Inwiefern eignet sich der Achtsamkeitsansatz als Prävention von Leistungsängsten bei Schüler*innen im Rahmen des LER- Unterrichts?
Die permanente Angst vor Prüfungs- und Bewertungssituationen in der Institution Schule nimmt in der heutigen Gesellschaft eine bedeutende Rolle ein, da sich die Leistungsangst als eine der weitverbreitetsten Angstformen im Kindes- und Jugendalter erweist. Die Autoren Suhr-Dachs & Döpfner (2005) verstehen unter der Leistungsangst die kontinuierliche Angst vor sozialen Bewertungs- und Leistungssituationen, in denen sowohl die soziale Identität als auch der Selbstwert als bedrohlich empfunden wird. Eine Querschnittsstudie von Fend (1976) ergab folgende Ergebnisse: Ungefähr 50% aller Schüler*innen leiden an Herzklopfen, sobald sie von der Lehrkraft aufgerufen und befragt werden. Aus Angst, etwas Falsches zu sagen oder vor der Klasse bloßgestellt zu werden, beteiligen sich nur 30% der Lerner*innen sporadisch am Unterrichtsgeschehen. Außerdem berichten 30% bis 40% aller Schüler*innen von der Angst vor Klassenarbeiten.
Dank der immer fortschreitenden Forschung existieren bereits zahlreiche Ansätze, die zur Behandlung von Leistungsängsten eingesetzt werden können. Dieser wissenschaftlichen Arbeit wird jedoch ausschließlich der Achtsamkeitsansatz zugrunde gelegt. Mithilfe dieser Praxis kann unter anderem ein achtsamer und handlungsorientierter Umgang mit der Allgegenwärtigkeit der Leistungsangst im schulischen Kontext hergestellt sowie das damit einhergehende psychische und physische Ausmaß der Schüler*innen eingedämmt werden. Ob und inwiefern sich die Haltung der Achtsamkeit speziell im Rahmen des Faches Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde zur Prävention von Leistungsängsten bei Schüler*innen anwenden lässt, soll im Laufe der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Leistungsangst?
2.1 Terminologische Abgrenzung
2.1.1 Definition des Terminus Leistung
2.1.2 Definition und Abgrenzung der Termini Angst, Furcht und Phobie
2.1.3 Definition des Terminus Leistungsangst
2.2 Entstehung
2.3 Symptomatik
2.4 Folgen
3 Der Achtsamkeitsansatz als Prävention von Leistungsangst im LER-Unterricht
3.1 Grundlagen
3.1.1 Definition und Charakteristika der Achtsamkeit
3.1.2 Formelle und informelle Achtsamkeitsübungen
3.1.3 Wirkung und Wirkmechanismen von Achtsamkeit
3.2 Integration in den LER-Unterricht
3.2.1 Eignung und Relevanz des Achtsamkeitsansatzes für das Fach LER
3.2.1.1 Verortung im OECD Lernkompass 2030
3.2.1.2 Verortung im Rahmenlehrplan für LER
3.2.2 Bedingungen zur Umsetzung von Achtsamkeitsinterventionen im LER-Unterricht
3.3 „AISCHU – Achtsamkeit in der Schule“ (Kaltwasser, Sauer, Kohls 2014)
3.4 Chancen und Grenzen von Achtsamkeit in der Schule
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Potenzial des Achtsamkeitsansatzes als Präventionsmaßnahme gegen Leistungsängste bei Schülerinnen und Schülern im schulischen Fach LER (Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde). Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwiefern eignet sich der Achtsamkeitsansatz als Prävention von Leistungsängsten bei Schüler*innen im Rahmen des LER-Unterrichts?“
- Theoretische Fundierung und terminologische Klärung von Leistungsangst.
- Einführung in das Konzept der Achtsamkeit sowie dessen Wirkmechanismen.
- Verortung von Achtsamkeitsinterventionen im aktuellen Rahmenlehrplan für das Fach LER.
- Praktische Umsetzungsvoraussetzungen und pädagogische Strategien für Achtsamkeitsübungen im schulischen Setting.
Auszug aus dem Buch
‚Wenn wir achtsam sind, dann ist es so, als ob wir aus einem Traum erwachen. Plötzlich, wenn wir mit unseren achtsamen Ohren hinhören, hören wir ganz leise Geräusche, wie das Surren der Glühbirne über uns und das Atmen des Freundes, der neben uns sitzt. Alle diese Geräusche waren schon die ganze Zeit da, aber wir waren so in unseren eigenen Gedanken gefangen, dass wir sie nicht bemerkt haben. Es gibt so viele wunderbare Lieder zu hören, so viele vorbeiziehende Vögel zu sehen und köstliches Essen zu schmecken, Wenn unser achtsames Bewusstsein erwacht, dann können wir Basketball spielen oder Seilspringen mit dem Fokus und der Wendigkeit eines olympischen Athleten. Wir lernen uns auf eine Prüfung vorzubereiten oder ein Instrument zu üben, ohne die üblichen Ablenkungen und erledigen die Dinge schnell und leicht. Die Neurowissenschaft zeigt, dass Achtsamkeit tatsächlich unser Gehirn neu vernetzt, so dass wir weniger impulsiv reagieren und nicht so leicht in Schwierigkeiten geraten. Die Forschungsergebnisse zeigen auch, dass Achtsamkeit uns ganz einfach glücklicher macht, und was könnte wichtiger sein als das?‘
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Leistungsangst im Schulalltag ein und formuliert die Forschungsfrage zur Eignung des Achtsamkeitsansatzes im Fach LER.
2 Was ist Leistungsangst?: Dieses Kapitel schafft einen theoretischen Rahmen, indem die Begriffe Leistung, Angst, Furcht und Phobie definiert und die Entstehung, Symptomatik sowie Folgen von Leistungsangst dargelegt werden.
3 Der Achtsamkeitsansatz als Prävention von Leistungsangst im LER-Unterricht: In diesem Hauptteil wird das Konzept der Achtsamkeit theoretisch fundiert, in den LER-Unterricht verortet und anhand bestehender Programme sowie Chancen und Grenzen in der Schulpraxis kritisch analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage, wobei die Eignung der Achtsamkeit als Präventionsmittel unterstrichen wird.
Schlüsselwörter
Achtsamkeit, Leistungsangst, LER-Unterricht, Prävention, Schüler*innen, Schulkultur, Stressbewältigung, Achtsamkeitsinterventionen, AISCHU, Selbstregulation, Persönlichkeitsentwicklung, Lernkompass 2030, Partizipationskompetenz, Emotionen, Achtsamkeitspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Achtsamkeitsansatz genutzt werden kann, um Leistungsängste bei Schülerinnen und Schülern im Fach LER vorzubeugen und abzumildern.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Leistungsangst, die Grundlagen der Achtsamkeitspraxis sowie deren Integration in curriculare Vorgaben, wie den OECD Lernkompass und den Brandenburger Rahmenlehrplan.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die wissenschaftliche Eignung von Achtsamkeitsinterventionen als Präventionsinstrument im schulischen Kontext zu prüfen und pädagogische Möglichkeiten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien zu Achtsamkeitsprogrammen in der Schule, um die Forschungsfrage fundiert zu beantworten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das Phänomen Leistungsangst definiert, daraufhin die Prinzipien der Achtsamkeit (formell/informell) erläutert und schließlich die konkrete Integration dieser Praxis in den Unterrichtsalltag des Fachs LER unter Berücksichtigung von Rahmenlehrplänen untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Achtsamkeit, Leistungsangst, LER-Unterricht, Prävention, Selbstregulation und Schulkultur charakterisieren.
Welche Bedeutung hat das Fach LER für die Anwendung von Achtsamkeit?
Das Fach LER eignet sich besonders gut, da es den Fokus auf lebensrelevante Themen, Identitätsfindung und emotionale Reflexion legt, womit Achtsamkeit eine natürliche inhaltliche Anknüpfung erfährt.
Warum ist die "Aufzugübung" als spezifisches Beispiel relevant?
Die Aufzugübung wird als praktisches Werkzeug angeführt, das Schülern helfen kann, in akuten Prüfungssituationen den Kontakt zu sich selbst zu bewahren und den Druck durch die Verbindung von Atem und Körper zu mindern.
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- Anonym (Author), 2022, Der Achtsamkeitsansatz als Prävention von Leistungsängsten bei Schüler*innen im Rahmen des LER-Unterrichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1744177