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Ursprung und Anwendung des Hegemoniebegriffs bei Gramsci, Laclau und Mouffe

Kontroverse bezüglich des Hegemonie-Begriffs

Titre: Ursprung und Anwendung des Hegemoniebegriffs bei Gramsci, Laclau und Mouffe

Travail d'étude , 2010 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Sadik Usta (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Kein marxistischer Theoretiker der Nachkriegszeit hat im Westen so ein universelles Ansehen genossen wie Antonio Gramsci. Seine theoretischen Schriften wurden nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, Lateinamerika und Asien entdeckt, übersetzt und analysiert. Selten haben Begriffe wie Hegemonie, Zivile Gesellschaft, Historischer Block, Ideologie etc. in den politischen Diskursen so eine Verbreitung gefunden. Er wird nach Marx und Lenin als wichtigster Theoretiker des Marxismus gefeiert.
In den 60ern des 20. Jahrhunderts haben sehr wenige den Wert seiner Schriften bzw. der Gefängnishefte schätzen können. Heute ist es anders: Gramscis Schriften und besonders die Gefängnishefte sind in fast alle Weltsprachen übersetzt. Heute kann jeder Gramscis Schriften ohne Vermittlung lesen und sich ein Bild davon machen. Die Diskussionen über den Inhalt und die Bedeutung seiner Schriften ist immer noch nicht beendet. Ganz im Gegenteil, seine Begriffe wie Hegemonie und Zivile Gesellschaft werden immer wieder neu interpretiert.
Gramscis Theorien sind nicht nur ein Gegenstand der Politik und der Philosophie, sondern auch der Pädagogik, Literaturwissenschaften, Sozialpsychologie und sogar der Sprachwissenschaften.
Im Hinblick auf den Zusammenbruch der Sowjet-Union und die neu-hegemonialen Bestrebung der USA seit dem 11. September rufen die unaufhaltsame Dynamik der Globalisierung und die politische Abstinenz in den westlichen Ländern Gramscis Begriffe wie Hegemonie, Zivilgesellschaft, Demokratie etc. verstärkt in Erinnerung.
Und diese Arbeit beabsichtigt, die Dimensionen des Hegemoniebegriffs Gramscis herauszuarbeiten und sie danach mit der Laclau/Mouffeschen Interpretation zu vergleichen. Dabei werden nicht nur Schriften Gramscis und Lauclau/Mouffes herangezogen, sondern auch das Buch Perry Andersons „Antonio Gramsci, eine kritische Würdigung“ zu Hilfe genommen.
Gramsci entwickelte die Hegemonietheorie nicht nur, um die politischen Zustände in Italien zu analysieren, sondern er versuchte auch, einen Ausweg in den Jahren des aufkommenden Faschismus zu finden. Er machte sich Gedanken, wie man die neuen Zustände in den kapitalistischen Ländern begreifen und der kommunistischen Bewegung ein theoretisches Rüstzeug geben könnte. Durch seine Arbeit erweiterte er die theoretische Basis der marxistischen Theorie. Allerdings sollte diese Theorie nicht nur in der kommunistischen Bewegung, sondern auch, sogar vielmehr in den nicht-marxistischen Kreisen Widerhall finden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Der Hegemoniebegriff im Allgemeinen

1. Die Dimensionen des Begriffs

2. Die Entdeckung des Hegemoniebegriffs

3. Der russische Ursprung des Hegemoniebegriffs

II. Der Hegemoniebegriff in den Gefängnisheften

1. Hegemonie als Instrument des Partikularismus

2. Hegemonie als Instrument der Politik

3. Hegemonie als eine Kombination von Zwang und Konsens

III. Der Hegemoniebegriff bei Laclau/Mouffe

1. Kritik der Philosophie

2. Radikalisierung des Hegemoniebegriffs

3. Der Begriff des Leeren

4. Artikulation als Operationsmethode

5. Kritik an Gramsci

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Dimensionen des Hegemoniebegriffs von Antonio Gramsci systematisch herauszuarbeiten und anschließend einer vergleichenden Analyse mit der Interpretation durch Ernesto Laclau und Chantal Mouffe zu unterziehen, um die Weiterentwicklung und politische Relevanz dieses Begriffs zu beleuchten.

  • Grundlagen und historischer Kontext des Hegemoniebegriffs bei Antonio Gramsci.
  • Analyse der Hegemonie als Zusammenspiel von Zwang, Konsens und ideologischer Führung.
  • Radikalisierung des Hegemoniebegriffs durch Laclau und Mouffe im Kontext der Post-Marxismus-Debatte.
  • Die theoretische Bedeutung von Artikulation, Identitätsbildung und dem Konzept des „Leeren“.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendung dieser Begriffe auf moderne gesellschaftliche Verhältnisse.

Auszug aus dem Buch

3. Der Begriff des „Leeren“

„Leerraum“, „Leerstelle“, „leerer Inhalt“, „leere Signifikanten“... Der Begriff des „Leeren“ spielt in der philosophischen Theorie Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes eine außerordentliche Rolle. Er hat eine Schlüsselfunktion bei der Analyse des Sozialen: „Diese Leerstelle ist notwendig, wenn es überhaupt so etwas wie Politik geben soll.“

Alle Begriffe der Radikalen Demokratie werden durch das Prisma des „Leeren“ betrachtet. Es gibt nichts, was ohne diesen Begriff funktionieren könnte. Er ist schlechthin die Drehachse aller sozialen Begriffe.

Das Leere als ein umkämpfter Platz, er ist die Differenz und die Grenze. Wie kommt es aber dazu? Weil das Leere ein Metapher ist, die sich auf den vermeintlichen Teil des Raumes bezieht, in dem der Gegenpart verortet ist. Es ist ein Raum, in dem alle Identitäten versuchen, ihre Ganzheit zu erlangen. Es ist ein Raum, in dem der Kampf um Hegemonie stattfindet. Es ist schließlich ein Raum, in dem das Partikulare das Universelle verkörpert.

Identitäten, welche als kleinste Einheiten des Sozialen betrachtet werden, formieren sich aufgrund des Leeren (Differenz). Die Elemente des Sozialen, die Identität, das Subjekt, die Klasse, der Agent und schließlich das Partikulare nehmen ihre Gestalt an und verlieren ihre Homogenität aufgrund des Leerraums.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung Antonio Gramscis als marxistischen Theoretiker und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, seine Hegemonietheorie mit der Rezeption durch Laclau und Mouffe zu vergleichen.

I. Der Hegemoniebegriff im Allgemeinen: Dieses Kapitel erörtert die Dimensionen des Begriffs, seine Entdeckung durch Gramsci sowie dessen historische Wurzeln im russischen Kontext der Sozialdemokratie.

II. Der Hegemoniebegriff in den Gefängnisheften: Hier werden Gramscis spezifische Ansätze analysiert, insbesondere Hegemonie als Instrument des Partikularismus, der Politik sowie als komplexe Verbindung von Zwang und Konsens.

III. Der Hegemoniebegriff bei Laclau/Mouffe: Das abschließende Hauptkapitel widmet sich der radikalen Neuinterpretation und Kritik an Gramsci durch Laclau und Mouffe, fokussiert auf Artikulation, das „Leere“ und eine Abkehr vom klassischen Klassenbegriff.

Schlüsselwörter

Hegemonie, Antonio Gramsci, Ernesto Laclau, Chantal Mouffe, Gefängnishefte, Radikale Demokratie, Politische Artikulation, Zivile Gesellschaft, Historischer Block, Klassenkampf, Leerstelle, Sozialtheorie, Ideologie, Zwang und Konsens, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Transformation des Hegemoniebegriffs, ausgehend von Antonio Gramscis theoretischen Entwürfen bis hin zur radikalen Neudeutung durch Ernesto Laclau und Chantal Mouffe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Hegemonie, die Rolle von Ideologie und Macht, das Verhältnis von Zivilgesellschaft zum Staat sowie die Bedeutung von Artikulation und Identitätsbildung im politischen Prozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Gramscis Hegemonietheorie zu explizieren und kritisch mit der Laclau/Mouffeschen Interpretation zu vergleichen, um aufzuzeigen, wie der Begriff zur Analyse moderner gesellschaftlicher Strukturen angepasst wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf der kritischen Würdigung und dem Vergleich zentraler Schriften von Gramsci, Laclau, Mouffe sowie deren Interpreten wie Perry Anderson basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Gramscis Hegemoniekonzept, dessen historische Genese sowie die anschließende kritische Analyse und Radikalisierung dieses Begriffs im Rahmen der Radikalen Demokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Hegemonie, Historischer Block, Artikulation, Leerstelle, Zwang und Konsens sowie das Spannungsfeld zwischen Partikularismus und Universalismus.

Warum betrachten Laclau und Mouffe das Konzept des „Leeren“ als so zentral?

Das Konzept des „Leeren“ dient ihnen als Drehachse für das Verständnis des Sozialen; es repräsentiert einen umkämpften Raum, der notwendig ist, damit politische Artikulation und Identitätsbildung überhaupt stattfinden können.

Inwiefern unterscheidet sich die Sichtweise von Laclau/Mouffe von der von Gramsci?

Während Gramsci stark im marxistischen Kontext und der Vorstellung eines Klassenkerns verhaftet bleibt, lehnen Laclau/Mouffe diesen essentialistischen Ansatz ab und setzen stattdessen auf eine radikale Offenheit und Unentscheidbarkeit sozialer Prozesse.

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Résumé des informations

Titre
Ursprung und Anwendung des Hegemoniebegriffs bei Gramsci, Laclau und Mouffe
Sous-titre
Kontroverse bezüglich des Hegemonie-Begriffs
Université
University of Frankfurt (Main)  (Politik)
Cours
Seminar: Antonio Gramscis “Gefängnishefte”
Note
1,3
Auteur
Sadik Usta (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
23
N° de catalogue
V174519
ISBN (ebook)
9783640953165
ISBN (Livre)
9783640952953
Langue
allemand
mots-clé
Gramsci Gefängnishefte Hegemonie Zivile Gesellschaft Zivilgesellschaft Laclau Mouffe Anderson Zwang und Konsens Historischer Block
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sadik Usta (Auteur), 2010, Ursprung und Anwendung des Hegemoniebegriffs bei Gramsci, Laclau und Mouffe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174519
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Extrait de  23  pages
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