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„De mynrebrodere vun Lümburg“

Der Minoritenkonvent von Lüneburg: Bildung, Konflikte und Reform

Title: „De mynrebrodere vun Lümburg“

Seminar Paper , 2011 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Mehran Zolfagharieh (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit soll der Minoritenkonvent von Lüneburg analysiert werden. Die Minoriten, fratres minores, also die einfachen demütigen Brüder, gehen auf eine Ordensgründung von Giovanni Bernadone zurück. Giovanni Bernadone wurde 1181/82 in Assisi geboren und hatte den Rufnamen Francesco, aufgrund seiner Vorliebe für das Fran-zösische. Dieser Giovanni Bernadone distanzierte sich 1206 in einem öffentlichen Akt von den Rechtsansprüchen seiner Familie und verzichtete auf das Erbe. Er wurde Franz (Franziskus) von Assisi und strebte eine nachfolge Christi an, die er als Aufgabe jeglichen Besitzes ansah. Es entstand nach 1209 der Bettelorden der nach ihm benannt wurde und seine Regeln befolgte: Die Franziskaner.
Die Betrachtung Lüneburgs in Bezug auf die Franziskaner ist bisher nicht genug gewürdigt worden. Die Ansiedlung des Ordens in der Stadt basiert auf einer Legende, die eben von den Mönchen selbst entworfen wurde. Diese Arbeit soll Lüneburg näher betrachten und die Lage Lüneburgs in der Sächsischen Ordensprovinz herausheben. Sicherlich gab es weitaus größere Städte im späten Mittelalter und vermutlich auch wichtigere. Das Interessante sind dennoch die kleinen Städte und kleinen Konvente, da erst hier erkannt werden kann, wie weit eine Mobilität reichen konnte und inwieweit Netzwerke geknüpft wurden. Der St. Marien Konvent ist dabei ein interessanter Anknüpfungspunkt, da die Minoriten hier eine besondere Affinität zur Erfurter Barfüßerschule besaßen und den Lehrplan des Konvents nach dem Studium an der Universität Erfurt richtete. Es soll nunmehr analysiert werden, welche Beziehungen sie zu Wissen und Bildung hatten, welche Konflikte existierten und wie die Reform des Konvents in Lüneburg aussah. Dabei soll insbesondere betrachtet werden, welche Konflikte zwischen den Minoriten und anderen Institutionen, wie dem Pfarrklerus, anderen Orden und der Stadt entstanden. Weiterhin soll kurz betrachtet werden, wie der St. Marien Konvent mit anderen Konventen des Franziskaner Ordens agierte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Beginn des Franziskanerordens in Lüneburg

2. Der personelle Aufbau des Minoritenkonvents St. Marien

3. Das Studien- und Lehrwesen der Minoriten

3.1 Die Stellung und der Aufbau des Studiums

3.2 Die Studienverhältnisse in der Sächsischen Ordensprovinz

3.3 Die Lesemeister im Kloster zu St. Marien

4. Der Bibliotheksbestand des St. Marien Klosters

5. Die Beziehungen zu anderen Institutionen

6. Die Reform des Klosters St. Marien in Lüneburg

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den Minoritenkonvent von Lüneburg, wobei der Fokus auf dessen Rolle im Bildungsaufbruch des Spätmittelalters, den internen Strukturen, den Bibliotheksbeständen sowie den Konflikten mit städtischen Institutionen und anderen Orden liegt.

  • Ursprung und Ansiedlung des Franziskanerordens in Lüneburg
  • Personelle Zusammensetzung und Struktur des Minoritenkonvents
  • Bedeutung von Bildung, Studium und Bibliotheksbeständen
  • Spannungsfelder und Konflikte mit dem Pfarrklerus und anderen Ordensgemeinschaften
  • Die Observanzbewegung und die daraus resultierende Klosterreform

Auszug aus dem Buch

3. Das Studien- und Lehrwesen der Minoriten

In beiden Bettelorden des späten Mittelalters, also sowohl bei Franziskanern, als auch bei den Dominikanern, nahm das Studium eine besondere Stellung ein. Im Orden der Franziskaner „erfolgte bereits unter dem Generalminister Johannes von Parenti (1227 – 1232) eine bewusste Förderung theologischer Studien.“

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gab es allerdings auch eine nicht kleine Gruppe von Ordensbrüdern, die eine eher strengere Richtung vertraten. Sie lehnten dabei ein Streben nach Bildung ab, „da es ihrer Ansicht nach nicht mit der Lebensweise in minoritas und paupertas zu vereinbaren war.“ Durchsetzen konnte sich aber eine eher pragmatische Gruppe um Bonaventura. Sie sahen im Studium eine Vorbereitung und die Voraussetzung einer effektiven Seelsorgetätigkeit. Mit den Generalstatuten von 1260 wurden das Studium und die Wissenschaft „zu integrierten Bestandteilen minoritischer Existenz.“

Das Studiensystem selbst war in den Partikularstudien (studia particularia) und den Generalstudien (studia generalia) unterteilt. Die Generalstudien fanden anfangs u.a. in Paris und Oxford statt, was sich im Laufe der Zeit allerdings änderte. Mit der Ausbreitung der Universitäten und der zunehmenden „Verwissenschaftlichung“, besaß fast jede Ordensprovinz ein eigenes Generalstudium. Die Partikularstudien waren auf Provinzialebene angesiedelt, während die unterste Stufe, die sogenannten Konventsstudien, an den einzelnen Konventen stattfanden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Fragestellung und Erläuterung der Quellenlage sowie der bisherigen Forschungssituation.

1. Der Beginn des Franziskanerordens in Lüneburg: Untersuchung der Gründungslegende und der historischen Belege zur Ansiedlung der Minderbrüder in Lüneburg durch den Landesherren.

2. Der personelle Aufbau des Minoritenkonvents St. Marien: Analyse der Mitgliederstruktur, der Mobilität der Brüder sowie Rekonstruktion der Liste der Guardiane.

3. Das Studien- und Lehrwesen der Minoriten: Erörterung der hierarchischen Bildungsstruktur und der akademischen Anbindung des Konvents an Zentren wie Erfurt.

4. Der Bibliotheksbestand des St. Marien Klosters: Darstellung der inhaltlichen Ausrichtung der Klosterbibliothek und deren Bedeutung für den Wissenstransfer zwischen den Orden.

5. Die Beziehungen zu anderen Institutionen: Analyse der Konfliktlinien zwischen den Minoriten, dem städtischen Pfarrklerus und den Benediktinern bezüglich ökonomischer und seelsorgerischer Rechte.

6. Die Reform des Klosters St. Marien in Lüneburg: Beschreibung des Prozesses der Observanzbewegung, der Rolle des Stadtrats und der daraus resultierenden Umstrukturierung des Klosters.

7. Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Bedeutung des Lüneburger Minoritenkonvents im regionalen Kontext.

Schlüsselwörter

Minoriten, Franziskaner, Lüneburg, St. Marien, Bettelorden, Observanzbewegung, Mittelalter, Klosterreform, Bildungsgeschichte, Konventualen, Ordensprovinz Saxonia, Seelsorge, Kirchengeschichte, Scholastik, Wissensvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den historischen Minoritenkonvent von St. Marien in Lüneburg und untersucht dessen Entwicklung zwischen Gründung, Bildungsaufbruch und der durch den Stadtrat initiierten Reform am Ende des 15. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Ordensstruktur, die akademische Ausbildung innerhalb der Minoriten, die Bedeutung ihrer Bibliothek und die vielfältigen sozialen und ökonomischen Konflikte mit anderen Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Rolle des Lüneburger Konvents in der Sächsischen Ordensprovinz zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich der Orden von einer Bettelgemeinschaft zu einer Institution der Wissensvermittlung wandelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Quellen wie Urkunden, Nekrologien, Handschriften und sekundärliterarischen stadtgeschichtlichen Abhandlungen basiert.

Was steht im Hauptteil im Mittelpunkt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des personellen Aufbaus, des Bildungssystems, der Bibliotheksinhalte sowie der eskalierenden Konflikte mit dem Pfarrklerus und der späteren Durchsetzung der Observanz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Minoriten, Franziskaner, Lüneburg, Observanzbewegung, Seelsorge und klösterliches Bildungswesen.

Welchen Einfluss hatte der Stadtrat auf die Klosterreform?

Der Stadtrat agierte als treibende Kraft bei der Einleitung der Reformen, um einerseits Einfluss auf die Seelsorge zu nehmen und andererseits Zugriff auf die ökonomischen Ressourcen des Klosters zu erhalten.

Warum war der Wissenstransfer zwischen den Orden trotz Konkurrenz möglich?

Obwohl eine starke Konkurrenz um Seelsorge und Einnahmen bestand, zeugt der Bibliotheksbestand davon, dass die Minoriten durchaus Schriften anderer Orden (Dominikaner, Augustiner) rezipierten und diese zur Reform der eigenen Predigtpraxis nutzten.

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Details

Title
„De mynrebrodere vun Lümburg“
Subtitle
Der Minoritenkonvent von Lüneburg: Bildung, Konflikte und Reform
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Bildungsaufbruch um 1200: Bettelorden, Studium und Kirchenreform
Grade
1,7
Author
Bachelor of Arts Mehran Zolfagharieh (Author)
Publication Year
2011
Pages
24
Catalog Number
V174578
ISBN (eBook)
9783640951246
ISBN (Book)
9783640951444
Language
German
Tags
Lüneburg Geschichte Minoriten Kloster Klöster Zolfagharieh Kirchenreform Bildungsaufbruch Bildung Mittelalter 1200
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Mehran Zolfagharieh (Author), 2011, „De mynrebrodere vun Lümburg“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174578
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