Jede Kultur und Religion zeichnet sich durch ganz spezifische Rituale und Traditionen aus, die das Leben eines einzelnen Individuums oder gar einer gesamten Bevölkerung beeinflussen. Insbesondere das Judentum ist geprägt durch eine Vielzahl von Fest- und Feiertagen. Als ein ganz besonderer Anlass im Leben einer jüdisch gläubigen Person, kann die Eheschließung angeführt werden. Sie ist unmittelbar nach der Bar Mitzwa und Bat Mitzwa, dem Erreichen der Volljährigkeit, die nächst größere Station. Hierbei sollte jedoch nicht die Beschneidung als theologisch wichtigste Station in Vergessenheit geraten. Der Ehe kommt eine ganz besondere Wirkung zu: Die Schöpfungsgeschichte Gottes lehrt, dass Mann und Frau ursprünglich als eine gemeinsame Einheit erschaffen wurden, weshalb ein Leben in wiederhergestellter Einheit angestrebt wird. Schon mit Blick auf die Bedeutung des Ehebegriffs wird deutlich, welch großen Stellenwert die Ehe im Judentum einnimmt. Doch was würde die Auflösung des Ehebündnisses für den Stellenwert der Ehe im Judentum bedeuten? Ausgehend von der Bedeutsamkeit des Terminus ‚Ehe‘ gibt die vorliegende Arbeit einen Überblick über die orthodox jüdische Ehescheidung und legt zusätzlich die Thematik der Wiederheirat nahe. Daraus ergibt sich folgende These, zu welcher am Ende der Arbeit Stellung bezogen werden soll: Die jüdische Ehescheidung – Ein notwendiges Übel!
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- Anonym (Author), 2021, Die jüdische Ehescheidung als Auflösung einer geheiligten Verbindung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1744182