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Der Einfluss von Wertewandel auf die intimen Lebensformen in der postmodernen Gesellschaft

Titel: Der Einfluss von Wertewandel auf die intimen Lebensformen in der postmodernen Gesellschaft

Diplomarbeit , 2010 , 80 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anna Orkiszewska (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon seit Langem interessiert mich besonders das Thema der soziokulturellen Werte und des Wertewandels, denn unser Zusammenleben hängt vom Wertefundament der dynamischen, postmodernen Gesellschaft ab. Der Wertewandel beeinflusst alle gesellschaftlichen Bereiche unseres Lebens: Ehe und Familie, Partnerschaft, Erziehung, Bildung, Arbeits- und Berufsleben, Konsum und Freizeit.
Es heißt, wir leben im Übergang von der ersten oder einfachen Moderne in die zweite oder Spät- oder Postmoderne. In Bezug auf diese Begriffe existieren unterschiedliche Theorien und Einschätzungen darüber, in welcher Richtung die Entwicklung führen kann: Die postmodernen Erscheinungen werden erstens als eine andere Normalität dargestellt, zweitens wird von einer Destruktion des Sozialen, vom Verschwinden der Seele, der Moral und der kulturellen Verelendung gesprochen. Wertepluralismus, Werteverfall und -verlust, Wertkrise sind Begriffe, mit denen die gegenwärtige Lebenssituation des Menschen und das Zusammenleben etikettiert werden. Gemeinsam für die beiden Bewertungen ist jedoch die Annahme, dass wir in Zeiten des Wandels leben, in denen bekannte Formen der Arbeit, der Freizeit, des sozialen, privaten und intimen Lebens sowie der Politik und Kultur durch andere abwechslungsreiche ergänzt oder gar ersetzt werden.
Die gewöhnlichen intimen Lebensformen werden dereguliert; die Stichworte lauten hierzu: Entwertung der Herkunftsfamilie, Schrumpfen der Kleinfamilie zur Kleinstfamilie, in der ein Individuum selbst zu seiner eigenen Familie wird, Vervielfältigung der Beziehungs- und Lebensformen, Pluralisierung der früheren Perversitäten zu gesunden Neosexualitäten, die mit großer Selbstverständlichkeit inszeniert werden. Folgt man Prof. Sigusch, so zerlegt die neue Revolution die traditionellen intimen Lebensformen und setzt sie neu zusammen. Dadurch treten Phänomene, Intimbeziehungen und Präferenzen hervor, die bisher verschüttet waren, keinen Namen hatten oder gar nicht existierten.
Charakteristisch für die Postmoderne ist die narzisstische Selbsterfindung: Die Selbstverwirklichung zwingt die Individuen zur Vielfalt, zum Ausprobieren: Alles ist offen, verführerisch und greifbar. Es werden immer intensivere Erlebnisse gesucht. Nicht zuletzt zu beobachten sind neue Scham-, Ekel- und
Desensibilisierungsstandards.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 SOZIOLOGISCHER WERTBEGRIFF

1.2 BEGRIFF DER POSTMODERNE

2. WERTEWANDEL IN DER POSTMODERNEN GESELLSCHAFT

2.1 EXKURS IN DIE GESCHICHTE

2.2 MENTALITÄT UND ZEITGEIST

2.3 ORIENTIERUNGSPROBLEME

2.4 DER INDIVIDUALISIERUNGSPROZESS

2.5 VERLANGEN NACH ABENTEUER UND AUFREGUNG

2.6 NEUE SCHAM- UND DESENSIBILISIERUNGSSTANDARDS

3. URSACHEN DES WERTEWANDELS

3.1 VERÄNDERUNG DER NATÜRLICHEN LEBENSBEDINGUNGEN

3.2 EINFLÜSSE DES DENKENS UND WISSENS

3.3 TECHNISCHER FORTSCHRITT; WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG UND STEIGERUNG DES WOHLSTANDES

3.4 PROZESSE DER GESELLSCHAFTLICHEN DIFFERENZIERUNG UND INTERPRETATION

3.5 WANDEL DER HERRSCHAFTSVERHÄLTNISSE

3.6 DIE SOZIALSTRUKTUR UND DER WOHLFAHRSSTAAT

3.7 GLOBALE PROZESSE

3.8 EINFLÜSSE DER SOZIALISATION

3.9 REDUKTION KOGNITIVER DISSONANZEN

4. INTIME LEBENSFORMEN IN DER POSTMODERNE

4.1 VERVIELFÄLTIGUNG DER BEZIEHUNGSFORMEN

4.2 SINKENDE ATTRAKTIVITÄT UND BEDEUTUNGSWANDEL DER INSTITUTION EHE UND FAMILIE

4.2.1 Normalisierung des Scheidung

4.3 SINGLE-DASEIN

4.4 MODERNE ALTERNATIVEN ZUR EHESCHLIESSUNG

4.4.1 Alleinwohnende

4.4.2 Living-apart-together: getrenntes Zusammenwohnen

4.4.3 Wohngemeinschaften

4.5 WERTEWANDEL IM BEZUG AUF DIE SEXUALITÄT

4.5.1 Enttraditionalisierung und Selbstbestimmung der Frauen

4.5.2 Modernisierung der Sexualität

4.5.3 Sexuell nichtexklusive Partnerschaften: Demokratisierung der Sexualität

4.5.4 Alte – neue Perversionen

5. SPÄTMODERNE BEZIEHUNGSWELTEN –STUDIE: RAPORT ÜBER PARTNERSCHAFT UND SEXUALITÄT IN DREI GENERATIONEN

5.1 EINLEITUNG ZUR STUDIE

5.2 ERGEBNISSE

5.2.1 Beziehungswandel im früherem, mittlerem und höherem Erwachsenenalter

5.3 ZUSAMMENFASSUNG DER STUDIE

6. AKTUELLE TENDENZEN

7. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den soziokulturellen Wandel der Werte und deren Einfluss auf die intimen Lebensformen in der postmodernen Gesellschaft, wobei insbesondere die Transformation von Partnerschaft, Ehe und Sexualität im Fokus steht.

  • Soziologische Grundlagen des Wertewandels und der Postmoderne.
  • Ursachen und Determinanten der veränderten Wertorientierungen.
  • Wandel von intimen Lebensformen und alternativen Beziehungsmodellen.
  • Empirische Analyse der Sexual- und Beziehungsbiografien über drei Generationen.

Auszug aus dem Buch

4.2. Sinkende Attraktivität und Bedeutungsverlust der Institution Ehe und Familie

Angesichts der Tatsache, dass die Reproduktion der Menschen in der Familie stattfand, bildete sich eine hohe Wertschätzung von Ehe und Familie, auch in Hinblick auf die moralischen Normen des sexuellen Verhaltens, das auf die Ehe eingeschränkt war. Die Zahl der außerehelichen Geburten konnte dadurch deutlich eingeschränkt werden. „Solange es keine sichere Methode der Empfängnisverhütung gab, waren Menschen gezwungen, ihre Sexualität auf die Ehe zu beschränken, weil durch uneheliche Geburten bedeutende Moralauffassungen und Normen verletzt wurden und schwerwiegende negative Sanktionen zu erwarten waren.“126 Die Ausbreitung der Verhütungsmittel in neuerer Zeit und vor allem die Entwicklung und Verbreitung der Pille seit den 60er-Jahren ermöglichten den Frauen in hoch entwickelten Gesellschaften die Verhinderung von unerwünschten Geburten. Die „Anti-Baby-Pille“ bedeutete einen Durchbruch in den hoch entwickelten Gesellschaften: Durch Verwendung dieser Methode konnte der vor- und außereheliche Geschlechtsverkehr ausgeübt werden, ohne unerwünschten Nachwuchs befürchten zu müssen.127 Durch den gestiegenen Wohlstand und die Herausbildung des Wohlfahrtstaates ist die Gefahr des Verhungerns nicht ehelicher Kinder überwunden worden. Dadurch kam es zu vermehrten Impulsen für eine Auflockerung strenger Moralauffassungen und Normen, die das sexuelle Verhalten auf die Ehe einschränkten. „Ehe und Familie einerseits und das Sexualverhalten andererseits wurden somit entkoppelt. Moralauffassungen und Normen, die die Sexualität auf die Ehe einschränkten, wurden schlagartig bis zu einem Grade funktionslos und erlitten in beschleunigtem Maße Akzeptanz- und Geltungseinbußen. Ihre verhaltenssteuernde Kraft nahm dementsprechend ab. Die Stabilität, Wertschätzung und Zukunftsfähigkeit von Ehe und Familie sind durch diesen abrupten Wandel zumindest erschüttert worden.“128

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema des Wertewandels und die soziokulturellen Veränderungen in der postmodernen Gesellschaft.

2. WERTEWANDEL IN DER POSTMODERNEN GESELLSCHAFT: Analyse der historischen Entwicklung und der mentalen Ursachen, die zu neuen Wertordnungen führen.

3. URSACHEN DES WERTEWANDELS: Untersuchung ökonomischer, technischer und sozialer Faktoren, die den Wandel von Werten begünstigen.

4. INTIME LEBENSFORMEN IN DER POSTMODERNE: Darstellung der Pluralisierung von Partnerschaft, Ehe und Sexualität im Kontext des Wertewandels.

5. SPÄTMODERNE BEZIEHUNGSWELTEN –STUDIE: RAPORT ÜBER PARTNERSCHAFT UND SEXUALITÄT IN DREI GENERATIONEN: Empirische Auswertung der Beziehungsbiografien über drei Generationen hinweg.

6. AKTUELLE TENDENZEN: Zusammenfassung moderner Entwicklungen wie der zunehmenden Individualisierung und der Entstehung postfamilialer Strukturen.

7. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung in den theoretischen Kontext.

Schlüsselwörter

Wertewandel, Postmoderne, Intime Lebensformen, Partnerschaft, Sexualität, Ehe, Individualisierung, Postmaterialismus, Familiensoziologie, Beziehungsbiografie, Sozialisation, Pluralisierung, Lebensstile, Anomie, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit analysiert den soziokulturellen Wertewandel in westlichen Gesellschaften und dessen Auswirkungen auf private Lebensformen, insbesondere Ehe, Familie und Sexualität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Postmoderne, der Wandel von Normen und Werten, neue Beziehungsformen wie Alleinwohnen oder "Living-apart-together" sowie die Veränderung der Sexualmoral.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu verstehen, wie sich Wertorientierungen im Laufe der Zeit gewandelt haben und wie diese Veränderungen das heutige Zusammenleben von Menschen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer Theorien sowie einer empirischen Studie zu Sexual- und Beziehungsbiografien dreier Generationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachen des Wertewandels (z.B. Wohlstand, Globalisierung), die Analyse der intimen Lebensformen und die Vorstellung einer Drei-Generationen-Studie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Wertewandel, Postmoderne, Individualisierung, Partnerschaft, Familie und Sexualität.

Wie unterscheidet sich die "vorliberale Generation" von der "Generation der Gender Equalisation"?

Die vorliberale Generation (geboren 1942) zeichnete sich durch traditionelle Normalbiografien (Heirat/Kinder) aus, während jüngere Generationen (geboren 1972) eine höhere Beziehungsfluktuation und Individualisierung aufweisen.

Ist der Rückgang der Ehe ein Anzeichen für einen Werteverlust?

Die Autorin argumentiert gegen diese Annahme. Es findet eher ein Bedeutungswandel statt, bei dem die Qualität und Selbstbestimmung in der Partnerschaft stärker in den Fokus rücken.

Ende der Leseprobe aus 80 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss von Wertewandel auf die intimen Lebensformen in der postmodernen Gesellschaft
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Anna Orkiszewska (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
80
Katalognummer
V174459
ISBN (eBook)
9783640950812
ISBN (Buch)
9783640950041
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss wertewandel lebensformen gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Orkiszewska (Autor:in), 2010, Der Einfluss von Wertewandel auf die intimen Lebensformen in der postmodernen Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174459
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Leseprobe aus  80  Seiten
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