Innovation ist zentral für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften. Während Schumpeter ursprünglich den heroischen Unternehmer als Motor von Innovationen betrachtete, betonte er später die Routinisierung von Innovationsprozessen in Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen (FuE). Lundvall entwickelte diese Perspektive weiter und konzeptualisierte Innovation als Ergebnis interaktiven Lernens innerhalb nationaler Innovationssysteme. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob sich kooperations- und lernbezogene Unternehmensstrategien in deutschen Unternehmen empirisch identifizieren lassen und ob sich diese hinsichtlich ihres Innovationsoutputs unterscheiden. Auf Basis des Mannheimer Innovationspanels (MIP 2023, n = 1917 innovative Unternehmen) werden mittels hierarchischer Clusteranalysen vier Kooperationscluster und vier Lernkanäle identifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass 69% der innovativen Unternehmen kaum kooperieren. Unter den kooperierenden Unternehmen dominiert ein Multi-Kanal-Lernprofil (56%), das verschiedene Partnertypen kombiniert. Bivariate Analysen belegen, dass Multi-Kanal-Lernprofile und wissenschaftsorientierte Lernkanäle signifikant höhere Anteile an Markt- und Weltneuheiten aufweisen. Intensive Kooperationsstrategien sind strukturell an größere Unternehmen, höhere Akademikeranteile und interne FuE-Kapazitäten gebunden. Die Befunde stützen Lundvalls These des interaktiven Lernens: Nicht Kooperation an sich, sondern Vielfalt und Wissenschaftsnähe der Partnerbeziehungen sind maßgeblich für Innovationserfolg.
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- Moritz Müller (Author), 2026, Innovation: Ergebnis kollektiven Lernens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1745806