3.2. Vorläufer der Ringparabel: Das Kapitel stellt fest, dass die Ringparabel keine neue Erfindung Lessings ist, sondern auf verschiedene Überlieferungen wie Boccaccios "Decamerone" zurückgeht.

3.3. Toleranzbegriff in Lessings Ringparabel: Hier wird der Kern der Arbeit dargelegt: der Übergang von der theoretischen Duldung zur praktischen humanistischen Toleranz, bei der nicht der Besitz der Wahrheit, sondern das sittliche Handeln entscheidet.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Lessings Toleranzbegriff in der Ringparabel über das übliche Konzept der Duldung des 18. Jahrhunderts hinausgeht, da er die christliche Konfession transzendiert und auf praktischer Nächstenliebe basiert.

Schlüsselwörter

Toleranz, Aufklärung, Lessing, Ringparabel, Nathan der Weise, Voltaire, Enzyklopädie, Religionsfreiheit, Humanität, Duldung, Dogmatismus, Fanatismus, praktische Toleranz, Vernunftreligion, Theismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Toleranzbegriff des 18. Jahrhunderts und vergleicht diesen mit dem Verständnis von Toleranz, das Gotthold Ephraim Lessing in der Ringparabel seines Dramas "Nathan der Weise" darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Toleranzbegriffs, der Einfluss der französischen Aufklärung, die Rolle von Voltaire und die philosophische Aussage der Ringparabel über menschliches Zusammenleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Lessings Ringparabel durch einen humanistischen und praktischen Toleranzbegriff von der damals vorherrschenden Auffassung einer bloßen, auf Erlaubnis basierenden Duldung abhebt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und geistesgeschichtliche Analyse, die auf der Auswertung von Primärtexten und einschlägiger Sekundärliteratur zu den Themen Toleranz, Aufklärung und Lessings Werk basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Toleranzbegriffs im 18. Jahrhundert (inklusive Voltaire und der Enzyklopädie) sowie eine tiefgehende Analyse von "Nathan der Weise" und der darin eingebetteten Ringparabel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Toleranz, Aufklärung, Humanität, Vernunft, Duldung und die praktische Umsetzung religiöser Freiheit jenseits dogmatischer Grenzen.

Wie unterscheidet sich die Toleranzauffassung der Enzyklopädie von Lessings Ansatz?

Während die Enzyklopädie Toleranz primär als Mittel zur Aufrechterhaltung des Friedens bei gleichzeitiger Beibehaltung einer deistischen Vorherrschaft sieht, fordert Lessing in der Ringparabel eine echte Anerkennung der Vielfalt durch sittliches Handeln.

Warum spielt das Richterurteil in der Ringparabel eine so entscheidende Rolle?

Das Richterurteil ist zentral, weil es das praktische Handeln – Sanftmut, Wohltun und herzliche Verträglichkeit – zum einzigen Kriterium für den "wahren Ring" erklärt und somit die Suche nach einer alleinigen absoluten Wahrheit als vergeblich entlarvt.

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Details

Title
Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel im Rahmen des Toleranzbegriffs des 18. Jahrhunderts
College
Technical University of Chemnitz  (Europäische Geschichte)
Course
Mittelalterliche Konzepte und Erscheinungsformen von Toleranz
Grade
1,7
Author
Katja Riedel (Author)
Publication Year
2011
Pages
27
Catalog Number
V174400
ISBN (eBook)
9783640950713
ISBN (Book)
9783640950379
Language
German
Tags
Geschichte Germanistik Lessing Ringparabel Toleranz Toleranzbegriff Aufklärung 18. Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Riedel (Author), 2011, Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel im Rahmen des Toleranzbegriffs des 18. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174400
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