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Durs Grünbein - poetologisches Konzept oder kontradiktorische Poesie?

Título: Durs Grünbein - poetologisches Konzept oder kontradiktorische Poesie?

Trabajo de Seminario , 2008 , 19 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Franco Dahms (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Rezeption anthropologischer, sprachlicher und omnipolitischer Aspekte Grünbein'schen Schaffens und deren Präzisierung. Dies geschieht praktisch – anhand der diachronischen Untersuchung einer Auswahl seiner Werke. Konkret handelt es sich dabei um die drei Gedichtbände Grauzone morgens, Schädelbasislektion und Erklärte Nacht, die jeweils einer unterschiedlichen Dekade entstammen und stellvertretend für die Entwicklungsstadien oder auch gedanklichen Konstrukte „vor-der-Wände“, „nach-der-Wände“ und „heute“ stehen bzw. stehen können.

Durch diesen zeitlichen Abriss soll ein gemeinsamer Nenner, eine Art Einheit in der Grünbein’schen Lyrik gefunden werden. Ob diese Einheit in sich homogen oder stark eklektizistisch respektive pluralistisch ist, spielt dabei eine untergeordnete Rolle – entscheidend und zu untersuchen wird sein, was seine Lyrik in sich verbindet und in welchem Maße sie in sich verbunden ist. Dazu werden stichprobenhaft Sprache und Inhalt sowie die Metasprache seiner Gedichte reflektiert, um letztlich nicht nur Grünbeins Lyrik, sondern auch sein Verhältnis zur Literaturgattung selbst und zu Sprache per se zu eruieren:

So gibt sie [Grünbeins Lyrik] Aufschluß [sic] über ein bestimmtes künstlerisches Verhältnis zur Zeit, zum Ich in der eigenen Dichtung, über die eigene literarische Entwicklung und einer darauf aufbauenden Haltung dem politischen Alltagsgeschehen gegenüber […]“

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Literarische Verortung

2. Lyrische Stichprobenanalyse

2.1 Grauzone morgens

2.2 Schädelbasislektion

2.3 Erklärte Nacht

3. Synthese

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das lyrische Werk von Durs Grünbein mit dem Ziel, einen gemeinsamen Nenner und eine Einheit in seinem Schaffen zu identifizieren, anstatt sich auf eine rein deutsch-deutsche oder nationalpolitische Bestandsaufnahme zu beschränken. Dabei wird analysiert, inwiefern seine Lyrik von anthropologischen, sprachlichen und omnipolitischen Aspekten geprägt ist und wie diese in einer diachronischen Untersuchung der Gedichtbände Grauzone morgens, Schädelbasislektion und Erklärte Nacht zutage treten.

  • Analyse des literaturkritischen Diskurses und der Etikettierung Grünbeins als Dichter.
  • Untersuchung von Sprachform und Metrik als verbindende Elemente in verschiedenen Entwicklungsstadien.
  • Dekonstruktion des Subjektbegriffs und der Rolle des lyrischen Ichs als Beobachter.
  • Verhältnis zwischen naturwissenschaftlicher Präzision und klassischer poetischer Tradition.
  • Die Funktion der Zeit und der Raum als zentrales Motiv in der Grünbein'schen Lyrik.

Auszug aus dem Buch

2.2 Schädelbasislektion

Die ersten Verse der Schädelbasislektion verkünden sogleich die Programmatik des gesamten Werkes. Die „Anatomische[n] Tafeln“ (S. 11, V. 2) in Verbindung mit „Skelett“ (S. 11, V. 3) vermitteln konkret die Materie, mit der sich das lyrische Ich befasst: Der Mensch, genau genommen sein anatomischer Bau, seine Organe und das Körpergerüst sind Ausgangspunkt für die ‚Obduktion’ durch das lyrische Ich. In I, 4 ist dazu unmittelbar das konzeptuelle Gegenbild benannt: die „Seele“. Hinzukommend erscheint das Wort „Seele“ in untypischer pejorativer Verwendung – durch die syntaktische Verknüpfung mit dem negativ konnotierten Verb „schwafeln“.

Demnach offenbaren die Worte „Was von Seele zu schwafeln“(I, 4) die Unbedeutsamkeit oder auch Überholtheit des Begriffes im lyrischen (Selbst-)Verständnis. In Verbindung mit dem metaphorischen Vergleich „Liegt gerad so verquer / Wie im Rachen der Zeit […] / Diese Scheiß Sterblichkeit“(I, 5-8) deklassiert die Seele zu etwas gänzlich Wertlosem (respektive Wertgleichem zum Korrelat „Scheiß Sterblichkeit“).

Dadurch wird offensichtlich, dass „Seele“ als Gegenentwurf zu „Körper“ zu deuten ist, welcher selbst das Herz der Thematik in Schädelbasislektion bildet. Es geht ganz klar um zwei gegenpolige Weltbilder: das antike Bild des Menschen mit Seele und das moderne, wissenschaftliche Bild des Menschen ohne. Die große Frage des Menschen nach dem „Was bin ich“ wird beantwortet mit einem deutlichen und nüchternen „[das] steht am Rand Anatomischer Tafeln“(I, 1f.). Der Mensch wird entmystifiziert und säkularisiert, es kommt zu einer „wissenschaftlichen Reduktion [dessen] auf seine sichtbare Materialität“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Durs Grünbein ein und grenzt das Forschungsinteresse von einer rein historisch-biografischen Deutung hin zu einer Untersuchung anthropologischer und sprachlicher Aspekte ab.

1.1 Literarische Verortung: Dieser Abschnitt beleuchtet den literaturkritischen Diskurs um Grünbein und diskutiert verschiedene Etikettierungen wie „Transit-Poet“ oder „poeta doctus“ als theoretische Konzepte.

2. Lyrische Stichprobenanalyse: Dieses Kapitel dient als übergeordnete Einleitung zur praktischen Untersuchung ausgewählter Gedichte, die für das jeweilige Werk besonders charakteristisch sind.

2.1 Grauzone morgens: Hier wird die Großstadtlyrik des Bandes untersucht, wobei der Morgen als Metapher für eine graue, monotone Lebenswelt und die Ausweglosigkeit der städtischen Existenz gedeutet wird.

2.2 Schädelbasislektion: Dieses Kapitel analysiert das Zerwürfnis von Metaphysik und Naturwissenschaft, wobei der Mensch auf seine biologische Materialität reduziert und die Sterblichkeit thematisiert wird.

2.3 Erklärte Nacht: Es wird die Vielschichtigkeit und Polyphonie der Dichtung in diesem Band untersucht, wobei das Gedicht als Ort der Verkettung von Wissen, Mythologie und Zeitebenen verstanden wird.

3. Synthese: In diesem Kapitel werden die Beobachtungen zusammengeführt, wobei die klassische Metrik und die rhetorische Handschrift als verbindende Elemente der unterschiedlichen Entwicklungsphasen herausgearbeitet werden.

4. Fazit: Die abschließende Betrachtung definiert Grünbeins Lyrik als Wissensspeicher und anthropologisches Studium, in dem die Zeit als wiederkehrendes, zyklisches Element im modernen Gewand erscheint.

Schlüsselwörter

Durs Grünbein, Lyrik, Schädelbasislektion, Grauzone morgens, Erklärte Nacht, Anthropologie, Moderne, Poetik, Fragmentarismus, Naturwissenschaft, Subjektivität, Metrik, Intertextualität, Zeit, Körper.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das lyrische Gesamtwerk von Durs Grünbein unter dem Aspekt poetologischer Konzepte und der Frage, ob eine Einheit in seiner als fragmentarisch wahrgenommenen Lyrik existiert.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Arbeit behandelt Themen wie das Verhältnis von Mensch und Naturwissenschaft, die städtische Lebenswelt, die Rolle der Geschichte und die Funktion der Dichtung als Wissensspeicher.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen gemeinsamen Nenner in Grünbeins Lyrik zu finden, der über die gängigen Etikettierungen wie „Wende-Autor“ oder „Transit-Poet“ hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diachronische Analyse ausgewählter Gedichtbände, ergänzt durch eine rezeptionsästhetische und literaturwissenschaftliche Betrachtung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Werke „Grauzone morgens“, „Schädelbasislektion“ und „Erklärte Nacht“ detailliert analysiert, um die Entwicklung von der reinen Beobachtung hin zum geschichtsphilosophischen Erklärungsversuch aufzuzeigen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Anthropologie, Fragmentarismus, Anatomie, Metrik, Modernität und die Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur.

Wie deutet der Autor das Konzept der „Grauzone“ in Grünbeins Lyrik?

Die „Grauzone“ wird als Metapher für einen Transitbereich, eine lokale Grauzone der modernen Großstadt und einen zeitlichen Übergang zwischen Generationen und Ideologien verstanden.

Welche Rolle spielt die Wissenschaft im Band „Schädelbasislektion“?

Die Wissenschaft dient hier als Mittel der Entmystifizierung des Menschen, wobei biologische Erkenntnisse direkt in die poetische Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit einfließen.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Durs Grünbein - poetologisches Konzept oder kontradiktorische Poesie?
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Curso
Deutsche Literatur von beiden Seiten
Calificación
1,7
Autor
Franco Dahms (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
19
No. de catálogo
V174560
ISBN (Ebook)
9783640953226
ISBN (Libro)
9783640952977
Idioma
Alemán
Etiqueta
durs grünbein konzept poesie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Franco Dahms (Autor), 2008, Durs Grünbein - poetologisches Konzept oder kontradiktorische Poesie?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174560
Leer eBook
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