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Postfordismus aus der Perspektive der Regulationstheorie

Titel: Postfordismus aus der Perspektive der Regulationstheorie

Seminararbeit , 2010 , 34 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B.Sc. Jörg Lackner (Autor:in), B.Sc. Steven Schielke (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wenn Banken international so streng reguliert würden wie derzeit geplant, koste dies
Wachstum und Arbeitsplätze, sagte IIF- und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann“
(Freiberger/Hagelüken: 2010). Anhand dieser Aussage wird deutlich, dass Regulierung einen
(in)direkten Einfluss auf die wirtschaftliche Situation hat. Aus diesem Grund ist diese Arbeit, die
sich mit den zentralen Elementen des Postfordismus befasst, in den Kontext der
Regulationstheorie gestellt worden. Der Postfordismus ist nur zu verstehen, wenn einerseits der
Fordismus und andererseits das rekursive Wechselspiel zwischen Regulierung und
Auswirkungen, bzw. zwischen Tatsachen und daraus folgender Regulierung bekannt sind.
Die vorliegende Arbeit befasst sich im Kern mit dem Postfordismus, dem einerseits zentrale
Elemente wie bspw. die Internationalisierung der Wirtschaft, das Outsourcing, die (globale)
Netzwerkbildung, die veränderten Rolle der Arbeit und Produktion sowie die
Informationsrevolution zugrunde liegen. Und andererseits Konzepten wie dem Neoliberalismus,
einer Flexibilisierung der politischen Rahmenbedingungen sowie der Verlagerung nationaler
Kompetenzen auf supranationale Träger auf der politisch makroökonomischen Ebene. Um die
beiden Ebenen in einen kausalen Zusammenhang zu bringen, wird diese Arbeit in den Rahmen
der Regulationstheorie eingefügt. Um in die Begrifflichkeit der Regulationstheorie einzuführen
wird die Ebene der Produktionsweise und der Gesellschaftverhältnisse von nun an als
Akkumulationsregime bzw. kurz Akkumulation bezeichnet, sowie die politisch
makroökonomische Ebene der Einflussnahme, Steuerung und Korrektur der Akkumulation als
Regulationsmodus bzw. kurz Regulation.
Durch die Verwendung des regulationstheoretischen Rahmens wird es ermöglicht eine reine
Deskription der beiden Ebenen zu vermeiden und zusätzlich neue Perspektiven zu öffnen. Die
über die Beschreibung hinausgehenden neuen Perspektiven sind in dieser Arbeit vor allem die
Kausalität und Reziprozität von Akkumulation und Regulation, sowie eine Betrachtung der
gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Konstellation im Postfordismus.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Regulationstheorie

3 Fordismus als Referenz(system)

3.1 Akkumulation und Regulation im Fordismus

3.2 Die Krise des Fordismus

4 Akkumulation und Regulation im Postfordismus

4.1 Das Akkumulationsregime des Postfordismus

4.1.1 Von der Massenfertigung zu globalen Netzwerken

4.1.2 Veränderungen in Arbeit und Gesellschaft

4.2 Der Regulationsmodus des Postfordismus

4.2.1 Tendenzen eines neoliberalen Regulationsmodus

4.2.2 Eine ‚neue‘ europäische Regulationsebene

4.2.3 Die vier europäischen Grundfreiheiten – Entpolitisierung durch Verrechtlichung

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den Übergang vom fordistischen Wirtschaftsmodell zum Postfordismus unter Verwendung des theoretischen Rahmens der Regulationstheorie, um das komplexe Wechselspiel zwischen Akkumulationsregimen und Regulationsmodi zu erklären.

  • Grundlagen und Entstehung der Regulationstheorie
  • Charakteristika des Fordismus und seine systemimmanente Krise
  • Merkmale und neue Produktionsprinzipien des Postfordismus
  • Veränderungen in Arbeitswelt, Gesellschaft und Konsumverhalten
  • Die Rolle supranationaler Instanzen und der europäischen Integration

Auszug aus dem Buch

Die Spirale des Investitions- und Lohnwachstums

Dass die Abwertung der Arbeit akzeptiert wurde, hat neben regulatorischen Aspekten auch eine Begründung in der Kapitalakkumulation, bzw. -umverteilung. Durch steigende Reallöhne konnte zum einen die „Klasse der Lohnempfänger“ beruhigt werden, und zum anderen förderten höhere Reallöhne gleichzeitig die Nachfrage nach den hergestellten Gütern. Durch die erhöhte Güternachfrage konnten wiederum Produktivitätssteigerungen realisiert werden – z.B. durch verfügbare Mittel zur Investition oder erzielbaren Skaleneffekten durch Produktionsausdehnung. Dieser Kreislauf aus Lohn-, Konsum- und Produktivitätswachstum ist kennzeichnend für die Zeit des Fordismus (vgl. Koch 2003: 34, 46ff.; Lipietz 1998: 17f.) und wird als dominant intensives Akkumulationsregime bezeichnet (vgl. Eser, 2008: 49).

Durch eine vorwiegend auf den Binnenmarkt orientierte Wirtschaft bzw. Kapitalakkumulation entstand im Zusammenhang mit dem „Wachstum der Investitionen und [dem] Wachstum der Kaufkraft der Arbeitsentgelte" (Lipietz 1998: 17 f.), ein sowohl volkswirtschaftliches, als auch auf den individuellen Wohlstand bezogenes endogenes Wachstum (vgl. Aglietta 2000: 33). Neben diesem Wachstum war die Gesellschaftsstruktur aber auch durch eine nahezu Vollbeschäftigung und Stabilität der Arbeitsverhältnisse gekennzeichnet. Bis zur Krise des Fordismus in den siebziger Jahren des 20. Jh. hielt diese Arbeitsauslastung an. Teilweise herrschte sogar Arbeitskräftemangel, dem mit der Rekrutierung von Gastarbeitern und Frauen entgegengewirkt wurde (vgl. Aglietta 2000: 33; Koch 2003: 47).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die regulationstheoretische Perspektive auf den Postfordismus ein und definiert zentrale Begriffe wie Akkumulationsregime und Regulationsmodus.

2 Grundlagen der Regulationstheorie: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung und die Intention der Theorie vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise der 1970er Jahre.

3 Fordismus als Referenz(system): Das Kapitel beschreibt das fordistische Wirtschaftsmodell als Zusammenspiel von Massenproduktion, Lohn-Investitions-Spirale und Sozialstaatlichkeit.

3.1 Akkumulation und Regulation im Fordismus: Hier werden die tayloristische Arbeitsorganisation, Effizienzsteigerungen durch Skaleneffekte und die Mechanismen der Lohnfindung analysiert.

3.2 Die Krise des Fordismus: Das Kapitel untersucht die Ursachen des Zusammenbruchs der fordistischen Prosperitätskonstellation, insbesondere durch Sättigungstendenzen und Globalisierung.

4 Akkumulation und Regulation im Postfordismus: Der Fokus liegt auf der Transformation der Produktionsprinzipien und der Entstehung prekärer Arbeits- und Wettbewerbsverhältnisse.

4.1 Das Akkumulationsregime des Postfordismus: Dieses Unterkapitel analysiert den Druck auf Unternehmen zu Flexibilität und globaler Netzwerkbildung.

4.1.1 Von der Massenfertigung zu globalen Netzwerken: Der Schwerpunkt liegt auf der Internationalisierung der Wertschöpfung und neuen Effizienzkonzepten.

4.1.2 Veränderungen in Arbeit und Gesellschaft: Das Kapitel behandelt die Auswirkungen auf Konsumstile und die Erosion des klassischen Normalarbeitsverhältnisses.

4.2 Der Regulationsmodus des Postfordismus: Hier wird der Wandel des Staates vom keynesianischen Wohlfahrtsstaat zum Wettbewerbsstaat thematisiert.

4.2.1 Tendenzen eines neoliberalen Regulationsmodus: Analyse der Liberalisierung, Deregulierung und der Belastung der Sozialkassen durch Standortwettbewerb.

4.2.2 Eine ‚neue‘ europäische Regulationsebene: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der europäischen Integration als supranationaler Akteur.

4.2.3 Die vier europäischen Grundfreiheiten – Entpolitisierung durch Verrechtlichung: Analyse, wie EU-Grundfreiheiten nationale Gestaltungsspielräume begrenzen.

5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ko-Evolution von Akkumulation und Regulation zusammen und hinterfragt die Zukunftsperspektiven kapitalistischer Entwicklung.

Schlüsselwörter

Regulationstheorie, Postfordismus, Fordismus, Akkumulationsregime, Regulationsmodus, Globalisierung, Neoliberalismus, Kapitalismus, Arbeitsteilung, Massenproduktion, Sozialstaat, Wettbewerbsstaat, Arbeitsmarkt, Europäische Union, Strukturwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ökonomische Konzept des Postfordismus aus der Perspektive der Regulationstheorie und analysiert, wie sich das Verhältnis zwischen Kapitalakkumulation und staatlicher Regulation gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind der Übergang von Massenproduktion zu globalen Netzwerken, die Transformation von Arbeitsbedingungen sowie der Wandel der staatlichen Steuerung von keynesianischen Modellen hin zu neoliberalen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Kausalität und Reziprozität von Akkumulation und Regulation im Postfordismus zu verstehen und zu erklären, warum und wie sich gesellschaftliche Strukturen transformiert haben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es wird ein deskriptiv-analytischer Ansatz gewählt, der auf der Regulationstheorie basiert, um institutionelle Rahmenbedingungen und ökonomische Entwicklungspfade zu interpretieren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Grundlagen der Theorie, die fordistische Ära, die Krisenerscheinungen der 1970er Jahre und die neuen Bedingungen im Postfordismus, einschließlich der Rolle der EU.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Regulation, Akkumulationsregime, Globalisierung, Neoliberalismus, Standortwettbewerb und Transformation charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das Konzept der "vier europäischen Grundfreiheiten"?

Diese Grundfreiheiten werden als Instrument der "Entpolitisierung durch Verrechtlichung" gedeutet, die nationale Spielräume einschränken und supranationale Wettbewerbsbedingungen erzwingen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates im Postfordismus?

Der Autor konstatiert einen Wandel vom interventionistischen Wohlfahrtsstaat hin zu einem Wettbewerbsstaat, der unter dem Druck globaler Märkte seine Gestaltungskompetenzen an supranationale Ebenen verliert.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Postfordismus aus der Perspektive der Regulationstheorie
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Autoren
B.Sc. Jörg Lackner (Autor:in), B.Sc. Steven Schielke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
34
Katalognummer
V174478
ISBN (eBook)
9783640951710
ISBN (Buch)
9783640951628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
postfordismus perspektive regulationstheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.Sc. Jörg Lackner (Autor:in), B.Sc. Steven Schielke (Autor:in), 2010, Postfordismus aus der Perspektive der Regulationstheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174478
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Leseprobe aus  34  Seiten
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