Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Der libanesische Staat und die Hisbollah - Beziehung im Wandel des Zweiten Libanonkrieges 2006

Titel: Der libanesische Staat und die Hisbollah - Beziehung im Wandel des Zweiten Libanonkrieges 2006

Hausarbeit , 2011 , 16 Seiten

Autor:in: Jennifer Brandscheidt (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Libanon spielt eine wichtige Rolle im Nahostkonflikt, denn er wurde durch diesen in einen Bürgerkrieg getrieben, an dessen Ende einerseits der Zusammenbruch des Staates stand und andererseits die Regierung ihre Kontrolle über den Südlibanon an die schiitische Hisbollah-Miliz verlor. Seitdem versucht die Regierung, ihre Kontrolle auch über die anderen Territorien auszuweiten. Währenddessen agierten Staat und Hisbollah lange Zeit nebeneinander und nicht miteinander. Die Hisbollah ist eine sehr eigenständige Organisation, die ihre eigenen Absichten verfolgt. Sie hat 2006 einen Krieg gegen Israel geführt, an dem die libanesische Regierung nicht beteiligt war. Seit Ende des Krieges steht sie allerdings in einer Art Konkurrenz zur Hisbollah. Vor diesem Hintergrund lautet die These dieser Arbeit wie folgt: Der Zweite Libanonkrieg 2006 hat die Beziehungen zwischen Staat und Hisbollah verschlechtert, da der Staat versucht sich nun gegen die Hisbollah zu behaupten, um die UN Resolution 1701 zu erfüllen und sein Gewaltmonopol zurück zu gewinnen. Das Hauptargument dieser Analyse lautet, dass die Regierung laut internationalem Recht für den Krieg 2006 verantwortlich ist und deshalb unter enormen Druck steht. Sie weiß, dass die Hisbollah eine Bedrohung für den externen aber auch den internen Frieden darstellt. Daher versucht sie, unter Druck aber auch mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft, die UN Resolutionen zu erfüllen. Die Hisbollah, die gestärkt aus dem Krieg heraus gekommen ist, weiß das und versucht mit allen Mitteln, das zu verhindern und selbst die Macht im Staat zu übernehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I.Einleitung

II.Der Libanon nach 1990

II.1.Herstellung staatlicher Souveränität

II.2.Die Rolle der Hisbollah

III.Der 2006er Krieg und seine Folgen

III.1.Der Zweite Libanonkrieg 2006

III.2.Die UN Resolution 1701

III.3.Staats- und Regierungskrise seit 2006

IV.Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert die veränderte Beziehung zwischen dem libanesischen Staat und der Hisbollah im Kontext des Zweiten Libanonkrieges von 2006, wobei insbesondere die staatliche Schwäche, der Einfluss internationaler Resolutionen und die Machtdynamik innerhalb des libanesischen Herrschaftssystems untersucht werden.

  • Entwicklung des libanesischen Staates und der Rolle der Hisbollah seit 1990
  • Die Auswirkungen des Zweiten Libanonkrieges 2006 auf die innenpolitische Stabilität
  • Analyse der UN-Resolution 1701 und deren Implementierungsschwierigkeiten
  • Die Eskalationsstrategien der Hisbollah und die resultierende Regierungskrise

Auszug aus dem Buch

III.1. Der Zweite Libanonkrieg 2006

Der Zweite Libanonkrieg 2006 kam für viele überraschend. Im Juni entführte die Hamas zwei israelische Soldaten und ermordete zwei weitere. Sie forderte die Freilassung israelischer Gefangener. Israel reagierte mit einer Militäroperation im Gazastreifen. Nachdem die Gefangenen nicht befreit werden konnten, entführte eine Gruppe der Hisbollah im Juni zwei israelische Soldaten auf israelischem Territorium und stellte dieselben Forderungen wie die Hamas zuvor. Israel bezeichnete dies als einen Kriegsakt und bombardierte Positionen im Südlibanon, in denen es die Hisbollah vermutete. Die Hisbollah reagierte mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Der Krieg dauerte insgesamt 33 Tage (vgl. Security Council Report 2006 & Ayala 2006). Dieser Angriff war von der Hisbollah monatelang geplant worden, wie ihr Anführer Nasrallah selbst später zugab. Die libanesische Regierung allerdings ahnte nichts, obwohl sogar zwei ihrer Minister Hisbollah-Mitglieder waren. Selbst diese wurden von der Hisbollah vorher nicht informiert. Allerdings ist nach internationalem Recht die libanesische Regierung für alle Aktivitäten in ihrem Territorium verantwortlich, d.h. auch für die Angriffe auf Israel (Norell 2009, 13).

Die Kampfhandlungen können auch als Ausdruck libanesischer Innenpolitik und einer Verlängerung des Bürgerkrieges angesehen werden, da die Hisbollah nicht entwaffnet wurde, ihr Machtmonopol im Südlibanon aufrecht erhalten konnte und Syrien seine Truppen abgezogen hat, wodurch wieder Druck auf die Hisbollah zustande kam.

Zusammenfassung der Kapitel

I.Einleitung: Einführung in die Problematik der labilen Staats-Hisbollah-Beziehung und Darlegung der zentralen Arbeitsthese zur Verschlechterung der Beziehungen nach 2006.

II.Der Libanon nach 1990: Analyse der Bemühungen zur Wiederherstellung staatlicher Souveränität nach dem Bürgerkrieg und der Rolle der Hisbollah als eigenständiger Akteur.

II.1.Herstellung staatlicher Souveränität: Untersuchung des Ta'if-Abkommens und der Herausforderungen bei der Entwaffnung von Milizen sowie der syrischen Einflussnahme.

II.2.Die Rolle der Hisbollah: Beschreibung der politischen Transformation der Hisbollah, ihres Ziels eines islamischen Staates und ihrer Integration in das politische System als Opposition.

III.Der 2006er Krieg und seine Folgen: Einleitung in die Hintergründe des Krieges von 2006 und dessen innenpolitische Relevanz für den libanesischen Staat.

III.1.Der Zweite Libanonkrieg 2006: Darstellung des Kriegsverlaufs und der direkten Konsequenzen für die libanesische Regierung sowie die Hisbollah.

III.2.Die UN Resolution 1701: Erörterung der Forderungen der UN-Resolution und der Schwierigkeiten bei deren praktischer Umsetzung durch die libanesische Regierung.

III.3.Staats- und Regierungskrise seit 2006: Analyse der politischen Instabilität und der Machtkämpfe, die durch die Eskalationsstrategien der Hisbollah nach 2006 entstanden.

IV.Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Machtverschiebung, die durch den Krieg ausgelöst wurde, und die dauerhafte Schwäche des staatlichen Gewaltmonopols gegenüber der Hisbollah.

Schlüsselwörter

Libanon, Hisbollah, Zweiter Libanonkrieg, UN-Resolution 1701, staatliche Souveränität, Nahostkonflikt, Regierungskrise, Machtmonopol, politische Legitimation, Innenpolitik, Bürgerkrieg, Milizen, Syrien, nationale Einheit, Machtkampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Machtverhältnisse und die Beziehung zwischen dem libanesischen Staat und der Hisbollah unter besonderer Berücksichtigung des Zweiten Libanonkrieges 2006.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der staatlichen Souveränität, der Rolle der Hisbollah als "Staat im Staat", dem Einfluss internationaler UN-Resolutionen und den daraus resultierenden innenpolitischen Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Krieg 2006 die Position des libanesischen Staates geschwächt und der Hisbollah ermöglicht hat, ihre politische und militärische Vormachtstellung weiter auszubauen.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Autorin stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse der historischen Ereignisse, den Vergleich der Situation vor und nach 2006 sowie die Auswertung relevanter UN-Berichte und politischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Situation nach 1990, den Verlauf des Krieges von 2006, die Implementierung der Resolution 1701 und die darauffolgenden innenpolitischen Machtverschiebungen bis zum Jahr 2011.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die fragile libanesische Staatlichkeit, die Autonomie der Hisbollah, der politische Blockadestatus und das Legitimationsdefizit der Regierung.

Warum konnte die libanesische Armee die Hisbollah nicht entwaffnen?

Die Arbeit stellt heraus, dass die Armee personell und materiell zu schwach war und die Regierung zudem befürchtete, dass eine gewaltsame Entwaffnung einen neuen Bürgerkrieg provozieren würde.

Welche Rolle spielte die internationale Gemeinschaft nach 2006?

Durch Resolutionen wie die 1701 versuchte die internationale Gemeinschaft, die Kontrolle des Staates über sein gesamtes Territorium wiederherzustellen, stieß jedoch auf massive Widerstände der Hisbollah und eine handlungsunfähige libanesische Regierung.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der libanesische Staat und die Hisbollah - Beziehung im Wandel des Zweiten Libanonkrieges 2006
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Politische Gewalt im Nahen Osten
Autor
Jennifer Brandscheidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V174524
ISBN (eBook)
9783640952335
ISBN (Buch)
9783640952120
Sprache
Deutsch
Schlagworte
staat hisbollah beziehung wandel zweiten libanonkrieges
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Brandscheidt (Autor:in), 2011, Der libanesische Staat und die Hisbollah - Beziehung im Wandel des Zweiten Libanonkrieges 2006, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174524
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum