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Qualitätsmanagement in der Physiotherapieausbildung

Die Rolle von Praxiscurricula in der Schulentwicklung

Summary Excerpt Details

Die praktische Ausbildung ist ein zentraler, aber anspruchsvoller Bestandteil der physiotherapeutischen Qualifizierung, vor allem beim Theorie-Praxis-Transfer. Die Masterarbeit untersucht, welchen Beitrag ein strukturiertes Praxiscurriculum zur Qualitätssicherung der praktischen Ausbildung und zur Schulentwicklung leistet – am Beispiel des erstmaligen Einsatzes eines an der Berufsfachschule für Physiotherapie der Bamberger Akademien (Sozialstiftung Bamberg) entwickelten Praxiscurriculums.

Nach Einordnung bestehender Qualitätsmanagementsysteme (u. a. Q2E, AZAV, DIN ISO 9001, EFQM, ISQ) analysiert die Arbeit Funktion, Kompetenzorientierung und Wirksamkeit von Praxiscurricula. Methodisch kommt ein Mixed-Methods-Design mit Triangulation zum Einsatz: quantitative Befragungen von Auszubildenden sowie qualitative Interviews mit Praxisanleiterinnen und Lernbegleiterinnen, ausgewertet per Inhaltsanalyse nach Mayring und statistischer Verfahren.

Die Ergebnisse zeigen: Das Praxiscurriculum schafft verbindliche Orientierung und erhöht Transparenz, Vergleichbarkeit sowie Nachvollziehbarkeit der praktischen Ausbildung. Als Erfolgsfaktoren erweisen sich strukturierte Praxisanleitung, kontinuierliche Dokumentation und Evaluation sowie partizipative Entwicklung. Die Zufriedenheit der Auszubildenden ist ein bedeutsamer Qualitätsindikator, eng verknüpft mit Transparenz und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Zugleich begrenzen knappe Ressourcen und uneinheitliche Beteiligung der Praxisanleitenden an Evaluationsprozessen die Wirksamkeit.

Daraus werden Empfehlungen abgeleitet: Fokussierung des Curriculums auf zentrale Kernkompetenzen, verbindliche Qualifizierung der Praxisanleitenden, konsequente Schließung des Qualitätsmanagement-Zyklus durch Rückkopplung der Evaluationsergebnisse sowie stärkere Verzahnung von Praxiscurriculum und Qualitätsmanagementsystem. Die Arbeit leistet so einen Beitrag zur nachhaltigen Professionalisierung der physiotherapeutischen Ausbildung.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Schulentwicklung an beruflichen Schulen

3. Qualitätsmanagement in der beruflichen Bildung
3.1 Überblick über Qualitätsmanagementsysteme in deutschen Bundesländern
3.1.1 Auswahl an Qualitätsmanagementsystemen im Detail
3.1.2 Qualitätsmanagementsystem ISQ an Physiotherapieschulen

4. Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagement (QM) und Schulentwicklung

5. Bedeutung der praktischen Ausbildung für die Qualitätsentwicklung
5.1 Herausforderungen der Verzahnung von Theorie und Praxis
5.2 Kompetenzorientierung in der praktischen Ausbildung
5.3 Praxiscurricula als Instrument der Qualitätsentwicklung
5.3.1 Definition und Funktionen
5.3.2 Zufriedenheit als Qualitätsindikator
5.4 Die Rolle der Praxisanleitenden
5.5 Die Rolle der Lernbegleiter/Praktikumsbetreuer/Praktikumsbegleiter
5.6 Die Rolle der Auszubildenden

6. Einführung des Praxiscurriculums der Bamberger Akademien
6.1 Entwicklung
6.2 Implementierung
6.3 Evaluation & Weiterentwicklung

7. Methodisches Vorgehen
7.1 Forschungsdesign und Zielsetzung
7.1.1 Stichprobe und Erhebungskontext
7.1.2 Quantitative Methodik
7.1.2.1 Erhebungsinstrument
7.1.2.2 Statistische Auswertungsmethoden
7.1.3 Qualitative Methodik
7.1.3.1 Erhebungsinstrument
7.1.3.2 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
7.1.4 Triangulation der Methoden
7.2 Ergebnisdarstellung
7.2.1 Quantitative Befunde
7.2.1.1 Deskriptive Analysen Perspektive der Auszubildenden
7.2.1.2 Inferenzstatistik-Analysen
7.2.2 Qualitative Befunde
7.2.2.1 Perspektive der Praxisanleiter*innen
7.2.2.2 Perspektive der Praxisbegleiterinnen
7.2.3 Triangulation der Ergebnisse
7.3 Diskussion der Befunde
7.3.1 Interpretation der Ergebnisse im theoretischen Kontext
7.3.2 Bewertung der Studie
7.3.3 Implikationen für Praxis und Schulentwicklung

8. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Qualitätsmanagementsystem nach Bundesländern

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Antwortverteilung zu den beiden Fragen zur curricularen Passung.

Tabelle 2: Gewählte Kompetenzschwerpunkte bei der Befragung

Tabelle 3: Antwortverteilung der Einstiegsfragen

Tabelle 4: Antwortverteilung zu den Aspekten, auf welche Fehltage nach Meinung der Befragten negativen Einfluss ausüben

Tabelle 5: Antwortverteilung zu den Fragen zu den hilfreichen Faktoren

Tabelle 6: Antwortverteilung zu den hinderlichen Faktoren zeitliche Vorgaben, materielle oder personelle Ressourcen und Erfahrungsübernahme in der Weiterentwicklung des Praxiscurriculums

Tabelle 7: Antwortverteilung zu den Aspekten, welche als hinderlich angesehen wurden

Tabelle 8: Antwortverteilung zu den Fragen zur Schulentwicklung

Tabelle 9: Ebenen Schulentwicklung

KI-Verzeichnis

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die praktische Ausbildung ist ein zentraler Bestandteil der physiotherapeutischen Qualifizierung und zeichnet sich durch ein enges Zusammenspiel von theoreti­schen und praktischen Lerneinheiten aus, was für die Entwicklung beruflicher Kompetenzen unerlässlich ist. Im Zuge gestiegener Anforderungen an die Pro­fessionalisierung und Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Qualität der praktischen Ausbildung gezielt gestärkt werden kann und welche Rolle ein Praxiscurriculum hierbei einnimmt. Die Ein­führung eines Praxiscurriculums für die praktische Ausbildung als Entwicklungs­schritt auch im Qualitätsmanagement ist ein adäquates Mittel der Schulentwick­lung und verbessert die Ausbildungsqualität der beruflichen Praxis in Berufsfach­schulen. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die vorliegende Masterarbeit im Vor­feld die Thematik von Qualitätsmanagementsystemen an Berufsfachschulen im Allgemeinen und besonders die der Physiotherapie. In diesem Zusammenhang sollen die Möglichkeiten der Schulentwicklungsfelder ,Organisation’ und ,Unter- richt‘ mit der Verbesserung der Ausbildungsqualität im Praktikum durch die Ein­führung eines Praxiscurriculums an einer Berufsfachschule für Physiotherapie dargestellt werden.

Mit Blick auf die fortschreitende Kompetenzorientierung sowie die zunehmende Heterogenität der Ausbildungseinrichtungen stellt sich die Herausforderung, Lernprozesse nicht nur transparent und nachvollziehbar zu gestalten, sondern auch nachhaltig und vergleichbar zu steuern. Strukturiert aufgebaute Praxiscur­ricula bieten hierfür einen Rahmen, der sowohl die Definition und Vermittlung von Kompetenzen für bestimmte Ausbildungsabschnitte ermöglicht als auch die Grundlage für den Theorie-Praxis-T ransfer legt, der in der physiotherapeutischen Ausbildung als besonders anspruchsvoll gilt.

Im Fokus dieser Arbeit steht die systematische Analyse der Frage, welchen Bei­trag strukturierte Praxiscurricula zur Sicherung und Entwicklung der Ausbildungs­qualität leisten und welche Implikationen sich daraus für die Entwicklung von Schulen und Ausbildungseinrichtungen ergeben. Die Perspektiven von Auszubil­denden, Praxisanleitenden und Lernbegleitenden (Praktikumsbetreuende/-be- gleitende) werden einbezogen, um ein umfassendes Bild der Wirksamkeit und der Umsetzbarkeit des Praxiscurriculums zu erhalten. Die zentrale Forschungs­frage lautet: Welche Rolle spielt dieses Praxiscurriculum für die Qualität der prak­tischen Ausbildung und folglich für die Schulentwicklung? Hieraus ergeben sich mehrere Unterfragen: Wie bewerten Auszubildende ihre Zufriedenheit im Prakti­kum auf Basis des Praxiscurriculums? Welche Aspekte des Praxiscurriculums werden von den Auszubildenden als besonders hilfreich bzw. hinderlich wahrge­nommen? Wie beurteilen Praxisanleiter*innen die Umsetzbarkeit und Wirksam­keit des Praxiscurriculums? Welche Effekte bemerken die Praktikumsbe- treuer*innen (Lernbegleiter*innen)? Welche Schlussfolgerungen lassen sich für die Weiterentwicklung des Praxiscurriculums und damit für die Schulentwicklung ableiten?

Zur Bearbeitung dieser Fragen erfolgt zunächst eine eingehende Literaturrecher­che mit einer kritischen Betrachtung bisheriger Forschungsergebnisse, beste­hender Qualitätsmanagementsysteme sowie Curricula. Qualitative und quantita­tive Analyseverfahren dienen dazu, die Erfahrungen und Einschätzungen der be­teiligten Akteursgruppen zu erfassen und die Wirksamkeit sowie Umsetzbarkeit von Praxiscurricula differenziert zu bewerten. Daraus werden praxisorientierte Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Ausbildung und des Qualitätsmana­gements abgeleitet.

Die aktuelle Forschung zeigt, dass strukturierte Praxiscurricula inzwischen als bedeutende Instrumente für die Steuerung der Ausbildungsqualität anerkannt sind. Sie unterstützen den Theorie-Praxis-Transfer, strukturieren Lernprozesse und fördern die Kompetenzorientierung. Gleichzeitig bestehen weiterhin Heraus­forderungen, etwa in der Standardisierung zwischen unterschiedlichen Ausbil­dungseinrichtungen, in der Heterogenität der Lernziele und im Umgang mit neuen Entwicklungen. Trotz positiver Befunde hinsichtlich des Beitrags von Pra­xiscurricula zur Qualitätssicherung fehlt es bisher an umfassenden Untersuchun­gen zur konkreten Wirksamkeit und zur nachhaltigen Implementierung.

Der erstmalige Einsatz eines Praxiscurriculums wird im Rahmen dieser Arbeit exem-plarisch an der Sozialstiftung Bamberg untersucht. Die Sozialstiftung Bam­berg leistet mit ihren gemeinnützigen Tochtergesellschaften, u. a. den Bamber­ger Akademien und der saludis, sowohl die theoretische als auch die praktische Ausbildung in der Physiotherapie. Das Praxiscurriculum wurde von der Berufs­fachschule für Physiotherapie der Bamberger Akademien, federführend vom Au­tor, entwickelt und bildet die Grundlage für die Analyse der Umsetzung, Wirksam­keit und Akzeptanz strukturierter curricularer Ansätze in der praktischen Ausbil­dung. Durch die gezielte Einbindung dieses Curriculums ermöglicht die Untersu­chung außerdem eine differenzierte Bewertung der spezifischen Herausforderun­gen und Chancen bei der Einführung standardisierter Ausbildungsstrukturen in unterschiedlichen institutionellen Kontexten.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in acht aufeinander aufbauende Kapitel, die einen strukturierten Zugang zu der zentralen Fragestellung ermöglichen:

Kapitel 2 behandelt zunächst die Schulentwicklung beruflicher Schulen als sys­temischen Prozess und legt dar, wie die Unterrichts-, Personal- und Organisati­onsentwicklung zusammenhängend zur Steigerung der Ausbildungsqualität bei­tragen.

Kapitel 3 befasst sich mit dem Qualitätsmanagement in der beruflichen Bildung und stellt die verschiedenen Systeme vor, die in deutschen Bundesländern etab­liert sind. Es werden zentrale Ansätze wie Q2E, AZAV, DIN ISO 9001, EFQM und ISQ sowie deren Anwendbarkeit in der Physiotherapieausbildung analysiert. Obgleich das Qualitätsmanagement der Bamberger Akademien initial durch die Lernorientierte Qualitätstestierung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung (LQW, Ersttestat 2013-2018) geprägt war, vollzog die Geschäftsführung einen System­wechsel. Unter Berücksichtigung der seit 2012 bestehenden AZAV-Zertifizierung wurde beschlossen, zukünftige Rezertifizierungsprozesse ausschließlich auf die Anforderungen der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförde­rung auszurichten.

Das vierte Kapitel beleuchtet den Wirkzusammenhang von Qualitätsmanage­ment und Schulentwicklung, wobei die Relevanz von Evaluation, evidenzbasier­ter Steuerung und Partizipation als zentrale Gelingensfaktoren für Entwicklungs­prozesse herausgearbeitet wird.

Kapitel 5 untersucht die Bedeutung der praktischen Ausbildung für die Qualitäts­entwicklung. Hier werden die Herausforderungen der Verzahnung von Theorie und Praxis, die Relevanz der Kompetenzorientierung sowie die Funktionen von Praxiscurricula als Steuerungsinstrument behandelt. Zudem werden die Rollen der beteiligten Akteurinnen - also von Praxisanleitenden, Lernbegleitenden und Auszubildenden - erörtert.

Gegenstand des sechsten Kapitels ist die Darstellung der Einführung des Praxis­curriculums an den Bamberger Akademien unter Berücksichtigung sämtlicher prozessualer und inhaltlicher Dimensionen.

Kapitel 7 beinhaltet die Methodik. Aus der Analyse werden die Implikationen für die Schulentwicklung abgeleitet und konkrete Perspektiven für die Qualitätssi­cherung durch Praxiscurricula formuliert.

Kapitel 8 synthetisiert die zentralen Forschungsergebnisse und erörtert daran an­knüpfend die Relevanz strukturierter Praxiscurricula für eine nachhaltige Quali­tätsentwicklung in der physiotherapeutischen Ausbildung.

Diese systematische Vorgehensweise ermöglicht es, die Rolle von Praxiscurri­cula im Kontext des Qualitätsmanagements und der Schulentwicklung ganzheit­lich zu beleuchten und praxisorientierte Schlussfolgerungen für die Weiterent­wicklung der Physiotherapieausbildung zu ziehen. Hierdurch soll die Grundlage für weitere Forschungen geschaffen werden.

2. Schulentwicklung an beruflichen Schulen

Die Schulentwicklung an beruflichen Schulen ist ein langfristiger systemischer Prozess der Weiterentwicklung. In ihm werden nicht nur einzelne Reformen ver­wirklicht, sondern mehrere Reformprojekte, die auf der strukturellen, der pädago­gischen und der organisationalen Ebene ineinandergreifen (Beringer et al., 2015, S. 6). Unterrichts-, Personal- und Organisationsentwicklung müssen in dem Zu­sammenhang miteinander in Beziehung gebracht werden, um die Ausbildungs­qualität zu steigern (Beringer et al., 2015, S. 5). Konkrete Lehrmethoden, die Schaffung einer Feedbackkultur und die gemeinsame Mitwirkung beteiligter Gruppen sind als einzelne Maßnahmen bedeutend für ein förderliches Schul­klima. Differenzierte Stundenpläne, neue Raumkonzepte und die Individualisie­rung von Lernwegen unterstützen die Schüler*innen beim Lernen und werden den individuellen Bedürfnissen der Lernenden gerecht. Die Förderung und die Sicherung der Bildungsqualität werden nicht als einzelne Faktoren, sondern als ein Bestandteil der Schulentwicklung im systemischen Sinne betrachtet (Beringer et al., 2015, S. 4, 6).

Den Auslöser für die Notwendigkeit einer Schulentwicklung im Bereich der Qua­lität stellen neue gesellschaftliche Anforderungen dar. Die Ergebnisse internatio­naler Vergleichsstudien zeigen eine hohe Erwartung der Gesellschaft an die Qualität beruflicher Bildung. Aufgrund des Wandels am Arbeitsmarkt und der Än­derungen im Bereich der Gesetzgebung stehen berufliche Schulen vor der Auf­gabe, sich weiterzuentwickeln und das Angebot an Bildungseinrichtungen an die jeweiligen Anforderungen anzupassen (Brunnhuber, 2009, S. 8-10). Neben die­sen eher externen Erwartungen wie hinsichtlich der Employability (Beschäfti­gungsfähigkeit) der Absolvent*innen können auch interne Entwicklungsanlässe entstehen. Die Weiterbildung der Lehrenden und die Schaffung einer förderlichen Lernumgebung, das Ausmaß des Lernens als lernende Organisation etc. werden bei dieser Entwicklung ebenfalls berücksichtigt. Ein aktuelles Beispiel ist hier der Umgang mit digitalen Medien im Unterricht, der aufgrund der Digitalisierung not­wendig und doch mit großen technischen Schwierigkeiten verbunden ist. Es wird deutlich, dass Schulentwicklung keine Entwicklung um ihrer selbst willen ist, son­dern eine notwendige Antwort der Schule auf die Erfordernisse einer pluralisti­schen Gesellschaft darstellt (Ganser, 2005, S. 9-17).

Für die Steuerung der Entwicklung von Qualität sind Mechanismen und Instru­mente erforderlich. In fast allen Bundesländern wurden in den letzten Jahren in­terne und externe Evaluationssysteme etabliert (Brunnhuber, 2009, S. 82-101). Beispielsweise kann die Durchführung von anonymen Befragungen und/oder Un­terrichtsbeobachtungen das Maß der Entwicklung veranschaulichen. Aus den da­bei gesammelten Informationen und Dokumenten kann man sich ein Gesamtbild der Situation machen und daraus Maßnahmen ableiten. Mit Dokumentationen wie z. B. Entwicklungsplänen und Fortbildungen wird versucht, diese Entwicklung zu evaluieren und in einen Kreislauf zurückzuspielen. Wichtig sind dabei vor al­lem Fortbildungen für Lehrer*innen, nicht nur als Fortbildungsangebote der Lehr­kräfte für Personalentwicklung, sondern auch als Instrumente, die die Reflexions­fähigkeit der Lehrer*innen fördern und Veränderungen im Bereich Lehren und Lernen ermöglichen.

3. Qualitätsmanagement in der beruflichen Bildung

Der Fokus liegt nachfolgend auf den grundlegenden Konzepten und Instrumen­ten des Qualitätsmanagements sowie auf ihrer Bedeutung für die Sicherung und Weiterentwicklung der Ausbildungsqualität. Dabei werden zunächst einige aktu­ellen Qualitätsmanagementsysteme gelistet und beispielhaft erläutert.

Qualitätsmanagement (QM) an berufsbildenden Schulen dient der Steuerung von Schul- und Unterrichtsentwicklung, der Verbesserung von Schulprozessen sowie der Sicherung der Bildungsqualität (Edenharder & Hanstein, 2023, S. 12-18). Ein typisches QMS umfasst eine Leitbildentwicklung, interne und externe Evaluatio­nen, ein Individualfeedback und die Prozesssteuerung durch Schulführungs­kräfte (Förschner et al., 2014, S. 6-8). Der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) ist als Werkzeug zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung verbreitet (E-denhar- der & Hanstein, 2023, S. 21).

Die Kultusministerkonferenz (KMK) betont, dass die kontinuierliche Qualitätsent­wicklung ein zentrales Ziel aller bildungspolitischen Maßnahmen ist, wobei ,guter Unterricht‘ als dynamisches Konstrukt verstanden wird, das sich an gesellschaft­lichen und technologischen Entwicklungen orientiert (KMK, 2004, S. 3).

Qualitätsmanagement ist ein fester Bestandteil der beruflichen Bildung in Deutschland und dient als ein strategischer Ansatz, mit dem die Ausbildungsqua­lität überprüft und ausgebaut werden soll. Diese Vorgehensweise wird auch des­halb eingesetzt, weil berufliche Schulen sowie Berufsfachschulen laufend mit sich ändernden gesamtgesellschaftlichen sowie technologischen Bedingungen, die durch den Arbeitsmarkt vorgegeben sind, konfrontiert sind (Brunnhuber, 2009, S. 64-67). Die Ansprüche an die berufliche Bildung reichen demnach über eine reine Vermittlung von fachbezogenem Wissen hinaus. Die Schüler*innen müssen auf eine Arbeitswelt vorbereitet werden, die durch Globalisierung und technologische Innovationen bestimmt ist.

Die Qualitätsentwicklung von Schulen erfordert, dass qualitative Standards fest­gelegt werden und durch externe wie interne Evaluationen überprüft werden (Brunnhuber, 2009, S. 74-75; 82-101).

Eine wichtige Zielsetzung des Qualitätsmanagements liegt darin, durch instituti­onelle Bedingungen eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Entwicklungen zu gewährleisten. Hierbei geht es insbesondere um Themen wie demografische Veränderungen, Innovationen sowie Diversitätssensibilität in Bezug auf die Schule (Brunnhuber, 2009, S. 69-71). Dadurch wird deutlich, dass es in der Qua­litätsentwicklung darum geht, Schulentwicklungsprozesse dynamisch zu gestal­ten. Hierbei müssen Methoden eingesetzt werden, die den Prozess der Digitali­sierung berücksichtigen. Auch andere Aspekte wie eine inklusive Didaktik müs­sen implementiert werden.

Die Bundesländer haben unterschiedliche Strategien zur Qualitätssicherung und -entwicklung etabliert, die auf eine zielgerichtete, reflektierte und an wechselnde Bedingungen angepasste Schul- und Unterrichtsentwicklung ausgerichtet sind (EU-Bureau of the BMBF/ German Ministry for Education and Research, 2019, S. 8). Dabei steht die Unterrichtsentwicklung im Mittelpunkt der Schulentwicklung und orientiert sich an der Personal- und Organisationsentwicklung (Beringer et al., 2015, S. 5-10). Schulische Qualitätskonzepte umfassen Zielvereinbarungen, Leitbilder, Prozessmanagement, Evidenzbasierung, Evaluation und Feedback, um die Qualität systematisch zu steuern (Förschner et al., 2014, S. 6-7).

Die Schulaufsicht begleitet die Schulleitungen dabei, den Prozess der Qualitäts­sicherung und -entwicklung erfolgreich zu gestalten (KMK, 2004, S. 2). Die Wirk­samkeit dieser Maßnahmen zeigt sich in der Umsetzung strategischer Hand­lungsfelder wie Innovationskraft und Integrationsleistung, die für den Bildungs­und Erziehungsauftrag entscheidend sind (Edenharder & Hanstein, 2023, S. 23­32).

Die Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung bildet auch das Fundament für eine kompetenzorientierte und nachhaltige Ausbildung in der Physiotherapie. Nachfolgend werden zentrale Konzepte, Instrumente und Standards vorgestellt, die eine systematische Steuerung und Weiterentwicklung der Ausbildungspro­zesse ermöglichen. Dieser Abschnitt verknüpft theoretische Grundlagen mit prak­tischen Ansätzen und zeigt deren Bedeutung für die Sicherung und Steigerung der Bildungsqualität auf internationaler und nationaler Ebene. Im Gesamtkontext der Arbeit trägt diese Betrachtung dazu bei, die komplexen Strukturen und Maß­nahmen verständlich zu machen, die eine hochwertige physiotherapeutische Ausbildung gewährleisten sollen.

3.1 Überblick über Qualitätsmanagementsysteme in deutschen Bundes­ländern

Die Abbildung 1 zeigt eine Übersicht der vorherrschenden QM-Systeme (QMS) in Deutschland.

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Qualitätsmanagementsystem nach Bundesländern (Quelle: Edenharder und Hanstein 2023)

In den letzten Jahren wurden in den Bundesländern verschiedene QMS zur Qua­litätsentwicklung eingeführt (Abbildung 1), welche sich teilweise stark voneinan­der unterscheiden (Scheile & Tränkmann, 2008, S. 8-10, 24; Brunnhuber, 2009, S. 65). Diese Diversität, welche die unterschiedlichen bildungspolitischen Struk­turen und Bedingungen der einzelnen Bildungsstandorte spiegelt, verlangt je­doch eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Implementierung, damit sie in Bezug auf die lokalen Verhältnisse optimiert werden kann (Brunnhuber, 2009, S. 64-67; 71-72).

Entscheidend für die Implementierung eines QM ist die effektive Anwendung von Evaluationsinstrumenten wie beispielsweise Befragungen von Auszubildenden und Praxisanleitenden, um damit Veränderungsprozesse auf der Ebene des ge­samten Teams anzustoßen (Scheile & Tränkmann, 2008, S. 26; Brunnhuber, 2009, S. 84-91). Es ist jedoch fraglich, inwiefern die Antworten in den Schulen ankommen und ob anhand der Antworten schulspezifische Handlungsanleitun­gen abgeleitet werden.

Um der Ausbildung in der Physiotherapie gerecht zu werden, müsste ein wirksa­mes QM die Inhalte der fachpraktischen Ausbildung, die Praxisanleitung und das spezielle Curriculum berücksichtigen (Wasner, 2006, S. 202-203). Um das Qua­lifikationsniveau in der Berufsgruppe weiterzuentwickeln und das Qualifikations­merkmal ,Qualität’ hervorzuheben, ist daher eine bundeslandübergreifende Ein­führung in QMS in der praktischen Ausbildung nötig (Bals et al., 2010, S. 9-11).

3.1.1 Auswahl an Qualitätsmanagementsystemen im Detail

Die verschiedenen QMS sind prägend für die Entwicklung und Sicherung der Ausbildungsqualität in beruflichen Schulen. Im Folgenden werden die häufigsten Systeme genannt.

Q2E

Das Modell von Q2E (Qualität durch Evaluation und Entwicklung) stellt ein auf sechs Handlungsfeldern aufbauendes QMS mit besonderer Betonung der Evalu­ation und der Entwicklung für eine nachhaltige Qualitätsverbesserung dar. Im Be­reich der beruflichen Ausbildung wie beispielsweise der Gesundheitsberufe ist das Q2E-Modell ein gutes Qualitätsentwicklungskonzept, da es die kooperative Zusammenarbeit aller an der Ausbildung beteiligten Akteur*innen und die Quali­tätssteuerung aller Ausbildungsanteile, wie z. B. des Praxisanteils, ermöglicht (Landwehr & Steiner, 2007, S. 1). Der systematische Einbezug der Selbstevalu­ation durch regelmäßige anonymisierte Datenerhebungen anhand schriftlicher Befragungen der relevanten Akteur*innen macht die individuellen Stärken und Schwächen der Institution sichtbar und ermöglicht zielgerichtete Verbesserungs­maßnahmen (Landwehr & Steiner, 2007, S. 1-3). Aufgrund der systematischen Strukturierung in Form von Handlungsfeldern werden zudem die Führungspro­zesse sowie die kurzfristigen wie auch langfristigen Schulentwicklungsziele ein­gebunden. Durch die Erfassung des Ist-Zustandes, den Vergleich mit dem Soll­Zustand und die Ableitung passgenauer Entwicklungspläne lassen sich auf Basis der Ergebnisse des Selbstevaluationsprozesses die individuellen Anforderungen der Schule in besonderer Weise beachten (Landwehr & Steiner, 2007, S. 2-3). Gerade im Ausbildungsbereich der Gesundheitsberufe kann durch die Selbste­valuation differenziert nach Ausbildungsberufen erhoben werden, in welchen Be­reichen es die meisten Ist-Soll-Diskrepanzen gibt, z. B. hinsichtlich der Ausbil­dung auf Station oder der Dokumentation der Lernfortschritte durch die Auszubil­denden (Landwehr & Steiner, 2007, S. 2-4). Aufgrund der iterativen Vorgehens­weise, bei der die Ergebnisse der Datenerhebung dem pädagogischen Team, den Praxisanleiter*innen und den Auszubildenden umgehend für die Planung der nächsten Entwicklungsmaßnahme zur Verfügung stehen, ist eine breite Akzep­tanz durch das Kollegium Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung.

Im Sinne einer offenen Auseinandersetzung mit den bestehenden Problemlagen lassen sich so Herausforderungen, insbesondere in der praktischen Ausbildung, besser identifizieren (Landwehr & Steiner, 2007, S. 3). Hierbei wird auf Methoden der schriftlichen Befragung, des Feedbackprozesses sowie des Fragebogens ge­setzt. Durch die Anonymität ist die Hemmschwelle niedrig, sodass auch sensible und problematische Punkte angesprochen werden können (Landwehr & Steiner, 2007, S. 2-3). Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist es, dass bisher unberück­sichtigte Bereiche problematisiert werden und zur Grundlage einer zukünftigen Gestaltung des Praxiscurriculums werden (Scheile & Tränkmann, 2008, S. 20­25).

AZAV

Die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) regelt die Zulassung von Bildungsträgern und -maßnahmen und ist mit bestimmten Qualitätsanforderungen verbunden. Dieser regulatorische Rahmen verpflichtet Berufsfachschulen und berufliche Schulen mit Ausbildungsangeboten, die über die Bundesagentur für Arbeit unterstützt werden, zu einem internen QMS mit sys­tematischer Dokumentation und externer Auditierung. Im Gegensatz zu den bis­her beschriebenen länder- oder schulinitiierten QMS wie QmbS und Q2E zeich­net sich AZAV durch ein reguliertes Zulassungsverfahren aus, welches u. a. de­finierte Beschwerdemanagementprozesse oder die Auswertung von Maßnah­menergebnissen erfordert (QBS Qualitätsmanagement-Beratung & Schulung, 2024; Landwehr & Steiner, 2007, S. 2).

Die definierten Kriterien sorgen für eine strukturierte Umsetzung des Ausbil­dungsplanes. Kritisch wird jedoch gesehen, dass der Fokus vor allem auf quan­titativen Indikatoren wie beispielsweise der Zufriedenheitsmessung liegt und dass qualitative Indikatoren, beispielsweise zur Lernentwicklung oder besondere Praktikumskonzepte, fehlen. Deshalb stellt sich die Frage, wie die AZAV mit qua­litativ orientierten QM-Ansätzen ergänzt werden kann.

Durch die Zulassung von Bildungsträgern und -maßnahmen über die AZAV-Zer- tifizierung werden Berufsfachschulen dazu verpflichtet, ihre eigenen bestehen­den QMS zu überarbeiten (QBS Qualitätsmanagement-Beratung & Schulung, 2024). Das kann eine besondere Herausforderung für Einrichtungen des Ge­sundheitsbereichs darstellen, da viele berufsfachschulische Standorte, wie ein­gangs erwähnt, bereits vor einigen Jahren von der AZAV unabhängig branchen­spezifische Qualitätssicherungsprogramme wie Q2E und das ISQ-Programm eingeführt haben. Durch das Nebeneinander unterschiedlicher QM-Strukturen entsteht somit unter Umständen mehr bürokratischer Aufwand und eine Unklar­heit der Rollen und Verantwortungen.

Ein Beispiel für die Umsetzung im berufspädagogischen Alltag zeigt, dass sich die AZAV-Zertifizierung darauf beschränkt, zu prüfen, was gemessen werden muss und wie es anschließend gemessen werden kann. Rückmeldungen sind dabei ein zentrales Merkmal, um die Einschätzung der Teilnehmenden mit in den QM-Prozess einzubinden (QBS Qualitätsmanagement-Beratung & Schulung, 2024). Auch die Erfassung von klaren Kriterien für das Gelingen von Bildungsan­geboten fällt bei dem oben dargestellten Beispiel leicht. Es sollte jedoch hinter­fragt werden, ob die Übernahme standardisierter Rückmeldebogen und Überprü­fungskriterien nicht die Entwicklung kreativer Evaluationsinstrumente von Beginn an verhindern kann, wodurch sich Einrichtungen nur an Mindeststandards orien­tieren würden und somit eine kontinuierliche Schulentwicklung blockiert werden würde.

Zudem ist kritisch zu hinterfragen, ob die von der AZAV in Anspruch genomme­nen Audits das Engagement zur Eigeninitiative vermehrt eindämmen. Die AZAV erfüllt ihren Sinn nur dann, wenn man sich der Anforderung stellt, QM-Prozesse so zu gestalten, dass Perspektiven und Meinungen von allen zentralen Akteur*in- nen der Bildungseinrichtung stärker einbezogen werden. Denn nach aktuellem Forschungsstand werden „beteiligungs- bzw. koproduktionsorientierte QMS“ als besonders zukunftstauglich gesehen, bei denen sich die teilnehmenden Ak- teur*innen stärker mit dem Prozess und den Verfahren identifizieren und ihre ei­genen Kompetenzen und Qualifikationen aktiv einbringen (Schelle et al., 2023, S. 46-57).

Abschließend ist festzuhalten, dass die AZAV als regulatorischer Rahmen durch­aus sinnvoll sein kann, um QM-Prozesse in Bildungseinrichtungen mit Ausbildun­gen im Gesundheitsbereich, wie z. B. der Physiotherapie, in Gang zu setzen und verbindlich zu gestalten. Allerdings birgt dieses System aufgrund seiner vorge­gebenen Strukturen, Formalisierungen, Audits und Mindestanforderungen für die Schulentwicklung der Berufsfachschulen einige Risiken wie einen erhöhten ad­ministrativen Aufwand, das Ausblenden individueller Ausbildungsziele und des kreativen Gestaltungsspielraums der Lehrpersonen. Hinzu kommt eine Verringe­rung der Eigeninitiative der Bildungseinrichtungen zur Weiterentwicklung der be­stehenden Prozesse. Die Herausforderung wird sein, die in der AZAV vorgege­benen Standards und Kriterien so umzusetzen, dass einerseits das staatlich ge­wollte Verfahren erfüllt wird, jedoch andererseits eine Schulentwicklung entsteht, bei der alle relevanten Akteur*innen der Ausbildung von Beginn an miteingebun­den werden.

DIN ISO 9001

Die DIN ISO 9001 ist eine weltweit anerkannte Norm für QMS. In der beruflichen Bildung hat sich der prozessorientierte Ansatz für eine klare Strukturierung der Abläufe etabliert. Er erlaubt es Schulleitungen, Lehrpersonen, Auszubildenden und Verwaltungspersonal, Abläufe zu definieren, zu prüfen und zu überarbeiten (Deuring & DQS GmbH, 2023). Die Norm ist verbindlich und erhöht durch ihre schriftliche Festlegung die Transparenz, um dauerhafte Verbesserungen sicher­zustellen. Kritisch ist, dass sie für die Industrie entwickelt wurde. Daher entsteht beim Übergang zur Pädagogik die Tendenz zur Überformalisierung und Eingriffe in die Freiheit der Pädagogik sind möglich (Skalla, 2010, S. 36-40).

Durch die standardisierte Ausrichtung der ISO 9001 kann eine hohe Transparenz bei der Durchführung, Dokumentation und Auswertung der Ausbildung geschaf­fen werden. Es ist möglich, frühzeitig auf Schwachstellen zu reagieren, um diese anschließend anhand der Daten zu beheben und zu verbessern (Schlögl et al., 2017, S. 254-256). Mit der systematischen Ausarbeitung von Abläufen kann vor allem im Übergang vom theoretischen Unterricht zur praktischen Ausbildung die Steuerung von Ausbildungsprozessen genauer definiert werden. Die Frage ist jedoch, ob dieser Fokus nicht dazu führen kann, dass innovative Ansätze und kreative pädagogische Herangehensweisen zu kurz kommen.

Ausgehend von dieser Ausrichtung ist ein weiterer Bestandteil der DIN ISO 9001, dass sich alle Akteur*innen wie Auszubildende, Lehrende, Praxisanleiter*innen und Verwaltungspersonal aktiv einbringen sollen. Dies wird vor allem durch Be­fragungen und Feedbackgespräche erreicht (Schlögl et al., 2017, S. 256-258). Auf dieser Basis könnten alle Beteiligten in die Entwicklung von Qualitätszielen einbezogen werden. Dieser Einbezug kann zu einer höheren Akzeptanz der durchgeführten Maßnahmen führen und schafft eine Verbindung zwischen den Ansprüchen des Ausbildungsberufs und den festgelegten Zielen für die theoreti­sche Ausbildung. Als kritischer Punkt gilt aber, dass die Einbeziehung aller Ak- teur*innen Zeit und personelle Ressourcen bindet.

Schulen mit DIN ISO 9001 verfügen durch die strukturierte Prozesssteuerung über ein transparentes und überprüfbares Managementsystem. Interne und ex­terne Audits werden durchgeführt, um die Effektivität und die Erreichung der ge­steckten Ziele evaluieren und dokumentieren zu können. Dadurch ist eine Basis dafür geschaffen, festzulegen, welche Maßnahmen entwickelt werden müssen, um die vereinbarten Ziele zu erreichen (Schlögl et al., 2017, S. 256-257). Es ist jedoch fraglich, ob der erhebliche administrative und finanzielle Aufwand, der durch die Zertifizierung der DIN ISO 9001 anfällt, und die zusätzlich verpflichtend durchzuführenden Audits sich in einem entsprechenden Maße auf die Verbesse­rung der Qualität auswirken.

Die Qualitätssicherung im Bildungswesen mit der DIN ISO 9001 und deren Ziel, durch das messbare Erreichen von gesteckten Zielen die Qualität der Ausbildung sicherzustellen, findet vor allem in den Bereichen der Unterrichtsplanung, der Ausbildungsplanung und der Lernfortschrittskontrolle statt. Durch die Einführung der DIN ISO 9001 sind jedoch einige Grenzen der Schule als Organisation sicht­bar geworden. Empirische Analysen zeigen beispielsweise, dass allein durch die ISO 9001 noch keine Qualität in Bildungseinrichtungen gelebt wird (Zimmer­mann, 2013, S. 2). Somit fehlen auf dem Weg von der Qualitätsentwicklung zum Systemansatz noch weitere Impulse, um der eigenen Qualität Rechnung zu tra­gen.

Die DIN ISO 9001 hat durch die Kosten, welche dieses QMS mit sich bringt, ins­besondere im Hinblick auf kleine Unternehmen und Betriebe eine Herausforde­rung geschaffen. Bereits im Zuge der Einführung gibt es einige personelle, orga­nisatorische und fachliche Anforderungen. Diese wirken sich zwar in den Kosten noch nicht unbedingt deutlich aus; es entstehen jedoch für Schulen weitere Aus­gaben, da jährlich Zertifizierungs- und Auditierungsgebühren fällig werden (For- cont, 2024; ACATO GmbH, ISO 27001 Beratung und Forensik, o. D.). Allerdings hat diese Norm vor allem positive Auswirkungen auf die Qualität der Berufsbil­dung, die sich auf diese Weise in jeder Bildungseinrichtung umsetzen lässt. Durch die vereinheitlichten Prozesse und die vorgeschriebene Prüfung der Er­gebnisqualität kann die Differenz in qualitativen Ansprüchen und damit auch in der Ausbildung reduziert werden. Die Abschlussbewertungen der Auszubilden­den können zudem besser miteinander verglichen werden. Fraglich ist, ob diese Vergleichbarkeit allen Schulen gerecht wird.

Neben den vorangehenden Punkten ist es von Bedeutung, dass Stakeholder- Perspektiven für eine erfolgreiche Qualitätssicherung im Gesundheitsberufe-Un- terricht erhoben und bewertet werden. Auch hier trägt die Norm zur Qualitätsver­besserung bei, da sie verlangt, alle beteiligten Stakeholder wie Auszubildende, Lehrende, Praxisanleitende und Verwaltungspersonal regelmäßig zu befragen, um eine evidenzbasierte Ausgangslage für Maßnahmen ableiten zu können (Sta­keholder Management nach ISO 9001:2015 - 5 Tipps | DGQ, 2025). Diese Rück­kopplung sichert die Qualifizierung der praktischen Ausbildung in Bezug auf das angestrebte Berufsfeld. Gleichzeitig werden die genannten Akteur*innen zu einer Qualitätsentwicklung, welche eine hohe Qualitätssicherung im Unterricht des Ge- sundheitsberufe-Bereiches erreicht. Durch die enge Verknüpfung des QMS DIN ISO 9001 mit der Qualitätsverbesserung hängt sein Erfolg damit zusammen, wie gut die Mitarbeiter*innen dieses annehmen und anwenden. Es zeigt sich, dass besonders ein System, welches auf einem stark regulierten QMS wie der DIN ISO 9001 beruht, mit Vorsicht implementiert werden muss. Ansonsten droht die Gefahr, dass die eingeführten Maßnahmen ausschließlich als Formalien für eine Zertifizierung durchgeführter Pflichtaufgaben wahrgenommen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine systematische Verankerung der DIN ISO 9001 eine transparente Qualitätssicherung im Bereich der Physiothera­pieausbildung gewährleisten kann. Für eine erfolgreiche Umsetzung bedarf es jedoch hoher personeller und finanzieller Ressourcen. Dies muss unter den As­pekten des Bildungsbereichs auf die Ausbildung zum*r Physiotherapeut*in abge­stimmt werden.

EFQM - European Foundation for Quality Management

Das EFQM-Modell für Excellence kann durch seine vielschichtige Anwendung und die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten eine nachhaltige Schulentwicklung för­dern. Das QM-Instrument für berufliche Schulen liefert durch die Zusammenfüh­rung von Prozess- und Ergebnisqualität Orientierung für schulische Ziele und be­rücksichtigt damit sowohl die individuellen Bedürfnisse der Lernenden als auch die organisationalen Rahmenbedingungen. Es erlaubt zudem eine Anpassung an schulische Besonderheiten und regionale Gegebenheiten (Esser et al., 2003, S. 41; Brunnhuber, 2009, S. 17-21). Darüber hinaus ermöglicht es die Integration unterschiedlichster Stakeholder, also von Auszubildenden, Ausbildungsbetrie­ben, Ausbildungsleiter*innen u. a., und gestattet damit die Entwicklung einer Qualitätskultur. Zentrales Element ist die stetige Weiterentwicklung, die auch durch die systematische Einbeziehung unterschiedlicher Interessen gesteuert wird. Kritisch ist, ob die vom Modell postulierte Flexibilität genügt, um die Vielfäl­tigkeit der Bedarfe einzelner Berufe abzudecken.

Erfahrungen aus der Anwendung des EFQM-Modells, beispielsweise im Rahmen von Modellprojekten wie Quabs, haben gezeigt, dass durch das QMS institutio­nelle Kompetenzen der Schulentwicklung gesteuert werden können. Darüber hin­aus wird in den Modellprojekten die Eigenverantwortung der Lehrpersonen ge­stärkt und dadurch eine systematischere Problemerkennung ermöglicht (Esser et al., 2003, S. 41-43). Durch die Stärkung der Lernfähigkeit innerhalb der Insti­tution können in der Physiotherapieausbildung praxisnahe Probleme besser be­arbeitet werden. Da die Verantwortlichen innerhalb der Institution ein stärkeres Verständnis für die Verknüpfung von Schul- und Praxisseite erlangen, können Lösungen für diese Herausforderungen entwickelt werden. Dieser Aspekt ist je­doch dahingehend kritisch zu betrachten, dass eine längere, von authentischer Partizipation der Betroffenen getragene Intervention vonnöten ist, um einen nachhaltigen Erfolg zu erreichen.

Ein wesentliches Merkmal der Einführung des EFQM-Modells stellt das partizi­pative Arbeiten mit umfangreichen Erhebungsinstrumenten dar, welche über eine Selbstevaluation, über das Format des Qualitätszirkels sowie auf empirischer Ebene über Datenerhebung durch Befragung und Beobachtung möglich sind. Die Ergebnisse dienen der Bestandserhebung, sollen jedoch vor allem auf die Erstel­lung von Maßnahmen zur Entwicklung abzielen (Esser et al., 2003, S. 43; Scheile & Tränkmann, 2008, S. 32-36). Die partizipative Integration der Mitarbeitenden in den Entwicklungsprozess wirkt motivierend und führt dazu, dass sich diese stärker mit den angestrebten Qualitätsstandards identifizieren. Die empirische Evidenz bestätigt, dass die Zufriedenheit und die Motivation der Stakeholder durch Partizipation gesteigert werden können (Esser et al., 2003, S. 40-42). Auf dieser Grundlage stellt die Einbindung aller Akteur*innen eine gute Basis für die kontinuierliche Qualitätsentwicklung dar. Kritisch kann jedoch die hohe Formali­sierung gesehen werden. Diese führt dazu, dass eine große Anzahl von Instru­menten zur Datenerhebung verwendet werden muss und dadurch in den Einrich­tungen administrative Prozesse ausgelöst werden, die Widerstände und Skepsis auf der Seite der Betroffenen erzeugen können.

Da durch das EFQM-Modell eine Rückmeldung der Stakeholder gewährleistet wird und es so zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung in den Curricula kommt, ist sein Einsatz in der Physiotherapieausbildung wünschenswert (Was­ner, 2006, S. 202). Die systematische Rückmeldung unterstützt die Transparenz und die Akzeptanz der in der Institution getroffenen Entwicklungsmaßnahmen.

Ein kritischer Aspekt der Arbeit mit dem EFQM-Modell liegt in den hohen Anfor­derungen, die im Rahmen der Arbeit mit den Erhebungsinstrumenten (bis zu 200 Fragen pro Schule) gestellt werden (Esser et al., 2003, S. 42-43; Brunnhuber, 2009, S. 82). Diese Formalisierung lässt die Arbeit möglicherweise zu einer ,Pflichtübung’ werden und kann die positiven Auswirkungen, welche angestrebt sind, beeinträchtigen. Die Einführung des EFQM-Modells ist mit einer Sensibili­sierung und Überzeugungsarbeit innerhalb der Institution verbunden, was im Vor­feld und währenddessen unbedingt berücksichtigt werden muss, um zu verhin­dern, dass das Modell nicht lediglich oberflächlich eingeführt wird. Daher sollte eine Einführung gut vorbereitet und diese geplant begleitet werden.

Des Weiteren ist fraglich, ob die standardisierten Erhebungsinstrumente differen­ziert genug sind und jedem Beruf in der Medizin gerecht werden. Dagegen spricht, dass in der Physiotherapieausbildung vor allem das praxisrelevante Ler­nen in der Behandlung im Vordergrund steht und dass sich mit Hilfe der Einbe­ziehung aller Perspektiven der Stakeholder eine umfassende Beleuchtung der Ausbildungsthematik gewährleisten lässt. Gerade durch das unterschiedliche An­gebot in den Ausbildungseinrichtungen ist es schwierig, auf die individuellen Be­dürfnisse in der Ausbildung zu reagieren, sodass das EFQM-Modell die Arbeit mit alternativen Lehrmethoden erleichtert und so das Ausbildungsangebot berei­chern kann.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das EFQM-Modell ein Instrument zur Qualitätsentwicklung beruflicher Schulen darstellt, mit dem es durch die fle­xible und offene Struktur zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Ausbildun­gen kommen kann.

3.1.2 Qualitätsmanagementsystem ISQ an Physiotherapieschulen

Neben den bereits beschriebenen QMS der beruflichen Schulen im Allgemeinen existiert auch ein Programm, das auf Berufsfachschulen der Physiotherapie ab­zielt.

Das Qualitätssicherungsprogramm des Interessenverbands zur Sicherung der Qualität (ISQ), das sich mittlerweile in der Abwicklung befindet, ist ein komplexes Programm zur Qualitätsprüfung der Physiotherapieausbildung, welches über 360 Qualitätsmerkmale verfügt, die für den Kontext der Ausbildung abgeleitet wurden. Mithilfe dieser Merkmale wird systematisch die theoretische und praktische Aus­bildung geprüft (Entwicklung Eines Qualitätssicherungsprogrammes für Physio­therapieschulen | Hochrhein-Institut für Rehabilitationsforschung, o. D.)

Die Qualitätsmerkmale sind im Rahmen eines mehrstufigen Delphi-Verfahrens in Zusammenarbeit mit Expert*innen, Praxisanleitenden und Auszubildenden ent­standen (Entwicklung Eines Qualitätssicherungsprogrammes für Physiotherapie­schulen | Hochrhein-Institut für Rehabilitationsforschung, o. D.). Dies führte zur Akzeptanz und Relevanz für den Ausbildungsalltag. Die Fragwürdigkeit besteht hier in der repräsentativen Ausprägung der Einbezogenen für alle in der Praxis tätigen Stakeholder. Die kritische Reflexion der Checkliste und der Legende des ISQ, siehe Anhang 17, mit der Gültigkeit vom 01.01.2022 bis 31.12.2024 stellen hierbei die Fragwürdigkeit des Einbezugs der praktischen Ausbildung und des Ausbildungsbetriebs dar (isq-MV, o. D.).

Aus einem Zertifikat einer Schule für Physiotherapie der Berufsgenossenschaft­lichen Unfallklinik von 2018 geht hervor, dass ISQ-Schulen sich alle drei Jahre rezertifizieren müssen, sodass ein Prozess der fortlaufenden Verbesserung in der Schule implementiert ist (ISQ-Qualitätssiegel, 2018). Die Rezertifizierung ist insofern positiv zu bewerten, als dass sie keine oberflächliche, einmalige Quali­tätsüberprüfung darstellt. Einen negativen Aspekt könnte hierbei die Demotiva­tion der Stakeholder in Bezug auf den hohen Ressourcenbedarf darstellen.

Eine Stärke ist die Transparenz der Prüfverfahren, da die Schulen nicht nur eine Selbstauskunft abgeben und die Dokumentation einreichen müssen, sondern ex­terne Visitator*innen die Qualität überprüfen (Entwicklung Eines Qualitätssiche­rungsprogrammes für Physiotherapieschulen | Hochrhein-Institut für Rehabilitati­onsforschung, o. D.). Eine kritische Reflexion könnte bei den Schulungen der Vi- sitator*innen stattfinden, da diese die Glaubwürdigkeit der Qualitätssicherung be­einflussen.

Zusätzlich ist die umfassende Beteiligung der Stakeholder ein wesentlicher Er­folgsfaktor, welcher über schriftliche Befragung, eine Gruppendiskussion oder eine Evaluation mit Vertreter*innen stattfindet Die Zufriedenheit der Auszubilden­den wird im Rahmen standardisierter Fragebögen überprüft, um die Qualität der Ausbildung zu verbessern (Entwicklung Eines Qualitätssicherungsprogrammes für Physiotherapieschulen | Hochrhein-Institut für Rehabilitationsforschung, o. D.). Die kritische Reflexion kann hierbei auf die begrenzte Anzahl von Teilneh­menden bezogen sein, was die Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränken kann.

Über die schriftlichen quantitativen Befragungen hinaus besteht ein Erhebungs­feld der ISQ in qualitativen Evaluationen über externe Visitator*innen. Diese sind im Bereich der Qualitätsüberprüfung speziell geschult (Entwicklung Eines Quali­tätssicherungsprogrammes für Physiotherapieschulen | Hochrhein-Institut für Re­habilitationsforschung, o. D.). Die kritische Reflexion könnte sich hierbei auf die begrenzte Ressourcenbindung beziehen, da über Visitator*innen wie beim Ver­gleich mit anderen bereits evaluativ beschriebenen QMS keine Rückschlüsse möglich sind.

4. Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagement (QM) und Schulent­wicklung

Der Zusammenhang zwischen QM und Schulentwicklung bildet das Gerüst für kontinuierliche Verbesserungsprozesse in beruflichen Schulen. Hierbei wird un­tersucht, wie sich strukturierte Evaluationen, datengestützte Steuerung und par­tizipative Prozesse auf die Schulentwicklung auswirken. Im Rahmen der Gesamt­arbeit zeigt sich somit die Bedeutung eines systematischen QM für die Gestal­tung einer zukunftsfähigen Schule. Durch das Implementieren eines QMS kön­nen berufliche Schulen eine evidenzbasierte und nachhaltige Entwicklung in Gang setzen. Anhand einer strukturierten Evaluation können Verbesserungs­maßnahmen mittels gesammelter Daten initiiert werden (Landwehr & Steiner, 2007, S. 2-4). Durch die ständige anonyme Befragung aller Akteur*innen des z.B. Q2E-Modells und aufgrund seiner klaren Systematik entsteht ein Klima der Transparenz, der Akzeptanz und der Beteiligung (Landwehr & Steiner, 2007, S. 2-4). Ein zentrales Element in einem QMS ist die Datenbasis, durch welche eine subjektive Verzerrung vermieden wird, damit die Schule die tatsächlichen Entwicklungsbedarfe (Landwehr & Steiner, 2007, S. 3) in der Schule erkennt. An­hand der Datenerhebung werden die Ist-Soll-Diskrepanzen deutlich (Landwehr & Steiner, 2007, S. 3). Darauf aufbauend können Maßnahmen geplant und einge­führt werden, indem beispielsweise das Praxiscurriculum angepasst oder ein Fortbildungsprogramm für die Praxisanleitenden geplant wird.

Die Evaluationen als zentraler Teil des QMS erleichtern das Feedback und stei­gern die Akzeptanz für Veränderungsprozesse, da die Beteiligten durch die Eva­luationen einbezogen werden. Studien zeigen, dass durch das Implementieren eines QM eine hohe Bereitschaft für die nachhaltige Verbesserung besteht (Scheile & Tränkmann, 2008, S. 26; Landwehr & Steiner, 2007, S. 1). Ein weite­rer Vorteil dieser Systeme besteht in der Zuteilung bestimmter Rollen und in der Rückkopplung der Evaluationen an die Beteiligten. Dies geschieht z. B. an der Schulkonferenz. Somit wird der Grad der Mitbestimmung aller Beteiligten inner­halb der Schulentwicklung erhöht (Landwehr & Steiner, 2007, S. 3; Brunnhuber, 2009, S. 84). In Bezug auf die Physiotherapieausbildung ist es von Bedeutung, dass alle Beteiligten eingebunden sind. Das Praxiscurriculum soll den Erwartun­gen aller Lernenden und Lehrenden entsprechen und für beide Gruppen einen guten Lernstand bieten (Entwicklung Eines Qualitätssicherungsprogrammes für Physiotherapieschulen | Hochrhein-Institut für Rehabilitationsforschung, o. D.).

Die prozessorientierte Begleitung des Veränderungsprozesses mittels Supervi­sion oder Beratung ist eine notwendige Ergänzung von QMS. In komplexen Zu­sammenhängen wie der Schulentwicklung sind neue, erweiterte Formen der Su­pervision wie die Counseling Supervision (Böttger, 2007, S. 16-17) nötig, um bei den vielfältigen Aufgaben, welche in diesem Zusammenhang anfallen, zu unter­stützen, die institutionelle Entwicklung zu fördern und beispielsweise eine umfas­sende Feedback-Kultur zu etablieren. Aber auch die Koordinierung der Perspek­tivenvielfalt (Böttger, 2007, S. 16-17) in den multiprofessionellen Teams ist eine elementare Aufgabe. In diesem Beratungsformat wird die reflexhafte Verände­rung von Schulentwicklung angestoßen und die Routine im Kollegium wird ver­ändert, um partizipative Kommunikationsstrukturen zu etablieren, welche die Trä­ger von QM-Maßnahmen in Bezug auf die langfristige Sicherung von Qualität stärken (Böttger, 2007, S. 16-17). Supervision oder Beratung dient außerdem dem Abbau von Akzeptanzbarrieren in Prozessen und somit der Förderung der institutionellen Lernfähigkeit (Böttger, 2007, S. 16-17).

Die Wirksamkeit von QMS hängt davon ab, wie sie in die Schulentwicklung ein­bezogen werden. Die Akzeptanz und die Mitwirkung aller Akteur*innen sind Grundvoraussetzungen dafür, dass solche Systeme im Sinne des QM anstatt als reine Erfüllung einer Pflicht durchgeführt werden (Brunnhuber, 2009, S. 82, S. 102-103). Die kontinuierliche Überprüfung von Ausbildungsprozessen durch definierte Reflexions- und Evaluationsschleifen bietet die Möglichkeit, Schwä­chen frühzeitig zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Schulentwicklung einzuleiten. Dadurch wird ein nachhaltiger Prozess der Qualitätssicherung etab­liert, der langfristig zur stetigen Weiterentwicklung der Ausbildung beiträgt (Wey­land et al., 2013, S. 12-13). Dennoch sollte tiefergehend analysiert werden, ob diese Reflexionsmechanismen in der Praxis ausreichend genutzt werden und welche zusätzlichen Instrumente ergänzend eingeführt werden könnten, um die­sen Prozess noch effektiver zu gestalten. Die Akzeptanz und Nachhaltigkeit aller Entwicklungen in Bezug auf das Praxiscurriculum kann verbessert werden, in­dem die prozessbezogenen Elemente (Partizipation, Transparenz, Steuerung) in der Schule gefördert werden.

5. Bedeutung der praktischen Ausbildung für die Qualitätsentwicklung

Die praktische Ausbildung in der Physiotherapie bildet mit 1600 Stunden, von insgesamt 4500 Stunden, den Kern der fachpraktischen Kompetenzentwicklung und hängt daher eng mit der Qualitätssicherung der Ausbildung zusammen. Im Fokus stehen hierbei die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für eine effek­tive Verzahnung von Theorie und Praxis sowie die Bedeutung einer reflektierten und kompetenzorientierten Lernumgebung. Diese Aspekte scheinen essenziell dafür zu sein, die Ausbildungsqualität im Gesamtkontext der Arbeit nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. Die folgenden Absätze beleuchten zentrale Her­ausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung des Theorie-Praxis­Transfers sowie die Bedeutung strukturierter Begleitmaßnahmen. Im Kontext der Arbeit wird dabei deutlich, wie eine systematische Integration der Unterrichts­und Praxiselemente zur Qualitätssicherung und zur nachhaltigen Kompetenzent­wicklung beiträgt.

5.1 Herausforderungen der Verzahnung von Theorie und Praxis

Die Verzahnung von Theorie und Praxis stellt im Rahmen der physiotherapeuti­schen Ausbildung eine zentrale Herausforderung dar, die sowohl auf strukturel­len als auch inhaltlichen Problemen basiert. Eine deutlich wahrnehmbare Diskre­panz zwischen theoretischen Lehrinhalten und den praktischen Anforderungen erschwert die Ausbildung maßgeblich und führt zu Unsicherheiten bei den Aus­zubildenden. Diese Inkongruenz ist häufig auf eine unzureichende curriculare Ab­stimmung zurückzuführen, wodurch theoretische Inhalte für die Auszubildenden in der Praxis wenig anwendbar erscheinen. Dies beeinträchtigt die Vorbereitung auf klinische Anforderungen und begünstigt oberflächliches Lernen, wie es bei­spielsweise durch kurzfristiges Lernen vor Prüfungen beobachtet wurde (Nodehi Moghadam et al., 2017, S. 211, 212). Ein strukturiertes Praxiscurriculum könnte diese Defizite ausgleichen, indem es die Synchronisierung von theoretischen und praktischen Ausbildungsanteilen sicherstellt und somit den Theorie-Praxis­Transfer gezielt fördert. Solch eine curriculare Kohärenz würde nicht nur die Transparenz und die Vergleichbarkeit der Lerninhalte erhöhen, sondern auch den Kompetenzaufbau in beiden Lernsettings harmonisieren.

Eine weitere Barriere für die effektive Verzahnung von Theorie und Praxis liegt in der fehlenden kontinuierlichen Begleitung der Auszubildenden während ihrer praktischen Ausbildung. Ohne eine qualitativ hochwertige und systematische An­leitung durch qualifizierte Praxisanleitende erleben viele Lernende die Praxis als besonders herausfordernd, da sie häufig mit unerwarteten Situationen ohne aus­reichende Unterstützung konfrontiert werden (Akram et al., 2018, S. 1-6). Dies führt zu Unsicherheiten und einer verminderten Fähigkeit, theoretisches Wissen praxisnah anzuwenden, wodurch sowohl der Kompetenzzuwachs als auch die Entwicklung von Handlungssicherheit beeinträchtigt werden. Die regelmäßige und strukturierte Betreuung durch Praxisanleitende, welche gezielte Rückmel­dungen und Supervisionen bieten, kann jedoch dazu beitragen, diese Kluft zu minimieren. Praxiscurricula müssen daher verbindliche Zeitanteile für Praxisan­leitung und geplante Begleitstrukturen vorschreiben und gleichzeitig sicherstel­len, dass diese sowohl organisatorisch als auch personell in realistischer Weise umgesetzt werden können.

Die Kompetenzorientierung bildet ein zentrales Leitprinzip in der physiotherapeu­tischen Ausbildung, erweist sich jedoch in ihrer praktischen Umsetzung als äu­ßerst komplex. Um berufliche Handlungskompetenz systematisch entwickeln zu können, bedarf es authentischer und komplexer Handlungssituationen, die den Lernenden ermöglichen, theoretisches Wissen praktisch anzuwenden und eigen­verantwortlich Handlungslösungen zu entwickeln (Weyland et al., 2019, S. 49, 51). Eine fehlende curriculare Abstimmung zwischen Schule und Praxis behin­dert jedoch die Umsetzung solcher Lernsituationen und führt zu divergierenden Erwartungshaltungen bei Lernenden, Praxisanleitenden und Lehrenden. Eine konsequente Verzahnung der Curricula, die explizite Mechanismen wie integra­tive Lernfeldkonzepte, gemeinsame Reflexionsphasen und interdisziplinäre Ab­stimmungsprozesse vorsieht, ist erforderlich, um die Kompetenzentwicklung ef­fektiv zu fördern. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, theoretische und praktische Ausbildungssettings systematisch aufeinander abzustimmen, um Unsicherheiten und Überforderungen bei den Lernenden zu vermeiden und die nachhaltige Ent­wicklung beruflicher Kompetenzen zu gewährleisten.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die allgemeinen Bewertungs- und Rückmel­destrukturen innerhalb der praktischen Ausbildung, die häufig als unzureichend wahrgenommen werden. In der von Yazdani et al., 2017, an der Arak University of Medical Sciences im Iran durchgeführten Studie, äußerten mehr als die Hälfte der dort tätigen Medizinstudierenden im Praktischen Jahr Unzufriedenheit mit den eingesetzten Prüfungs- und Bewertungsverfahren, die sie als intransparent und nicht systematisch auf die Entwicklung der geforderten klinischen Kompe­tenzen ausgerichtet beschrieben. Die fehlende Standardisierung von Beurtei­lungskriterien erschwert demnach dabei nicht nur die Vergleichbarkeit der Aus­bildungsleistungen, sondern mindert auch die Möglichkeit systematischer Kom­petenzentwicklung. Dies legt nahe, dass ein kompetenzorientierter Bewertungs­rahmen, der explizit im Praxiscurriculum verankert ist, entwickelt und regelmäßig evaluiert werden muss. Solch ein Rahmen könnte Unsicherheiten über den indi­viduellen Entwicklungsstand reduzieren und die Anerkennung sowie den geziel­ten Ausbau beruflicher Handlungskompetenzen fördern.

Die Wirksamkeit traditioneller, theorielastiger Lernmodelle wird zunehmend in­frage gestellt, da diese nicht ausreichend zur Entwicklung nachhaltiger Kompe­tenzen beitragen. Forschungsergebnisse zeigen, dass praxisintegrierte und handlungsorientierte Lernansätze deutlich effektivere Lernergebnisse und ein besseres konzeptionelles Verständnis fördern (Kustori et al., 2021, S. 69-72). Trotz dieser Evidenz bleibt die physiotherapeutische Ausbildung häufig an klas­sische Modelle gebunden, wodurch wertvolles Potenzial praxisorientierter Curri­cula ungenutzt bleibt. Der direkte Vergleich zwischen experimentellen praxisba­sierten Gruppen und traditionell unterrichteten Gruppen zeigt signifikante Vorteile zugunsten ersterer im Hinblick auf Lernerfolg und Konzeptverständnis. Dies ver­deutlicht, dass die kontinuierliche Integration solcher Ansätze in die Ausbildung unerlässlich ist, um den Theorie-Praxis-Transfer nachhaltig zu stärken und den Anforderungen der Gesundheitsberufe gerecht zu werden.

Insgesamt erfordert die Verzahnung von Theorie und Praxis umfassende Verän­derungen in der Struktur und der Organisation curricularer Inhalte. Die kontinu­ierliche Unterstützung durch qualifizierte Praxisanleitende, die Entwicklung kom­petenzorientierter Bewertungsrahmen und die Integration moderner, praxisnaher Lernmodelle in die Curricula sind entscheidende Faktoren dafür, die Qualität der Ausbildung nachhaltig zu verbessern. Nur durch eine konsequente Harmonisie­rung der theoretischen und praktischen Ausbildungsbestandteile kann eine wirk­same Kompetenzentwicklung gewährleistet und die berufliche Handlungssicher­heit der zukünftigen Physiotherapeutinnen gestärkt werden.

5.2 Kompetenzorientierung in der praktischen Ausbildung

Die Kompetenzorientierung in der praktischen Ausbildung der Physiotherapie ba­siert auf einem handlungsorientierten Ansatz, der die Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz als zentrales Ausbildungsziel definiert. Dieser Ansatz um­fasst neben fachlichen auch personale, methodische und soziale Kompetenzen und soll sicherstellen, dass Lernende befähigt werden, in beruflichen, gesell­schaftlichen und privaten Situationen sachgerecht, individuell und sozial verant­wortlich zu handeln (Weyland et al., 2019, S. 54). Kritisch zu betrachten ist aller­dings, dass die Umsetzung dieses umfassenden Ansatzes in der Praxis oft durch strukturelle und personelle Einschränkungen erschwert wird. Besonders heraus­fordernd erscheint die Integration personaler und sozialer Kompetenzen, da diese häufig weniger greifbar sind und in der Praxis unterrepräsentiert bleiben. Die Frage bleibt, wie Ausbildungsstätten diese Kompetenzen systematisch und praxisnah fördern können, ohne den Fokus auf fachliche Inhalte zu verlieren.

Ein zentrales Element der Kompetenzorientierung ist die ganzheitliche Betrach­tung der zu entwickelnden Kompetenzen. Dabei werden nicht nur technisches Fachwissen, sondern auch Kommunikations-, Reflexions- und Problemlösekom­petenzen sowie Selbstmanagement und professionelles Verhalten gefördert (Weyland et al., 2019, S. 55). Dieser interdisziplinäre Ansatz schafft eine theore­tische Grundlage für die umfassende Qualifikation der Lernenden, jedoch zeigen empirische Untersuchungen, dass diese Zielsetzungen in der praktischen Um­setzung oft nicht vollständig erreicht werden. Die Ausbildungspraxis bleibt viel­fach auf technische Fertigkeiten fokussiert, während kommunikative und reflexive Elemente marginalisiert werden. Dies könnte durch eine stärkere curriculare Ver­ankerung von Lernzielen und methodischen Ansätzen korrigiert werden, die ex­plizit auf diese überfachlichen Kompetenzen abzielen.

Die Orientierung am Leitbild der beruflichen Handlungskompetenz verdeutlicht, dass diese nur in authentischen Praxissituationen, in denen Verantwortung über­nommen werden muss, aufgebaut werden kann. Dies unterstreicht die Notwen­digkeit realer, herausfordernder Handlungssituationen, die aktiv im Praxiscurri­culum verankert werden müssen (Weyland et al., 2019, S. 55). Kritisch anzumer­ken ist hierbei jedoch, dass Auszubildende oft nicht ausreichend auf die Über­nahme von Verantwortung vorbereitet werden. Es zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen der Förderung von Eigenständigkeit und der Sicherstellung einer qua­litativ hochwertigen Patient*innenversorgung. Eine proaktive Einbindung der Ler­nenden in verantwortungsvolle Aufgaben unter Anleitung könnte eine Lösung darstellen, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Die systematische Integration aller Kompetenzbereiche im Curriculum verfolgt das Ziel, Auszubildende nicht nur auf individuelle Patient*innenbehandlungen vorzubereiten, sondern sie auch für interdisziplinäre Teamarbeit und gesell­schaftliche Verantwortung zu sensibilisieren (physioaustria et al., 2016, S. 10). Obwohl dieses Ziel ambitioniert ist, bleibt offen, inwieweit es in der Praxis tat­sächlich umgesetzt wird. Erfahrungen des Autors aus der Praxis deuten ebenso darauf hin, dass der Fokus in der praktischen Ausbildung vorwiegend auf einer individuellen Patient*innenversorgung liegt, während interdisziplinäre und gesell­schaftlich relevante Themenfelder häufig vernachlässigt werden. Dies könnte durch gezielte curriculare Ergänzungen, beispielsweise interdisziplinäre Projekte oder spezielle Module zur gesellschaftlichen Verantwortung, adressiert werden.

Die bisherige Ausbildungspraxis bestätigt laut Forschung eine Tendenz zur ein­seitigen Fokussierung auf fachlich-technische Kompetenzen, was zu Defiziten in der Entwicklung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten führen kann (Woodward-Kron et al., 2012, S. 5). Diese Problematik weist auf die Notwendig­keit expliziter curricularer Maßnahmen hin, um ein ausgewogenes Kompetenz­profil zu gewährleisten. Es erscheint sinnvoll, Ausbildungsstätten stärker in die Pflicht zu nehmen, soziale und kommunikative Kompetenzen auf eine Ebene mit fachlichen Inhalten zu stellen. Eine mögliche Maßnahme wäre die verpflichtende Integration von Kommunikationstrainings und Reflexionsphasen, die durch stan­dardisierte Tools evaluiert werden können.

Die strukturierte Curriculierung der praktischen Ausbildung stellt durch verbindli­che Stundenvorgaben und die explizite Formulierung von Kompetenzerwartun­gen eine solide Grundlage für eine gezielte Kompetenzentwicklung dar (IFK, PHYSIO DEUTSCHLAND, VLL & HVG, 2019, S. 3, 5). Diese Strukturierung schafft Transparenz, birgt jedoch auch das Risiko, dass eine Überregulierung Lernenden und Praxisanleitenden wenig Flexibilität lässt. Insbesondere regionale Unterschiede und spezifische Versorgungsschwerpunkte könnten in einem stark standardisierten System zu kurz kommen. Es wäre zu prüfen, ob eine Modulari­sierung der Stundenvorgaben mehr Spielraum für individuelle und regionale An­passungen bieten könnte.

Eine klare zeitliche und inhaltliche Strukturierung der Praxiseinsätze fördert eine schrittweise Entwicklung von Basiskompetenzen hin zu komplexeren Aufgaben und unterstützt damit eine Progression des Kompetenzaufbaus während der Ausbildung. Diese Progression ist theoretisch sinnvoll, jedoch bleibt fraglich, ob sie in der Praxis immer eingehalten werden kann. Häufig sind die Praxiseinsätze durch unvorhergesehene Herausforderungen geprägt, die eine Abweichung von vorgesehenen Lernzielen notwendig machen. Um dies besser zu steuern, könn­ten flexiblere curricular-strukturelle Ansätze entwickelt werden, die dennoch die Zielsetzung der Progression beibehalten.

Die strukturierte Dokumentation und Evaluation der Praxiseinsätze stellt sicher, dass die individuelle Kompetenzentwicklung nachvollziehbar bleibt und gezielte Rückmeldungen ermöglicht werden. Dieses Instrumentarium fördert die Quali­tätssicherung, setzt jedoch einen hohen organisatorischen und zeitlichen Auf­wand seitens der Praxisanleitenden voraus. Es wäre sinnvoll, die Effizienz dieser Prozesse durch digitale Dokumentations- und Feedbacksysteme zu steigern, um sowohl deren Akzeptanz als auch die Praktikabilität zu erhöhen.

Die verbindliche curriculare Struktur unterstützt die Transparenz und die Ver­gleichbarkeit der Ausbildungsqualität zwischen verschiedenen Praxiseinrichtun­gen und Schulen. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Standardisierung, jedoch bleibt zu diskutieren, wie diese Struktur mit der häufig notwendigen Individuali­sierung der Ausbildung in Einklang gebracht werden kann. Innovative Ansätze wie adaptive Curricula könnten möglicherweise dazu beitragen, diesen Konflikt zu entschärfen (Koxholt et al., 2022, S. 7).

Reale Handlungssituationen mit Praxisbezug, in denen Auszubildende Verant­wortung übernehmen und eigenständig Entscheidungen treffen müssen, sind entscheidend für die Entwicklung von Kompetenzen. Defizite in der Praxis zeigen sich oft dort, wo strukturierte curriculare Vorgaben fehlen oder die Praxisanlei­tung nicht konsequent kompetenzorientiert erfolgt (Weyland et al., 2019, S. 49; Schumann & Winkelmann, 2012, S. 33). Es wäre zu prüfen, wie die Einhaltung kompetenzorientierter Standards verbindlicher gestaltet werden kann, um diese Schwächen zu minimieren.

Die unzureichende Abstimmung zwischen Theorie und Praxis stellt eine weitere Herausforderung dar, da sie Unsicherheiten bei den Auszubildenden fördert und die Entwicklung nachhaltiger Kompetenzen behindert (Schumann & Winkel­mann, 2012, S. 35). Um diese Lücke zu schließen, sind engere Kooperationen zwischen Schulen und Praxiseinrichtungen sowie koordinierte Lehrpläne erfor­derlich. Die sofortige Einbindung in patientenbezogene Situationen bietet Auszu­bildenden wertvolle Erfahrungsräume, jedoch bleibt die Frage, ob diese durchge­hend reflektiert und methodisch begleitet werden. Eine höhere Qualität der Pra­xisanleitung könnte hier unterstützend wirken.

Die Förderung kommunikativer Kompetenzen ist ein weiterer wesentlicher Punkt, der im Praxisalltag häufig unterschätzt wird. Eine explizite curriculare Veranke­rung könnte diese Problematik adressieren und sicherstellen, dass die kommu­nikativen Fähigkeiten der Auszubildenden gestärkt werden (Woodward-Kron et al., 2012, S. 5). Abschließend ist festzuhalten, dass eine konsequente Kompe­tenzorientierung eine kontinuierliche Reflexion und Anpassung der Curricula er­fordert, um den dynamischen Anforderungen des Berufsfeldes gerecht zu wer­den.

5.3 Praxiscurricula als Instrument der Qualitätsentwicklung

Als Instrument der Qualitätssicherung bieten Praxiscurricula eine Grundlage für eine systematische Dokumentation, Evaluation und Reflexion der Ausbildung (Koxholt et al., 2022, S. 8-11; Schewior-Popp et al., 2022, S. 16-17). Ein struk­turiertes Praxiscurriculum trägt entscheidend zur Sicherung und messbaren Stei­gerung der Ausbildungsqualität bei, indem es zu erwerbende Kompetenzen klar definiert und systematisch überprüfbar macht. Ein Beispiel hierfür ist der Ausbil­dungscampus Gesundheit Bensberg, an dem Kompetenzbereiche und Lernziele stufenweise formuliert und deren Erreichung durch Zwischenprüfungen sowie praxisnahe Aufgaben kontinuierlich evaluiert werden (Koxholt et al., 2022, S. 7). Die stufenweise Formulierung der Lernziele ermöglicht eine systematische Kom­petenzentwicklung und garantiert, dass die Ausbildenden gezielt auf die jeweili­gen Anforderungen vorbereitet werden. Dennoch stellt sich die Frage, ob die bis­herigen Evaluationsmethoden umfassend genug gestaltet sind, um komplexe in­terdisziplinäre Anforderungen abzudecken. Hier könnte untersucht werden, in­wieweit zusätzliche formative Evaluationsmaßnahmen integriert werden können, um Erkenntnisse über die kontinuierliche Entwicklung individueller Kompetenzen zu gewinnen.

Die nachvollziehbare Struktur eines Praxiscurriculums schafft zudem die Grund­lage für den direkten Vergleich der Ausbildungsleistungen unterschiedlicher Ler­nender und Praxiseinrichtungen. Diese Transparenz und Vergleichbarkeit der praktischen Ausbildungsergebnisse stärkt die Objektivität der Beurteilung (Kox­holt et al., 2022, S. 7). Gleichzeitig ist kritisch zu betrachten, ob diese Vergleich­barkeit nicht durch Unterschiede in den regionalen Versorgungsrealitäten, spezi­fische Patient*innenstrukturen oder die individuelle Betreuung durch Praxisanlei­tende eingeschränkt wird. Zukünftig könnten standardisierte Bewertungsskalen sowie regelmäßige Qualitätsaudits einen noch präziseren Vergleich der Ausbil­dungsergebnisse ermöglichen, was langfristig auch institutionelle Qualitätsstei­gerungen fördern würde.

Ein weiterer zentraler Aspekt eines strukturierten Praxiscurriculums liegt in der Orientierung, die es sowohl den Auszubildenden als auch den Praxisanleitenden und Lehrkräften bietet. Durch die curriculare Verankerung von Kompetenzzielen wird Unsicherheiten in der Anleitungspraxis entgegengewirkt und die Selbstwirk­samkeit der Lernenden wird gestärkt (Schewior-Popp et al., 2022, S. 16-17). Dies stellt eine wesentliche Verbesserung des Ausbildungsprozesses dar, da klare Kompetenzziele eine einheitliche Ausrichtung der praktischen Ausbildung schaffen. Dennoch bleibt zu hinterfragen, ob diese Kompetenzziele hinreichend flexibel gestaltet sind, um individuellen Lernbedarfen sowie unvorhergesehenen Herausforderungen wie neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen oder sich än­dernden beruflichen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Einführung standardisierter Evaluationsmechanismen leistet einen direkten Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung des Curriculums. Ein zentraler Vorteil besteht darin, dass Unzulänglichkeiten frühzeitig erkannt und gezielt adressiert werden können, wodurch sich die institutionelle Ausbildungsqualität nachweislich über den einzelnen Ausbildungszyklus hinaus steigert (Leitner, 2025, S. 20). Kritisch ist jedoch zu prüfen, inwieweit die praktische Umsetzung dieser Mechanismen durch praxisbedingte Einschränkungen wie Zeitmangel o­der fehlende Ressourcen behindert wird. Hier könnten innovative digitale Lösun­gen, die automatisierte Feedbackprozesse ermöglichen, dabei unterstützen, den Evaluationsaufwand zu reduzieren und somit die Qualitätssicherung nachhaltig zu verbessern.

Die Qualitätssicherung durch Praxiscurricula wird außerdem durch die systema­tische Beteiligung multiperspektivischer Stakeholder unterstützt. Die Einbindung von Auszubildenden, Praxisanleitenden und Lehrenden in die Erstellung, Umset­zung und Evaluation stellt sicher, dass praxisnahe Inhalte entwickelt und curricu­lar verankert werden (Koxholt et al., 2022, S. 7). Gleichzeitig zeigen empirische Befunde, dass es erhebliche Barrieren für die kontinuierliche Beteiligung an Eva­luationsprozessen gibt, etwa Zeitmangel oder Unsicherheiten bezüglich der Be­wertungsmethoden (Leitner, 2025, S. 20). Es erscheint erforderlich, Anreizsys­teme zu schaffen und organisatorische Anpassungen vorzunehmen, um eine hö­here Beteiligungsbereitschaft zu fördern.

Die Entwicklung einer solchen reflektierenden Ausbildungskultur ist von zentraler Bedeutung für die kontinuierliche Qualitätssteigerung. Durch wiederholte Refle­xionen und strukturierte Feedbackverfahren wie Portfolioarbeit oder regelmäßige Feedbackgespräche können Lernhindernisse frühzeitig erkannt und individuelle Lernprozesse bedarfsgerecht angepasst werden (Bauer-Horvath, 2016, S. 5-7). Dennoch bleibt zu überprüfen, ob diese reflektierenden Methoden institutionell flächendeckend etabliert sind und welche Hürden ihrer Implementierung noch entgegenstehen könnten.

Die enge Verknüpfung von Praxisanleitung und strukturiertem Curriculum verhin­dert effektiv ein Auseinanderdriften von Theorie- und Praxiswissen, da konkrete Praxissituationen gezielt für den Lernprozess genutzt werden. Dies stellt sicher, dass theoretische Inhalte eine direkte Relevanz für die berufliche Handlungskom­petenz erhalten (Koxholt et al., 2022, S. 5-7).

Die Qualitätssicherung durch Praxiscurricula muss zudem länderspezifische und internationale Standards berücksichtigen, um die Anschlussfähigkeit an aktuelle und zukünftige Anforderungen sicherzustellen. Erfahrungen aus der Schweiz zei­gen, dass curricular verankerte Praxisphasen erfolgreich als Antwort auf prog­nostizierte Fachkräftebedarfe etabliert wurden (Schämann, 2019, S. 102, 106). Der Vergleich und die Übernahme internationaler Qualitätsstandards birgt Inno­vationspotenzial, könnte jedoch durch unterschiedliche Rahmenbedingungen li­mitiert werden. Es wäre anzustreben, geeignete Strategien zu entwickeln, um internationale Best-Practice-Ansätze an die spezifischen Gegebenheiten des deutschen Ausbildungssystems anzupassen.

Die fortlaufende Evaluation und die flexible Anpassbarkeit von Praxiscurricula fördern eine nachhaltige Qualitätsentwicklung, indem sie institutionelle Entwick­lungsziele und individuelle Lernfortschritte gleichermaßen berücksichtigen (Kox­holt et al., 2022, S. 7). Diese Dynamik ist entscheidend, um auf veränderte An­forderungen im Gesundheitswesen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeitnah reagieren zu können. Dennoch wirft dies die Frage auf, ob die derzeitigen Strukturen ausreichend flexibel sind, um eine rasche und effektive Anpassung zu ermöglichen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein strukturiertes Praxiscurriculum eine integrative Steuerungsfunktion übernimmt, indem es rechtliche, curriculare und individuelle Vorgaben zusammenführt. Es lenkt die Prozess- und Ergebnis­qualität der Ausbildung systematisch und fördert die kontinuierliche Reflexion und Weiterentwicklung, was entscheidend zur nachhaltigen Schulentwicklung bei­trägt.

Durch standardisierte Evaluationsformate und die regelmäßige Überprüfung der Kompetenzerreichung wird eine kontinuierliche und transparente Bewertung des Ausbildungsfortschritts ermöglicht. Dabei bieten strukturierte Rückmeldegesprä­che und dokumentierte Praxisaufgaben eine objektive Basis für Feedback und fördern die individuelle Entwicklung der Auszubildenden. Allerdings stellt der da­mit verbundene organisatorische Aufwand eine Herausforderung dar, insbeson­dere in Einrichtungen mit begrenzten personellen Ressourcen.

5.3.1 Definition und Funktionen

Ein Praxiscurriculum stellt in der physiotherapeutischen Ausbildung einen struk­turierten Lehr- und Lernplan dar, der explizit festlegt, welche Handlungskompe­tenzen in den jeweiligen Ausbildungsabschnitten erworben werden sollen. Es ge­währleistet eine Vergleichbarkeit und Transparenz der Ausbildungsinhalte zwi­schen Schule und Praxis, indem es klare Vorgaben für die Kompetenzentwick­lung bietet (Koxholt et al., 2022, S. 7; Schewior-Popp et al., 2022, S. 7-17). Die Orientierung an verbindlichen gesetzlichen Vorgaben wie dem Rahmenlehrplan für Rheinland-Pfalz sichert hierbei eine standardisierte Gestaltung der Praxisan­leitung. Diese Standardisierung ist durch dokumentierte Lerneinheiten von 10 bis 20 Prozent der praktischen Ausbildungszeit geregelt (Schewior-Popp et al., 2022, S. 16-17). Positiv hervorzuheben ist, dass diese Struktur eine einheitliche Quali­tätssicherung ermöglicht.

Durch die curriculare Verankerung fokussieren Praxiscurricula nicht nur auf fach­liche Kompetenzen wie Diagnostik und Therapieplanung, sondern fördern auch methodische und soziale Kompetenzen, darunter Reflexionsfähigkeit und Team­arbeit, die ebenfalls überprüfbar gemacht werden (Weyland et al., 2019, S. 55). Diese multidimensionale Herangehensweise unterstützt eine umfassende Ent­wicklung beruflicher Handlungskompetenz.

Die Strukturierung der praktischen Ausbildung schafft durch die Progression in der Kompetenzentwicklung und durch die Festlegung konkreter Praxisaufgaben sowie Verantwortlichkeiten eine nachvollziehbare Weiterentwicklung der Lernen­den während ihrer Ausbildung (Koxholt et al., 2022, S. 7). Diese klar definierten Entwicklungsstufen vermeiden eine Beliebigkeit in der Praxisanleitung und stel­len sicher, dass alle Lernenden unabhängig von ihrer jeweiligen Praxiseinrich­tung vergleichbare Voraussetzungen für ihren Kompetenzaufbau erhalten. Diese strukturelle Progression, die Praxiscurricula vorgeben, beginnt mit der Vermitt­lung grundlegender Kompetenzen und mündet in die Übernahme komplexerer Aufgaben mit wachsender Eigenverantwortung (Koxholt et al., 2022, S. 7-9). Dieser stufenweise Ansatz schafft eine systematische Aufbaulogik, die die Ler­nenden gezielt auf spätere berufliche Anforderungen vorbereitet. Dennoch stellt sich die Frage, ob die kontinuierliche Progression in allen Praxiseinrichtungen einheitlich umgesetzt wird. Unterschiedliche Rahmenbedingungen sowie variie­rende Unterstützungsstrukturen könnten dazu führen, dass die Progression in­konsistent verläuft. Ebenso besteht das Risiko, dass diese Standards zu stark reglementiert sind und somit Eigeninitiative und Flexibilität zugunsten einer ein­heitlichen Struktur eingeschränkt werden. Daher wären zusätzliche Maßnahmen wie standardisierte Schulungen für Praxisanleitende oder die Einführung einheit­licher Feedbacksysteme, sinnvoll, um die Wirksamkeit des Curriculums zu si­chern.

Die Förderung des Theorie-Praxis-Transfers ist eine zentrale Funktion von Pra­xiscurricula, indem sie eine strukturierte Verknüpfung von theoretisch erworbe­nem Wissen mit der praktischen Anwendung herstellen (Schewior-Popp et al., 2022, S. 13). Durch die gezielte Formulierung spezifischer Lernfelder und Module erleichtern sie den Auszubildenden das Verständnis komplexer Inhalte und för­dern die Anwendung in realen klinischen Situationen. Dies unterstützt die Ent­wicklung beruflicher Handlungskompetenz und bietet allen Beteiligten, insbeson­dere den Praxisanleitenden, eine klare Orientierung (Weyland et al., 2019, S. 55; Koxholt et al., 2022, S. 6). Allerdings bleiben Herausforderungen bestehen, ins­besondere, wenn es um die kohärente Vermittlung von Inhalten geht, die unter­schiedliche klinische Szenarien und theoretische Modelle einbeziehen.

Die explizite Festlegung von Lernzielen und Aufgaben innerhalb des Praxiscurri­culums trägt dazu bei, Unsicherheiten bei den Beteiligten zu reduzieren und Dis­krepanzen zwischen Theorie und Praxis zu verringern. Diese Formulierung bietet sowohl den Auszubildenden als auch ihren Anleiter*innen einen klaren Referenz­rahmen, der eine effektive Orientierung ermöglicht (Schewior-Popp et al., 2022, S. 13). Dies ist ein wesentlicher Vorteil, da nicht nur der Lernprozess systemati­siert wird, sondern auch die Evaluation und die Dokumentation der individuellen Fortschritte erleichtert werden. Trotzdem bleibt zu hinterfragen, ob alle Lernziele präzise genug formuliert sind, um den vielfältigen Anforderungen des Berufsfelds gerecht zu werden. Eine stärkere Einbindung der Praxisanleitenden und Auszu­bildenden in die Entwicklung dieser Ziele könnte dazu beitragen, die Relevanz und die Akzeptanz der Curricula zu erhöhen.

Praxiscurricula könnten zudem gezielt zur Weiterentwicklung der Ausbildung bei­tragen, indem sie aktuelle gesellschaftliche und berufsspezifische Anforderungen berücksichtigen und innovative Lehrformate integrieren, etwa simulationsba­sierte Methoden oder interdisziplinäre Projekte (Choudhary et al., 2024, S. 1-6). Dies bedarf jedoch einer kontinuierlichen Reflexion und ggf. Modifikation der be­stehenden Strukturen. Die Partizipation aller relevanten Akteur*innen einschließ­lich der Auszubildenden, Praxisanleitenden und Lehrenden ist hierbei von zen-traler Bedeutung, um die Akzeptanz neuer Ansätze und die Nachhaltigkeit der Curriculumentwicklung zu gewährleisten (Ertl-Schmuck et al., 2021, S. 3-4; Koxholt et al., 2022, S. 5). Ohne eine solche Einbindung besteht die Gefahr, dass wichtige Perspektiven unberücksichtigt bleiben und die Umsetzung neuer Maß­nahmen erschwert wird.

Ein weiteres entscheidendes Element, das Praxiscurricula fördern, sind berufs­spezifische Interaktions- und Kommunikationskompetenzen. Diese Fähigkeiten sind insbesondere in der ambulanten Versorgung unerlässlich, wo der Ge­sprächsanteil in den ersten Sitzungen bis zu 52 Prozent beträgt (Grafe, 2017, S. 20). Trotz ihrer Bedeutung werden diese Kompetenzen in traditionellen Curri­cula häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Die Integration gezielter Methoden - etwa Rollenspiele oder strukturierte Reflexionsgespräche - könnte diese Lücke schließen und gleichzeitig zur Entwicklung einer professionellen Identität beitra­gen (Choudhary et al., 2024, S. 1-6). Dies würde nicht nur die Patientinnenzu­friedenheit erhöhen, sondern auch die Ausbildungsqualität und die berufliche Handlungskompetenz der Auszubildenden stärken.

Insgesamt bieten Praxiscurricula eine geeignete Grundlage dafür, die Transpa­renz, die Qualität und die Vergleichbarkeit der physiotherapeutischen Ausbildung zu fördern. Sie tragen dazu bei, den Theorie-Praxis-Transfer zu verbessern, Kompetenzen systematisch zu entwickeln und die Qualität der Anleitung zu si­chern. Dennoch bedarf es einer kritischen Reflexion und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, um ihre Anpassungsfähigkeit und Effektivität im Hinblick auf die Herausforderungen der Praxis sicherzustellen.

5.3.2 Zufriedenheit als Qualitätsindikator

Die Zufriedenheit der Auszubildenden stellt einen zentralen Indikator für die Qua­lität der praktischen Ausbildung dar und bietet wertvolle Hinweise zur Beurteilung und Weiterentwicklung von Praxiscurricula. Empirische Studien belegen, dass hohe Zufriedenheitswerte insbesondere in den Bereichen der Vorbereitung auf das Praktikum, des Praktikumseinsatzes sowie der Entwicklung professioneller Fähigkeiten und Kenntnisse auf die systematische Strukturierung und Organisa­tion der Praxiscurricula zurückzuführen sind (Al Shahry et al., 2018, S. 641-642). Besonders hervorzuheben ist, dass eine klare Definition verbindlicher Lernziele und Kompetenzprofile zu einer erhöhten Transparenz beiträgt. Dies ermöglicht den Auszubildenden eine bessere Orientierung und reduziert Unsicherheiten im Umgang mit komplexen Praxissituationen. Gleichzeitig zeigen Langzeitbefragun­gen im Gesundheitswesen, dass strukturierte Praxisphasen nicht nur die Ausbil­dungszufriedenheit erhöhen, sondern auch langfristig eine stärkere Bindung an den Beruf fördern (Trede & Schweri, 2013, S. 9, 20). Kritisch zu betrachten ist jedoch, dass strukturelle Vorgaben im Curriculum möglicherweise nicht in allen Lernkontexten gleichermaßen effektiv umgesetzt werden können, da sowohl re­gionale als auch organisatorische Unterschiede die Praxisausgestaltung er­schweren könnten.

Die Integration von Simulations- und Rollenspielmethoden in das Praxiscurricu­lum hat sich in Studien als besonders effektiv erwiesen, um die klinischen Kom­petenzen der Auszubildenden zu fördern und deren Zufriedenheit zu steigern. Authentische Lernsituationen, die durch solche didaktischen Ansätze geschaffen werden, bieten den Auszubildenden die Möglichkeit, theoretisch erlerntes Wissen direkt in berufsnahen Kontexten anzuwenden (Sandoval-Cuellar et al., 2021, S. 5). Dabei unterstützen gezielte Rückmeldungen die Entwicklung der Selbst­wirksamkeit und tragen dazu bei, die Motivation der Lernenden aufrechtzuerhal­ten. Gleichzeitig zeigt die 100%ige Teilnehmendenadhärenz, dass diese Formate nicht nur akzeptiert werden, sondern auch eindeutige Leistungssteigerungen er­möglichen (Sandoval-Cuellar et al., 2021, S. 5). Jedoch bleibt kritisch zu reflek­tieren, ob alle Ausbildungsstätten in der Lage sind, die erforderlichen Ressourcen bereitzustellen, um solche innovativen Ansätze flächendeckend zu implementie­ren. Finanzielle und personelle Rahmenbedingungen könnten hierbei limitie­rende Faktoren sein, die es gezielt zu adressieren gilt.

Konkrete Rückmeldungen und Interviews mit Auszubildenden verdeutlichen, dass strukturierte Abläufe und das Angebot der aktiven Mitgestaltung als beson­ders zufriedenstellend empfunden werden. Die Transparenz und Nachvollzieh­barkeit von Lernzielen und Kompetenzanforderungen durch ein dokumentiertes Praxiscurriculum schaffen ein unterstützendes Lernumfeld und steigern das Ge­fühl der Sicherheit bei den Beteiligten (Schmidt & Kordell, 2009, S. 999, 1000). Gleichzeitig weisen jedoch niedrigere Zufriedenheitswerte im Bereich der Bewer­tung und des Feedbacks darauf hin, dass bestehende Rückmeldestrukturen oft­mals als intransparent oder unzureichend erlebt werden (Al Shahry et al., 2018,

S. 641). Eine mangelnde Standardisierung der Bewertungsmaßstäbe und feh­lende Verlässlichkeit in der Feedbackstruktur können Unsicherheiten auslösen und die Handlungssicherheit der Auszubildenden beeinträchtigen (Buhren, 2015, S. 11-17). So zeigt sich die Notwendigkeit, regelmäßig stattfindende und ver­bindliche Feedbackmechanismen curricular zu verankern, um nicht nur den indi­viduellen Lernfortschritt kontinuierlich sichtbar zu machen, sondern auch die Ent­wicklung sozialer und personeller Kompetenzen gezielt zu fördern. Dennoch könnte eine übermäßige Formalisierung solcher Prozesse die Dynamik und die Individualität von Reflexionsgesprächen negativ beeinflussen.

Eine nachhaltige Zufriedenheit von Auszubildenden resultiert nicht zuletzt aus der Möglichkeit, ihre individuellen Kompetenzen und Entwicklungsschritte durch dokumentierte Praxisphasen nachvollziehen zu können (Trede & Schweri, 2013, S. 20). Strukturierte und klare Meilensteine, die im Praxiscurriculum definiert sind, erleichtern es den Lernenden, eigene Fortschritte zu erkennen und diese mit beruflichen Anforderungen abzugleichen. Dies fördert nicht nur die Attraktivi­tät des Berufsbildes, sondern auch die Identifikation mit dem Gesundheitssektor insgesamt (Al Shahry et al., 2018, S. 641-642). Empirische Ergebnisse zeigen, dass Absolvent*innen, die als besonders zufrieden mit der praktischen Ausbil­dung bewertet wurden, langfristig im erlernten Berufsfeld verbleiben oder diese als Grundlage für weiterführende Bildungswege nutzen (Trede & Schweri, 2013, S. 8). Jedoch könnte hinterfragt werden, ob diese positiven Effekte für alle Ler­nenden gleichermaßen gelten, da individuelle Voraussetzungen sowie unter­schiedliche Ausbildungsbedingungen sowohl die Wahrnehmung als auch die Wirksamkeit des Curriculums beeinflussen können.

Ein weiterer bedeutender Aspekt ist die Rolle der Simulation und der gezielten Kompetenzförderung als Zufriedenheitsfaktor. Simulationen ermöglichen es den Auszubildenden, komplexe Praxissituationen in einem kontrollierten Umfeld zu erlernen und zu üben (Sandoval-Cuellar et al., 2021, S. 6). Diese Methode hilft nicht nur bei der Festigung fachlicher Fähigkeiten, sondern fördert auch die Kom­munikations- und Entscheidungsfähigkeit der Lernenden. Gleichzeitig stellen si­mulationsbasierte Ansätze eine vielversprechende Strategie dar, um auch weni­ger praxisorientierte Ausbildungsinhalte auf innovative Weise näherzubringen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Zufriedenheit der Auszubildenden eine unverzichtbare Evidenz für die Bewertung und Weiterentwicklung von Pra­xiscurricula liefert. Die systematische Integration von Zufriedenheitserhebungen erlaubt es, Curricula bedarfsorientiert und passgenau abzustimmen, was zu einer stärkeren Partizipation und Verantwortungsübernahme der Lernenden führt (Zielke & Bundesinstitut für Berufsbildung, Berlin, 1998, S.10-15). Gleichzeitig unterstützt ein solcher Ansatz die Professionalisierung der schulischen Qualitäts­entwicklung und sichert die Praxisrelevanz der Ausbildungsinhalte. Die Einbin­dung der vielfältigen Perspektiven aller Beteiligten ist grundlegend dafür, eine nachhaltige Schulentwicklung zu gewährleisten.

5.4 Die Rolle der Praxisanleitenden

Die gesetzlichen Qualifikationsanforderungen wie an Praxisanleitende in der Pflege beinhalten das Absolvieren einer Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden sowie die Teilnahme an fortlaufenden berufspädagogischen Weiterbil­dungen im Umfang von mindestens 24 Stunden jährlich (Klein et al., 2021, S. 44; Jürgensen & Dauer, 2021, S. 26; Ertl-Schmuck et al., 2021, S. 16). Diese Anfor­derungen reflektieren die gesellschaftliche und institutionelle Erwartung an ein hohes professionelles Ausbildungsniveau, verbunden mit der kontinuierlichen Anpassung an aktuelle pädagogische, fachliche und rechtliche Entwicklungen. Insbesondere die jährlichen Fortbildungen gewährleisten, dass Praxisanleitende ihre Kenntnisse und Kompetenzen regelmäßig aktualisieren, sodass die Qualität der Anleitung langfristig gesichert bleibt (Jürgensen & Dauer, 2021, S. 26). Em­pirische Studien belegen, dass fehlende oder unzureichende Weiterbildung sig­nifikant negative Auswirkungen auf die Qualität der Anleitung und die Zufrieden­heit der Auszubildenden haben kann (Klein et al., 2021, S. 44). Diese pädagogi­sche Qualifizierung bildet die Basis für eine qualitative Begleitung der Lernpro­zesse, jedoch zeigt sich in der Praxis häufig, dass der Umfang der Weiterbildun­gen und die Verfügbarkeit hochwertiger Qualifikationsmaßnahmen lückenhaft bleiben. Insbesondere in Einrichtungen mit begrenzten Ressourcen oder hohen Arbeitsbelastungen könnten bedarfsgerechtere und praxisnahe Fortbildungskon­zepte erforderlich sein, um die theoretisch geforderte Ausbildungsqualität auch praktisch zu gewährleisten. Laut einer Untersuchung von Tegethoff und Bergjan (2015, S. 46) zeigt sich deutlich, dass der Forschungsgegenstand ,Qualifikations­bedarf und Qualifikationsangebote für Praxisanleiter*innen‘ als einer der zentra­len Faktoren für die Wirksamkeit von Praxiscurricula bewertet wird. Diese Ergeb­nisse unterstreichen, dass eine angemessene Qualifizierung der Praxisanleiten­den ein Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Umsetzung curricularer Vorgaben ist. Für die Praxisanleitung in der Physiotherapieausbildung gibt es bis dato jedoch keinerlei gesetzliche Vorgaben. Im Gegensatz zur Pflege existieren für die Phy­siotherapieausbildung in Deutschland keine einheitlichen bundesgesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation von Praxisanleitenden im gleichen Umfang wie in der Pflege.

Praxisanleitende in der Pflege müssen mindestens zehn Prozent der Gesamtein­satzzeit gezielt für geplante Anleitungsformate nutzen, um den Theorie-Praxis­Transfer sowie eine kompetenzorientierte Ausbildung zu gewährleisten (Klein et al., 2021, S. 12; Jürgensen & Dauer, 2021, S. 24; Barton et al., 2022, S. 10). Zu­sammen mit dem Kooperationspartner für die praktische Ausbildung in der Phy­siotherapie an den Bamberger Akademien konnten diese zehn Prozent realisiert werden. Diese Vorgabe verlangt jedoch nicht nur eine quantitative Einhaltung, sondern bezieht sich vor allem auf die qualitative Gestaltung der Anleitung. Pra­xisanleitende sind daher gefordert, individuelle Lernstandsanalysen durchzufüh­ren und darauf aufbauend maßgeschneiderte Fördermaßnahmen zu entwickeln, um den Erwerb beruflicher Handlungskompetenzen zielgerichtet zu unterstützen.

Die Durchführung der Anleitung erfordert eine kontextspezifische Anpassung, beispielsweise durch den Einsatz gezielter Praxisaufgaben, strukturierter Feed­backgespräche und reflektiver Lernsituationen (Jürgensen & Dauer, 2021, S. 24).

Dies beinhaltet jedoch eine erhebliche Eigenverantwortung der Praxisanleiten­den, da sie ihre Aufgaben in einem organisational oftmals überlasteten Umfeld bewältigen müssen. Eine Nichtpriorisierung dieser Tätigkeiten kann dazu führen, dass gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten werden, was letztlich die Qualität der Ausbildung beeinträchtigen könnte (Barton et al., 2022, S. 10).

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Aufgaben von Praxisanleitenden ist die lückenlose Dokumentation der Anleitungsprozesse. Diese dient der Nachvoll­ziehbarkeit von Kompetenzentwicklungen und ermöglicht eine transparente Be­wertung der Ausbildungsfortschritte. Die Dokumentation umfasst dabei praxis­nahe Instrumente wie standardisierte Bewertungsbögen, detaillierte Feedback­protokolle und Einträge in Lernportfolios, welche eine vergleichbare und objektive Beurteilung der Lernleistungen sicherstellen (Handgraaf & Rößler, 2005, S. 16­17; Barton et al., 2022, S. 16).

Die Aufgaben von Praxisanleitenden umfassen außerdem die Förderung berufli­cher Handlungskompetenzen durch authentische Anwendungsszenarien, bei­spielsweise Fallbesprechungen, Simulationen oder die Bearbeitung komplexer Patientenfälle (Ertl-Schmuck et al., 2021, S. 3; Barton et al., 2022, S. 18). Diese praxisnahen Lernsituationen bieten nicht nur die Möglichkeit, theoretisches Wis­sen zu vertiefen, sondern stärken auch die Reflexions- und Problemlösungsfä­higkeiten der Auszubildenden. Dabei fungieren Praxisanleitende als Modera­torinnen und Unterstützende, die flexibel auf die individuellen Lernbedarfe der Auszubildenden eingehen. Die besondere Herausforderung besteht darin, die Lernenden schrittweise zur Eigenverantwortung zu führen und ihnen dabei zu helfen, kritische Situationen zu analysieren und begründete Entscheidungen zu treffen. Die Gestaltung dieses Lernprozesses erfordert eine enge Abstimmung mit Lehrkräften und weiteren Beteiligten, um eine kohärente Umsetzung der cur- ricularen und rechtlichen Vorgaben zu ermöglichen (Jürgensen & Dauer, 2021, S. 15). Die Komplexität der Rolle von Praxisanleitenden zeigt sich auch in der Notwendigkeit, die Ausbildungsinhalte individuell an die Lernvoraussetzungen der Auszubildenden und die Besonderheiten des jeweiligen Versorgungsbe­reichs anzupassen. Dies umfasst unter anderem die Koordination der Praktika, die Auswahl geeigneter Patientinnen sowie die Berücksichtigung spezifischer Anforderungen, beispielsweise in der ambulanten oder stationären Versorgung (Handgraaf & Rößler, 2005, S. 16-17). Zudem verlangt die Tätigkeit ein hohes Maß an Kommunikations- und Organisationskompetenz, um unterschiedliche Perspektiven und Anforderungen effektiv zu integrieren.

Die Praxisanleitung als zentrales Instrument des Qualitätsmanagements spielt somit insgesamt eine essenzielle Rolle in der systematischen Förderung berufs­praktischer Kompetenzen. Sie muss verbindlich, geplant und strukturiert erfol­gen, um die Qualität der praktischen Ausbildung zu gewährleisten (Klein et al., 2021, S. 12, 23). Regelmäßige berufspädagogische Fortbildungen der Praxisan­leitenden stellen sicher, dass deren didaktische und fachliche Fähigkeiten konti­nuierlich aktualisiert werden, was langfristig die Ausbildungsqualität stärkt (Klein et al., 2021, S. 44). Durch die klare Struktur der Praxisanleitung entsteht eine Schnittstelle zwischen den verschiedenen Akteursgruppen, wodurch eine zielge­richtete Abstimmung und Kommunikation ermöglicht wird. Die curricular vorge­schriebene Dokumentation und die Evaluation der Praxisanleitung tragen zusätz­lich zur institutionellen Lernkultur bei und schaffen eine objektivierbare Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung (Klein et al., 2021, S. 16, 23).

Abschließend fördert auch eine Professionalisierung des Ausbildungspersonals die Qualifizierung der Praxisanleitung. Da empirische Untersuchungen zeigen, dass nur ein geringer Anteil der Ausbildungspersonen über eine genuin pädago­gische Ausbildung verfügt, wird durch QM und Praxiscurricula eine wesentliche Grundlage geschaffen, um Defizite in der methodisch-didaktischen Begleitung zu kompensieren (Schütz & Elsholz, 2024, S. 15). Die Praxiscurricula bieten durch standardisierte Hilfsmittel und Prozesse einen verbindlichen Rahmen, der es An­leitenden ermöglicht, trotz begrenzter pädagogischer Erfahrungen eine zielge­richtete Unterstützung der Auszubildenden zu gewährleisten (Jürgensen & Dauer, 2021, S. 24-26). Gleichzeitig bleibt die Frage offen, ob der Umfang der eingesetzten Maßnahmen ausreicht oder ob eine stärkere Verpflichtung zur be­rufspädagogischen Weiterbildung notwendig wäre, um eine nachhaltige Quali­tätssicherung zu gewährleisten.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Aufgaben von Praxisanleiten­den und die Qualifikationsanforderungen an diese von zentraler Bedeutung für die Qualität der praktischen Ausbildung sind. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Aufgaben erfordert eine hohe fachliche, pädagogische und organisatorische Kompetenz, um den Theorie-Praxis-Transfer nachhaltig zu sichern und die be­rufliche Handlungskompetenz der Auszubildenden gezielt zu fördern. In den Empfehlungen des ISB in der Handreichung zur praktischen Ausbildung an der Berufsfachschule für Physiotherapie von 2016 werden die Aufgaben für eine Fachkraft, gleichbedeutend mit einer oder einem Praxisanleiter*in, kurz so for­muliert: Die zuständige Fachkraft trägt die Verantwortung für die Organisation und Durchführung der praktischen Ausbildung in enger Kooperation mit der be­treuenden Lehrkraft.

Ihre Hauptaufgaben umfassen:

Organisatorische Tätigkeiten: Die Fachkraft verwaltet die Verteilung von Patien­tenverordnungen, kontrolliert Anwesenheit und Pünktlichkeit der Auszubildenden (mit entsprechender Dokumentation) und überwacht die Anzahl sowie die Art der behandelten Patient*innen.

Praktische Anleitung: Sie führt gemeinsame Behandlungen und Patientenbe­sprechungen mit den Schüler*innen durch und demonstriert einrichtungsspezifi­sche Behandlungsverfahren.

Kommunikation und Planung: In regelmäßigen Absprachen mit der betreuenden Lehrkraft bespricht sie Ausbildungsinhalte und Lernfortschritte. Zudem erstellt sie in Abstimmung mit der Lehrkraft einen Orientierungsleitfaden für die Auszubil­denden.

Aufsicht und Compliance: Die Fachkraft stellt die Einhaltung von Schweigepflicht, Arbeitssicherheitsvorschriften und Hygienestandards sicher.

Leistungsbewertung: Am Ende der Ausbildungsphase verfasst sie eine schriftli­che Beurteilung über Leistung und Verhalten der einzelnen Schüler*innen im Auf­trag der Ausbildungseinrichtung.

(Zirkler et al., 2016)

5.5 Die Rolle der Lernbegleiter/Praktikumsbetreuer/Praktikumsbegleiter

Die Lehrkräfte sind verpflichtet, die Auszubildenden während ihrer praktischen Einsätze in den Einrichtungen durch regelmäßige persönliche Anwesenheit zu betreuen, dabei unterscheidet sich der Umfang je nach Ausbildungsbereich, wie nachfolgend dargestellt wird.

Pflegeausbildung: mindestens ein Besuch pro Orientierungseinsatz, Pflichtein­satz und Vertiefungseinsatz (Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverord­nung [PflAPrV], 2018, § 5)

Physiotherapie: regelmäßige persönliche Anwesenheit entsprechend dem Aus­bildungsstand (Zirkler et al., 2016)

Da diese Angaben zu wage erscheinen wird die Lehrerbedarfsprognose des Bay­erischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, die öffentlich einlesbar ist, herangezogen (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 2023), sowie die Lehrerbedarfsberechnung, welches ein internes Dokument ist. Aus letzterem geht unter anderem hervor, wie viele Lehrerwochenstunden für die Praktikumsbetreuung je nach Anzahl der Klassen und der jeweiligen Klassen­stärke sowie gemäß weiteren Faktoren abzuleisten sind. Berechnungen des Au­tors zufolge wird postuliert, dass die Praktikumsbegleitung durch Lehrkräfte in der Physiotherapieausbildung in Bayern circa 17 Prozent mehr als in der Pflege­ausbildung erfordert.

Die betreuende Lehrkraft fungiert als zentrales Bindeglied zwischen theoretischer schulischer Ausbildung und der praktischen Anwendung in der Einrichtung. Ihre Hauptaufgabe ist nicht nur die Organisation, sondern vor allem die didaktische Steuerung des Lernprozesses: Sie befähigt die Schüler*innen dazu, theoreti­sches Wissen in klinisches Handeln zu übersetzen, und gewährleistet durch re­gelmäßige Reflexion und Kontrolle die Qualität der Ausbildung vor Ort.

Detailliertes Aufgabenprofil der Praktikumsbegleiter in der Physiotherapieausbil­dung (Zirkler et al, 2016):

1. Organisatorische Verantwortung

Die Lehrkraft trägt die Verantwortung für die strukturellen Rahmenbedingungen des Praxiseinsatzes.

Überwachung der Rahmenbedingungen: Kontrolle der Pünktlichkeit und der re­gelmäßigen Anwesenheit (inkl. Prüfung der Nachweise).

Steuerung des Patientenkontakts: Überprüfung von Anzahl und Art der behan­delten Patienten, um ein breites Spektrum an Diagnosen sicherzustellen.

Dokumentationskontrolle: Prüfung der mündlichen und schriftlichen Berichte über Patienten sowie der durchgeführten Behandlungen.

2. Pädagogisch-Didaktische Funktionen

Dieser Bereich bildet den Kern der Tätigkeit. Ziel ist der Transfer von Theorie zur Praxis und die Entwicklung professioneller Handlungskompetenz.

Theorie-Praxis-Transfer: Individuelle Unterstützung der Lernenden, theoreti­sches Wissen an konkreten Patienten anzuwenden.

Reflexion (Die vollständige Handlung): Anleitung zur systematischen Durchfüh­rung therapeutischer Prozesse anhand des Modells der vollständigen Handlung:

Orientierung & Information, Planung, Durchführung & Bewertung, Reflexion, Do­kumentation & Präsentation

Differenzierte Aufgabenstellung: Zuweisung spezifischer Aufgaben, die exakt auf den aktuellen Ausbildungsstand des Schülers zugeschnitten sind (Zone der nächsten Entwicklung).

Modelllernen & Demonstration: Vorführen von Befunderhebungen und Behand­lungen; Einüben von Bewältigungsstrategien für schwierige Situationen und den professionellen Umgang mit Patient*innen.

3. Kooperation & Schnittstellenmanagement

Die Lehrkraft ist die Schnittstelle zur medizinischen Einrichtung und der dortigen „zuständigen Fachkraft“ (Mentoren vor Ort).

Abstimmung: Regelmäßiger Austausch mit den Fachkräften der Einrichtung über Ausbildungsinhalte und den individuellen Fortschritt der Schüler*innen.

Leitfaden-Erstellung: Entwicklung eines Orientierungsleitfadens in Absprache mit der Einrichtung, der den Schüler*innen als permanente Stütze dient.

Einsatzbesprechungen: Durchführung regelmäßiger Besprechungen mit den Schüler*innen vor Ort.

4. Bewertung & Leistungsdiagnostik

Die Lehrkraft sichert die Notengebung und macht Leistungserwartungen trans­parent.

Prüfung: Abnahme praktischer Leistungsnachweise sowie Korrektur und Beno­tung schriftlicher Berichte.

Transparenz: Klare Erläuterung der Beurteilungskriterien gegenüber den Schü- ler*innen.

Beobachtung: Benotung von Vorbehandlungen, gemeinsamen Behandlungen und Patient*innen-besprechungen.

Zusammenfassend verdeutlicht das Aufgabenprofil nach Zirkler et al. (2016), dass die betreuende Lehrkraft in der Physiotherapieausbildung weit mehr ist als eine rein administrative Instanz. Sie fungiert als unverzichtbares Bindeglied, das die oft disparate Lernorte „Schule“ und „Klinik“ didaktisch sinnvoll verknüpft.

Während die organisatorische Verantwortung das notwendige strukturelle Fun­dament schafft, liegt der eigentliche Schwerpunkt auf der pädagogischen Steue­rung: Durch gezielten Theorie-Praxis-Transfer, Modelllernen und differenzierte Aufgabenstellungen wird sichergestellt, dass Schüler*innen nicht nur Aufgaben abarbeiten, sondern professionelle Handlungskompetenz entwickeln. Die Lehr­kraft agiert dabei als Qualitätsmanager*in des Lernprozesses, indem sie durch Schnittstellenmanagement mit den Einrichtungen und transparente Leistungsdi­agnostik gewährleistet, dass die praktische Ausbildung sowohl den curricularen Anforderungen als auch den realen Bedingungen der Patient*inn-versorgung ge­recht wird.

Kurzum: Die Lehrkraft befähigt die Lernenden, theoretisches Wissen in reflektier­tes klinisches Handeln zu übersetzen, und sichert so den Standard der zukünfti­gen therapeutischen Versorgung.

5.6 Die Rolle der Auszubildenden

Im folgenden Abschnitt wird nur auf die Rolle der Auszubildenden in der Physio­therapieausbildung eingegangen.

Überführung von der Theorie in die Praxis

Die Handreichung betont, dass die praktische Ausbildung im Wechsel mit dem Unterricht stattfinden soll und dass die Verbindung von schulisch erworbenen Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten mit der Praxis wichtig ist. Damit über­nehmen Auszubildende die Rolle, das Gelernte in realen Situationen anzuwen­den - sie sind damit Akteur*innen im Lernprozess, nicht nur passive ,Zu- schauer*innen‘ (Zirkler et al., 2016).

Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz

Die Handreichung weist zudem darauf hin, dass das Ziel der Ausbildung die Her­ausbildung beruflicher Handlungskompetenz ist („berufliches Denken und Han­deln“) und dass die Auszubildenden in der praktischen Ausbildung Gelegenheit dazu bekommen sollen, Problemstellungen und ggf. auch Widersprüche zwi­schen dem Unterricht und der Praxis zu reflektieren. Daraus folgt: Die Auszubil­denden sollen zunehmend Verantwortung übernehmen, eigene Lernprozesse steuern, Reflexion betreiben und sich weiterentwickeln (Zirkler et al., 2016).

Eigenverantwortliches Lernen und Mitwirkung

Obwohl die Handreichung kein umfangreiches ,Stufenmodell’ für Auszubildende beschreibt, impliziert sie, dass die Auszubildenden nicht nur Ausführende sind, sondern aktiv Beteiligte: Sie sollen Eigeninitiative zeigen, mitdenken, Fragen stel­len und sich in die Praxis-Lernsituation einbringen. Beispielsweise heißt es, die praktische Ausbildung an den Patient*innen solle nicht einfach abgeschlossen und abgearbeitet werden, sondern eingebettet sein in den Lern- und Reflexions­prozess. Das heißt: Auszubildende haben die Rolle als Lernende mit Mitwir- kungs- und Reflexionspflicht (Zirkler et al., 2016).

Schrittweise Übernahme komplexerer Handlungssituationen

In der Handreichung wird weiterhin ausgeführt, dass die praktischen Einsätze nicht alle auf einmal am Schluss stattfinden sollten: „Die praktische Ausbildung im 3. Schuljahr sollte nicht am Ende der Ausbildung zusammengelegt werden, da dies zu einer nicht erwünschten Trennung von Ausbildung und Berufspraxis füh­ren würde.“ (Zirkler et al., 2016) Daraus folgt, dass Auszubildende Schritt für Schritt in realitätsnahe Handlungssituationen eingeführt werden - bei wachsen­der Komplexität und größerer Eigenverantwortung im Verlauf der Ausbildung (Zirkler et al., 2016).

Kooperation zwischen Lernorten und Kommunikation

Die Auszubildenden agieren in einem System, das den Lernort Schule und den Lernort Praxis verbindet. Die Handreichung macht deutlich, dass eine enge Ab­sprache und konstante Kommunikation zwischen Schule, betreuender Lehrkraft (Praxisbegleiter*in/-betreuer*in) und Fachkraft (Praxisanleiter*in) in der Einrich­tung erforderlich ist. In diesem Rahmen haben die Auszubildenden die Rolle, sich in dieses System einzubringen, mit Ansprechpartner*innen zusammenzuarbei­ten, Feedback anzunehmen und mitzugestalten (Zirkler et al., 2016).

6. Einführung des Praxiscurriculums der Bamberger Akademien

6.1 Entwicklung

Die systematische Entwicklung des Praxiscurriculums in der physiotherapeuti­schen Ausbildung an den Bamberger Akademien, siehe Anhang 1, basiert unter anderem auf den Vorgaben rechtlicher und curricularer Rahmenbedingungen wie den Gesundheitsfachberufegesetzen und den jeweiligen Rahmenlehrplänen der Bundesländer, insbesondere Bayern und Rheinland-Pfalz. Die Einhaltung dieser Vorgaben, welche explizit 10 bis 20 Prozent der praktischen Ausbildungszeit für strukturierte und dokumentierte Praxisanleitung vorsehen, gewährleistet eine grundsätzliche Standardisierung der Ausbildungsqualität (Schewior-Popp et al., 2022, S. 7, 16-17). Durch diese Regelungen wird ein Mindestmaß an Orientie­rung geschaffen, was die Entwicklung klar definierter Kompetenzziele ermöglicht. Kritisch zu hinterfragen bleibt jedoch, inwieweit diese Standardisierungen tat­sächlich praktisch umgesetzt werden können und wie effektiv sie dazu beitragen, die Balance zwischen verbindlichen Vorgaben und notwendiger Flexibilität auf­rechtzuerhalten. Gerade in der Heterogenität regionaler Versorgungsschwer­punkte und institutioneller Ressourcen zeigt sich die Herausforderung, diese Ba­lance so zu gestalten, dass sowohl individuelle Lernbedarfe als auch organisato­rische Gegebenheiten berücksichtigt werden. Für den Standort der Bamberger Akademien und dem Kooperationspartner saludis konnte die Zeit der Praxisan­leitung von 10 Prozent vereinbart werden.

Eine weitere essenzielle Grundlage für die Entwicklung des Praxiscurriculums ist die konsequente Orientierung an beruflichen Handlungskompetenzen, die nicht nur fachliche, sondern auch personale und soziale Kompetenzen einschließen (Koxholt et al., 2022, S. 6). Diese strukturierte Ausrichtung auf Kompetenzziele dient als zentraler Steuerungsmechanismus, um Theorie- und Praxisinhalte sys­tematisch zu verknüpfen. Obwohl diese Herangehensweise eine gezielte Kom­petenzentwicklung ermöglichen soll, kann sie durch strukturelle Defizite in der Praxis oder Mängel in der schulischen Vorbereitung an Effektivität verlieren. Es bleibt daher generell zu analysieren, ob die aktuelle Gewichtung dieser Kompe­tenzziele in der Praxis auch den Anforderungen des Arbeitsmarkts und den indi­viduellen Bedürfnissen der Lernenden gerecht wird. Eine stärkere Einbindung praktischer Anforderungen bei der Entwicklung von Curricula könnte hier Verbes­serungsansätze liefern.

In Anlehnung an die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Anästhesietech­nische- und Operationstechnische Assistenzen des Bundesministeriums für Ge­sundheit (2020), die Handlungsrichtlinien des ISB für die praktische Ausbildung an der Berufsfachschule für Physiotherapie (Zirkler et al., 2016) und den Kompe­tenzkatalog (IFK, PHYSIO DEUTSCHLAND, VLL & HVG, 2019) wurden zu­nächst acht Kompetenzschwerpunkte und darunter detaillierte Handlungskompe­tenzen ausformuliert. Gerade die Quelle für die Ausbildungs- und Prüfungsver­ordnung der Anästhesietechnische- und Operationstechnische Assistenzen hebt die Handlungskompetenzen in einen gesetzlich geltenden Mindeststandard und wurde somit zur Hauptquelle der eigenen Entwicklung für das Praxiscurriculum in der Physiotherapie an den Bamberger Akademien.

Ein entscheidender Bestandteil der Curricula sollte die Einbettung evidenzbasier­ter Praxis (EBP) sein, die maßgeblich zur Entwicklung kritischer Kompetenzen beiträgt. Nach Olsen (2015) stehen der Grad der EBP-Exposition und die Fähig­keit zur kritischen Bewertung von Forschungsergebnissen in einem direkten Zu­sammenhang. Die Ergebnisse zeigen, dass eine hohe EBP-Exposition signifi­kante Verbesserungen der Fähigkeit zur Nutzung wissenschaftlicher Datenban­ken und Checklisten zur kritischen Bewertung von Studien bewirkt (S. 50). Den­noch wird deutlich, dass sich viele Lernende hier weiterhin auf Praxisanleitende verlassen, was eine zeitsparende Alternative zur eigenständigen Suche nach Forschungsergebnissen darstellt (Olsen, 2015, S. 51). Diese Erkenntnisse ver­deutlichen die Notwendigkeit, strukturelle Änderungen in den Curricula vorzuneh­men, um die Eigenständigkeit und die Reflexionsfähigkeit der Auszubildenden gezielt zu fördern.

Beim Follow-up von EBP-orientierten Ansätzen war der Unterschied zwischen den Gruppen bei zentralen Ergebnismessungen signifikant (Olsen, 2015, S. 52). Diese Ergebnisse stützen die These, dass gezielte EBP-Trainingsprogramme und die Integration evidenzbasierter Ansätze in die Curricula nicht nur die beruf­liche Handlungskompetenz, sondern auch die Qualität der physiotherapeuti­schen Versorgung nachhaltig verbessern können. Eben solche Kompetenzziele konnten bereits in dem Praxiscurriculum der Bamberger Akademien angebahnt werden.

Das Praxiscurriculum in der Physiotherapieausbildung verfolgt das Ziel, Lernziele so zu definieren, dass sie die Entwicklung beruflicher Handlungskompetenzen systematisch fördern. Dabei werden konkrete Fähigkeiten, Kenntnisse und Ein­stellungen für jede Phase der Ausbildung festgelegt und schriftlich dokumentiert. Die Orientierung an den Vorgaben der KMK, die berufliche Handlungskompetenz als die Bereitschaft und Befähigung definieren, in unterschiedlichen Kontexten sachgerecht und verantwortlich zu agieren, bildet die Grundlage für diese Praxis (Weyland et al., 2019, S. 51). Dies impliziert, dass neben technischen Fertigkei­ten wie der Mobilisation oder Befunderhebung auch komplexere Fähigkeiten wie Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit sowie die Fähigkeit zu fundierten Ent­scheidungen erlernt und gefördert werden müssen. Die schriftliche Fixierung die­ser Lernziele fördert nicht nur die Steuerung individueller Lernprozesse, sondern bietet den Ausbildenden zudem eine strukturierte Grundlage für die Planung, Durchführung und Evaluation der Praxisphasen.

Die systematische Sicherung und Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz im Bereich der Physiotherapie wird wesentlich durch ein professionell gestaltetes QM und den Einsatz strukturierter Praxiscurricula gewährleistet. Durch die Fest­legung spezifischer Kompetenzbereiche in den Curricula und deren Überprüfung anhand verbindlicher Standards wird nicht nur ein einheitlicher Qualitätsrahmen geschaffen, sondern es wird auch die Grundlage für den Erwerb und den Nach­weis der notwendigen Handlungskompetenzen gelegt (Weyland et al., 2019, S. 46-47). Hierbei handelt es sich um einen essenziellen Prozess, da die Praxis­orientierung im Berufsfeld Physiotherapie von zentraler Bedeutung ist und die Absolvent*innen auf eine patient*innenzentrierte und evidenzbasierte Versor­gung vorbereitet werden müssen. Internationale Standards wie die WCPT-Gui- deline (2011) und das Europäische Benchmark-Statement für Physiotherapie (ER-WCPT 2003) spielen hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie nicht nur aktuelle fachliche und ethische Anforderungen definieren, sondern auch sicher­stellen, dass Ausbildungsinhalte global vergleichbar und anschlussfähig bleiben (Weyland et al., 2019, S. 26-28, 36-41).

Die curriculare Verankerung der Kompetenzorientierung erfolgt dabei über eine modulare Gliederung, die in Lernfelder und Module unterteilt ist und systematisch den Lernorten Schule und Praxis zugeordnet wird (Schewior-Popp, et al., 2022, S. 13). Durch diese modulare Strukturierung können spezifische Kompetenzen auf die unterschiedlichen Versorgungsbereiche der Physiotherapie - wie statio­näre oder ambulante Settings - abgestimmt werden. Besonders hervorzuheben ist, dass die modularen Einheiten nicht nur auf fachliche Anforderungen einge­hen, sondern explizit auch personale und soziale Kompetenzen berücksichtigen. Diese sind essenziell dafür, die Lernenden auf die Vielseitigkeit des Berufs vor­zubereiten. Die Empfehlung, dass 10 bis 20 Prozent der praktischen Ausbil­dungszeit für strukturierte und dokumentierte Praxisanleitung verwendet werden, verdeutlicht, wie eng die Kompetenzentwicklung mit der Organisation und Evalu­ierung der Praxiseinsätze verknüpft ist (Schewior-Popp et al., 2022, S. 16-17). Diese prozessorientierte Herangehensweise stellt sicher, dass die Lernziele nicht nur theoretisch festgelegt, sondern auch im praktischen Kontext überprüft und gefördert werden. Die Verknüpfung des Praxiscurriculums der Bamberger Aka­demien und dem Curriculum für den schultheoretischen Teil der Ausbildung wurde berücksichtigt.

Die Entwicklung von Praxiscurricula erfordert zudem eine ständige Abstimmung zwischen Ausbildungsstätten, Praxisbetrieben und anderen relevanten Stakehol- dern, um deren Anschlussfähigkeit an sich wandelnde Anforderungen sicherzu­stellen (Koxholt et al., 2022, S. 7). Die Entwicklung von Praxisaufgaben innerhalb der Curricula erfolgt häufig durch projektbezogene Arbeitsgruppen, wie es am Ausbildungscampus Gesundheit Bensberg exemplarisch realisiert wurde (Kox­holt et al., 2022, S. 7). In solchen Arbeitsgruppen wird die systematische Erarbei­tung der Kompetenzschwerpunkte vorangetrieben, was eine klare Strukturierung der Aufgaben und Lernziele ermöglicht. Dennoch sollten die Prozesse in diesen Arbeitsgruppen kritisch beleuchtet werden, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob alle relevanten Perspektiven - von Lehrkräften über Praxisanleitende bis hin zu Auszubildenden - ausreichend integriert werden. Dadurch könnte nicht nur die Relevanz der Inhalte, sondern auch die Akzeptanz der Curricula bei den be­teiligten Akteur*innen gestärkt werden. Die Governance-Struktur des Praxiscur­riculums der Bamberger Akademien ist derzeit durch eine hohe Eigenständigkeit der Schule in der Entwicklung gekennzeichnet. Angesichts der derzeit noch feh­lenden Formalisierung und Regelmäßigkeit der Kooperationsbeziehungen zu den Praxisanleiter*innen ist die prioritäre Erstellung fachspezifischer Praktikums­aufgaben unabdingbar. Diese strukturelle Anpassung dient der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Curriculums und der Validierung von Evaluationsverfah­ren. Eine iterative Abstimmung bildet die Grundlage, um flexibel reagieren zu können. Fehlende Koordination zwischen den Akteur*innen könnte nicht nur die Effektivität der Curricula einschränken, sondern auch die Akzeptanz bei den be­teiligten Institutionen mindern.

Die Einbindung multidisziplinärer Teams aus Praxisanleitenden, Lehrenden und Auszubildenden in die Curriculumentwicklung fördert die Passung der Inhalte an reale Anforderungen und erhöht deren Bedarfsorientierung (Ertl-Schmuck et al., 2021, S. 4). Diese multiperspektivische Herangehensweise trägt zur Dynamik und Aktualität der Curricula bei, indem sie sowohl die Expertise der Praxis als auch die didaktischen Anforderungen der Schulen berücksichtigt. Jedoch könnte die Effektivität dieser Teams durch institutionelle Hindernisse wie mangelnde Ressourcen oder unzureichende Kommunikation beeinträchtigt werden. Es wäre zu prüfen, wie solche Arbeitsgruppen organisatorisch besser unterstützt werden könnten, um ihre Effizienz und ihre Wirkung zu steigern.

Die partizipationsorientierte Entwicklungspraktik zeigt positive Auswirkungen auf die Akzeptanz und die Wirksamkeit der Curricula, da sie die verschiedenen Ak­teurinnen aktiv in den Entwicklungsprozess einbindet (Koxholt et al., 2022, S. 5­7). Diese partizipative Gestaltung könnte dazu beitragen, die Curriculumentwick­lung dynamischer und adaptiver zu gestalten, sofern sie konsequent genutzt wird. Kritisch bleibt zu hinterfragen, inwieweit alle Perspektiven tatsächlich gleich­berechtigt eingebracht werden und ob institutionelle Machtasymmetrien möglich­erweise die Meinungsvielfalt einschränken.

Im Rahmen der Entwicklung des Praxiscurriculums der Bamberger Akademien erfolgte die Übermittlung der konzeptionellen Entwürfe an das klinische Lehrper­sonal (Praxisanleiter*innen und Praxisbegleiter*innen) in einem iterativen Pro­zess. Diese schrittweise Bereitstellung der Dokumente ermöglichte die Gewähr­leistung von Partizipation durch die Bereitstellung von Gelegenheiten zur Einho­lung von qualifiziertem Feedback, zur Klärung von Rückfragen und zur aktiven Mitarbeit an der Curriculumentwicklung. Es ist festzuhalten, dass die Angebote zur Mitgestaltung primär von den Praxisbegleiter*innen intensiv rezipiert und ge­nutzt wurden, während die Beteiligung der Praxisanleiter*innen vergleichsweise geringer ausfiel. Aufgrund der limitierenden Rahmenbedingungen der vorliegen­den Studie, insbesondere der zeitlichen Restriktionen, konnte die Integration der Auszubildenden in den Entwicklungsprozess bisher nicht realisiert werden. Die Einbindung dieser Schlüsselgruppe gilt jedoch als ein zentraler Erfolgsfaktor für die Gewährleistung einer nachhaltigen Akzeptanz des Curriculums. Folglich wird dieser essentielle Aspekt explizit in die nachfolgenden Phasen der Evaluation und curricularer Weiterentwicklung integriert.

6.2 Implementierung

Die strukturierte Einführung von Praxiscurricula erfordert klare Implementations­strategien, um eine nachhaltige Verankerung zu gewährleisten. Hierzu zählen verpflichtende Schulungen für Praxisanleitende und andere relevante Akteurin­nen, die sicherstellen, dass die Curriculuminhalte verständlich und praxistauglich vermittelt werden (Koxholt et al., 2022, S. 7). Diese Strategien bedürfen einer ständigen Evaluation und Anpassung, um zu gewährleisten, dass sie den dyna­mischen Anforderungen der physiotherapeutischen Praxis gerecht werden. Den­noch bleibt offen, wie diese Strategien in stark heterogenen Ausbildungskontex­ten mit unterschiedlichen Voraussetzungen gleichermaßen effektiv umgesetzt werden können.

Das Fehlen formaler Qualifikationsanforderungen für die praktische Anleitung in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung von 1994 bedingte die Entwicklung und Durchführung einer internen Schulung für Praxisanleitende beim Kooperati­onspartner saludis (Start: 2022). Das Fortbildungsdesign, welches sich analog zu den pädagogischen Standards der Pflegeausbildung konstituiert, wird derzeit hin­sichtlich Umfang und Inhalt expandiert. Begleitend zur Schulung wurde das De­siderat eines verbindlichen Praxiscurriculums identifiziert und diskursiv bearbei­tet. Die Vorstellung der finalen Entwurfsfassung erfolgte unmittelbar vor Studien­beginn in einer instruktiven Sitzung der Schulleitung. Aufgrund der ausbleiben­den diskursiven Beteiligung und des Fehlens konkreter Anpassungsvorschläge wurde das Curriculum ohne Modifikationen für das 7. Pflichtpraktikum (3. Ausbil­dungsjahr) freigegeben.

6.3 Evaluation & Weiterentwicklung

Die nachhaltige Anpassung von Curricula auf Basis von Evaluationsergebnissen ist unabdingbar dafür, neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder Veränderungen im Praxisfeld zeitnah integrieren zu können (Koxholt et al., 2022, S. 7). Diese Anpassungsfähigkeit stellt jedoch hohe Anforderungen an die Flexibilität der Aus­bildungsstätten, die oft durch starre organisatorische Strukturen verringert wird.

Durch die Implementierung eines flexiblen Online-Surveys konnte eine repräsen­tative Beteiligung, im Rahmen dieser Studie, der Auszubildenden an der quanti­tativen Evaluation sichergestellt werden. Parallel dazu gewährleistete die hohe Kooperationsbereitschaft der klinischen Partner eine umfassende Akquise von Interviewpartnern für den qualitativen Forschungsstrang, sodass eine fachbe­reichsübergreifende Repräsentation durch das instruktionale Personal (Praxisan- leiter*innen/-begleiter*innen) realisiert werden konnte.

Die Qualifikation und die Arbeitsbelastung der Praxisanleitenden bleiben ent­scheidende Faktoren für den Erfolg der Umsetzung von Praxiscurricula. Eine kontinuierliche berufspädagogische Fortbildung mit einem empfohlenen jährli­chen Umfang von 24 Stunden erscheint notwendig, um die Multiplikatorenrolle der Anleitenden für kompetenzorientiertes Lernen zu sichern (Jürgensen & Dauer, 2021, S. 26). Diese Fortbildungsmaßnahmen sollten jedoch stärker auf die spezifischen Herausforderungen der Praxis ausgerichtet und inhaltlich ange­passt werden, um ihre Wirksamkeit zu maximieren. Auch die Ergebnisse von Te- gethoff und Bergjan (2015, S. 46-47) unterstreichen, dass hohe Werte in der Er­hebung zur Qualifikation von Praxisanleitenden die Bedeutung dieses Themen­bereichs für eine erfolgreiche Ausbildung hervorheben.

Insgesamt zeigt sich, dass jede Phase der Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Praxiscurricula eine kritische Reflexion und eine kontinuierliche Weiterentwicklung erfordert, um den Anforderungen einer qualitativ hochwertigen physiotherapeutischen Ausbildung gerecht zu werden. Eine begleitende wissen­schaftliche Studie ist vorgesehen, um die dies systematisch zu dokumentieren, Wirkungen zu erfassen und auf dieser Basis fundierte Optimierungen vorzuneh­men.

7. Methodisches Vorgehen

7.1 Forschungsdesign und Zielsetzung

Das Forschungsdesign basiert auf einem Mixed-Methods-Ansatz. Im Rahmen der Arbeit fand zum einen eine standardisierte quantitative Fragebogenerhebung mit Auszubildenden im dritten Lehrjahr statt. Zum anderen wurden leitfadenge­stützte qualitative Interviews mit Praxisanleiter*innen und Praxisbegleiter*innen durchgeführt. Ziel war die Untersuchung der Umsetzung und der Wirkung des neuen Praxiscurriculums im 7. Pflichtpraktikum der BFS für Physiotherapie mit der Dauer von 3 Wochen. Die zentralen Forschungsfragen lauteten:

• Wie bewerten die Auszubildenden die curriculare Passung und die Zufrie­denheit mit dem Praktikum?
• Welche Faktoren werden als besonders hilfreich und hinderlich empfun­den?
• Wie nehmen Praxisanleiter*innen und Praxisbegleiter*innen die prakti­sche Umsetzung und den Nutzen wahr?
• Welche Effekte bezüglich des Theorie-Praxis-Transfers und der Schulent­wicklung lassen sich feststellen?

Die Methodenwahl wurde vor allem mit der Perspektivenvielfalt und dem Wunsch nach fundierter empirischer Evidenz begründet.

7.1.5 Stichprobe und Erhebungskontext

Die Untersuchung wurde am 7. Pflichtpraktikum der Bamberger Akademien im September 2025 durchgeführt. Die Stichprobe umfasste 22 Auszubildende, 9 Praxisanleiter*innen und 4 Praxisbegleiter*innen. Die Rücklaufquote bei den Auszubildenden lag bei 50 %, bei den Praxisanleiter*innen bei 89 % und bei den Praxisbegleiter*innen bei 75 %. Die Erhebung fand unmittelbar nach Abschluss des Praktikums statt. Kriterien für die Auswahl der Interviewpartner*innen war die regelmäßige Begleitung bzw. Anleitung in den jeweiligen Praxiseinrichtungen. Sämtliche Einwilligungserklärungen der Interviewpartner*innen befinden sich in

Anhang 18 dieser Arbeit.

7.1.6 Quantitative Methodik

7.1.6.1 Erhebungsinstrument

Die quantitative Erhebung erfolgte mittels eines eigens entwickelten standardi­sierten Fragebogens, bestehend aus 25 Items mit 5-stufigem Likert-Format. (1 = trifft gar nicht zu, 5 = trifft voll zu). Erfasst wurden unter anderem Zufrieden­heit, curriculare Passung, hilfreiche/hinderliche Faktoren sowie Einschätzungen zur Schulentwicklung. Die Onlinebefragung wurde mittels SoSci Survey durchge­führt. Die Daten wurden im Zeitraum vom 19.09.2025 bis zum 08.10.2025 unter https://www.soscisurvey.de/PflichtpraktikumCurriculum/ erhoben. Die im Rah­men der Untersuchung erhobenen Quelldaten sind im Anhang 15 dokumentiert; der verwendete Blankofragebogen ist im Anhang 16 aufgeführt.

7.1.6.2 Statistische Auswertungsmethoden

Die Auswertung erfolgte mit SPSS (Version 29). Zur Prüfung der Reliabilität der Skala Zufriedenheit’ wurde Cronbachs Alpha berechnet (a = 0,8). Mittelwerte und Standardabweichungen wurden deskriptiv ausgewertet. Einstichproben-t- Tests prüften Abweichungen vom theoretischen Mittelwert (vgl. Genschel und Becker 2005, S. 236-242).

• Vergleiche der Faktoren erfolgten über den Friedman-Test, für den auf Field (2025, S. 359-365) verwiesen sei; Einzelvergleiche wurden mittels Wilcoxon-Test (vgl. Field 2024, S. 337-235), durchgeführt. Effektstärken wurden durch Cohens d, W und r_rb bestimmt (vgl. Cohen 1988, S. 24­26).

7.1.7 Qualitative Methodik

7.1.7.1 Erhebungsinstrument

Die qualitativen Daten wurden mittels leitfadengestützter Interviews, siehe An­hang 2 und 11, gewonnen. Interviewpartner*innen waren Praxisanleiter*innen (n = 8) sowie Praxisbegleiter*innen (n = 3). Die Leitfäden umfassten fünf Haupt­themen: Wahrnehmung der Einführung, Umsetzbarkeit, Klarheit der Kompetenz­ziele, Wirkung des Curriculums und Beitrag zur Schulentwicklung. Die Interviews, die jeweils 30-45 Minuten dauerten, wurden elektronisch aufgezeichnet und voll­ständig transkribiert.

7.1.7.2 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

Die Auswertung erfolgte nach Mayrings 8-Schritte-Modell. Bei den Schritten 4 und 5 lag der Fokus auf der Praxistauglichkeit und der schulischen Weiterent­wicklung. Folgende Schritte wurden durchgeführt:

1. Ausgewertet wurden ausschließlich solche Textstellen, die sich auf Ziele des Curriculums und dessen praktische Umsetzung bezogen.

2. Analyse der Gesprächssituation, Rolle und Beziehung der Interviewer zu den Befragten wurden fixiert.

3. Die formale Charakterisierung erfolgte anhand der Transkript-Richtlinien von Kuckartz.

4. Es wurde die zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse angewandt.

5. Codes wurden gebildet und Analyseeinheiten festgelegt.

6. Paraphrasierung, Generalisierung und Reduktion wurden dokumentiert.

7.1.8 Triangulation der Methoden

Durch die Kombination quantitativer und qualitativer Methoden konnten unter­schiedlichen Datenquellen integriert und Ergebnisse wechselseitig validiert wer­den. Die qualitative Analyse ergänzte und kontextualisierte die quantitativen Be­funde besonders hinsichtlich hinderlicher Faktoren und der Rolle des Curriculums für Schulentwicklungsprozesse.

7.2 Ergebnisdarstellung

7.2.1 Quantitative Befunde

7.2.1.1 Deskriptive Analysen Perspektive der Auszubildenden

Tabelle 1 zeigt die Antwortverteilung zu den beiden Fragen zur curricularen Pas­sung. Es zeigt sich, dass der Großteil der Befragten (etwa 75 %) eher bzw. völlig der Aussage zustimmte, dass alle relevanten Lehrinhalte erfasst wurden. Etwa ein Viertel der Befragten war der Ansicht, dass dies teils/teils zutrifft.

Weiterhin war der Großteil der Befragten, etwa 80 %, eher bzw. völlig der Ansicht, dass sie Fortschritte in allen Kompetenzbereichen erzielen konnten. Jeweils etwa 10 % der Befragten gaben hierbei teils/teils bzw. trifft eher nicht zu an.

Tabelle 1: Antwortverteilung zu den beiden Fragen zur curricularen Passung

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2 zeigt die gewählten Kompetenzbereiche. Hierbei gaben 40 % den Kom­petenzbereich 2 an. Ein Fünftel der Befragten wählte den Kompetenzbereich 3. Jeweils ein Zehntel gab die Kompetenzbereiche 5, 6, 7 bzw. 8 an. Die Kompe­tenzbereiche 1 und 4 wurden nicht genannt.

Tabelle 2: Gewählte Kompetenzschwerpunkte bei der Befragung

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3 zeigt die Antwortverteilung zu den Einstiegsfragen der Befragung. Hier­bei gaben etwa 60 % der Befragten an, dass es eher bzw. völlig zutreffe, dass sie vor Beginn des Praktikums klare Lern-/Kompetenzziele durch das Praxiscur­riculum erhielten. Etwa 20 % gaben hierbei teils/teils und jeweils etwa 10 % trifft nicht bzw. trifft eher nicht zu an. Weiterhin gab der Großteil, etwa 90 %, an, dass die 10 % Praxisanleitungszeit vollständig umgesetzt wurden. Etwa ein Zehntel der Befragten gab hier teils/teils an. Weiterhin ist der Großteil, etwa 65 %, der Befragten eher bzw. völlig der Ansicht, dass die Praxisanleiter*innen sich auf die im Curriculum definierten Kompetenzschwerpunkte bezogen haben. Das übrige knappe Drittel der Befragten ist hier der Ansicht teils/teils.

Keine*r der Befragten hat das Pflichtpraktikum ohne Fehltage absolviert. In Ta­belle 4 sind die Antworten zu den Aspekten verzeichnet, auf welche sich ein Feh­len den Befragten zufolge negativ auswirkt. Dabei gab der Großteil, etwa jeweils 90 %, an, dass sich die Fehltage negativ auf die berufliche bzw. persönliche Ent­wicklung auswirken. Weiterhin waren jeweils etwa 80 % der Befragten der An­sicht, dass sich ein Fehlen negativ auf das eigenständige Arbeiten bzw. auf die Verzahnung von Theorie und Praxis auswirkt. Etwa 70 % bzw. 65 % sahen ne­gative Auswirkungen auf die fachliche Anleitung bzw. das individuelle Feedback.

Tabelle 4: Antwortverteilung zu den Aspekten, auf welche Fehltage nach Meinung der Befragten negativen Einfluss ausüben

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5 zeigt die Antworten auf die Fragen nach den hilfreichen Faktoren. Es wird deutlich, dass nur etwa ein Viertel der Befragten die im Curriculum beschrie­benen Befund- und Evaluationsinstrumente als verständlich und anwendbar be­urteilen. Dabei gaben diese Befragten trifft eher zu an. Etwa 65 % und damit der Großteil der Befragten gab bezüglich Verständlichkeit und Anwendbarkeit teils/teils an, weitere 10 % eher nicht.

Weiterhin gaben etwa 55 % der Befragten an, dass Rückmeldungen des*der Pra- xisanleiter*in mittels Praxiscurriculum nur teils/teils stärker individualisiert als bis­her ausfallen und somit Lernfortschritte und -bedarfe auch nur teils/teils besser identifiziert werden als früher. Weiterhin gaben etwa 35 % an, dass dies eher nicht bzw. gar nicht zutreffe. Eine Person, etwa 10 %, gab hierbei trifft eher zu an. Bezüglich der Rückmeldungen der Praxisbegleiter*innen zeigt sich, dass etwa zwei Drittel davon nur teils/teils stärker individualisiert ausfallen als bisher und somit Lernfortschritte und -bedarfe auch nur teils/teils besser identifiziert wer­den als früher. Etwa ein Viertel gab an, dass dies eher nicht zutreffe, und etwa 10 %, dass es gar nicht zutreffe.

Demgegenüber wird erkennbar, dass etwa einem Viertel der Befragten Feed­backgespräche halfen. Hierbei antworteten die Befragten trifft eher zu bzw. trifft völlig zu. Bei jeweils etwa 37 % halfen Feedbackgespräche nur teilweise, eher nicht oder gar nicht.

Tabelle 5: Antwortverteilung zu den Fragen zu den hilfreichen Faktoren

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 6 zeigt die Antwortverteilungen zu den hinderlichen Faktoren. Hierbei zeigt sich, dass alle Befragten der Aussage Die zeitlichen Vorgaben der Praxis­anleitung ließen ausreichend Raum für individuelle Lernbedürfnisse eher bzw. völlig zustimmten. Weiterhin waren etwa 20 % der Befragten eher der Ansicht, dass materielle oder personelle Ressourcen am Einsatzort das Lernen ein­schränkten. Die übrigen etwa 80 % stimmten gar nicht oder eher nicht zu.

Tabelle 6: Antwortverteilung zu den hinderlichen Faktoren zeitliche Vorgaben, materielle oder personelle Ressourcen und Erfahrungsübernahme in der Weiterentwicklung des Praxiscurricu­lums

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 7 zeigt die Antworten zu den Aspekten, welche die Teilnehmer als hin­derlich empfanden. Jeweils 20 % gaben hierbei an, dass die Nutzung als billige Arbeitskraft bzw. Sonstiges für sie hinderlich war. Weiter gaben jeweils etwa 10 % an, dass zu hohe Erwartungen oder schlechte Stimmung am Arbeitsplatz hinderlich waren.

Tabelle 7: Antwortverteilung zu den Aspekten, welche als hinderlich angesehen wurden

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 8 zeigt die Antworten auf die Fragen zur Schulentwicklung. Hier wird deutlich, dass etwa 55 % sich eher oder völlig wünschen, dass die Erfahrungen aus dem Praktikum in dessen Weiterentwicklung übernommen werden. 15 % be­antworteten dies mit teils/teils und etwa 30 % stimmten gar nicht zu. Weiterhin waren etwa 30 % eher oder völlig der Ansicht, dass die Schule durch das Praxis­curriculum den Theorie-Praxis-Transfer systematisch verbessern kann. Etwa 40 % waren nur teils/teils dieser Meinung. Die übrigen rund 20 % waren eher nicht dieser Ansicht.

Tabelle 8: Antwortverteilung zu den Fragen zur Schulentwicklung

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

7.2.1.2 Inferenzstatistik-Analysen

Die Gesamtzufriedenheit wies eine hohe Reliabilität auf. Cronbachs Alpha betrug 0.8. Hierbei zeigte sich eine mittlere Gesamtzufriedenheit von M = 3.1, SD = 0.9.

Mittels des t-Tests wurde überprüft, ob sich die mittlere Gesamtzufriedenheit sig­nifikant von 3 unterscheidet. Hierbei ergab sich ein nicht-signifikantes Ergebnis, t(10) = 0.2, p = .813, d = 0.1.

Im Weiteren wurde inferenzstatistisch untersucht, welche Faktoren die Auszubil­denden als hilfreich bzw. hinderlich empfinden. Hierbei wurde mittels des Fried­man-Tests untersucht, ob signifikante Unterschiede zwischen den vier hilfreichen Faktoren vorliegen. Es zeigte sich, das keine signifikanten Unterschiede in der Beurteilung der hilfreichen Faktoren vorlagen, da /[2](3) = 6.5, p = .090, W = 0.19. Der Effekt war schwach.

Damit konnte Forschungsfrage 1 beantwortet werden: Die Zufriedenheit der Aus­zubildenden mit dem 3-wöchigen Praktikum ist eher durchschnittlich.

Nachfolgend wurden die hinderlichen Faktoren in ihrer Bewertung auf Unter­schiede inferenzstatistisch untersucht. Hierzu wurde der Wilcoxon-Vorzeichen- rangtest genutzt, der ein nicht-signifikantes Ergebnis lieferte: Z = -1.5, p = .131, rrb = 0.45. Der Effekt war mittelstark. Werden die deskriptiven Ergebnisse aus Tabelle betrachtet, so zeigt sich, dass eher eine Einschränkung durch ma­terielle bzw. personelle Ressourcen hinderlicher erscheint, als dass zeitliche Vor­gaben der Praxisanleitung ausreichend Raum für individuelle Lernbedürfnisse ließen.

Bezüglich Forschungsfrage 2 zeigte sich, dass personelle und materielle Res­sourcen die Auszubildenden eher einschränken. Weiterhin erwiesen sich Feed­backgespräche nach der Methode der vollständigen Handlung für die Auszubil­denden als besonders hilfreich.

7.2.2 Qualitative Befunde

Die Reihenfolge der geführten Interviews entspricht nicht der in dieser Arbeit prä­sentierten Abfolge der dargestellten Interviewinhalte. Diese Anordnung dient der Sicherung des Datenschutzes und stellt sicher, dass keine Rückschlüsse auf die Identität der beteiligten Personen gezogen werden können. Die vollständigen Transkriptionen der geführten Interviews sind in den Anhängen 3 bis 10 und 12 bis 14 dokumentiert.

7.2.2.1 Perspektive der Praxisanleiter*innen

Bei der Wahrnehmung der Einführung und der Umsetzung des Praxiscurriculums zeigten sich bei den Praxisanleiter*innen diverse Eindrücke. Im Allgemeinen wurde es als umfangreich und dennoch als strukturiert und anschaulich beurteilt, wie beispielsweise das folgende Interviewzitat verdeutlicht:

[ 00:02:30 ] Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich fand es im ersten Moment viel, tatsächlich. Es ist klar strukturiert, was mir immer sehr hilft. Ich finde es sehr an­schaulich gestaltet. Also das liest sich auch prägnant. Erster Eindruck war tat­sächlich viel. Liegt natürlich auch daran, dass es etwas größer geschrieben ist, meines Erachtens, oder teilweise. Und dass es sehr komprimiert ist. Und nach­dem ich es gelesen habe, war es dann verständlich für mich, warum es so viel ist. Genau, so vielleicht. (PA 8, Pos. 52-53)

Weiterhin wurde jedoch von Anleiter*innen auch häufig bestätigt, dass das Cur­riculum als praktische Orientierung bei der Arbeit diene, was der kommende In­terview-Dialogauszug dokumentiert:

[ 00:05:27 ] Sehr gut, weil, wir kommen ja auf das, wie es mit diesem Schüler dann im Praktikum war, sowieso noch ein bisschen drauf ein. Aber jetzt war nur die allgemeine Frage, wie du die Einführung und Umsetzung von diesem Curri­culum empfunden hast. Und da hast du es jetzt eher noch mit gemischten Ge­fühlen erstmal. Ja gut, wie es im ersten Ausbildungsjahr dann sein wird, da ist das ja nicht so umfassend. Das wird ja dann runtergebrochen noch, das kommt noch. Aber würdest du sagen, oder was sagst du dazu, dass dieses Praxiscurri­culum eigentlich so eine Orientierung sein soll oder eine hilfreiche Orientierung für dich im Verlauf eines Praktikums? Stellt es das dar, dass du sagst, du kannst dich damit orientieren, das ist eine Hilfestellung als Anleiterin? (Interviewer, Pos. 80-81)

[ 00:06:08 ] Also orientieren, ja, insofern auch, dass ich bei manchen Punkten ganz klar sage, das kann ich hier nicht leisten. Aber es ist ja auch eine Orientie­rung, zu sagen, das können wir und das können wir nicht leisten. (PA 1, Pos. 83)

[ 00:06:18 ] Also das bietet es dir da schon? (Interviewer, Pos. 85)

[ 00:06:19 ] Ja, wenn man es so sieht, schon. (PA 1, Pos. 82-87)

Jedoch empfindet dieser Anleiter, wie auch weitere, die Umsetzung des Curricu­lums in der Praxis als schwierig:

[ 00:04:29 ] Wir kommen dann auf diese einzelnen Punkte noch ein bisschen zu sprechen. Also das Erleben der Einführung und der Umsetzung allgemein hast du ein bisschen als schwer empfunden. So habe ich das jetzt verstanden. Erstmal noch nicht die einzelnen Punkte, sondern allgemein die Einführung und Umset­zung. (Interviewer Pos. 69)

[ 00:04:49 ] Ja, ich finde einfach, dass, die sind ja mit dieser Situation schon so gefordert. Also Hospiz und Kinder. Und das ist alles neu. Da haben sie noch nie Berührungspunkte gehabt teilweise. Gerade im ersten Ausbildungsjahr, die ste­hen da und sind einfach von dem, was sie da so sehen und erleben, sind die schon geplättet, da können sie gar nicht. (PA 1, Pos. 71)

Demgegenüber werden die Klarheit und die Nachvollziehbarkeit der Kompetenz­ziele und die Struktur des Praxiscurriculums von vielen Anleiter*innen als zu aus­führlich und zu umfangreich erachtet:

[ 00:06:21 ] Okay, sehr schön. Und wie klar sind denn für dich eigentlich immer diese Kompetenzziele? Nachvollziehbar vielleicht auch, beziehungsweise auch diese ganze Struktur. Ist das für dich klar formuliert worden in dem Curriculum? Oder war das für dich dann doch. (Interviewer, Pos. 89)

[ 00:06:37 ] Ich fand es fast zu viel und zu ausführlich. Ich hätte es mir kompakter und nicht so ausführlich. Als Leitfaden hätte es kürzer sein können. (PA 1, Pos. 91)

Dennoch wurden die Kompetenzziele und die Struktur des Praxiscurriculums als sprachlich klar formuliert bewertet, was folgender Interviewteil widerspiegelt:

[ 00:03:50 ] Und wie klar, wenn wir jetzt in den Inhalt reingehen, wie klar und nachvollziehbar sind diese Kompetenzziele, die wir da erreichen sollen, und die Struktur in dem Praxiscurriculum für dich formuliert? (Interviewer, Pos. 66)

[ 00:04:07 ] Es ist auf jeden Fall, man weiß genau, was man machen soll. Das steht ja drin, Sozialkompetenz, Fachkompetenz, wie auch immer. Und jeder Kom­petenzschwerpunkt hat ja genau das, was man machen soll. Das ist absolut klar und verständlich. Um auf die Frage zu antworten. (PA 5 Pos. 68)

Ebenso wurden die klare Struktur und der Aufbau gelobt.

[ 00:07:55 ] Genau, aber die Schwerpunkte 1 bis 8, die waren eigentlich ein roter Faden. Die haben mich erinnert an den Beurteilungsbogen, den wir jede Woche machen müssen. Und auf der ersten Seite sind ja auch so diese Punkte. Und da konnte ich viele Vergleiche, viele Verbindungen feststellen. Und das hat dann für mich einfach wieder eins gegeben. Also das war eigentlich gut gemacht, ja. (PA 4, Pos. 113)

Die Struktur wurde von einer anderen Interviewten auch als deutlicher besser als im Vorgängerleitfaden beurteilt:

[ 00:03:02 ] Ich meine, ich finde es gut, dass jetzt mal was passiert, dass das mal entsprechend mal verschriftlicht wird, weil das, was wir in den Anleiter-Fortbil- dungen mitnehmen, das war ja auch noch alles recht kryptisch. (PA 2, Pos. 68)

Einen anderen Anleiter störte ein Wechsel von Einzahl und Mehrzahl im Fließ­text. Er wünschte sich zudem eine einheitliche gendergerechte Sprache.

[ 00:06:39 ] Also den Aufbau finde ich gut mit den Überpunkten und Unterpunk­ten. Was mich da allerdings so ein bisschen vom Durchlesen gestört hat, ist, dass es oben immer ein, wenn ich jetzt so gut in Grammatik in Mehrzahl geschrieben habe, also die Auszubildenden deuten und beobachten Verhaltensweisen, Punkt, Punkt, Punkt. Und unten drunter, die in meinem Fall jetzt rosa markierten Sachen, stehen dann plötzlich oft in Einzahl. (PA 6, Pos. 88)

[ 00:07:05 ] Oder oft in männlicher Form. Oben ist immer noch gegendert und dann ist es plötzlich. Das hat mich auch ein bisschen gestört, weil da kam ich dann so aus dem Fluss.

(PA 6, Pos. 92)

Die Praxisanleiter waren weiterhin zu großen Teilen der Ansicht, dass die Kom­petenzziele mit der Praxis übereinstimmen.

[ 00:04:41 ] Aber dennoch ist es ja so, dass du eigene Vorstellungen vielleicht im Laufe der Zeit entwickelt hast und die Frage ist, inwieweit stimmen die Inhalte, die wir jetzt hier in dem Curriculum stehen haben, diese Handlungskompetenzen, die unter diesen Schwerpunkten 1 bis 8 aufgeführt sind, vielleicht mit deinen ei­genen Vorstellungen einer gelungenen praktischen Ausbildung überein. (PA 5, Pos. 74)

[ 00:05:08 ] Also ich würde sagen, die stimmen auf jeden Fall zum großen Teil überein. Das sind alles wichtige Punkte. Man hofft nie, dass Leute in Notfallsitu­ationen kommen, aber es ist wichtig, dass man das mit reinnimmt auf jeden Fall. Deswegen passt es auf jeden Fall. Zu 100 Prozent würde ich sagen. (PA 5, Pos. 76)

Ein weiterer Anleiter teilte diese Ansicht, wobei er betonte, dass manche Ziele auch zeitlich nicht umsetzbar sind.

[ 00:05:29 ] Guter Punkt. Aber wenn man auf die Handlungskompetenzen, also diese untergeordneten hier, eingeht und diese Kompetenzschwerpunkte so im Hinterkopf hat, die Inhalte, würdest du sagen, inhaltlich stimmt es so mit deinen eigenen Vorstellungen schon überein, was gelungene praktische Ausbildung an­geht? (Interviewer, Pos. 72)

[ 00:05:49 ] Schon. Man muss dazu sagen, es gibt schon einige Punkte, die wir zeitlich auch gar nicht umsetzen können. Ja, im Praktischen. Ich kann jetzt auch auf die Schnelle gar nichts sagen. Ich habe mir in dem anderen. (PA 7, Pos. 74)

Im Kontext der praktischen Umsetzung der im Curriculum beschriebenen Metho­den zeigt sich, dass es sich unter anderem bewährt hat, den Schüler*innen die Kompetenzschwerpunkte stückchenweise zu übermitteln.

[ 00:05:01 ] Die Kompetenzschwerpunkte? (Interviewer, Pos. 79)

[ 00:05:03 ] Genau, genau. Entschuldigung, so nennt man das. Genau, die habe ich mir erstmal nur so in den Kopf gesetzt und bin dann nochmal mit diesen, also ich habe eigentlich mir einen Schwerpunkt am Montag rausgesucht und bin an dem Montag nur mit diesem einen Schwerpunkt mit den Schülern losgegangen. Also dass ich mich am Montag nur z. B. auf Kompetenzschwerpunkt 1 kon­zentriert habe. Am Dienstag habe ich dann Schwerpunkt 2 genommen, weil ich sonst, ja. (PA 4, Pos. 81)

Ein weiterer Anleiter übermittelt die Kernbotschaften des Curriculums in Stich­punkten an die Schüler*innen.

[ 00:07:29 ] Sehr schön. Vielleicht jetzt ein bisschen konkreter. Wie hast du denn versucht oder wie konntest du denn die beschriebenen Kompetenzen, die da drin stehen, aus dem Curriculum im Praxisalltag, im Praktikumsalltag umsetzen? (In­terviewer, Pos. 106)

[ 00:07:46 ] Also es ist so, wir haben ja die diese Ausarbeitung von diesem Cur­riculum über die Fortbildung der Praxisanleiter versucht, in Lernzielen zu greifen. Also der Aufbau oder die Idee war ähnlich. Wir definieren ein Lernziel und bauen daraus gewisse Beispiele, was da drunter fällt. Hier vermischt sich das, was wir uns damals schon ausgedacht haben, mit dem, was hier steht und was für mich jetzt so ein bisschen die Aufgabe gewesen, rauszufriemeln, wie passt das, was ich vorher gemacht habe, was an sich schon, was nicht perfekt war, um keines­falls, was viel Erklärung bedarf, um einfach aus diesen kurzen Stichpunkten dem Auszubildenden klarzumachen, worum es mir geht. Also ich habe halt versucht, das, was hier in diesen 18 Seiten, glaube ich, steht, anhand von 10, 12 Stich­punkten dem Schüler zu vermitteln. Und das war ein Geplapper, das kannst du dir ja vorstellen, was das auch für Zeit braucht, um dem Schüler klarzumachen. Ich habe es sehr, glaube ich, geschickt. (PA 2, Pos. 108)

Ein anderer Ansatz eines weiteren Praxisanleiters ist es, die Inhalte dann zu ver­mitteln, wenn es sich situationsabhängig im Berufsalltag ergibt.

[ 00:09:02 ] Ein bisschen bei der praktischen Umsetzung. Generell, wie hast du das Praxiscurriculum an der Hand gehabt und hast gesagt, okay, ich habe jetzt Kompetenzen da stehen, vielleicht auch ein paar Ideen mit Methoden. Wie hast du es mit dem Schüler umgesetzt? (Interviewer, Pos. 121)

[ 00:09:15 ] Nein, wir haben das nicht. Und die Schülerin hat das auch. Die haben sich da noch schwerer mit getan. Was will er? Was sollen wir? (PA 1, Pos. 123)

[ 00:09:24 ] Aber habt ihr euch explizit so was rausgenommen und gesagt, das machen wir jetzt so? (Interviewer, Pos. 125)

[ 00:09:27 ] Nee. Also es gab Momente, wo wir dann so gesagt haben, okay, das passt jetzt da so rein, das wäre jetzt so ein Punkt, aber nicht mit dem und wir machen jetzt, sondern eher andersrum, wo ich dann gesagt habe, so und das wäre jetzt so ein Punkt, wo. (PA 1, Pos. 127)

Weiterhin wurden Simulationsgespräche als nützliche Methode zur Vermittlung der Inhalte genannt.

[ 00:05:28 ] Da sprichst du den Kompetenzschwerpunkt 5 an. Genau, der kommt ja nur im Bedarfsfall dann zum Tragen, wenn man eine Notfallsituation hat. Völlig klar. Aber muss ja auch abgebildet sein. Aber es ist schön, dass es deinen eige­nen Vorstellungen auch so entspricht, wo du sagst, das ist gelungene praktische Ausbildung, wenn man so rangeht an das Ganze. Das höre ich natürlich auch gerne. Gut, zur praktischen Umsetzung und deine Erfahrung damit jetzt. Wie hast du denn jetzt so generell dieses Praxiscurriculum und diese beschriebenen Kom­petenzen oder auch vielleicht Methoden, die da drin stehen, konkret in deinem Praktikumsalltag umsetzen können? Gab es da Beispiele, wo du sagst, ja, da konnte ich das und das so und so umsetzen? (Interviewer, Pos. 78)

[ 00:06:18 ] Bei uns ist es ja so, wir haben zwei Besprechungen die Woche, ein­mal ohne und einmal Donnerstag mit den Praktikanten, und da kann man natür­lich schon Zusammenspiele üben, wenn jetzt ein Patient kommt und ein Thera­peut, wie man jetzt die Grundkenntnisse und so, wie man das jetzt zusammen­führen kann. Das konnte man natürlich sehr gut umsetzen. Das konnte man sich schön eine halbe Stunde hernehmen und sagen, jetzt üben wir das mal, weil wir ja eins zu eins sind. Das ist ja super bei uns, da geht es ja. (PA 5, Pos. 80)

[ 00:06:46 ] Also Simulationsgespräch sozusagen. (Interviewer, Pos. 80-82)

[ 00:06:49 ] Genau. (PA 5, Pos. 84)

Als Hürde wurde von den meisten Anleiter*innen die fehlende Zeit genannt.

[ 00:20:12 ] Also das meinst du jetzt nicht, dass die Praxisanleiter jetzt dann einen tieferen Einblick kriegen und sagen, oh, wir strukturieren jetzt bei uns mal ein bisschen um, das wäre ja auch eine Weiterentwicklung, und geben den Kollegen auch mal Feedback, macht mal das mit den Schülern anders. Das siehst du jetzt noch nicht so. (Interviewer, Pos. 180)

[ 00:20:31 ] Ich glaube, da fehlt uns aktuell die Zeit. Wir haben, wie gesagt, im Gesamten haben wir zu viele Schüler für zu wenig Vollzeitkräfte, um da wirklich uns Zeit für zu nehmen. Also aktuell sind die Schüler schon oft auch einfach die­jenigen, die die Arbeit leisten, weil wir keine Kollegen haben. (PA 6, Pos. 179­182)

Ebenfalls wurde die 3-wöchige Praxiszeit als zu kurz bewertet.

[ 00:11:17 ] Finde ich drei Wochen sowieso zu wenig und manche sind ja sogar nur zwei Wochen. Da sind die gerade einigermaßen so, dass sie sich orientiert haben, wie das da so läuft. Also auch nach drei Wochen ist es so, dass sie jetzt dann auch sagten, so, jetzt könnte ich nochmal ein, zwei Wochen bleiben, damit ich wirklich ins Arbeiten komme und nicht nur, ach so läuft das hier. (PA 1, Pos. 139)

Darüber hinaus wurde mit den Anleiter*innen über die Wirkung und den Nutzen des Curriculums gesprochen. Hierbei wurde häufiger genannt, dass es der Ver­einheitlichung des Wissenstands zwischen den Fachabteilungen diene.

[ 00:17:26 ] Also es ist ja so, dadurch, dass es eingeführt wurde, da gibt es jetzt auch bestimmte Punkte, was man sehen kann, was gut ist. Und das gab es ja vorher nicht. Da hat ja jede Abteilung so ihre Suppe gekocht. Und bei uns ist es jetzt so, ich bin ja letztes Jahr dazugekommen und dadurch ist es natürlich gut, dass es jetzt besser ist als davor. Weil, so können ich und meine Kollegen uns austauschen, wie wir das handhaben wollen mit dem Praxiscurriculum. Das gab es ja vorher eigentlich nicht. Da gab es halt die Standardsachen, was sie immer schon gemacht haben, und das wollten sie halt weitermachen. Und jetzt gibt es das und da kann man sich dran halten und das ist auf jeden Fall besser gewor­den. (PA 5, Pos. 160)

Ebenfalls deutet das folgende Zitat auf eine Verbesserung der Kommunikation hin.

[ 00:18:02 ] Also das heißt, die Kommunikation interkollegial ist dadurch schon anders geworden jetzt. (Interviewer, Pos. 162)

[ 00:18:06 ] Genau. (PA 5, Pos. 164)

Bezüglich der Förderung des interdisziplinären Austauschs sieht dies diese An- leiter*in ähnlich:

[ 00:22:06 ] Ja, hat natürlich auch was damit zu tun, dass es die, finde ich jetzt persönlich, es stärkt den interdisziplinären Austausch, die Zusammenarbeit. Und hat auch noch für mich diese qualitätssichernde Auswirkung, dass man sagt, da kann ich nachlesen, da kann ich mich orientieren und es ist ein einheitliches Vor­gehen. Und schafft natürlich auch, habe ich mir noch notiert, eine Verbindlichkeit zwischen den Praxisanleitern, weil die ja dann auch noch zusätzlich gleiches Vor­gehen haben, untereinander sozusagen. (PA 8, Pos. 169)

Ebenso wie oben sieht auch ein weiterer Anleiter eine Verbesserung bezüglich der Kommunikation.

[ 00:08:50 ] Also ich denke schon dann teilweise ein bisschen parallel und versu­che, da auch ein bisschen was mitzunehmen auf jeden Fall und mich da so ein bisschen zu orientieren. Natürlich gibt es da auch neue Punkte, die ich selbst auch gar nicht so auf dem Schirm hatte. Also es ist ein ganz gutes Modul, sage ich mal, dass man mal so mitnehmen kann, in so Gespräche auf jeden Fall. (PA 7, Pos. 102)

Darüber hinaus gaben die Anleiter*innen an, dass sie nun in der Lage seien, die Auszubildenden besser zu beurteilen.

[ 00:08:49 ] Genau. Also wir haben ja dann am vorletzten Tag, besprechen wir uns ja immer schon in der Gruppe wegen dem Beurteilungsbogen. Und da muss ich sagen, ich habe den Beurteilungsbogen noch nie dann so bewusst wirklich und im Detail beurteilt, wie es sonst davor war. Also davor war es dann oft so. Ja, der war teamfähig, ja, ja, ja, ja. Und so bin ich dann nochmal wirklich ins Detail reingegangen. Sprich, wir, also meine andere Kollegin, die auch Praxisanleiter ist, haben dann den einzelnen Punkt Teamfähigkeit, Flexibilität oder was da alles da vorne dran ist, Engagement. Da sind wir noch mal mehr in die Tiefe gegangen, haben uns mehr darüber unterhalten. Man hat die einzelnen Punkte das erste Mal noch tiefer, bewusster wahrgenommen und dann beurteilt. Ich glaube, wir haben dann wegen Härte auch die Noten gemacht. Weil uns dann so einige Fälle dann wieder mehr aufgefallen sind, was man bei den vorherigen Azubis vielleicht eher so, ja, würde schon gepasst haben. Und da bist du halt zum ersten Mal so richtig: Nee, das hat nicht so gepasst. Die Hälfte der Vorbehandlungen hat er vergessen, die Hände vielleicht am Anfang zu desinfizieren, was sich davor nie bewusst war. (PA 4, Pos. 117)

Weiterhin sieht eine große Mehrheit der Anleiter*innen keine Verbesserungen des Theorie-Praxis-Transfers durch das Curriculum.

[ 00:17:35 ] Kommen wir zu deiner Wahrnehmung mal bei der Wirkung und bei dem Nutzen von dem Praxiscurriculum. Hast du jetzt durch diese Nutzung, durch dieses Praxiscurriculum irgendwo. In irgendeinem Bereich beobachtest du, dass es hier wirklich eine Verbesserung gab in diesem Bereich Theorie-Praxis-Trans­fer. Also das, was sie hier in der Schule haben, dass sie das besser dadurch transferieren konnten in die Praxis. Hast du da was wahrgenommen? (Intervie­wer, Pos. 205)

[ 00:18:00 ] Ich glaube nicht. Also weil das oft dieses Ding war, ich weiß gar nicht, was uns das sagen soll, und was sollen wir da, die Fragezeichen, die die dann im Gesicht haben. Also selbst die, ich weiß gar nicht, den Namen darf ich wahr­scheinlich nicht sagen. (PA 1, Pos. 207)

Auch dieser Anleiter sieht derzeit noch keine Verbesserung:

[ 00:11:25 ] Also da bist du jetzt der Meinung, das hat jetzt da nichts geändert in dem Bereich der Beurteilung und so weiter? Okay. Hast du beobachten können, dass, das ist dieses Überwort, Theorie-Praxis-Transfer, dass die Schüler (...) die Theorie aus der Schule in die Praxis transferieren, meinst du, dass das Curricu­lum da irgendwas verändert hat? Hast du da was beobachten können? (Intervie­wer, Pos. 116)

[ 00:11:46 ] Das bis jetzt noch nicht, ehrlich gesagt. (PA 7, Pos. 118)

Zusammenfassung und Vorgriff auf Forschungsfrage 3

Das Curriculum dient den Anleiter*innen zufolge als praktische Orientierung bei der Arbeit. Jedoch erweist sich die Umsetzung des Curriculums in der Praxis als schwierig. Weiterhin sind die Praxisanleiter*innen zu großen Teilen der Ansicht, dass die Kompetenzziele mit der Praxis übereinstimmen. Ebenfalls konnten die Anleiter*innen in einer großen Mehrheit keine Verbesserungen des Theorie-Pra­xis-Transfers durch das Curriculum erkennen.

7.2.2.2 Perspektive der Praxisbegleiter*innen

Die Praktikumsbegleiter*innen empfinden das Curriculum durchweg als hilfreich. Dies zeigt sich unter anderem im folgenden Interviewausschnitt:

[ 00:01:51 ] Militärisch, gut. Erstmal so als Einstieg und allgemeine Wahrneh­mung, noch nicht unbedingt gleich in die Tiefe, aber erstmal so, wie hast du das wahrgenommen? Bietet dir das Praxiscurriculum, du hast es an der Hand gehabt, so eine hilfreiche, übergeordnete Orientierung für die Begleitung der Auszubil­denden? (Interviewer, Pos. 60)

[ 00:02:13 ] Ja, um es oberflächlich zu halten und nicht weiter in die Tiefe zu gehen. Ich denke, wenn das Ganze sich in den Alltag manifestiert hat und auch von Anleiterseite das Ganze mehr genutzt wird und quasi auch ein Überschwung oder eine Überführung in die Mikroebene stattfindet, dann glaube ich, kann das ein hilfreiches Tool sein. (Begleiter 1, Pos. 62)

Dies sieht der folgende Praktikumsbegleiter ähnlich.

[ 00:01:45 ] Das ist für mich hilfreich, also kann ich mit Ja beantworten. Zum einen, weil wir die Übersicht über die Krankheitsbilder haben und die Lernsituati­onen. Und wenn man sich das Curriculum nochmal anschaut, haben wir auch die Kompetenzvorgaben bzw. Kompetenzziele, die erreicht werden sollen. Und ent­sprechend ist es für mich eine gute Orientierung. (Begleiter 3, Pos. 51)

Großenteils sind die Praxisbegleiter auch der Ansicht, dass die Kompetenzziele mit der Praxis übereinstimmen.

[ 00:06:13 ] Oder wir bei unseren drei Terminen, sofern das möglich ist. Die Frage ist nur, die inhaltlichen, ist es so, was deiner Vorstellung gerade entspricht, was da an Kompetenzen erstmal so drinsteht? Das andere ist ja Umsetzung. Aber was drinsteht an Handlungskompetenzen, ist das so auch deiner Vorstellung ent­sprechend? (Interviewer, Pos. 88)

[ 00:06:31 ] Würde ich sagen, ja, wie gesagt, bis auf diese Komponente mit der, ich erwarte eine gewisse, also in dem siebten Pflichtpraktikum erwarte ich, dass ein Schüler an den Patienten rangeht und wenn er das Bein in den Wiegegriff nimmt, dass dieses Bein auch da drin liegt. (Begleiter 1, Pos. 90)

Weiterhin ist ein Begleiter der Ansicht, dass das Curriculum die Zusammenarbeit zwischen Praxisbegleiter*innen und Praxisanleiter*innen unterstützen kann.

[ 00:10:59 ] Okay. Das heißt, siehst du aber dennoch, dass das Praxiscurriculum das unterstützen könnte? Die Kommunikation zwischen dir und den Anleitern o­der zwischen dir und den Auszubildenden auch? (Interviewer, Pos. 113)

[ 00:11:10 ] Auf jeden Fall. Also alle haben die gleiche Grundlage, wissen darüber Bescheid, können da reflektiert vorgehen und kommen dadurch ja auch in den Austausch. Also haben zumindest potenziell mehr Austauschbasis. (Begleiter 3, Pos. 115)

Die Beobachtungen hinsichtlich einer Entwicklung bei den Auszubildenden fallen bei den Begleiter*innen unterschiedlich aus. So konnte ein Begleiter erkennen, dass die Auszubildenden ihren Bedarf besser identifizieren konnten.

[ 00:12:59 ] Doch, also ich habe schon eine Entwicklung gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht auch darauf zurückzuführen ist, dass sie jetzt auf­grund des Curriculums, was ihnen ja vorliegt, ihre eigenen Defizite besser, oder was heißt Defizite, aber ihren Bedarf noch ein bisschen besser herausfinden kön­nen. (Begleiter 3, Pos. 127)

Ein weiterer Begleiter sieht eine Verbesserung im Umgang mit Patient*innen, in der Kommunikation und in der Befundung.

[ 00:12:43 ] Ja, also welche man gut erkennen kann, ist natürlich der Bereich mit Umgang mit Patienten, Kommunikation, Befundung. Das sind natürlich Sachen, die man gut beobachten kann. Was natürlich schwierig ist, weil auch der Patient in dem Moment ja auch immer in einer besonderen Situation ist. Und glaube ich, nicht ganz so agiert, wie er es im normalen Patienten-Therapeuten-Kontext tun würde. Das ist immer ein bisschen schwierig zu beurteilen. (Begleiter 1, Pos. 118)

Der übrige Begleiter sieht keine Unterschiede zu vorher.

[ 00:12:15 ] Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie das vorher wirklich so sich durch­gelesen haben. Oder ob wir da, weiß ich nicht, ob es da vielleicht vorher eine Art Schulung, Infoveranstaltung geben muss. (Begleiter 2, Pos. 143)

Die Praxisanleitungszeit wird von einem Begleiter als gut bewertet:

[ 00:21:56 ] Diese 10 % Praxisanleitungszeit, gehen wir mal auf die Praxisanleiter kurz noch zu sprechen. Kannst du diese Umsetzung von den 10 % in irgendeiner Form bewerten? Kriegst du das irgendwie mit, ob das funktioniert? (Interviewer, Pos. 164)

Ein anderer Begleiter konnte dies noch nicht beurteilen:

[ 00:18:45 ] Und im Vergleich zu vorher, da gab es die 10-%-Regelung nicht. Hast du da schon Auswirkungen beobachtet bei den Auszubildenden oder vielleicht auch bei den Praxisanleitern jetzt, dass du sagst, Mensch, da hat sich was getan von deren Kompetenzen, egal ob jetzt Auszubildende oder Praxisanleiter? (Inter­viewer, Pos. 165)

[ 00:19:03 ] Nicht wirklich, außer dass es vielleicht so ein bisschen strukturierter und nachvollziehbarer abläuft. So diese Anleitungszeit. So von meinem ersten Empfinden. (Begleiter 3, Pos. 167)

Bezüglich der Bewertung des Beitrags des Praxiscurriculums war ein Begleiter der Ansicht, dass das Curriculum dazu diene, die Auszubildenden besser beur­teilen zu können.

[ 00:17:33 ] Das bedeutet, du kannst damit, also wenn der Einsatz ein bisschen routinierter ist, auch individueller Lernfortschritte und -bedarfe vielleicht dadurch erkennen bei den Auszubildenden? Weil die Details jetzt da sind. (Interviewer, Pos. 197)

[ 00:17:45 ] Ja, vielleicht auch erstmal Defizite. (Begleiter 2, Pos. 199)

Ein anderer Praxisbegleiter betrachtet den Beitrag des Praxiscurriculums als Standardisierung, die vor allem neuen Kolleg*innen im Schultag helfen kann. Ebenso sieht dieser Praxisbegleiter das Curriculum als Chance zur Erleichterung des Theorie-Praxis-Transfers an und gleichzeitig als dessen Grundlage.

[ 00:25:34 ] Gehen wir mal über zur Schulentwicklung. Als Lernbegleiter und Praktikumsbetreuer bist du ja damit voll verhaftet sozusagen mit der Schulent­wicklung. Wie bewertest du den Beitrag von so einem Praxiscurriculum oder die­sem hier zur Schulentwicklung? (Interviewer, Pos. 180)

[ 00:25:52 ] Also standardisiere da, wo du standardisieren musst. Ich glaube, dass so ein Praxiscurriculum ein Stück weit eine Standardisierung ist. Und die schafft eine gute Grundlage, um darauf aufzubauen. Gerade für neu dazusto­ßende Kolleg*innen ist es hilfreich, da schon mal einen Einstieg zu finden und dann für sich eben nochmal eigene Ausarbeitungen zu schaffen. Ähnlich ist es ja bei unserem Schulcurriculum auch. Man nimmt es als Grundlage und baut dann darauf auf. Und je nachdem, wie gut das Curriculum schon ausgearbeitet ist, umso leichter tue ich mich natürlich, als Neuankommender da etwas Brauchba­res für den Endverbraucher zu schaffen. Ähnlich ist es aber auch so, wenn man lang genug in der Praxis ist, ist es, denke ich, auch wieder sinnvoll, sich mal wieder zu resetten und das Ganze sich nochmal zu Gemüte zu führen und mal zu schauen, hey, hat sich in meinem Berufsalltag, ist da vielleicht irgendwas ver­schwunden, was ich jetzt mal wieder raushole. (Begleiter 1, Pos. 182)

Zusammenfassung und Vorgriff auf Forschungsfrage 3

Nach Ansicht der Begleiter*innen kann das Curriculum die Zusammenarbeit zwi­schen Praxisbegleiter*innen und Praxisanleiter*innen unterstützen. Ebenfalls kann es dazu dienen, dass Auszubildende ihren Bedarf besser identifizieren kön­nen und eine Verbesserung im Umgang mit Patient*innen, bei der Kommunika­tion und der Befundung erfahren. Insgesamt dient das Curriculum dazu, die Aus­zubildenden besser zu beurteilen zu können und als Standardisierung, die vor allem neuen Kolleg*innen im Schultag helfen kann.

7.2.3 Triangulation der Ergebnisse

Im Weiteren werden nun die Ergebnisse aus der empirischen Befragung der Aus­zubildenden den Interviews der Praxisanleiter*innen und -begleiter*innen gegen­übergestellt. Die empirische Analyse ergab, dass die Auszubildenden tendenziell der Ansicht sind, dass die Handlungskompetenzen des Praxiscurriculums alle relevanten Lehrinhalte des 7. Pflichtpraktikums aufweisen. Dies deckt sich mit der Ansicht der Praxisbegleitenden, die ebenfalls zu weiten Teilen dieser Ansicht sind. Dies ergab die qualitative Auswertung der Interviews. Auch die Interviews der Begleitenden ergab eine Bestätigung dieser Frage.

Weiterhin sind die Auszubildenden tendenziell der Ansicht, dass sie Fortschritte in allen Kompetenzbereichen erzielt hätten. Die Ansicht der Praxisbegleiter*innen ist hierbei unterschiedlich. Von Seiten einiger Praxisanleiter*innen wird die An­sicht geteilt, dass der Stoff für Auszubildende generell zu umfangreich sei, wie diese*r Praxisanleiter*in berichtet.

[ 00:14:28 ] Nimmst du oder hast du in diesem Pflichtpraktikum wahrgenommen, dass dieser Theorie-Praxis-Transfer sich irgendwie verändert hat im Vergleich zu den anderen? (Interviewer, Pos. 163-164)

[ 00:14:40 ] Nee, das habe ich nicht wahrgenommen. (PA 2, Pos. 166)

[ 00:14:42 ] Ist auch nicht leicht oder man kann es auch manchmal gar nicht er­kennen. (Interviewer, Pos. 168)

[ 00:14:47 ] Also ich denke, das ist auch vielleicht auch den Schülern auszubilden, jetzt einfach erst einmal so ein bisschen viel oder ein bisschen zu ausführlich ist und wenn sie das nicht gewohnt sind und auch jetzt erst einmal sich durch das durchlesen müssen und dann feststellen müssen, puh, das ist aber auch ganz schön viel verlangt. Also ich glaube, da fängt es auch schon an, dass die Auszu­bildenden sich da schwertun. Vielleicht auch gerade, weil sie jetzt damit konfron­tiert sind und das einfach nicht kennen. (PA 2, Pos. 170)

Auch ein*e weiterer*e Praxisanleiter*in kann keinen Lernerfolg bei den Auszubil­denden erkennen.

[ 00:11:25 ] Also da bist du jetzt der Meinung, das hat jetzt da nichts geändert in dem Bereich der Beurteilung und so weiter? Okay. Hast du beobachten können, dass, das ist dieses Überwort, Theorie-Praxis-Transfer, dass die Schüler (...) die Theorie aus der Schule in die Praxis transferieren, meinst du, dass das Curricu­lum da irgendwas verändert hat? Hast du da was beobachten können? (Intervie­wer, Pos. 116)

[ 00:11:46 ] Das bis jetzt noch nicht, ehrlich gesagt. (PA 7, Pos. 118)

Demgegenüber konnte diese*r Praxisanleiter*in durchaus einen Lernerfolg wahr­nehmen:

[ 00:10:18 ] Ja, also man muss sagen, die haben ja hier auch in der Ausbildung eine erste Hilfe als Fach mit einer praktischen Prüfung und mit einer schriftlichen Prüfung. Das kennst du vielleicht aus der eigenen Ausbildung auch. Von daher sind die letztlich eigentlich da schon gebrieft. Aber die Notfallkette in jedem Fach­bereich müssen sie natürlich mal gehört haben, weil sonst wissen sie nicht, wie sie handeln sollen. Das ist klar. Gab es Situationen, wo du sagst, Mensch, hier beobachte ich gerade wirklich eine Verbesserung in der Praxis, in der praktischen Ausbildung in Bezug zum Theorie-Praxis-Transfer? Dadurch, dass das Curricu­lum da ist, du dich damit beschäftigst, der Schüler sich damit beschäftigt, gab es

Situationen, wo du sagst, das sehe ich, Theorie-Praxis-Transfer gelingt jetzt et­was besser. Oder konntest du das vielleicht auch nicht beobachten? (Interviewer, Pos. 110)

[ 00:11:12 ] Er konnte es auf jeden Fall beobachten, dass es besser ist, weil sie auch die Praktikanten sehen, was insgesamt gefordert ist, auch mit diesem Leit­faden praktisch. Und dadurch ist für sie auch besser ersichtlich, meines Wissens, worauf es ankommt. Also im Allgemeinen praktisch. (PA 5, Pos. 112)

Ebenfalls ist diese*r Praxisanleiter*in der Ansicht, dass Schüler*innen mit dem Curriculum gut vorbereitet sind:

[ 00:30:12 ] Das ist richtig. Was hältst du nur von dem Gedanken? Das ist ja jetzt ein Curriculum, das die 100 % darstellt. Also wenn man es liest, hast du ja fest­gestellt, so stellst du dir gelungene praktische Ausbildung vor, der ist da dann kompetent, der Schüler. (Interviewer, Pos. 287)

[ 00:30:25 ] Ja. (PA 4, Pos. 289)

Auch das Urteil der Praxisbegleiter*innen bezüglich der Auszubildenden war stel­lenweise sehr unterschiedlich, was die in dieser Arbeit in den vorherigen Ab­schnitten gezeigten Ergebnisse verdeutlichen.

Weiter zeigten die empirischen und die qualitativen Analysen, dass die 10 % Pra­xisanleiterzeit zu großen Teilen erfüllt sind. Dieser Ansicht waren sowohl Auszu­bildende als auch Praxisanleiter*innen und -begleiter*innen.

Weiter gaben die Auszubildenden an, dass die Rückmeldungen seitens der Pra- xisanleiter*innen oder -begleiter*innen durch das Curriculum eher nicht individu­alisierter ausfielen. Dieses Urteil deckt sich mit den Erkenntnissen aus den Inter­views der Anleiter*innen bzw. Begleiter*innen.

7.3 Diskussion der Befunde

7.3.1 Interpretation der Ergebnisse im theoretischen Kontext

Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung bestätigen zentrale Annahmen der Forschungslage und zeigen zugleich kritische Diskrepanzen zwischen theo­retischer Konzeption und praktischer Umsetzung auf.

Praxiscurricula als Instrument der Qualitätssicherung

Die vorliegende Thesis postuliert, dass strukturierte Praxiscurricula ein adäqua­tes Mittel der Schulentwicklung darstellen und zur Verbesserung der Ausbil­dungsqualität beitragen. Die quantitativen Befunde (75 % Zustimmung zur curri- cularen Passung, 80 % Kompetenzerreichung) validieren diese These teilweise. Insbesondere die hohe Zustimmung zur Umsetzung der 10-%-Anleitungszeit (90 %) deutet darauf hin, dass das Curriculum eine klare Orientierungsfunktion erfüllt und die Praxisumsetzung strukturiert.

Allerdings offenbaren die qualitativen Interviews mit Praxisanleiter*innen eine Diskrepanz: Während das Curriculum als theoretisch fundiert und strukturiert be­wertet wird, berichten 8 von 8 befragten Anleiter*innen von erheblichen Umset­zungsschwierigkeiten. Dies entspricht der in der Thesis (Kap. 5.3) diskutierten Herausforderung, dass Praxiscurricula zwar als transparente Orientierungsin­strumente fungieren, ihre praktische Integration in den Berufsalltag jedoch durch Zeitmangel und Ressourcenengpässe behindert wird.

Qualitätsdimensionen nach QM-Modellen

In Kapitel 3 dieser Thesis wurden verschiedene QMS (Q2E, ISO 9001, EFQM) analysiert, die sich auf die Qualitätsdimensionen Struktur-, Prozess- und Ergeb­nisqualität konzentrieren:

• Strukturqualität: Das Curriculum erfüllt diese Dimension nachweislich (klare Kompetenzprofile, sprachliche Struktur nachvollziehbar laut Anlei- ter*innen). Die Kritik zum Umfang und zur Komplexität deutet jedoch auf Optimierungspotenzial hin.
• Prozessqualität: Hier zeigen sich Defizite. Die Praxisbegleiter*innen be­richten von guter Strukturierung der Anleitungszeit (positiv), doch die Indi­vidualisierung von Rückmeldungen wird von nur 55 % der Auszubildenden als teilweise gegeben eingeschätzt. Dies weist auf ein Implementierungs­problem hin, dass die Thesis als zentral für QMS identifizieren konnte: Ein wirksames QM muss die Inhalte der fachpraktischen Ausbildung, die Pra­xisanleitung und das spezielle Curriculum berücksichtigen.
• Ergebnisqualität: Die durchschnittliche Zufriedenheit (M = 3,1 von 5, nicht signifikant vom Neutralpunkt abweichend) und die fehlende Verbesserung im Theorie-Praxis-Transfer (Mehrheit der Anleiter*innen berichtet keine nachweisbaren Effekte) deuten darauf hin, dass die Ergebnisqualität frag­mentiert ist.

Theorie-Praxis-Transfer: Theoretisch hoch, praktisch schwach

In dieser Thesis wurde dargelegt (Kap. 5.1), dass die Verzahnung von Theorie und Praxis in der Physiotherapie eine zentrale Herausforderung darstellt. Die em­pirischen Befunde illustrieren dies prägnant: Obwohl das Curriculum als Instru­ment des Transfers konzipiert ist, sagt die Mehrheit der Praxisanleiter*innen, dass sie ,keine Verbesserung des Theorie-Praxis-Transfers’ beobachtet.

Dies führt zu einer kritischen Einschätzung: Die bloße Existenz eines strukturier­ten Curriculums garantiert noch nicht den Transfer. Wie in der Thesis ausgeführt wird, sind hierfür zusätzlich notwendig:

• verpflichtende berufspädagogische Fortbildungen für Praxisanleiter*innen (mind. 24 h/Jahr),
• systematische Reflexionsphasen und Portfolioarbeit,
• enge Verzahnung zwischen Schule und Praxis.
• Die Tatsache, dass in der vorliegenden Studie diese Begleitmaßnahmen nicht systematisch dokumentiert sind, erklärt vermutlich die geringe Wahr­nehmung von Transfer-Effekten.

Kompetenzorientierung: Anspruch vs. Realität

Die Thesis betont die Notwendigkeit einer systematischen Kompetenzorientie­rung (Kap. 5.2). Die Befunde zeigen:

• Auszubildende sehen Fortschritte in allen Kompetenzbereichen (80 %)
• Praxisbegleiter*innen berichten von Verbesserungen in Kommunikation, Patientenumgang und Befundung.

Dies validiert die theoretische Ansicht, dass klare Kompetenzziele die Entwick­lung beruflicher Handlungskompetenzen systematisch fördern. Allerdings wird auch hier eine Limitierung sichtbar: Die Fokussierung auf 2-3 Kompetenzberei­che (Kommunikation 40 %, berufliche Identität 20 %) deutet darauf hin, dass nicht alle Kompetenzbereiche gleich intensiv verankert sind - ein Problem, das die Thesis als Folge von zu umfangreichen Curricula identifiziert hat.

Schulentwicklung: Der fehlende Gesamtprozess Die Thesis definiert Schulentwicklung als systemischen Prozess der Weiterent­wicklung, in dem Unterrichts-, Personal- und Organisationsentwicklung miteinan­der in Beziehung gebracht werden (Kap. 2). Die Evaluationsergebnisse deuten darauf hin, dass das Curriculum zwar ein Instrument ist, aber eingebettet sein muss in einen ganzheitlichen Schulentwicklungsprozess:

• 57 % der Auszubildenden wünschen sich, dass ihre Erfahrungen in der Weiterentwicklung berücksichtigt werden
• Praxisanleiter*innen berichten von verbesserter Kommunikation zwischen Fachabteilungen und Praxiseinrichtungen
• jedoch: keine systematische Rückkopplung der Evaluationsergebnisse an die Schulkonferenz dokumentiert

Dies entspricht einer Schwäche, die in der Thesis bereits kritisiert wird: Es ist fraglich, inwiefern die Antworten in den Schulen angekommen sind und ob an­hand der Antworten schulspezifische Handlungsanleitungen abgeleitet wurden.

7.3.2 Bewertung der Studie Stärken

1. Multiperspektivisches Design: Die Einbeziehung von Auszubildenden (n = 11), Praxisanleiter*innen (n = 8) und Praxisbegleiter*innen (n = 3) entspricht der anfänglich geforderten ,partizipativen Einbindung aller Sta­keholder‘. Dies ist methodisch kohärent mit QM-Modellen wie Q2E, EFQM und ISO 9001.

2. Methodische Triangulation: Die Kombination quantitativer Daten (Frage­bogen, statistische Tests) und qualitativer Daten (leitfadengestützte Inter­views, Inhaltsanalyse nach Mayring) ermöglichte eine differenzierte Erfas­sung subjektiver und objektiver Qualitätsdimensionen.

3. Gute Rücklaufquote: 50 % bei Auszubildenden und nahezu vollständige Interviews hinsichtlich der Anzahl der Fachbereiche mit Praxisanleiter*in- nen und -begleiter*innen deuten auf eine hohe Akzeptanz und eine realis­tische Erfassung der Ausgangslage.

4. Systematische Auswertung: Die Anwendung des Mayring-Modells (8 Schritte) gewährleistete die Nachvollziehbarkeit und Intersubjektivität der qualitativen Analyse. Cronbachs Alpha = 0,8 für Zufriedenheitsitems zeigte eine hohe Reliabilität.

5. Praxisrelevanz: Die Untersuchung eines realen Curriculums (Bamberger Akademien) ermöglichte die direkte Ableitung von Handlungsempfehlun­gen für die Schulentwicklung.

Limitationen

6. Die kleine Stichprobe von n = 11 Auszubildenden beschränkt die Genera- lisierbarkeit der quantitativen Ergebnisse. Effektstärken sind teilweise schwach (W = 0,19 im Friedman-Test), was auf geringe Effekte oder Stichprobengröße hindeutet. Für repräsentative Aussagen würde sich demnach eine Stichprobe von mind. 30-50 pro Gruppe empfehlen.

7. Querschnittdesign: Die Erhebung fand am Ende eines Praktikums statt. Ein Längsschnittdesign (zu Beginn, Mitte, Ende eines Praktikums) würde Veränderungsprozesse transparenter machen. Besonders für die Beant­wortung der Frage Verbessert das Curriculum den Theorie-Praxis-Trans- fer?‘ wären Prä-Post-Messungen aussagekräftig. Für ein Praktikum von 3 Wochen stellt dies die Beteiligten evtl. vor die Herausforderung dies sehr differenziert beurteilen zu können.

8. Früher Evaluationszeitpunkt: Die Einführung des Curriculums lag zeitlich nahe bei der Evaluation. Möglicherweise braucht es mehrere Zyklen (wie in Q2E und ISQ vorgesehen: regelmäßige Rezertifizierung alle 3 Jahre), um Effekte auf die Schulentwicklung zu zeigen.

9. Fehlende Vergleichsgruppe: Ohne eine Kontrollgruppe (z. B. Auszubil­dende ohne explizites Curriculum oder andere Schulen) lassen sich Ef­fekte des Curriculums nicht isolieren von anderen Einflussfaktoren (Per­sonalqualität, Praktikumseinrichtungen etc.).

10. Kontextvariablen: Die Studie erfasste folgende Faktoren nicht systema­tisch: Qualifikation der Praxisanleiter*innen (Fort- und Weiterbildungen), organisatorische Rahmenbedingungen (Patientenlast, Personalausstat­tung), schulische Begleitmaßnahmen (Reflexionsseminare, Portfolioar­beit). Diese Faktoren sind laut Thesis zentral für die Schulentwicklung, wurden aber nicht kontrolliert.

11. Selbstselektionsbias: Auszubildende, die zum Interview eingeladen wur­den, könnten systematisch positiver oder negativer sein als die Grund­gesamtheit.

12. Begrenzte externe Validität: Ergebnisse aus einer privaten Akademie mit spezifischer Organisationsstruktur lassen sich nicht ohne Weiteres auf öffentliche oder andere Schulen übertragen.

7.3.3 Implikationen für Praxis und Schulentwicklung

Aus den empirischen Befunden abgeleitete Handlungsempfehlungen

1. Kürzung und Vereinfachung des Curriculums

Das Curriculum wurde von Praxisanleiter*innen als ,umfangreich’ und mit ,zu aus- führlichen‘ Kompetenzzielen beschrieben. Dies steht im Konflikt zur Aussage der Thesis, dass klar definierte Lernziele eine einheitliche Ausrichtung der prakti­schen Ausbildung schaffen.

Empfehlung:

• Priorisierung der Kompetenzbereiche: Fokus auf die 3-4 relevantesten Bereiche für das 7. Praktikum
• Reduzierung auf 80 % der aktuellen Inhalte (z. B. durch Elimination redun­danter oder optionaler Items)
• Sprachvereinfachung (Konsistenz Einzahl/Mehrzahl, gendersensitive Sprache)
• Erstellung einer ,Kurzfassung’ für Praxisanleiter*innen, parallel zur Voll­version für schulische Dokumentation

Begründung im QM-Kontext:

Die Thesis betont, dass ein Curriculum flexibel und zukunftsfähig bleiben muss. Überfrachtete Curricula führen zu Akzeptanzbarrieren, wie die AZAV-Kritik zeigt.

2. Verbesserte Integration in den Praxisalltag

Praxisanleiter*innen berichten, dass die stückweise Vermittlung sich bewährt hat, aber die praktische Umsetzung zeitaufwendig’ sei. Gleichzeitig zeigt die Thesis, dass handlungsorientierte Aufgaben und regelmäßige Reflexionseinheiten zent­ral sind.

Empfehlung:

• Entwicklung konkreter ,Umsetzungsszenarien’ (z. B. ,Woche 1-2: Kompe­tenzen 1-2; Woche 3: Kompetenz 3‘)
• Bereitstellung digitaler Tools (z. B. Checklisten als QR-Codes, Video-Tu­torials zu Lernsituationen)
• regelmäßige Schulungen für Praxisanleiter*innen (Thesis: mindestens 24 h/Jahr) zur Umsetzung des Curriculums
• Systematisierung von ,Simulationsgesprächen’ als strukturierte Reflexi­onsmethode

QM-Verbindung:

Dies entspricht dem EFQM-Ansatz, dass eine partizipative Integration der Mitar­beitenden in den Entwicklungsprozess motivierend wirkt.

3. Anpassung von Anleitungszeit und Anleiter-Qualifikation

Kritik der Praxisanleiter*innen: 3 Wochen sind zu kurz. Die Befunde zeigen je­doch: 90 % bestätigen eine vollständige Umsetzung der 10-%-Zeit. Dies ist pa­radox, denn die Quote wird zwar erreicht, aber nicht als ausreichend empfunden.

Empfehlung:

• Verlängerung von praktischen Einsätzen von 3 auf 4-5 Wochen erwägen (wenn curricular möglich)
• Qualitätssicherung der 10-%-Anleitungszeit: Dokumentation strukturierter Anleitung (nicht nur Arbeitszeit)
• Differenzierung nach Kompetenzstand: intensivere Anleitung für schwä­chere Auszubildende
• verpflichtende Fortbildung für Praxisanleiter*innen: Module zu Feedback-Kultur (derzeit nur 27 % fühlen sich durch Feedbackgespräche unterstützt)

Theorie-Bezug:

Die Thesis nennt die Qualifizierung der Praxisanleitenden sowie die partizipative Entwicklung als Grundlage für nachhaltige Qualitätssicherung.

4. Förderung des Theorie-Praxis-Transfers

Kernbefund: Mehrheit der Praxisanleiter*innen sieht keine Verbesserung des Transfers. Dies ist ein kritisches Ergebnis, da Transfers als besonders an­spruchsvoll gelten (Kap. 1).

Empfehlung:

• systematische Verzahnung: Abstimmung zwischen Schulunterricht und Praxiscurriculum
• verstärkter Einsatz von Simulationen und Rollenspielen (bereits von Pra- xisanleiter*innen als nützlich erwähnt)
• Etablierung von Reflexionsseminaren an der Schule: Auszubildende prä­sentieren Praxisfälle
• kontinuierliche Beobachtung: systematische Dokumentation von Transfer­Indikatoren über mehrere Praktika hinweg

Forschungsstand:

Die Thesis identifiziert als Erfolgsfaktoren kontinuierliche Reflexion, strukturierte Zwischenevaluationen, Portfolioarbeit und Co-Reflexion.

5. Implementierung einer reflektierenden Ausbildungskultur

Befund: Nur 27 % der Befragten finden Befund-/Evaluationsinstrumente ver­ständlich; Individualisierung von Rückmeldungen nur teilweise.

Empfehlung:

• Schulung aller Beteiligten in formativem Feedback (nicht nur Summativ-Bewertung)
• Etablierung einer Feedbackkultur: regelmäßige (wöchentliche oder 2-wö- chentliche) strukturierte Gespräche
• digitale Dokumentation von Feedback (um Konsistenz zu sichern)
• Partizipation der Auszubildenden an der Weiterentwicklung: regelmäßige Reflexionsrunden zur Curriculumoptimierung (57 % wünschen dies)

QM-Kontext:

Dies entspricht Q2E und EFQM: Durchführung regelmäßiger Befragungen und Feedback gewährleistet Transparenz und Akzeptanz.

Verbindung zur Schulentwicklung

Die Thesis definierte Schulentwicklung als Zusammenspiel von Unterrichts-, Per­sonal- und Organisationsentwicklung. Die Empfehlungen adressieren alle drei Ebenen siehe Tabelle 9.

Tabelle 9: Ebenen Schulentwicklung

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Die Analyse der bisherigen Entwicklungsprozesse an den Bamberger Akademien verdeutlicht mehrere zentrale Ansatzpunkte für eine nachhaltige Schulentwick­lung. Erstens erscheint eine Überarbeitung des bestehenden Curriculums erfor­derlich. Eine inhaltliche Reduktion auf etwa 80 Prozent des gegenwärtigen Stoff-umfangs würde eine stärkere Konzentration auf drei bis vier zentrale Kern­kompetenzen ermöglichen. Diese Fokussierung trägt zur Tiefe des Kompe­tenzerwerbs bei und unterstützt das Prinzip der outcome-orientierten Ausbildung. Parallel dazu sollte eine verbindliche Begleitstruktur implementiert werden, wel­che eine systematische Qualifizierung der Praxisanleitenden gewährleistet.

Darüber hinaus ist der Qualitätsmanagement-Zyklus konsequent zu schließen. Evaluationsergebnisse sollten systematisch an die Schulkonferenz rückgekop­pelt und als Grundlage für einen strukturierten Entwicklungsplan genutzt werden. Die dadurch entstehende Feedbackschleife fördert eine datenbasierte Schulent­wicklung und gewährleistet die Transparenz des Verbesserungsprozesses. Er­gänzend ist die institutionalisierte Reflexion im Lehr-Lern-Prozess zu stärken. Regelmäßige wöchentliche Feedbackgespräche sowie die Einbindung von Port­folioarbeit fördern den fortlaufenden Abgleich zwischen individuellen Lernprozes­sen und curricularen Zielsetzungen.

Ein zentraler Bereich betrifft die Förderung des Theorie-Praxis-Transfers. Durch gezielt eingesetzte Simulationen, schulinterne Reflexionsseminare sowie For­men der Co-Reflexion kann die Integration theoretischer und praktischer Lernan­teile vertieft werden. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das professionelle Handlungswissen der Lernenden nachhaltig zu erweitern und theoriegeleitet zu begründen.

Auf der Ebene der beruflichen Bildung insgesamt sind ergänzende Handlungs­perspektiven ableitbar. Vorrangig ist eine stärkere Integration von QM und Curri­culum anzustreben. Praxiscurricula sollten nicht parallel, sondern explizit inner­halb des bestehenden QMS verortet werden, um Kohärenz und Steuerungsfä­higkeit zu erhöhen. Zudem ist Curriculum-Entwicklung verstärkt partizipativ zu gestalten. Die Einbindung von Lehrenden, Lernenden und Vertretungen der Pra­xis bereits in frühen Entwicklungsphasen kann die Akzeptanz und die Praxisrele­vanz wesentlich erhöhen.

Nachhaltige Schulentwicklung setzt darüber hinaus Ressourcenrealismus vo­raus. Zeitliche und personelle Ressourcen für Schulung, Supervision und Refle­xion müssen strukturell vorgesehen und institutionell abgesichert werden. Da Ef­fekte schulischer Entwicklungsmaßnahmen häufig erst in längeren Zeiträumen beobachtbar sind, empfiehlt sich die Durchführung von Längsschnitt-Evaluatio­nen über mindestens zwei bis drei Jahre. Nur auf dieser Basis lassen sich be­lastbare Aussagen zur Wirksamkeit von Entwicklungsmaßnahmen treffen. Schließlich erfordert nachhaltige Schulentwicklung eine ausgeprägte Kon­text-sensibilität.

8. Fazit

Die in der Arbeit verfolgte Zielsetzung, die Bedeutung strukturierter Praxiscurri­cula für die Qualitätssicherung und -entwicklung in der physiotherapeutischen Ausbildung umfassend zu analysieren, ist im Rahmen der durchgeführten Litera­turrecherche, der detaillierten Analyse bestehender Curricula sowie der Auswer­tung aktueller wissenschaftlicher Studien in vollem Umfang erreicht worden. Die Fragestellung, inwiefern ein strukturiertes Praxiscurriculum als zentrales Steue­rungsinstrument für die nachhaltige Qualitätsentwicklung an physiotherapeuti­schen Schulen fungiert, wurde anhand der aufgearbeiteten theoretischen und empirischen Grundlagen differenziert beantwortet. Hierbei wurde deutlich, dass Praxiscurricula eine verbindliche Orientierung für alle Beteiligten schaffen und somit die notwendige Transparenz, Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit der praktischen Ausbildung gewährleisten. Über die klare Definition von Lernzielen ermöglichen sie eine systematische Kompetenzentwicklung sowie eine objekti­vierbare Evaluation der Ausbildungsqualität. Die Arbeit konnte zeigen, dass die wesentlichen Erfolgsfaktoren im Zusammenspiel von strukturierter Praxisanlei­tung, kontinuierlicher Dokumentation und Evaluation sowie einer partizipativen Entwicklung und Implementierung liegen. Damit wurde das zentrale Erkenntnis­interesse, die Beantwortung der Forschungsfrage bezüglich des Beitrags struk­turierter Praxiscurricula zur Sicherung und Weiterentwicklung der Ausbildungs­qualität, umfassend eingelöst.

In der Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Hauptteils lässt sich festhalten, dass die curriculare Steuerung der praktischen Ausbildung in der Phy­siotherapie die Grundlage für eine systematische Qualitätsentwicklung bildet. Die Integration internationaler und nationaler Standards gewährleistet einerseits die Vergleichbarkeit der Ausbildungsergebnisse, andererseits wird durch spezifisch definierte Kompetenzprofile und Lernziele die Anschlussfähigkeit an aktuelle An­forderungen des Gesundheitswesens sichergestellt. Der Theorie-Praxis-Transfer wird durch die Verknüpfung von schulischen und praktischen Ausbildungsantei­len sowie durch die curriculare Verankerung strukturierter Praxisanleitung syste­matisch gefördert. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Praxisanleitenden, de­ren Qualifikation und kontinuierliche berufspädagogische Fortbildung maßgeb­lich zur nachhaltigen Sicherung der Ausbildungsqualität beitragen. Die methodi­sche Umsetzung der Praxiscurricula, geprägt durch handlungsorientierte Aufga­ben, regelmäßige Reflexionseinheiten und formative Evaluationsprozesse, er­möglicht eine individuelle Förderung und eine gezielte Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz. Die Arbeit verdeutlicht zudem, dass die Zufriedenheit der Auszubildenden ein wichtiger Qualitätsindikator ist, der eng mit der Transparenz, der Nachvollziehbarkeit und der Möglichkeit zur Mitgestaltung innerhalb des Cur­riculums zusammenhängt. Weiter zeigte die Analyse spezifischer Implementie­rungsstrategien, dass partizipative Entwicklungsformate, die Einbindung multi­perspektivischer Akteur*innen sowie der Einsatz innovativer digitaler Tools die nachhaltige Curriculumentwicklung unterstützen, jedoch immer wieder durch strukturelle und personelle Ressourcenengpässe begrenzt werden.

Die Einordnung der Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand verdeutlicht, dass die im Rahmen dieser Arbeit herausgearbeiteten Befunde im Einklang mit internationalen und nationalen Qualitätsstandards sowie mit aktuellen wissen­schaftlichen Erkenntnissen stehen. Es hat sich gezeigt, dass strukturierte Praxis­curricula in zahlreichen Ländern und Bildungsinstitutionen als essenzielle Instru­mente der Qualitätssicherung und Standardisierung angesehen werden; zugleich unterstreichen die empirischen Daten die Notwendigkeit ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Anpassung an sich wandelnde Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Diese Arbeit leistet somit einen Beitrag zur Schärfung des Verständnisses in Bezug darauf, wie die Verbindung partizipativ entwickelter Cur­ricula, verpflichtender Praxisanleitung und kontinuierlicher Evaluation den Inno­vationsmotor für die Professionalisierung und Modernisierung der physiothera­peutischen Ausbildung darstellt. Zugleich wird deutlich, dass die Einbindung aller relevanten Akteur*innen und die Förderung einer reflektierenden Ausbildungskul­tur zentrale Voraussetzungen sind, um die nachhaltige Wirksamkeit curricularer Innovationen zu sichern.

Kritisch zu reflektieren sind die Limitationen der Arbeit. Angeführt wurde hier der enge Zeitraum der eigenen empirischen Datenerhebungen, die sich zudem auf die Auswertung bestehender Literatur, von Curriculadokumenten sowie aktueller Studien beschränkten. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf spezifische regi­onale oder institutionelle Rahmenbedingungen kann daher eingeschränkt sein, insbesondere weil individuelle und organisatorische Unterschiede eine zentrale Rolle für die Umsetzung curricularer Vorgaben spielen. Ein weiterer limitierender Aspekt zeigt sich in der häufig unzureichenden Beteiligungsbereitschaft von Pra­xisanleitenden an Evaluationsprozessen, was die nachhaltige Etablierung und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Curricula behindern kann. Die Analyse verweist außerdem auf offene Fragen hinsichtlich der flächendeckenden Integra­tion innovativer Methoden wie Simulationen oder digitaler Dokumentationsver­fahren, da deren Umsetzung häufig an personelle, finanzielle oder infrastruktu­relle Ressourcen gebunden ist.

Vor dem Hintergrund dieser Limitationen ergeben sich Perspektiven für zukünf­tige Forschung, die insbesondere auf die Durchführung praxisnaher partizipativer Evaluationsstudien abzielen sollte. Hierbei gilt es, die konkrete Wirksamkeit un­terschiedlicher Implementierungsstrategien, die Akzeptanz strukturierter Curri­cula bei allen Beteiligten sowie die Auswirkungen digitaler und methodischer In­novationen empirisch zu untersuchen. Darüber hinaus sind institutionelle und bil­dungspolitische Maßnahmen erforderlich, die den strukturellen Rahmen für kon­tinuierliche Fortbildungen, partizipative Entwicklungsprozesse sowie die Bereit­stellung notwendiger Ressourcen sicherstellen. Für die praktische Umsetzung ergeben sich Empfehlungen für die konsequente Einhaltung strukturierter Praxis­anleitung, die systematische Förderung von Reflexion und Feedback sowie den Ausbau digital gestützter Dokumentations- und Evaluationsverfahren, um die Ausbildungsqualität nachhaltig zu steigern.

Auf persönlicher Ebene hat die umfassende Auseinandersetzung mit dem Zu­sammenspiel von curricularer Steuerung, Qualitätssicherung und Schulentwick­lung das Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen theoretischem Wissen und praxisorientierter Reflexion vertieft. Zudem hat die Beschäftigung mit multi­perspektivischen Ansätzen und der Bedeutung partizipativer Prozesse den Blick für die Notwendigkeit einer kontinuierlichen, gemeinschaftlich gestalteten Weiter­entwicklung der physiotherapeutischen Ausbildung geschärft. Aus der kritischen Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen und Entwicklungsbedarfe lässt sich schließlich die Erwartung ableiten, dass strukturierte Praxiscurricula künftig eine noch tragendere Rolle in der Qualitätsentwicklung der Gesundheitsberufe ein­nehmen werden. Ihre kontinuierliche, evidenzbasierte Weiterentwicklung unter aktiver Einbindung aller Akteur*innen scheint der Schlüssel dafür zu sein, die Ausbildung erfolgreich an die Herausforderungen eines sich dynamisch wandeln­den Gesundheitswesens anzupassen und die nachhaltige Professionalisierung der physiotherapeutischen Ausbildung sicherzustellen.

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Anhänge mit Verzeichnis

1. Praxiscurricula Bamberger Akademie aller Fachbereiche

2. Interviewleitfragen Praxisanleiter*innen

3. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.1 (PA1)

4. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.2 (PA2)

5. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.3 (PA3)

6. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.4 (PA4)

7. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.5 (PA5)

8. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.6 (PA6)

9. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.7 (PA7)

10. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.8 (PA8)

11. Interviewleitfragen Praxisbegleiter*innen

12. Transkript Interview Praxisbegleiter*in Nr.1 (PB1)

13. Transkript Interview Praxisbegleiter*in Nr.2 (PB2)

14. Transkript Interview Praxisbegleiter*in Nr.3 (PB3)

15. Quelldaten Fragebogen Auszubildende

16. Fragebogen blanko Auszubildende

17. Checkliste des ISQ

1. Praxiscurricula Bamberger Akademie aller Fachbereiche

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

2. Interviewleitfragen Praxisanleiter*innen

Interviewleitfaden: Praxisanleiter zum Praxiscurriculum und dessen Rolle im Praktikum

Nachfolgend einige Leitfragen, die sich gezielt auf die Erfahrungen, Einschätzun­gen und den Umsetzungsalltag von Praxisanleitern im Kontext des Praxiscurri­culums beziehen.

Im Vorfeld zum Interviewtermin könnt Ihr euch bereits Gedanken zu den kom­menden Fragen machen und stichpunktartige Notizen als Gedankenstütze.

1. Einstieg und allgemeine Wahrnehmung

In welchen Fachbereich ist der Einsatz ist und wieviel Auszubildende wurden an­geleitet?

Konnten Sie in den 3 Wochen die Praxisanleitung durchgehend gewährleisten?

Seit wann wird die Praktikumsanleitung generell durchgeführt und wurde eine Praxisanleiterfortbildung absolviert?

1.1 Wie haben Sie die Einführung und Umsetzung des Praxiscurriculums in Ihrem Fachbereich erlebt?

1.2 Ist das Praxiscurriculum für Sie eine hilfreiche Orientierung im Verlauf des Praktikums?

2. Verständnis

2.1 Wie klar und nachvollziehbar sind die Kompetenzziele und die Struktur des Praxiscurriculums für Sie formuliert?

2.2 Inwieweit stimmen die Inhalte (Handlungskompetenzen) und Kompetenz­schwerpunkte (1.-8.) des Curriculums mit Ihren eigenen Vorstellungen einer ge­lungenen praktischen Ausbildung überein?

3. Praktische Umsetzung und Erfahrungen

3.1 Wie setzen Sie, generell, die im Praxiscurriculum beschriebenen Kompeten­zen und Methodenvorgaben konkret im Praktikumsalltag um?

3.2 Welche Hürden oder Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Umsetzung des Curriculums in der Praxis?

3.3 Gibt es Inhalte (Handlungskompetenzen oder Schwerpunkte (1.-8.), die be­sonders gut funktionieren - und welche weniger?

4. Wahrgenommene Wirkung und Nutzen

4.1 In welchen Bereichen beobachten Sie Verbesserungen der Ausbildungspra­xis oder des Theorie-Praxis-Transfers durch das Praxiscurriculum?

4.2 Hat sich die Qualität der Anleitungsgespräche, des Feedbacks durch die Nut­zung des Praxiscurriculums verändert?

4.3 Welche Auswirkungen hat die standardisierte, kompetenzorientierte Anlei­tung auf Ihre Betreuung und Beurteilung der Auszubildenden?

5. Curriculum und Schulentwicklung

5.1 Leistet das Praxiscurriculums einen Beitrag zur Weiterentwicklung Ihrer Fachabteilung?

5.2 Haben Sie Ideen, wie sich die curriculare Arbeit noch stärker in die Schul­entwicklung einbinden ließe?

5.3 Haben Sie Erfahrungen gesammelt, das Curriculum weiterzuentwickeln oder an Schulentwicklungsprozesse anzupassen?

6. Kooperation und Kommunikation

6.1 Wie erleben Sie die Interaktion mit Lernbegleitern, anderen Praxisanleitern und Auszubildenden bei der Umsetzung curricularer Vorgaben?

6.2 Welche Rückmeldung erhalten Sie am häufigsten (Kolleg*innen, Auszubil­dende) - und wie könnten diese in die Weiterentwicklung des Curriculums ein­fließen?

6.3 Wie erleben Sie Ihre Rolle als Praxisanleiter im Spannungsfeld zwischen Ar­beitsplatzanforderungen und curricularen Vorgaben?

7. Reflexion und Verbesserungsvorschläge

7.1 Welche Faktoren beeinflussen Ihre Akzeptanz und Motivation, mit dem Pra­xiscurriculum zu arbeiten?

7.2 Auf welchen Ebenen sollten das Curriculum und seine Implementierung aus Ihrer Sicht noch verbessert werden?

7.3 Was würden Sie persönlich Kolleginnen und Kollegen, die neu als Praxisan­leiter einsteigen, im Umgang mit dem Praxiscurriculum empfehlen?

7.4 Welche Impulse oder Anpassungen würden Sie sich künftig für eine noch höhere Qualität der praktischen Ausbildung wünschen?

7.5 Gibt es noch weitere Themen die wir im Rahmen dieses Interviews noch nicht angesprochen haben?

3. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.1 (PA1)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern:

Zusammenfassung nach Sprechern

PA1

Schlüsselpunkte und Entscheidungen:

Die Einführung und Umsetzung des neuen Praxiskurrikulums wurde als schwierig empfunden, da viele Aspekte für den Einsatz im Kinder- und Jugendhospiz nicht umsetzbar sind.

Der Kompetenzbereich "Kommunikation" konnte am ehesten umgesetzt werden, da die Kinder oft nur über Mimik kommunizieren können.

Der Kompetenzbereich "Physiotherapeutische Maßnahmen" war sehr schwer umzusetzen, da die Kinder dafür nicht geeignet sind.

Die Kompetenzbereiche "Übergaben" und "Reflektiertes Handeln" waren kaum umsetzbar, da dafür die Zeit und Erfahrung der Auszubildenden zu gering waren.

Das Praxiskurrikulum wurde als zu umfangreich und detailliert empfunden, eine kompaktere Version wäre hilfreich gewesen.

Nächste Schritte:

Eine Anpassung und Kürzung des Praxiskurrikulums, insbesondere der letzten beiden Kompetenzbereiche, wäre sinnvoll, um es besser an den Einsatzbereich im Kinder- und Jugendhospiz anzupassen.

Der fachpraktische Unterricht sollte stärker auf die Bedürfnisse der Pädiatrie aus­gerichtet werden, z.B. durch mehr Übungen mit Puppen.

Mehr Zeit für die Praxiseinsätze in der Pädiatrie wäre wünschenswert, da drei Wochen als zu kurz empfunden werden.

LEITNER, SVEN

Nächste Schritte:

Das Praxiskurrikulum soll für die unteren Ausbildungsjahre angepasst und her­untergebrochen werden, da die Anforderungen im 3. Ausbildungsjahr zu hoch sind.

Die Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge von XXX sollen in die Wei­terentwicklung des Praxiskurrikulums einfließen.

Es soll geprüft werden, wie der Zugriff auf die Übungspuppen im Unterricht für die Praxiseinsätze erleichtert werden kann.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:01 ] Die Aufnahme ist gestartet. Dann haben wir jetzt heute, was haben wir denn heute? Den 22.09. Und das Interview dankenswerterweise mit dir, XXX. Und als allererstes habe ich mal nur erstmal ganz Einstiegsfrage, in welchem Fachbereich hast du eigentlich deinen Einsatz und wie viele Auszubildende hast du jetzt in dem letzten Praktikum von den drei Wochen betreut?

PA1

[ 00:00:25 ] Pädiatrie im Kinder- und Jugendhospiz und ich habe immer nur einen oder eine an meiner Seite.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:31 ] Hast du in diesen drei Wochen die komplette Zeit gewährleisten kön­nen für deine Anleitung oder hast du irgendwie gefehlt?

PA1

[ 00:00:37 ] Ich bin ja Freitag sowieso nicht da, also es sind immer nur vier Tage. Und ich war tatsächlich einen Tag krank davon.

LEITNER, SVEN [ 00:00:46 ] Und seit wann machst du das Ganze schon mit der Anleitung und hast du auch schon diese Praxisanleiter-Fortbildung gemacht?

PA1

[ 00:00:53 ] Praxisanleiter Fortbildung habe ich nur den ersten Teil und die ande­ren folgen jetzt im Oktober, November. Und ich mache das, gute Frage, im letzten Jahr. Sommer würde ich jetzt mal so.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:13 ] Und im Vorfeld auch noch nie für eine andere Schule in der Form?

PA1

[ 00:01:16 ] Nee.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:16 ]Okay. Letztes Jahr Sommer ungefähr ist ja ausreichend. Okay. Dann kommen wir jetzt gleich ins Volle mal rein. Die Frage, die sich hier stellt, ist, wie hast du denn so diese Einführung und die Umsetzung von diesem neuen Praxis­curriculum in deinem Fachbereich so erlebt?

PA1

[ 00:01:33 ] Ja, sehr schwierig, weil vieles wirklich nicht umzusetzen ist. Das sind einfach schwerst betroffene Kinder da im Hospiz und wo sowieso die sehr redu­ziert sind und wo ganz wenig oft möglich ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:49 ] Also du sprichst jetzt da diese Kompetenz Schwerpunkte generell an oder jetzt hat einen speziellen Part? Also wir haben ja diese acht Kompetenz Schwerpunkte. Ist das generalisiert gemeint auf einen der Schwerpunkte oder allgemein einzelne Handlungskompetenzen, die sich darunter verbergen? Hast du da ein konkretes Beispiel?

PA1

[ 00:02:09 ] Jetzt muss ich direkt gucken, was habe ich mir denn hier aufgeschrie­ben? Also am ehesten noch dieser Punkt 2.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:22 ] Zu kompetenz schwerpunkt 2 kommunikation?

PA1

[ 00:02:25 ]ja

PA1

[ 00:02:26 ] Abgekürzt gesagt. Speaker0

PA1

[ 00:02:27 ]Also das ist so im team und mit den angehörigen die Eltern sind ja dann dabei. Das lässt sich noch ganz gut umsetzen, weil die Kinder ja dadurch, dass sie auch so reduziert sind, ist es ja oft nur durch Mimik auch. Und man muss ganz viel hinspüren. Was ist jetzt mit dem Kind? Was will es? Ist es zu viel? Ist

es zu wenig? Was braucht es? Ja, und eben in diesem Team. wie wir ja sind aus Pflegekräften und Pädagogen und wir als Therapeuten. Das ist so noch das am ehesten.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:03 ] Aber ist das eher eine Schwierigkeit, die der Schüler hat, anstelle eine Schwierigkeit, dass das Curriculum das fordert?

PA1

[ 00:03:11 ] Das ist einfach ja so. Also es ist jetzt gar nicht, ob es das Curriculum fordert oder nicht. Es läuft ja sowieso bei uns und ich finde, da können sie noch am ehesten was mitnehmen und Erfahrungen sammeln.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:25 ] Also es ist eher schwierig, das für die Schüler umzusetzen, als dass die Anforderung dasteht, dass sie es probieren sollen. Und im Curriculum steht ja drin, dass sie diese Kompetenz entwickeln sollen.

PA1

[ 00:03:35 ] Ja, aber da haben sie ja gute Gelegenheit.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:37 ] Okay, also das ist da drin, steht jetzt gut, aber die Umsetzung, dass die Schüler das auch können, ist der schwierigste Part aus deiner Sicht.

[ 00:03:46 ] Nee, das ist der noch am ehesten umzusetzende Punkt im Vergleich zu anderen Punkten.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:54 ] Okay, also der Punkt hebt sich hervor, weil der noch gut geht. Ich habe erst verstanden, dass das ein schwieriger Part war.

PA1

[ 00:03:59 ] Ja, nee, das ist das, was noch am ehesten geht. Und dieser Punkt 3, da habe ich mir auch aufgeschrieben. Ja, das, finde ich, gehört ja fast ein biss­chen dazu. Einfach dieses Orientierung, ethische Werte, das ist natürlich da auch gut zu erleben.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:29 ] Wir kommen dann auf diese einzelnen Punkte noch ein bisschen zu sprechen. Also das Erleben der Einführung und der Umsetzung allgemein hast du ein bisschen als schwer empfunden. So habe ich das jetzt verstanden. Erstmal noch nicht die einzelnen Punkte, sondern allgemein die Einführung und Umset­zung.

PA1

[ 00:04:49 ] Ja, ich finde einfach, dass die sind ja mit dieser Situation schon so gefordert. Also Hospiz und Kinder. Und das ist alles neu. Da haben sie noch nie Berührungspunkte gehabt teilweise. Gerade im ersten Ausbildungsjahr, die ste­hen da und sind einfach von dem, was sie da so sehen und erleben, sind die schon geplättet, da können sie gar nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:10 ] Die Schüler, die jetzt da waren, sind im dritten.

PA1

[ 00:05:12 ] Genau, also da lief das jetzt gut.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:14 ] Wir beginnen ja nur von diesen letzten drei Wochen aus.

PA1

[ 00:05:17 ]Ah, okay, alles klar. Eine, die sowieso in die Richtung will und die hätte ich ja gleich mitnehmen können.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:27 ] Sehr gut, weil wir kommen ja auf das, wie es mit diesem Schüler dann im Praktikum war, sowieso noch ein bisschen drauf ein. Aber jetzt war nur die allgemeine Frage, wie du die Einführung und Umsetzung von diesem Curriculum empfunden hast. Und da hast du es jetzt eher noch mit gemischten Gefühlen erstmal. Ja gut, wie es im ersten Ausbildungsjahr dann sein wird, da ist das ja nicht so umfassend. Das wird ja dann runtergebrochen noch, das kommt noch. Aber würdest du sagen, oder was sagst du dazu, dass dieses Praxiscurriculum eigentlich so eine Orientierung sein soll oder eine hilfreiche Orientierung für dich im Verlauf eines Praktikums? Stellt es das dar, dass du sagst, du kannst dich damit orientieren, das ist eine Hilfestellung als Anleiterin?

PA1

[ 00:06:08 ] Also orientieren, ja, insofern auch, dass ich bei manchen Punkten ganz klar sage, das kann ich hier nicht leisten. Aber es ist ja auch eine Orientie­rung, zu sagen, das können wir und das können wir nicht leisten.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:18 ] Also das bietet es dir da schon?

PA1

[ 00:06:19 ] Ja, wenn man es so sieht, schon.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:21 ] Okay, sehr schön. Und wie klar sind denn für dich eigentlich immer diese Kompetenzziele? Nachvollziehbar vielleicht auch, beziehungsweise auch diese ganze Struktur. Ist das für dich klar formuliert worden in dem Curriculum? Oder war das für dich dann doch.

PA1

[ 00:06:37 ] Ich fand es fast zu viel und zu ausführlich. Ich hätte es mir kompakter und nicht so ausführlich. Als Leitfaden hätte es kürzer sein können.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:49 ] Es ist immer schwierig, wenn man Handlungskompetenzen be­schreibt, wird es immer ausführlicher. Okay, aber es war klar, also das, was da war?

[ 00:06:59 ] Ich habe es verstanden, was du meinst, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:01 ] Sehr gut, okay. Also es war eine klare Sprache oder Schrift und nach­vollziehbar?

PA1

[ 00:07:05 ] Ja, genau. Und meine Gedanken waren auch so, können wir nicht, können wir nicht, okay, ja, das geht.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:14 ] Verstehe. Jetzt hast du vielleicht aber auch eigene Vorstellungen bei dem Ganzen, wenn du Schüler bei dir hast und in der Anleitung, allgemein für die Physiotherapie und in deinem Fachbereich. Wie findest du denn die Inhalte und diese Kompetenzschwerpunkte 1 bis 8, diese oberbegrifflichen, mit deinen eige­nen Vorstellungen der praktischen Ausbildung? Stimmt es da irgendwie überein und wenn ja, inwieweit? Also ich lese jetzt mal eins vor. Patienten und Situationen aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachten, das Verhalten beobachten und deuten, sowie Ressourcen und Bedürfnisse identifizieren. Das war jetzt Kompe­tenzstellung 1. Die habe ich jetzt gemeint. Stimmt das so mit deinen Vorstellun­gen von Physiotherapie so grob erstmal überein?

PA1

[ 00:07:58 ] Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:58 ] Das schon?

PA1

[ 00:07:59 ] Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:59 ] Okay. Also da kann man sich ja auch ein bisschen zurückerinnern an die eigene Ausbildung. Da war das ja nicht so formuliert.

PA1

[ 00:08:09 ] Ja, die.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:10 ] Aber man hat es ja so irgendwie in Gedanken gehabt, was sollte man denn eigentlich für Kompetenzen oder Schwerpunkte setzen. Und da würdest du sagen, doch, das ist erst mal von den acht Punkten schon mal ganz stimmig.

PA1

[ 00:08:21 ] Ja, also gerade dieses Beobachten. Ich finde, dass es in der Kin­dertherapie ganz viel dieses Beobachten ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:29 ] Jetzt speziell bei dir, ja, natürlich, richtig, da ist vielleicht dieser Kom­petenzschwerpunkt eins sogar explizit sehr besonders, da hast du recht. Wenn wir mal in diese Umsetzung, jetzt kommen wir in diese praktische Umsetzung, da bist du ja gleich eingestiegen ein bisschen. Wie konntest du das eigentlich in deinem Alltag so generell umsetzen? Also diese beschriebenen Kompetenzen und vielleicht auch Methoden, die manchmal so drin standen, wie konntest du das in den drei Wochen jetzt mit dem einen Schüler umsetzen?

PA1

[ 00:08:59 ] Du bist jetzt bei Punkt 1 nach wie vor, oder?

LEITNER, SVEN

[ 00:09:02 ] Ein bisschen bei der praktischen Umsetzung. Generell, wie hast du das Praxiscurriculum an der Hand gehabt und hast gesagt, okay, ich habe jetzt Kompetenzen da stehen, vielleicht auch ein paar Ideen mit Methoden. Wie hast du es mit dem Schüler umgesetzt?

PA1

[ 00:09:15 ] Nein, wir haben das nicht. Und die Schülerin hat das auch. Die haben sich da noch schwerer mitgetan. Was will er? Was sollen wir?

LEITNER, SVEN

[ 00:09:24 ] Aber habt ihr euch explizit so was rausgenommen und gesagt, das machen wir jetzt so?

PA1

[ 00:09:27 ] Nee. Also es gab Momente, wo wir dann so gesagt haben, okay, das passt jetzt da so rein, das wäre jetzt so ein Punkt, aber nicht mit dem und wir machen jetzt, sondern eher andersrum, wo ich dann gesagt habe, so und das wäre jetzt so ein Punkt, wo.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:41 ] Ah ja, das ist doch gut. hr habt getan und gemacht, wenn es so eine Kompetenz ist, steht die da drin und habt das dann abgeglichen. Aber so Metho­den habt ihr jetzt nicht genommen, dass ihr sagt, wir machen jetzt mal gemein­schaftlich mal so eine Lernsituation. Ich bin der Patient und ein Elternteil. Das wäre eine Methode zum Üben von Simulationen von Gesprächen.

PA1

[ 00:10:02 ] Nee, aber das ergibt sich ja wirklich auch da und war jetzt auch ganz oft, weil wir ja in diesem Geschehen auch drin sind. Wir füttern die Kinder auch mit und dann war sie auch da mit. in diesen Situationen und hat auch ganz viel Gespräche gesucht, auch mit den Eltern. Aber weil es eben die war, die ich da jetzt hatte gerade.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:28 ]Ja, ja, verstehe ich. Das ist natürlich immer so. Aber ihr habt jetzt nicht explizit gesagt, das steht jetzt da und jetzt schauen wir, dass wir die Situation mal auch erleben. So rum nicht, okay. Eher andersrum sozusagen. Und gab es da spezielle Gründe, wo du sagst, das war eine Hürde oder eine Herausforderung. Die Hürde ist gemeistert bei der Umsetzung von dem Curriculum. Da ist jetzt alles gemeint. Also geht es jetzt nicht nur um diese Details, sondern auch Zeit oder die Patienten waren vielleicht auch gar nicht da oder die Dokumentation war schwie­rig.

[ 00:10:55 ] Dokumentation macht sie ja gar nicht. Also das machen die ja gar nicht im Kinderbereich, weil sie ja nicht selber behandeln. Also schon, aber ich bin ja dabei und ich dokumentiere, sodass die gar nichts selber dokumentieren.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:10 ] Also das fällt bei diesen Handlungskompetenzen dann quasi ein biss­chen an. Also das ist eine Hürde. Zeitlich gesehen, wie war es da?

PA1

[ 00:11:17 ] Finde ich drei Wochen sowieso zu wenig und manche sind ja sogar nur zwei Wochen. Da sind die gerade einigermaßen so, dass sie sich orientiert haben, wie das da so läuft. Also auch nach drei Wochen ist es so, dass sie jetzt dann auch sagte, so jetzt könnte ich nochmal ein, zwei Wochen bleiben, damit ich wirklich ins Arbeiten komme und nicht nur, ach so läuft das hier.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:48 ] Okay, verstehe.

PA1

[ 00:11:49 ] Da sind drei Wochen einfach echt wenig. Und das haben sie auch alle bislang gesagt. Das ist was anderes, ob das auf der Chirurgie oder Ortho oder Innere, weil das ist ihnen ja geläufig. Und in der Kindertherapie.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:03 ] Dass der Einsatz so wenig im Vergleich ist.

PA1 [ 00:12:05 ]Das ist einfach zu kurz.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:06 ]In den Stunden ist es halt weniger. Okay, verstehe. Und jetzt hast du vorhin schon hervorgehoben, es gab Inhalte aus dem Curriculum, wo es sagt, das hat ganz gut funktioniert. Von diesen Kompetenzschwerpunkten 1 bis 8. Da hast du jetzt vorhin den einen rausgewählt mit der Kommunikation, glaube ich. Der war sehr gut umsetzbar oder hat funktioniert mit dieser Auszubildenden zu­mindest. Gab es auch welche, wo du sagst, das hat eigentlich weniger funktio­niert?

PA1

[ 00:12:36 ] Nee, das ist aber generell, finde ich, ja mit den Kindern so dieses. Also dieses, ich muss einfach beobachten, ich muss die Kinder beobachten und ich komme in Kontakt mit den Eltern. Aber weil die Kinder ja auch nur eine be­grenzte Zeit bei uns sind. kann ich aber nicht so in Kontakt mit den Eltern gehen, wie es jetzt zum Beispiel in der Praxis ist, wo ich so ein Kind über Jahre begleite. Und da kann ich ja ganz anders mit den Eltern Dinge besprechen und Ziele set­zen und so. Das geht ja bei uns dann gar nicht. Im Hospiz ist das ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:15 ] Also die Tiefe ist jetzt zwar nicht da, aber generell ist der Punkt ganz gut geleitet. Und gab es aber auch einen Kompetenzschwerpunkt, also 1 bis 8, wo du sagst, das war jetzt eigentlich gar nicht so weit, war schwer oder gar nicht ansetzbar.

[ 00:13:29 ] Ja, das ist, was habe ich mir denn hier aufgeschrieben, also Punkt 6, was haben wir denn, was ist denn Punkt 6?

LEITNER, SVEN

[ 00:13:40 ] Die physiotherapeutischen Maßnahmen.

PA1

[ 00:13:42 ]Ja, dieses eigenständige und Analysieren von sensormotorischer Ent­wicklung, da ist einfach auch nichts bei den Kindern.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:54 ] Also der grund wäre die patienten in dem moment die sind.

PA1

[ 00:13:56 ]ja und weil das finde ich auch schon echt anspruchsvoll für die für die schüler ja das ist das ist so ein punkt wo ich auch denke ja Da braucht man eigentlich schon ein bisschen mehr Berufserfahrung.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:10 ] Okay. Also natürlich geht es immer nur im Rahmen dessen. Also wenn man sagt, man kann sich dem annähern. Aber verstehe, das war jetzt ein Bereich, wo du sagst, da ist.

PA1

[ 00:14:20 ] Also wenn ich lese hier gerade wählen geeignete Maßnahmen wie Bobat, PNF, Voiter, Psychomotorik, wissen die doch gar nicht, was das ist. Die wissen ja noch nicht mal, wie richtig Bobat geht oder Psychomotorik. Also PNF vielleicht noch am nächsten, aber das kannst du nicht mit Kindern machen. PNF macht man nicht mit Kindern.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:36 ] Ja, wobei sie den Bereich Psychomotorik auch hatten in der Ausbil­dung in dem Zeitpunkt schon.

PA1

[ 00:14:42 ] Okay, gut, aber da habe ich wieder nicht die Patienten dann für, mit denen man sowas machen könnte.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:47 ]Ja, völlig klar.

PA1

[ 00:14:49 ] Also das fand ich schwierig. Und diese anderen Punkte, 7 und 8, habe ich mir aufgeschrieben, ist so gut wie gar nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:03 ] Hier habe ich auch Wasser stehen, also du darfst dich gerne bedie­nen.

[ 00:15:06 ] Ja, das ist, glaube ich, gleich wieder, danke. Also an Übergaben, ja, nehmen Sie teil, aberja nicht an Supervisionen. Und Visiten gibt es bei uns auch nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:16 ]Ja, das ist dann klar. Dann ist das halt nicht vorhanden.

PA1

[ 00:15:17 ] Das ist wirklich die Übergabe mit der Pflege. Am ehesten.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:23 ] Und das reflektierte Handeln wäre jetzt halt eigentlich die 8, dass man sagt Feedback, Entwicklung, Weiterentwicklung, das ist der Kompetenz­schwerpunkt 8.

PA1

[ 00:15:31 ] Da kommen die ja oft gar nicht hin. Also dafür ist dann auch wieder die Zeit zu kurz und die Erfahrung ist zu wenig. Also die sind ja froh, wenn sie Dinge erkennen. Und ach, jetzt könnte man das und das machen. Und dann sind sie froh, wenn sie das irgendwie auch machen dürfen und können und das Kind nicht sie anbrüllt, sondern sich anfassen lässt. Also das ist dann schon ganz viel gewonnen. Aber weiter.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:57 ] Aber dass sie dich mal ansprechen und bei dir was einfordern, erfra­gen an Feedback, das ist ja auch unter dem Punkt zu verorten.

PA1 [ 00:16:02 ] Ja, also die jetzt auf jeden Fall.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:07 ] Abhängig vom Ausdruck.

PA1

[ 00:16:08 ] Ja, und wer jetzt mit Kindern so gar nichts am Hut hat, der ist froh, wenn das irgendwie hinter sich bringt. Aber es gibt dann schon auch welche mit denen da man ins Gespräch kommt. Und mir, ich merke, dass ich ganz viel an­deres denen noch so mit auf den Weg gebe. Weil mein Herz schlägt ja für die Kindertherapie und dass ich den, ich weiß gar nicht, wie ich das sagen soll, ein­fach wirklich noch einen Schritt zurückgehe und das ganz anders beleuchte.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:39 ] Meinst du damit so etwas wie eine Grundhaltung?

PA1

[ 00:16:42 ] Ja, ja, einfach dieses, also. Das ist einfach auch Hospiz und das macht ja auch was mit den Auszubildenden. Und dann fallen solche Sätze wie, es relativiert ja auch manchmal die Probleme, die man so im Leben hat. Also sowas, solche Entwicklungsschritte machen die einfach auch ganz oft so für sich in dieser Zeit.

[ 00:17:07 ] Auf der Metaebene als so detailliert.

PA1

[ 00:17:11 ] Und das finde ich mindestens genauso wichtig, dass die nach diesen drei Wochen, das vergisst du nicht, so eine Zeit. Das prägt die schon und das finde ich gut. Das finde ich viel wichtiger, als sie können jetzt irgendwelche Kom­petenzen und Ressourcen da abrufen, sondern dass diese, also ja, ich glaube, dass das mit denen ganz viel macht.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:35 ] Kommen wir zu deiner Wahrnehmung mal bei der Wirkung und bei dem Nutzen von dem Praxiscurriculum. Hast du jetzt durch diese Nutzung, durch dieses Praxiscurriculum irgendwo. In irgendeinem Bereich beobachtest du, dass es hier wirklich eine Verbesserung gab in diesem Bereich Theorie-Praxis-Trans­fer. Also das, was Sie hier in der Schule haben, dass Sie das besser dadurch transferieren konnten in die Praxis. Hast du da was wahrgenommen?

PA1

[ 00:18:00 ] Ich glaube nicht. Also weil das oft dieses Ding war, ich weiß gar nicht, was uns das sagen soll und was sollen wir da, die Fragezeichen, die die dann im Gesicht haben. Also selbst die, ich weiß gar nicht, den Namen darf ich wahr­scheinlich nicht sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:14 ] Das wird ja anonymisiert.

[ 00:18:16 ] Okay, also ich hatte Maxi und die will ja eh in die Richtung dann. Und die hat natürlich ganz viel gefragt und da sind wir viel im Gespräch gewesen. Und dann erkläre ich natürlich auch am Kind ganz andere Dinge als bei jemandem, der da nur die Zeit absetzt.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:34 ] Aber du hast jetzt nicht wahrgenommen, Mensch, da ist jetzt eine bessere Verzahnung da? Also der Einblick hat da noch gefehlt oder die Wahr­nehmung, dass es anders wäre als sonst?

PA1

[ 00:18:43 ] Naja, man war sie natürlich auch speziell. Aber sie fand das halt auch so. Ich glaube, es wäre genauso gelaufen, wenn dieses Ding noch nicht existiert hätte.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:54 ] Also du vergleichen kannst, ich meine, das sind jetzt andere Auszu­bildende, aber wenn du dich jetzt an die letzten erinnerst, wo das ja noch nicht da war, gab es da irgendeine Wahrnehmung, wo du sagst, okay, das ist doch ein bisschen anders?

PA1

[ 00:19:11 ] Also mein Anspruch vielleicht, ist irgendwie, um noch mehr umsetzen zu können. Aber das war schwer.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:18 ] Und beim Schüler, beim Auszubildenden, gab es da einen Anspruch, dass er sagt, er hat da mehr eingefordert als die anderen und mehr probiert?

LEITNER, SVEN

[ 00:19:27 ] Im Vergleich zu den anderen ist nicht wahrgenommen, okay.

PA1

[ 00:19:29 ] Also, weil Maxi sowieso viel gefordert hat.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:32 ]Ja, ja, okay, das verstehe ich. Ich weiß, wie du das meinst. Okay. Und ihr habt ja dann so Anleitungsgespräche dann auch geführt. Ja. Also mindestens am Ende wahrscheinlich, dann auf jeden Fall. Und ist jetzt aufgrund des Curricu­lums ein anderes Feedback entstanden, dass man sagt, man konnte viel qualita­tiver reingehen bei den Gesprächen anhand dieser Struktur, dass man expliziter Dinge ansprechen konnte oder Feedback geben konnte.

PA1

[ 00:20:00 ] Naja, wir haben uns schon so ein bisschen dran gehangelt. Also dass ich dann eben konkret diese Geschichte mit den Eltern ins Gespräch zu kommen oder mit diesem Beobachte die Kinder. Also das, ja, so wenn man will, so ein bisschen als, ja, schon ein Leitfaden. Und dafür, wenn es dann noch kürzer ge­wesen wäre, dann wäre es vielleicht für mich noch mehr Leitfaden gewesen. So konnte ich mir nur so einzelne Punkte rausgreifen.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:32 ] Also hat es dir in der Form mehr gegeben Transparenz bei einem Feedback-Gespräch? Was musst du mehr ansprechen?

PA1

[ 00:20:40 ]Struktur.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:41 ] Struktur hat es dir mehr gegeben in dem Bereich? Ja. Okay. Hat es beim Schüler was bewirkt? Bist du der Meinung? Kann man nicht sagen.

PA1

[ 00:20:49 ] Ich glaube nicht.Nee, weil es kam ja eher von mir.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:55 ] Also Orientierungshilfe, also Leitfaden. Wie ist es dann mit dir? Wel­che Auswirkungen hat denn dieser Standard, den wir dadurch gesetzt haben, diese kompetenzorientierte Anleitung, die man da versuchen soll, auf deine An­leitung gehabt, auf deine Beurteilung vielleicht auch auf die auszubilden? Hast du dann einen anderen Blick bekommen, dass du sagst, du bist da jetzt ein biss­chen anders aufgestellt Eine Strukturhilfe war es, ja. Das habe ich verstanden. Aber hat das bei dir direkt auch was gemacht? Zum Beispiel, du warst jetzt auch ein bisschen vielleicht zufriedener bei den Feedback-Gesprächen, weil du diese Leitlinie hast. Du hast eine weite Entwicklung eher erkennen können. Also irgend­was in der Richtung. Gab es da irgendetwas?

PA1

[ 00:21:49 ] Eher nicht. Also außer für mich wirklich nochmal so ein bisschen Struktur, mich zu hinterfragen, was kann ich ein bisschen mehr mit reinnehmen und was spreche ich an. Wo ich dann aber festgestellt habe, habe ich oft sowieso ja drin. Vielleicht noch mal ein bisschen bewusster. Also von daher. So diese, ja, schon mir das nochmal vor Augen zu führen. Man ist ja auch in so einem Trott drin.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:20 ] Also für dich war das ein Feedback einfach nochmal, Mensch, das habe ich ja sowieso schon immer so gemacht.

PA1

[ 00:22:24 ] Ja, oder ach, da könnte ich, das ist vielleicht, können wir das umset­zen? Oder können wir es nicht? Also für mich nochmal zu hinterfragen, was ist überhaupt möglich und was ist eben auch nicht möglich. Sodass das eher mich da nochmal in meiner Arbeit und in dem Umgang mit den Auszubildenden.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:48 ] Also das heißt, es war ja vorher auch schon so. Also es wurde jetzt nicht zum Beispiel dadurch ein tieferes Gespräch, als es in der Vergangenheit immer war. Das war es nicht.

PA1

[ 00:22:58 ] Nee, weil das eh abhängig vom Auszubildenden ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:01 ] Ja, natürlich. Aber gut, es kann ja trotzdem sein, dass deine Fragen tiefer gehen als vorher.

PA1

[ 00:23:07 ] Ja, das lag jetzt auch wieder an ihr, glaube ich. Einfach.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:11 ] Okay. Aber wie gesagt, du hast ja gemeint, das ist ja für dich schon mal gutes Feedback gewesen, weil du ja in der Richtung sowieso schon so ge­arbeitet hast.

PA1 [ 00:23:19 ] Ja, und wenn ich jetzt überlege, wie so mit den kommenden, wenn ich da, da würde ich natürlich dann auch nochmal anders Fragen oder andere Gespräche. So jetzt, weil das war jetzt halt Maxi, aber wenn alle die jetzt kom­men, behalte ich das ja trotzdem im Hinterkopf für mich.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:37 ] Für die kommenden Praktika sollen ja dann auch weitere, das Pra­xiscurriculum weiterentwickelt werden und angepasst werden.

PA1 [ 00:23:46 ]Das ist jetzt der Anfang erst.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:48 ]Das ist das siebte und das siebte ist ja im dritten Ausbildungsjahr, weil wir müssen ja, wie du erkannt hast, das ist ja schon sehr viel, wir müssen ja ins zweite und erste Ausbildungsjahr, dann müssen wir ja dann runtergehen, das können die ja alles gar nicht erfüllen.

PA1

[ 00:24:01 ] Okay, siehst du, das war mir nämlich auch nicht klar. Deswegen habe ich nur gedacht, und das war, glaube ich, allen Praxisanleitern nicht klar. Weil wir haben natürlich auch so drüber gesprochen.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:11 ] Beim letzten Praxisanleitertreffen habe ich das kommuniziert. Dass das nur für das siebte ist und dass die anderen von uns noch runtergearbeitet werden müssen.

PA1

[ 00:24:19 ] Okay, weil das habe ich mir da aufgeschrieben, weiß ich. Und das ist mir nicht so klar gewesen. Und ich glaube den anderen auch nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:29 ] Aber ich habe auch immer in meinen Texten gesagt, bitte bei Fragen melden. Du bist die Erste, die das jetzt erinnert hat. Danke. Aber wie gesagt, ich habe es hier beim letzten Treffen auch schon erwähnt. Aber es macht ja nichts. Es wird natürlich runtergearbeitet, weil wir können das aus dem dritten Ausbil­dungsjahr nicht bei den ersten machen. Das wird stark von den Handlungskom­petenzen angepasst. Kommen wir doch mal zu dem Curriculum im Kontext Schulentwicklung. Du bist jetzt nicht in der Schule tätig, aber jetzt vielleicht bei dir. Meinst du, dass dieses Praxiscurriculum erstmal, wie gesagt, das ist das

Erste, was entstanden ist, einen Beitrag für die Weiterentwicklung für deinen Fachbereich bedeuten kann?

PA1

[ 00:25:13 ] Es ist fast zu viel Theorie. Ich wünschte mir eigentlich was anderes von den Pädiatrie-Stunden, von dem Unterricht.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:25 ] Aber wenn du jetzt sagst, das Curriculum ist da, wenn du da drüben bist und einen Einsatz hast, meinst du, das entwickelt sich dadurch in deinem Fachbereich auch ein bisschen weiter, sozusagen die Anleitung wird weiterent­wickelt dadurch, sich verändern?

PA1

[ 00:25:44 ] Unwesentlich. Also vielleicht in einigen Punkten ein bisschen, aber im Großen und Ganzen nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:50 ] Also die Frage ist, Mensch, wir strukturieren jetzt alles um, weil wir das anders machen wollen. Also eher in kleineren, unwesentlichen Schritten. Okay. Diese curriculare Arbeit, die wir jetzt da haben, gibt es da von deiner Seite dann auch? Weil du hast Gedanken, vielleicht auch schon Ideen, wie man das noch stärker in diese Schulentwicklung bei uns einfließen lassen könnte? Also dem Praxiscurriculum, so wie du es jetzt das erste Mal gesehen hast. Das ist jetzt da, das ist jetzt erst mal erstellt worden und du hast sehr konkrete Kritiken gefun­den. Und wie können wir das noch stärker in unsere Schulentwicklung einfließen?

PA1 [ 00:26:35 ] Aber wie fließt es denn sowieso ein bei euch, wie im Unterricht? Also das kann ich mir ja auch gar nicht vorstellen, wie.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:45 ] Ja, wir haben ja die Lernfelder seit einigen Jahren. Also hier in Bam­berg natürlich erst seitdem wir entstanden sind. Und die Lernfelder sind ja auch orientiert wie diese Kompetenz-Schwerpunkte.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:57 ] Aber wenn du jetzt sagst, also wenn du keine Ideen jetzt oder erst mal sagst, da fehlt dir jetzt noch ein bisschen der Hintergrund, dann ist das ja okay. Ich habe dir ja damals zu der Schulentwicklung, so ein bisschen Berufs­fachschule, diese Schulentwicklung da so Informationen gegeben, was das so bedeutet.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:15 ] Schulorganisation, das ist das eine, Schulklima, aber eben konkret Unterrichts- und Ausbildungsqualität. Das kann ja auch etwas sein, wo du sagst, Mensch, da muss mehr einfließen in der Richtung.

PA1

[ 00:27:26 ] Also Praxis. Das ist einfach. Wir merken alle in allen Bereichen. Und ich denke dann immer, okay, in der Pädiatrie ist es am schwierigsten, sie in ein praktisches Üben kommen zu lassen. Einfach überall zu wenig Praktisches üben. Wenn ich so bei uns denke, wir haben gefühlt den ganzen Tag auf dem Boden auf irgendwelchen Matten gesessen und haben an uns selber ja geübt und ge­macht und getan und befundet und geguckt und da stehen die oft wie ein Ochs vorm Berg.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:58 ] Also die Stunden für den praktischen Bereich PTA, physiotherapeu­tische Ausbildung oder Techniken, die sind ja vorgegeben, auch für den Bereich Pädiatrie. Da haben wir unsere Fachlehrerin, die das macht. Aber du hast das Gefühl, du hast jetzt mehrere begleitet, dass das an den praktischen, das heißt ja hier fachpraktischer Unterrichtung, dass es gefühlt aus deiner Sicht da fehlt.

PA1

[ 00:28:24 ] Ja, aber auch Theorie. Also wir haben zum Beispiel ganz viel, und ich finde das ist so essentiell, einfach normale physiologische Entwicklung bei Kindern gelernt. Weil nur wenn ich die Norm kenne, dann sehe ich ja die Abwei­chungen. Egal ob das jetzt entwicklungsverzögerte Kinder sind oder welche, die wirklich neurologische Sachen, Spastiken oder so haben. Und dann das normale Handling mit irgendwelchen Puppen.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:54 ] Puppen haben sie hier, das weiß ich zum Beispiel.

PA1

[ 00:28:56 ] Ja, aber wie viel üben sie damit?

LEITNER, SVEN

[ 00:28:57 ] Das kann ich jetzt aus dem Stehgreif nicht beurteilen. Okay, also das ist jetzt erstmal das, was du fühlst, verstehe. Hast du irgendwie schon mal Erfah­rung gehabt, so curriculare Arbeit, Weiterentwicklung, Schulentwicklungspro­zesse, irgendwas anzupassen?

PA1

[ 00:29:15 ]Nein, gar nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:17 ]Das ist mal eine Frage, ob da schon irgendwas da war mal in der Richtung. Okay. Wie, wir gehen mal in den Bereich über Kooperation, Kommuni­kation. Wie erlebst denn du die Interaktion mit den Lernbegleitern? Also abermals war ja ich bei dir, jetzt ist es ja glaube ich gerade XXX bei dir. Aber auch nicht nur mit diesen Lernbegleitern oder die heißen ja dann Praktikumsbegleiter, sondern auch mit anderen Praxisanleitern oder mit Auszubildenden. bei der Umsetzung von diesem Curriculum. Hast du da Erfahrungen sammeln können? Also mit der Auszubildenden hast du ja gesagt, da habt ihr euch ja mit beschäftigt.

PA1

[ 00:29:55 ] Mit der XXX noch gar nicht, da ist überhaupt kein Gespräch, also jetzt hinsichtlich da gewesen.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:05 ] Habt ihr das einfach nicht angestrebt oder hat sich das nicht ergeben?

PA1

[ 00:30:08 ] Von ihr kam nichts, von mir kam nichts. Wir haben uns eh erst zwei­mal gesehen. Ich weiß gar nicht, wann die angefangen hat. Sie hat sich einmal quasi nur die Räumlichkeiten angeguckt bei uns. Und dann war jetzt ja letzte Woche die Vorbehandlung. Und da habe ich sie im Grunde so das erste Mal richtig erlebt.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:27 ] Mit Praxisanleitern, gab es da eine Interaktion bezüglich des Curri­culums?

PA1

[ 00:30:31 ] Ja, außer dass alle irgendwie gesagt haben, wie sollen wir das um­setzen? Das war so der Tenor.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:38 ] Also ihr habt euch da ausgetauscht?

PA1

[ 00:30:42 ] Ja, nicht tief. Nicht tief, okay. Aber es gab eine Reaktion.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:47 ] Aber jetzt nicht, dass ihr sagt, ihr habt euch unterschiedlich unterei­nander gestützt und sagt, Mensch, schau mal hier und da.

PA1

[ 00:30:55 ] Nein, nicht im Detail.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:57 ] Mit der Auszubildenden selbst hast du ja auch gesagt, da war die dran gesessen. So habe ich es verstanden. Ja, nicht.

PA1

[ 00:31:05 ] Wir haben nicht mit dem so da, sondern das war eher für mich dieses, das würde jetzt unter den Punkt fallen. Weil pflichtgemäß hat sie sich das natür­lich auch durchgelesen gehabt.

PA1

[ 00:31:17 ] Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:17 ] Aber so habt ihr euch damit auseinandergesetzt. Also so rum eher. Genau. Aber letztlich habt ihr es beide in der Hand gehabt und geguckt, Mensch, was passt jetzt da, was wir schon gemacht haben.

PA1

[ 00:31:27 ] Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:27 ] Erst habt ihr es gemacht und dann habt ihr geguckt, ob es da drin steht.

PA1 [ 00:31:31 ] Ja, ansatzweise. Also es war jetzt auch nicht, war nicht jeden Tag dieser Moment, wo wir gesagt haben, so, das wäre jetzt der Punkt.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:38 ] Okay, sehr schön. Na gut.Also es gab einen Austausch. Du hast auch schon gesagt, es gab Rückmeldungen von den Kollegen zum Beispiel. Was war da die häufigste Rückmeldung in Bezug zu diesem Curriculum?

PA1

[ 00:31:52 ] Es ist einfach vieles nicht umsetzbar.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:55 ] Okay, also viel ist nicht umsetzbar.

PA1

[ 00:31:57 ] Viel Theorie, also dieses zwischen Theorie und Praxis ist einfach so schön in der Theorie, wenn man das alles so könnte. Das ist im Alltag oft nicht zu schaffen.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:09 ] Also das haben auch die anderen Anleiter gesagt, aus ihrem Fach­bereich. Ich meine, du hast es ja schon gesagt. Aber gab es auch andere Anmer­kungen, dass es Verständnisprobleme gab, die sagen, sie wussten gar nicht, was gemeint ist? In der Richtung gab es da auch was?

PA1 [ 00:32:23 ]Nee.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:26 ] Das nicht. Aber das ist ja schon mal gut. Zumindest hat es keiner im Austausch geäußert.

PA1

[ 00:32:31 ] Ich weiß es nicht mehr. Das ist ja, wann haben wir denn? Das ist auch schon eine Weile her, dass wir da mal drüber... Das ist bestimmt schon ein Monat oder so. Nee, aber auch nicht im Detail.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:43 ] Aber die häufigste Rückmeldung war.

PA1

[ 00:32:44 ] Wie sollen wir das umsetzen?

LEITNER, SVEN

[ 00:32:46 ] Ja, gut, okay. Wie erlebst du jetzt aber dann die Rolle jetzt in diesen letzten drei Wochen als Praxisanleiterin zwischen den Arbeitsplatzanforderun­gen, die du drüben hast in deinem Einsatzbereich und dem, was da drin steht in dem Curriculum?

LEITNER, SVEN

[ 00:33:06 ] Du hast ja so 10% Praxisanleitungszeit, hast ja deinen Arbeitsplatz, den du mit den Vorgaben und allem, was du erfüllen musst, dort auch bedienen musst, Therapie. Wie erlebst du da diese Rolle zwischen dem, was du hier ma­chen sollst und dem, wie du selbst arbeiten musst?

PA1

[ 00:33:23 ] Es ist einfach Theorie und Praxis. Das ist manchmal gar nicht umzu­setzen gefühlt und manchmal ansatzweise ja. Aber insgesamt wirklich nur punk­tuell gefühlt.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:39 ] Wie hast du das aber so erlebt an und für sich? War das für dich vom Erleben irgendwas?

PA1

[ 00:33:45 ] Also ganz am Anfang habe ich gedacht, kann ich vergessen, wie soll ich denn das alles umsetzen? Und das sind Anforderungen, da brauchst du fünf Jahre Berufserfahrung, um Stellen in Teamsitzungen, Verabschiedung ihrer Er­fahrungen und Verbesserungsvorschläge vor zu präsentieren. Kein Schüler stellt sich dahin und sagt irgendwelchen gestandenen Therapeuten, also ich würde das jetzt so und so machen. Wo ich denke, nein, das macht keiner. Das ist echt fern von. Das packen die einfach ja gar nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:19 ] Naja, hier im Unterricht müssen sie ja auch Präsentationen halten, Referate über den Fachbereich. Aber das ist, glaube ich, noch nie ermöglicht worden in der praktischen Ausbildung, so etwas mal zu machen.

PA1

[ 00:34:30 ] Und es ist vielleicht auch was anderes in der Orthopädie oder Chi­rurgie. Da sind sie einfach sicherer.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:35 ] Da versuchen wir mal drauf zu kommen, was der Grund sein könnte.

PA1

[ 00:34:37 ] Aber Pädiatrie, das ist ja oft so, wo fasse ich denn da an? Wie fasse ich denn ein Kind an? So, da sind die ja schon mit überfordert.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:48 ] Aber die 10% Praxisanleitungszeit, konntest du die gewährleisten?

PA1

[ 00:34:53 ] Ja, locker. Also die sind ja immer an meiner Seite. Das ist ja anders als auf anderen Stationen.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:00 ] Also kommst du da gut drüber?

PA1 [ 00:35:01 ] Ja, die sind die ganze Zeit bei mir.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:04 ] Sehr schön.

PA1

[ 00:35:06 ] Weil sie eben auch nicht alleine behandeln dürfen.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:09 ] Ja gut, das ist das andere.

PA1 [ 00:35:15 ] Und das ist wieder so das, wenn die, dann sind sie wirklich den gan­zen Tag an meiner Seite und machen auch viel. Also ich bin ja dabei und natürlich dürfen die dann auch das Kind nehmen und behandeln und machen und tun. Das ist natürlich dann intensiver, als wenn Sie alleine auf Station, Orthopädie irgend­wie rummuckeln für sich alleine unter Umständen. Und keiner guckt Ihnen auf die Finger und Sie können irgendwas machen. Ich will Ihnen jetzt nicht unterstellen, aber es ist ein Miteinander.

LEITNER, SVEN [ 00:35:47 ] Das mag da schon intensiver sein.

PA1

[ 00:35:49 ] Und das ist dann das, was sie eben auch wieder so prägt. Weil wir eben auch ganz viel anderes reden.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:56 ] Ja, ich glaube, da kommt sehr zu tragen, wie deine eigene Haltung ist. Weil das ist das, was wir ja die ganze Zeit erleben.

PA1

[ 00:36:01 ] Ja. Also diesen ganzen Rahmen Kinder, Hospiz, so mit allem, was da so ist. Auch die Musiktherapeutin, wenn die dann da ist. Also sie sind ja wirk­lich in diesem Geschehen so drin.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:20 ] Okay, jetzt haben wir ja schon über die Schwierigkeiten ein bisschen gesprochen. Was wären denn Faktoren, die das beeinflussen würden, dass deine Akzeptanz und deine Motivation, dieses Praxiscurriculum weiter oder damit weiterzuarbeiten, beeinflussen würden? Ich habe eins vorhin rausgehört. Eine Kurzfassung. Das habe ich schon so mitgenommen. Also mit einer Kurzfassung würde deine Akzeptanz sich steigern. So habe ich das wahrgenommen. Ist das richtig?

PA1

[ 00:36:48 ] Ja. Und einfach dieses, was in meinen Augen einfach too much ist. Was die nicht leisten können, das runterzubrechen.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:56 ] Das bedeutet auch, inhaltlich müsste man das ausdünnen für deinen Bereich? Also die letzten beiden Punkte. Weil du sagst, das ist bei uns gar nicht repräsentierbar. Also eher eine gekürzte Fassung und ein paar Inhalte, die man entnehmen müsste, weil die nicht umsetzbar sind.

PA1

[ 00:37:13 ] Also von den letzten beiden, von 7 und 8, das ist irgendwie so ganz. Ich weiß gar nicht, das würde auch hier auf der Kinderstation, glaube ich, auch nicht umsetzen.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:23 ] Und das ist jetzt schon curriculare Arbeit, die du machst. Du bist jetzt schon dabei zu sagen, ich entwickle das mal weiter für deinen Fachbereich. Und das ist super, da wollen wir ja hin. Und das muss man dann nach der Evaluation mal machen. Dass man das so anpasst, dass du auch sagst, okay, so akzeptiere ich das. Das motiviert mich, das mitzunehmen. Sehr schön. Das heißt, da gibt es eine Besserungsmöglichkeit aus deiner Sicht.

PA1

[ 00:37:52 ] Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:56 ] Das finde ich schon mal gut, dass du da solche Gedanken hast. Und jetzt impliziere ich ein bisschen was für diese Implementierung, was noch besser werden könnte. sagst du letztlich, dass wir uns in dieser Mikroebene quasi bewe­gen. Mikroebene heißt in dem Moment bei den Ebenen von curricularer Entwick­lung. dass wir sagen, okay, wir müssen hier konkrete Lehr- und Lerngestaltung aus dem Unterricht mal verbessern, das mit dir rübernehmen und dann in diesem Detail diese Handlung etwas anpassen oder rausnehmen. Das wäre Mikro-Ebe­nengestaltung. Makro wäre eben so, dass wir sagen müssen, Lehrpläne verän­dern. Da haben wir ja erstmal keinen Einfluss drauf. Dann zwischen Makro und Mikro ist halt dann die Meso-Ebene. Das heißt, wir müssen hier Strukturen ver­ändern. Da könnte man vielleicht auch noch reingehen, dass man sagt, man macht Anforderungspläne vielleicht spezifischer. Aber ich habe das so. Aber jetzt sag mal du, ob ich da so richtig liege. Das sagst du eher in dieser Mikroebene. Vorhin hast du gesagt, Unterricht müsste mehr. der fachpraktische passender sein. So habe ich das jetzt aufgenommen. Würdest du jetzt auch so sehen, dass ich es richtig verstanden habe?

PA1

[ 00:39:19 ] Ja, ja. Vielleicht läuft es ja. Ich weiß ja nicht, wie der Unterricht läuft. Aber das, was sie dann mir zeigen, denke ich, okay. Da habt ihr auch noch nichts von gehört.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:36 ] Okay. Nur, dass ich mal hören wollte, wo siehst du da Verbesserun­gen, aber das ist jetzt aus unserem bisherigen Gespräch ja schon ein bisschen rausgekommen.

PA1

[ 00:39:43 ] Ja, und dieses, also ich denke immer so, was sollen sie denn mitneh­men aus diesem Praktikum? Und für mich ist es eben nicht dieses, ich muss dies und diese zwei letzten Punkte, finde ich gar nicht, sondern es ist. Wenn ich so an meine Zeit denke, früher, dann habe ich doch die ersten Jahre gefühlt nur ge­sammelt. Gesammelt, wie geht das? Ich weiß noch, ich war, damals durfte man ja noch ohne Bobert-Kurs gleich. Ich bin also gleich nach der Ausbildung in die Kinderpraxis gegangen, habe gleich mit Kindern gearbeitet und dann dachte ich, Was mache ich denn hier eigentlich? Ich weiß ja eigentlich nichts. Und habe im­mer nur so zugeguckt und gemacht, gesammelt, gesammelt, Erfahrung gesam­melt. Und hatte eine tolle Chefin, die gesagt hat, habe erst mal 100 Kinder in den Händen gehabt. Und dann durch die Unterschiede. Lernst du. Und da muss ich so oft dran denken, dass die ja immer noch, die müssen doch erstmal, ach das Kind ist so und da sehe ich das und das Kind ist so. Die sind ja noch in diesem Sammelbereich und da kann ich ja nicht gleich mich hinstellen und irgendwelche tollen Verbesserungsvorschläge machen. Das ist ja völlig utopisch. Ja, die sind einfach erst mal noch so am Wahrnehmen.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:54 ] Verstehe ich. Natürlich ist es aber so, dass sie nach dem dritten Aus­bildungsjahr ein Staatsexamen machen und dann mit voller Verantwortung an die Kinder danach rangehen.

PA1

[ 00:41:01 ] Ja, mussten wir ja auch damals.

LEITNER, SVEN

[ 00:41:05 ] So ein Praxiscurriculum ist halt dafür da, dass man diese Dinge, die du wahrnimmst, die du gerade erzählst, nur versucht zu verschriftlichen. Welche Art der Kompetenz ist das, was die da machen? Nur um das zu verschriftlichen letztlich, genau wie bei diesen Lehrplänen auch.

PA1

[ 00:41:20 ] Und dafür ist es doch, aber ich muss doch erstmal wieder wahrneh­men, gucken und dann kann ich, also erst wieder die Norm, so ist das Physiolo­gische und das Kind macht aber jetzt das und das. Und dafür brauche ich ja wieder diese Unterschiede, um so, okay, der eine macht so und das ist so und das ist aber noch Norm und das ist aber jetzt nicht mehr Norm und dafür brauche ich einfach eine große Bankbreite.

LEITNER, SVEN

[ 00:41:44 ] Die Erfahrung macht es natürlich schon aus. Aber wir können natür­lich nur die Erfahrung in drei Jahren bieten. Sehr schön. Eine ganz spannende Frage, die ich an der Stelle habe, was würdest du denn persönlich Kolleginnen oder Kollegen empfehlen, die neu als Praxisanleiter einsteigen im Umgang mit diesem Curriculum?

PA1

[ 00:42:04 ] Also jetzt nicht nur in der Pädiatrie, sondern generell?

LEITNER, SVEN

[ 00:42:06 ] Generell in Bezug zum Curriculum. Wenn einer sagt, ich will jetzt Praxisanleiter werden, dann gibt es von dir aus irgendeine persönliche Empfeh­lung bei dem Curriculum. Schaust dir frühzeitig an oder stellst viel Fragen, wenn du was nicht verstehst oder irgendwas. Gibt es da eine Empfehlung?

PA1

[ 00:42:23 ] Ja, also durchlesen, angucken, um für sich so einen Leitfaden zu haben. Oder sich nochmal zu hinterfragen, wie arbeite ich, was ist wichtig weiter­zugeben. Das finde ich schon. Und dann ist aber wieder, mir ist es einfach zu viel, weil das kann ich mir nicht alles merken. Da bleiben eh nur so ein paar Punkte hängen, die mir dann wichtig sind. Gut, anderen ist vielleicht dann wieder anderes wichtig. Von daher hat es dann auch wieder eine Berechtigung, so aus­führlich zu sein. Das bleibtja dann sowieso nur das Hängen, was einen anspringt.

Ja, so als Leitfaden. Wenn man sich da nicht dran festbeißt. Also das wäre für mich der Horror, wenn jemand, ich als Auszubildende, und ich hätte jemanden, der nur, so jetzt müssen wir heute aber diesen Punkt, dann bleibt ja die Therapie und das Gefühl auf der Strecke. Dann ist er nur noch verkopft. Aber so als Leit­faden.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:26 ] Sehr schön. Und jetzt bleiben wir mal bei der praktischen Ausbildung, also der Part, der bei dir dann immer stattfindet. Gibt es da irgendwelche Impulse oder Anpassungen, die du künftig vorstellen kannst, um die Qualität noch zu ver­bessern. Also nur was bei dir, beziehungsweise natürlich bei den Kollegen, Kol­leginnen in der praktischen Ausbildung. Gibt es da Ideen, wo du sagst, das würde bei uns einiges bewirken, wenn es so oder so wäre? Also ich habe was rausge­hört vorhin.

PA1

[ 00:43:54 ] Ja, also.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:55 ] Mehr Stunden in der Pädiatrie. Ja, das. So was ist gemeint, ja?

PA1

[ 00:44:03 ] Ja, genau. Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:08 ] Ist das so das Hauptding?

PA1 [ 00:44:08 ] Das ist das Hauptding. Ansonsten haben wir eigentlich gut Zeit. Ja, und dass wir nicht alles abdecken können, das ist irgendwie.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:17 ] Krankheitsbilder meinst du? Ja, klar. Das ist immer in den drei Wo­chen, was kommt halt gerade rein oder was ist da völlig klar.

PA1

[ 00:44:23 ] Und manches, so Essstörungen sind bei uns ja auch gar nicht so.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:25 ] Das lernen die dann vielleicht.

PA1

[ 00:44:27 ] Aber das in anderen Dingen, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:30 ] Aber das habe ich verstanden. Super.

PA1

[ 00:44:33 ] Ja, mehr Zeit. Wie ist es eigentlich, wenn diese Puppen, wo sind denn diese Puppen zum Beispiel?

LEITNER, SVEN

[ 00:44:41 ] Die befinden sich hier bei uns in einem der Räume, haben einen Schrank, das sind die aufbewahrt und die Fachlehrerin, die nimmt die dann für den Unterricht, wenn es dann eine andere Zeit ist.

PA1 [ 00:44:51 ] Also wenn denn mal, es gibt ja Phasen, wo, keine Ahnung, ist da drüben An- und Abreise, dann haben wir vielleicht nur drei Kinder oder so. Darf ich mal eben rangehen? Oder nee, ich weiß nicht, was. Na wurscht, ich drück's mal weg. Sagt mir nix.

LEITNER, SVEN [ 00:45:06 ] Ich bin auch bald fertig.

PA1 [ 00:45:09 ] Wo drüben nicht ganz so viel los ist und wo ich da,ich hab zwar auch so eine Stoffpuppe, womit man so ein bisschen Handling machen kann. Aber wenn die hier ihre Puppen haben, habe ich schon manchmal gedacht, ob man das nutzen könnte. Kommt man da ran? An wen kann ich mich da wenden?

LEITNER, SVEN

[ 00:45:27 ] Ja gut, das kannst du jetzt, wenn du sagst, du willst die mal mit rüber­nehmen und mit denen das machen.

PA1

[ 00:45:31 ]Ja, zum Beispiel.

LEITNER, SVEN

[ 00:45:33 ] Der Praxisbegleiter, also die Frau Ulrich kannst du natürlich dann anschreiben oder anfragen. Meistens sind natürlich die Schulleiter auch vor.

PA1

[ 00:45:41 ] Naja, meistens ist es ja eher spontan, dass man jetzt sagt, okay, heute haben wir irgendwie eine, eins ist eh in der Klinik gerade und zwei reisen ab und heute hätten wir jetzt mal Zeit, so etwas zu machen.

LEITNER, SVEN

[ 00:45:54 ] Einen Anruf und dann schauen wir, wie es von uns ermöglichen kann. Das wäre vielleicht eine Idee dann. Also das ist jetzt ein Thema, was du jetzt noch ansprichst. Gibt es aber noch andere Themen, wo du sagst, das haben wir jetzt noch nicht angesprochen, was dir noch wichtig wäre?

PA1

[ 00:46:10 ] Nee, fällt mir jetzt nichts ein. Also dieses Zeitding ist oft. Naja.

LEITNER, SVEN

[ 00:46:20 ] Okay.

LEITNER, SVEN

[ 00:46:22 ] XXX, dann danke ich dir vielmals. Wir wären damit eigentlich am Ende. Wenn du jetzt wirklich nichts mehr im Kopf hast, wo du sagst, jetzt willst du loswerden. Super. Dann mache ich hier mal an der Stelle eine Pause.

4. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.2 (PA2)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern:

Zusammenfassung nach Sprechern

PA2

Arbeitet in einer Physiotherapie-Praxis mit Schwerpunkt Orthopädie, Neurologie und Chirurgie

Hat die Praxisanleiter-Fortbildung absolviert und leitet seit 2022 Praktika an der Schule

Findet das neue Praxiscurriculum sehr ausführlich und gut strukturiert, sieht es aber als eher auf den fertigen Therapeuten ausgerichtet

Hatte Schwierigkeiten, das neue Curriculum mit den bereits bestehenden Anlei­tungskonzepten in Einklang zu bringen

Empfindet den Zeitaufwand für die Praxisanleitung als Herausforderung neben der Patientenversorgung

Wünscht sich mehr Austausch und Unterstützung von Kollegen und Lernbeglei­tern bei der Umsetzung des Curriculums

Schlägt vor, das Curriculum an den jeweiligen Ausbildungsstand anzupassen und die Praktikumsdauer zu verlängern

LEITNER, SVEN (Lernbegleiter)

Erkennt die Herausforderungen bei der Umsetzung des neuen Curriculums Sieht Potenzial, das Curriculum stärker in die Schulentwicklung einzubinden und für Auszubildende transparenter zu machen

Möchte gemeinsam mit den Praxisanleitern Möglichkeiten finden, das Curriculum praxisnäher zu gestalten und die Implementierung zu verbessern

Nächste Schritte:

Überprüfung, ob das Curriculum an den jeweiligen Ausbildungsstand angepasst werden kann

Austausch mit Praxisanleitern zur Verbesserung der Umsetzung und Einbindung in die Schulentwicklung

Erarbeitung von Methoden und Materialien, um das Curriculum für Auszubil­dende verständlicher und praxisnäher zu gestalten

Prüfung der Möglichkeit, die Praktikumsdauer zu verlängern, um eine intensivere Betreuung zu ermöglichen

LEITNER, SVEN

[ 00:00:00 ] Einmal hier. Läuft, okay. 30.09. heute und es ist schön, dass du da bist, XXX. Ich fange mal so am Anfang erstmal damit an zu fragen, in welchem Fachbereich du Praxisanleiter bist und wie viele Auszubildende du in diesem siebten Pflichtpraktikum betreut hast.

PA2

[ 00:00:16 ] Ich bin unten am Ulanenpark beschäftigt, in der Physiopraxis. Und halt einen. Orthopädie. Man muss dazu sagen, wir sind natürlich breit aufgestellt mit auch Neuropatienten, Chirurgie-Patienten. Aber das ist der Schwerpunkt.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:36 ] Genau, da ist es hauptsächlich verankert. In den drei Wochen von diesem siebten Pflichtpraktikum konntest du durchgehend Praxisanleitungen ge­währleisten oder warst du irgendwie mal weg im Urlaub krank?

PA2

[ 00:00:47 ] Nein, ich war durchgehend da.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:49 ] Auch sehr gut. Seit wann machst du Praxisanleitung und hast du auch diese Fortbildung der Praxisanleitung?

PA2

[ 00:00:56 ] Ja, ich habe die Fortbildung direkt im ersten Durchlauf mit abge­schlossen. Seitdem hat sich es ja noch ein bisschen verändert, sage ich mal. Aber der Ulanenpark kam dazu im Sommer, also ich glaube September 23.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:17 ] Und seitdem machst du da die Praktikums?

PA2

[ 00:01:18 ] Seitdem machen wir da unten. Und das, glaube ich, seit 22, ne?

LEITNER, SVEN

[ 00:01:23 ] Die Schule seit 21.

PA2

[ 00:01:25 ]Genau. Und die ersten Praktika waren dann 22, gell?

LEITNER, SVEN

[ 00:01:28 ] Richtig.

PA2

[ 00:01:28 ] Und dann ein Jahr später, wo ich runter bin im März, haben wir dann angefangen, den ersten, glaube ich, zu kriegen.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:35 ] Und vorher hast du aber nicht im Rahmen für andere Schulen Pra­xisanleitungen gemacht?

PA2

[ 00:01:38 ] Ich war oben an der Reha drin, aber da waren ja noch mit mir vier andere.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:43 ] Und da habt ihr euch das geteilt so?

PA2

[ 00:01:45 ] Ja, aber da hat der Löwenanteil, den haben der XXX gemacht und der XXX.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:49 ] Ah, okay. Und für andere Schulen dann? Oder für unsere hier?

PA2

[ 00:01:53 ] Nee, für hier.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:54 ] Also ein DEB oder so.

PA2

[ 00:01:55 ] Ich überlege gerade das DEB. Ich meine, die sind bei uns immer mal wieder oben gewesen, aber die waren nie greifbar und der war ja kein Zusam­menarbeit in dem Sinne. Da gab es halt einen, der hat ja den Schreibkram ge­macht. Dann sind sie da mal mitgelaufen. Also das war Nullstruktur. Meiner Mei­nung nach. Was ich mitgenommen habe.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:13 ] Ja. Okay, jetzt allgemein die Frage erstmal, wie hast du diese Ein­führung und letztlich auch so ein bisschen die Umsetzung von diesem Praxiscur­riculum jetzt so erlebt?

PA2

[ 00:02:24 ] Ich habe den Mailverlauf bekommen von dir, wo du ja auch sowas angekündigt hast und einige Vorinformationen kamen. Und dann irgendwann hast du ja auch mir das geschickt oder uns das geschickt mit den ganzen Vor­schlägen. Und dann hast du ja auch noch Rückmeldung haben wollen von uns. Habe ich dir auch was geantwortet, noch kurz vor Ende der Frist wohlgemerkt. Und dann war es ja, letztendlich wurde es ja veröffentlicht dann auch von dir, beim Mailverteiler.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:53 ] Und wie war das für dich vom Erleben her? Gab es da irgendwelche Assoziationen mit irgendwelchen Empfindungen?

PA2

[ 00:03:02 ] Ich meine, ich finde es gut, dass jetzt mal was was passiert, dass das mal entsprechend mal verschriftlicht wird, weil das, was wir in den Anleiter-Fort- bildungen mitnehmen, das war ja auch noch alles recht kryptisch. Und wir haben uns dann auch viel erarbeitet. um das selber zu packen, zu kriegen. Ich meine, ich habe den Vorteil, dass ich durch die Schule und die Teams-Zugänge und so weiter schon auch mal ein bisschen gucken kann. Wie, ihr habt das noch nie gemacht? Ja, Moment mal, das kriege ich raus. Das habe ich gleich raus. Habt ihr das schon mal besprochen, habt ihr den Unterricht und dann gab es dann schon auch mal so diesen HF-Moment bei den Auszubildenden? Ja, dem brau­che ich nichts erzählen, der weiß, wo er nachschauen muss.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:43 ] Naja, wenn die immer denken oder sagen, sie haben das noch nie gemacht.

PA2

[ 00:03:46 ] Ja, ja, da habe ich schon so Spezialisten erlebt. Aber genau, sicher ein Vorteil hier für mich.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:54 ] Bist du der Meinung oder welche Meinung hast du dazu, ist dieses Praxis-Kurkium für dich jetzt eine hilfreiche Orientierung im Verlauf von dem Praktikum gewesen?

PA2

[ 00:04:04 ] Also ich habe es jetzt so verstanden, das ist quasi das Finale. Gibt es noch welche, die noch mehr ausgearbeitet sind?

LEITNER, SVEN

[ 00:04:14 ] Nein, das ist quasi eine 100%. Das ist eine 100%.

PA2

[ 00:04:16 ] Also so habe ich es jetzt auch verstanden, dass hier eine 100% vor­liegen. Man liest sich das durch, man denkt sich auch als langjährig tätiger Thera­peut, so stelle ich mir eigentlich... das Arbeiten auch in der Praxis vor, habe mich gut abgeholt gefühlt in dem Moment auch dadurch. Und jetzt wieder nochmal die Ausgangsfrage.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:40 ] Ob es für dich eine hilfreiche Orientierung jetzt war, dieses Curriculum für dieses siebte Pflichtpraktikum, das ja vorher nicht da war?

PA2

[ 00:04:47 ] Also ich sage, es ist sehr ausführlich. Ich kann noch nicht genau, zum jetzigen Zeitpunkt genau sagen, ob das jetzt für die Auszubildenden, die ja An­fang des dritten Lehrjahres sind, schon realistisch ist. Weil es wird sicher theore­tisch noch viel passieren, auch gerade im Themenmäßig und so weiter. Aber wie du sagst, 100% ist es sehr, finde ich sehr gut.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:11 ] Also fühlst du dich schon ein bisschen abgeholt und orientierungsfä­hig mit dem.

PA2

[ 00:05:16 ] Für den fertigen Therapeuten, ja. Ich bin noch nicht so ganz sicher, ob es für die im jetzigen Stand, siebtes Praktikum, schon machbar ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:27 ] Ja, da muss es ja noch untergebrochen werden. Letztlich könnte man sagen, es ist eher so Ansicht 14., 13. und die Kompetenzen, die Handlungskom­petenzen sind sehr ausführlich, aber die müssen wir natürlich mit jedem Pflicht­praktikum, was noch drunter liegt, dann auch dementsprechend vielleicht raus­nehmen. Weil die müssen sich ja entwickeln. Das ist eine Nachbearbeitung dann. Aber irgendwo muss man ja starten. Wie klar und nachvollziehbar waren aber dann für dich diese Kompetenzziele, die da so drinstehen und die allgemeine Struktur von diesem Curriculum?

PA2

[ 00:06:00 ] Ja, also sehr ausführlich, gut ausgearbeitet natürlich, schon verständ­lich, auch teilweise doppelt genannt, wo es halt gepasst hat.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:13 ] Genau, die Handlungskompetenzen, die wiederholen sich je nach Kompetenzschwerpunkt. Da gibt es Überschneidungen. Das ist klar, weil das ja ineinander fließt. Aber war für dich soweit an und für sich klar und strukturell auch passend?

PA2

[ 00:06:26 ] Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:29 ] Die Inhalte. Du hast es aber gerade schon irgendwie so formuliert, bin ich der Meinung. Wie weit stimmen für dich die Inhalte von den Handlungen und diese Kompetenzschwerpunkte so überein mit deinen eigenen Vorstellungen einer gelungenen praktischen Ausbildung? Also du hast es vorhin formuliert, so stellst du dir dann auch den fertigen Schüler, also dann Physiotherapeut vor. Ist das für dich dann auch gelungen, sozusagen, was da drin steht?

PA2

[ 00:06:58 ] Denn du meinst derzeit, ob die Überpunkte zu den Unterpunkten passen oder wie?

LEITNER, SVEN

[ 00:07:03 ] Ne, ob letztlich also diese Kompetenzschwerpunkte, das ist allgemein überbegrifflich, aber diese Handlungskompetenzen, die dann gefordert sind, ob du sagst, ja. Wenn das so durch exerziert wird und gemacht wird und der Schüler ist dann mitgegangen, ist das für dich eine gelungene praktische Ausbildung nach deinen Vorstellungen.

PA2

[ 00:07:23 ] Ja, definitiv. Für mich ist das so erstrebenswert, wie man sich das so einfach vorstellt als Therapeut.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:29 ] Sehr schön. Vielleicht jetzt ein bisschen konkreter. Wie hast du denn versuchgt oder wie konntest du denn die beschriebenen Kompetenzen, die da drin stehen, aus dem Curriculum im Praxisalltag, im Praktikumsalltag umsetzen können?

PA2

[ 00:07:46 ] Also es ist so, wir haben ja die diese Ausarbeitung von diesem Cur­riculum über die Fortbildung der Praxisanleiter versucht in Lernzielen zu greifen. Also der Aufbau oder die Idee war ähnlich. Wir definieren ein Lernziel und bauen daraus gewisse Beispiele, was da drunter fällt. Hier vermischt sich das, was wir uns damals schon ausgedacht haben, mit dem, was hier steht und was für mich jetzt so ein bisschen die Aufgabe gewesen, rauszufriemeln, wie passt das, was ich vorher gemacht habe, was an sich schon, was nicht perfekt war, um keines­falls, was viel Erklärung bedarf, um einfach aus diesen kurzen Stichpunkten dem Auszubildenden klarzumachen, worum es mir geht. Also ich habe halt versucht, das, was hier in diesen 18 Seiten, glaube ich, steht, anhand von 10, 12 Stich­punkten dem Schüler zu vermitteln. Und das war ein Geplapper, das kannst du dir ja vorstellen, was das auch für Zeit braucht, um dem Schüler klarzumachen. Ich habe es sehr, glaube ich, geschickt.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:55 ] Ja.

PA2

[ 00:08:56 ] Und das sind ja im Prinzip, blöd gesagt, das einfach nur ausführlich. Und das ist das, was jetzt für mich einfach die Sache war, wo ich gesagt habe, okay, ich erkenne das alles hier wieder, aber wie kriegen wir das jetzt zusam­men? Das ist so die Aufgabe gewesen, die ich versucht habe irgendwie zu lösen. Weil das ist schon da und das liegt jetzt halt neu da. Das wäre sicher auch ein Thema für unser Nachgespräch, wie du dir das vielleicht dann auch vorstellst, wie das eingebaut wird.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:28 ] Ist das quasi letztlich auch so eine gewisse Hürde und Herausforde­rung gewesen bei der Umsetzung von dem jetzigen Curriculum, zu dem, was ihr euch schon erarbeitet habt? Weil ihr seid ja da die Einzigen. Die ist schon ein bisschen Vorarbeit geleistet hat.

PA2

[ 00:09:40 ] Das ist tatsächlich schade, weil ich war eigentlich mit den Praxisan­leitern, waren wir uns eigentlich einig, dass wir sowas brauchen für alle Fachbe­reiche. Ich war der Einzige, der Druck gemacht hat, dass das fertig wird. Also hatte ich zumindest den Eindruck. Und jetzt nochmal zu deiner Frage, bitte.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:56 ] Die Hürden oder Herausforderungen bei der Umsetzung. Gab es da jetzt welche? Also du hast jetzt eine Hürde gesehen, zu deinem Bestehenden im Einklang zu bringen mit dem Neuen sozusagen. Aber wenn du sagst, du hast jetzt das Neue hergenommen, gab es da eine richtige Herausforderung? Sagst du, ich weiß jetzt nicht, wie ich das umsetzen soll oder ich habe die Zeit nicht oder ich habe die Patienten nicht.

PA2

[ 00:10:17 ] Letztendlich ist es dasselbe. Es ist nur einfach ausführlicher ausge­arbeitet. Also natürlich kann ich dem Schüler vielleicht jetzt in Zukunft sagen. Das liest du dir bitte schön durch, weil wir haben jetzt hier die einzelnen Ziele nochmal ein bisschen definierter. Aber es gehört irgendwie zusammen. Vielleicht, dass man das einfach noch ein bisschen umarbeitet oder umbenennt. Möglicherweise reicht es dann schon aus. Also einfach das, was schon da ist, was wir schon vorgearbeitet haben, jetzt noch zu erweitern, das ist die Herausforderung jetzt.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:50 ] Sehr schön. Hast du festgestellt, dass von diesen Kompetenzschwer­punkten hier die ja die Handlungskompetenzen unten drunter hat, dass da ir­gendwas besonders wirklich gut funktioniert, aber du sagst, es ist immer schön in der Umsetzung jetzt, oder auch was wirklich gar nicht funktioniert oder weniger gut. Hast du da explizit irgendein Beispiel?

PA2

[ 00:11:08 ] Also ich fand, dass es gut ausgearbeitet war, wie der Patientenkon­takt zu erfolgen hat, mit welcher Wertschätzung, mit welcher Tiefe der auch zu verfolgen hat. Das hat mir gefallen, wie das rausgearbeitet war.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:22 ] Und ging das dann auch in der Umsetzung mit dem Schüler dadurch leichter oder schöner?

PA2

[ 00:11:27 ] Also nochmal, das ist wieder der Bezug zu diesem hier, weil da ist es auch ein Punkt, der zwei-, dreimal erwähnt wird, der Erstkontakt. Die Kommuni­kation, das Verhältnis aufzubauen. Also da reden wir natürlich auch viel drüber. Weißt du, selber in der Praxis ist halt einfach ein sehr privates Setting. Die Tür ist zu. Da ist jetzt keiner, der da jetzt einen beeinflusst oder was. Und da ist halt gerade das Thema Kommunikation, Wertschätzung, Patienten-Therapeuten- Verhältnis. Einfach auch ein Thema, was halt intensiv angesprochen wird bei uns. Und ja, wie gesagt, das habe ich gut hier wiedererkannt.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:03 ] Hat dir das eine Möglichkeit gegeben, dieses neue Praxiscurriculum weil es ja ausführlicher ist, was du schon gesagt hast, dass du sagst die Qualität deiner Anleitungsgespräche oder auch die Feedbacks, die du dann geben kannst, hat sich das da verändert dadurch?

PA2

[ 00:12:18 ] Also ich denke, das ist jetzt auch das, was sich jetzt entwickeln muss, dass man eben sagt, wie kriegt man das im Einklang und wie kann man es dann auch vielleicht am Ende dann bewerten und um klar zu sagen, pass auf. Bei die­sen und jenen Punkten habe ich dich noch nicht gesehen. Also das wird nicht erfüllt oder wie auch immer, oder nicht voll erfüllt.

PA2

[ 00:12:37 ] Ich hoffe mir dann schon auch, dass es mir dann erleichtert wird, die Schüler richtig zu bewerten.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:42 ] Also das heißt, du siehst jetzt ein paar Punkte mehr im Detail und kannst dementsprechend vielleicht auch in die Tiefe und qualitativ hochwertiger Feedback gehen.

PA2

[ 00:12:49 ]Das wäre, ja, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:51 ] War das schon jetzt in dem Praktikum so der Fall? Oder noch nicht?

PA2

[ 00:12:55 ] Überlege ich gerade. Wir hatten eine sehr gute Auszubildende. Das ist schon mal gut. Die hat wirklich gut abgeliefert. Ich überlege gerade. Ich habe jetzt, ich denke nicht, dass ich, ich habe nicht nachgeschlagen, ob man irgendei­nen Punkt noch mal tiefer, mich zu vergewissern. Das habe ich nicht gemacht. Das muss ich euch zugeben.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:23 ] Ja, so soll es ja auch sein.

PA2

[ 00:13:26 ] Aber ja, stimmt schon.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:27 ] Hat es aber in einem anderen Punkt vielleicht was gebracht, dass du sagst, Mensch, das hat jetzt dadurch, dass hier schön standardisiert alles aufge­führt ist, hat es in deiner Art und Weise der Betreuung oder der Beurteilung am Ende, hat es da irgendwas ausgemacht für dich? Hat es da eine Auswirkung gehabt? Dieser Background mit dem Curriculum.

PA2

[ 00:13:48 ] Also ich glaube, das muss sich noch mehr festigen, damit es dann mehr Auswirkungen hat. Also es ist noch zu wenig präsent und noch zu wenig eingebundene, als dass ich es schon so hätte.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:03 ] Also ich mache es so konkret, du hast ja den Beurteilungsbogen am Schluss für den Auszubildenden. Hast du da dann nochmal das Curriculum ge­nommen und dir das nochmal verinnerlicht, was war dann so geleistet, was nicht und dann danach beurteilt?

PA2

[ 00:14:14 ]Nein, das habe ich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:16 ]So könnte man es jetzt mal

PA2

[ 00:14:18 ]Ja, ja, das stimmt.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:21 ]Hast du aber jetzt irgendwas wahrgenommen, weil der Auszubildende hat ja auch das Curriculum gehabt?

PA2

[ 00:14:27 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:28 ] Nimmst du oder hast du in diesem Pflichtpraktikum wahrgenommen, dass dieser Theorie-Praxis-Transfer sich irgendwie verändert hat im Vergleich zu den anderen?

PA2

[ 00:14:40 ] Nee, das habe ich nicht wahrgenommen.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:42 ]Ist auch nicht leicht oder man kann es auch manchmal gar nicht er­kennen.

PA2

[ 00:14:47 ] Also ich denke, das ist auch vielleicht auch den Schülern auszubilden, jetzt einfach erst einmal so ein bisschen viel oder ein bisschen zu ausführlich ist und sie das nicht gewohnt sind und auch jetzt erst einmal sich durch das durch­lesen müssen und dann feststellen müssen, puh, das ist aber auch ganz schön viel verlangt. Also ich glaube, da fängt es auch schon an, dass die Auszubilden­den sich da schwer tun. Vielleicht auch gerade, weil sie jetzt da mit konfrontiert sind und das einfach nicht kennen.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:21 ] Ja, das ist das erste Mal und genau deswegen machen wir das ja, um zu schauen, wie kam es an, so grob gesagt.

PA2

[ 00:15:27 ] Also das war schon eher die Überforderung, die da aus den Auszu­bildenden rausgeblickt hat, allein durch den Text.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:35 ] Für deinen Fachbereich, wo du jetzt dann auch Praxisanleitungen machst, hat dieses Curriculum einen Beitrag gebracht, zwecks Weiterentwick­lung, wo du sagst, aha, interessant, ja, das nehme ich an, das ist neu, das bringt mich weiter.

PA2

[ 00:15:47 ] Mich persönlich?

LEITNER, SVEN

[ 00:15:49 ] Für dich in deinem Einsatz auch?

PA2

[ 00:15:50 ] Ja, ja, ja. Also wie gesagt, es ist eine Reality-Check. Man hinterfragt sich bei gewissen Punkten. Also ich sage, das ist eine Vorstellung von, wie man sich einen Therapeuten, oder wie ich mir das vorstelle, wie als Therapeut gear­beitet wird. Und man liest sich das durch und hinterfragt das auch natürlich. Also das hat auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt, natürlich.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:18 ] Das höre ich auch gerne. Hast du vielleicht auch eine Idee, wie man sagt, so eine curriculare Arbeit, wie man die noch stärker in die Schulentwicklung einbinden könnte? Also Schulentwicklung ist dann das, was halt hier stattfindet. Jetzt haben wir dieses Praxiskurriculum, wie könnten wir denn das stärker hier mit einbinden aus deiner Sicht. Also wenn du auch keine Ideen hast, ist klar, aber vielleicht hast du ja welche.

PA2

[ 00:16:42 ] Ich habe die Frage gelesen, aber du hast sie ja vorher geschickt. Also ich bin ja auch hier in der Schule und ich denke mir auch, wie passt der Stoff von den Themen, Schwerpunkten her, wie passt das ins Praktikum? Aber ich bin noch auf keine Lösung gekommen. Weil ich denke mir, ja gut, ich mache halt Basics im ersten Lehrjahr mit den Knie und Hüfte. Damit sind sie erstmal für die Ortho relativ gut aufgestellt. Aber ja. Also wie willst du so viele Fachbereiche im ersten Lehrjahr oder was vorbereiten, dass die Schüler gut gerüstet sind? Also ich finde es mega schwer.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:27 ]Das ist schwer, ja. Das ist auch eine schwere Frage, die ich jetzt er­stelle und formuliere. Das ist vielleicht etwas, was man im Workshop ausdenken muss. Aber es hätte sein können, dass du sagst, ja, ich habe einen konkreten Vorschlag. Könnte ja auch sein. Oder vielleicht auch schon Erfahrungen, wie man das Curriculum jetzt weiterentwickeln kann und an die Schulentwicklungspro­zesse ein bisschen besser reinbinden kann. Also du hast ja selber schon eins entwickelt, sehe ich ja. für euren Fachbereich. Wenn man jetzt sagt, okay, Wei­terentwicklung, du bist ja dran zu sagen, ich bringe jetzt die beiden so in Einklang. Und wie können wir das hier vielleicht in der Schulentwicklung noch besser mit einbinden?

PA2

[ 00:18:07 ] Naja, letztendlich müssen die Schüler hier vielleicht auch nochmal in der Tiefe mit diesem Curriculum sich auseinandersetzen. Und ihr müsst, also ihr solltet den Schülern auch klar mitgeben, was von ihnen verlangt wird, in welchem Praktikum.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:21 ] Das heißt, ich sehe das oder höre das so raus, zu sagen, wir sollten hier bei der Schule mal das Curriculum thematisieren dann, erläutern, erklären und verständlich machen, damit sie wissen, wie sie damit umgehen.

PA2

[ 00:18:34 ]Absolut, absolut.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:35 ] Das ist ein Schulentwicklungsprozess.

PA2

[ 00:18:37 ] Und dass das einfach dann auch was ist, was dann die annehmen und dann auch als, wenn das gefordert wird und auch das annehmen, um zu sagen, ja, ich habe das nicht gebracht, die Leistung, das ist eine Note, die ist gerecht, also deswegen auch gerechtfertigt. Das hoffe ich dann ja auch letztend­lich, dass wir, wenn wir das dann am Schluss auch bewerten oder die Schüler auch dann ein Feedback geben oder was, dass wir sagen, Leute, das sind die Anforderungen an euch. Die Grundlagen sind da oder auch nicht. Das ist ja wie­der das, was ich dir gesagt habe. Sind die Grundlagen da? Können wir überhaupt jemanden über beispielsweise Kommunikation bewerten, wenn er denn vielleicht auch gar nicht die Erfahrung damit hat, die Schulung damit hat? Was brauchen sie da? Coaching, Kommunikationstechnik, Psychologie, was auch immer noch da gefordert wird.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:29 ] Ich denke, das, was du gerade auch sagst, das ist dann, das war jetzt noch nicht so richtig, zumindest jetzt bei dem einen Mal, bei dem einen Prakti­kum. dass es für alle eine Transparenz natürlich bietet. Also hat es natürlich jetzt für alle gebracht, aber es war halt neu. Und dann kannst du auch Klarheit geben bei deinen Bewertungen, weil der Schüler es nachvollziehen kann. So ist das jetzt letztlich. War jetzt hier noch nicht so in dem Praktikum bei dir, aber was halt in Zukunft vielleicht dann eben so sein soll, kann. Hast du irgendeine Art von Interaktion im Kontext Praxiscurriculum mit dem Lernbegleiter, also letztlich XXX oder anderen Praxisanleitern gehabt.

PA2

[ 00:20:15 ] Nee, nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:17 ] Mit den Auszubildenden auseinandergesetzt?

PA2

[ 00:20:19 ]Ja, ja. Also, kann ich es von beiden berichten, weil ich habe es mit beiden jetzt gemacht, oder möchtest du nur im siebten jetzt bleiben?

LEITNER, SVEN

[ 00:20:28 ] Nee, kannst du ruhig mal sagen, jetzt hast du ja Erfahrung noch im achten, ruhig mal, wie du das gemacht hast. Ja.

PA2

[ 00:20:33 ] Also beim letzten, jetzt beim achten, habe ich schon auch gesagt, bitte das Curriculum gleich mal mit hernehmen, um gleich die Verknüpfung dann mit herzustellen. Aber das habe ich dann im Nachgang gemacht. Und beim sieb­ten, da haben wir das tatsächlich erst zu spät auch uns hergenommen. Das war dann schon in der Mitte des Praktikums, wo ich gesagt habe, ich habe einen Termin mit dem Sven Leiter, wir müssen uns das jetzt nochmal gemeinsam an­schauen. Ich hatte aber auch den Eindruck, die XXX war das damals, hat ja jetzt nicht irgendwie war nicht scharf darauf, das mir näher zu bringen. Hey, wir müs­sen da auf einmal gucken. Sondern die hat auch gedacht, ich lasse jetzt mal, was passiert. Und dann irgendwann habe ich sie mir geschnappt und gesagt, also XXX, jetzt hier, ich drücke es zweimal aus. Lass uns das nochmal gemeinsam durchgehen. Und dann waren wir dann mit dem Thema drin. Also von der Aus­zubildenden her habe ich nicht das Gefühl gehabt, als würde sie da jetzt in den Austausch gehen wollen mit mir.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:33 ] Das ist immer unterschiedlich. Als Beispiel nur die Klasse davor, die 22, 25, die hat ja eher danach gelechzt, sowas zu haben. Das ist immer so der Unterschied. Wie hast du es dann so erlebt mit ihr zusammen?

PA2

[ 00:21:47 ] Ja, also überfordernd, überladend. Ja, vielleicht auch wirklich zu le­sen, was man können muss, hat vielleicht den einen oder anderen doch ein biss­chen Respekt eingeflößt, würde ich jetzt mal sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:04 ]Ja, okay.

PA2

[ 00:22:06 ] Ja, die Schreibweise war zu schwer, also zu schwer Lesbarkeit wurde angeprangert. Es sollte einfacher zu lesen sein. Vielleicht kürzere Texte, viel­leicht Stichpunkte. Das war die Rückmeldung, die ich bekommen habe.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:20 ] Ja, das ist gut. Genau das brauche ich, das höre ich jetzt auch nicht zum ersten Mal. Okay, dann hast du mir jetzt aber auch schon letztlich beantwor­tet, das ist so die Rückmeldung letztlich der Auszubildenden und von den ande­ren hast du jetzt letztlich keine Rückmeldung für die Praxisanleiter und so weiter.

PA2

[ 00:22:40 ] Und an die immer verpasst.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:42 ] Ja, aber letztlich wäre jetzt in dem Sinne, wir haben die Rückmeldung der Auszubildenden, von der einen zu sagen, eine Weiterentwicklung wäre unter anderem vielleicht auch die Lesbarkeit zu bearbeiten. Ich denke da ja schon fast in die Richtung, vielleicht zu sagen, man hat eine, Anführungsstrichen, einfache Sprache Schülerversion und eine ausgeprägtete Formulierung für die Praxisan­leiter, die ein bisschen pädagogischer auch vorgebildet sind. Vielleicht ist das ja auch eine Option. Das wäre so ein Gedanke. Das ist jetzt gerade mein Gedanke. Jetzt war es deiner. Wie erlebst du eigentlich so deine Rolle als Praxisanleiter in diesem Spannungsfeld zwischen deinem Arbeitsplatz, wo du ja auch als Thera­peut tätig sein musst und eben dann diesen kurkularen Vorgaben, deinen Aus­zubildenden dementsprechend dazu schulen, bei diesen 10% Anleitungszeit?

PA2

[ 00:23:35 ] Ja, also was wichtig ist, dass die Auszubildenden mitarbeiten. Und damit meine ich auch, wenn sie selber erkennen, das sind Patienten, die mich interessieren, dass sie sagen, ich möchte da mit rein. Ich versuche das gleich am Anfang denen klar zu machen, dass ich nicht den Zeitplan aufstelle, wann die wo zu sein haben. Die sollen sich selbst engagieren. Das funktioniert in der Regel auch gut. Aber wir haben natürlich immer auch mal welche dabei, die verstecken sich dann auch gern mal. Und da muss man natürlich dann auch mal ins Ge­spräch gehen und sagen, was hast du denn jetzt gemacht?

LEITNER, SVEN

[ 00:24:13 ] Aber ist das für dich so, diese Organisation, ist das für dich schwierig?

PA2

[ 00:24:21 ] Für mich ist es schwierig, weil ich sehr viel selber auch gefragt bin. Wir haben insbesondere in den Heilmitteln halt auch viele manuelle Therapiever­ordnungen, was schade ist, weil das die Auszubildenden nicht machen dürfen. Jetzt noch zusätzlich Blankoverordnungen. Ich weiß nicht, ob du ein bisschen in dem Thema drin bist. Auch hier keine Auszubildenden dürfen ran, haben wir gleich das gleiche Problem und dann ist der Run auf uns Therapeuten recht groß. Und für mich ist es immer ein organisatorisches Thema den Raum zu finden für die Anleitung, so wie ich sie mir vorstelle. Wirklich auch geplant mit einem klaren Auftrag an den Auszubildenden. Was erwarte ich jetzt von dir in der nächsten Behandlung? Wo schaue ich drauf? Und wenn ich dann so am Ende des Prakti­kums gucke, ja okay, Hospitation etc., das haben wir alles hingekriegt, aber wie oft war ich dabei, wie oft habe ich wirklich auch Feedback gegeben, stelle ich dann doch fest, es ist zu wenig für meinen Anspruch. Es ist zu wenig für meinen Anspruch und dann fällt natürlich auch die Bewertung schwer, ist ja klar. Also ich denke, das sind die Hürden. Klar, den Kollegen der Praxis gerecht zu werden. die Nachfrage, die da ist, zu decken, aber gleichzeitig noch die Praxisanleitung nach dem, wie ich sie mir vorstelle, zu packen zeitlich.

LEITNER, SVEN [ 00:25:48 ] Das ist zeitlich hauptsächlich.

PA2 [ 00:25:50 ] Ist ein Zeitthema, ganz klar. Aber ich bin doch selber schuld. Das wäre mir wichtig. Das ist eigentlich ein Thema, was ich mit mir austragen muss, weil der Arbeitgeber stellt da mir keine Hürden auf. Hat er noch nie gemacht. Also ich bin ja auch in der Sonderstellung, dass ich mich selber planen kann. Das können nicht alle Praxisanleiter. Da ist klar, ich schreibe rein, was ich mache. Ich mache Praxisanleitungen oder Hospitation etc. Aber da gab es noch nie einen Stress.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:21 ] Braucht es bei dir eigentlich noch eine Art von Motivationsschub oder Akzeptanz, dass du mit dem Praxiscurriculem arbeitest? Oder ist das für dich schon vollkommen angenommen letztlich?

PA2 [ 00:26:30 ] Naja, ich sage jetzt mal so, ich würde jetzt ungern noch viel Freizeit reinstecken wollen, um das irgendwie jetzt kompakter, tauglicher für die Praxis zu machen. Da würde ich mir schon wünschen, dass sich jetzt irgendwelche schlauen Köpfe mal hinsetzen und sagen, okay gut, machen wir so einen Bogen oder was, ich weiß es nicht. Für mich hat es gut funktioniert. Aber dass jetzt halt einfach der Transfer gelingt.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:02 ] Eher so kollegiale Unterstützung jetzt letztlich noch, dass man mit der Zeit allein da steht sozusagen. Ja, das schon.

PA2 [ 00:27:08 ] Also wie gesagt, ich meine, ich bin eh alleine als Praxisanleiter unten und ich bin mit dem jetzigen gut gefahren und ich habe kein problem zu sagen lest es noch mal mit durch dass das ist viel das ist viel was ich was sich ähnelt das könnt ihr es besser verstehen habe ich auch kein problem damit aber jetzt da mich noch mal hinzusetzen und alles noch mal neu zu gestalten da muss ich sagen Da würde ich mich dann auch ein wenig blöd vorkommen. Wenn man jetzt sowas Großes anstößt, aber der Transfer dann nicht gelingt.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:37 ] Ja, ist richtig. Es soll ja nicht nur eine Schublade verschwinden. Ja, eben. Das ist so der Punkt.

PA2

[ 00:27:42 ] Ja, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:46 ] Was könnte man denn vielleicht noch tun bei dem Curriculum, um die Implementierung vielleicht noch zu verbessern? Da gibt es ja so Ebenen, die man da benennen kann. Bei einer curricularen Arbeit hat man immer drei Ebenen letztlich. Einmal die Ebene, die können wir jetzt nicht so beeinflussen, das ist letztlich das, was die Vorgaben der Lehrpläne sind. Rahmen der Lichtlinien. Also wir haben so viele praktische Stunden, die müssen in der praktischen Ausbildung stattfinden und so weiter. Aber sobald man in diese Meso-Ebene reinrutscht, ha­ben wir ja hier die Möglichkeit zu sagen, okay. Hier kann man jetzt was tun, indem man organisatorisch was anderes macht, indem man halt das Curriculum ausar­beitet oder Anpassungen, spezifische Spezifika einbaut. Orthopädie, Chirurgie und so weiter, da ist man dann schon eher mit dabei in der Ebene. Oder dann sogar, wenn du sagst, bei dem Curriculum hat dir das noch gefehlt und da braucht man so eine Mikroebene, dass man jetzt wirklich sagt, okay, jetzt habe ich hier Lernmethoden, Umsetzungshilfen im Praktikum. Wo denkst du, sollte man bei dem Curriculum noch nachfeilen?

PA2

[ 00:28:51 ] Also so inhaltlich, wenn du sagst, das sind die 100 Prozent, da bin ich bei dir. Es wird halt nur spannend, da bin ich auch gespannt drauf, wie das dann aussieht eben bei einem im zweiten Lehrjahr. Was kommt dann raus? Also was stellst du dir oder was stellt ihr euch dann vor? Was stellst du dir vor? Was sind dann die. Also die 100 Prozent, das ist für mich gut ausgearbeitet. Das macht für mich alles irgendwo einen Sinn. Aber da sehe ich einen fertig ausgebildeten Therapeuten drin. Ob das Anfang drittes Lehrjahr realistisch ist, also am Ende würde ich sagen auf jeden Fall passt es. Und ich denke, das ist eher die Aufgabe, die, oder das ist das, was ich einfach dir zurückgeben möchte, dass das gut durchdacht nochmal abgespeckt wird auf den jeweiligen Ausbildungsstand run­ter.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:46 ] Ja, wir haben über die Mikroebene gesprochen, über die Schule, über die zeitliche Gestaltung von irgendwelchen Unterrichtseinheiten, damit es dann irgendwo auch damit harmoniert. Auch das ist.]Also im Kontext zum Pra­xiscurriculum wäre es zu sagen, man hat also eine Methode, die zum Beispiel drinsteht bei Kommunikation, ist Simulationsgespräche führen. Das ist eine Me­thode auf der Mikroebene. Und fehlt es da zum Beispiel in dem Curriculum noch an solchen Arten der Methoden oder ist das schon ausreichend von deinem Ge­fühl gewesen?

PA2

[ 00:30:19 ] Also das Thema Kommunikation war sehr detailliert ausgearbeitet, fand ich. Ich weiß nicht, wie viel Detail es noch braucht. Für mich sagt schon eine wertschätzende Patientenatmosphäre, sagt eigentlich schon viel aus. Und das wird ja teilweise noch viel tiefer ins Detail aufgedröselt.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:36 ]Richtig. Und brauchst du da als Praxisanleiter noch Methoden, wie du diese Handlungskompetenz beim Schüler anbahnst? Oder hast du deine Mi­nuten? Also fehlt dir das noch in dem Curriculum oder hast du das schon? Oder auch bei den anderen Kompetenzschwerpunkten?

PA2

[ 00:30:55 ] Ich meine, letztendlich ist es ein Feedback, was ich gebe. Und dann versuche ich dem Auszubildenden, was mir aufgefallen ist, zu vermitteln. Genau, und dann halt zu gucken, passt das dann mit dazu. Das ist noch nicht passiert. Also so tief drin. Ja, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:20 ] So weit ist der Gedanke. Und vielleicht braucht man Ideen für Me­thoden, die dann vielleicht hiermit aufgefasst sind, wie kann ich das machen.

PA2

[ 00:31:27 ] Ja, ich verstehe schon.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:31 ] Manche fragen sich ja auch, ich sehe die Kompetenz, aber wie soll ich das jetzt mit dem Schüler machen? Das ist die Frage, die aufkommt. Und das Wie ist ja dann vielleicht eben die Methode, wo man sagt, aha, da fehlt es mir noch im Curriculum, die Methoden. Manche haben das Intus, aber manche An­leiter haben den Gedanken der Anleiter.

PA2

[ 00:31:48 ] Die Idee ist ja, wenn ich sage, wir haben jetzt eine Anleitungssitua­tion, mir ist jetzt besonders wichtig, dass du ein gutes Patientengespräch führst, eine gute Anamnese machst, versuchst, ein Patiententherapeutenverhältnis auf­zubauen. Und dann ist es mir wurscht, ob der jetzt da eine Mobilisation macht oder nicht. Mir geht es jetzt nur um diesen einen Punkt. Ich möchte es da nicht allumfassend machen. Das hat mir bisher immer geholfen. Das wurde uns ja auch in den Anleiterschulungen so vermittelt, dass man konkrete Ziele setzt für eine Anleitungsstunde und die dann auch, da der Fokus erst einmal da drauf ist. Das war jetzt sogar erst im Februar, glaube ich. Okay. Also das hat mir geholfen, diese Fortbildungen. Ja, genau. Deswegen tue ich mir jetzt gerade noch ein biss­chen schwer. Ja, ich verstehe die Idee von dir, habe ich verstanden, dass man dann wieder darauf zurückkommt. Aber das sind halt die Methoden, die wir bei­gebracht kriegen.

PA2

[ 00:32:52 ] Und die stehen schon auch hier drin. Also das ist ja das, was.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:56 ]Also da fehlst du ja quasi nicht dran

PA2

[ 00:32:57 ]Nein, eigentlich nicht. Das ist gut.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:00 ] Jetzt wäre natürlich auch witzig zu wissen, was würdest du einem Kollegen, einer Kollegin empfehlen, die derjenige der Praxisanleiter werden möchte? Im Umgang mit diesem Curriculum, was wäre deine erste Empfehlung, die du da raushaust an so einen Kollegen, Kollegin?

PA2

[ 00:33:15 ] Also bei dem ist es ja doch recht leicht, weil wir haben ja schon fest­gestellt, es geht um irgendwie einen vollwertigen Therapeuten und eine gewisse Erwartung, die man hat, die man auch selber hat. Also zu sagen, hey, schau, leß du das mal durch? So würde ich mir das wünschen, dass wir arbeiten. Das wäre ganz schnell erledigt für mich.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:34 ]Also die erste Empfehlung wäre an einen, der Praxisanleiter werden möchte, durchlesen.

PA2

[ 00:33:40 ]Ja, vor allen Dingen sich selbst mal hinterfragen, bin ich vielleicht auch geeignet? Finde ich mich da wieder? Sind das meine Werte? Sind das meine Vorstellungen von einem ausgebildeten Therapeuten? Und das wäre für mich der Einstieg.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:57 ] Das ist etwas, das habe ich mir in einem Referat mal gehalten. Pra­xisanleitung, entscheidend ist dann oft die Haltung des Praxisanleiters, die ei­gene Haltung zu dem Beruf und zu dem Thema. Hast du da noch Impulse oder irgendwelche Anpassungsvorschläge allgemein, wie wir die Qualität der prakti­schen Ausbildung künftig vielleicht noch verbessern können?

PA2

[ 00:34:22 ] Also eine Sache, die mir schon länger ein Thema bei mir ist, ist na­türlich die Dauer des Praktikums. Ich denke, das ist jetzt was, was ihr schon stän­dig auch hört. Kann man das Praktikum anpassen, dass es beispielsweise vier oder fünf Wochen am Stück wären. Das hätte den Vorteil, dass man eingearbei­tete Auszubildende hätte. Das hätte den Vorteil, dass man mehr Zeit hat, den Auszubildenden auch auf den Zahn zu fühlen, vielleicht auch Schwächen besser herauszuarbeiten. Das ist halt immer ein bisschen schade, wo man das Gefühl hat, jetzt kennt man den, jetzt weiß man, wo er steht, wo es ihm fehlt, hat vielleicht auch selber schon gutes Feedback gegeben. Und dann ist er weg. Dann ist vor­bei.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:09 ] Das ist so ein konkreter Vorschlag. Das ist gut. Noch so ein Vor­schlag? Noch in der Richtung irgendwas? Oder ist das so das Hauptding, wo man sagt, dann wird's.

PA2

[ 00:35:21 ] Die Frage war, was man noch.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:23 ] Wie man die praktische Ausbildung noch qualitativ, noch mehr ver­bessern könnte.

PA2

[ 00:35:31 ] Also im Großen und Ganzen muss ich sagen, bin ich echt immer zufrieden mit dem, was wir kriegen an Auszubildenden. Es hat selten mal nicht geklappt. Die Schüler sind in der Regel auch offen, nehmen was an. Es gab jetzt aus den 10, 15 Leuten, die wir jetzt hatten, mal einen, wo es wirklich mal ein bisschen Probleme gab, wo irgendwas, wo einfach was nicht angenommen hat. Vielleicht auch dann eher gesagt hat, nee, mach ich nicht. Aber im Großen und Ganzen, ja, das ist schon auch was, wenn du als Auszubildender im zweiten Lehrjahr in die Praxis gehst und dann hier Tür zu, mach mal. Ich habe da echt Respekt davor, wenn ich den Auszubildenden sage, was ich von ihnen erwarte. Dass die da nicht denken, um Gottes Willen.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:23 ] Aber das hebt vielleicht auch deren Selbstbewusstsein, wenn sie so etwas machen dürfen.

PA2

[ 00:36:28 ] Ja, und so nehme ich es ja auch wahr. Die nehmen das an und ar­beiten mit dem, was sie halt können oder haben und machen sich Gedanken, bereiten sich vor, der eine besser, der andere schlechter.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:42 ] Sehr gut. Also den Vorschlag habe ich auf jeden Fall mal aufgenom­men. Das ist schon mal da. Gibt es aber noch andere Themen, die wir jetzt noch gerade angesprochen haben, wo du sagst, das würdest du noch gerne kundtun.

PA2

[ 00:36:55 ] Ja, ich meine, das ist auch wieder mein Problem mit der Planung, dass ich halt bei den nächsten Stunden, wenn der Lehrer kommt, eigentlich nie mit dabei bin. Aber der XXX, der macht das natürlich Nachmittag, dann nimmt er meistens einen Donnerstag und das ist halt wahrscheinlich sein Lieblingsdach von der Zeit her, da bin ich halt nie da. Ich meine klar, die Wege sind kurz, ich kann ihn anrufen, wir können uns austauschen, machen wir auch. Aber ich weiß halt auch, dass Kollegen teilweise sich das planen, um dann auch dabei zu sein.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:24 ] Und das ist direkt möglich.

PA2

[ 00:37:26 ] Ja, dann scheitert es oft, dass es einfach ziemlich bei mir nicht klappt. Vielleicht wäre das noch, also da würde der Austausch auch vielleicht zwischen dem Praxislernbegleiter und mir halt noch sich verbessern.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:38 ] Also ihr habt ja einen guten Kontakt, das weiß ich, aber persönlich geht es halt dann oft nicht. Da kann jetzt letztlich wahrscheinlich, da muss man schauen, wer kann denn da rücken. Vielleicht geht es ja bei ihm dann doch ir­gendwann mal.

PA2

[ 00:37:51 ] Ja, ich sage deswegen, ich mache da jetzt deswegen kein Thema draus, aber ich weiß, dass ich das in der Regel selber ein bisschen... mehr steu­ern müsste. Und ich habe immer geguckt, wie passt es gerade. Ne, passt nicht. Okay, gut. Vielleicht beim nächsten Mal.

LEITNER, SVEN

[ 00:38:04 ] Verstehe. Okay, sehr schön. Dann sind wir fertig. Ich danke dir. Ich stoppe jetzt erstmal hier.

5. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.3 (PA3)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern

Sven Leitner (Lernbegleiter)

Begrüßung und Einführung des Gesprächs

Fragen zur Praxisanleitung und Anzahl der begleiteten Auszubildenden

PA3

Tätig im Bereich der orthopädischen Rehabilitation

Teilt sich die Anleitung mit drei Kollegen

Hatte drei Auszubildende im siebten Praktikum

Seit zwei Jahren Praxisanleiterfortbildung, seit sieben Jahren Praxisanleitung

Das Praxiskurrikulum konnte gut in den bestehenden Konzepten integriert wer­den

Einige Punkte, wie Gesetzeskonforme Handlungen, waren schwieriger umzuset­zen

Insgesamt gute Unterstützung durch die Führungskräfte

Keine direkten Rückmeldungen von Auszubildenden zum Praxiskurrikulum

Gute Zusammenarbeit mit den Praxisanleitern im eigenen Fachbereich, weniger mit anderen Bereichen

Empfehlung, das Praxiskurrikulum mit dem schulischen Curriculum abzugleichen

Vorschlag, konkrete Umsetzungsideen für die Mikroebene in das Curriculum auf­zunehmen

Sven Leitner (Lernbegleiter)

Nachfragen zur Umsetzung und Herausforderungen des Praxiskurriculums Diskussion über Theorie-Praxis-Transfer und Weiterentwicklung des Curriculums Fragen zur Rolle und Erfahrung des Praxisanleiters

Nächste Schritte:

Abgleich des Praxiskurriculums mit dem schulischen Curriculum, um Theorie­Praxis-Bezüge zu stärken.

Aufnahme konkreter Umsetzungsvorschläge für die Mikroebene in das Praxis- kurrikulum.

Weitere Vernetzung und Austausch zwischen Praxisanleitern unterschiedlicher Fachbereiche anregen.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:01 ] Zur Aufnahme läuft, also heute 26.09. mit dem XXX hier. XXX, in welchem Fachbereich bist du im Einsatz als Praxisanleiter und wie viele Auszu­bildende hast du im siebten Pflichtpraktikum begleitet?

PA3

[ 00:00:16 ] Wir sind in der orthopädischen Reha. Ich teile mir die Anleitung mit drei anderen Kollegen. Wir hatten vier Schüler da, aber ich glaube es waren nur drei im Praktikum, wenn ich es richtig im Kopf habe. Genau, drei Schüler im sieb­ten Praktikum und einer zusätzlich.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:39 ] Und hast du in den drei Wochen deine Praxisanleitung durchgehend auch gewährleisten können?

PA3

[ 00:00:44 ] Ja, das ist bei uns kein Problem.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:48 ] Sehr gut. Seit wann machst du denn Praxisanleitungen? Und seit wann hast du die Praxisanleiterfortbildung?

PA3

[ 00:00:55 ] Ich habe die Praxisanleiterfortbildung, die habe ich vor zwei Jahren gemacht. Also in der zweiten Runde, wo sie war. Praxisanleitung mache ich seit sieben Jahren.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:12 ] Demnach auch für andere Schulen, die dann da waren.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:15 ]Genau. (Speaker 0)

LEITNER, SVEN

[ 00:01:15 ]Okay, super. Prima. Okay, dann erstmal so ganz grob und generell erstmal. Wie hast du denn diese Einführung und die Umsetzung von dem Praxis- kurriculum in deinem Fachbereich empfunden oder erlebt?

PA3

[ 00:01:30 ] Wir mussten nicht so viel ändern. Wir hatten schon viele Punkte, die auch im Curriculum stehen, integriert. So Kleinigkeiten müssen wir jetzt noch schauen, dass wir besser integrieren, aber im Großen und Ganzen eigentlich problemlos.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:50 ] Führst du das zurück auf die Kooperation von damals mit anderen Schulen zurück?

PA3

[ 00:01:58 ] Unser Konzept wächst nach und nach immer weiter. Wir hatten schon interne Fortbildungen integriert. Die haben wir jetzt nur angepasst auf das Curri­culum. Aber ja, es ist ein stetiges Wachsen auch bei uns. Wir wollen uns auch weiterentwickeln. Von daher kann ich jetzt nicht sagen, dass es mit den anderen Schulen so viel zu tun hat. Da war es ganz anders.

PA3

[ 00:02:29 ] Gab es da ein Praxiskurriculum von den anderen Schulen? (/Sepaker 1)

LEITNER, SVEN

[ 00:02:32 ] Nein, da gab es kein Praxiskurriculum. (Speaker 0)

LEITNER, SVEN

[ 00:02:36 ] Okay, ist das jetzt erstmal auch generell erstmal gefragt, dass Pra­xiskultur so eine hilfreiche Orientierung für den Verlauf von so einem Praktikum, also mit dem siebten sozusagen, das jetzt war?

PA3

[ 00:02:48 ] Ja und nein. Also es gibt schon einen guten Anhalt, wo die Schüler sein sollten in dem Praktikum. Aber es ist auch teilweise schwierig, wirklich das Curriculum. komplett mit auf dem Schirm haben zu können, weil es einfach sehr viel ist. Wir haben da uns die Oberpunkte genommen, haben geschaut, was da jetzt, also Oberpunkte meine ich jetzt eher diese Punkte, nicht Kompetenz­schwerpunkt, sondern, ich weiß nicht, wie man die gerade nennt.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:28 ]Oder den Handlungskompetenzen sind es dann. Da gibt es Überbe- grifflichkeit auch.

PA3

[ 00:03:33 ] An denen haben wir uns orientiert.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:40 ] Kommen wir mal zum Verständnis von Struktur und Formulierung. Und zwar, wie klar und nachvollziehbar findest du die Kompetenzziele, die da drin stehen, von der Struktur her, wie es aufgebaut ist und wie sie formuliert sind in diesen Praxiscurriculum.

PA3

[ 00:03:53 ] Ich glaube, da haben wir einen großen Vorteil, da ich auch mit einem normalen Curriculum arbeite. Für mich und für uns war es verständlich, also wir hatten keine Probleme damit, umzugehen und zu wissen, was gemeint ist.

PA3

[ 00:04:07 ]Was meinst du mit normalem Curriculum noch? (Speaker 1)

PA3

[ 00:04:09 ]Mit dem Schulcurriculum.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:11 ] Aus der Schule, okay. Weil du halt auch der Begleiter hier bist. Somit konntest du das ziemlich klar verstehen. Ja, sehr gut. Deine persönlichen eige­nen Vorstellungen sind jetzt hier gefragt und zwar inwieweit findest du, dass diese Inhalte, also diese Handlungskompetenzen oder auch diese Kompetenzschwer­punkte in dem Curriculum mit deinen eigenen Vorstellungen übereinstimmen, was gelungene praktische Ausbildung angeht.

PA3 [ 00:04:40 ] Ich blättere nochmal kurz durch. Bei Kompetenzschwerpunkt 4 haben wir uns ein bisschen gefragt, wie wir das umsetzen sollen. Ansonsten sind wir da ganz gut mit zurechtgekommen. Also entspricht auch den Vorstellungen, die wir haben, was die Schüler mitbringen sollen und was wir vermitteln können.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:25 ] Aber da kommen wir noch drauf, da bist du an dem Punkt, wo du sagst, was konnte man jetzt besonders gut umsetzen oder nicht umsetzen. Aber das nehmen wir uns dann gleich noch vor. Wie habt ihr denn generell eigentlich diese Kompetenzen, die da beschrieben werden oder vielleicht auch Methoden aus dem Curriculum im Alltag so umgesetzt konkret? Wie habt ihr das so umge­setzt und gesagt, jetzt nehme ich das mit rein an die Schüler und wie habt ihr das dann gemacht?

PA3

[ 00:05:58 ] Ja, ich suche wieder. Ich habe ein wunderschönes Beispiel dafür, aber ich weiß nur wieder nicht, wo es steht. Weißt du zufällig, wo Rezeptwissen mit verankert ist? Dafür zum Beispiel.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:19 ] Warte mal, ich such dir gleich. Aber erzähl ruhig mal.

PA3

[ 00:06:22 ] Wir haben ein super Team von Rezeptionskräften und haben da in­terne Fortbildungen mit dem Hintergrund, was muss auf dem Rezept stehen, ein­gearbeitet, was ist wichtig, das vorhanden ist. Zum anderen haben wir die Befun­dung noch mal mehr in den Vordergrund gestellt. Das heißt, wir haben versucht, mehr Hospitate von den Schülern bei Neuaufnahmen in der Reha mit reinzubrin­gen. Wir haben den Schülern auch nochmal als Aufgabe gegeben, sie sollen ne­ben dem Befund für die Schule nochmal den Befund machen, den wir gemeinsam dann besprochen haben. Bei der Befundaufnahme selbst haben wir auch ge­schaut, dass Minimum einmal eine Befundung. Genau. Kompetenzpunkt 3 wäre jetzt das mit den Rezepten.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:22 ]So berufliche Identität entwickeln lassen.

PA3

[ 00:07:25 ]Genau. Das konnten wir ganz gut jetzt nochmal vermehren in dem, was wir bisher hatten.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:36 ] Okay, da seid ihr schon sehr konkret geworden in dem Bereich. Gab es aber generell trotzdem in der Umsetzung auch so Hürden und Herausforde­rungen, wo ihr sagt, das konntet ihr jetzt gar nicht so umsetzen? Da hast du vor­hin schon mal ein bisschen was anlauten lassen. Ich glaube in dem ökologischen Bereich, Kompetenzschwerpunkt 4.

PA3

[ 00:08:01 ] Ja genau, dieses Gesetzeskonforme, da hatten wir einfach so ein bisschen Schwierigkeiten, auf was das genau abzielen soll. Hygienevorschriften, klar, das konnten wir bisher auch. immer schon mit eingearbeitet gehabt. Ener­giesparen, wie wir da jetzt nochmal konkret werden sollten, war für uns jetzt nicht so verständlich. Abfallentsorgung haben wir gezeigt, wie es bei uns läuft und auch datenschutzrechtlich, wie das da läuft. Aber im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen, wie wir da jetzt noch genauer werden sollen, haben wir keine Idee.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:53 ] Okay. Aber das sind jetzt letztlich schon, wo du sagst, da hast du jetzt Schwerpunkte und Kompetenzen, die weniger gut funktionieren oder vorhin auch was ganz gut funktioniert. Aber gab es allgemein Hürden und Herausforde­rungen zu sagen, ich nehme jetzt das Curriculum und benutze es in der Praxis? Gab es generell, ohne dass man jetzt einen offenen Kompetenzschwerpunkt gibt, also eher sozusagen, hattet ihr Schwierigkeiten von der Zeit, hattet ihr Schwie­rigkeiten mit dem Patienten, was es angeht, dafür herzubekommen?

PA3

[ 00:09:20 ] Bei uns geht es echt gut, da unsere Chefs da auch eigentlich dahinter sind, dass wir eine gute Ausbildung gewährleisten sollen. Und wir haben da freie Hand. Was heißt freie Hand? Wenn es ein Übermaß annehmen sollte, wenn jetzt jemand von uns nur ausgebrannt ist, um die Praxiseinheiten zu planen. Das würde nicht gehen. Aber wir dürfen uns da schon die Zeit nehmen, um auch vor­zubereiten, nachzubereiten, mit den Schülern interne Fortbildungen zu machen. Das funktioniert alles ganz gut.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:02 ] Das klingt schon mal recht gut. Gab es konkret und wenn ja, in wel­chem Bereich eine Beobachtung, wo du sagst, da habe ich eine Verbesserung festgestellt, gerade in dem Bereich Theorie-Praxistransfer, den du vorher nicht so erkannt hast.

PA3

[ 00:10:21 ] Durchs Curriculum meinst du? Wie gesagt, unser System wächst die ganze Zeit. Ich weiß jetzt nicht, ob wir es wirklich auf einen Punkt jetzt konkret festlegen können. Es war eine gute Stütze, um nochmal zu schauen, was wir schon machen, wo wir uns noch verbessern können. Wir haben noch nicht alles umsetzen können. Da sind wir jetzt so nach und nach dran, immer mehr einzu­arbeiten. Von der Praxisanleitung wirklich viel verändert hat sich dadurch nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:55 ] Und bei den Auszubildenden, ist da was beobachtbar gewesen?

PA3

[ 00:11:04 ] In welcher Hinsicht meinst du?

LEITNER, SVEN

[ 00:11:05 ] Dass man merkt, dass sie jetzt sagen, anhand dessen, was sie an Praxis-Curriculum stehen haben, hat sich bei denen auch ein bisschen das ver­bessert, dass sie das, was sie in der Schule lernen, auch mehr rübernehmen in die Praxis und transferieren.

PA3

[ 00:11:18 ] Da habe ich keine Veränderungen gemerkt.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:22 ] Hat sich denn in der Qualität mit den Anleitergesprächen und Feed­back durch die Nutzung des Curriculums etwas geändert?

PA3

[ 00:11:36 ] Feedback-technisch glaube ich, dass unsere anderen Kollegen, de­nen haben wir das Curriculum vorgestellt, ein bisschen genauer geworden sind. Also die Rückmeldungen, die wir bekommen, die Schüler sind nicht nur bei uns dabei, die sind bei allen Kollegen dabei. Und die Feedbacks, die wir von den Kollegen bekommen haben, sind ein bisschen detaillierter und auch eher auf das bezogen, was wir so bewertungstechnisch dann auch benötigen, war bisher nicht so.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:12 ] Also ein bisschen mehr Klarheit, könnte man auch sagen. Sind die Gespräche aber an und für sich dadurch professioneller geworden vom Gefühl her?

PA3

[ 00:12:20 ] Wir können konkreteres Feedback geben, da wir einfach mehr und bessere Informationen von allen Bereichen bekommen. Und die Kollegen geben auch direkt nach den Behandlungen besseres Feedback. Das haben wir schon gesagt bekommen.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:41 ] Hat das für dich eigentlich, dieses standardisierte, was in dem Pra­xiscurriculum letztlich so drin ist, eine Auswirkung auf deine Anleitung, in kompe­tenzorientierte Anleitung, in deiner Betreuung oder in deiner Beurteilung? Mit den Auszubildenden natürlich.

PA3

[ 00:13:03 ] Da wir vorher schon ein System hatten und das recht ähnlich war, hat es wenig Auswirkungen bei uns.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:11 ] Also du hast ja letztlich auch gesagt, okay, ich kriege mehr Transpa­renz und konkret. Aber tut sich da bei dir was, wenn du sagst, du führst jetzt eine Anleitung durch und hast so diese Kompetenzen, die da stehen? Macht es bei dir was persönlich, sag ich jetzt mal, dass du zum Beispiel sagst, ich merke dann auch, da ist die Zufriedenheit ein bisschen besser bei den Schülern, Auszubil­denden und bei dir vielleicht auch.

PA3

[ 00:13:38 ] Wie gesagt, wenig, da wir vorher schon ein Konzept hatten. Jetzt konnten wir das Konzept schriftlich den Kollegen geben. Das Feedback hat sich dadurch verbessert. Ich weiß nicht, wie die Anleitungen bei den Kollegen sind. Unsere Anleitungen, von uns vier bin ich mir sicher, dass 70% wir vorher schon an dem Curriculum dran waren. Ich denke, für die 100 Prozent, das dauert noch, aber da sind wir schon auf einem guten Weg.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:07 ] Aber denkst du jetzt, ich meine, du sagtest ja, ihr habt ja schon viel im Vorfeld schon in der Richtung gehabt, aber leistet das trotzdem irgendwie noch einen Beitrag für die Weiterentwicklung?

PA3

[ 00:14:15 ] Klar, es gibt nochmal Struktur. Wir können genauer sagen, wer kommt und was für Inhalte von den Fortbildungen sind jetzt angebracht. Wir ha­ben verschiedenste Arten von Fortbildungen. Im Therapiebereich geben wir Ein­blicke außerhalb von dem Schulischen. Zum Beispiel haben wir eine Kollegin, die TCM macht. Da geben wir einen kleinen Einblick. Jetzt das mit den Rezepten können wir leichter abbilden.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:45 ] Das ist auch sehr schön, das stimmt. Hast du generell so Ideen, wie man diese curriculare Arbeit an diesem Curriculum, also wenn man das hat, man möchte da noch was dran tun? noch stärker auch mit in diese Schulentwicklung, da du ja auch Lernbegleiter hier bist, mit einbinden kann. Gibt es da Gedanken, wo du sagst, Mensch, hier in die Schulentwicklung wollen wir diese curriculare Arbeit an dem Praxiscurriculum irgendwie noch besser einfließen lassen.

PA3

[ 00:15:17 ] Ich glaube, ein Gegenüberstellen von beiden Curriculums würde da schon gut helfen, dass man eben das schulische Curriculum mit dem Praxiscur­riculum ein bisschen abgleicht. Also nicht in dem Sinn, dass die nicht zusammen­passen, sondern dass man den Praxisanleitern auch die Möglichkeit, ich denke, die haben die Möglichkeit mittlerweile, also wir kennen beide, dass man da mal gegenüberstellt, was sollte in der Zeit, wo sie da sind, gekonnt werden, was wird wirklich gekonnt.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:59 ] Okay. Gibt es da generell schon Erfahrungen an curricularer Weiter­entwicklung oder Schulentwicklungsprozessen? Hast du da schon Erfahrungen, wie man das anpassen kann, solche Sachen? Also die Idee hast du, aber auch schon Erfahrung gesammelt in irgendeiner Form, das durchgeführt zu haben?

PA3

[ 00:16:18 ] In meinem Unterricht ja, aber in der Praxis jetzt noch nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:23 ] Also im Unterricht schon, aber jetzt in der praktischen Ausbildung, da gibt es auch keine Erfahrungswertung. Das ist okay, das wollte ich immer nur so wissen. Okay, dann gehen wir mal kurz ein bisschen raus in die Kommunikation, könnte man fast sagen, oder in die Kooperative. Wie erlebst du die Interaktion mit den Lernbegleitern, also die Lehrer aus der Schule oder den anderen Praxis­anleitern oder den Auszubildenden bei der Umsetzung?

PA3

[ 00:16:54 ] Mit den anderen Praxisanleitern eher schwierig. Also mit meinen drei anderen sehr gut.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:02 ]Also in der Fachabteilung sehr gut?

PA3

[ 00:17:04 ]In der Fachabteilung sehr gut, aber in den anderen Fachabteilungen eigentlich gar nicht. Wir sind in einem anderen Gebäude, wir sehen die.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:13 ] Also gibt es keine Interaktion mit denen. Aber mit den Praxisanleitern aus deinem Fachbereich habt ihr eine gute Interaktion. Mit den Praktikumsbe­treuern, also auch die Lernbegleiter aus der Schule, gab es.

PA3

[ 00:17:28 ] Sind wir mit dir eigentlich immer ganz gut in Kontakt, wenn was ist, können wir da auf jeden Fall auf dich zurückkommen.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:37 ] Und mit den Auszubildenden, jetzt im Kontext Umsetzung curricularer Vorgaben, also die Auszubildenden haben das Curriculum ja auch erhalten. Ha­ben die sich ausgetauscht mit euch bezüglich dessen oder gab es da Konfronta­tion?

PA3

[ 00:17:52 ] Nein, es ist interessant, dass du sagst, die haben es schon. Ich wusste, dass sie es bekommen sollen. Weil es war eher so die Aussage, sie bekommen es erst noch.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:04 ] Das haben alle erhalten vor dem siebten Pflichtpraktikum.

PA3

[ 00:18:09 ] Das war so die Aussage, die bei uns ankam, dass sie es danach dann erhalten.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:16 ] Nein, die haben alle das vorweg bekommen, jeder für seinen Fach­bereich, wo er im Einsatz ist.

PA3

[ 00:18:22 ] Dann kann ich da wenig sagen, weil wir waren auf dem Stand, es kommt danach.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:29 ] Also dann sind sie nicht direkt mit euch in Konfrontation gekommen, die Auszubildenden. Okay. Das heißt, die Rückmeldung, die jetzt vielleicht von den Praxisanleitern oder Kollegen kam, zu dem Ganzen, gab es da welche? Und wenn ja, welche war da, die häufigste Rückmeldung jetzt hat?

PA3

[ 00:18:50 ] Also von uns vier ist die Rückmeldung, dass es nochmal eine gute Struktur gibt. Es ist schwer, alles umzusetzen. Das werden wir, denke ich, auch nicht hundertprozentig schaffen. Aber es gibt eine schöne Struktur. Das merken wir jetzt auch am Feedback.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:12 ] Wie können wir das jetzt in die Weiterentwicklung von dem Curricu­lum einfließen lassen? Die Struktur ist gut, also das sollte man so beibehalten. Aber wenn wir es weiterentwickeln, was wäre dann vielleicht zu tun? Du sagtest gerade, es ist viel. Sollte es weniger sein?

PA3

[ 00:19:33 ]Das weiß ich eben nicht. Sagen wir mal so, es wird Zeit brauchen, um es wirklich komplett umsetzbar zu machen. Aber an sich, die Themen, die drinnen stehen, sind wichtig, sind auch gut. Wir müssen jetzt für uns noch rausfinden, was davon ist jetzt das, was von uns erwartet wird, dass wir weitergeben. Und was bringen die Schüler schon mit? Genau. Das fehlt mir so ein bisschen in den einzelnen Punkten, dass immer da steht, die Auszubildenden beobachten, ma­chen dies, machen jenes, aber was bringen sie schon mit? Der Punkt fehlt uns ein bisschen.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:35 ] Habe ich mir auch mal notiert. Sehr schön. Wie lebst du deine Rolle als Praxisanleiter in dem Spannungsfeld zwischen deiner Arbeitsplatzanforde­rung und diesen curricularen Vorgaben? Da geht es ja auch um die 10% Praxis­anleitungszeit. Wie erlebst du das einfach letztlich?

PA3

[ 00:20:56 ] Mein Plan verschiebt sich meistens so fünf bis zehn Minuten nach hinten bis zur Pause und bis zum Feierabend dann wieder. Aber ansonsten läuft es sehr gut. Alle Praxisanleiter sehr bemüht, möglichst alle Fragen von den Schü­lern beantworten zu können. Wenn wir mal was nicht beantworten können, lesen wir nach. Hat sich jetzt aber mit dem Praxiscurriculum nichts für uns geändert.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:34 ] Bei euch läuft es ja ganz gut, so wie sie es anhört. Denkst du den­noch, da gibt es Faktoren, die es beeinflussen würden, was Akzeptanz und Mo­tivation angeht, mit dem Praxiscurriculum dann weiterzuarbeiten? Oder sagst du, Mensch, ist eigentlich alles schon da an Akzeptanz und Motivation? Könnte ja auch sein.

PA3

[ 00:21:54 ] Ja, es sind so manche Punkte, die einfach schwierig umzusetzen sind. Es braucht Zeit. Wir werden es nicht. In dem Jahr werden wir nicht mehr alles vom Praxiscurriculum umsetzen können. Das schaffen wir nicht. Aber ich denke schon, dass es mit der Zeit alles umsetzbar ist. Und die Akzeptanz von uns vielen ist auf jeden Fall da. Es gibt einen schönen Rahmen, nur schwer um­zusetzen.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:35 ] Gibt es dennoch vielleicht, jetzt ist es erstmal da, aber wenn es um die Implementierung geht, das ist ja nur für das siebte Pflichtpraktikum gewesen und es hat jetzt erstmal so seinen Einklang gefunden hier, aber gibt es im Bereich der Ebenen, wo so ein Curriculum implementiert ist, noch aus deiner Sicht Ver­besserungen? Das heißt, wir haben ja so curriculare Ebenen in der Makro-Ebene, Meso-Ebene, Mikro-Ebene. Die Makro-Ebene ist ja gut, das ist alles rechtlcih vor­gegeben, Lehrplan und so weiter, aber Meso-Ebene ist ja letztlich auch die Pla­nung und Strukturierung von solchen Dingen, Ausgestaltung eines Curriculums, da ist das ja schon mal verankert. Mikro-Ebene heißt ja, Wir müssen da ins Detail gehen, wie kann ich mir jetzt Lehr- und Lerngestaltung da einbinden. In der prak­tischen Ausbildung, im Unterricht, sprich auch letztlich so Methoden. Auf welchen dieser Ebenen, also findest du, könnte man quasi das Curriculum noch verbes­sern und noch besser einbinden?

PA3

[ 00:23:31 ] Mikroebene. Also da wäre es ganz hilfreich, wenn vielleicht noch ein paar Vorschläge mit drin stehen würden, wie man das umsetzen kann. Es steht immer da, was beobachtet wird, was gekonnt werden soll, aber wie kann man es umsetzen? Also zum Beispiel Kompetenzschwerpunkt 5, Gefahren und Notfall­situationen. Die Auszubildenden beobachten und analysieren die Situation im Therapieumfeld und potenzielle Gefahrenquellen für Patientinnen und Patienten sowie für sich selbst und das Team frühzeitig zu identifizieren. Bringen Sie das schon mit? Gibt es da was, wie wir da noch drauf einwirken können? Wie kann man da was machen? Das Wie fehlt uns ein bisschen.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:47 ] Da braucht es quasi Ideen letztlich in der Richtung. Das ist dann Mikroeben. Okay.

PA3

[ 00:24:48 ]Ist alles selbsterklärend, aber wie bekommt man die Schüler genau da nochmal drauf?

LEITNER, SVEN

[ 00:24:56 ] Da bräuchte es dann Vorschläge, ja. Okay, verstehe ich. Was wür­dest du denn persönlich Kolleginnen oder Kollegen empfehlen, die neu als Pra­xisanleiter anfangen im Umgang mit dem Curriculum?

PA3

[ 00:25:06 ] Durchlesen.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:06 ]Durchlesen. Das ist eine ganz klare Aussage. Durchlesen. Und wahr­scheinlich dann auch Fragen stellen, nehme ich mal an.

PA3

[ 00:25:13 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:15 ] Wenn es um das geht, dass wir sagen, wir wollen qualitativ die prak­tische Ausbildung noch verbessern, gibt es da noch bei dir Impulse oder Anpas­sungen, wo du sagst, dadurch könnte man es vielleicht sogar noch schaffen, noch besser zu werden?

PA3

[ 00:25:27 ]In welchem Bereich? Im schulischen Bereich oder im Praxisbereich?

LEITNER, SVEN

[ 00:25:32 ]Ganz offen.

PA3

[ 00:25:38 ] Wir lesen uns, oder wie du schon vorgeschlagen hast mit den Videos,

LEITNER, SVEN

[ 00:25:43 ]Behandlungsvideos oder Technikvideos. Ja, genau.

PA3

[ 00:25:47 ]dass wir den Zugriff als Praxisanleiter noch bekommen, weil es gibt Techniken und es gibt Techniken. Jeder zeigt sie ein bisschen anders, die Griff­haltungen variieren. Dass wir da einfach an einem Strang ziehen können, wäre es ganz gut, dass wir da alle das selbe Material zur Verfügung haben.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:13 ] Also da sprichst du ja letztlich den Theorie-Praxis-Transfer an.

PA3

[ 00:26:16 ]Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:16 ]Das ist ja das, was man sagt, da müsste man noch ran und da wäre eins für dich jetzt, wo du sagst, wie die Techniken im fachpraktischen Unterricht in der Schule unterrichtet werden, so möchtest du es einfach mal sehen.

PA3

[ 00:26:29 ] Genau, dass wir einfach da anknüpfen und nicht dann die Techniken verändern, obwohl sie in der Schule so gewollt sind.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:39 ]Das ist doch konkret. Gibt es noch andere Themen, wo du sagst, die haben wir jetzt gar nicht angesprochen, oder würdest du gerne darüber sprechen oder was sagen?

PA3

[ 00:26:47 ] Nö.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:50 ] Auch sehr konkret. Dann danke ich dir vielmals.

6. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.4 (PA4)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern:

Zusammenfassung der Praxisanleitung nach Sprechern

PA4

Hatte zwei Auszubildende im 7. Pflichtpraktikum

Ist seit März 2024 Praxisanleiter und hat das Basismodul 1 im Februar und Ba­sismodul 2 im Oktober absolviert

Fand die Einführung in das Praxiscurriculum zunächst überfordernd, da sie nur Teilzeit auf der Station ist und neben der Praxisanleitung auch noch Patienten versorgen muss

Hat sich dann darauf konzentriert, pro Tag einen Kompetenzschwerpunkt zu be­arbeiten, um den Überblick zu behalten

Fand die Struktur und Gliederung des Curriculums grundsätzlich verständlich, aber teilweise zu detailliert und umfangreich

Konnte durch das Curriculum die Beurteilung der Auszubildenden genauer und bewusster vornehmen

Führte intensivere Anleitungsgespräche mit den Auszubildenden und arbeitete enger mit der Kollegin zusammen

Empfand die 3 Wochen Praktikumszeit als zu knapp, um das Curriculum umfas­send umzusetzen

Schlug vor, entweder die Praktikumszeit zu verlängern oder das Curriculum zu komprimieren

LEITNER, SVEN

Diskutierte mit PA4 über deren Erfahrungen mit dem Praxiscurriculum Ging auf die Herausforderungen bei der Umsetzung ein, wie z.B. die knappe Zeit und den Theorie-Praxis-Transfer

Erörterte Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, wie eine Verkürzung des Curricu­lums oder eine Verlängerung der Praktikumszeit

Sprach auch die Schnittstelle zur Schule an und die Möglichkeit, den Kontakt zwischen Praxisanleitern und Lehrern zu intensivieren

Nächste Schritte:

Überprüfung der Praktikumszeit und ggf. Verlängerung

Überarbeitung des Praxiscurriculums, um es kompakter und praxisorientierter zu gestalten

Intensivierung des Austauschs zwischen Praxisanleitern und Lehrern, z.B. durch Teilnahme an Praxisanleitertreffen

Einführung von mehr praxisorientierten Übungen und Simulationen in der schuli­schen Ausbildung, um den Theorie-Praxis-Transfer zu verbessern

LEITNER, SVEN

[ 00:00:00 ] Das läuft schon mal. Und da stoppen wir auch. Das läuft auch, siehst du mal. Was haben wir heute? Den 6.10. Ja. Und die XXX ist hier. XXX. Sage ich schon richtig so? XXX.

PA4

[ 00:00:14 ] Schnell gesprochen. Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:16 ] Erstmal die Frage, in welchem Fachbereich war denn dein Einsatz, also Praxisanleitung und wie viele Auszubildende hattest du in diesem siebten Pflichtpraktikum?

PA4

[ 00:00:23 ] Ich bin in der Gyn und hatte zwei Azubis.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:27 ] Zwei Azubis. Warst du in diesem siebten Pflichtpraktikum diese drei Wochen durchgehend Anleitung oder hast du irgendwie gefehlt?

PA4 [ 00:00:36 ] Moment, ich war vor zwei Wochen krank. Vor zwei Wochen war ich krank. Aber nee, das hat dann doch vorgeendet. Nee, dann war ich drei Wochen, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:48 ] Bis 19 ging es ja.

PA4 [ 00:00:50 ] Genau, und ich war die Woche drauf. Nee, dann war ich die drei Wochen komplett da. Habe es aber mit meiner Zweitkollegin trotzdem ein biss­chen geteilt. Also wir sind zwei Praxisanleiter in der Gyn. Und ich habe gesagt, wenn sie mal einen Azubi mit dabei hat, soll sie auch mal auf gewisse Punkte mit achten. Vielleicht fällt ihr ja was anderes auf als mir. Und dann haben wir uns ein bisschen zusammengesetzt und zusammengefiltert.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:15 ] Sehr gut. Da kommen wir ja noch dazu. Seit wann machst du Praxis­anleitung und hast du die Praxisanleitung gemacht?

PA4 [ 00:01:23 ] Ich bin noch dabei. Ich habe schon im Februar Basismodul 1 gemacht und jetzt im Oktober kommt Basismodul 2.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:33 ] Da sehen wir uns ja.

PA4 [ 00:01:36 ] Und Praxisanleiter bin ich seit März 24, also da ungefähr. Also da habe ich angefangen und dann kurz ein paar Wochen später schon. Also ich bin im März 24 hierher gekommen und dann wurde gleich gesagt, ach du bist so engagiert, du passt zu uns rein und dann wurde ich gleich reingeschubst.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:57 ] Wäre das nicht was für dich?

PA4

[ 00:01:58 ] Genau. Zack.

PA4

[ 00:02:00 ] Genau, so nach dem Motto.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:03 ] Erstmal ganz grob zur Einstimmung. Wie hast du die Einführung und dann auch die Umsetzung erstmal nur grob von diesem Praxiscurriculum in dei­nem Fachbereich so erlebt?

PA4

[ 00:02:11 ] Also im allerersten Moment fand ich es überfordernd. Einfach aus dem Grund, dadurch, dass ich nur Teilzeit da bin, nur ein paar Stunden am Tag da bin, ich aber sowohl Praxisanleiter bin, sprich mich um Azubis kümmere, gleichzeitig aber auch noch meine Patienten auf Station habe, war die Zeit für mich enorm. Knapp, sag ich jetzt einfach mal. Dementsprechend war das für mich erstmal so, okay, jetzt muss ich in der ganz kurzen Zeit, die ich eh nur da bin, jetzt das auch noch irgendwo mit einbauen. Und das hat mich erstmal erschla­gen, muss ich ganz ehrlich sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:48 ] Das verstehe ich. Das heißt, diese Rolle als Praxisanleiter in diesem Spannungsfeld zwischen diesen Arbeitsplatzanforderungen und diesen curricu- laren Vorgaben.

PA4

[ 00:03:08 ] Das war ja irgendwo eine Frage.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:12 ] Das hast du jetzt schon in die Richtung geschoben. Aber vielleicht hast du da noch mehr Informationen, wo du sagst, ja, das ist eins.

PA4

[ 00:03:17 ] Ach ja, das war genau die Frage. Da habe ich mir irgendwas aufge­schrieben.

LEITNER, SVEN [ 00:03:20 ] Deine Zeit ist so ein Thema.

PA4 [ 00:03:22 ] Genau, genau. Also wir haben halt früh in der Gyn-Gruppe, wir müs­sen ja drei Stockwerke betreuen. Zur Gyn hält ja auch noch Innere mit dazu. Und da müssen wir uns früh ja wirklich unter uns vier Kollegen plus zwei Azubis ja erstmal besprechen. Wer macht welche Patienten und so weiter. Und dann war eben mein Problem eben die Zeit. Ich bin nur drei Stunden auf Station, soll aber in den drei Stunden die wichtigsten Patienten behandeln, plus noch die ganze Schülerrolle, Azubisrolle, Entschuldigung. Und da muss ich sagen, hat mir oft einfach die Zeit gefehlt, auch den Azubis. mehr zeigen zu können, was ich ei­gentlich gerne gewollt hätte. Also ich musste dann oft eher abbrechen und ein­fach sagen, sorry, ich muss jetzt gehen, schauen wir, dass wir es morgen ma­chen. Oder ich muss es immer irgendwie aufschieben und dann hat man am Ende halt gar nicht so alles geschafft, was man halt schaffen will.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:16 ] Hast du aber dann letztlich auf der Dokumentation auch geschafft, das siehst du, wenn du aufschreibst, diese 10% Praxisanleitungszeit? Das klappt? Aber dennoch ist ein großer Faktor diese Zeit. Diese Zeit.

PA4

[ 00:04:29 ] Ja. Also wenn man wirklich sich so intensiv mit den Azubis beschäf­tigen will. Merke ich halt als nur Teilzeit-Mami, dass mir die Zeit zu knapp ist. Also ab und zu, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:42 ] Okay, jetzt haben wir dieses Praxis-Programm ganz neu da. Und hat dir das trotzdem in dem Verlauf von diesem 3-Wochen-Praktikum irgendwie eine Orientierung gebracht? War das hilfreich?

PA4

[ 00:04:55 ] Ja, schon. Also ich muss sagen, ich habe mir halt dann erstmal nur so die oberen Stichpunkte.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:01 ] Die Kompetenzschwerpunkte?

PA4

[ 00:05:03 ]Genau, genau. Entschuldigung, so nennt man das. Genau, die habe ich mir erstmal nur so in den Kopf gesetzt und bin dann nochmal mit diesen, also ich habe eigentlich mir einen Schwerpunkt am Montag rausgesucht und bin an dem Montag nur mit diesem einen Schwerpunkt mit den Schülern losgegangen. Also dass ich mich am Montag nur zum Beispiel auf Kompetenz Schwerpunkt 1 konzentriert habe. Am Dienstag habe ich dann Schwerpunkt 2 genommen, weil ich sonst, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:31 ] Du hast schon gesagt, der Einstieg war ja erstmal überfordernd.

PA4

[ 00:05:34 ] Genau. Und so habe ich dann jeden Tag mir einen Schwerpunkt genommen. Und da ist mir wiederum aufgefallen, dass wir manche Punkte in unserem Alltag eher schon ein wenig schluderisch, ein wenig. Ja, ja, ja, ja. So eine Art auch Hygiene. Ja, der ist bestimmt hygienisch. Aber man guckt eigentlich doch gar nicht, ob er jedes Mal wirklich beim Reingehen oder Rausgehen die Hände desinfiziert. Und das habe ich dann durch dieses Curriculum dann wieder vermehrt beobachtet. Wo ich mir gedacht habe, okay, ja, das hat dann doch nur zur Hälfte funktioniert.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:14 ] Gut, das bietet dir quasi nochmal ein bisschen Feedback letztlich.

PA4

[ 00:06:18 ] Genau, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:19 ] Sehr gut. Und wie fandest du jetzt aber dann die Nachvollziehbarkeit und die Klarheit in diesen Zielen, diese Kompetenzziele, die da drin stehen und die Struktur, wie es geschrieben ist vom Aufbau her, wie ist das für dich so? Nachvollziehbar und klar formuliert oder schwierig?

PA4

[ 00:06:36 ] Also es war manchmal ein bisschen, ja, also für mich wäre es, glaube ich, einfacher gewesen, es wäre ein bisschen kürzer gefasst. Weil man hat dann immer die Seite vor sich liegen und dann denkt man immer, okay. Also ich habe oft eigentlich wirklich nur so diesen Punkt durchgelesen und die Pfeile, die sie dann unten drunter noch gemacht haben, die habe ich teilweise eher nur über­flogen, weil es mir manchmal dann einfach zu viel wurde.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:05 ] Ja, so ein Überpunkt, der vielleicht an Kompetenz da ist oder Hand­lungskompetenz, der wird dann nochmal ein bisschen aufgedröselt.

PA4

[ 00:07:11 ] Genau, genau. Also zu jedem einzelnen Folgestrich, Folgepfeil, den konnte ich jetzt gar nicht so wirklich noch ins Detail gehen. Also ich habe mir dann diese Punkte durchgelesen, angeschaut. Das war soweit verständlich. Es gab immer mal ein paar Wörter, klar, wo ich jetzt erst mal nicht weiter wusste, wie zum Beispiel das ICF-orientiert. Da stand ich erst mal wieder da. Okay, was meint er jetzt damit?

LEITNER, SVEN

[ 00:07:36 ] Nachgeforscht.

PA4

[ 00:07:36 ]Es hat sogar ein Azubi mir dann beantwortet.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:38 ] Sehr gut.

PA4

[ 00:07:40 ] Was meint er jetzt damit?

LEITNER, SVEN

[ 00:07:41 ] Da kommen wir dann nochmal drauf. Aber war es trotzdem dennoch vom Aufbau her?

PA4

[ 00:07:46 ] Ja, vom Aufbau her war es schon klar. Klar, okay.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:50 ] Und Struktur, wie es aufgebaut ist? Ich meine, die Unterpeiler hast du jetzt nicht immer beachtet.

PA4

[ 00:07:55 ] Genau, aber die Schwerpunkte 1 bis 8, die waren eigentlich ein roter Faden. Die haben mich erinnert an den Beurteilungsbogen, den wir jede Woche machen müssen. Und auf der ersten Seite sind ja auch so diese Punkte. Und da konnte ich viele Vergleiche, viele Verbindungen feststellen. Und das hat dann für mich einfach wieder eins gegeben. Also das war eigentlich gut gemacht, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:25 ] Das ist schön, dass du das gerade sagst mit dem Beurteilungsbogen, weil da die Frage sich stellt, welche Auswirkungen hat dieser standardisierte jetzt bei dir? Dieses Standardisierte und diese kompetenzorientierte Anleitung. Was hat es für eine Auswirkung dann gehabt auf deine Betreuung und auf deine Be­urteilung?

PA4

[ 00:08:49 ]Genau. Also wir haben ja dann am vorletzten Tag, besprechen wir uns ja immer schon in der Gruppe wegen dem Beurteilungsbogen. Und da muss ich sagen, ich habe den Beurteilungsbogen noch nie dann so bewusst wirklich und ins Detail beurteilt, wie es sonst davor war. Also davor war es dann oft so. Ja, der war teamfähig, ja, ja, ja, ja. Und so bin ich dann nochmal wirklich ins Detail reingegangen. Sprich, wir, also meine andere Kollegin, die auch Praxisanleiter ist, haben dann den einzelnen Punkt Teamfähigkeit, Flexibilität oder was da alles da vorne dran ist, Engagement. Da sind wir noch mal mehr in die Tiefe gegangen, haben uns mehr darüber unterhalten. Man hat die einzelnen Punkte das erste Mal noch tiefer, bewusster wahrgenommen und dann beurteilt. Ich glaube, wir haben dann wegen Härte auch die Noten gemacht. Weil uns dann so einige Fälle dann wieder mehr aufgefallen sind, was man bei den vorherigen Azubis vielleicht eher so, ja, würde schon gepasst haben. Und da bist du halt zum ersten Mal so richtig. Nee, das hat nicht so gepasst. Die Hälfte der Vorbehandlungen hat er vergessen, die Hände vielleicht am Anfang zu desinfizieren, was sich davor nie bewusst war.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:17 ] Also du findest schon, dass man sagt, du konntest das einfach effek­tiver und genauer beurteilen und individueller.

PA4

[ 00:10:23 ]Genau, ganz genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:24 ] Und bei der Anleitung in der Betreuungsphase, also wenn du Praxis­anleitungen machst. War es da auch ein bisschen anders mit dem Curriculum? Also du hast ja schon gesagt, Montag, Dienstag hast du dir was vorgenommen. Hat sich das dann dementsprechend auch in deiner Anleitung mit den Ausfüh­rungen geändert? Inwiefern denn?

PA4

[ 00:10:40 ] Ich habe mit den Azubis mehr und ausführlichere Gespräche geführt. Vorbehandlungen und Nachbehandlungen. Ich habe dann auch am Tag X, wenn ich jetzt für mich zum Beispiel Kompetenzschwerpunkt 1 hatte, habe ich dann auch zueinander zu, wie gesagt, ich habe dich jetzt mal beobachtet, inspiziert auf dieses Thema, mir ist dann aufgefallen, zum Beispiel. Genau, oder ich habe dann auch schon mal die Azubis schon auch vorgewarnt, also, was heißt vorgewarnt, aber ich habe schon gesagt, also morgen und übermorgen gehe ich mal bei je­dem eine Stunde mit und möchte gerne diesen Punkt oder diese zwei Punkte einfach mal genauer beobachten. Die Azubis waren natürlich dann noch mehr nervöser, habe ich gemerkt. Wäre ich aber auch an deren Stelle gewesen. Aber von einem Azubi kam auch die Rückmeldung, dass er das eigentlich ganz cool fand, dass ich mit ihm auch so gewisse Punkte, die eher so schluderisch bisher behandelt wurden, dann mal mit ihm ins Detail gegangen bin. Also da hat der eine dann auch ein positives Feedback mir gegeben.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:55 ] Da kommen wir auch gleich mal drauf zu sprechen. Aber ich nehme jetzt so mit, dass deine Anleitungsgespräche qualitativ gestiegen sind. So habe ich das jetzt ein bisschen verstanden. Du konntest einfach viel transparenter auch Feedback geben?

PA4

[ 00:12:09 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:10 ]Und fandest du dann deine Gesprächsführung einfach oder die Ge­spräche dann ein Stück weit professioneller dadurch?

PA4

[ 00:12:17 ]Ja, fand ich auch.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:18 ]Gut, weil das ist ja letztlich auch, das ist ja dann Schulqualitätssteige­rung letztlich. Genau. Das ist schon mal sehr, sehr schön.

PA4

[ 00:12:24 ] Also sowohl zu den Azubis als auch mit meiner Kollegin, die auch Praxisanleiter ist. Also wir haben so auch viel mehr unterhalten und viel mehr.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:34 ] Das ist sehr schön, weil das ist ja die Frage, wie hast du das erlebt, die Interaktion? Mit dem Curriculum, mit den Auszubildenden und mit dem an­deren Praxisleiter.

PA4

[ 00:12:42 ] Genau, genau. Richtig, genau. Also man hat sich halt trotzdem viel mehr Zeit gegeben und ich habe jetzt zum Beispiel mit meiner Kollegin wirklich viel mehr die Punkte besprochen. Uns ist auch aufgefallen, dass wir gewisse Punkte zu wenig beachten, wo wir jetzt mehr drauf achten sollten. Man kommt mit den Azubis, ja, da hat man mehr eine Harmonie, man kommt sich näher, indem man halt viel mehr miteinander redet. Manchmal passiert es so, wenn wir drüben am Überlaufen sind. Also du hast es jetzt gestern einmal bei mir gesehen.

Jetzt machst du das heute. Zack, zack, zack. Hier ist deine Liste mit Patienten. Geh los. Und da hat man sich einfach auch mehr mit den Azubis beschäftigt.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:36 ] Und der eine Azubi hat auch gesagt, er fand es gut. So hast du das formuliert. Das ist ja auch was, wo man sagt, das ist ja auch was wert. Würdest du jetzt in Summe gleich mal sagen, das war in Summe zufriedenstellender für alle? Dadurch, dass es jetzt so lief?

PA4

[ 00:13:52 ] Ja, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:56 ] Okay, jetzt hast du auch mit einem Lernbegleiter, also mit einem Lehrer aus der Schule, der zur Betreuung drüben war, auch Kontakt gehabt?

PA4

[ 00:14:03 ] Nein, leider nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:06 ] Gut. Aber jetzt die Gespräche mit den Auszubildenden oder mit den anderen Praxisanleitern. Ich weiß nicht, ob du mit anderen Praxisanleitern außer den direkten Kollegen auch mal kommuniziert hast.

PA4

[ 00:14:14 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:16 ]Welche Rückmeldung hast du in Bezug zu dem Curriculum eigentlich am häufigsten bekommen?

PA4

[ 00:14:21 ] Von den anderen Praxisanleitern jetzt?

LEITNER, SVEN [ 00:14:23 ] Erstmal Praxisanleiter, genau.

PA4 [ 00:14:26 ] Also ich habe mit zwei, dreien habe ich schon geredet. Die fanden auch, dass die Zeit zu knapp war. Also das hatten glaube ich wirklich alle. Wir hatten nur diese grob drei Wochen. Von den drei Wochen sind die Hälfte meiner Kollegen nur Teilzeit beschäftigt. Dann sind die Azubis, das war halt auch so ein bisschen bei manchen anderen noch das Problem, waren eine Woche noch krank. Dann wurden sie in Hyperthermie eingesetzt. Dann war halt noch das und das und das und das. Das heißt, von den drei Wochen hat man manchmal die Azubis nur anderthalb Wochen wirklich beurteilt und für diese anderthalb Wochen ist so ein umfangreiches Paket einfach zu knapp. Also man müsste glaube ich sowas eher über einen längeren Zeitraum machen.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:12 ] Also eine Art der Weiterentwicklung letztlich an, ja bei der Schulent­wicklung letztlich, könnte man mal sagen, wäre die Praktikumszeit dementspre­chend länger zu gestalten.

PA4 [ 00:15:24 ] Ja, also wir finden drei Wochen immer zu knapp. Also ich weiß noch aus meiner Zeit, ich habe am DEB gemacht. Ich war oftmals auch sechs Wochen am Stück in einem Fachbereich. Und drei Wochen ist halt echt knapp, wenn der Azubi wirklich noch eine Woche krank ist. Und dann sind noch ganz viele andere Termine mit eingeblockt. Dann arbeiten die mit uns manchmal nur anderthalb Wochen.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:48 ] Also das wäre so eine Idee, um zu sagen, qualitativ praktische Aus­bildung noch mehr verbessern wäre, zu sagen, mehr als drei Wochen. Ja. Das wäre so dein Vorschlag. Oder das war die Rückmeldung auch von den anderen?

PA4

[ 00:15:59 ] Genau, bevor, also wirklich nur drei Wochen Chirurgie und dann ir­gendwann in zwei Jahren nochmal drei Wochen Chirurgie, Orthopädie, lieber mal sechs Wochen. Da kann man was mit denen dann.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:09 ] Und jetzt in Anbetracht der Zeit, die da war, also das heißt, das Cur­riculum war auch in Aussage der anderen Praxisanleiter einfach zu mächtig für diese knappe Zeit. Gab es noch andere Aussagen?

PA4

[ 00:16:21 ] Nein, das war eigentlich eines der größten Probleme, die wir alle hatten.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:27 ] Also man könnte auch andersrum sagen, wenn man die drei Wochen nicht ändern kann, wäre einfach dieses Curriculum jetzt einfach too much für die drei Wochen.

PA4

[ 00:16:35 ] Ja, da müsste man, wenn dann, wirklich eher 1, 2 Praxiseinleiter komplett rausnehmen. Also komplett. dass man sagt, die gehen dann auch wirk­lich nicht mehr auf Stationen und behandeln noch Patienten, sondern konzent­rieren sich nur darauf. Okay, aber wenn jeder nur so da mal ein paar Minuten hat und dann warten trotzdem die Patienten auf Stationen, das ist halt immer so schwierig zu handeln manchmal.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:59 ] Verstehe. Also es gibt jetzt mehrere Ansätze, mehr Praxisanleiterzeit, kleineres Curriculum oder mehr Praktikumswochen.

PA4

[ 00:17:10 ] Genau, das wäre ideal, wenn irgendwas davon.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:14 ] Es gibt jetzt verschiedene Ansätze sozusagen. Wenn man nochmal auf das Curriculum mit diesen Kompetenzschwerpunkten und diesen einzelnen Handlungen drunter angeht, inwieweit stimmt das mit deinen eigenen Vorstellun­gen einer gelungenen praktischen Ausbildung überein?

PA4

[ 00:17:29 ] Moment, da habe ich mir auch Notizen gemacht. Genau, Schwer­punkt eins war aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachten. Das fehlt den Azubis noch sehr schwer. Das ist uns wirklich aufgefallen.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:55 ] Entspricht das aber letztlich, wenn du das mal so vor Augen führst, du hast ja ein bisschen gelesen das Ganze, ist das deine Vorstellung überhaupt von einer gelungenen praktischen Ausbildung, wenn man sagt, okay, das, was im Curriculum steht.

PA4

[ 00:18:09 ] Ja, das schon. Und es wäre auch wichtig, wenn die Azubis bis zum Examen auch den Patienten ganzheitlich sehen. Aber oftmals haben die noch so diesen Blick, er hat was am Knie und dann wird nur das Knie angeschaut. Aber es können ja vielleicht auch vom Rücken kommen. Und das fehlt noch manchmal, so dieses ganzheitliche einfach.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:32 ] Aber wenn man jetzt mal auf den einen Punkt so eingeht, also du sagst, ja, so wie das da drin steht, das wäre super, wenn das so wäre. Die junge praktische Ausbildung wäre letztlich dann auch dein Gedanke. So stellst du es dir vor. Ich meine, in deiner Ausbildung hast du es wahrscheinlich auch nicht so gehabt, wie alle anderen auch nicht.

PA4

[ 00:18:47 ]Richtig. Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:51 ] Wenn wir jetzt bei der Umsetzung gehen, dass wir sagen, man möchte das jetzt umsetzen, gab es da Hürden und Herausforderungen bei der Umsetzung? Also die Zeit, das war mir klar, das hast du schon ein paar Mal ge­sagt. Aber gab es da noch andere Probleme? Als Beispiel dieses Ganzheitliche. Hast du das versucht mit den Auszubildenden anzubahnen?

PA4

[ 00:19:15 ] Genau, wenn wir jetzt bei einem Patienten waren. Und da hatte jetzt zum Beispiel, das war ein Beispiel, das war eine Mama CA, hatte aber zusätzlich noch was am Fuß gehabt. Peroneus, irgendwas war am Fuß, dass er nicht ge­scheit auftreten konnte. Und der Azubi hat sich komplett halt zum Beispiel nur auf den Arm konzentriert. Habe ich gesagt, passt. Und dann wollte er halt trotz­dem auch mit dem Patienten aufstehen und auch mal gehen. Und hat gar nicht so darauf reagiert, wo die Patientin gesagt hat, ja, und das geht nicht so gut, weil es da kribbelt. Und der Azubi wusste damit halt erstmal nichts anzufangen. Und daraufhin habe ich dann mit ihm das im Nachhinein dann nochmal besprochen, gerade beim Befund. Nicht nur das Hauptding ist klar, die Hauptsache, aber wenn natürlich ein Patient sagt, er hat dann zum Beispiel das und kann aufgrund des­sen wegen nicht gescheit gehen, dass es einem auch bewusst wird, dass man die Behandlung dann vielleicht abändern muss.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:27 ] Also dass ein Nachgespräch geführt wird? Und gab es jetzt aber auch da Situationen, du hast dir das ja so aufgearbeitet, dass du dir das täglich ange­schaut hast. Das war ja quasi dein Umsetzen des Ganzen. Aber gab es dann auch Herausforderungen, wo du sagst, das kriegst du jetzt gerade gar nicht hin, das Thema?

PA4

[ 00:20:49 ] Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:50 ] Weißt du dann noch, in welchem Kompetenzschwerpunkt wir da wa­ren oder du da warst?

PA4

[ 00:20:53 ] Das war.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:54 ] Du sagst, da ist es schwierig und dann vielleicht die Frage stellt sich dann auch, warum? Vielleicht kommen wir da auf den Punkt.

PA4

[ 00:21:01 ] Genau. Also zum einen war es auch schwierig, die Kommunikation. Also zum einen mit Patienten ja. Aber der eine Azubi war auch sehr schüchtern. Das heißt, er hat auch beim Erstkontakt, beim ersten Termin, gar nicht den Pati­enten so wirklich mal befragt, was mit dem einfach so los ist, sondern einfach nur, aha, also Sie wurden gestern operiert, ja, und ich würde jetzt gerne versu­chen, mit Ihnen eine Atemtherapie zu machen. Also manchen fällt es sehr schwer, wirklich zu kommunizieren, auf den Patienten einzugehen. Und da steht jetzt auch zum Beispiel mit Angehörigen, also das machen aber die Azubis gar nicht. Ich weiß nicht, wo das stand. Weil wir das nicht mehr machen.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:59 ] Ah, okay.

PA4

[ 00:22:00 ] Weil die Angehörigen, die haben eigentlich auch nur eine Besuchs­zeit am Nachmittag. Wir behandeln ja meistens am Vormittag.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:07 ] Ach so, die sehen sich so gar nicht.

PA4

[ 00:22:08 ] Also meistens sehen wir uns gar nicht. Und zum anderen haben wir aber auch den Azubis gesagt, das ist überhaupt nicht deren Aufgabe, jetzt noch mit Angehörigen über Therapieziele oder sonst was zu reden.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:19 ] Ja, das ist ja meistens, wenn dann, ist ja situativ. Der Angehörige ist gerade halt da.

PA4

[ 00:22:23 ] Dann ja, aber das ist fast nie passiert. Vielleicht einmal.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:27 ] Aber jetzt bei den schüchternen Auszubilden, hast du da einen Weg gefunden in der Kompetenz, dass er das ein bisschen ablegt und ein bisschen offener wird? Hast du da einen Weg gefunden?

PA4

[ 00:22:38 ] Nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:39 ] Und jetzt stellt sich die Frage, was bräuchtest du vielleicht? Was hat dir gefehlt, es zu schaffen? Hast du da eine Idee? Hast du im Curriculum zum Beispiel? Das nicht rauslesen können, wie es geht oder fehlt dir was im Curricu­lum? Also ich bringe es mal auf den Punkt. Im Curriculum sind hier und da ein paar Methoden angegeben, wie man das machen kann. Zum Beispiel Simulati­onsgespräche führen, Rollenspiele führen. Das ist die Frage, solche Art der Me­thoden, wo wir uns jetzt letztlich auf dieser Mikro-Ebene von der curricularen Ent­wicklung bewegen. Fehlen die dir in gewissen Punkten noch?

PA4

[ 00:23:17 ]Ja. Also das wollte ich jetzt auch sagen. Ich glaube, es wäre hilfreich, wenn die, ich weiß nicht, ob es natürlich von ihrer Seite aus funktioniert, wenn die mehr vielleicht auch hier schon so wie Rollenspiele machen. Weil vielen fällt es schwer, die sind so nervös und ruhig. Wenn da nur ich nebendran stehe, dann verfallen die in einen Stress und können fast gar nicht mehr reden. Und vielleicht hilft es, wenn die hier schon öfters mit Kollegen, mit anderen Azubis, vielleicht vor der Klasse zu sprechen.Vielleicht hilft das dann, vor fremden Menschen mehr aufzutauen, sag ich jetzt einfach mal. Vielleicht fühlen die sich dann auch siche­rer. Ich konnte diesem Azubi jetzt in der kurzen Zeit keine Sicherheit geben. Weil klar, ich erstens mit dabei war und er hat auch selber betont, dass bald ihn je­mand beobachtet.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:12 ] Also in der schulischen Ausbildung müssen die durchaus Präsenta­tionen und Referate halten.

PA4

[ 00:24:17 ] Vielleicht aber auch so praktisch, dass man sagt, okay, Sie sind jetzt, also ich bin ja in der Allgemeinschirurgie, Sie hatten jetzt einen Tumor am Dick­damm, Dünndamm, was auch immer. Sie wurden jetzt operiert und liegen da jetzt im Bett und haben ungefähr zehn Abgänge und eine WAC und alles Mögliche. Also gerade auch sowas, weil das erschreckt oft die Patienten, die Azubis, wenn sie bei mir auf die Allgemeinschirurgie kommen. Die liegen im Bett und haben 1000 Ableitungen. Da Katheter, da Schläuche, da und die Wack. Und dann wis­sen sie manchmal gar nicht, wie sie den Patienten anfangen sollen. Vielleicht, das war auch noch so, vielleicht kann man das hier schon so Art wie ein Rollen­spiel üben, indem man halt wirklich dann jemanden, sie liegen da auf der Liege. Und vielleicht habt ihr irgendwas wie Ableitungen, dass man ihnen irgendwas dran macht, damit die da sicherer werden. Okay, der Herr Leitner hat jetzt da einen Katheter, dann hat er da die Wack, dann hat er da noch einen Abgang, dann hängt er noch am Infusionsständer. Wie fasse ich ihn jetzt an?

LEITNER, SVEN

[ 00:25:26 ] Und da ist jetzt ein Gedanke zu sagen, das wäre vielleicht in der Schulentwicklung zu berücksichtigen, indem wir das hier, wenn es möglich wäre.

PA4

[ 00:25:35 ] Dass Sie schon mal so einen ersten Eindruck dafür bekommen.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:38 ] Ja, ich gebe dir mal ein Beispiel. Es gibt ja bei uns das Skills Lab. Und da gibt es die Skills-Trainings. Das heißt, die Auszubildenden kriegen ein Setting aus dem Therapieraum bzw. aus dem Klinikraum. Da ist dann wirklich ein Patientenbett, da sind Infusionsständer, also alles wie drüben. Das macht die Pflege überwiegend. Und in der Physiotherapie ist es vor dem Pflegepraktikum. Da kriege ich Stationen mit Intensivbett und mit Lagerungswechsel und mit Kör­perhygiene und Essensgabe. So was wird vorgeübt einmal an einem Tag. Da müssen die Stationen so durchgehen. Ist das aber in dem Sinne, wie du gerade denkst?

PA4

[ 00:26:23 ] Genau. Nun müssten die das, glaube ich, häufiger machen, wenn es von eurer Seite aus klappt. Weil das. Also wir haben schon auch manche Azubis mal darauf angesprochen. Jetzt unabhängig schon vor diesen drei Wochen da. Die machen im ersten Jahr gleich am Anfang aktiv passives Durchbewegen. Wird hier ja gemacht. Und dann haben sie aber vielleicht das erste Praktikum, wo sie richtig da im Einsatz sind. Und erst ein Dreivierteljahr später. Und dann wissen sie es nicht mehr.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:51 ] Ja, da bewegst du dich jetzt auf der Ebene vom Lehrplan, der sagt, dass wir im ersten Ausbildungsjahr so und so viele Theoriestunden machen müs­sen und so und so viel Praktikum. Und daher rührt, dass sie eben erstmal nur Theorie haben und dann mal ein Praktikum.

PA4

[ 00:27:07 ] Also man merkt halt, da ist irgendwie so dieses, schön, dass die das einen Tag schon machen, mit diesem Fallbeispiel. Aber wenn natürlich dann ein Dreivierteljahr dazwischen liegt, haben die das leider einfach vergessen und sind dementsprechend natürlich auch nicht sicher.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:22 ] Da sind wir jetzt auf dem.

PA4

[ 00:27:23 ] Das ist so, ich glaube, unser Konflikt ein bisschen.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:25 ] Ja, genau. Letztlich sind wir hier auf dieser Makro-Ebene. Lehrplan gibt das und das vor und das müssen wir versuchen umzusetzen. Und da wäre eigentlich ein Verbesserungswunsch da, sage ich jetzt mal. Okay, aber das ist ja genau der Gedanke oder die Gedanken, die ich da aufnehmen will. Aber ist es dir dennoch irgendwie gelungen, in der Zeit, in diesen drei Wochen, eine Verbes­serung in der Ausbildungspraxis festzustellen im Kontext zu Theorie-Praxistrans­fer? Konntest du das beobachten? War das dir möglich?

PA4

[ 00:27:55 ] Ja, schon. Also im Vergleich von der ersten zur dritten Woche hat man schon gemerkt, dass auch die Azubis mehr auf alles geachtet haben.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:04 ] Wegen dem Curriculum?

PA4

[ 00:28:05 ]Wegen dem Curriculum. Aber auch ich habe ja bewusst mehr darauf geachtet. Und dementsprechend war die Behandlung dann noch einfach besser, auf gut Deutsch.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:16 ] Also du meinst jetzt auch wirklich, dass die siebte Pflicht praktisch kommt mit denen, die du vorher gesehen hast. Also da ist eine Steigerung.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:22 ] Ja, das hat man schon gesehen. (Speaekr 1)

LEITNER, SVEN

[ 00:28:24 ]Sehr gut, weil sie sich halt damit beschäftigen.

PA4

[ 00:28:26 ] Genau, weil sie sich damit beschäftigen mussten.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:27 ] Wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, ist das super.

PA4

[ 00:28:31 ] Ja, also das hat man schon gesehen, doch, finde ich schon.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:34 ] Super. Würdest du jetzt auch sagen, bei deiner Fachabteilung, wo du jetzt gerade bist, dass das auch bei euch eine gewisse Weiterentwicklung ge­bracht hat, das Curriculum, dass ihr das mal zur Hand hattet und bearbeiten musstet?

PA4

[ 00:28:48 ] Ganz ehrlich, das war schwierig.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:53 ] Also du hast ja alle Vorteile genannt für deine Anleitung, deine Be­sprechungen, deine Beurteilungen. Aber jetzt in eurer Fachabteilung hat sich jetzt nicht irgendwas von den Prozessen deswegen entwickelt oder verändert. Dass ihr sagt, oh jetzt müssen wir das anders machen.

PA4

[ 00:29:09 ] Da bräuchte man einfach noch mehr Zeit.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:12 ] Ja, mehr. Vielleicht kommt es im Laufe der Zeit, wenn wir das jetzt haben.

PA4

[ 00:29:16 ] Ja, aber in den drei Wochen, das war jetzt, glaube ich, eher schwierig, da jetzt schon was zu sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:23 ] Gibt es denn dennoch irgendwelche Faktoren, wo du sagst, das würde jetzt die Akzeptanz und die Motivation ein bisschen verbessern, mit die­sem Curriculum zu arbeiten?

PA4

[ 00:29:33 ] Also ich würde sagen, wenn ich jetzt dieses Skript, was vielleicht zehn Seiten sind, nur auf einer Seite hätte. Übertrieben gesagt, aber wenn es wesentlich kürzer wäre und ich einfach, sage ich mal, nur für mich einen Stich­punkt hätte, wo ich genau weiß, ah, damit ist das und das gemeint, hätte dieses Skript natürlich immer ein Fach, wo ich immer die Unterpunkte nachlesen kann, falls ich es irgendwann nicht mehr weiß. Aber da nur noch eine Seite hätte mit 20 Stichpunkten, könnte ich besser jetzt damit arbeiten. Weil ich meine, so ein Skript trägt man halt auf Station nicht mit rum. Das ist halt.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:12 ] Das ist richtig. Was hältst du nur von dem Gedanken? Das ist ja jetzt ein Curriculum, das die 100% darstellt. Also wenn man es liest, hast du ja fest­gestellt, so stellst du dir gelungene praktische Ausbildung vor, der ist da dann kompetent, der Schüler.

PA4

[ 00:30:25 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:28 ] Das ist ja im ersten Pflichtpraktikum nicht so. Da würden wir das ja nicht erwarten können. Das heißt, wir hätten da ja einige Handlungskompeten­zen, diese Unterpunkte. entnehmen müssen.

PA4

[ 00:30:39 ] Stimmt.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:40 ] Und dadurch wird es ja kürzer. Das heißt, das, was du da liegen hast, ist die 100%-Fassung, die wir auf

PA4

[ 00:30:46 ] Kurz vor Examen Stehende. Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:49 ] Wäre das dann in dem Sinne, wo man sagt, wenn sich das so auf­baut, komme ich ja auch besser mit klar. Vielleicht als Anleiter.

PA4

[ 00:30:56 ] Ja, wenn ich jetzt weiß, ich habe jetzt zum Beispiel einen Erstklässler oder einen Anfänger und habe da nur zwei Punkte.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:05 ] Bei jedem Kompetenzschwerpunkt vielleicht. Genau.

PA4

[ 00:31:09 ] Man muss es dann wieder abwägen. Ich war jetzt nur bei dem dritt­klässler Vorexaminierten.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:17 ] Und du bist ja dann im Laufe dieser Zeit, wo du das immer wieder hast, kommst du ja zu dem, wo du sagst, jetzt kommst du damit vielleicht auch einfacher klar.

PA4

[ 00:31:25 ] Ja, das braucht einfach Zeit. Wirklich. Also wir müssen es auch da erst so einarbeiten, einbringen, einfinden.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:34 ] Völlig klar.

PA4

[ 00:31:36 ] Ja, aber da haben Sie jetzt recht. Also ich glaube, wenn ich weiß, jetzt kommt nächste Woche ein Ersti, dann suche ich mir halt die Punkte raus, was ein Ersti überhaupt schon kann. Dann ist es natürlich wesentlich einfacher.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:52 ] Das müssen wir uns aber noch erarbeiten. Die nächste Schulung gibt uns das.

PA4

[ 00:31:56 ] Ja, genau. Aber das wäre dann auf jeden Fall was. Damit könnte man dann arbeiten.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:06 ] Also das habe ich schon mal aufgenommen, also Kurzfassung, aber vielleicht ergibt sich das dadurch, dass wir das sowieso nacharbeiten. Das ist für die Weiterentwicklung immer ganz, ganz wichtig, dieses Feedback. Und Mikro­ebene, dass wir noch mehr Methoden aufnehmen sollten. Wie kann ich eine Handlungskompetenz dem Schüler beibringen? Das ist das, was wir vorhin hat­ten.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:24 ]Ja. Speaker 1

LEITNER, SVEN

[ 00:32:25 ] Okay, was würdest du eigentlich zum Kollegen raten, der jetzt als Neupraxisanleiter wird, der will einsteigen im Umgang mit dem Curriculum?

PA4

[ 00:32:34 ] Ich würde erstmal den Kollegen fragen, wenn er Praxisanleiter sein will. Muss dem auch bewusst sein, dass er mehr Zeit mit Azubis verbringt und nicht nur Patienten behandelt? Ob er das überhaupt will? So, hey Lisa, willst du eigentlich eher nur Patienten behandeln oder willst du dich auch wirklich mit Azu­bis beschäftigen? Sprich, du behandelst nur noch die Hälfte deiner Zeit mit Pati­enten, weil du ja mehr sowas machst. Das wäre erstmal das Erste. Willst du dir die Zeit dafür nehmen?

LEITNER, SVEN

[ 00:33:07 ] Ja.

PA4

[ 00:33:08 ] Weil, das muss ich jetzt sagen, ich war einen Monat da und dann hieß es gleich, du bist so offen, du bist jung, du passt perfekt da rein, mach doch. Und ich so, na klar, keine Ahnung, was mich erwartet, aber ich gucke es mir mal an. Und ich habe jetzt in dem Jahr, wo ich schon dabei bin, gemerkt, dass immer mehr Aufgaben jetzt auf uns zukommen. Also jetzt im Vergleich noch zu dem vorigen Jahr, beschäftige ich mich immer mehr mit anderen Themen als Patien­ten zu behandeln. Und das musste mir nicht im bewusst sein. Deswegen, das würde ich definitiv

LEITNER, SVEN

[ 00:33:42 ] Das wäre deine Eintrittsfrage sozusagen.

PA4

[ 00:33:43 ] Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:44 ] Und im Umgang mit dem Curriculum, wenn man in Frage 2 oder Aufgabe 2 kommt, was würdest du da empfehlen?

PA4

[ 00:33:53 ] Da würde ich empfehlen, einmal schon mal dieses Skript wirklich in Ruhe, entweder daheim oder irgendwo anders, sich wirklich vorher durchzule­sen. Also wirklich in Ruhe. Jeden einzelnen Punkt. Weil das habe ich gemerkt, wo ich das Skript am ersten Tag in der Hand hatte und ich habe versucht, das noch während meiner Arbeitszeit durchzulesen. Da habe ich einen Satz gelesen, dann hat sich jemand, ein Kollege oder eine Zubi mich irgendwas gefragt und dann wusste ich schon wieder gar nicht, was ich gelesen habe. Also wirklich Zeit nehmen am Anfang, sich wirklich mal in Ruhe hinsetzen und es wirklich in Ruhe mal durchlesen und mit Bleistift, so habe ich es auch gemacht, einfach mal so ein paar Häkchen, Stichpunkte sich schon mal dazu schreiben, dass man sich einmal mal in Ruhe damit befasst hat.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:43 ] Das ist doch gut, habe ich ja mal notiert. Sag mal, gibt es noch weitere Themen, wo wir sagen, die haben wir jetzt noch gar nicht angesprochen, wo du noch was zu sagen hast?

PA4

[ 00:34:53 ] Das einzige, was uns jetzt aufgefallen ist, nicht nur in den drei Wo­chen, sondern auch schon bei anderen Azubis, dass die sich öfter so, naja, be­schwert ist vielleicht übertrieben gesagt, aber die haben schon bemerkt, dass in der Schule zu wenig Praxis gemacht wird, dass die oft zu uns kommen und sind einfach heillos überfordert. Theoretisch wissen die viel, aber praktisch fühlen sie sich so null vorbereitet. Da haben schon viele gesagt, dass ihnen das ein biss­chen fehlt, ein bisschen mehr Praxis in der Schule.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:34 ] Fachpraktische Ausbildung nennt sich das ja in der Schule. Also bei euch ist die praktische Ausbildung und bei uns in der Schule heißt es fachprakti­sche Ausbildung. Da gibt es vorgegebene Stundenanzahlen. Das haben die. Das sagt jetzt aber noch nichts über die Qualität aus natürlich. Aber es geht ja jetzt hier, du sprichst so ein bisschen diesen Theorie-Praxis-Transfer an. Dass sie hier was in der Theorie mit fachpraktischer Übung erlernen und dann müssen sie es zu euch rüberbringen.

PA4

[ 00:36:00 ] Ja, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:01 ] Und das ist ja ein riesen Feld, wo man sagt, ich glaube, da gibt es einen krassen Verbesserungsbedarf. Wahrscheinlich immer. Selbstverständlich ist es gar nicht auszuschöpfen. Aber das ist ja die Frage, wie kriegen wir das hin?

PA4

[ 00:36:15 ] Das ist richtig.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:16 ] Hast du da schon Ideen oder Vorschläge?

PA4

[ 00:36:18 ] Ich hatte persönlich am DEB, das war schon zehn Jahre her, wir hatten einen Lehrer, der hat dann immer angeboten, jeden Dienstagnachmittag nach Schulende, also wir hatten immer bis 15 Uhr Schule. Und er hat sich dann die Zeit genommen und war jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr noch in der Schule. Einfach zum praktischen Üben. Also er hat es uns angeboten, wenn uns die Zeit, wo wir Schule haben, uns das nicht ausreicht und wir würden gern mehr am Men­schen üben, hat er uns das angeboten. Und ich muss sagen, ich war fast jeden zweiten Dienstag, war ich wirklich dort mit meiner Klassenkameradin. Und wir haben einfach noch die praktischen Dinge an uns ausprobiert, wo wir uns unsi­cher gefühlt haben. Das fand ich persönlich damals mega. Aber es müsste halt jemand, also ein Lehrer halt, sich bereit erklären, die Zeit dafür zu.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:14 ] Das ist ein Vorschlag, genau. Und meinst du, das wird dann im Prak­tikum besser umgesetzt, die Technik? Oder wäre eine Chance zumindest?

PA4

[ 00:37:21 ] Es wäre halt einfach eine Chance. Also ich habe mich halt dann si­cherer gefühlt, wenn ich wusste, okay, in drei Wochen gehe ich in Gyn. Was mache ich noch mal in Gyn? Gyn hatten wir vor einem Jahr in der Schule. Und da bin ich halt die Dienstage dahin und habe den Lehrer gefragt, also in drei Wochen gehe ich in Gyn. Wie war das noch mal? Wenn jetzt da ich jemand habe mit Mama CA, was macht man dann nochmal alles? Und dann haben wir das halt nochmal praktisch vorher durchgemacht. Und dann bin ich halt mit ein bisschen sicheren Gefühl ins Praktikum rein.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:52 ] Ja, verstehe ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:54 ] Wie ist denn das, weißt du persönlich, was die Lehrkraft hier bei uns im Bereich Gyn macht?

PA4 [ 00:38:03 ] Ich bin froh, dass ich überhaupt die Frau XXX irgendwann mal ken­nengelernt habe. Ich bin erst ein Jahr da und insgesamt erst anderthalb Jahre wirklich da.

LEITNER, SVEN

[ 00:38:12 ] Okay, weil das wäre ja auch noch eine Schnittstelle zu sagen, naja, ich weiß, was die Auszubildenden theoretisch finden sollten, um es ihnen den Weg hin zur praktischen Ausbildung dann zu erleichtern, indem ich das nochmal anbahne, wenn sie da sind. Denkst du, das wäre auch eine Möglichkeit?

PA4 [ 00:38:30 ] Vielleicht müssten wir auch mehr mit der jeweiligen Lehrer kommu­nizieren. Ich glaube, jetzt kommt der Herr Papst als Vertreter in die Gyn. Da habe ich doch irgendwas gelesen. Ich glaube, die Frau Ulrich geht jetzt in die PET. Jetzt war kurz eine andere da. Und dann stand jetzt in der E-Mail, dass der Herr Papst jetzt kommt. Sprich, wenn ich mit dem Herr Papst vielleicht auch einfach mehr Kontakt hätte und wüsste, was er jetzt hier macht.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:06 ] Wie sollte man das denn machen mit einer wenigen Zeit?

PA4 [ 00:39:08 ] Ja, genau, da scheitert es auch. Das ist eine sehr gute Frage. Meine ganzen logischen Ansätze sind noch nicht komplett durchdacht.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:17 ] Wie ist das mit diesem Praxisanleitertreffen?

PA4 [ 00:39:21 ] Ja, also wir treffen uns halt jeden zweiten Donnerstag in der kleinen Gruppe. Eine Stunde.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:27 ] Wäre da ein Gedanke bei dir oder vielleicht bei den anderen als Vor­teil, wenn man sagt, da ist auch ein Fachlehrer mal dabei?

PA4

[ 00:39:34 ] Ja, bitte. Das wäre gar nicht verkehrt.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:39 ] Vielleicht kann man dann dieses Gap schließen unter Umständen im Laufe der Zeit. Dass man sagt, okay, wir wissen genau, was der Fachlehrer so erwartet. Das wäre super.

PA4

[ 00:39:48 ] Das wäre, glaube ich, ganz cool.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:50 ] Okay, noch andere Sachen?

PA4

[ 00:39:55 ] Das war jetzt eigentlich das, was uns am meisten so beschäftigt hat, sage ich jetzt einfach mal.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:03 ] Sehr schön. Ich glaube, dann haben wir eigentlich alles ganz gut angesprochen. Wenn du sagst, du hast jetzt alles von der Seele geredet.

PA4

[ 00:40:11 ] Ein Thema noch. Ich weiß nicht, ob hier das schon angekommen ist, bezüglich den Krankheitsbildern in der Gyn.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:19 ] Ah, das was, ja.

PA4

[ 00:40:20 ] Das Problem ist aktuell jetzt, dass in der Gyn jetzt keine Sektios mehr behandelt werden sollen.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:27 ] Habe ich mal gehört, ja.

PA4

[ 00:40:28 ] Und das ist jetzt auch wirklich so. Also wir behandeln keine Sektios mehr. Spontangeburten geworden eh nie.

PA4

[ 00:40:37 ] Ja, wir haben meistens Mama-CA, Hysterektomie oder eben in der Urologie Beckenboden.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:47 ] Das heißt, die können nicht alle Krankheitsbilder sehen. Das heißt nicht unbedingt, dass sie es behandeln müssen. Aber es wäre ja vielleicht ein Gedanke zu sagen, Mensch. Die Hebamme geht jetzt mal dahin nach der Sektio. Geh doch mal mit.

PA4

[ 00:41:00 ] Also das wollte ich nur sagen, dass die bei uns jetzt im Praktikum eben Spontangeburt und Sektio einfach nicht sehen, nicht behandeln.

LEITNER, SVEN

[ 00:41:10 ] Es ist schade, aber das müssen wir so hinnehmen, wenn das nicht erwünscht ist.

PA4

[ 00:41:12 ] Deswegen war jetzt die Frage auch so von uns, ja, wenn die jetzt im Examen Gyn ziehen und wir haben keine Mama-CA, keine Hysterektomie, son­dern vielleicht nur eine Mami und dann heißt es im Examen Sektio. Scheiße.

LEITNER, SVEN

[ 00:41:31 ]Ja, also es ist natürlich anfechtbar.

PA4

[ 00:41:34 ] Wie handhabt man das? Müssen wir jetzt dann trotzdem die auf Sek- tio vorbereiten und die sollen das an uns machen? Oder macht ihr das in der Schule? Oder sagt man dann, im Examen gibt es keine Sektio?

LEITNER, SVEN

[ 00:41:48 ] Das können wir so nicht machen, weil das ist letztlich, können Sie ja nur das auch wiedergeben und reproduzieren, was Sie auch gelernt haben. Und wenn Sie diese Patienten nicht gekriegt haben, dann kriegen Sie das nicht. Ich würde es befürworten, wenn man mal sagt, alle Beteiligten sind einverstanden, mit der Hebamme doch so mitgehen und einfach mal hören und sehen, wie es dem Patienten geht, was die Probleme sind. dass sie das Krankheitsbild mal er­fahren haben, aber halt dann nicht behandeln konnten. Aber erfahren können sie es dann. Das wäre cool, wenn das ginge zumindest.

PA4

[ 00:42:15 ] Also das ist jetzt ein ganz neues Problem für uns, weil das haben wir jetzt auch erst seit zwei, drei Wochen.

LEITNER, SVEN

[ 00:42:20 ] Wir sind ja da auch immer in Gedanken dabei, weil es sind nicht die einzigen Kooperationspartner oder Schulen, die Probleme haben mit Gyn oder PET. Bei uns ist es mit PET noch gut. Das heißt, die Regierung Oberfranken kriegt das schon immer wieder rückgemeldet, dass das mit GYN nicht läuft.

PA4

[ 00:42:38 ] Wir werden immer weniger, also wir dürfen immer weniger behan­deln. Und da war auch schon unsere Frage, wenn es immer weniger wird, hat es noch Sinn, dass die Azubis zu uns kommen in die Gyn? Oder gibt es noch ir­gendwo andere Krankenhäuser oder Bereiche, wo die mehr lernen dann in Gyn?

LEITNER, SVEN

[ 00:42:53 ] Das ist wahrscheinlich eben nicht so, weil wir es von anderen Schulen ja auch schon gehört haben. Und so würde es, wenn wir sagen, wir ziehen uns aus dem Feld ganz zurück, dann stirbt es halt aus, das Wissen.

PA4

[ 00:43:04 ] Ja, das ist auch schlecht.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:06 ] Deswegen versuchen wir das so gut es geht zu tragen. Fürs Examen in die Prüfung reinzusetzen, sehe ich dann auch als Fehler. Da müssen wir halt mal warten, bis die Regierung da Stellung bezieht. Wir müssen ja immer umset­zen, was die von uns wollen.

PA4

[ 00:43:20 ] Das Problem ist, wir haben ja auch mal Phasen, da haben wir weder eine Mama-CA noch eine Hysterektomie. Was gibt es denn dann im Examen, wenn nichts da ist?

LEITNER, SVEN

[ 00:43:29 ] Im Grunde genommen.

PA4

[ 00:43:31 ] Also dann muss man ja irgendwas erfinden. Das ist halt so, weil Spontangeburt oder eine Sektio hast du immer da. Also da konntest du immer darauf zurückgreifen.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:41 ] Bedeutet aber letztlich auch, man muss schauen, individuell auf den Schüler, hat er in seinem Praktikum Erfahrung mit dem Krankheitsbild oder nicht. Dass man sagt, das müsste man dokumentieren auch.

PA4

[ 00:43:50 ] Das müssen wir irgendwo wieder festhalten, weil das weiß ich ja dann nicht mehr.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:55 ] Genau, das ist genau der Punkt.

PA4

[ 00:43:57 ] Ob der jetzt eine Sektio bei mir gesehen hat und behandelt hat.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:01 ] Da sind wir wieder bei dem Punkt Weiterentwicklung vom Curriculum. Vielleicht müssen wir das auch mit Gegenunterzeichnung machen, dass man so etwas festhält. Ich konnte das und das in diesem Praktikum sehen und das und das nicht. Dass es dann aufbewahrt wird. Aber das sind jetzt Gedanken.

PA4

[ 00:44:15 ] Ja, weil das gerade ein großes Thema bei uns drüben ist, dass die wirklich nur die Hälfte der Krankheitsbilder bei uns behandeln. Und ja, dement­sprechend machen die eigentlich in den drei Wochen, die haben am Tag vielleicht eine Gyn-Patientin und ansonsten innere eigentlich halt.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:36 ] Schadrum, ne?

PA4

[ 00:44:39 ] Ja, aber wir wissen auch nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:40 ] Gut, aber sonst haben wir alles angesprochen im Rahmen des Inter­views. Dann mache ich jetzt hier mal auf Beenden.

7. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.5 (PA5)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern

PA5

Zusammenfassung

Tätig im Fachbereich Innere Medizin, geriatrische Rehabilitation

Hatte einen Auszubildenden anzuleiten

War 3 Tage in der 1. Woche krank, ansonsten durchgehend Praxisanleitung ge­währleistet

Hat eine Praxisanleiterfortbildung absolviert und ist seit letztem Jahr Praktikums­anleiter

Schlüsselpunkte und Entscheidungen

Findet das Praxiskurriculum positiv, da es einen guten Leitfaden bietet

Empfand anfangs etwas Interesse und Stress, da nur ein Praktikant, aber nach der 1. Woche wurde es leichter

Das Curriculum war eine gute Orientierung und die Kompetenzziele sind klar und verständlich

Konnte Simulationsgespräche gut umsetzen, aber Notfallsituationen nicht üben

Beobachtete, dass der Theorie-Praxis-Transfer für die Praktikanten besser wurde

Die Anleitungsgespräche und Feedbacks wurden durch das Curriculum qualitativ besser

Die Selbstreflexion der Praktikanten war gut, aber nicht unbedingt besser als vor­her

Das Curriculum fließt in die Beurteilung der Praktikanten mit ein

Nächste Schritte

Weitere Erfahrungen mit dem Curriculum sammeln, um mögliche Anpassungen zu identifizieren

Austausch mit Kollegen und Lernbegleitern aus der Schule anregen, um Verbes­serungspotenzial zu finden

Praktikanten weiterhin motivieren, sich aktiv mit dem Curriculum auseinanderzu­setzen

SVEN LEITNER

Zusammenfassung

Moderierte das Interview und stellte Fragen zur Umsetzung des Praxiskurricu- lums

Schlüsselpunkte und Entscheidungen

Erkannte, dass das Curriculum insgesamt positiv aufgenommen wurde, aber an­fangs Skepsis bei Kollegen und Praktikanten bestand

Empfahl, das Curriculum in Ruhe durchzulesen und mit Kollegen zu besprechen, um Akzeptanz zu erhöhen

Sieht Potenzial, das Curriculum stärker in die Schulentwicklung einzubinden, z.B. durch Austausch mit Lernbegleitern

Nächste Schritte

Weitere Interviews mit anderen Praxisanleitern durchführen, um Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge zu sammeln

Möglichkeiten prüfen, das Praxiskurriculum stärker in Lehrpläne und Rahmen­vorgaben zu integrieren

Austausch zwischen Praxisanleitern, Lernbegleitern und Schule intensivieren, um Curriculum gemeinsam weiterzuentwickeln

LEITNER, SVEN

[ 00:00:00 ] Okay. Beide Aufnahmen laufen und jetzt schauen wir mal, wie gut es läuft. Das wollen wir mal abwarten.

PA5

[ 00:00:12 ]Schauen wir mal, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:13 ]Was haben wir heute? Den 23.09. haben wir heute und ich bin da sehr froh darum, dass du da bereit bist mitzumachen. Das finde ich ganz toll. Und ich steige erstmal so ein mit der Frage, dass du mir sagst, in welchem Fachbe­reich du aktiv bist und wie viele Auszubildende du angeleitet hast. Also jetzt im letzten Pflichtpraktikum ist das siebte. Und wie viele hattest du in welchem Fach­bereich?

PA5

[ 00:00:40 ] Also Fachbereich Innere Medizin, geriatrische Rehabilitation. Wir ha­ben einen anzuleiten.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:51 ] Und konntest du in den drei Wochen, die jetzt da waren, die Praxis­anleitung durchgehend gewährleisten oder bist du irgendwie ein paar Tage aus­gefallen?

PA5

[ 00:01:03 ] Ich war tatsächlich in der einen Woche drei Tage nicht da, weil ich krank war.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:07 ] Okay, drei Tage haben also Praxis.Und seit wann machst du diese Praktikumsanleitung generell und hast du auch eine Praxisanleiterfortbildung ab­solviert?

PA5

[ 00:01:23 ] Also ich habe schon eine Praktikantenanleiterfortbildung absolviert. Wann war das? Im Januar, glaube ich. Das sind ja verschiedene Teile, die sind ja im Jahr aufgeteilt. Jetzt habe ich eben, Oktober und November habe ich noch welche. Und ich bin seit letztes Jahr Praktikumsanleiter.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:49 ] Und dann kommen wir jetzt mal zu dem Kern des Ganzen mit diesem Praxiscurriculum. Da ist jetzt die Frage, erst mal nur, wie hast du diese Einfüh­rung und die Umsetzung dieses Praxiscurriculums in deinem Fachbereich so er­lebt? Also du für dich in dem Fall. wie es jetzt an dich herangetreten ist das Pra­xiscurriculum und du versucht hast damit zu arbeiten, wie hast du das erlebt erst­mal?

PA5

[ 00:02:16 ] Also ich finde es positiv, dass man jetzt so einen Leitfaden hat prak­tisch, was alles so durchlaufen werden sollte. Das finde ich sehr interessant und ich finde es auch gut. Und deswegen ist es eine gute Anleitung praktisch, wie man alles abdecken kann, finde ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:39 ] Und ist das aber, also du hast jetzt, wenn man ein Gefühl beschreibt, welches Gefühl wird das sein? Also wäre das jetzt sagen, okay, Interesse, Zu­friedenheit oder vielleicht doch irgendwie eine gewisse Art von Stress damit auf­gekommen. Kannst du da was assoziieren?

PA5

[ 00:02:58 ] Bei mir ist es eher Interesse, weil bei uns ist es, muss man natürlich auch sagen, wir haben nur einen Praktikanten. Da ist es jetzt nicht so schlimm wie in anderen Abteilungen, finde ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:10 ] Jetzt hast du auch schon gesagt, es ist ja wie so ein Leitfaden. Die Frage ist jetzt, ist dieses Praxiscurriculum dann auch wirklich so eine hilfreiche Orientierung für dich gewesen im Verlauf dieses Praktikums von den drei Wo­chen?

PA5

[ 00:03:25 ] Genau, ja, das merken wir zumindest am Anfang. Der Praktikant sollte das ja auch mitnehmen, das Curriculum. Und wir haben es praktisch, dass man da sehen kann, was in diesen drei Wochen alles gemacht werden sollte, drüber geredet werden soll und so weiter. Ja, auf jeden Fall war das schon wie eine Anleitung, wie du sagst.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:44 ] Also war der Orientierung schon dienlich dann.

PA5

[ 00:03:47 ] Genau, war schon der Orientierung dienlich, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:50 ] Und wie klar, wenn wir jetzt in den Inhalt reingehen, wie klar und nachvollziehbar sind diese Kompetenzziele, die wir da erreichen sollen und die Struktur in dem Praxiscurriculum für dich formuliert.

PA5

[ 00:04:07 ] Es ist auf jeden Fall, man weiß genau, was man machen soll. Das steht ja drin, Sozialkompetenz, Fachkompetenz, wie auch immer. Und jede Kom­petenzschwerpunkt hat ja genau das, was man machen soll. Das ist absolut klar und verständlich. Um auf die Frage zu antworten.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:26 ] Genau, klar und verständlich. Nehme ich so mit. Jetzt ist es ja so, dass du vielleicht selbst aus deiner Ausbildung so ein Curriculum ja noch nicht kennengelernt hast. Das ist bei vielen so.

PA5

[ 00:04:40 ] Das gab es bei mir auch nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:41 ]Aber dennoch ist es ja so, dass du eigene Vorstellungen vielleicht im Laufe der Zeit entwickelt hast und die Frage ist, inwieweit stimmen die Inhalte, die wir jetzt hier in dem Curriculum stehen haben, diese Handlungskompetenzen, die unter diesen Schwerpunkten 1 bis 8 aufgeführt sind. Vielleicht mit deinen ei­genen Vorstellungen einer gelungenen praktischen Ausbildung überein.

PA5

[ 00:05:08 ] Also ich würde sagen, die stimmen auf jeden Fall zum großen Teil überein. Das sind alles wichtige Punkte. Man hofft nie, dass Leute in Notfallsitu­ationen kommen, aber es ist wichtig, dass man das mit reinnimmt auf jeden Fall. Deswegen passt es auf jeden Fall. Zu 100 Prozent würde ich sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:28 ] Da sprichst du den Kompetenzschwerpunkt 5 an. Genau, der kommt ja nur im Bedarfsfall dann zum Tragen, wenn man eine Notfallsituation hat. Völlig klar. Aber muss ja auch abgebildet sein. Aber es ist schön, dass es deinen eige­nen Vorstellungen auch so entspricht, wo du sagst, das ist gelungene praktische Ausbildung, wenn man so rangeht an das Ganze. Das höre ich natürlich auch gerne. Gut, zur praktischen Umsetzung und deine Erfahrung damit jetzt. Wie hast du denn jetzt so generell dieses Praxiscurriculum und diese beschriebenen Kom­petenzen oder auch vielleicht Methoden, die da drin stehen, konkret in deinem Praktikumsalltag umsetzen können? Gab es da Beispiele, wo du sagst, ja, da konnte ich das und das so und so umsetzen?

PA5

[ 00:06:18 ] Bei uns ist es ja so, wir haben zwei Besprechungen die Woche, ein­mal ohne und einmal Donnerstag mit den Praktikanten und da kann man natürlich schon Zusammenspiele üben, wenn jetzt ein Patient kommt und ein Therapeut, wie man jetzt die Grundkenntnisse und so, wie man das jetzt zusammen führen kann. Das konnte man natürlich sehr gut umsetzen. Das konnte man sich schön eine halbe Stunde hernehmen und sagen, jetzt üben wir das mal, weil wir ja eins zu eins sind. Das ist ja super bei uns, da geht es ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:46 ] Also Simulationsgespräch sozusagen.

PA5

[ 00:06:49 ] Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:52 ] Kam das aufgrund des Curriculum jetzt erst zustande, die Umsetzung und die Idee, oder war das schon vorher der Fall?

PA5

[ 00:07:00 ] Also das war bei uns, natürlich kommt immer darauf an, welcher Praktikant kommt. Wenn jetzt ein Orientierungspraktikant kommt, dann nehmen wir das natürlich mit rein. Aber wenn jetzt jemand im dritten Jahr kommt, dann hoffen wir, dass das schon einigermaßen geht. Aber es wurde jetzt praktisch mit dem Praxiscurriculum nochmal aufgefrischt mit den ganzen Praktikanten.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:23 ] Okay. Gab es dann in der Umsetzung mit dem Curriculum in der Praxis irgendwelche Hürden oder Herausforderungen, die du da festgestellt hast oder die begegnet sind?

PA5

[ 00:07:37 ] Also jetzt auf Anhieb fällt mir da jetzt nichts ein. Müsste ich wahr­scheinlich jetzt tief in den Rahmen oder meine Kollegin fragen, die ist aber jetzt leider im Urlaub. Die macht das ja mit mir auch zusammen, aber die ist jetzt leider im Urlaub. Aber im Moment fällt mir jetzt da nichts an.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:51 ] Okay, dir ist also jetzt keine Situation begegnet, wo du gesagt hast, das kriegt man jetzt irgendwie nicht hin, was da gefordert ist. Da fehlt mir die Zeit oder da fehlt mir der Patient oder oder. Das ist jetzt nicht aufgetreten in dem Moment.

PA5

[ 00:08:06 ] Ne, aber natürlich, da sind ja ganz viele Krankheitsbilder, was jetzt da vorgeschlagen sind. Alle konnten wir natürlich in diesen drei Wochen jetzt nicht abdecken. Das ist aber wahrscheinlich verständlich.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:20 ] Ja, dafür haben die ja auch letztlich die drei Jahre Zeit. Also es ist nicht das, was man alles in dem siebten Pflichtpraktikum sehen soll an Krankhei­ten, sondern schon im Verlauf der drei Jahre. Sehr schön. Gab es aber Inhalte von diesen Handlungskompetenzen unter diesen Schwerpunkten 1 bis 8, die be­sonders gut funktioniert haben? Wo du sagst, Mensch, das haben wir gemacht und es war prima und es ging super. Oder auch welche, wo du sagtest, das ging jetzt überhaupt nicht. Das ist so ein bisschen mit der Frage auch vorher verbun­den mit den Hürden und Herausforderungen. Aber vielleicht gibt es ja auch eine Situation, wo du sagst, Mensch, das ging richtig gut.

PA5

[ 00:09:00 ] Sieben im Team integrieren, das klappt bei uns eigentlich immer sehr gut, weil die sind in den Besprechungen dabei, auch in den interdisziplinären Teams sind sie immer mehr dabei, wenn wir Besprechung haben am Donners­tag. Das klappt bei uns eigentlich immer sehr gut und da gibt es eigentlich fast keinen Praktikanten, der sich da nicht integriert, muss ich sagen. Also das klappt sehr gut bei uns immer.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:22 ] Der Kompetenzschwerpunkt 7. Also das klappt besonders gut. Das finde ich schön. Das ist toll.

PA5

[ 00:09:35 ] Das klappt bei uns eigentlich immer sehr gut. Was nicht so klappt. Ja gut, das sind wir wieder bei der 5. Das war jetzt bei uns nicht so der Fall. Wir haben jetzt nicht komplett mit ihm geübt, wenn jetzt ein Notfall ist, wenn jetzt jemand stirbt oder so. Reanimation und so, das haben wir jetzt nicht mit ihm durchgesprochen explizit. Wir hoffen, dass es nicht vorkommt. Er weiß, wo was steht, aber wir haben es mit ihm noch mal durchgemacht.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:06 ] Also die Notfallkette ist dem Auszubildenden bewusst oder wurde ihm noch mal gesagt, aber jetzt die Maßnahmen selber werden jetzt nicht noch mal geübt.

PA5

[ 00:10:15 ] Genau, das wurde jetzt bei uns in diesen drei Wochen nicht gemacht.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:18 ] Ja, also man muss sagen, die haben ja hier auch in der Ausbildung eine erste Hilfe als Fach mit einer praktischen Prüfung und mit einer schriftlichen Prüfung. Das kennst du vielleicht aus der eigenen Ausbildung auch. Von daher sind die letztlich eigentlich da schon gebrieft. Aber die Notfallkette in jedem Fach­bereich müssen Sie natürlich mal gehört haben, weil sonst wissen Sie nicht, wie Sie handeln sollen. Das ist klar. Gab es Situationen, wo du sagst, Mensch, hier beobachte ich gerade wirklich eine Verbesserung in der Praxis, in der praktischen Ausbildung in Bezug zu Theorie-Praxis-Transfer? Dadurch, dass das Curriculum da ist, du dich damit beschäftigst, der Schüler sich damit beschäftigt, gab es Si­tuationen, wo du sagst, das sehe ich, Theorie-Praxistransfer gelingt jetzt etwas besser. Oder konntest du das vielleicht auch nicht beobachten?

PA5

[ 00:11:12 ] Er konnte es auf jeden Fall beobachten, dass es besser ist, weil sie auch die Praktikanten sehen, was insgesamt gefordert ist, auch mit diesem Leit­faden praktisch. Und dadurch ist für sie auch besser ersichtlich, meines Wissens, worauf es ankommt. Also im Allgemeinen praktisch.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:33 ] Also beobachtet...

PA5

[ 00:11:35 ] Aber jetzt, um wieder an Grund. Genau. Beobachtet habe ich, dass es allgemein, finde ich, für sie ersichtlich ist, was sie jetzt genau erwartet, auch, und was sie machen soll, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:48 ] Gut, also das bedeutet, du hast jetzt nicht die Handlung selber gese­hen, die jetzt besser war als mit den vorherigen, sondern dass die sich mit dem grundlegenden Konstrukt beschäftigt haben und sich damit mehr auseinander­gesetzt haben, was sie eigentlich erreichen sollen. Das ist ja vormals nicht da gewesen.

PA5

[ 00:12:04 ]Genau

LEITNER, SVEN

[ 00:12:09 ] Okay, dann, du hast ja auch schon gemeint, ihr macht Besprechun­gen, aber es gibt ja auch die Anleitungsgespräche. In Bezug zu denen, hat sich die Qualität bei den Anleitungsgesprächen, auch das Feedback und durch die Nutzung dieses Curriculums verändert?

PA5

[ 00:12:28 ] Ich würde sagen, es hat sich verbessert. Das kommt natürlich auch immer auf den an, der wo da ist. Das ist natürlich klar, aber beim letzten Prakti­kanten war es auf jeden Fall sehr gut. Er hat mehr nachgefragt, wollte mehr, was er gesagt hat, das steht noch da drin, können wir das nochmal anschauen und so weiter, oder können wir das nochmal durchsprechen, das war besser auf jeden Fall, ja. Weil sonst sitzen die da und sagen, weiß ich jetzt nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:59 ] Wenn da nichts kommt, sonst, ich meine, das klingt für mich so nach, weil jetzt eine Transparenz geschaffen ist durch das Curriculum. Können Sie dann gezielter nachfragen, hat das Feedbackgespräch auch mehr Klarheit be­kommen dadurch? Wie ist da deine Meinung?

PA5

[ 00:13:17 ] Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:21 ] Okay, auch da gibst du mir recht sozusagen. Bei der Selbstreflexion von den Auszubildenden, meinst du, dass die eine bessere Selbstreflexion dadurch auch erhalten haben in den Gesprächen mit dem Curriculum? Sich selbst einzuschätzen und Fehler zu erkennen, meine ich jetzt zum Beispiel.

PA5

[ 00:13:47 ] Also Selbstreflexion. Haben sie auf jeden Fall, ja. Aber ob das jetzt dadurch besser geworden ist, das weiß ich jetzt noch nicht. Also kann ich noch nicht beurteilen. Bei dem einen Praktikanten jetzt, das weiß ich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:59 ] Okay. Ja, aber du kannst immer nur im Kontext zu den vorherigen Praktika das vergleichen. Ich weiß nicht, ob dir das jetzt da, aber der in dem Fall mit einem jetzt gelingt, das kann ich jetzt natürlich nicht beantworten.

PA5

[ 00:14:17 ] Aber die Selbstreflexion war auf jeden Fall gut, muss man sagen. Bei den vorherigen Praktikanten war es auch okay, aber jetzt natürlich noch mal ein wenig besser. Kann man schon so sehen, wie du das siehst.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:32 ] Okay, dadurch, dass wir jetzt hier diesen standardisierten und kom­petenzorientierten oder eine standardisierte kompetenzorientierte Anleitung ha­ben mit dem Curriculum, gibt es da jetzt Auswirkungen auf dich und deine Be­treuung und deine Beurteilung der Auszubildenden? Hat sich da was ausgewirkt? Wie du sie jetzt betreust, wie du sie jetzt beurteilst mit dem Curriculum, eine an­dere Ansicht, wie auch immer?

PA5

[ 00:14:58 ] Also natürlich nimmt es jetzt auch einen Teil von der Beurteilung mit an, bei mir zumindest, mit dem Praxiscurriculum, ob wir da Teile umsetzen kön­nen, ob der Praktikant sich jetzt überhaupt nicht darauf eingelassen hat und so. Also das nimmt auf jeden Fall schon teilbare Beurteilung mit ein. Also das ist auf jeden Fall klar. Da habe ich mir das schon hergenommen, habe geguckt, was haben wir denn alles abgearbeitet, was war bei ihm gut, was war vielleicht noch nicht so, wo man sagen muss. Aber es nimmt auf jeden Fall einen Teil bei der Beurteilung ein.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:28 ] Also das ist quasi ein probates Hilfsmittel, die Beurteilung vielleicht konkreter zu machen im Vergleich zu vorher dann auch. Gehen wir mal auf dei­nen Fachbereich ein. Du bist jetzt in dieser Fachabteilung, wie du gesagt hast. Bist du der Meinung, dass das Praxiscurriculum einen Beitrag für die Weiterent­wicklung auch bei euch leistet? Also in deinem Fachbereich?

PA5 [ 00:15:52 ] Ja, auf jeden Fall.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:56 ] Hast du da ein konkretes Beispiel, wo du sagst, da hat sich bei uns schon was verändert, dadurch, dass es jetzt aufgekommen ist?

PA5

[ 00:16:08 ] Konkretes Beispiel, da habe ich mir noch etwas überlegt.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:12 ] Ja, ich weiß nicht, also als Beispiel habt ihr jetzt auf einmal Prozesse verändert, weil jetzt das Praxiscurriculum gewisse Dinge bei euch angestoßen hat oder es kann ja auch nur sein, dass die Einstellung und Haltung sich zu etwas geändert hat, also dann eher persönlich.

PA5

[ 00:16:28 ] Also bei uns, Ist ja normalerweise so, also wenn wir jetzt wieder auf die Praktikanten gehen, bei uns hat sich auf jeden Fall was getan, weil sie am Anfang kommen sie ja normalerweise immer und sagen, Geriatrie, was ist denn das? Das mache ich gar nicht. Und dadurch haben sie den Leitfaden gelesen und dann haben sie gesehen, ach ja, das ist ja trotzdem gar nicht so uninteres­sant, lassen wir uns halt mal besser darauf ein, so war es zumindest diesmal. Und deswegen sind die, meiner Meinung nach, ist es alles offener jetzt und bes­ser, der Austausch, weil normal war immer Rea, Geriatrische, Uh, weiß ich nicht. Nichts für mich. Genau, und jetzt habe ich...

LEITNER, SVEN

[ 00:17:07 ] Ja, bitte.

PA5

[ 00:17:10 ] Entschuldigung.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:12 ] Das ist jetzt beim Auszubildenden so, aber bei euch im Team oder bei dir, ist da irgendwo sagt, da gibt es jetzt im Team eine Weiterentwicklung auch zu erkennen, dadurch, dass das eingeführt worden ist?

PA5

[ 00:17:26 ] Also es ist ja so, dadurch, dass es eingeführt wurde, da gibt es jetzt auch bestimmte Punkte, was man sehen kann, was gut ist. Und das gab es ja vorher nicht. Da hat ja jede Abteilung so ihre Suppe gekocht. Und bei uns ist es jetzt so, ich bin ja letztes Jahr dazugekommen und dadurch ist es natürlich gut, dass es jetzt besser ist als davor. Weil so können ich und meine Kollegen uns austauschen, wie wir das handhaben wollen mit dem Praxiscurriculum. Das gab es ja vorher eigentlich nicht. Da gab es halt die Standardsachen, was sie immer schon gemacht haben und das wollten sie halt weitermachen. Und jetzt gibt es das und da kann man sich dran halten und das ist auf jeden Fall besser gewor­den.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:02 ] Also das heißt, die Kommunikation interkollegial ist dadurch schon anders geworden jetzt.

PA5

[ 00:18:06 ]Genau

LEITNER, SVEN

[ 00:18:12 ] Gibt es von deiner Seite aus irgendwelche Ideen, wie man diese curriculare Arbeit noch stärker in die Schulentwicklung mit reinbringen kann? Also das betrifft ja jetzt uns Schulentwicklung in dem Moment, aber die praktische Ausbildung ist ja ein Teil davon. Das heißt, gibt es irgendwelche, wo man sagt, da kann man jetzt was im Unterricht verbessern oder in der Organisation, das ist ja Schulentwicklung letztlich. Gibt es da Ideen deinerseits? Also wie wir die Arbeit an diesem Curriculum, die wir jetzt erstmal als Probe haben, vielleicht da irgend­wie noch mit besser einbinden können. Vielleicht hast du eine Idee, aber vielleicht auch eben nicht.

PA5

[ 00:18:54 ] Nee, habe ich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:59 ] Okay. Hast du aber jetzt, wie du das Curriculum in der Hand hattest und dich damit beschäftigt hast und angewendet hast, irgendwelche Erfahrungen gesammelt, wo du sagst, oh, so könnte man das Curriculum vielleicht, also wirk­lich das Praxiscurriculum weiterentwickeln oder noch anpassen an gewisse Sa­chen?

PA5

[ 00:19:17 ] Trotzdem von Abteilung zu Abteilung ist es ja unterschiedlich. Bei uns ist es halt das Schöne oder auch das Nicht-so-Schöne, dass ja die Leute drei Wochen am Stück da sind. Und da gibt es natürlich manche Dinge Im Curriculum, die können ja gar nicht 100% zutreffen. Aber das ist ja von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:42 ] Also wenn, dann sagst du, Mensch, wir müssen mal gucken. Gleicht sich das? Schaffen wir manche Punkte eigentlich nie bei niemandem, dass man da eine Anpassung macht und sagt, das ist nicht ableistbar oder man Wege sucht, dass man es vielleicht doch schafft. Die Erfahrung ist da, dass man nicht alles schafft, aber mal schauen, ob die weiter fortbesteht, muss man ja gucken. Da muss man vielleicht noch ein paar Praktika durchlaufen. Das ist aber gut, ja. Wie erlebst du denn eigentlich so die Interaktion zwischen den Lernbegleitern, also das sind ja die Kollegen hier aus der Schule, wenn sie zu euch kommen, den anderen Praxisanleitern und den Auszubildenden bei der Umsetzung dieser curricularen Vorgaben? Ein was hast du schon gesagt, das hat sich hier die in­terkollegiale Kommunikation, Praxisanleiter und Kollegen verbessert. Aber gibt es da auch Interaktionen mit den Lernbegleitern aus der Schule und mit anderen Praxisanleitern? Gab es da irgendwie was an Interaktion in dem Kontext?

PA5

[ 00:20:47 ] Mit anderen Praxisanleitern gab es bei uns keinen Austausch. Am Michelsberg sind wir immer abseits wie die anderen, das muss man natürlich auch sagen. Die anderen treffen sich öfters, bei uns ist das jetzt so. Aber wir hatten auch jetzt keine mit dem Psycho oder der Akut, haben wir jetzt keinen Austausch gehabt. Und mit den Lernbegleitern jetzt direkt darüber auch nicht. Das ist bei uns der Moritz Heiler, mit dem haben wir auch jetzt keinen Austausch darüber gehabt.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:16 ] Mit den Auszubildenden hast du vorhin schon was gesagt, dass das eine schöne, transparente Erfahrung ist, weil jeder weiß, um was es geht und arbeitet an dem Gleichen. Die Interaktion hast du mir vorhin schon genannt. Aber gibt es noch was dazu zu sagen zu den Auszubildenden oder war das im We­sentlichen das?

PA5

[ 00:21:38 ] Das war im Wesentlichen das, was eigentlich zu sagen war.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:41 ]Okay.

PA5

[ 00:21:44 ]Ich finde es einfach eine gute Sache, muss ich sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:48 ] Sehr schön. Jetzt gab es ja Rückmeldungen und mich interessiert, welche Rückmeldung zu dem Praxiskurriculum hast du am häufigsten bekom­men? Also jetzt von deinen Kollegen vor Ort und von den Auszubildenden.

PA5

[ 00:22:02 ] Also meine Kollegen haben gesagt, was ist denn das schon wieder? Woran müssen wir uns jetzt noch halten? Und der Praktikant hat gesagt, oh man, schon wieder mehr Papier. Aber ich habe gesagt, jetzt schauen wir uns das erst­mal an und dann gucken wir, was es ist. Aber am Anfang ist natürlich immer abwehrende Haltung.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:26 ] Aber wie könnte man das verbessern? Was könnte man quasi jetzt weiterentwickeln, damit das Curriculum da mehr Akzeptanz erfährt? Was sind da deine Einschätzungen dazu?

PA5

[ 00:22:41 ] Einfach, jetzt hat man es ja beim ersten Mal gesehen, den Umgang einfach damit vereinfachen, sagen, du musst es jetzt nicht auswendig lernen, aber wir schauen uns halt das mal gemeinsam an und dann Stück für Stück schauen wir, was wir umsetzen können. Dass man halt sagt, einfach die Angst nehmen, finde ich, den Leuten und sagen. Dann ist das gar nicht so schlimm.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:02 ] Okay, auch in Bezug zu den Kollegen oder jetzt nur zu den Auszubil­denden?

PA5

[ 00:23:10 ] Ja, bei den Kollegen ist es natürlich, da natürlich auch, also die den­ken halt, ach Gott, mehr Arbeit für uns und dann, was soll denn das? Das haben ja meine Kollegen und ich auch gesehen, dass das da gar nicht so schlimm ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:25 ] Ja, wenn man sich damit beschäftigt, ich meine, jeder steht da anders dazu, aber es ist natürlich eine Gewöhnungsgeschichte, auch am Anfang ja. Aber jetzt kommen wir gleich auf den Punkt, ich meine du als Praxisanleiter, du bist ja da so in einem Spannungsfeld zwischen diesen Arbeitsplatzanforderungen, die du bei dir hast und diesem Curriculum jetzt auf einmal. Ist da für dich eine Span­nung spürbar gewesen und in welchem Bereich?

PA5

[ 00:23:53 ] Also am Anfang, wie gesagt, am Anfang war das schon. Da habe ich gedacht, okay, in den drei Wochen schaffen wir das alles? Kann ich das mit mei­ner normalen Arbeit noch in Einklang bringen? Da war schon ein bisschen An­spannung, aber nach der ersten Woche, wo man dann so gesehen hat, mit den Besprechungen, mit den Patienten, mit den Praktikanten und dann mit Patienten zusammen. war das schon alles, ging das dann schon. Also die Anspannung hat nachgelassen, umso länger das Praktikum gedauert hat. Und am Ende war das Ganze schon.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:21 ] Genau, also am Anfang war die Angst mit der Zeitressource, die du überhaupt hast. Diese 10% Praxisanleitungszeit, kannst du die da dennoch so gut erfüllen oder gab es da Schwierigkeiten?

PA5

[ 00:24:34 ] Ne, bei uns gibt es da keine Schwierigkeiten, also gibt es allgemein keine Schwierigkeiten, das zu erfüllen. Wir haben immer viel Zeit mit den Prakti­kanten, also bei uns ist das nicht so schlecht.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:46 ] Gut, jetzt hast du schon gesagt, wir haben da gewisse Ängste bei den Kollegen und die haben dann den Blick, dass mehr Arbeit damit verbunden ist. Meinst du, das sind die Faktoren, die auch das beeinflussen, dass es akzep­tiert wird, das Praxiscurriculum einzusetzen? Vielleicht Faktoren, die du sagst, die würden vielleicht die Motivation ein bisschen antreiben, damit zu arbeiten? Oder hast du da noch andere Faktoren, außer die bereits benannten, erfahren oder mitbekommen?

PA5

[ 00:25:18 ] Also ich habe nur die bereits genannten mitbekommen und das ist ja meistens auch das, warum man es nicht macht, weil man denkt, es ist einfach mehr Arbeit und warum soll ich das dann machen? Das ist zumindest mein erster Eindruck gewesen, wie ich das mit meinen Kollegen besprochen habe. Dann war das dann. Nein. Stopp. Und dann geht es nicht weiter. Bei Ihnen.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:43 ] Ja, okay, das verstehe ich. Aber gut, das sind die wesentlichen Fak­toren, die du jetzt rausgekitzelt hast, sozusagen aus der Erfahrung. Ja. Okay, jetzt gibt es so verschiedene Ebenen, wo man Curriculum auch entwickeln kann und die Implementierung noch verbessern könnte. Also bei der Entwicklung von Curriculas gibt es so Entwicklungsebenen wie Makro-Ebene, Meso-Ebene, Mikro-Ebene. Die Makro-Ebene heißt einfach so Rahmenvorgaben wie Lehr­pläne und Rahmenrichtlinien. Die werden uns ja vorgegeben, da können wir jetzt erstmal noch nicht direkt und schnell darauf reagieren. Die Meso-Ebene ist ein­fach so das Dazwischen, das vermittelt quasi zwischen den vorgegebenen Lehr­plänen. hin zur praktischen Umsetzung dann im Unterricht auch, wozu ich dann auch die praktische Ausbildung zähle. Und die Mikroebene ist dann letztlich, wie ich die einzelne Lehreinheit dann auch gestalte im Unterricht. Ist das erstmal die Ausführung so klar? Meine Frage dazu ist. Aus welcher Sicht oder auf welchem Bereich der Ebenen könnte man das Curriculum vielleicht hier noch verbessern, damit es besser eingefügt werden kann? Gibt es da eine Meinung von dir?

PA5

[ 00:27:06 ] Naja gut, am Lehrplan hast du ja gesagt, kann man nichts ändern. Es gibt halt manchmal, wenn ich jetzt wieder auf die Praktikanten beziehe, gibt es ja manchmal Praktikanten, die sagen, das habe ich noch nie in meinem Leben gehört, ich habe keine Ahnung davon. Und das ist halt eher das, wo man anset­zen könnte, finde ich. Aber da kann ja jetzt keiner was ändern. Zumindest nicht schnell, hast du ja gesagt.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:33 ] Lehrplan können wir nicht schnell ändern. Ich meine, es wird gefor­dert, zum Praxiscurriculum zu haben, aber es muss und es bleibt immer ein biss­chen individuell letztlich, weil jeder Kooperationspartner ist ein bisschen anders aufgestellt. Und deswegen gibt es da keine Blaupause, sage ich mal in dem Mo­ment. Aber es gibt halt in der Physiotherapie auch noch gar keine einzige Art von Vorlage dazu. Also von daher könnte es ja sein, dass man sagt, okay, man will es in die Makroebene bringen, indem man so viel wie möglich an Informationen weitergibt, an die entsprechenden Stellen, damit sie sowas mal verfassen, wenn sie sehen, wie das aussehen kann, damit das jede Schule auch zur Verfügung dann hat, zumindest als Leitfaden, wie man es ausarbeiten kann. Aber gut, viel­leicht gibt es ja Sachen, wo du sagst, in der Mikroebene, in der Gestaltung der einzelnen Unterrichtseinheit, beziehungsweise in eurem Fall der praktischen Ausbildung, dass man hier vielleicht was verbessern kann. Da kann man ja viel­leicht was dazu sagen, aber ich weiß nicht, ob du dazu Gedanken hast. So de­tailliert schon.

PA5

[ 00:28:38 ] Aber ich habe mir jetzt noch nicht konkret Gedanken dazu gemacht.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:42 ]Was würdest du denn persönlich Kolleginnen und Kollegen empfeh­len, die neu als Praxisanleiter einsteigen im Umgang mit diesem Curriculum?

PA5

[ 00:28:54 ] Das man sich einfach Mal in Ruhe sich das zur Hand nimmt, mal durchlässt, mal mit den Kollegen drüber redet, die das schon länger machen. Und dann klappt das auch, bin ich mir sicher. Man muss sich einfach nur selber mal damit befassen. Das ist, glaube ich, das größte Problem, dass man sich da­mit befassen muss. Und meiner Meinung nach befassen sich halt einfach man­che damit gar nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:23 ] Also wirklich erstmal in Ruhe lesen und dann drüber reden miteinan­der, das wäre schon mal ein Rat, den du persönlich weitergibst. Das finde ich gut. Für eine noch höhere Qualität der praktischen Ausbildung, gibt es aus deiner Sicht da Impulse, wo du sagst, da könnte man was anpassen, dass es künftig noch besser wird qualitativ?

PA5

[ 00:29:49 ] Was ich natürlich wichtig finde, ist diese Praxisanleiterausbildung, dass man da trotzdem verpflichtend ist, dass man das machen muss und nicht sagen, ich bin seit 20 Jahren im Beruf, ich kann das sowieso. Das finde ich gut, dass man da auch Strategien, es gibt ja trotzdem immer welche, die nicht so einfach sind.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:10 ] Also da hebst du die Praxiseinleiterausbildung daher vor, dass die schon sehr wichtig ist, um diese praktische Ausbildung qualitativ auch gut zu ge­stalten. Noch andere Ideen?

PA5

[ 00:30:30 ] Es sollte zumindest, finde ich, auch immer wichtig sein, dass es zu­mindest zwei Leute gibt, die das machen, nicht nur eine, in einer Abteilung, wo du sagst, und es sollte vielleicht auch... länger da sein oder nicht nur 20 Stunden arbeiten, sondern schon eine längere Arbeitszeit haben, weil sonst sind die Prak­tikanten dann alleine oder Nachmittag und dann ist es halt schwierig.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:54 ] Okay, das ist ein guter Aspekt, ja. Sehr schön. Gibt es noch irgend­welche Themen, XXX, wo du sagst, die haben wir jetzt gar nicht angesprochen im Interview, aber die würdest du noch gerne irgendwie ansprechen?

PA5

[ 00:31:11 ] Das Einzige, was man höchstens noch sagen kann, war halt damals, wo du das vorgestellt hast, dass du ja wenige Minuten Zeit da war, dass das vielleicht fürs nächste Mal, dass man da vielleicht noch mal kurz länger drauf eingehen kann. Das ist das Einzige, was mir, was jetzt so noch im Kopf geht, wo du sagst, naja.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:35 ] Verstehe ich auch, das hätte ich mir auch gern gewünscht. Natürlich habe ich das Wochen vorher schon angebahnt, indem ich das verschickt habe zum Lesen und so weiter und habe auch immer gebeten, Rückfragen zu stellen. Da kam bis dato auch nichts und an unserem Termin kamen leider auch keine Rückfragen. Deswegen bin ich im Moment davon ausgegangen, dass es für je­den klar ist. Aber das werden wir ja im Laufe der Interviews mit allen so feststel­len.

PA5

[ 00:32:01 ] Okay, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:03 ] Das war das Einzige eigentlich. Super. Dann haben wir eigentlich alles erstmal besprochen, wenn du jetzt nichts mehr hast. Ich mache jetzt nur mal, dass du Bescheid weißt.

8. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.6 (PA6)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern:

Zusammenfassung der Praxisanleitung nach Sprechern

PA6

Schlüsselpunkte und Entscheidungen:

Arbeitet als Praxisanleiterin auf der internistischen Intensivstation

Hatte während des 7. Pflichtpraktikums nur 1 Woche lang einen Schüler, da sie 2 Wochen im Urlaub und der Schüler 4 Tage krank war

Fand die Einführung und Umsetzung des Praxiskurrikulum sehr stressig und schwierig, da sie eher ein praktischer Mensch ist und Theorie ihr schwerfällt

Sieht einige Punkte im Curriculum als zu hoch für die Kompetenzen der Schüler, insbesondere bei Sozialkompetenz und Notfallsituationen

Findet die Sprache und Struktur des Curriculums teilweise kompliziert und un­übersichtlich

Konnte das Curriculum während des Praktikums nur begrenzt einsetzen, da sie ständig mit Patienten beschäftigt war und keinen festen Raum dafür hatte

Sieht kaum Verbesserungen im Theorie-Praxis-Transfer bei den Schülern im Vergleich zu vorherigen Praktika

Hatte kaum Austausch mit Lernbegleitern und Auszubildenden zum Curriculum Nächste Schritte:

Anpassung des Curriculums an die Bedürfnisse der Intensivstation, z.B. bei In­fektionsschutz und Notfallsituationen

Vereinfachung der Sprache und Struktur des Curriculums

Bessere Integration des Curriculums in den Praxisalltag, z.B. durch festen Raum und mehr zeitliche Ressourcen

Verbesserung der Kommunikation und des Austauschs mit Lernbegleitern und Auszubildenden zum Curriculum

LEITNER, SVEN

Nächste Schritte:

Überprüfung, ob der Bewertungsbogen an das Curriculum angepasst wird

Unterstützung bei der Weiterentwicklung des Curriculums, z.B. durch Rückmel­dungen aus der Praxis

Verbesserung der Kommunikation und des Austauschs zwischen Praxis und Schule zum Curriculum

Prüfung, wie das Curriculum stärker in die Schulentwicklung eingebunden wer­den kann

LEITNER, SVEN

[ 00:00:02 ] So, die Aufnahme läuft. Okay, alles ist dran hier. Und zwar die erste Frage, die ich erstmal habe, dass wir erstmal grob einsortieren können. In wel­chem Fachbereich bist du als Praxisanleiterin im Einsatz?

PA6

[ 00:00:17 ] Inneren internistische Intensivstation.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:20 ] Und in den drei Wochen von diesem siebten Pflichtpraktikum, dass es ja geht, konntest du da durchgehend die Praxisanleitung selbst auch gewähr­leisten? Nein.

PA6

[ 00:00:29 ] Ich war im Urlaub zwei Wochen.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:31 ] Zwei Wochen davon im Urlaub?

PA6

[ 00:00:32 ] Zwei Wochen plus einen Tag. Vier Tage war mein Schüler krank, also hatte ich jetzt drei Tage eine Auszubildung dabei.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:37 ] Okay, und wie viele Schüler hattest du eigentlich dann? Eine nur?

PA6

[ 00:00:41 ] Ich hatte im letzten Praktikum den Lukas Kaiser drei Wochen gehabt und jetzt in diesem Praktikum Ulrike Habegger.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:49 ] Genau, nur das letzte. Aber das ist jetzt ein Schüler, den du quasi jetzt begleiten kannst?

PA6

[ 00:00:53 ] Genau, wir machen immer eins zu eins mehr. Ah, okay.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:56 ] Das ist auch schön. Seit wann machst du denn eigentlich Praxisan­leitung?

PA6

[ 00:01:00 ] Seit es Praxisanleitung gibt.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:03 ] Und diese Praxisanleiter-Fortbildung, hast du die?

PA6

[ 00:01:06 ] Ich habe die erste noch gemacht, wo es nur zwei Kurse gab, wo es auch keine Aufbaukurse und nichts gab, sondern wirklich nur diese.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:14 ]Zwei einzelne Kurse waren?

PA6

[ 00:01:15 ]Nein, im zweiten Kurs, den es gab vor ein paar Jahren.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:19 ] Ja, okay. Okay, erstmal so ganz generell ist die Frage, wie hast du denn diese Einführung und die Umsetzung des Praxiscurriculums in deinem Fachbereich so erlebt?

PA6

[ 00:01:30 ] Also es war eher Stress, großer Stress, weil ich finde es unglaublich schwierig, das durchzulesen. Ich bin ein praktischer Mensch, Theorie liegt mir gar nicht. Ich kann mich auch ganz schlecht konzentrieren und von daher ist es jetzt ja, sich das einfach durchzulesen und dann zu verstehen, was man da liest, fand ich unglaublich schwierig.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:51 ] Schwierig und damit stressig, okay.

PA6

[ 00:01:53 ] Es ist für mich Arbeit, ich will das nicht privat machen, aber es hat unglaublich viel Zeit gekostet. Ich habe die Möglichkeit, ich bin nicht terminiert, ich kann mir die Zeit nehmen. Aber ich habe schon bestimmt drei Stunden alleine zum Durchlesen gebrannt. Und da war das Verstehen nicht dabei, da war es reines Durchlesen.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:15 ]Hut ab, ja. Aber auch hier ganz grob betrachtet erstmal, fandest du das, nachdem du es durchgelesen hast und jetzt bei den Schülern quasi dann in Anwendung, hat es trotzdem eine hilfreiche Orientierung für den Verlauf von dem Praktikum?

PA6

[ 00:02:34 ] Noch nicht wirklich. Also vielleicht liegt es auch daran, dass ich jetzt wirklich Schüler nur eine Woche dabei hatte. Aber, ähm, nee, bisher nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:46 ] Kannst du das noch konkretisieren, warum nicht?

PA6

[ 00:02:48 ] Für mich ist das Curriculum gerade die ersten Punkte. Ich glaube, da geht es überall um Sozialkompetenz. Und ich finde, die Punkte, die aufgezählt sind, die sind größtenteils, Ich finde, in diesem Curriculum ist der perfekte Thera­peut beschrieben, der vielleicht fünf Jahre Berufserfahrung hat. Und ich finde, das ist für einen Schüler teilweise zu. Also ich finde, es geht über die Kompeten­zen von dem Schüler hinaus. Ich finde gerade so Sozialkompetenz hat man oder lernt man, aber ich finde nicht, also man entwickelt sie durch die Zeit, durch die Erfahrung und ich finde nicht, dass man die so richtig erlernen kann. Also es steht auch irgendwas irgendwo drin, dass die Schüler irgendwie immer stets Rollen­spiele spielen, um die Sozialkompetenz zu entwickeln. Und ich habe mal durch­gefragt, das macht keiner. Ich weiß nicht, ob die die Aufgabe bekommen haben, muss ich halt einfach nicht machen. Aber das ist so das Einzige, wo man sagen könnte, da würde man jetzt lernen, eine Sozialkompetenz zu erlernen. Aber an­sonsten, wie man mit Patienten spricht, so Smalltalk führen und im Smalltalk in der Therapie quasi eine Anamnese schon einzubauen, die meisten Schüler sind immer alle noch sehr steif. Die stellen ihre 0815-Fragen. Aber wir bringen noch keine Leichtigkeit mit rein. Ich glaube aber, das kommt einfach mit der Zeit. Ich glaube nicht, dass man das von Berufsanfängern erwarten kann, dass sie das einfach so schon haben. Also finde ich zumindest.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:20 ] Okay, das will ich ja so hören, deine Meinung dazu.

PA6

[ 00:04:24 ] Und es gibt auch ein paar andere Punkte, da finde ich auch, dass es über die Kompetenz von den Schülern herausgeht. Zum Beispiel, wenn es darum geht, bei Notfällen, glaube ich, war das. Kompetenzschwerpunkt 5. Ja, richtig. Wenn den Schülern irgendwas auffällt, eine Schwellung, Rötung oder irgendwas beim Patienten. dass sie dann direkt den Arzt informieren. Ich finde, da sollten die Schüler mir erstmal den Praxisanleiter informieren, weil wir sind für die Schü­ler zuständig und dadurch auch wieder für die Patienten. Und ich finde nicht, dass die Schüler direkt mit Ärzten kommunizieren sollten. Ich finde, es sollte irgendwie eher nochmal, weil das überfordert die Schüler dann auch, dass sie bei Notfallsi­tuationen dann den Überblick bewahren. Sie müssen den Notruf natürlich wählen und erste Hilfemaßnahmen, aber dann müssen sie gehen und aus dem Weg. Und das stand hier irgendwo, das klang so, als müssten sie quasi den Überblick bewahren.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:25 ] Ja, du sprichst jetzt quasi schon ein bisschen Weiterentwicklung. Nein, nein, das ist gut. Auch Weiterentwicklungen, darum geht es ja. Das ist jetzt quasi der Starttermin, wo wir sagen, jetzt implementieren wir das und dann geht es ja schon in die Weiterentwicklung gerade bei dir. Und du sagst, da muss man schärfen für euren Fachbereich. Das ist immer wichtig, ja.

PA6

[ 00:05:45 ] Ich weiß natürlich nicht, wie es in der Praxis oder in der Reha wäre.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:48 ] Ja, genau deswegen. Aber deswegen hat jeder Fachbereich sein eigenes.

PA6

[ 00:05:52 ] Für mich ist es auch schwierig. Ich bin auf Intensivstation. Kann auch nicht sagen, wie es auf Internisten, wenn man jetzt in der Pulmonologie ist, da sind natürlich die Patienten auf nochmal einem ganz anderen Niveau. Bei mir ist es sowieso, also auch Erkennen von Stolperfallen. Da sind bei mir die Schüler absolut überfordert und ich habe das Gefühl, ich muss jeden einzelnen Schritt tausendmal erklären, weil sie es nicht von sich aus schaffen, den Überblick über die ganzen Kabel zu erhalten.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:19 ] Dazu wollen wir es ja hinführen, dass sie es erkennen. Ich will dich nicht unterbrechen. Allgemeines Verständnis erstmal so, jetzt wirklich so wie es da steht. Wie klar nachvollziehbar sind für dich die Kompetenzziele oder die Struktur auch des Praxiscurriculum formuliert?

PA6

[ 00:06:39 ] Also den Aufbau finde ich gut mit den Überpunkten und Unterpunk­ten. Was mich da allerdings so ein bisschen vom Durchlesen gestört hat, ist, dass es oben immer ein, wenn ich jetzt so gut in Grammatik in Mehrzahl geschrieben habe, also die Auszubildenden deuten und beobachten Verhaltensweisen, Punkt, Punkt, Punkt. Und unten drunter, die in meinem Fall jetzt rosa markierten Sachen, stehen dann plötzlich oft in Einzahl.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:04 ] Ja, das kann passieren.

PA6

[ 00:07:05 ] Oder oft in männlicher Form. Oben ist immer noch gegendert und dann ist es plötzlich. Das hat mich auch ein bisschen gestört, weil da kam ich dann so aus dem Fluss.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:15 ] Verstehe ich. Also das eine, dass die Struktur so auch beibehalten wird, das verstehe ich auch. Aber ansonsten formuliert ansonsten für dich klar.

PA6

[ 00:07:27 ] Also es ist schon kompliziert geschrieben, wie gesagt. Ich habe sehr lange gebraucht, das durchzulesen. Es war jetzt nicht einmal gelesen und ver­standen. Ich könnte jetzt allerdings auch nicht sagen, ich meine, das Thema ist halt auch sehr komplex. Ich könnte jetzt nicht sagen, wie es einfach geschrieben wäre. Ich habe mal eine Seite eingescannt und bei unserem Freund und Helfer Chat-GPT eingestellt und er hat es mir nochmal zusammengefasst und das konnte man dann besser runterlesen. Aber ich könnte jetzt nicht sagen, woran es liegt, weil das sind ja auch schon Stichpunkte. Es ist jetzt nicht so, dass das ein komplizierter Fließtext ist, sondern tatsächlich, das sind ja schon Stichpunkte.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:58 ] Das ist richtig, aber wenn man Handlungskompetenzen beschreibt, dann ist es natürlich immer ein bisschen ein längerer Satz sozusagen.

PA6

[ 00:08:05 ] Die Beispiele in Klammern bringen natürlich auch immer noch, also die sind notwendig, bringen aber manchmal auch noch so aus dem Fluss raus. Weil es dann oft zu viele Beispiele in der Klammer sind und dann vergisst man wieder, wie der Anfang vom Satz war, um den Satz wieder zu beenden. Aber das hat sich dann mit meinen bunten Farben wieder ein bisschen.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:23 ] Gut. Stimmen aber so für dich die Inhalte, die wir in diesen Hand­lungskompetenz haben oder in diesen Kompetenzschwerpunkten? Ist das inhalt­lich für dich so? Sagst du, das entspricht auch meinen Vorstellungen von gelun­gener praktischer Ausbildung?

PA6

[ 00:08:38 ] Teilweise ja. Es gibt natürlich Punkte, wo es weniger ist und es gibt Punkte absolut.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:44 ] Die hast du ja vorhin so ein bisschen rausgearbeitet, weil du sagst, das passt nicht so ganz. Aber jetzt im groben Sinne, wo du sagst, das ist prakti­sche Ausbildung, kann man es so gelingen lassen, wenn man das so aufbaut.

PA6

[ 00:08:56 ] Ich finde tatsächlich, das hatte ich mir aufgeschrieben, Kompetenz­schwerpunkt 6, physiotherapeutische Maßnahmen. Ich weiß nicht, ob das jetzt daran liegt, dass Praktikum 7 mehr auf die Sozialkompetenz ausgelegt ist, aber ich finde, physiotherapeutische Maßnahmen und alles rund um Befund wäre für mich eigentlich eher Nummer 1.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:14 ] Ach so, die Nummerierung hat nicht den Wichtigkeitsgrad. Also was man sagt, Kompetenzschwerpunkt 1 bis 8. Das heißt, es ist keine Graduierung, an der man bemisst, dass es wichtig oder weniger wichtig ist. Es sind einfach nur Nummerierungen der Schwerpunkte. Das ist nicht so gedacht.

PA6

[ 00:09:33 ] Man liest den Anfang immer ein bisschen aufmerksamer durch und je weiter man die Seiten nach hinten kommt, desto unaufmerksamer wird man. Und dadurch, dass dann der wichtigste Punkt für mich hinten war, war das dann.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:44 ] Aber hat nicht den Hintergrund, dass man sagt, Punkt 1 ist der wich­tigste und Punkt 8 ist der unwichtigste. So ist es nicht gedacht. Aber ich verstehe dich dadurch. Wie setzt du denn jetzt oder wie hast du das umgesetzt, dieses Praxiscurulum anhand dieser beschriebenen Kompetenzen und Methoden, die so drinstehen in diesem Praktikumsalltag? Konntest du das umsetzen und wenn ja, wie? Wie hast du das zeitlich eingebaut?

PA6

[ 00:10:12 ] Ich hatte, wie gesagt, ich hatte nicht viele Tage, ich hatte das Skript mal dabei und habe mal zwischendrin geguckt, was stand da so drin, welche Kompetenzen sollte der Schüler theoretisch jetzt mitbringen, wie äußern sie sich, wie... Führen sie sich auf? Ich habe aber auch mal die Schüler gefragt, wie sie das und das sehen. Ich habe mit Kollegen geredet, ob sie die Punkte so sehen, wie ich sie sehe oder anders und mich da ausgetauscht. Aber dass ich jetzt wirk­lich speziell irgendwie auf einzelne Punkte, dafür sind es zu viele Punkte. Man kann das ja nicht alles im Kopf behalten. Deswegen fand ich es schwierig, jetzt ganz gezielt bei einer Vorbehandlung zum Beispiel zu gucken, ob sie alles wirk­lich einhalten. Weil da sind ja auch Punkte drin, die sind nicht jedes Mal.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:54 ] Aber ich höre daraus, dass du sagst, du hast versucht, mal zu schauen, welche Kompetenzen sie so ein bisschen erfüllen. Und du hattest das quasi dabei und hast es immer ein bisschen.

PA6

[ 00:11:04 ] Also einen Tag hatte ich es mal dabei. Deswegen habe ich es mir auch klein ausgedruckt, damit ich es einpacken kann. Das ist halt bei uns, wir sind nicht in einem Raum. Wir haben keinen Therapieraum, in dem wir das able­gen können und immer da haben, sondern wir sind auf Station, wir sind in ver­schiedenen Zimmern. Auch hygienemäßig ist es da nicht wirklich möglich, immer die Zettel dabei zu haben und zu sagen, ich packe sie aus und schaue während­dessen die ganze Zeit. Zumal ich meine Schüler auch nicht groß alleine arbeiten lassen kann auf Intensivstationen. Das heißt, ich muss mit anpacken. Da war es dann auch schwierig zu gucken, wie wirklich der Schüler. Wenn ich jetzt nur wirk­lich als reiner Hospitant dabei bin, wie er dann reagiert. Weil die Schüler doch in der Regel sehr eingeschüchtert sind, wenn noch ein Praxisanleiter dabei ist. Und dann ist die Sozialkompetenz noch mal deutlich reduzierter. Deswegen waren sowieso die ganzen Punkte noch mal.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:55 ] Also du kommst da schon auf Hürden und Herausforderungen zu sprechen, die dir da begegnet sind. Zum einen das Räumliche hast du jetzt ein bisschen hervorgehoben, dann deine Zeit, weil du ja selber auch noch Patienten bearbeiten musst und behandeln musst. Das sind dann so Hürden quasi, die dir da begegnet sind bei der Umsetzung, verstehe ich. Hast du trotzdem herausge­funden, dass es irgendwelche Handlungskompetenzen gibt oder auch diese Schwerpunkte 1 bis 8, die besonders gut funktioniert haben in der Umsetzung oder besonders schlecht?

PA6

[ 00:12:26 ] Muss man ganz kurz durchschauen.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:28 ] Ruf sie ruhig mal in Erinnerung.

PA6

[ 00:12:40 ] Irgendwo habe ich mal Notizen gemacht. Die ganzen Kompetenzen zum Thema Umweltschutz und so, die finde ich grundsätzlich gut, aber die sind in der Klinik einfach nicht umsetzbar, weil die Klinik gibt vor, welche Maßnahmen man ergreifen muss.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:57 ] Ah, das geht also dann weniger gut? Das muss man quasi noch ein bisschen mit einarbeiten, die Vorgaben?

PA6

[ 00:13:02 ] Es ist die Frage, ob es nötig ist, das reinzuschreiben oder ob man es einfach vom anderen... Also, was habe ich hier geschrieben? Genau. Wobei, letztendlich steht es wahrscheinlich schon richtig drin. Ich habe nur noch eine Notiz dazu gemacht. Bei infektionsgefährdeten Patienten und invasiven Maßnah­men werden einmal Handschuhe, Schutzkittel und Mund-Nasen-Schutz getra­gen. Da gibt es von der Klinik ja spezielle Regeln. Und da wird ja auch immer gesagt, man soll, na gut, bei invasiven Maßnahmen und Infektionen natürlich schon. Aber auch da muss man mal aufpassen. Viele Schüler ziehen immer von vornherein Handschuhe an. Uns wurde aber auch schon oft gesagt, wir sollen eigentlich nicht so viele Handschuhe benutzen, also wirklich nur, wenn es nötig ist. Und viele Schüler, entweder sie ekeln sich oder sie wissen es nicht und zie­hen dann immer sofort Handschuhe an. Genauso ist es mit Masken. Es gibt ja auch Infektionserkrankheiten, wo man theoretisch keine Maske braucht. Aber letztendlich wird man dann informiert. Es hängt an der Zimmertür ein Schild, wel­che Maßnahmen nötig sind.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:59 ] Das gibt ja so viele detaillierte Beispiele. Genau, das denke ich auch, dass man sagt, man hat einen groben Blick dafür, wie man sich zu verhalten hat. Aber dann ist es natürlich auf der Station oder auf Patient individuell natürlich anders. Aber steht ja an der Tür in der Regel.

PA6

[ 00:14:13 ] Dann bei Händedesinfektion, da gibt es ja diese ganz normalen Re­geln vor, nach jeder Behandlung sowie nach Kontakt mit dem Patienten und der Patientenumgebung, finde ich, gehört da noch mit rein. Weil das ist ja alles so bei diesen Hauptregeln, dass man das Patientenbett angefasst hat, dass man auch Händedesinfiziert. Nutzen von Materialien. Abfälle vermeiden ist immer noch generell schwierig. Getrennt wird eigentlich quasi nie. Geräte werden nur bei Bedarf eingesetzt, habe ich geschrieben. Das sind unsere Kollegen auch ein­fach ein schlechtes Vorbild. Das ist halt dann immer wie der Anleiter das macht.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:55 ] Also da siehst du schon, sagst du, es war jetzt nicht so optimal um­setzbar. Gab es aber auch einen Bereich, wo du sagst, Mensch, das hat ganz gut geklappt. Wo man sagt, ein Kompetenzschwerpunkt vielleicht, ein Feld.

PA6

[ 00:15:12 ] Hier sind viele Haken, das ist wahrscheinlich hier. Physiotherapeuti­sche Maßnahmen. Ja, das funktioniert gut. Also, dass Sie tatsächlich auch Ihre eigenen Patienten sind frühs am PC. Wir haben ja frühs immer unsere Liste mit Patienten. Das heißt, wenn sich Schüler ihre eigenen Auszubildenden, ihre eige­nen Patienten haben, dass sie dann frühs erstmal sich einen Überblick verschaf­fen, welche Patienten kriegen heut Therapie, welche nicht. Gab es irgendwas über Nacht, was beachtet werden muss, einen Sturz oder irgendwie OPs, die an dem Tag noch stattfinden. Wir machen natürlich nicht bei jedem Patienten einen vollen Befund, wie sie jetzt in der Schule es lernen, sondern eher einen Kurzbe­fund, weil bei uns die Patienten ja oft auch nur mal drei Tage da sind und dann nur prophylaktisch eine Physiotherapie bekommen. Aber auch da, dass sie sich vorher informieren, mit den Patienten reden, das funktioniert gut. Und die Thera­pie natürlich anpassen an Situationen. Das klappt auf jeden Fall. Berücksichtigt, ja, da habe ich ein Fragezeichen gemacht, aber vielleicht können da andere was mit anfangen. Wir berücksichtigen die physiologische Grundlage von Bewegung und Training, zum Beispiel bei der Planung von Belastungssteigerung nach Um­stellung von Medikation. Was ist damit gemeint?

LEITNER, SVEN

[ 00:16:30 ] Ja, es könnte ja sein, dass zum Beispiel jemand auf einmal Tilidin bekommt. Und dann ist natürlich vielleicht Gleichgewichtgestört aufgrund der Wirkung, Nebenwirkung meine ich damit. So was, dass man das mit in Betracht zieht. So in der Richtung ist das gemeint.

PA6

[ 00:16:44 ] Gut, das ist dann halt generell einfach, ob jetzt medikamentös oder nicht medikamentös, einfach eine Änderung vom Patienten.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:52 ] Kann vorkommen, muss ja nicht. Ich meine, man versucht natürlich alles abzudecken, aber es ist natürlich immer situativ. Kommt es in dem Prakti­kum vor oder nicht? Das ist immer die Frage letztlich. Das stimmt.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:04 ] Das ist schon sehr detailliert, das finde ich ja schon mal gut. Konntest du aber in dem Kontext, wenn du so schön ins Detail gegangen bist, auch fest­stellen, gab es aus deiner Sicht eine Verbesserung bei dem siebten Pflichtprak­tikum im Vergleich zu den anderen im Bereich Theorie-Praxistransfer? Das heißt, die Jury ist ja das, was in der Schule lernen und dann zu euch rüber transferieren und anwenden sollen.

PA6

[ 00:17:26 ] Also mir ist weder was Positives noch was Negatives aufgefallen, speziell in dem Praktikum. Und zwar jetzt auch nach den Sommerferien hat sich jetzt nicht so viel verändert, zudem vor den Sommerferien.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:39 ] Okay, das hätte ja sein können, weil du sagst, das Praxiscurriculum ist jetzt da, die Schüler haben das ja auch und dann ist auf einmal schlagartig was anders gewesen. Nein, okay. Hat sich aber dann bei den Anleitungsgesprä­chen, wenn du welche führst, also Feedback, hat sich da für dich die Qualität mit der Nutzung des Praxiscurriculums irgendwie verändert?

PA6

[ 00:17:59 ] Ich habe keines geführt seitdem.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:02 ] Das abschließende Gespräch, wer hat das dann geführt?

PA6

[ 00:18:05 ] Wer auch immer da war, mich übertreten hat, vielleicht Hannes oder Marie, sind beide aber keine Praxisanleiter.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:10 ] Und zwischendurch gab es Zwischengespräche, also nicht das ab­schließende Feedbackgespräch?

PA6

[ 00:18:16 ] Lukas hatte ich vier Tage oder nur einen und dann war er krank. Ich bin mir gerade gar nicht sicher. Und Rieke habe ich jetzt seit Montag dabei und war Donnerstag nicht da. Und da gab es jetzt keine wirklichen.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:27 ] Gut, also war dir jetzt in dem Fall nicht möglich, das dann auch zu beobachten?

PA6

[ 00:18:31 ] Da war meine Frage aber tatsächlich, wird der Bewertungsbogen nochmal angepasst ans Curriculum? Oder bleibt der Bewertungsbogen so, wie er ist, dass man sich theoretisch auch an diesen Punkten entlanghangeln kann, um dann den Bewertungsbogen...

LEITNER, SVEN

[ 00:18:45 ] Das kann ich dir jetzt noch nicht abschließend beantworten. Also sicherlich, ich kann mir schon vorstellen, dass es Veränderungen gibt oder zu­mindest Hinweise von den Praxiscurriculum, von diesen Handlungskompeten­zen, wo man das in der Bewertung quasi verortet, dass man das besser zuordnen kann.

PA6

[ 00:19:01 ] Ich habe mich nur ganz kurz, mal fünf Minuten, mit einer Pflegekolle­gin unterhalten. Die hat gemeint, nachdem bei Ihnen das Curriculum eingeführt wurde, ich weiß nicht, ob es damit im direkten Zusammenhang hing, aber seitdem gibt es quasi keine Noten mehr, sondern nur noch Fließtexte, Freitexte in der Bewertung, wenn ich das richtig verstanden hatte. wo man sich dann quasi an­hand des Curriculums bewertet.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:19 ] Da haben wir uns jetzt noch keine Gedanken gemacht dazu, weil wir jetzt erst mal schauen, wie lässt sich das implementieren überhaupt. Und dann muss man das ja noch nacharbeiten. Da ist noch viel Arbeit vor. Hat das aber jetzt schon Auswirkungen gehabt auf deine Betreuung und Beurteilung?

PA6

[ 00:19:38 ]Bisher nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:39 ]Bis jetzt noch nicht, okay. Also das heißt, da gibt es noch keine Aus­wirkungen, aber du hast ja noch ein paar vor dir. Okay, wie denkst du darüber, leistet dieses Praxiscurriculum einen Beitrag zur Weiterentwicklung von deiner Fachabteilung?

PA6

[ 00:19:59 ] Eher nicht. Die meisten Kollegen lesen es sich nicht durch, die keine Praxisanleiter sind. Und die geringe Prozentzahl, die Praxisanleiter sind, werden das jetzt nicht in die Welt hinaustragen, denke ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:12 ] Also das meinst du jetzt nicht, dass die Praxisanleiter jetzt dann einen tieferen Einblick kriegen und sagen, oh, wir strukturieren jetzt bei uns mal ein bisschen um, das wäre ja auch eine Weiterentwicklung und geben den Kollegen auch mal Feedback, macht mal das mit den Schülern anders. Das siehst du jetzt noch nicht so.

PA6

[ 00:20:31 ] Ich glaube, da fehlt uns aktuell die Zeit. Wir haben, wie gesagt, im Gesamten haben wir zu viele Schüler für zu wenig Vollzeitkräfte, um da wirklich uns Zeit für zu nehmen. Also aktuell sind die Schüler schon oft auch einfach die­jenigen, die die Arbeit leisten, weil wir keine Kollegen haben.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:52 ] Jetzt haben wir zum Praxiscurriculum ja erstmal da und jetzt geht es ja auch darum zu sagen, diese curriculare Arbeit daran. Hast du da Ideen, wie man sagt, diese curriculare Arbeit an diesen Praxiscurriculum, sollte man noch irgendwie anders oder stärker in die Schulentwicklung mit einbringen? Oder wie könnte man das stärker in die Schulentwicklung einbringen?

PA6

[ 00:21:12 ] Welcher Punkt ist das? Ja, hier, 5, 2. Ich weiß nicht, ob das möglich ist, auch mehr darauf einzugehen, was zu welchem Zeitpunkt in der Schule schon, ob das auch nochmal ein Punkt wäre, dass man.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:40 ] Also meinst du dann, zu welchem Zeitpunkt im Unterricht, in der Schule was unterrichtet wird?

PA6

[ 00:21:44 ] Genau, wenn das jetzt speziell auf das siebte Praktikum eingeht, dann könnte man ja theoretisch auch sagen, was genau zum siebten Praktikum dann schon in der Schule gelehrt ist. Angeschnitten sind ja schon wahrscheinlich viele Fächer und im dritten Schuljahr sind sie ja auch schon relativ weit. Aber zum Beispiel, welche sind schon abgeschlossen, welche haben schon eine Prüfung und sind bis zum Examen stillgelegt quasi. Also was müssen sie auf jeden Fall schon können, weil dann Schüler oft mal wiederkommen und sagen, nee, wir machen das nicht. Und wir haben zwar den Lehrplan, aber da steht ja auch nicht Woche für Woche drin, was genau. Und dann kann man mit grober Übersicht, aber so richtig übersichtlich ist es für uns nicht, wenn man sich damit nicht wirklich auskennt.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:23 ] Hast du da eigentlich schon Erfahrungen irgendwie gesammelt, wie man so curriculare Sachen oder ein Curriculum weiterentwickelt oder Schulent­wicklungsprozesse entwickelt?

PA6

[ 00:22:30 ] Ich habe mich mit Curriculum noch nie auseinandergesetzt. Ich würde auch gar nicht unbedingt genau wissen, was ein Curriculum überhaupt ist. Des­wegen bin ich auch froh, dass ich das nicht machen musste.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:43 ] Ja, okay. Wie erlebst du dann aber diese Interaktion mit den Lernbe­gleitern, also die hier aus der Schule rüberkommen, oder anderen Praxisanleitern oder den Auszubildenden bei dem Umsetzungsversuch dieser Curricularen Vor­gaben?

PA6

[ 00:23:00 ] Also mit meinen Kollegen habe ich mich eigentlich immer nur über die einzelnen Punkte unterhalten und ob sie jetzt Sinn machen oder keinen Sinn machen.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:06 ] Wie hast du das so erlebt mit denen?

PA6

[ 00:23:09 ] Wir waren uns eigentlich immer alle relativ einig. Aber auch auf die Punkte, wo es die Punkte gibt, die wir nicht als sinnvoll achten.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:17 ] Und mit den Lernbegleitern, also die sind ja dann die Praktikumsbe­treuer.

PA6

[ 00:23:22 ] Da habe ich quasi kaum Kontakt. Bei der Vorbehandlung bin ich nicht dabei in der Regel. Da könnte ich mich nicht darüber unterhalten und ansonsten ist die Kommunikation auch nicht so gut.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:35 ] Und mit den Auszubildenden?

PA6

[ 00:23:37 ] Ich habe schon manchmal nachgefragt, ob sie es sich schon mal angeguckt haben und viele haben gesagt, dass sie es noch nicht durchgelesen haben. Nicht so spezifische Punkte, wo sie Fragen zu hatten oder die sie mal gerne sprechen wollten.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:51 ] Okay, also das heißt, eine Rückmeldung von der Auszubildenden war, sie haben es sich noch gar nicht angeguckt.

PA6

[ 00:23:57 ] Zumindest war das das vor drei, vier Wochen.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:59 ] Und mit den Kollegen, gab es da irgendeine Rückmeldung, die häufig war, wenn ihr darüber unterhalten habt?

PA6

[ 00:24:06 ] Extraarbeit. Extraarbeit, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:09 ] Also das war die häufigste Frage, wenn man sagt, es ist wieder Ext­raarbeit.

PA6

[ 00:24:13 ] Ja, das ist halt auch wieder kompliziert.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:19 ] Das heißt, eine Weiterentwicklung des Curriculums mit der Rückmel­dung der Kollegen wäre aus deiner Sicht eine Kurzfassung?

PA6

[ 00:24:29 ] Kurzfassung, einfachere Sprache vielleicht. Ja, ich wüsste jetzt selber auch nicht genau, wie man es, weil ich meine, die Punkte sind ja wichtig, die müssen drinstehen, zumindest die Punkte, die wichtig sind. Da ist es teilweise schwierig, die nochmal zu verändern.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:49 ] Wie hast du jetzt dann diese Rolle erlebt als Praxisanleiterin in die­sem Spannungsfeld zwischen den Anforderungen deines Arbeitsplatzes und die­sen curricularen Vorgaben auch hinsichtlich dieser 10% Praxisanleitungszeit?

PA6 [ 00:25:02 ] Es ist bei uns schwierig nachzuvollziehen, dadurch, dass wir nicht terminiert sind, sondern uns selbst terminieren. Das können wir jetzt nicht sagen, weil ich habe normalerweise sieben Stunden Patienten und mache dann halt nur sechs Stunden und habe eine Stunde Zeit, sondern ich will zum Patienten, der Patient wird gerade gewaschen, okay, dann hocke ich mich schnell hin und ma­che mal was für die Praxisanleitung. Dann ist es schwierig zu sagen, wie viel Zeit war es denn jetzt im Großen und Ganzen. Für mich ist es einfacher, die Lücken zu füllen, als zu sagen, ich gehe jetzt eine Stunde weg, weil dann fällt vielleicht wieder ein Patient weg. Und dann mache ich es lieber in den Lücken, wo ich sowieso keinen Patienten behandeln könnte.

LEITNER, SVEN [ 00:25:36 ] Und da ist der Auszubildende auch greifbar?

PA6 [ 00:25:38 ] Entweder ich gebe ihm eine Aufgabe oder er, weil er ist ja theoretisch immer, also in meinem Fall ist er immer bei mir dabei. Wobei ich, also jetzt am Ende der ersten Woche hat dann die Ulrike auch Patienten von anderen Kollegen zum Beispiel, wo sie dann auch mal alleine losgeht.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:52 ] Also aufgrund dieser Dynamik bei den Patienten hast du da Schwie­rigkeiten, das fest zu planen, sondern eher spontan. Das ist so, wie du das erlebst sozusagen. Okay. Was denkst du, welche Faktoren würden es vielleicht beein­flussen, dass man die Akzeptanz und auch die Motivation, mit dem Praxiscurri­culum zuarbeiten, oder was dazu Faktoren sind?Also ich habe schon herausge­nommen, das hast du vorhin gemeint, dass man braucht eine einfache Sprache und eine kürzere Fassung, so zum Beispiel.

PA6

[ 00:26:28 ] Also ich glaube, viele Kollegen haben ein Problem mit. Mein Haupt­problem ist tatsächlich die Bewertung von den Schülern. Und ich glaube, wenn man das nochmal besser auf den Bewertungsbogen übertragen könnte, dass man wirklich sagt, dann könnte ich den Schülern auch sagen, warum ich sie wie bewertet habe. Dass ich ganz genau ihnen sagen kann, der und der Punkt ist mir bei dir, das und das aufgefallen. Und deswegen habe ich dich jetzt so und so bewertet. Also dass man das als Hilfe nutzen könnte und nicht nur als zusätzli­che.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:01 ]Das es quasi auch am Ende dann quasi eine Konklusion bildet mit dem Bewertungsbogen und dann kann man sich auch darauf berufen. Dann schauen wir, das steht da und das hast du so wiedergegeben oder mir gezeigt. Also das würde das schon mal erhöhen, meinst du?

PA6

[ 00:27:15 ]Zum Bewerten finde ich es grundsätzlich einfacher, als jetzt zu sagen, dem Schüler was beizubringen. Weil ich meine, dem Schüler zu sagen, er soll jetzt gezielt die körperlichen und psychischen und kognitiven Ressourcen vom Patienten berücksichtigen oder erfassen, bemerken, ich meine, das bemerkt er entweder oder halt auch nicht, wenn der Patient jetzt total, also da kann ich jetzt nicht sagen, gut, ich kann schon sagen, er soll mehr darauf achten, ob der Patient jetzt schlecht drauf ist oder nicht, aber ich weiß nicht genau. Also jetzt als Bei­spiel. Deswegen ist das, was ich eben gemeint habe, mit Sozialkompetenz, ich finde, das ist. Finde ich schwierig, dem Schüler da jetzt im 1 zu 1 Gespräch was dabei zu bringen.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:02 ] Wie können wir das denn vielleicht noch verbessern oder bezie­hungsweise diese Implementierung von diesem Curriculum, auf welcher Ebene können wir das denn verbessern? Also wir haben ja letztlich immer so diese Makro-Ebene, gut, das entzieht sich uns ein bisschen, das ist ja der Bereich mit Rahmenvorgaben, Lehrplänen und so weiter. Aber gut, auch da kann man ja sa­gen, Mensch, da wäre es schön, wenn das verankert wird, dann kann man es besser einführen. Oder halt eben die Ebene von der Meso- oder Mikroebene. Meso-Ebene wäre dann letztlich jetzt die Ausgestaltung von dem Curriculum, so wie sie jetzt in erster Form mal da liegt. Oder Mikroebene, wo man sagt, konkrete Lehr- und Lerngestaltungsmöglichkeiten. Hast du da eine Ebene?

PA6

[ 00:28:44 ] Keine Ahnung, hingeschrieben.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:47 ] Also du hast keine Vorstellung, wie man das jetzt da noch verbessern könnte?

PA6

[ 00:28:51 ] Da fehlt mir die Vorstellung überhaupt, wie diese Ebenen genau aus­schauen und was da alles in den Begriffen ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:57 ] Nur dass du vielleicht eine Vorstellung bekommst, also die Meso­Ebene bedeutet tatsächlich wie die Gestaltung und letztlich wie du schon beurteilt hast, wie es geschrieben und gemacht ist. Und Mikro-Ebene wäre jetzt dann in dem Kontext zu sagen, wir haben jetzt hier einzelne Lernarrangements. Wie ma­che ich das jetzt mit dem Schüler? Diese Handlungskompetenz. Das wäre dann das Detail sozusagen. So ist das zu verstehen.

PA6

[ 00:29:19 ] Also wenn das auch für uns relevant wäre, dann, wenn das jetzt nicht was in der Schule, sondern wenn das auch für uns eine Idee wäre, dann wäre das natürlich schon hilfreich. dass man sich da noch ein bisschen dran entlang­hangeln kann und auch mit dem Schüler das nutzen kann.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:32 ] Also eher diese Mikro-Ebene, wo du sagst, da sollte man noch was verbessern, dann wäre das für euch nutzbarer. Super, okay. Wenn du jetzt einen Kollegen oder Kollegin hast, die neu mit der Praxisanleitertätigkeit einsteigt, was würdest du im Umgang mit dem Curriculum denen empfehlen?

PA6

[ 00:29:52 ] Nimm wir Zeit, das durchzulesen, nimm dir einen Marker, lesen es in Ruhe durch. Jede kleinste Ablenkung ist fatal. Ich habe es mir vorgelesen. Immer die verschiedenen Phasen oder Möglichkeiten des Lernens aufnehmen. Aber so grundsätzlich ist bei mir und meinen Kollegen schon eher, das wird kein Praxis­anleiter. Es gab schon öfter, manche haben schon gesagt, ich habe schon über­legt zu kündigen, weil es einfach keinen Bock mehr hat.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:23 ] Hat das mit dem Curriculum jetzt was zu tun oder allgemein vorher schon?

PA6

[ 00:30:26 ] Seit die Schüler Auszubildenden sind.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:30 ] Oh, das ist interessant, weil.

PA6

[ 00:30:32 ] Mit dem Urlaub und so, da hat sich jetzt einfach viel. Die waren ja vorher nicht so oft, nicht so viel da. Die sind jetzt viel, viel mehr da. Die Belastung für uns ist extrem gestiegen. Wir haben keine ruhige Minute mehr. Früher hatten wir zumindest mal die Ferien, wo man dachte, keine Schüler. Jetzt sind sie immer da. Und gerade in den Ferien sind auch einfach teilweise zu viele Schüler da. Man hat immer einen Schatten dabei, man kann seine Arbeit gar nicht mehr ge­nießen.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:59 ] Das ist natürlich eine heftige Aussage, aber ich verstehe sie. Da müssen wir mal gucken, vielleicht kommt da schon ein Impuls.

PA6

[ 00:31:08 ] Es ist nichts, ob Praxisanleiter oder nicht, weil bei uns hat ja jeder Schüler dabei. Also das ist für die Kollegen, die keine Praxisanleiter sind, das­selbe Problem, nur dass sie halt die 100 Euro nicht kriegen.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:19 ] Schmerzensgeld fehlt. Allgemein die Frage, praktische Ausbildung. Hast du da Ideen, Impulse, Anpassungsvorschläge, wie man denn noch eine hö­here Qualität in der praktischen Ausbildung erreichen könnte? Praxiscurriculum ist ja ein Schritt dazu, ein Gedanke, dass wir sagen, wir können die Qualität ver­bessern. Aber gibt es noch andere Ideen, wo du sagst, Mensch, das wäre doch vielleicht ein Vorschlag oder vielleicht aber auch keine?

PA6

[ 00:31:54 ] Also ich finde die Sozialkompetenz und so, wie gesagt, das lernen sie ja irgendwie, learning by doing. Da ist es wahrscheinlich eher so die Theorie, Praxis, Transfer. Bei manchen Schülern funktioniert es super, bei manchen nicht. Also ist das wahrscheinlich auch wieder ein bisschen Typsache. Aber da hat man oft das Gefühl, dass sie keine Ahnung davon haben. Also sie haben es vielleicht theoretisch schon mal gehört. Aber haben keine Ahnung, wie sie das in die Praxis umsetzen sollen, welche Techniken man machen kann. Also ich weiß nicht, wie der praktische Unterricht zum Beispiel in der Atemtherapie ausschaut. Anderer­seits, wenn man dann mit euch kommuniziert, dann hört man, die Schüler haben es gelernt, sie wurden geprüft und dann hört man, die Schüler haben über, ich glaube, die machen oft so ein Sieb, Sieb lernen, alles einmal gelernt für die Prü­fung und dann wieder vergessen, weil dann fängt wieder das neue Fach an quasi. Aber da habe ich oft das Gefühl, die Schüler, die zeigen bei uns nur das, was sie bei uns sehen. Und sie zeigen nichts von dem, was sie in der Schule gelernt haben.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:59 ] Und da höre ich so ein bisschen raus, aber vielleicht meinst du, wenn ihr einen Einblick hättet, was die hier lernen, dass man das verbessern könnte, weil ihr da anknüpfen könnt.

PA6

[ 00:33:09 ] Ich weiß nicht, ob ihr mit Skripten arbeitet, mit Büchern, oder? Oder habt ihr auch volle Skripte? Wenn wir jetzt zum Beispiel sagen würden, Atemthe­rapie ist eine Liste mit allem, was ihr praktisch gemacht habt in der Schule. Dass wir sagen können, hey, du hast doch hier eine ganze Liste mit Sachen, die du machen kannst. Warum machst du immer nur dasselbe? Nur weil meine Ausbil­dung jetzt schon ein paar Jahre her ist und ich halt jetzt immer dasselbe mache, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe, heißt das ja nicht, dass du als Schü­ler mit dem vollen Repertoire deiner Ausbildung auch nur immer dasselbe ma­chen musst.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:39 ] Das wäre dann, wenn du sagst, du hast einen Einblick. Okay, das ist ein wichtiger Punkt. Sehr schön.

PA6

[ 00:33:47 ] Das mit Teams ist ja sowieso schon in Arbeit bei der Frau Müller­Marx, weil die Kommunikation halt einfach nicht funktioniert, wenn man einige fünf bis sechs Tage auf eine Antwort teilweise wartet. Da wird sich vielleicht was verbessern.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:06 ] Das steht noch aus sozusagen. Da müssen wir dann mal schauen, wie sich das ergibt.

PA6

[ 00:34:11 ] Genau, ich hatte mir auch nochmal das aufgeschrieben, eben mit einer Liste mit allen Fächern, die schon geprüft wurden, die schon fertig sind, wo man sich sicher sein kann, dass die Schüler das können müssen.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:20 ] Genau, das ist dieser Einblick, den ich meine. Ja, sehr gut. Aber gibt es noch andere Themen, die wir jetzt noch gar nicht angesprochen haben, wo du sagst, da möchtest du noch was dazu mitteilen?

PA6

[ 00:34:30 ]Ich glaub nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:33 ] Du glaubst nicht. Sehr schön, da hast du uns unter mir einen guten Einblick gegeben. Finde ich toll und da danke ich dir dafür. Und wir bleiben dran, dass wir das alles so hinkriegen und auch weiterentwickeln, dass es dann auch eine höhere Akzeptanz gibt. Stoppen wir mal, ne?

PA6

[ 00:34:54 ] Ja.

9. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.7 (PA7)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern

PA7 (Praxisanleiter)

Schlüsselpunkte und Entscheidungen:

Als Praxisanleiter im Bereich Chirurgie hatte er in den letzten 3 Wochen eine Gruppe von 4 Auszubildenden.

Er konnte die Anleitung durchgehend gewährleisten und hatte fast jeden Auszu­bildenden bei sich.

Er hat die Praxisanleiter-Fortbildung im Oktober abgeschlossen und ist seit etwa einem Jahr offiziell als Praxisanleiter tätig.

Er hatte anfangs Schwierigkeiten mit der Lesbarkeit und Formulierung des Pra­xiscurriculums, findet aber viele Ansätze gut.

Das Curriculum ist teilweise schwer verständlich formuliert, was vor allem für die Auszubildenden eine Herausforderung darstellt.

Er sieht Verbesserungspotenzial bei der Kommunikation und Konfliktlösung, die im Curriculum behandelt werden.

Das Curriculum hat seine Denkweise und Anleitung der Auszubildenden teilweise verändert, auch wenn nicht alle Punkte für seinen Fachbereich geeignet sind.

Er hat die Auszubildenden aufgefordert, sich mit dem Curriculum auseinander­zusetzen, ist sich aber unsicher, ob sie das umsetzen.

Er sieht Potenzial, das Curriculum praxisnäher und anschaulicher zu gestalten, z.B. durch praktische Übungen.

Nächste Schritte:

Weitere Auseinandersetzung mit dem Curriculum, um Anregungen für die Praxis mitzunehmen.

Austausch mit Kollegen und Auszubildenden, um Verbesserungspotenzial zu identifizieren.

Überlegungen, wie das Curriculum praxisnäher und anschaulicher umgesetzt werden kann.

LEITNER, SVEN (Interviewer)

Nächste Schritte:

Berücksichtigung der Rückmeldungen zur Lesbarkeit und Praxisnähe des Curri­culums.

Überlegungen, wie das Curriculum in der Mikroebene (Lernmethoden) weiterent­wickelt werden kann.

Einbeziehung von Feedback der Auszubildenden, insbesondere der Abgänger, für Verbesserungen.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:03 ] Funktioniert alles. Prima. Also, heute, 30.09. und der XXX ist fürs Interview da. Und ich starte mal so, XXX, mit der Frage. In welchem Fachbereich bist du überhaupt der Praxisanleiter und wie viele Auszubildenden hattest du jetzt im letzten, also im siebten Pflichtpraktikum, nicht aktuell, sondern die letzten drei Wochen?

PA7

[ 00:00:25 ] Also ich bin im Bereich Chirurgie zuständig als Praxisanleiter und wir hatten in den letzten drei Wochen eine Vierergruppe.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:36 ] Konntest du in diesen drei Wochen durchgehend auch die Anleitung gewährleisten oder hast du irgendwie gefehlt?

PA7

[ 00:00:42 ] Ne, ich war dauerhaft da. Natürlich sind die Azubis auch geswitcht bei uns. Aber ich hatte fast jeden von den vier mal bei mir.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:53 ] Und seit wann machst du eigentlich generellische Praktikumsanlei­tungen und hast du auch diese Fortbildung, absulviert die Praxisanleiter-Fortbil- dung?

PA7

[ 00:01:02 ] Fortbildung habe ich jetzt im Oktober, das letzte Modul. Aber offiziell bin ich seit letztem Jahr Herbst, also fast einem Jahr, jetzt schon dabei, aktiv.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:16 ] Cool, sehr schön. So, dann gehen wir nochmal an das Praxiscurricu­lum so ein bisschen ran thematisch. Erstmal ganz generell, wie hast du so diese Einführung und dann auch die Umsetzung von diesem Curriculum in deinem Fachbereich so erlebt?

PA7

[ 00:01:30 ] Also ich muss ehrlich sagen, ich hatte so ein bisschen Startschwie­rigkeiten, das Ganze zu lesen. Also ich finde den Ansatz oder viele Ansätze echt gut. Manche sind einfach ein bisschen schweifen, so ein bisschen von dem rea­listischen Arbeitsalltag ab, muss ich sagen. Aber ich fand das generell oder das Feedback auch der Azubis, wo ich mich mit denen halt unterhalten habe darüber, war am Anfang so ein bisschen schwierig zu lesen. Also es war

LEITNER, SVEN

[ 00:02:05 ] Verstehe.

PA7

[ 00:02:07 ] Ja, einfach teilweise anstrengend. Also man hätte vielleicht teilweise Sätze einfach einfacher formulieren können, glaube ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:20 ] Hat sich das dann gegeben oder war das nur am Anfang so?

PA7

[ 00:02:24 ] Es ist eigentlich dauerhaft so.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:27 ] Also im Allgemeinen ist es durchgehend schwierig formuliert, teil­weise.

PA7

[ 00:02:32 ] Dadurch, dass es ja eh schon ganz schön viele Seiten hat, was ja auch gut ist, aber es zieht sich halt dadurch in die Länge. Und man verliert, wenn man das zwischendurch oder nachmittags mal liest, gerade als Azubi, glaube ich mal schnell die Geduld. Das ist so das Feedback der Schüler.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:49 ] Wir kommen ja dann aufs Detail noch. Vielleicht hast du sogar ein Beispiel, wo du sagst, das war besonders schwierig, besonders gut. Das frage ich dann nach. Mich hätte jetzt noch, aber dann interessiert in dem Kontext, war das trotzdessen jetzt erstmal dieses Curriculum so eine hilfreiche Orientierung für den Verlauf von dem Praktikum?

PA7

[ 00:03:04 ]Das auf jeden Fall, ja. Also die Basic-Ansätze sind da auf jeden Fall drin. Und ich finde auch viele Punkte gehören eigentlich zur Selbstverständlich­keit. Die sollte eigentlich jeder mal mitbringen. Ist halt im Realen teilweise nicht so. Es gibt ja auch einfach viele Azubis, die haben das erste Mal Menschenkon­takt und arbeiten das erste Mal. Ich glaube, da ist einfach noch teilweise Luft nach oben.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:34 ] Ja, klar. Die waren jetzt im siebten, also die sind jetzt gerade im dritten Ausbildungsjahr.

PA7

[ 00:03:38 ]Genau. Bei denen merkt man schon Fortschritte auf jeden Fall.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:42 ]Sehr gut. Jetzt hast du schon die Formulierung angesprochen. Wir haben ja diese Kompetenzschwerpunkte. Und unten drunter sind die verschiede­nen Handlungskompetenzen. Das sind dann diese Aufdrüsselung. Aber erstmal so grob wie klar und nachvollziehbar war für dich diese Formulierung bzw. die Kompetenzziele und die Struktur vom Curriculum formuliert. Also eins habe ich mitgenommen, es war ein bisschen teilweise schwer zu lesen, aber jetzt geht es ja eher nachvollziehbarkeit und Klarheit.

PA7

[ 00:04:15 ] Ja, also das kann man auf jeden Fall nachvollziehen, was damit alles gemeint ist. Teilweise ist es einfach, zum Beispiel das Thema mit der Kommuni­kation. Da gab es einen Punkt mit, auch teilweise, es ging ja so ein bisschen dann in die Konfliktschlichtung und so. Und da wurde dann auch angesprochen mit Kommunikationstechniken. Das fand ich so ein Punkt, ein interessanter Punkt auf jeden Fall, wo man auf jeden Fall, finde ich, auch viel mehr schulen sollte, auch uns. Das bekommt man mal im Skills Lab mit oder so, so Kommunikationsstrate­gien. Aber damit können die Azubis einfach erstmal gar nichts anfangen, glaube ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:01 ] Wobei es ist eigentlich eine Ausbildung in Sozialwissenschaften.

PA7

[ 00:05:03 ]Richtig, richtig. Ist schwierig. Das ist teilweise für Kollegen, die schon 30 Jahre dabei sind, schwierig.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:13 ] Aber erstmal von der Formulierung war es nachvollziehbar. Klarheit war auch da oder war es da eben die Schwierigkeit bei manchen Sachen, die du vorhin so angesprochen hast?

PA7

[ 00:05:21 ] Ja, also es ist schwierig zu lesen, aber wenn man sich mal damit auseinandersetzt, man versteht auf jeden Fall, was gemeint ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:29 ] Guter Punkt. Aber wenn man auf die Handlungskompetenzen, also diese Untergeordneten hier reingeht und diese Kompetenzschwerpunkte so im Hinterkopf hat, die Inhalte, würdest du sagen, inhaltlich stimmt es so mit deinen eigenen Vorstellungen schon überein, was gelungene praktische Ausbildung an­geht?

PA7

[ 00:05:49 ] Schon. Man muss dazu sagen, es gibt schon einige Punkte, die wir zeitlich auch gar nicht umsetzen können. Ja, im Praktischen. Ich kann jetzt auch auf die Schnelle gar nichts sagen. Ich habe mir in dem anderen.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:08 ] Das wäre jetzt die Frage, wie setzt ihr das quasi letztlich, diese be­schriebenen Kompetenzen im Praktikumsalltag um? Und da sagst du das schwierig, zeitlich. Also teilweise, ne?

PA7

[ 00:06:19 ] Genau. Es ist auf jeden Fall, wie schon vorhin gesagt, es sind viele Punkte, die sollte man einfach menschlich generell schon mitbringen.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:30 ] Also grundlegende Kompetenzen, die man schon haben sollte.

PA7

[ 00:06:33 ]Genau. Oder die man sich auf jeden Fall aneignen sollte in so einem Beruf.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:38 ] Aber gab es immer so eine Kompetenzbeschreibung, wo du sagst, da gehen wir jetzt mal rein und setzen das mal konkret um? Habt ihr das so mal so? hergenommen und gesagt, schau mal, was da steht, das probieren wir jetzt aus.

PA7

[ 00:06:49 ] Das habe ich bis jetzt noch nicht gemacht.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:52 ]Genau das. Ehrlichkeit brauche ich nicht. (oder brauch ich?) Okay, gibt es noch andere, weil Zeit ist ja eine Hürde. Gibt es da noch andere Hürden oder Herausforderungen, die dir jetzt bei der Umsetzung von dem Curriculum in der Praxis begegnet sind?

PA7

[ 00:07:09 ] Nee, das bis jetzt eigentlich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:11 ] Also wenn, dann ist es der Zeitfaktor. Wenn, dann ist es das. Okay. Patientenklientel habt ihr eigentlich, um die Sachen auch zu probieren, aber okay, also dann ist eher so die Zeitschiene, sage ich mal, das Thema. Hast du aber festgestellt, dass von diesen Kompetenzschwerpunkten, also Kernkompetenzen oder von diesen Handlungen da irgendwas besonders gut funktioniert hat? Das habt ihr irgendwie so mitbekommen, das steht da schon, das habt ihr sowieso schon immer gemacht? dass irgendwas richtig gut geklappt hat, was da drin steht oder irgendwas auch gar nicht geklappt hat?

PA7

[ 00:07:44 ] Also ich finde, generell das Thema wieder mit der Kommunikation. Also man sieht einen Fortschritt bei den Azubis gerade jetzt im dritten Jahr, wenn man das vergleicht mit in den Anfangspraktikas. Das machen die schon gut. Also die setzen sich auch mit uns hin und ich gebe manchmal auch ein Feedback erst nach der Behandlung, auch was die Kommunikation angeht. Also da richten die sich auch schon, glaube ich, ganz gut dran.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:16 ] An das Curriculum meinst du?

PA7 [ 00:08:18 ] Ja, es sind einfach Sachen aufgelistet, aber das ist wahrscheinlich auch das Spiel parallel. Genau. Also da muss ich sagen, da machen die gute Fortschritte. Ja, es hat mich selbst, ich fand teilweise selbst Punkte, die ich gele­sen habe, hätte man mal, könnte man im ganzen Team ansprechen.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:40 ] Ja, siehst du mal. Das ist so eine Frage jetzt auch, weil du sagst Kommunikation. Hat sich die Qualität deiner Anleitergespräche oder auch das Feedback durch diese Nutzung von den Curriculum irgendwie verändert?

PA7 [ 00:08:50 ] Also ich denke schon dann teilweise ein bisschen parallel und versu­che da auch ein bisschen was mitzunehmen auf jeden Fall und mich da so ein bisschen zu orientieren. Natürlich gibt es da auch neue Punkte, die ich selbst auch gar nicht so auf dem Schirm hatte. Also es ist ein ganz gutes Modul, sage ich mal, dass man mal so mitnehmen kann in so Gespräche aufjeden Fall.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:16 ] Bist du der Meinung, dass es bei den Auszubildenden oder bei dir auch eine andere Selbstreflexion geführt hat, dadurch, dass du das mal so gele­sen hast?

PA7 [ 00:09:24 ] Also bei mir auf jeden Fall. Ich habe den Azubis jetzt auch in den jetzigen drei Wochen gesagt, setzt euch damit auseinander. Ob das durchgeführt wird, bin ich mir nicht so sicher. Wir kennen sie alle. Aber es wäre schon die halbe Miete, wenn sie es mal einfach überfliegen würden. Aber ich persönlich finde, es gibt da Punkte, die kann man definitiv mitnehmen. Manche sind einfach der Re­alität nicht so ganz treu. Aber da kann man auf jeden Fall. Also ich habe die Denkweise schon ein bisschen geändert jetzt.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:05 ] Also du sagst da schon, manche Punkte, die drinstehen, die sind. Ich formuliere es mal anders, nicht so passend für deinen Fachbereich vielleicht. Wo­anders könnte es ja vielleicht passen.

PA7

[ 00:10:16 ] Das ist schon möglich, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:17 ] Okay, also die Individualität fehlt vielleicht noch. In Bezug zur Betreu­ung und Beurteilung der Auszubildenden, hat es dieser Standard, der jetzt da ist, dieses kompetenzorientierte, hat es da eine Auswirkung gehabt, wo du sagst, ich betreue jetzt anders und ich beurteile auch anders als vorher?

PA7

[ 00:10:37 ] Das eigentlich nicht. Also ich finde, wir haben in der Chirurgie generell eine ganz gute Gruppe, also Praxisanleitergruppe. Wir machen auch das Ganze schon, glaube ich, anders als andere Fachbereiche. Wir machen ein-, zweimal die Woche nachmittags halbe Stunde praktische Übungen, aber auch Hausauf­gaben von uns kommt. Und wir gehen auch, was bei uns, glaube ich, einzigartig ist, ist, dass wir mit in die Vorbehandlung gehen. Also dass vier Augen darüber schauen und der XXX und wir sind eigentlich auch ganz gut miteinander und wir können auch echt gut reden zusammen. Da gab es auch schon Situationen, die das alles so ein bisschen, die Situation gerettet haben. Wenn wir da auch mal reingrätschen dürfen und andersrum auch.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:25 ] Also da bist du jetzt der Meinung, das hat jetzt da nichts geändert in dem Bereich der Beurteilung und so weiter? Okay. Hast du beobachten können, dass, das ist dieses Überwort, Theorie, Praxis, Transfer, dass die Schüler... die Theorie aus der Schule in die Praxis transferieren, meinst du, dass das Curricu­lum da irgendwas verändert hat? Hast du da was beobachten können?

PA7

[ 00:11:46 ]Das bis jetzt noch nicht, ehrlich gesagt.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:48 ]Ist auch nicht leicht, aber manche nehmen was wahr, aber okay, sehr gut. Wenn man dieses neue Praxiskurriculum jetzt mal hernimmt und auch dieses Thema Schule und Schulentwicklung, kann es ja auch sein, dass es aber auch in deiner Fachabteilung eine Weiterentwicklung gibt. Weil ihr sagt, wir haben das jetzt gelesen. Und vielleicht gibt es irgendwelche Dinge, die wir jetzt bei uns än­dern müssen und das ist eine Weiterentwicklung. Gab es da was in die Richtung, dass ihr das gelesen habt und sagt, oh, da müssen wir vielleicht was ändern bei uns?

PA7

[ 00:12:21 ] Bis jetzt relativ wenig. Also wir fahren so die gleiche Spur so weiter, weil wir ganz zufrieden sind mit dem Aufbau. Man könnte vielleicht einfach, wie vorhin angesprochen, so Kommunikationsdinger oder so mal irgendwie da ein bisschen mehr drauf eingehen, so menschliche Sachen einfach. Ich habe mir fast gedacht, dass du da nochmal drauf eingehst.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:41 ] Ja, das kommt schon gut hervor. Na gut, aber bei der Schulentwick­lung, ich meine, du bist als Praxisanleiter hauptsächlich drüben in der praktischen Ausbildung unterwegs, aber wir haben ja das Thema Schulentwicklung letztlich generell ja auch. Und da ist so die Frage Schulentwicklungsprozesse. Hast du da irgendwelche Gedanken, wo du sagst, wie könnte man so curriculare Arbeit noch stärker, das ist ja Praxiscurriculum, das ist ja euer Metier, in diese Schulentwick­lung einbinden, wo man sagt, okay. Schulentwicklung hat ja auch verschiedene Ebenen sage ich jetzt mal oder Ansatzpunkte hast du da irgendwelche Gedanken dazu hast du das schon mal Gedanken dazu gehabt bisher wie könnte man das mit einbinden bei uns hier

PA7

[ 00:13:35 ] Ja, also. Uns fällt manchmal auf, dass, also wir wissen ja, dass es gelehrt wird, so Basics. Das ist wahrscheinlich auch so ein Thema des Merkens oder des Umsetzens der Schüler dann. Die kommen ins erste Praktikum und die stehen da teilweise da, als ob die noch nie irgendwas gesehen hätten. Also das ist auch gar nicht jetzt euch geschuldet. Wir wissen, dass ihr das lehrt und dass das durchgenommen wird, dass das vielleicht irgendwie nochmal, also ich kenne es von meiner Ausbildung, wir sind ins Praktikum gegangen und hatten davor eine theoretische und praktische Prüfung in den jeweiligen Fachbereichen die wir gemacht haben, dass die sich vielleicht davor oder kurz davor nochmal damit auseinandersetzen. Also da muss ich meiner alten Schule, es war zwar sehr ner­vig in der Zeit, weil wir sehr viele Prüfungen dadurch hatten, aber die haben uns dadurch sehr gut darauf vorbereitet und das war auch versetzungsrelevant. Also wenn du da durch eine Prüfung durchgefallen bist, konntest du das wiederholen. Wenn du es nicht geschafft hast, musst du das Schuljahr wiederholen. Wir sind immer mit einem Zwischenexamen, das war immer so aufgebaut wie das Staats­examen am Ende. Also immer zwei Hauptfachbereiche, zum Beispiel Chirurgie Innere und dann irgendwie noch... Nebenbei Anatomie, Physiologie, immer ein kleiner Punkt des Fachs, zum Beispiel Herz. Und das wurde geprüft vom Prakti­kum. Und da musste man sich damit auseinandersetzen, sonst durften wir nicht ins Praktikum gehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:15 ] Also es ist so eine Art Crashkurs vorweg für den Fachbereich Mitprü­fung.

PA7

[ 00:15:19 ]Richtig. Und das hat man auch gesehen. Also wir konnten danach wesentlich selbstständiger schon arbeiten im ersten Lehrjahr. Auch wenn es ner­vig war.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:30 ]Ich habe auch das gleich mal notiert. Jetzt hast du das Curriculum ja zum ersten Mal so in der Hand gehabt. Hast du aber da irgendwie schon Erfah­rungen, curriculare Arbeit, wie kann man sowas weiterentwickeln? Hast du da schon Erfahrungen gemacht? Hast du das schon mal eingelesen?

PA7

[ 00:15:44 ]Noch gar nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:49 ] Manche machen das ja, es kommt jetzt immer auf die Fortbildung bei den Praxisanleiterkursen auch so ein bisschen an. Okay, wie erlebst du dann eigentlich so diese Interaktion mit den Lernbegleitern, also XXX zum Beispiel o­der anderen Praxisanleitern oder Auszubildenden jetzt bei der Umsetzung dieses Curriculums? Also du hast schon gesagt, du hast den Auszubildenden gesagt, lest euch das durch. Du hast schon eine klare Anforderung gestellt. Hast du aber da auch mit dem XXX oder mit den Kollegen der Praxisanleitung auch irgendwie Interaktion gehabt?

PA7

[ 00:16:21 ] Also ich rede ja schon relativ viel dann mit dem XXX, wenn er da ist. Ich finde im Fachbereich Chirurgie jetzt hat sich schon ein bisschen was entwi­ckelt. Also der Befund hat sich ja verändert für die Vorbehandlung und so. Der wurde ja ein bisschen umgestellt oder verbessert. Das ist auf jeden Fall gut. Dann hatten wir ja immer das Thema, dass sich Lärmbegleiter unter sich nicht einig waren. Mit Befundungen und so auch. Ich glaube, das ist immer noch ein biss­chen das Problem. Dass die Schüler oder die Azubis in verschiedene Fachberei­che gehen und dann sich immer wieder neu darauf einstellen müssen, weil es da keine Normen gibt. Das ist so ein Punkt, der ist eigentlich so eines der Haupt­probleme, sage ich mal.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:10 ] Aber jetzt unabhängig von dem Curriculum. Das ist ein allgemeines Problem, was du gerade ansprichst. Aber Interaktionen im Kontext mit den Pra­xiskücheln, gab es da jetzt noch irgendeine, die du noch nicht erwähnt hast?

PA7

[ 00:17:22 ] Nein, das eigentlich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:26 ] Und die Interaktionen, die du hattest? Welche Rückmeldung hattest du eigentlich da am häufigsten im Kontext zu dem Praxisklima? Also du hast mit jemandem darüber geredet, mit den Schülern, mit den Praxisanleitern, vielleicht auch mit dem XXX. Gab es da Rückmeldungen und welche war da eher so die häufigste zu dem Thema?

PA7

[ 00:17:42 ] Also die häufigste war eigentlich das Thema mit dem Lesen, dass es einfach anspruchsvoll ist zu lesen. Genau. Das ist immer so für viele die erste Hürde gewesen.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:55 ] Also was würdest du dann aus dem Kontext heraus sagen, wie sollte man das Praxiscurriculum vielleicht weiterentwickeln?

PA7

[ 00:18:03 ] Also es sind viele Punkte, die würde ich da so drin stehen lassen. Es müsste vielleicht einfach ein bisschen einfacher umgestellt werden. Also es gibt manche Sätze, die könnte man kürzer und besser formuliert.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:16 ] Also Lesbarkeit verbessern dadurch.

PA7

[ 00:18:18 ] Genau. Also dieses Fachliche manchmal einfach ein bisschen weg­lassen. Dass das einfach ein bisschen mehr Spaß macht zu lesen. Dass es inte­ressanter wird. Für Azubis vor allem.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:28 ] Mit anderen Worten, findest du das zu pädagogisch formuliert?

PA7

[ 00:18:33 ] Könnte man so nennen. Es liest sich einfach sehr schwerfällig. Es liest sich auf jeden Fall sehr, ich finde es schon professionell, aber es ist einfach zu schwierig.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:53 ] Okay. Persönliche Frage letztlich. Wie erlebst du eigentlich so deine Rolle als Praxisanleiter in diesem Spannungsfeld zwischen deinen Arbeitsplatz­anforderungen? Du musst ja auch deiner Arbeit nachgehen und diesen curricu- laren Vorgaben, die jetzt da stehen. Und da hast du ja so 10% Praxisanleitungs­zeit letztlich. Wie erlebst du das so?

PA7

[ 00:19:11 ] Es ist anspruchsvoll. Zeitlich gesehen, jetzt gerade im dritten Lehr­jahr, es wird ja ein bisschen entspannter. Die Azubis können auch selbstständi­ger schon arbeiten, aber gerade so die ersten ein, zwei Jahre. Es ist wirklich schon anspruchsvoll, was das zeitlich auch angeht. Die gehen viel mit. Also ich mache es so, dass ich die ersten drei Wochen in dem ersten Hauptpraktikum bei denen, die sind dauerhaft bei mir. Es ist teilweise schon nicht einfach, das alles und da einen Hut zu bekommen.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:46 ] Und jetzt hast du ja einige Pflichtpraktika schon gemacht. Und jetzt das erste Mal mit dem Curriculum. Hat sich da in diesem Spannungsfeld-Erlebnis was geändert?

PA7

[ 00:19:54 ] Ich achte schon ein bisschen mehr darauf, auf so einzelne Punkte, dass ich das auch mal erwähne zum Beispiel. Das habe ich ja vorhin schon mal gesagt. Ich denke da jetzt schon auch ein bisschen anders.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:05 ] War das für dich jetzt dann Anstrengender?

PA7

[ 00:20:08 ] Nein, es war eigentlich ein guter Bonus, sage ich mal. Man denkt halt generell, wenn man zuschaut, bei den Azubis einfach teilweise ein bisschen an­ders oder denkt ein bisschen um und hat einfach ein paar andere Sachen auf dem Schirm.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:22 ] Hat dich das vielleicht als Wort in Summe vielleicht ein bisschen be­stätigt oder zufriedener gestimmt, dadurch, dass du das so anders hast jetzt?

PA7

[ 00:20:31 ]Ja, das kann man schon sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:36 ] Was denkst du, was eigentlich Faktoren sein könnten, die das beein­flussen, ein Thema zum Curriculum wie hier zu akzeptieren und zu motivieren, das zu nutzen?

PA7

[ 00:20:46 ] Sehr gute Frage. Ich habe auch schon mir Gedanken gemacht, wie könnte man das irgendwie attraktiver gestalten, dass man das durchliest.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:00 ] Also die Lesbarkeit ist klar hervorgekommen, das ist mir klar. Aber vielleicht gibt es ja noch andere Faktoren, wo du sagst, wenn es so und so wäre, dann wird es akzeptierter oder auch motivierender.

PA7

[ 00:21:11 ] Ja, ich weiß nicht, vielleicht gibt es irgendwie die Möglichkeit, das gleich praktisch bezogen mal umzusetzen. Wenn man das durchliest als Gruppe, vielleicht kann man da irgendwelche Aufgaben erstellen oder so. Praktische Auf­gaben als Gruppe auch.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:30 ] Ja, das führt mich so zum Gedanken so ein bisschen. Wir haben ja verschiedene Ebenen in einem Curriculum generell. Und das ist ja auch in der Schule, da haben wir auch Ebenen für so curriculare Geschichten. Und das eine ist die Makro-Ebene, das heißt, das ist ein Lehrplan, der ist vorgegeben durch die Regierung. Aber sobald man in diese Meso-Ebene kommt, wo man sagt, okay, hier kann man curriculare Arbeit durchführen und das Curriculum schrei­ben, planen, der Struktur, letztlich wie das jetzt auch entstanden ist. Oder noch eins tiefer, wenn wir in die Mikroebene reingehen, da sind dann so richtige Lern­methoden drin. Jetzt habe ich deins ein bisschen in die Richtung gehört, prakti­scher umsetzen, das heißt eher solche Mikroebene. dass exemplarisch wirkliche Methoden drin sind. So habe ich das jetzt verstanden.

PA7

[ 00:22:15 ] Ja, genau. Und was ich vielleicht ganz gut finden würde, ist, wenn man zum Beispiel jetzt die Klasse aus dem dritten Lehrjahr zum Ende hin, wenn irgendwo mal Zeit ist, mal rauszieht und die mal befragt. Was würdet ihr in der Ausbildung ändern? Weil die sind ja am direktesten dabei. Wir unterhalten uns ja immer mal mit den dritten Lehrjahrleuten kurz vor oder nach dem Examen, wenn die noch bei uns sind. Und dann geben die ja auch manchmal Feedback ab. Was würde man schulisch verändern? Was könnten wir praktisch verändern? Da konnte man eigentlich ganz gut mit denen reden.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:55 ]Das ist auch ein schöner Impuls. Nicht verkehrt für die Abgänger sozu­sagen, immer nachzuhaken.

PA7

[ 00:23:02 ] Und die haben ja das ehrlichste und direkteste Feedback, was man bekommen kann eigentlich. Die waren ja mittendrin.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:09 ] Die 22, 25, die jetzt im Examen war zuletzt, die hat das Feedback gegeben. Und letztlich war genau das Praxiscurriculum etwas, was die gesagt haben, das bräuchte man. Und das ist zwar jetzt nicht grundlegend nur wegen dieser Anforderung entstanden, aber das hat es für mich nochmal unterstrichen, dass wir in die Richtung arbeiten müssen. Was würdest du jetzt persönlich Kol­legen, Kolleginnen empfehlen, die Praxisanleiter werden? Also Einsteigen im Umgang mit dem Curriculum. Was wäre da so deine Empfehlung?

PA7

[ 00:23:40 ] Sich am besten mal immer etappenweise so ein bisschen reinarbei­ten. Ich habe das auch so gemacht. Ich habe mir immer morgens so, wenn noch keine Patienten zur Verfügung waren, kurz nach der Orga-Zeit und so, habe ich mir immer mal so zwei, drei Seiten durchgelesen, habe mir das markiert.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:54 ] Das ist lobenswert.

PA7

[ 00:23:57 ] Leider das markierte nicht dabei, wie gesagt.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:00 ] Da können wir nochmal drüber reden. Das ist immer sehr wertvoll, diese Markierungen, Informationen wegen der Entwicklung dann. Was wir bei euch in Chirurgie vielleicht anders machen müssen, umstellen müssen oder be­ziehungsweise dann ihr, wenn wir im nächsten Modul daran arbeiten.

LEITNER, SVEN [ 00:24:16 ] Das ist top. Eine ganz allgemeine Frage jetzt noch. Hast du irgend­welche Ideen, Impulse, Vorschläge, wie man künftig die Qualität der praktischen Ausbildung vielleicht noch verbessern könnte?

PA7

[ 00:24:34 ] Also wir haben es da jetzt schon eingeführt in der Chirurgie, dass wir selbstständig halt was organisieren, was halt praxisbezogen ist. Ich frage die Leute einmal Anfang der Woche, die Gruppe. Macht euch mal bis Mittwoch Ge­danken, was ihr mal durchnehmen wollt. Egal was. Also es gab schon eine Gruppe, die wollten Gilchristverbände dran machen. Es gab Gruppen, die wollten palpieren. Also die haben da ganz gute Ansätze und wir sind da auch offen für alles. Und wir geben denen halt einmal die Woche eine Hausaufgabe, als Gruppe auch, die wir am Donnerstag oder Freitag immer besprechen. Meistens praktisch bezogen.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:12 ] Soll ich das so verstehen, dass das gut wäre, wenn die anderen Fachabteilungen das auch so umsetzen?

PA7

[ 00:25:17 ] Ja, könnte man machen. Wir sind halt in der Chirurgie relativ gut aufgestellt, mit relativ vielen Vollzeitkräften auch, oder die nachmittags da sind. Es gibt Fachbereiche, zum Beispiel in der Inneren, die sind alle nur halbtags da. Also viele.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:33 ] Ja, das ist dann das Problem organisatorisch. Genau. Aber es ist schön, weil ich höre so raus, dass ihr letztlich den Bedarf der Auszubildenden abfragt. In welche Richtung soll das gehen, wenn man diese Organisation durch­führt mit der Stunde oder wie auch immer. Genau. Es ist sehr gut, dass man da individualisiert rangehen kann.

PA7

[ 00:25:51 ] Ja, und wir können es dann halt auch im nächsten Praktikum zum Beispiel verlangen, dass sie es können. Wir haben es selbst gemacht. Wir wissen jetzt, dass sie es selbst gemacht haben. Das ist halt auch der Vorteil.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:04 ] Ja. Das ist super. Haben wir noch Themen, die dir auf dem Herzen, auf der Zunge liegen, die wir noch gar nicht angesprochen haben?

PA7

[ 00:26:11 ] Aktuell nicht, nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:12 ] Prima. Dann danke ich dir.

PA7

[ 00:26:16 ] Gerne, danke auch.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:17 ] Ich drücke mal auf.

10. Transkript Interview Praxisanleiter*in Nr.8 (PA8)

Praxisanleitung in der Psychiatrie: Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge

LEITNER, SVEN (Moderator):

Begrüßung und Einführung in das Thema

Fragen zur Praxisanleitung und Erfahrungen mit dem Praxiskurrikulum

PA8 (Praxisanleiter*in):

Tätig in der Psychiatrie, betreute zuletzt 2 Auszubildende im 7. Pflichtpraktikum

Erlebte die Einführung und Umsetzung des Praxiskurrikulums als informativ und transparent

Fand das Curriculum zunächst umfangreich, aber nach Durchsicht verständlich und gut strukturiert

Das Curriculum bot eine gute Orientierung und Unterstützung in der praktischen Ausbildung

Schlüsselpunkte und Entscheidungen:

Positive Erfahrungen mit der Umsetzung des Praxiskurrikulums, insbesondere bei der Kommunikation und Sozialkompetenz

Herausforderungen bei der Balance zwischen Anleitung und Selbstständigkeit der Auszubildenden sowie beim Zeitmanagement

Wunsch nach längeren Praktikumsphasen als 3 Wochen, um den Aufbau einer therapeutischen Beziehung zu ermöglichen

Nächste Schritte:

Regelmäßiger Austausch und Feedback zwischen Praxisanleitern zur Weiterent­wicklung des Curriculums

Implementierung von Rollenspiel-Methoden und Schulungen zu Themen wie De­eskalation, Umgang mit Aggression und Suizidalität

Überprüfung der Praktikumszeiträume und Möglichkeiten, Auszubildende im 2.

Ausbildungsjahr in die Psychiatrie zu entsenden

LEITNER, SVEN

[ 00:00:00 ] Und hier den Start. So, XXX, wir haben heute den 2.10., genau. Schön, dass du da bist. Dankeschön. Und die Eingangsfrage, die ich erstmal so stelle, ist, in welchem Fachbereich bist du denn Praxisanleiterin?

PA8

[ 00:00:15 ] In der Psychiatrie.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:17 ] Und wie viele Schüler hast du oder Auszubildende hast du jetzt in diesem siebten Pflichtpraktikum betreut oder angeleitet? Also aktuell läuft das achte Grad, aber die drei Wochen davor war das siebte Pflichtpraktikum.

PA8

[ 00:00:32 ] Genau. Und dann waren es zwei. Zwei. Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:37 ] Konntest du in diesen drei Wochen von diesem siebten Pflichtprakti­kum durchgehend Praxisanleitung gewährleisten oder hast du Urlaub gehabt o­der warst du krank?

PA8

[ 00:00:46 ] Ne, da war ich tatsächlich krank.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:50 ] Weißt du noch längere Zeit? Ist nicht so wichtig, aber grob, dass ich es weiß.

PA8

[ 00:00:54 ] Ja, doch, da war ich tatsächlich zweieinhalb Wochen krank. Also es hat sich gerade überschnitten mit den Schülern, die kamen.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:04 ] Okay. Und seit wann machst du das Ganze mit der Praxisanleitung und hast du auch diese Praxisanleiterfortbildung gemacht?

PA8

[ 00:01:12 ] Genau. Ich mache es jetzt seit November offiziell, letzten Jahres, 2024, genau. Und ich bin noch dabei, die Schulungen zu machen. Ich habe aller­dings schon drei gemacht.

PA8

[ 00:01:27 ] Hier im Haus?

LEITNER, SVEN

[ 00:01:28 ]Genau.

PA8

[ 00:01:28 ]Drei Module. Okay.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:32 ] Okay, dann so eine ganz generelle Frage erstmal, wie hast du diese Einführung und die Umsetzung von dem Praxiscurriculum, ich habe euch immer ein Beispiel hergelegt, das ist jetzt nicht dein Fachbereich, aber nur, dass man das mal vor Augen hat, wie hast du das so erlebt?Die Einführung und die Umset­zung. Es brauchen noch keine Details, sondern nur das Erleben davon.

PA8

[ 00:01:53 ] Ich habe es als sehr informativ erlebt und sehr transparent. Für mich war das sehr nachvollziehbar. Und ich konnte mich da gut wiederfinden.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:15 ] Und als du das das erste Mal so in der Hand hattest und gesagt hast, damit müssen wir jetzt arbeiten, gab es da irgendwelche Empfindungen, bevor du es gelesen hast? Als du es dir ausgedruckt hast vielleicht und gesehen hast?

PA8

[ 00:02:30 ] Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich fand es im ersten Moment viel tatsächlich. Es ist klar strukturiert, was mir immer sehr hilft. Ich finde es sehr an­schaulich gestaltet. Also das liest sich auch prägnant. Erster Eindruck war tat­sächlich viel. Liegt natürlich auch daran, dass es etwas größer geschrieben ist, meines Erachtens, oder teilweise. Und dass es sehr komprimiert ist. Und nach­dem ich es gelesen habe, war es dann verständlich für mich, warum es so viel ist. Genau, so vielleicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:18 ] Hat es dir dann auch in dem Praktikum, in dem siebten, wo du jetzt auch ein bisschen gefehlt hast, trotzdem eine Orientierung geboten?

PA8

[ 00:03:27 ] Ja, auf jeden Fall. Also was mir sehr hilft, ist immer das gleiche Prin­zip, dass ich sage, wenn es eine klare Anleitung gibt und wenn es gut strukturiert ist, dann ist das für mich sehr hilfreich. Also wenn ich jetzt gucken muss, wo lese ich das jetzt nach oder, dann erzeugt das bei mir zumindest relativ schnell Stress. Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Das ist wirklich gut. Und klar angeleitet.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:56 ] So habe ich das jetzt auch verstanden vom Verständnis. Du hast es durchgelesen und das war klar nachvollziehbar. Also diese Kompetenzziele. Struktur hast du auch gesagt, ist jetzt da. Formulierung war anscheinend auch sinnig. So habe ich das jetzt aufgefasst. Okay. Das ist schon mal sehr gut. Die Frage, die sich jetzt hier stellt, sind diese Inhalte. Das sind ja, hier unten drunter sehen wir, die Handlungskompetenzen und das sind ja die Kompetenzschwer­punkte.

PA8

[ 00:04:24 ] Richtig.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:26 ] Wie weit stimmen die Inhalte denn so mit deinen eigenen Vorstellun­gen, was gelungene praktische Ausbildung angeht, überein? Also du hast viel­leicht eine eigene Vorstellung, was für dich gelungene praktische Ausbildung be­deutet und sagst du, da gibt es eine Übereinstimmung, keine viele oder viel.

PA8

[ 00:04:51 ] Also da gibt es auf jeden Fall Übereinstimmungen, weil ja beide Schwerpunkte im Gleichgewicht aufgelistet sind. Also sowohl der theoretische Teil als auch der praktische. Und nachdem es klar nachvollziehbar ist, ist es auf jeden Fall so, dass man das gut integrieren kann und auf jeden Fall auch nach­vollziehen kann.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:23 ] Oder gibt es da tatsächlich etwas, wo du sagst, oh, das hat dir ei­gentlich vollkommen gefehlt, das kann ja auch sein? Weil das in deinen Vorstel­lungen eigentlich so ist und jetzt hast du es gelesen und sagst, da fehlt dir noch was.

PA8

[ 00:05:40 ] Ne, ist mir jetzt erstmal nichts aufgefallen.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:46 ] Hast du da auch vielleicht ein konkretes Beispiel, wie du jetzt sagst, das was im Praxiscurriculum beschrieben worden ist an Kompetenzen, Handlun­gen oder Methoden, wie du das vielleicht auch dann umsetzen konntest in dem Alltag mit den Auszubildenden?

PA8

[ 00:06:04 ] Also was ich hier mache, tatsächlich ist, also zum einen mich danach zu richten und im Vorfeld mal so eine Beobachtungsmöglichkeit zu geben, also dass die Schüler in erster Linie erst einmal hospitieren, also diese Beobachtung für sich erst mal erfahren, sag ich jetzt mal. Wenn ich die Möglichkeit habe, dann informiere ich den Schüler im Vorfeld, oder den Azubi in dem Fall, den Azubi im Vorfeld, morgen gibt es zum Beispiel bei mir eine Gruppe, da können die und die Krankheitsbilder dabei sein, die sind so und so betroffen. Wenn der Azubi die Möglichkeit hat, dann kann er sich im Vorfeld darüber informieren. Dann gibt es bei uns den Ordner, wo es darum geht, welche Krankheitsbilder was beinhalten, damit er so ein Bild hat. Finde ich immer ganz wertvoll, bevor er sich überhaupt in diese Beobachtungsphase begibt, also eine Information im Vorfeld zu geben. Und dann in die Beobachterrolle zu gehen und dann während der Hospitation für sich so ein Lernziel zu gestalten, mit mir möglichst gemeinsam. Also was könnte er jetzt für sich aus der Stunde mitnehmen. Wo hat er jetzt eine Idee, was er da für eine Kompetenz für sich rausziehen kann?

LEITNER, SVEN

[ 00:07:36 ] Also im Prinzip, ich will es mal bei der Zahl nennen. Ich weiß schon genau, wie du das jetzt gemeint hast. Ich muss es nur gerade selber noch mal raussuchen, dass wir es bei der Zahl haben.

PA8

[ 00:07:50 ] Genau. Also wenn es darum geht, dann auch was zu planen im dritten Step. Also zu sagen, man plant für die nächste Einheit bei mir. Ich mache ja viel Gruppenthematik, dass man sagt der Azubi XY könnte jetzt zum Beispiel den Teil übernehmen, dass man sagt, er macht einen kleinen Anleitungsteil, die Einfüh­rung oder einen kleinen Teil vom Hauptteil oder den Schluss. Das zu besprechen, zu planen, was könnte er sich vorstellen, was wäre möglich, was ist in seinem Spektrum gerade, in seinem Wissensspektrum und dem, was er sich zumuten kann. Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:38 ] Da bist du in diesem Kompetenzschwerpunkt 8, reflektiertes Handeln. Ja. Feedback Weiterentwicklung, weil da haben wir das letztlich auch so be­schrieben, dass man sagt, wir haben eine Orientierungsphase.

PA8

[ 00:08:48 ]Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:48 ]Informieren.

PA8

[ 00:08:50 ] Richtig.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:50 ] Das ist das, was du hier im Auftrag siehst. Dann kommt letztlich am Schluss noch dazu, planen, durchführen und bewerten, dokumentieren. Das sind jetzt die ganzen Teilschritte, aber da hast du jetzt einige von den Schritten, die jetzt hier methodisch unter Kompetenzschwerpunkt 8 drinstehen. Die hast du jetzt letztlich da umgesetzt. Die hast du mir gerade erläutert, wie ihr das macht.

PA8

[ 00:09:11 ]Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:15 ] Und wenn du das Curriculum jetzt in der Umsetzung so siehst, gab es dann auch Hürden oder Herausforderungen, die für dich entstanden sind. Also du sagst, du nimmst es jetzt, willst es mit denen umsetzen und merkst, oh, das ist aber schwer, weil da passt jenes oder dieses nicht.

PA8

[ 00:09:29 ] Ja, ich habe jetzt eine Bitte nur zwischendurch, weil ich habe mir wirklich viele Gedanken gemacht. Magst du mir die Nummer dazu sagen? Also wo wir gerade sind, 3 2. Genau. Nur, dass ich mich so ein bisschen orientieren kann, weil dann kann ich da ein bisschen... Ja. Genau, danke schön. Genau, ja, habe ich mir aufgeschrieben. Also, Hürden sehe ich ganz klar im Zeitlichen und Organisatoren. Also die Bedürfnisse auf beiden Seiten. Das bedeutet eng gestal­tete Zeitpläne, die ich auch gerne von meiner Seite einhalte. Es ist nur so, wenn natürlich mein Plan eng getaktet ist und der Schüler jetzt, Azubi, eine Frage hat oder sich da in irgendeiner Form gerade jetzt nur der Mann ist, dann ist das tat­sächlich manchmal schwierig. Ich nehme mir gerne die Zeit und plane auch Zeit ein für den Azubi, weil mir das wichtig ist. Nur da kann es natürlich so sein, dass er jetzt zum Beispiel ein Bewegungsbad oder ähnliches als Beispiel mit anleitet oder selbst ausführt, sag ich jetzt mal. Und da gibt es manchmal so eine Hürde aus meiner Sicht. Nächster Punkt wäre so eine Balance zwischen der Anleitung und der Selbstständigkeit sozusagen, herzustellen. Also, wie viel mute ich dem Azubi zu, ohne ihn zu überfrachten, weil die Zeitrahmen sind ja leider aus meiner Sicht, das wäre auch so ein Punkt, leider, weil ich komme später dazu, leider nur drei Wochen. Ich habe oft den Eindruck, immer dann, wenn der Azubi sich so ein bisschen eingefunden hat und das so richtig für ihn läuft, das höre ich ganz häu­fig.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:47 ] Es ist schon rum.

PA8

[ 00:11:48 ] Ja, es ist schon rum. Finde ich persönlich sehr schade, muss ich sagen. Ich weiß nicht, ob man das irgendwie in Zukunft anders gestalten kann. Einfach nur mal so eine Idee. Aber das stelle ich wirklich häufig fest, dass es sich gerade so gut eingefunden hat und ich die Rückmeldung bekommen, jetzt läuft es und dann müssen sie leider wieder gehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:16 ] Ja, das ist schon ein Punkt, den wir ruhig auch von später letztlich noch drin haben, wenn man sagt, wie kann man das Ganze denn noch verbes­sern, die praktische Ausbildung, also noch höhere Qualität in der praktischen Ausbildung herstellen. Und da wäre vielleicht dieses zu sagen, mehr als drei Wo­chen am Stück wäre da schon angenehmer. Wo man auch in dem Kontext sehen kann.

PA8

[ 00:12:38 ] Ja, also wäre jetzt so mein Punkt.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:41 ] Ja gut, die Anleitung oder der Weg von der Anleitung zur Selbststän­digkeit zu führen, das sollen ja eben diese Handlungskompetenzen hinweisen. Was soll er für eine Kompetenz in seinem Handeln erreichen? Das steht ja da drin.

PA8

[ 00:12:54 ] Ja, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:55 ] Und wenn du sagst den Weg dorthin zwischen deiner Anleitung zu dieser Handlungskompetenz. Dazwischen befindet sich ja letztlich die Methode. Wie bringe ich ihn dahin? Fehlt es dir in diesem Curriculum noch, das ist nämlich Mikroebene der curricularen Arbeit, an Methoden?

PA8

[ 00:13:17 ] Ja, an der Umsetzungsmethode.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:19 ] Das ist genau das, ja. Da haben wir jetzt auch quasi so ein bisschen weiter schon tiefer oder vorgegriffen.

PA8

[ 00:13:25 ] Genau, deswegen gucke ich immer so ein bisschen, wo ich gerade bin, weil wie gesagt, ich habe mir auch gerne Gedanken dazu, weil ich das un­glaublich wichtig finde, weil ich habe jetzt natürlich nicht mehr alles im Kopf. Ge­nau deswegen habe ich mich dahingehend mit den Zahlen orientiert.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:45 ] Okay, aber das habe ich jetzt gleich nur ein bisschen rausgekitzelt und rausgehört und so weiter. Okay, sehr schön.

PA8

[ 00:13:51 ] Dritter Punkt fällt mir auch noch gerade ein. Also bitte immer wirklich wohlwollend das zu betrachten, weil mir das wichtig ist, weil ich das wirklich als Unterstützung sehe. Das vielleicht auch nochmal im Vorfeld. Mir eine hilfreiche Möglichkeit ist, mich daran zu orientieren. Was ich aber so feststelle, dadurch, dass ich es jetzt auch noch nicht so lange mache. Es wird, glaube ich, mit der Zeit besser. Das bedeutet, ich glaube, dass durch die Erfahrungen, die man auch mit den Azubis sammelt, dass man das gut noch mehr integrieren kann. Aber wenn man das jetzt so von vornherein mit diesem ganzen Konstrukt sozusagen mitbekommt, da ist noch so ein bisschen Fingerspitzengefühl abverlangt, dass man das dann für sich so ein bisschen rausfinden darf.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:59 ] Das ist ja eine Frage für später, wenn wir das eine Zeit lang haben, ausgearbeitet, weiterentwickelt haben und dann nochmal reflektieren, wie es dann läuft, wird ja dann spannend. Das muss man dann sehen. Ja, davon gehe ich jetzt aus, aber das müssen wir dann nochmal betrachten, wenn es soweit ist. Gab es aber jetzt in dem Curriculum verschriftlich irgendwelche Handlungskom­petenzen oder von diesen Schwerpunkten irgendwas, wo du sagst, das war be­sonders gut für dich umzusetzen oder das war besonders schwierig?

PA8

[ 00:15:33 ] Da muss ich noch mal ganz kurz spicken. Das sind wir jetzt schon bei der nächsten Frage. Wir sind dann bei 3.3. Ja, dann passt es gut, weil da habe ich mir. Ja, die Kommunikations- und Sozialkompetenz, die war für mich sehr gut umzusetzen.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:14 ] Das ist ja schon eine Aussage.

PA8

[ 00:16:18 ] Auf jeden Fall. Die Praxis und die Bewegungstherapie.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:26 ] Warum war das vielleicht so gut umzusetzen mit der Kommunikation? Hast du da einen Grund für dich festgestellt?

PA8

[ 00:16:40 ] Also ich glaube, es ist immer wieder das Gleiche. Wenn man Richtli­nien hat, woran man sich hangeln kann, dann ist es klar, worauf es hinausgeht. Also wenn jeder von den Kommunizierenden weiß, was muss ich jetzt machen als Beispiel, dann fällt es deutlich leichter. Also auf was achte ich oder was wird jetzt von mir abverlangt. Genau, dann ist es deutlich einfacher.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:07 ] Also meinst du damit, weil auch die Auszubildenden das ja zur Hand hatten und dann auch lesen konnten, was von ihnen erwartet wird.

PA8

[ 00:17:14 ] Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:15 ]Das ist die Transparenz letztlich für alle Akteure.

PA8

[ 00:17:18 ] Ja, richtig.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:23 ] Okay. Konntest du jetzt, ich meine, du warst jetzt nicht ganz vollum­fänglich in den drei Wochen da, aber hast du trotz dessen irgendwie vielleicht beobachten können, dass es sogar eine Verbesserung von diesem Theorie-Pra­xis-Transfer gab von den Auszubildenden? Oder war das jetzt eher ein Punkt, der nicht beobachtbar war?

PA8

[ 00:17:44 ] Also tatsächlich, wenn wir jetzt vom letzten ausgehen, war das jetzt für mich schwer beobachtbar, weil ich wirklich nur eben diese zwei Tage anwe­send war.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:57 ] Hast du da ein Feedback gekriegt von den Kollegen, die dich vertre­ten haben? Gab es da irgendeine Aussage dazu? So konkret jetzt wahrscheinlich nicht, aber dass einer sagt, Theorie-Praxistransfer war übrigens sehr gut. Ich meine, so wird es keiner formulieren. Aber du kommst auch nicht in die Richtung von Aussagen.

PA8

[ 00:18:24 ] Ich glaube tatsächlich, wenn ich den Markus so richtig verstanden habe, dass es für ihn schwierig war, weil er ja letztendlich dadurch, dass er mich vertreten durfte, da schon auch das an zeitliche Schwierigkeiten gestoßen ist. Definitiv, weil wie gesagt, ich nehme mir auch gerne Zeit, um mit den Schülern auch ins Gespräch zu kommen und zu reflektieren. Ja, wie gesagt, wenn ich ihn da richtig verstanden habe, war das nicht so, wie es hätte sein sollen, dass man das beides sozusagen mit integriert. Ich glaube da war der praktische Anteil hö­her als der theoretische, wo man sagt, guck mal, mach dir mal Gedanken dazu oder so, sondern es war dann eher, ich zeige dir das und dann machst du es dann im Anschluss.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:13 ] Hast du in der Zeit dann, in der kurzen, hast du da Anleitungsgesprä­che geführt und Feedbacks gegeben an die Auszubildenden?

[ 00:19:21 ] Ich habe Anleitungen geführt, organisatorische Naturen, habe dann wie so oft zu Beginn gesagt, worum es letztendlich geht, was so das Prinzip da­hinter ist, dass es eben sensible Patienten sind, dass das ein bisschen andere Kommunikationsbedarf, organisatorische Räume gezeigt und so was. Anleitertä­tigkeit in dem Sinne weniger, weil es ja leider nicht dazu kam.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:52 ] Genau, aber auch so Feedback-Gespräche kamen ja dann auch nicht so direkt dazu.

PA8

[ 00:19:57 ] In dem Fall tatsächlich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:59 ]Nicht, okay. Da muss ich jetzt schauen, wo ich da noch reinfragen kann. Hast du die Auszubildenden dann letztlich aber irgendwo auch noch beur­teilt? Oder war das dann auch schon abgegeben?

PA8

[ 00:20:13 ] Das wurde dann auch tatsächlich abgegeben, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:24 ] Gut. Siehst du in den jetzigen Augenblick, dass dieses Praxisgrup­penbildung auch für deine Fachabteilung eine Art Weiterentwicklung bedeuten kann? Oder welchen Beitrag es vielleicht bedeuten kann an Weiterentwicklung für deine Fachabteilung?

PA8

[ 00:20:39 ]Ja, aufjeden Fall. Definitiv.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:41 ] Gibt es da ein Beispiel? Was meinst du, warum könnte das so sein?

PA8

[ 00:20:47 ] Genau, weil mir wichtig ist, dass ein einheitliches Vorgehen dazu führt, dass es Klarheit verschafft und dass jeder sozusagen weiß, wo er steht und wie er sich an welcher Stelle auch immer bewegt. Also wo stehe ich gerade? Kann ich nachgucken? Und das ist einfach so eine Einheit. Schüler XY macht das, weil er individuelle Vorkenntnisse hat, so. Und der Schüler, der jetzt mal mit einem anderen Wissensspektrum kommt, macht das so. Es gibt eine einheitliche Idee dazu.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:43 ] Und das bedeutet jetzt letztlich, wenn man das mal interpretiert, dass jeder in deiner Fachabteilung letztlich auf dem gleichen Stand ist, dadurch, dass er da nachschauen kann im Curriculum. Also da gibt es nicht mehr diesen Gap zu sagen, der eine fordert das und der andere fordert fast nichts mehr oder zu viel. Und das ist ja im Prinzip eine Entwicklung in der Fachabteilung.

PA8

[ 00:22:06 ] Ja, hat natürlich auch was damit zu tun, dass es die, finde ich jetzt persönlich, es stärkt den interdisziplinären Austausch, die Zusammenarbeit. Und hat auch noch für mich diese qualitätssichernde Auswirkung, dass man sagt, da kann ich nachlesen, da kann ich mich orientieren und es ist ein einheitliches Vor­gehen. Und schafft natürlich auch, habe ich mir noch notiert, eine Verbindlichkeit zwischen den Praxisanleitern, weil die ja dann auch noch zusätzlich gleiches Vor­gehen haben, untereinander sozusagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:49 ] Das ist natürlich auch ein großer Vorteil, dass nicht nur der Auszubil­dende, sondern auch der Anleiter leisten muss.

PA8

[ 00:22:57 ] Genau, dass man sich da orientieren kann.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:00 ] Vorhin haben wir schon angesprochen, wie man so diese curriculare Arbeit auch noch stärker in die Schulentwicklung reinbringen kann. Da haben wir die Mikromethoden rausgefischt. Hast du da noch weitere Gedanken dazu?

[ 00:23:11 ] Ja, habe ich mir Gedanken gemacht. Ich finde es ausgesprochen sinnvoll, dass ein regelmäßiger Austausch stattfindet. Dieser Austausch darf für mich auch immer natürlich schriftlich sein. Wo ich mir ein bisschen schwer tue, ist dann, ich sage jetzt mal, seitenweise Infos, wo dann vielleicht nicht ganz klar ist, worum es geht. Also mich persönlich holt, oft ein persönlicher Austausch mehr ab. Aber natürlich auch auf einer schriftlichen Ebene, dass, wie gesagt, alle wie­der auf einem Stand sind, dass man sagt, wie läuft es gerade. Und, das hat ja für mich auch was mit dem Feedback zu tun. Also wie ist es gerade, ein Praxisfeed­back einzuholen? Deswegen finde ich das auch ganz wichtig, dass man so ein Praxisanleitertreffen macht, weil ich das einfach sehr hilfreich und sinnvoll finde. Genau, also der Austausch. Das Feedback. Und was ich auch schön finde, dass es eben diese Phobies gibt. Die Praxisanleiter-Phobies. Und wenn die Möglich­keit besteht, auch darüber hinaus. Auf eben diesen, ich sage jetzt mal Mikro­Ebenen, dass man sagt, wo könnte ich denn da noch individuell vielleicht mich dahingehend schulen.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:40 ] Ja, also das ist ja, dass man sagt, das ist ja eine Art von Methoden­schulung. Das eine ist, wenn man die Methode, die man vielleicht braucht, da reinschreiben in das Curriculum. Es ist ja wieder etwas anderes zu sagen, ich kenne die Methode und weiß, wie ich sie anwende. Und das ist natürlich etwas, wo ich sage, ich vermute, das macht sich sinnhaft, in einer Praxisanleiterausbil­dung zu implementieren. Jetzt haben wir hier den Vorteil, wir haben das Praxis­curriculum, das muss sich noch entwickeln, entstehen durch eure Arbeit. Und wir haben hier die Praxisanleiterfortbildung aus der Akademie, wo man dann relativ einfach diese Prozesse auch da reinfügen kann. Also solange wir nur interne Ausbildungen machen, geht das. Wenn die Praxisanleiterschulung dann mal für Externe ist, dann ist das für die oftmals schon zu spezifisch, dann wird es schwie­rig. Aber das könnten wir halt noch nutzen oder halt dann auch Praxisanleiter- Aufrüschungskurse. Wo wir dann immer wieder Methoden reinbringen, wie kann ich das an den Schüler hinbringen, diese Kompetenz. Da sind wir zwar jetzt schon ein paar Punkte weiter, was man noch verbessern könnte, aber das ist ja schon mal Schulentwicklung letztlich und die curriculare Arbeit natürlich.

PA8

[ 00:25:56 ] Ja, genau. Was mir zum Beispiel sehr geholfen hat, da habe ich mich auch, wenn ich mich an der Stelle jetzt mal selber loben darf, habe ich mich ge­freut, dass ich so mutig war und in dem Rollenspiel simultan mich mit dieser Vi­deoaufzeichnung da, bekannt, vertraut gemacht habe und dann so ein Gespräch geführt habe ad hoc unter Anleitung dieser genannten Vorgaben und das war super hilfreich. Super hilfreich.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:23 ]Das war in der Fortbildung dort damals. Das ist natürlich erstmal un­gewohnt, wenn man sich da in so ein Setting begibt. Aber man spiegelt sich halt unheimlich gut durch.

PA8

[ 00:26:34 ]Ja, total. Und ich habe wirklich auch durchweg positive Rückmeldun­gen bekommen, einfach von der Art und Weise, wie das Gespräch verlaufen ist. Es hat mir einfach unglaublich viel gegeben, erinnere ich mich da gerne heute noch dran. Das ist so ein Punkt, fand ich ganz, ganz wertvoll.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:53 ] Und eben dieses Rollenspielen mit Ton oder Videoaufnahme oder vielleicht auch ohne, kann man mit den Schülern ja auch durchführen.

PA8

[ 00:27:01 ] Ganz genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:02 ] Im Praktikum.

PA8

[ 00:27:02 ] Ganz genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:05 ] Mit und ohne Patient, einer spielt den Patienten. Das sind so Metho­den. Die Idee muss man halt erstmal haben und dann ist es einem klar. Aber da kommen wir ja dann hoffe ich auch noch hin. Hast du eigentlich schon Erfahrun­gen gesammelt, Curricula, Entwicklung, Weiterentwicklung, so wie es jetzt hier entwickelt ist, curriculare Arbeit oder ein Curriculum erstmal zu lesen und zu sa­gen, das können wir noch verändern, modifizieren. Hast du da schon irgendwas in der Richtung an Erfahrung? Das ist eine sehr spezifische Frage.

PA8

[ 00:27:46 ]Das macht gar nichts. Ich habe mir Ideen dazu gemacht.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:53 ] Aber selber Erfahrung mit so einem Curriculum und der Arbeit daran? Liegen da schon vor, das noch nicht, ne?

PA8

[ 00:28:01 ] Nein, nein. Aber was habe ich mir aufgeschrieben?

LEITNER, SVEN

[ 00:28:17 ] Wahrscheinlich nichts, weil eben keine Erfahrung da ist. Kann ja auch sein.

PA8

[ 00:28:20 ] Ich glaube.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:21 ] Da, warte mal.

PA8

[ 00:28:24 ] Ich glaube, ich habe den einen Punkt nicht. Das könnte fünf, drei, nee. Nein, nee, tatsächlich nicht. Nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:37 ] Ist gut. Ich will ja nochmal ein bisschen schauen, wer da schon ein bisschen ein Feeling oder mitgearbeitet hat in dem Sinne. Zum Stichpunkt so Kommunikation auch, Interaktion, Kooperation. Wie hast denn du das erlebt jetzt? Im Kontext von diesem Curriculum, wo man sagt, jetzt haben wir da eins, wir müssen das ein bisschen umsetzen, mit der Interaktion mit den Schülern, Auszubildenden, mit anderen Anleitern oder vielleicht auch mit den Lernbeglei­tern. Also wenn der Lehrer kommt, ich weiß nicht, ob da ein Kontakt stattgefun­den hat in dem siebten Praktikum.

PA8

[ 00:29:15 ] Nein, auch da leider nicht. Aber sonst kann ich sagen, beziehungs­weise per Mail hat das stattgefunden, weil der nächste, nee, Entschuldigung, das ist ein neuer Schüler.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:28 ] Jetzt im 8. sind gerade andere, genau. Aber hat da Kommunikation mit dem Lernbegleiter auch bezüglich des Curriculums stattgefunden? Das nicht. Mit anderen Praxisanleitern? Da gab es keinen Austausch, oder? Mit den Aus­zubildenden? Also du und die Auszubildenden in Bezug zu dem Curriculum?

PA8

[ 00:29:53 ] Nein. In diesem Sitzen, wie gesagt, nicht. Sonst schon. Das hat es eben dem geschuldet, dass ich eben so lange da war.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:03 ] Alles gut.

PA8

[ 00:30:04 ]Also sonst erlebe ich das auf jeden Fall sehr konstruktiv, diesen Aus­tausch. In jeglicher Hinsicht, also sowohl von den Praxisinhalten, die aufeinander abgestimmt sind, von der Kooperation untereinander, von der Interaktion über den regelmäßigen Austausch. Ich finde das super konstruktiv. Ja, ich habe jetzt überwiegend mit dem Moritz Seiler Kontakt gehabt. Den empfinde ich als super angenehm, total, wie gesagt, kooperativ und einbindend, sage ich jetzt mal. Also das ist auch dann mal so etwas Wertschätzendes. Rück gemeldet wird, wie hätte ich dich gerne dabei, möchte ich gerne deinen Eindruck wissen. Den Schüler oder den Azubi frage ich auch im Vorfeld. Wie fühlst du dich heute? Bist du in der Lage, ist das okay für dich, wenn ich dabei bin? Dass ich das auch abstimme, dass er sich da nicht so vorgeführt fühlt. Da habe ich immer sehr positive Rück­meldungen bekommen.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:21 ] Das ist ja schön. Jetzt hast du nicht so viel in der Zeit machen können. Also die Frage, die interessant ist, aber ich glaube, da können wir gar nicht so viel drauf sagen. Das ist ein Spannungsfeld, deine Arbeitsplatzanforderungen und diese curricularen Vorgaben. Jetzt hast du es letztlich ja nur zwei Tage erlebt. Ja. Ich glaube, das Empfinden, wo es da Spannungen gibt, ich glaube, das wird erst noch kommen, schätze ich dann, dass wir noch nicht so effektiv darauf ein­gehen können. Gab es aber vielleicht Erkenntnisse, wo du sagst, oh, das sind Faktoren, das könnte die Akzeptanz und die Motivation, mit dem Curriculum zu arbeiten, noch irgendwie verändern? Oder fandest du es jetzt schon motivierend genug, so wie es jetzt ist?

PA8

[ 00:32:01 ] Ja. Ich finde es total motivierend, weil, wie gesagt, diese klare Struk­tur und diese nachvollziehbaren Inhalte und Lernziele unglaublich wichtig sind. Man kann sie nachlesen, es ist klar. Es gibt so einen roten Faden, an dem man sich dann orientieren kann. Ich finde es unglaublich wichtig, weil es ganz oft so ist, der gleiche. Lerninhalt wird von Person A völlig anders kommuniziert als von Person B und das führt ganz oft zu Irritationen. Da höre ich dann sowas wie, ja der und der oder die und da. Hat der so und so gesagt, wie soll ich es jetzt letzt­endlich machen? Und wie gesagt, das ist super hilfreich dafür. Auch nochmal hier diese einheitliche Orientierung.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:59 ] Das heißt, für dich braucht es jetzt letztlich nichts weiter, um zu sa­gen, das akzeptiere ich und ich bin motiviert, das zu machen. Für dich war das schon gesetzt?

PA8

[ 00:33:09 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:09 ]Du brauchst quasi keinen Anschub in dem Sinn?

PA8

[ 00:33:11 ]Nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:11 ]Okay.

PA8

[ 00:33:12 ] Nein. Nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:13 ] Sehr schön. Gibt es dennoch dann vielleicht grundlegende Aussa­gen? Wie geht es denn mal in eine andere Richtung noch kurz, wenn du sagst, wenn jetzt ein Praxisanleiter einsteigt mit dem Thema Praxisanleitung? 7.3. Gibt es da eine Empfehlung deinerseits, wo du sagst, das würdest du ihm persönlich raten beim Umgang mit dem Curriculum?

PA8

[ 00:33:47 ] Also, was ich mir notiert habe, 7,3 oder 7,5, Entschuldigung.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:54 ] 3, sollte es sein.

PA8

[ 00:33:57 ]7,5 habe ich. Achso, hier oben haben wir ja noch was. Ja, also. Er sollte sich intensiv damit vertraut machen, auf jeden Fall. Ich habe es tatsächlich im Vorfeld gelesen. Ich glaube, es ist sinnvoll, wenn man das zweimal liest oder sich vielleicht auch noch ein paar Inhalte setzt oder Ideen. Das habe ich im Nach­gang gemacht. Also sich wirklich intensiv damit vertraut zu machen und jetzt nicht nur so über zu fliegen, sich einen klaren Überblick zu verschaffen, also was ist mir wichtig, das vielleicht auch nochmal rauszuziehen daraus, also woran will ich mich unbedingt orientieren, was ist mir wichtig, trotzdem Vorgaben. Also sich auf jeden Fall Gedanken zu machen und eine schrittweise Umsetzung. Also man kann unmöglich alles mit einbeziehen. Also wie gesagt, so eine Prio setzen, was wichtig ist. Mir ist zum Beispiel sehr wichtig, unter anderem natürlich, wie der Schüler sich fühlt. Also ich würde gerne mal ein Beispiel machen, wenn jetzt ein Azubi zu uns in der ersten Woche kommt und jetzt von der Station A oder B Das sind ja die geschlossenen Stationen, das Bewegungsbad macht, tatsächlich wie er sich damit fühlt. Also seine Sozialkompetenz, denn die Anleitung oder was und welche Übungen er macht, das hat man relativ schnell besprochen. Weil es klar ist, ob das jetzt ein Aktivierungs-Ganzkörpertraining ist oder whatever, da merke ich relativ häufig, dass der Azubi da gut aufgestellt ist. Das geht relativ schnell, tack, tack, tack. Aber wie gehe ich denn jetzt mit dem Patienten um? Also was kann mir denn da passieren? Kann der in irgendeiner Form wütend werden? Kann der ein Verhalten aufzeigen, was mir gerade Unmut macht oder Unwohl­sein verschafft? Das ist mir ganz wichtig, dass die Azubis sich da sicher fühlen. Und ich habe schon ganz oft die Rückmeldung bekommen, das wäre vielleicht auch mal ein Punkt, dass häufig rückgemeldet wird, dass sie sehr froh und dank­bar sind, dass sie zu zweit sind zum Beispiel bei solchen Patienten.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:41 ] Das ist ja vielleicht auch ein Punkt zur nächsten Frage, wenn man sagt, wenn du Impulse oder Anpassungswünsche noch hättest, wie könnte man die praktische Ausbildung künftig qualitativ vielleicht noch erhöhen. Wir haben einmal gesagt, mehr als drei Wochen wäre auch gut. Ja. Und vielleicht jetzt auch die Aussage für euren Fachbereich, dass man dann auch erstmal vielleicht zu zweit, zwei Auszubildende zusammen ist.

PA8

[ 00:37:03 ] Ja, zum Beispiel. Um so ein bisschen Sicherheit zu vermitteln, genau, habe ich mir Gedanken gemacht. Ich glaube wirklich, dass der Schüler einen Notfallplan braucht. Was tue ich, wenn dann? Also so eine Idee von, ich merke gerade, der Patient wird jetzt ausfällig. Wen rufe ich an? Was mache ich? Wie kann ich Ruhe bewahren? Wie kann ich gut für mich selber sorgen. Also Notfall­plan. Was mache ich mit Non-Compliant-Patienten? Wie gehe ich damit um? Weil ich sage jetzt mal in Anführungszeichen, wie viel Nachfrage erlaube ich mir, wie viel Motivation spreche ich dem Patienten zu oder gehe ich selbst in den Rückzug und nehme es so hin. Also wie gehe ich damit um? Versuche ihn zu motivieren oder bügle ich das ab und sage, okay, dann sehen wir uns das nächste Mal, weil das könnte ja auch ein Muster sein. Das ist ja in der Psychiatrie ein bisschen anders als jetzt in anderen Fachbereichen.

LEITNER, SVEN

[ 00:38:14 ] Aber das sind ja schon so Aussagen, wo es sagt, das wäre Weiter­entwicklung vom Curriculum für euren Fachbereich. Dass man im Themenfeld Kompetenz einfügt, dass der Schüler quasi in der Kommunikation auch Kommu­nikationsstrategien beim Nicht-Compliance sich erarbeitet oder simuliert erstmal und dann übt am Patienten, wenn es vorkommt. Also da sind wir schon in der curricularen Weiterentwicklung. Passend auf euren Fachbereich jetzt. Das ist ja nicht überall so, aber kommt natürlich auch woanders vor.

PA8

[ 00:38:49 ]Ja. Weil er aus meiner Sicht da für sich da Sicherheit gewinnt und sich da auch wirklich auf seine Kompetenzen letztendlich konzentrieren kann und nicht, oh Gott, hoffentlich geht alles gut und so weiter, kennen wir ja alle, wenn wir in eine Situation kommen, wie ich tatsächlich jetzt auch gerade, oh, wo ist der Raum, dann blenden wir in dem Moment alles andere aus. Praxisnahe Rollen­spiele haben wir ja genannt, also mehr praxisnahe Rollenspiele. Tatsächlich die Dokumentation in der Psychiatrie. Dokumentiere ich in der Psychiatrie anders? Und wenn ja, wie? Also ich natürlich für meinen Bereich, ganz klar. Aber ist es für den Schüler Otsugi auch sinnvoll, dass er dahingehend was mit aus dem Be­reich, was er wahrnimmt, wie sich die Person, der Patient verhalten hat. Ganz klar, das hatte ich mit Markus besprochen. Das ging leider ein bisschen unter, nachdem ich jetzt krank war. Wirkungen von Psychopharmaka für die Schüler. Welche Medikamente werden regelmäßig angewendet, kommen zum Tragen und welche Wirkung haben die?

LEITNER, SVEN

[ 00:40:27 ] Verstehe.

PA8

[ 00:40:37 ] Ich finde eine Schulung, ob jetzt Thema Resilienz oder Thema De­eskalation, finde ich immer sinnvoll. Möglichst natürlich bevor der Azubi kommt. Und wenn es nur eine kleine ist, wenn es nur eine Stunde ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:56 ] Das geht jetzt aber an die Praxisanleiter von der Adressierung, oder?

PA8

[ 00:41:00 ] Nein, ich habe die ja bekommen. Ich könnte jetzt meinem Azubi etwas vermitteln, aber tatsächlich wäre es für ihn als Sicherheitsgefühl, glaube ich, hilf­reicher, wenn er die schon vorher hätte.

LEITNER, SVEN

[ 00:41:22 ] Das sind so Verbesserungswünsche, die man in Richtung Lehrplan ja geben müsste, weil der gibt es ja so nicht her. Da gibt es schon Kommunikati­onsstrategien, aber das ist jetzt Interpretation, ob der Lernbegleiter da die Eska­lationsvarianten reinbringt. Also die Information müsste man einfach mal weiter­geben an den entsprechenden Lernbegleiter. Aber da sind wir letztlich in dem Bereich, da müssten wir vielleicht am Lehrplan, da sind wir jetzt in den Ebenen der Schulentwicklung ja schon letztlich, müsste man da was ändern. Aber ich habe es mal so auf dem Schirm.

PA8

[ 00:41:57 ] Natürlich dann auch in dem Sinne Umgang mit emotional belasten­den Situationen, also dass der Schüler oder Azubi sich traut und sich auch mutig zeigt. Das bedeutet, ich frage ganz häufig nach, einfach weil ich auch in der Kör­pertherapie bin. XY wie fühlst du dich jetzt gerade wie hast du dich auch in der Gruppe gefühlt also nicht nur diese dieses Lernziel was hast du für dich mitge­nommen sondern auch wirklich auch vom Feeling her und da kommt auch ganz oft, oh ja, wurde sofort bemerkt, dass die Stimmung gekippt ist in der Gruppe. Eine Azubi, wenn ich das kurz erzählen darf, die hat dann in der Feedbackrunde gesagt, gut, das war auch ein bisschen mein Thema, dass ich sie dann nicht so richtig geprüft habe. Die hat dann tatsächlich gesagt, sie nimmt jetzt die Unruhe mit. Ja, klar, weil das natürlich dann auch von der Gruppe dann so getragen wurde. Wir konnten es gut nehmen, weil es dann nochmal zum Thema kam, aber es hat sie dann natürlich auch beschäftigt, verständlicherweise. Das hat sie ja dann auch ganz klar mutig geäußert. Also dieser Umgang natürlich auch. Was habe ich noch geschrieben? Bei uns werden die Azubis in die Meetings einge­bunden. Ich weiß nicht, wie es in anderen Fachbereichen ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:28 ] Das ist unterschiedlich. Natürlich ist das im Curriculum schon einge­tragen, dass man sagt, man nimmt an so Meetings teil und sagt vielleicht auch mal was.

PA8

[ 00:43:36 ]Das ist nämlich ganz wichtig.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:38 ] Es ist ja auch in der Schule so, ich muss ja auch hier ein Referat halten. Warum dann nicht auch in so einem Meeting? Patientenvorstellung oder wie auch immer.

PA8

[ 00:43:46 ] Finde ich ganz wichtig, weil oftmals erlebe ich das tatsächlich so, dass einfach still beobachtet wird. Nein, das sage ich ganz klar veto. Die Azubis haben gute Ideen, die dürfen sich einbringen, die sollen da aktiv dabei sein und nicht nur als Beobachter und ich habe jetzt Zeit ein bisschen Pause zu machen. Nein, wir nutzen die Zeit ja auch für uns, um da wirklich gut aktiv für den Patienten was zu machen, dass sie da was mitnehmen können. Also bei uns ja und des­wegen auch ganz bewusst. Bei uns wird es sogar so gemacht, dass wirklich in den Teamsitzungen jeder einen Patienten vorstellt, mit dem man gerade auch irgendwie seine Schwierigkeiten hat. Also entweder Lieblingspatient oder schwie­riger Patient, sag ich jetzt mal, herausfordernder. Entschuldigung, schwierig sind wir nicht, herausfordernd. Das wird zur Wahl gestellt und dann wird es themati­siert. Und das finde ich, wie so eine ganz kleine Supervision, immer hilfreich.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:49 ] Ja, das ist gut.

PA8

[ 00:44:50 ] Kann man gut lernen und viel mitnehmen. Dann habe ich mir als, glaube ich, noch zwei Punkte notiert. Genau, also tatsächlich eben diesen Um­gang mit Aggression, Selbstverletzung und Suizidalität ist klar. Ein ganz wichtiger Punkt, das wird ganz häufig natürlich auch Thema. Und ja, ich glaube, da dürfen wir alle, nehme ich mich auch nicht aus, immer wieder uns mit so einer Thematik beschäftigen, weil es gehört dazu, es wird von den Patienten ausgesprochen. Natürlich schwieriges Thema, gehört aber dazu. Und dass wir dann nicht so in diese Schockstarre verfallen. Oh Gott, der Herr so und so hat jetzt gerade geäu­ßert. Nein, das ist ein Empfinden des Patienten. Und der fühlt sich da auch in einem sicheren Rahmen. Und ich bin auch der Meinung, den darf auch ein Azubi mittragen. Natürlich alles im Rahmen, aber dass er da auch nicht, wie gesagt, in so eine Schockstarre verfällt. Der hat es jetzt geäußert, Hilfe, Hilfe, was mache ich da? Sondern das kann auftreten und es ist auch ganz wichtig, dass man da auch natürlich so seine Ruhe hat.

LEITNER, SVEN

[ 00:46:21 ] Sehr schön.

PA8

[ 00:46:22 ] Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:46:24 ] Ich glaube noch irgendwie hast du was erwähnt.

PA8

[ 00:46:27 ] Ich habe noch was erwähnt, genau. Praxiszeitraum haben wir gesagt, dass der Aufbau, und ich habe es hier begründet, der Aufbau der therapeutischen Beziehung wird leider dann eben unterbrochen, weil ja nur drei Wochen gibt es. Habe ich häufig von Patienten gehört, Mensch, jetzt habe ich mich an den XY oder die XY gewöhnt. Jetzt ist sie leider schon wieder weg. Und Alter in der Psy­chiatrie spielt eine große Rolle.

LEITNER, SVEN

[ 00:47:01 ] Das ist natürlich eine Schwierigkeit, weil wir da die Vorgaben haben, ab wann man in die Ausbildung darf. Und hinzu kommt, da sind wir wieder bei dem Thema Lehrplan, weil der gibt ja vor, dass man so und so viele Stunden in der Psychiatrie sein soll. Und wenn man das auf der Menge der Schüler verteilen muss, dann ist es unumstößlich, dass einer im ersten Ausbildungsjahr, gleich im ersten Praktikum natürlich auch in der Psychiatrie ist, obwohl er blutiger Anfänger ist und unter Umständen dann halt eben auch gleich gerade derjenige ist, der 16 ist.

PA8

[ 00:47:33 ] Und das, muss ich ehrlich gestehen, empfinde ich persönlich als eine große Herausforderung.

LEITNER, SVEN

[ 00:47:39 ] Und das ist planerisch bei uns eine Herausforderung und für euch dann, wenn es eben so kommt, wie beschrieben. Da sind wir beim Thema Lehr­plan. Das ist schwierig, ja.

PA8

[ 00:47:51 ] Also der eine, der individuell gut von Haus aus wirklich auch mit 16, sag ich jetzt mal, gut, den Fall hatte ich jetzt noch nicht, aber das ist eben so ein jünger Azubi da war, meine ich jetzt nicht. Aber trotzdem, wir sind ja individuell und der eine bringt es mit und sagt, hey.

LEITNER, SVEN

[ 00:48:09 ] An anderen Stellen kann es auch mal sein, dass man sagt, man hat zwar jetzt einen Azubi, der 20 ist. Aber selber ein eigenes Paket mitbringt und da Probleme hat in dem Praktikumsplatz. Aber auch das können wir nicht beherr­schen.

PA8

[ 00:48:23 ] Aber einfach halt so, was heißt einfach? Es ist ja nicht einfach, aber der Punkt, den wollte ich noch auch.

LEITNER, SVEN

[ 00:48:30 ] Ja klar, das ist eine organisatorische Sache, wo man sagt, vielleicht kann man da was tun. Ja super.

PA8

[ 00:48:36 ] Wenn irgend möglich im Zweiten, meines Erachtens. Weil es eben ein sehr sensibler Bereich ist und auch für den Azubi, glaube ich, verträglicher ist.

LEITNER, SVEN [ 00:48:48 ] Ja, das sind so Dinge, wir haben es jetzt erstmalig so dokumentiert. Ich meine, man müsste solche Dinge wirklich an die Verantwortlichen für die Lehrpläne weiterbringen. Dass man da so Vorgaben macht, wann darf man denn in welchem Ausbildungsjahr in die Psychiatrie erst oder die Alterseinstufung. Das ist schwierig.

PA8

[ 00:49:08 ] Ja, ganz klar. . Das ist definitiv schwierig, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:49:12 ] Prima. Okay, XXX, dann danke ich dir vielmals.

PA8

[ 00:49:14 ] Sehr, sehr gerne.

LEITNER, SVEN

[ 00:49:14 ] Also wir haben vieles in der Tiefe besprochen. Ja. Vielleicht auch noch nicht alles, was du zu sagen hast, aber wir sind jetzt erstmal am Ende. Danke fürs Mitmachen.

PA8

[ 00:49:23 ]Sehr, sehr gerne.

LEITNER, SVEN

[ 00:49:24 ] Ich mache einfach mal auf Stop.

11. Interviewleitfragen Praxisbegleiter*innen

Interviewleitfaden: Praxisbegleiter zum Praxiscurriculum und dessen Rolle im Praktikum

Nachfolgend einige Leitfragen, die sich gezielt auf die Erfahrungen, Einschätzun­gen und den Umsetzungsalltag von Lern- und Praxisbegleitern im Kontext des Praxiscurriculums beziehen.

1. Einstieg und allgemeine Wahrnehmung

In welchen Fachbereich/en warst Du um im 7. Pflichtpraktikum der Testklasse und wieviel Auszubildende wurden betreut?

Konntest Du in den 3 Wochen die Praxisbegleitung durchgehen gewährleisten?

Seit wann bist Du in der Praktikumsbetreuung und seit wann als Lernbegleiter tätig?

1.1 Bietet Dir das Praxiscurriculum eine hilfreiche übergeordnete Orientierung für die Begleitung von Auszubildenden in verschiedenen Fachbereichen?

1.2 Wie klar und nachvollziehbar sind die acht Kompetenzschwerpunkte (1.-8.) und deren fachbereichsübergreifende Struktur für Dich formuliert?

1.3 Inwieweit stimmen die Inhalte (Handlungskompetenzen) und Kompetenz­schwerpunkte (1.-8.) des Curriculums mit Deinen eigenen Vorstellungen einer gelungenen praktischen Ausbildung überein?

1.4 In welchen Bereichen beobachtest Du Verbesserungen der Ausbildungspra­xis oder des Theorie-Praxis-Transfers durch das Praxiscurriculum?

1.5 Falls in mehrere Fachbereichen im Einsatz: Welche Unterschiede in der Um­setzung des Praxiscurriculums stellst Du zwischen den verschiedenen Fachbe­reichen (Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Pädiatrie, Psychiat­rie, Gynäkologie) fest?

2. Praktische Umsetzung und Erfahrungen

2.1 Wie gelingt es Dir bei drei Besuchen pro Praktikum, die Kompetenzentwick­lung der Auszubildenden anhand des Praxiscurriculums zu beurteilen?

2.2 Welche der acht Kompetenzschwerpunkte (1.-8.) lassen sich aus Ihrer Sicht am besten bzw. am schwierigsten beobachten und bewerten?

2.3 Wie erlebst Du die Zusammenarbeit mit den Praxisanleitern bei der Umset­zung des Praxiscurriculums?

2.4 Inwiefern unterstützt das Praxiscurriculum die Kommunikation zwischen Dir, den Praxisanleitern und den Auszubildenden?

3. Kompetenzentwicklung und Bewertung

3.1 Welche Kompetenzschwerpunkte (1.-8.) entwickeln sich aus Deiner Be­obachtung bei den Auszubildenden besonders gut/schwer?

3.2 Wie gut kannst Du anhand des Praxiscurriculums individuelle Lernfortschritte und -bedarfe der Auszubildenden identifizieren?

3.3 Welche Rolle spielt das Praxiscurriculum bei der Beratung von Auszubilden­den mit unterschiedlichen Entwicklungsständen?

3.4 Wie bewertest Du die Umsetzung der verpflichtenden 10% Praxisanleitungs­zeit in den verschiedenen Fachbereichen?

3.5 Welche Auswirkungen beobachtest Du durch die vorgegebene Praxisanlei­tungszeit auf die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden und Praxisanlei- ter*innen?

4. Curriculum und Schulentwicklung

Zum Inhaltsverständnis bitte Beiblatt lesen „Schulentwicklung Berufsfachschule“

4.1 Wie bewertest Du allgemein den Beitrag des Praxiscurriculums zur Schulent­wicklung?

4.3 Gibt es Prozesse oder Strukturen an Deiner Schule, die die Weiterentwick­lung des Praxiscurriculums besonders fördern oder behindern?

4.4 Inwieweit werden Kooperation, Partizipation und kollegiale Zusammenarbeit im Rahmen der Entwicklung und Umsetzung des Praxiscurriculums gestärkt?

4.5 Welche Schritte empfehlen Sie um die kontinuierliche Weiterentwicklung des Curriculums als Teil der Schulentwicklung voranzubringen?

5. Reflexion und Verbesserungsvorschläge

5.1 Auf welchen Ebenen sollten das Curriculum und seine Implementierung aus Ihrer Sicht noch verbessert werden?

5.2 Wo siehst Du Verbesserungspotentiale in der Struktur oder Gestaltung des Praxiscurriculums aus Metaperspektive?

5.3 Welche Anpassungen würden die Arbeit der Praxisbegleiter bei der Betreu­ung erleichtern?

5.4 Wie könnte der Theorie-Praxis-Transfer durch das Praxiscurriculum weiter gestärkt werden?

5.5 Welche Impulse oder Anpassungen würdest Du Dir künftig für eine noch hö­here Qualität der praktischen Ausbildung wünschen?

5.6 Gibt es noch weitere Themen die wir im Rahmen dieses Interviews noch nicht angesprochen haben?

12. Transkript Interview Praxisbegleiter*in Nr.1 (PB1)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern:

Zusammenfassung nach Sprechern zum Praxiskurrikulum

PB1 (Praktikumsbegleiter*in)

Schlüsselpunkte und Beobachtungen

Betreute Fachbereiche waren Chirurgie und Orthopädie (Ulanenpark)

Insgesamt 4 Auszubildende, von denen 2 beim Vorbereitungstermin erkrankt wa­ren

Konnte die Betreuung innerhalb einer Woche abarbeiten, da er in der Mitte des Praktikums nicht anwesend war

Ist erst seit September 2023 als Lernbegleiter tätig, zuvor nur militärische Erfah­rung

Das Praxiskurrikulum bietet eine gute Orientierung, aber erfordert zunächst Ein­arbeitung

Die Kompetenzschwerpunkte sind strukturell und sprachlich klar, aber die Hand­lungskompetenzen darunter sind teilweise noch zu allgemein

Konnte bei den Auszubildenden keine eindeutige Verbesserung durch das Pra- xiskurrikulum feststellen, da diese sehr individuell sind

Beobachtete, dass das Praxiskurrikulum von den Praxisanleitern teilweise erst spät eingesetzt wurde

Kommunikation mit Auszubildenden zum Praxiskurrikulum war eher neutral, da keine zusätzlichen Hilfestellungen dafür bereitgestellt wurden

Konnte durch das Praxiskurrikulum Lernbedarfe bei den Auszubildenden besser identifizieren

In der Beratung der Auszubildenden konnte das Praxiskurrikulum hilfreich sein, um Feedback zu geben

Entscheidungen und nächste Schritte

Empfiehlt eine farbliche Hervorhebung im Praxiskurrikulum, um Struktur und Übersicht zu erleichtern

Schlägt regelmäßige Treffen zwischen Praxisanleitern und Lernbegleitern vor, um den Theorie-Praxis-Transfer zu verbessern

Regt an, das Praxiskurrikulum stärker in die bestehenden Praktikumsbegleitun­gen einzubinden, um den Auszubildenden mehr Unterstützung zu bieten

LEITNER, SVEN (Interviewer)

Nächste Schritte

Regelmäßige Evaluation des Praxiskurriculums, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren

Stärkung des Theorie-Praxis-Transfers durch engeren Austausch zwischen Schule und Praxisanleitern

Prüfung, ob eine Erweiterung der Praxiseinsätze in niedergelassene Praxen möglich ist, um Patientenspektrum zu erweitern

Aufnahme der Vorschläge von PB1 zur Verbesserung des Praxiscurriculums

LEITNER, SVEN

[ 00:00:00 ] Stoppen wir mal hier und stoppen wir mal hier. Gut, jetzt sind die Aufnahmen an. Ganz entspannt. Aber schön, dass wir uns heute treffen, weil das ist der 26.09. Und jetzt habe ich hier den XXX, den Praktikumsbegleiter. Und ich starte mal so an dem, ich frage mal, welchen Fachbereich du jetzt in diesem 7. Pflichtpraktikum betreut hast und wie viele Auszubildende das waren.

PB1

[ 00:00:33 ] Das war mein Hauptabmerk, die Chirurgie. Es waren vier Auszubil­dende, wobei beim Tag der Vorbehandlung davon zwei erkrankt waren.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:44 ] Und Orthopädie hast du aber auch, ne?

PB1

[ 00:00:48 ] Ulanenpark, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:49 ]Und da ist es eine Person?

PB1

[ 00:00:50 ]Eine Person, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:52 ] Und konntest du selber in diesen drei Wochen von dem siebten Pflichtpraktikum durchgehend deine Betreuung, Begleitung gewährleisten? Oder hast du gefehlt?

PB1

[ 00:01:05 ] Ich habe quasi alles innerhalb einer Woche abgearbeitet.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:10 ] Okay, also diese Begleitungstermine alle in einer Woche gelegt?

PB1

[ 00:01:13 ] Genau, weil ich die mittlere Woche von dem Praktikum war ja nicht da und die erste Woche ist ja unsere Musterabfrage. (Musterabfrage?)

LEITNER, SVEN

[ 00:01:20 ] Und XXX, seit wann bist du in der Praktikumsbetreuung bzw. als Lernbegleiter tätig?

PB1

[ 00:01:25 ] Als Lernbegleiter erst 9.23 .

LEITNER, SVEN

[ 00:01:31 ] Und in dem Zuge gleich in der Praktikumsbetreuung? Genau. Und vorher gab es ja keine Lehrerfahrung, das ist ja der Start gewesen für alles sozu­sagen.

PB1

[ 00:01:43 ] Außer militärisch, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:45 ] Ja, aber in der Physiotherapie nicht. So, wie jetzt hier.

PB1

[ 00:01:49 ]Nee.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:51 ]Militärisch, gut. Erstmal so als Einstieg und allgemeine Wahrneh­mung, noch nicht unbedingt gleich in die Tiefe, aber erstmal so, wie hast du das wahrgenommen? Bietet dir das Praxiscurriculum, du hast es an der Hand gehabt, so eine hilfreiche, übergeordnete Orientierung für die Begleitung der Auszubil­denden?

PB1

[ 00:02:13 ] Ja, um es oberflächlich zu halten und nicht weiter in die Tiefe zu gehen. Ich denke, wenn das Ganze sich in den Alltag manifestiert hat und auch von Anleiterseite das Ganze mehr genutzt wird und quasi auch ein Überschwung oder eine Überführung in die Mikroebene stattfindet, dann glaube ich, kann das ein hilfreiches Tool sein.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:50 ] Und als du das so durchgeguckt hast, haben wir so acht Kompetenz­schwerpunkte aufgeführt. Und wie klar und nachvollziehbar sind diese acht Kom­petenzschwerpunkte für dich in der Struktur formuliert?

PB1

[ 00:03:07 ] Die Problematik ist, einen Wunsch zu haben, ist immer noch keine Möglichkeit oder immer zwingend eine Möglichkeit der Lösungsfindung. Ich finde es halt sehr umfangreich und es ist anfänglich schwer reinzukommen. Der Wunsch wäre natürlich da, dass das Ganze zu einer leichteren Kost wird. Weißt du, was ich meine?

LEITNER, SVEN

[ 00:03:35 ]Aber jetzt erstmal so diese, nur diese acht Überpunkte, sind die von der Struktur her gut? Und von der Formulierung auch klar verständlich gewesen.

PB1

[ 00:03:44 ] Das auf jeden Fall, die Überpunkte sind, ich dachte jetzt, das geht eher so auf dieses Inhaltliche, was dann unter den Unterpunkten kommt.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:51 ] Das wäre dann das Nächste, nämlich. Wenn du diese Handlungs­kompetenzen, die stehen ja dann unter diesen acht Kompetenzschwerpunkten, die du mal so vor Augen hältst, würdest du sagen, okay, das sind jetzt Hand­lungskompetenzen beschrieben und stimmen diese Handlungskompetenzen in­haltlich so mit deinen Vorstellungen für praktische Ausbildung, gelungene prakti­sche Ausbildung so überein?

PB1

[ 00:04:15 ] Also da sind auf jeden Fall Aspekte dabei, die wichtig sind. Um jetzt mal ein Beispiel zu nennen. der Umgang mit dem Patienten und seinen Angehö­rigen. Das ist natürlich eine Fähigkeit, die ich von einem angehenden Physiothe­rapeuten verlangen möchte. Wo mir vielleicht noch ein bisschen was fehlt, ist dann diese konkretere oder diese Hinführung dann auch auf das praktische Ar­beiten. Also dieses, ich fasse den Patienten an, was sind da die wichtigen As­pekte. Also ich würde mal sagen, ein Patient fühlt sich wohler, wenn der ihm gegenüberstehende eine gewisse Souveränität in seinen Handlungen hat.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:07 ]Das wäre ja quasi eigentlich nur zu erreichen durch Übung.

PB1

[ 00:05:09 ]Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:11 ]Aber in der Formulierung der Handlungskompetenzen ist immer die Frage, ob man da so ins Detail formulieren sollte oder ob das einfach nicht etwas ist, was die Praxisanleiter dann eher ableisten müssen.

PB1

[ 00:05:23 ] Genau, das ist eben das, was ich gerade schon gesagt habe, diese Fragestellung. Also dieses Praxiscurriculum soll ja auf der Meso-Ebene quasi helfen. Und da muss es halt für die Praxisanleiter, gerade in Anbetracht dessen, dass die wahrscheinlich wenig Zeit haben, müsste, denke ich mal, im zweiten Schritt eine Überführung kommen, wo dann nochmal detailliert gesagt wird, pass auf, im siebten Pflichtpraktikum hast du dann den Auftrag, den Schüler beizubrin­gen. Das und das.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:02 ] Das sollen ja diese Handlungskompetenzen darstellen, dass der An­leiter sieht, okay, das muss er jetzt beherrschen in der Richtung. Aber das Wie? Muss der Praxisanleiter ja eigentlich irgendwie dann

PB1

[ 00:06:12 ]Ja, absolut.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:13 ]Oder wir bei unseren drei Terminen, sofern das möglich ist. Die Frage ist nur, die inhaltlichen, ist es so, was deine Vorstellung gerade entspricht, was da an Kompetenzen erstmal so drinsteht? Das andere ist ja Umsetzung. Aber was drinsteht an Handlungskompetenzen, ist das so auch deiner Vorstellung ent­sprechend?

PB1

[ 00:06:31 ] Würde ich sagen, ja, wie gesagt, bis auf diese Komponente mit der, ich erwarte eine gewisse, also in dem siebten Pflichtpraktikum erwarte ich, dass ein Schüler an den Patienten rangeht und wenn er das Bein in den Wiegegriff nimmt, dass dieses Bein auch da drin liegt.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:51 ] Da sprichst du schon was an. Das ist ja letztlich auch so ein bisschen dieser Theorie-Praxis-Transfer aus der Schule in die Praxis. Hast du da in deinem Termin irgendwas beobachten können in dem Bereich? Hat sich da was verbes­sert in diesem Theorie-Praxis-Transfer durch dieses Curriculum oder konntest du da jetzt noch nichts beobachten?

PB1

[ 00:07:10 ] Also meine Stichprobengröße hat sich natürlich deutlich verringert im Verlauf des Praktikums oder zur Vorbehandlung. Ich muss insgesamt sagen, Ich war bis auf eine Person ein bisschen enttäuscht von den Vorbehandlungen, also den dreien, die ich hatte. Wobei ich, also ich könnte da jetzt keine Korrelation herstellen zwischen dem Praxiscurriculum und, ich glaube einfach, dass die in vieler Hinsicht fehlinformiert waren und es zu sehr auf meine Person gemünzt war, als dass sie so behandelt hätten, wie sie behandeln würden.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:09 ]Weil es halt ein Setting war in der Prüfung und dann auf den Prüfer fokussiert waren.

PB1

[ 00:08:13 ] Genau, ja. Und deswegen ist es für mich gerade unheimlich schwie­rig, das zu beurteilen. Am Beispiel, die Namen, wenn er dann rausgenommen hat, Amulanpark, die Praktikumsbetreuung. Diana hat halt gesagt, naja. Sie dachte, dass wenn wir dort sind, wollen wir nur eine Behandlung an der Bank sehen. Was ja faktisch nicht richtig ist. Und dass ausgerechnet auch noch eine Patientin war, wo ich mir gewünscht hätte, dass man mit der auch was aktiv macht, weil die schon so weit war. Und da waren einfach auch so Misskommuni­kationen vorhanden. Das war irgendwie, deswegen ist es für mich schwierig diese Fragestellung, die du gerade genannt hast, zu beantworten.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:08 ] Okay. Aber jetzt hast du schon gesagt, Ulanenpark und Chirurgie, also Orthopädie und Chirurgie waren ja deine Einsatzbereiche. Aber konntest du in dem Vergleich zwischen den zwei Einsatzbereichen irgendwas feststellen? Umsetzung mit den Praxisgründungen, also gab es da unterschiedliche Umset­zungsformen? Hat es zum Beispiel jetzt in der Orthopädie Ulanenpark anders gelungen, besser gelungen, schlechter als in der Chirurgie? Gab es da Unter­schiede?

PB1

[ 00:09:39 ] Also mir fällt es schwer, darüber eine Aussage zu treffen, weil ich die Befürchtung habe, dass sich mit dem Praxiscurriculum da drüben bei unseren Anleitern erst sehr spät auseinandergesetzt wurde. Und ich glaube deshalb sind die Effekte, die entstehen könnten, wenn man das richtig nutzt, aktuell weniger als es vielleicht mal im Pflichtpraktikum 10, 11, 12, 13 sein können.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:12 ] Völlig klar, weil wir jetzt am Anfang sind und deswegen evaluieren wir mal, wie ist so der Start damit gewesen. Und das andere, ja, das ist zu ver­muten, das müssen wir dann später nochmal evaluieren. Aber zwischen den bei­den Fachgebieten konntest du bei der Umsetzung mit dem Curriculum keine Un­terschiede feststellen, dass man sagt, Mensch, die haben sich viel mehr beschäf­tigt dort als die anderen. Oder der Auszubildende, die Frau Schlappe in dem Mo­ment, das ist nicht so wahrgenommen oder konnte nicht wahrgenommen werden.

Okay. Wie gelingt es dir denn eigentlich allgemein so jetzt bei den drei Besu­chen? Jetzt in dem Moment hattest du einen, wenn ich das richtig vorhin aufge­fasst habe, im siebten Pflichtpraktikum. Einen Besuchstermin.

PB1

[ 00:10:54 ] Also einmal Ulanenpark und einmal Schülergebiet.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:56 ] Genau, aber jeden Schüler hast du nur einmal besuchen können in den Bereichen. Du hast es ja vor Kurzem zusammengenommen.

PB1

[ 00:11:01 ] Nein, nein, schon zwei. Es waren zwei Besuche. Eine am Wochen­anfang.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:03 ] Ah ja, nur in einer Woche. Und bei den zwei Besuchen, die du ge­macht hast, hast du da irgendwie feststellen können, dass durch dieses Praxis­curriculum irgendwie bei der Entwicklung der Kompetenzen der Auszubildenden sich etwas verändert hat? Ging das in diesen zwei Besuchen? Konntest du da etwas feststellen? Im Vergleich zu früher jetzt, da hast du ja andere Praktikas betreut, ohne Praxisgründung.

PB1

[ 00:11:30 ] Also ich, mir ist immer wieder in dem Zusammenhang eben, habe ich einen Vergleich versucht zu ziehen zwischen dem siebten Pflichtpraktikum der vorherigen Klasse und der jetzigen Klasse. Das ist ja so, denke ich mal, der Re­ferenzwert, den wir sich so ein bisschen schaffen. Und ich war insgesamt eher negativ überrascht über die Leistungen, die gebracht wurden. Aber ich möchte auch da nochmal sagen, dass das unter Umständen auch den Personen geschul­det ist. Also auch das muss man in seinen Gedankenprozess, glaube ich, mit aufnehmen. ich letztes Jahr zu dem Zeitpunkt Schüler hatte, die auf einem ande­ren Niveau behandelt haben als dieses Jahr.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:25 ] Und jetzt nur auf die Kompetenzschwerpunkte, diese 1 bis 8 mal zu sprechen. Gibt es für dich da irgendwie eine Aussage, diesen Kompetenzschwer­punkt konnte ich jetzt sehr gut erkennen und bewerten und diesen jetzt sehr schwierig oder gar nicht bewerten und erkennen?

PB1

[ 00:12:43 ] Ja, also welche man gut erkennen kann, ist natürlich der Bereich mit Umgang mit Patienten, Kommunikation, Befundung. Das sind natürlich Sachen, die man gut beobachten kann. Was natürlich schwierig ist, weil auch der Patient in dem Moment ja auch immer in einer besonderen Situation ist. Und glaube ich, nicht ganz so agiert, wie er es im normalen Patienten-Therapeuten-Kontext tun würde. Das ist immer ein bisschen schwierig zu beurteilen.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:23 ] Das ist halt situativ dann ein bisschen anders zumindest. Wie hast du eigentlich die Zusammenarbeit erlebt von den Praxisanleitern bei der Umset­zung des Praxiscurriculums? Konntest du da was bewerten, sehen oder war das quasi außer deinem Sichtfeld?

PB1

[ 00:13:40 ] Also eher außerhalb meines Sichtfelds, was ich natürlich gesehen habe, ist, dass die eine Praktikumsanleiterin, die mit mir auch in der Vorbehand­lung saß, dieses Curriculum morgens in die Hand gedrückt bekommen hat. Das lässt mich so ein bisschen vermuten. Es ist allerdings eine Vermutung, dass das vorher nicht so umfänglich gesichtet wurde.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:08 ] Und mit dir ist keiner quasi in Austausch gegangen von den Praxis­anleitern bezüglich des Curriculums?

PB1

[ 00:14:15 ] Nein. Also wir haben uns über die Vorbehandlung unterhalten.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:21 ] Ja.

PB1

[ 00:14:21 ]Und sind da im Trialog, also mit dem Schüler, zusammen ins Ge­spräch gegangen. Aber über das Praxiskurriculum an sich ist keiner mit mir ins Gespräch gegangen.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:32 ] Hattest du eine Kommunikation, also mit den Praxisanleitern kann man jetzt rausnehmen, aber mit den Auszubildenden über das Praxiscurriculum? Oder allgemeine Kommunikation, hat das Praxiscurriculum dich bei der Kommu­nikation mit den Auszubildenden irgendwie unterstützt?

PB1

[ 00:14:50 ] Also was natürlich, das ist jetzt weniger eine Kritik, aber vielleicht ein Optimierungsansatz, das wäre natürlich hilfreich gewesen für uns Praktikumsbe­treuer wenn wir auch so ein bisschen etwas an der Hand gehabt hätten, was wir im Zusammenhang mit dem Praxiscurriculum dem Auszubildenden kommunizie­ren sollen.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:17 ] Das musst du mal vielleicht konkretisieren. Die Auszubildenden ha­ben ja das Curriculum ebenso erhalten.

PB1

[ 00:15:22 ] Ja, aber wenn da so eine Fragestellung kommt, wie sollen wir, also welches sind die Hilfsansätze, die wir Ihnen mitgeben sollen, wenn Sie das nicht verstehen? Zu sehr alles vorwegnehmen oder interpretieren, wäre ja vielleicht auch nicht hilfreich in dem Zusammenhang.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:46 ] Aber wenn du deine allgemeine Kommunikation hast mit den Auszu­bildenden bei diesen Besuchen, hast du mit dem Praxiscurriculum die Kommuni­kation unterstützen können oder hat dich das da eher gehemmt oder sogar das kompliziert gestaltet?

PB1

[ 00:16:06 ] Also würde ich jetzt eher sagen, neutral. Die Fragestellung war eben nur von Seiten der Schüler. Was ist denn jetzt mit diesem Praxiscurriculum? Und letztlich war die einzige Antwort von meiner Seite dann, ihr sollt euch damit aus­einandersetzen und schauen, ob euch dieses Praxiscurrikulum in eurem tägli­chen Handeln unterstützt.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:28 ] Es soll halt einfach ein bisschen Klarheit, Zielklarheit und Praxis nie vermitteln, das war ja der Hintergrund. Und erkennen, wo muss ich denn letztlich hin.

PB1

[ 00:16:39 ] Ich glaube, dass es dem einen oder anderen geholfen hat, der sich damit auch auseinandergesetzt hat. Ich glaube aber auch, dass da, Ich sage mal, der ein oder andere Schlumpf, da er sich eher weniger mit auseinandergesetzt hat. Das wird man vielleicht langfristig merken. Wie gesagt, jetzt bei dieser kurzen Erhebung vor Ort konnte ich jetzt noch nichts feststellen.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:12 ] Wir haben ja schon über diese Kompetenzschwerpunkte geredet, was du besonders gut beobachten kannst, hast du ja vorhin gesagt, welcher Schwerpunkt, aber konntest du dann auch sehen, dass sich bei den Auszubil­denden dann was verändert hat. Du hast so einen Umgang mit Patienten und so weiter. Warst du oder bist du der Meinung, dass hier auch eine Beobachtung zu sehen ist bei den Auszubildenden? Das hat sich auch da gut entwickelt. Also zu beobachten oder gut zu beobachten ist das eine. Die Frage ist, ob es auch eine Entwicklung gab bei den Auszubildenden in dem Fall.

PB1

[ 00:17:48 ] Ich finde es unheimlich schwierig zu beurteilen weil ich habe jetzt 4/5 Individuen betreut die alle ihre persönlichen schwächen und stärken haben wenn ich jetzt die Möglichkeit gehabt hätte oder man die Möglichkeit hätte, diese glei­chen vier Individuen, sagen wir mal, nach dem nächsten Praktikum wieder zu sichten, dann könnte man, denke ich, besser sagen, hatte das bei dieser Person einen Effekt. Ansonsten hatte ich jetzt vier, fünf Individuen, die alle ihre Pro und Kontras haben. Ich tut mich jetzt schwer, da zu sagen, okay, aufgrund des Pra­xiscurriculums waren sie deswegen besser.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:51 ] Und wieder anhand dieses Curriculums hast du da trotzdem irgend­wie individuell feststellen können, bei dem einen oder anderen, da gab es einen Lernfortschritt oder? Du konntest einen Lernbedarf identifizieren aufgrund des Curriculums, weil du sagst, du hast es durchgelesen und merkst, okay, bei dem Auszubildenden da wäre noch ein Bedarf da. Das ist dir vorher vielleicht nicht aufgefallen, weil du dieses Curriculum nicht zur Hand hast.

PB1

[ 00:19:16 ] Das auf jeden Fall. Mir ist selber wieder beim Durchlesen dieses Curriculums aufgefallen, dass so gewisse, also man wird regelmäßig daran oder man wird dadurch oder durch das Praxiscurriculum daran erinnert, an Sachen, die für einen selbst normal geworden sind und gar nicht mehr so forciert den Schüler vielleicht drauf oder den Auszubildenden darauf hinweist. Also in dem Zusammenhang ist es schon mal ganz hilfreich. Also am einen Punkt, wo ich mir gestern gedacht habe, ja. Die Angehörigen mitnehmen. Das ist sowas, wenn ein Angehöriger da ist, ist es für mich selbstverständlich, dass ich den mit einbinde. Aber woher soll das ein Schüler, ein Auszubildender wissen, wenn ich ihm das nicht vorher mal an die Hand gegeben habe. Genau. Pass auf, wenn du in der Pädiatrie bist, da sind die Eltern mit dabei, dann binde die mit ein. Oder in der Chirurgie, da ist eine pflegende Person von zu Hause mit dabei, dann kann man der ja genauso Tipps, Hilfestellungen an die Hand geben, wie sie mit dem Pati­enten, den Angehörigen umgeht.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:37 ] Also das Identifizieren von Bedarfen ist dadurch gut. Aber Lernfort­schritte wahrscheinlich im Vergleich zur Frage vorher ist dann noch schwierig, weil es zu individuell ist. So habe ich das interpretiert.

PB1

[ 00:20:50 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:51 ] Okay. In deiner Beratung der Auszubildenden, die ja unterschiedliche Entwicklungsstände haben, spielt das Praxiskurriculum dann auch eine Rolle, wenn du sagst, jetzt gehst du mal in Austausch und beratest und gibst Feedback so in die Richtung?

PB1

[ 00:21:06 ] Also da kann ich wieder dieses Beispiel von der Frage davor herneh­men. Klar erweitert sich mein Feedback genau an diesem Punkt, dass ich sage, pass mal auf, du hast jetzt deine Behandlung gut gemacht. Du hast einen guten Aufbau gehabt. Jetzt wird der Patient irgendwann mal nach Hause gehen. Das sind Angehörige. Wenn du die Möglichkeit hast, nimm die doch in deine Behand­lung mit rein. Ergänze deine Behandlung um diesen Punkt. Und das ist aufjeden Fall etwas Erweiterndes für auch mein Reflektieren seiner Behandlung. Also das ist für die Beratung durchaus hilfreich.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:56 ] Diese 10% Praxisanleitungszeit, gehen wir mal auf die Praxisanleiter kurz noch zu sprechen. Kannst du diese Umsetzung von den 10% in irgendeiner Form bewerten? Kriegst du das irgendwie mit, ob das funktioniert?

PB1

[ 00:22:09 ] Also in der Chirurgie scheint es mir so, dass das relativ gut funktio­niert. Und die beiden, oder es sind jetzt ja drei Gespannen, was ich jetzt so mit­bekomme von Praxisanleitern, die legen da sehr viel Wert drauf. Und ich glaube, dass die auch über die 10 Prozent gehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:39 ] Und beobachtest du da Auswirkungen durch diese Praxisanleitungs­zeit? Die gab es ja vormals nicht, diese 10 Prozent. Merkst du da, da hat sich was getan bei den Auszubildenden, was ihre Kompetenzen angeht oder vielleicht auch bei den Kompetenzen der Praxisanleiter? Hast du da Einblick oder eine Beobachtung?

PB1

[ 00:23:02 ] Auch das würde ich gerne mit einem Beispiel untermalen. Auszubil­denden Hümmer, dem Auszubildenden Hümmer ist nahegelegt worden, dass man auch das vegetative Nervensystem, den Sympathikus anregen kann, indem man zum Beispiel eine Wärmeanwendung parallel zu der eigentlichen Therapie noch zusätzlich anwenden kann. Das ist so ein Effekt, der quasi entstanden ist aus Gesprächen, weil die Praxisanleiter mit dem Praktikumsbetreuer zusammen diese Vorbehandlungen durchführen. Und da ist man im Gespräch, kriegt man mit, wo hat der andere so sein Steckenpferd. Und ich finde es halt unheimlich wichtig, dass man so eine vegetative Geschichte mit einbezieht.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:09 ] Ja, und meinst du, das ist aufgrund dieser 10%-Regelung, die dann eingeführt worden ist, erst entstanden, diese Art und Weise, was von dem Bei­spiel zu sehen ist?

PB1

[ 00:24:19 ] Es war wohl so, dass das entstanden ist, weil die Jessica, also die Praxisanleiterin von drüben, mit dem Schüler ins Gespräch gegangen ist und hat gesagt, pass mal auf, überleg doch mal, ob du deine Therapie noch veränderst. Hat sie dann auch gesagt, das kam von mir. Und ich glaube, dass dadurch die Möglichkeit geschaffen wird einfach ein Miteinander zu schaffen.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:55 ] Und dann kommen solche Informationsaustausche erst zustande. Vorher hat man die 10%-Regel nicht, da ist das dann irgendwie gewesen. Genau.

PB1

[ 00:25:03 ] Ich glaube aber auch, dass ohne diese 10%-Regel das in der Chirur­gie auch schon gut gelaufen ist. Jetzt aber offensichtlich noch mehr geworden ist. Sehr schön. Und ich glaube auch, dass es in der Chirurgie, dass die über die 10% gehen. Aber das ist eine Mutmaßung. Aber so von dem, was sie erzählen und was sie machen, glaube ich, dass sie drüber gehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:34 ] Gehen wir mal über zur Schulentwicklung. Als Lernbegleiter und Praktikumsbetreuer bist du ja damit voll verhaftet sozusagen mit der Schulent­wicklung. Wie bewertest du den Beitrag von so einem Praxiscurriculum oder die­sem hier zur Schulentwicklung?

PB1

[ 00:25:52 ] Also standardisiere da, wo du standardisieren musst. Ich glaube, dass so ein Praxiskurriculum ein Stück weit eine Standardisierung ist. Und die schafft eine gute Grundlage, um darauf aufzubauen. Gerade für neu dazusto­ßende KollegInnen ist es hilfreich da schon mal einen Einstieg zu finden und dann für sich eben nochmal eigene Ausarbeitungen zu schaffen. Ähnlich ist es ja bei unserem Schulcurriculum auch. Man nimmt es als Grundlage und baut dann da­rauf auf. Und je nachdem, wie gut das Curriculum schon ausgearbeitet ist, umso leichter tue ich mir natürlich. als Neuankommender da etwas Brauchbares für den Endverbraucher zu schaffen. Ähnlich ist es aber auch so, wenn man lang genug in der Praxis ist, ist es, denke ich, auch wieder sinnvoll, sich mal wieder zu resetten und das Ganze sich nochmal zu Gemüte zu führen und mal zu schauen, hey, hat sich in meinem Berufsalltag, ist da vielleicht irgendwas ver­schwunden, was ich jetzt mal wieder rausholen.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:23 ] Deswegen ist eine Evaluation regelmäßig auch immer sehr, sehr wichtig, genau auf das zu kommen. Hast du hier an der Schule Prozesse oder Strukturen erkannt, die diese Weiterentwicklung vom Praxiskultivum einfach so fördern oder aber auch behindern können? Hast du da was mitbekommen bei diesen? Bei dieser Entwicklung von dem Praxiscurriculum oder ist das erstmal aus deinem Sichtfeld gewesen?

PB1

[ 00:27:52 ] Ich denke, das eine ist eben zu sagen, pass auf, ihr sollt das Ganze umsetzen und ihr sollt euch damit auseinandersetzen. Das andere ist, in dem Alltag auch die zeitlichen Kapazitäten zu schaffen. Ich bin mir nicht sicher, ob es da vielleicht ein Ungleichgewicht gibt, aber das wäre jetzt alles Mutmaßung ef­fektiv.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:25 ] Aber strukturell kann man diese zeitliche Problematik vielleicht her­vorheben, wo du sagst, das behindert vielleicht einfach an dem Curriculum mit­zuarbeiten und weiterzuentwickeln.

PB1

[ 00:28:38 ]Absolut. Und es ist eine Geschichte, wo du dich nicht einfach mal fünf Minuten hinsetzt und da mal was machst, sondern wenn du dich hinsetzt, dann, also du brauchst ja Zeit, um reinzukommen, dann etwas anzupassen oder für sich selbst umzusetzen und dann das Ganze zu einem Auszubildenden zu trans­ferieren. Das ist ein zeitlicher Aspekt, der erstmal in der Berufspraxis aufgebracht werden muss. Ich bin mir nicht sicher, wie gut oder schlecht das funktioniert. Aber das können, denke ich, die Praxisanleiter besser beurteilen. Aber der zeitliche Aspekt ist für mich schon wichtiger.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:24 ] Also das ist das eine. Und das andere wäre die Frage, hast du da irgendwo eine Stärkung gefunden in dem Bereich, also Entwicklung, Umsetzung, Praxiscurriculum im Kontext zu Kooperation, Partizipation und kollegiale Zusam­menarbeit? Gab es da irgendwo eine Stärkung aus den Feldern?

PB1

[ 00:29:44 ] Also wir hatten oder wir haben, also ich mit den Praxisanleitern der Chirurgie und auch der Orthopädie am Ulanenpark, wir hatten schon immer ein gutes Verhältnis, ein besseres, wie es andere KollegInnen beschreiben. Von dem her ist, also klar, wenn das Niveau vorher da unten war, dann ist natürlich ein Effekt nach oben schneller messbar. Bei uns war es glaube ich schon auf einem relativ guten Niveau. Und da ist der Effekt natürlich schwieriger messbar. Und auch da würde ich sagen, wird sich in den nächsten Wochen, Monaten, wenn wir weiterhin effektiv damit arbeiten, auch nochmal andere Effekte herausstellen. Ak­tuell reden wir von einer Nutzung von drei Wochen. Das ist natürlich auch ein geringer Zeitraum, gerade für diesen riesen Umfang eines Praxiscurriculums.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:46 ] Aber dementsprechend gab es aus der Ecke, sage ich mal, noch keine wirkliche Stärkung, dass man sagt, da ist jetzt was miteinander entstanden und Zusammenarbeit. Oder vielleicht auch aus den Praxisbegleitereien gab es da irgendwie vielleicht eine Stärkung in dem Zusammenhang, dass du sagst, ich habe mich mit jemandem auseinandergesetzt und Fragen gestellt und habe da Hilfe erhalten.

PB1

[ 00:31:16 ] Das tu ich mich gerade schwer, irgendwas zu finden.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:19 ] Ja, okay. Also ich kann Sie jetzt nicht so erinnern, dass das da der Fall wäre. Du hast schon ein paar Schritte gesagt, also Empfehlungen für eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Das man dieses Praxiscurriculum als Teil der Schulentwicklung voranbringt, ist zeitliche Kapazitäten schaffen. Dann mehr da­mit auseinandersetzen zu können, auch die Praxisanleiter, das hast du schon hervorgehoben. Gibt es aber dennoch, wenn ich das nochmal so frage, noch an­dere Schritte, die dir einfallen in dem Kontext?

PB1

[ 00:31:53 ] Also ich denke einfach, dass ein weiterer Schritt sein muss, die Meso­Ebene auf die Mikro-Ebene zu überführen. Letzlich wie wir es in unseren Unter­richten auch machen. Wir nehmen das Curriculum her und bauen darauf auf ei­nen Unterrichtsverlaufsplan oder wir erstellen eine PowerPoint-Präsentation. Wir versuchen es quasi dem Schüler... in kleinen Häppchen nochmal zu präsentie­ren. Und ich denke, dass das jetzt im weiteren Schritt sinnig sein könnte, dass hier auch durchzuführen.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:40 ] Da hast du mir quasi schon beantwortet, auf welchen Ebenen sollte man das Curriculum eben noch für diese Implementierung verbessern und da sagst du, okay, Mikro-Ebenen, da müssen wir jetzt noch hinkommen.

PB1

[ 00:32:49 ]Genau. Das man sagt, pass auf, wir sind jetzt im siebten Pflichtprak­tikum, dann nehmen wir uns vielleicht einen Kompetenzschwerpunkt heraus. Auf den erstellen wir nochmal individuelle Methoden.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:14 ] Also wir haben unter den Kompetenzschwerpunkten schon Hand­lungskompetenzen stehen, die noch mit dem Weg methodisch wie zu versehen sind. So interpretiere ich gerade deinen Gedanken.

PB1

[ 00:33:24 ] Ja, genau. Ich habe jetzt gerade die Worte gefühlt.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:29 ]Ja, aber ich verstehe dich. Wenn wir in der Metaperspektive aber mal bleiben, siehst du noch Verbesserungspotenzial anhand der Struktur oder auch Gestaltung von diesem Praxiskollegium? Also du hast jetzt aktuell eine Gestal­tung und eine Struktur, also die Gestaltung, so wie es halt formatet. formatiert ist letztlich und dann hast du diese Kompetenzschwerpunkte und drunter die Hand­lungskompetenzen und ganz am Anfang steht noch Krankheitsbilder der Schüler, die der Auszubildende sehen soll. Ist das von der Struktur und Gestaltung so, wo du sagst, das ist erstmal so passend oder gibt es da noch Verbesserungsmög­lichkeiten aus deiner Sicht? Hast du da schon Gedanken dazu gehabt?

PB1

[ 00:34:10 ] Also als ich es das erste Mal gesehen habe, fand ich es sehr erschla­gend auf den ersten Blick. Es war erstmal schwierig für mich, da reinzukommen. Wie ich gerade schon gesagt habe, in sowas reinzukommen, bedarf Zeit. Aber es ist halt immer die Schwierigkeit, es gibt ja unterschiedliche Typen, Typusse, wie jemand daran geht. Für mich wäre glaube ich eine stärkere farbliche Unter­legung schön damit ich sofort seh Mensch, da kann ich jetzt lesen, wenn es jetzt ins Detail geht. Oder ich führe die Praktikumsbetreuung, detailliert etwas sehen muss. Wie vorhin angesprochen, der Umgang mit, da gibt es ja dann diese Strich­punktaufführung, Umgang mit Angehörigen. dass ich sofort weiß, wenn ich da reingucke, da steht es und da ist das meinetwegen in grün geschrieben und dann weiß ich sofort, füpp, drauf und kann mir das wieder in Erinnerung rufen.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:26 ] Okay, dann ist doch ein Verbesserungsvorschlag dir ganz gut. Und vielleicht auch sinnvoll. Und man muss immer schauen, ob es individuell ist, aber das sagtest du ja auch gerade. Jetzt hast du noch nicht so viel Austausch gehabt bezüglich des Praxiscurriculums mit den Praxisanleitern. Aber letztlich die Be­gleiter. Aus deiner Sicht hast du schon gesagt, Mensch, eine farbliche Kodierung wäre vielleicht hilfreich. Aber siehst du noch was, wo du denkst, auch anderen Begleitern würde eine Veränderung in der und der Form irgendwas erleichtern? Oder sagst du, nee, eigentlich das Farbliche ist so das Thema? Was vielleicht das erleichtern würde?

PB1

[ 00:36:09 ] Die Kommunikation miteinander. Also das ist so eine Art regelmäßi­ges Treffen der, der

LEITNER, SVEN

[ 00:36:27 ] Also der Begleitenden, der Lernbegleiter letztlich?

PB1

[ 00:36:31 ] Also nicht nur die Lernbegleiter untereinander, sondern dass es wirk­lich auch ein Treffen gibt zwischen Anleiter und Begleiter. Also alle Akteure, die in der praktischen Ausbildung tätig sind? Genau, aber auf den Fachbereich. Ja, aus der Chirurgie. Genau, dass die drei Akteure als Praxisanleiter aus der Chi­rurgie zusammen sitzen, setzen sich zusammen mit mir und vielleicht noch einer weiteren Person, die eine Stellvertretung macht. Ja,

LEITNER, SVEN

[ 00:37:05 ] okay. Sehr schön.

PB1

[ 00:37:10 ] Damit man auch eben sagt, okay, jetzt nehmen wir mal den Punkt Umgang mit Angehörigen. Das ist jetzt mal ein prädestinierendes Beispiel. Und jetzt setzen wir uns mal zusammen und überlegen, wie können wir das denn an den Schüler, an den Auszubildenden transferieren.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:29 ] Das klingt schon so nach einem Vorschlag für eine Stärkung vom Theorie-Praxistransfer, weil das ist auch noch eine Frage, wie könnte man den denn durch ein Praxiscurriculum noch weiter stärken und das klingt schon ein bisschen danach, dass das dein Vorschlag auch wäre oder hast du da noch an­dere Ideen?

PB1

[ 00:37:48 ] Eine weitere Idee wäre halt unsere Praktikumsbetreuung, die wir ha­ben. Also nicht nur, also wir haben ja jetzt aktuell drei.

PB1

[ 00:38:00 ] Treffen innerhalb des dreiwöchigen Praktikums. Also wir haben die Muskelabfrage, wir haben in dem Fall jetzt Technikprüfung und wir haben die Vorbehandlung und dass man diesen mittleren Teil entweder erweitert oder er­setzt durch Erläuterungen oder Vorträge, Ausarbeitungen im Zusammenhang mit diesem Praxiscurrikulum. Also dass man sagt, pass auf, setzt euch heute mal mit der Methodenkompetenz, Sozialkompetenz auseinander und bereite da mal was vor und beim Treffen sprechen wir da miteinander.

PB1

[ 00:38:49 ]Also da bist du der Meinung, so könnte man vielleicht den Transfer von der Theorie in die Praxis ein bisschen verbessern. (Speaker 1)

PB1

[ 00:38:56 ] Genau, also dass man eben in unserer Praktikumsbetreuung eben ein Sprechen über das Praxiscurriculum mit implementiert, weil man so auch ein bisschen forcieren würde, dass sich auch der Azubi mit dem Praxiscurriculum auseinandersetzt.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:15 ] Und so Theorie-Praxistransfer ist ja auch zu sagen, ich nehme jetzt ein Beispiel aus deinem Unterricht, Techniken der manuellen Therapie. Das ist, was in der Theorie hier fachpraktischer Unterricht in der Schule unterrichtet wird, rüberbringen in die praktische Ausbildung. Wenn wir das mal so konkret hernimmt das Beispiel, er lernt hier eine Technik und die muss er jetzt in der praktischen Ausbildung beim Kooperationspartner dann auch anwenden. Wie könnte uns das vielleicht noch besser gelingen, über das Praxiscurriculum das zu forcieren, diesen Transfer von solchen Sachen in die praktische Ausbildung? Hast du da schon eine Idee? Oder dass Schüler sagen, die PNF-Techniken, die sie hier erlernen, dass sie das auch wirklich in Anwendung bringen dort drüben. Noch besser als es jetzt schon ist.

PB1

[ 00:40:12 ] Also die PNF findet tatsächlich in den Vorbehandlungen immer wie­der mal Anklang. Bei der MT ist es eher schwierig, gerade in der Chirurgie, in einem Akuthaus. Da ist manualtherapeutisch natürlich wenig Material.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:29 ] Deswegen ist Praxiscurriculum ja immer auf den Fachbereich ge­schrieben. Die Frage ist, wie kriegen wir diesen Transfer noch besser hin viel­leicht über das Curriculum.

PB1

[ 00:40:38 ]Das ist eine gute Frage. Also aktuell fehlen mir da die Ideen. Ich finde es immer wieder schade, dass diese Techniken, die hier erlernt werden eben irgendwo zwischen anderen Unterrichten, Praktikum dann irgendwo verloren ge­hen.

LEITNER, SVEN

[ 00:41:08 ] Ja, man hat immer das Gefühl, die gehen zur Schultür raus, laufen rüber ins Praktikum und auf den 200 Metern verlieren sie das. Und das ist natür­lich unser Anliegen, dass wir genau da anhalten.

PB1

[ 00:41:18 ]Ja, genau. Aber vielleicht wäre da auch gerade die Kommunikations­verbesserung zwischen Betreuer und Anleiter, die ja vor Ort sind und einen deut­lich besseren Zugriff im Praktikum auf die Azubis haben, dass man die da mehr mit reinnimmt in diesen Prozess, sag ich mal, wäre am zielführendsten. Weil letzt­lich, ich sehe ihn dreimal im Praktikum. Und dann sind sie ja aufgeregt wie Bolle. Da haben die Praxisanleiter einen ganz anderen Bezug zu dir.

LEITNER, SVEN

[ 00:42:00 ] Also ich, so ein Gedanke, aber das spricht genau das an, was du sagst. Die Praxisanleiter bräuchten eigentlich einen Einblick in das schulische Geschehen und das, was wir hier unterrichten. damit sie genauer sagen können, aha, so hat es der Schüler gelernt und das nehmen wir jetzt mal rüber in die praktische Ausbildung.

PB1

[ 00:42:18 ] Da reichen aber nicht die Unterlagen, wenn wir sie hochladen.

LEITNER, SVEN

[ 00:42:21 ] Aber es wäre ein Anfang. Irgendwo muss man ja anfangen.

PB1

[ 00:42:26 ] Nein, das ist richtig. Aber der Austausch steht ja da im Fokus, hast du ja gesagt. Der Austausch. Und wie gesagt, ich glaube nicht, dass es geschafft wird durch, wir laden irgendwo was hoch, sondern es wäre vielmehr damit ge­schafft, dass man sagt, pass auf. Ich als derjenige, der jetzt die MT hier über­nommen hat. Ich gehe mal rüber zu denen und wir reden mal eine Stunde dar­über, wie wir uns die manuelle vorstellen oder an welcher Parameter wir die ma­nuelle Therapie hier prüfen. Welches Konzept liegt bei uns im Schwerpunkt und so weiter. Dass man da so einen Austausch stattfinden lässt, dann wissen die auch ganz genau, alles klar, im Rahmen des Praktikums, wenn ich mal einen Patienten habe, wo die manuelle Therapie indiziert ist, dann achte ich darauf, dass die das so machen.

LEITNER, SVEN

[ 00:43:16 ] Da sind wir bei dem Punkt zu sagen, du triffst dich mit diesem Fach­bereich, mit den Anleitern. Und dann hast du vielleicht im Vorfeld die Unterlagen zur Verfügung gestellt und dann gehst du nochmal mit denen in diesen Detailbe­reich rein. Und dann sind die informiert und dann gelingt es vielleicht auch, die Auszubildenden dann besser mitzunehmen, damit sie wissen, ah, das hatten wir in der Schule, das müssen wir jetzt so und so hier anwenden.

PB1

[ 00:43:40 ] Absolut. Das wäre, wie gesagt, ich bin immer ein bisschen vorsichtig mit dem Thema irgendwo was hochladen und jeder kann darauf zugreifen. Die Unterlagen sind ja immer so auch aufgebaut, dass es immer auch eine Kommu­nikation des Lernbegleiters dazu gibt, im Normalfall. Da würde ich eher sagen, dass man mal hergeht und sagt, pass auf, vielleicht können die das unter interner Weiterbildung laufen lassen.

LEITNER, SVEN

[ 00:44:15 ] Ja, ich denke, das ist einmal Theorie-Praxis-Transfer, den du jetzt da verbessern möchtest damit. Aber ich denke auch, es geht ja hier um die Qualität der praktischen Ausbildung. Die wollen wir verbessern, erhöhen. Und ich nehme das auch mit als Impuls. Dafür letztlich nicht nur Theorie-Praxis-Transfer. Ich glaube, du meinst damit auch allgemein die Qualität der praktischen Ausbildung wird dadurch natürlich gehoben. Aber gibt es da noch andere Impulse, wo du sagst, da können wir die praktische Ausbildung qualitativ auch noch verbessern? Nicht nur über den Theorie-Praxis-Transfer, sondern vielleicht über andere Maß­nahmen oder Anpassungen?

PB1

[ 00:44:50 ] Ja, also letztlich die Praktika breiter aufstellen. Aber das ist halt be­dingt durch unseren Kooperationspartner halt. Ja, nur bedingt möglich. Also ich denke mal für einen Physiotherapeuten in der Ausbildung, gerade was die ma­nuelle Therapie betrifft. wäre halt auch ein Arbeiten in der niedergelassenen Pra­xis natürlich sinnvoll. Da sind wir natürlich durch unsere Vorgaben auch regle­mentiert.

LEITNER, SVEN

[ 00:45:29 ] Wobei, da darf ich erwähnen, dass das ja wahrscheinlich in naher Zukunft tatsächlich passieren könnte. Durch eine Praxiserweiterung. Ich glaube, es heißt Lagarde. Es soll ja nochmal eine Praxis entstehen und vielleicht ist dann dein Wunsch damit erfüllt. Oder deine Idee.

PB1

[ 00:45:48 ] Ja, aber das ist was, was aktuell effektiv fehlt, weil wir haben mit dem Ulanenpark 14 Plätze. Bei 25 Schüler, also nicht jeder kommt dann in den Ula­nenpark. Und die Salutes, dort drüben ist da natürlich auch mehr fokussiert auf die Reha-Maßnahmen. Das sind weniger Rezeptpatienten, was ich bisher immer so mitbekommen habe. Also auch da kriegst du nur noch ein bestimmtes Patien­tenklientel. Und noch breiter ist es natürlich in der niedergelassenen Praxis mit Rezeptpatienten. Und dieser praktische Teil der Ausbildung fehlt unseren Schü­lern aktuell.

LEITNER, SVEN

[ 00:46:33 ] Verstehe ich. Sag mal, XXX, gibt es vielleicht noch andere Themen, die ich jetzt gar nicht angesprochen habe im Interview, wo du sagst, das möchtest du jetzt noch ansprechen oder ist das dir noch ein Gedanken?

PB1

[ 00:46:46 ] Nö, also alles im Zusammenhang mit dem Praxiscurriculum ist, denke ich, gesagt.

LEITNER, SVEN

[ 00:46:52 ]Super. Dann danke ich, weil dann sind wir nämlich am Ende.

PB1

[ 00:46:56 ]Jawohl. Sehr gerne.

13. Transkript Interview Praxisbegleiter*in Nr.2 (PB2)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern:

Zusammenfassung nach Sprechern

PB2 (Praxisbegleiter*in)

Hat im 7. Pflichtpraktikum 4 Auszubildende in der Neurologie und 2 in der Gynä­kologie betreut

War durchgehend während der 3 Wochen des Praktikums anwesend

Seit 2018 als Lehr- und Lernbegleiterin tätig, davor seit 2016 als Praxisanleiterin

Das neue Praxiscurriculum bot eine hilfreiche Orientierung, auch wenn einige Details bisher nicht so detailliert bearbeitet wurden

Sieht Verbesserungspotenzial bei der Selbstreflexion und Analyse der Auszubil­denden

Empfiehlt, das Curriculum mit mehr Beispielen anzureichern, um es für neue Kol­legen greifbarer zu machen

Beobachtete Unterschiede in der Umsetzung zwischen Neurologie und Gynäko­logie, v.a. bei der Praxisanleitung

Sieht Potenzial, den Theorie-Praxis-Transfer durch eine bessere Abstimmung mit den Praxisanleitern zu verbessern

Würde sich eine detailliertere Gliederung der Kompetenzen und Krankheitsbilder pro Praktikum wünschen, um Schüler und Anleiter besser zu unterstützen

Hält eine intensivere Schulung der Schüler zum Praxiscurriculum für wichtig, um dessen Relevanz zu verdeutlichen

LEITNER, SVEN (Moderator)

Greift die Verbesserungsvorschläge von PB2 auf und diskutiert diese weiter

Stimmt zu, dass mehr Beispiele und eine detailliertere Gliederung hilfreich wären

Sieht Potenzial in einer verstärkten Kooperation mit den Praxisanleitern und einer Einbindung in die Fortbildungen

Erkennt die Herausforderung der begrenzten zeitlichen Ressourcen für die Wei­terentwicklung des Curriculums

Nächste Schritte:

Ergänzung des Praxiscurriculums um mehr Beispiele und eine detailliertere Glie­derung der Kompetenzen und Krankheitsbilder pro Praktikum

Intensivierung der Kooperation mit den Praxisanleitern:

- Einbindung in die Fortbildungen zum Praxiscurriculum

- Abstimmung zu Theorie-Praxis-Transfer und Kompetenzentwicklung der Aus­zubildenden

Konzeption einer intensiveren Schulung der Auszubildenden zum Praxiscurricu­lum, ggf. in einfacher Sprache

Prüfung, ob eine Ausweitung der Praktikumsdauer sinnvoll wäre, um die Kompe­tenzentwicklung besser zu ermöglichen

Kontinuierliche Weiterentwicklung des Praxiscurriculums im Rahmen der Schul­entwicklung, unter Einbindung aller relevanten Akteure

LEITNER, SVEN

[ 00:00:00 ] So, einmal hier und einmal da. Läuft, cool. XXX, 6.10. haben wir heute, genau. Und du bist die Praxisbegleitung. Und die erste Frage, die ich habe, welchen Fachbereich bist du Praxisbegleiter? Und wie viele Auszubildende hattest du in dem siebten Pflichtpraktikum?

PB2

[ 00:00:25 ] Also im siebten Pflichtpraktikum hatte ich in der Neurologie vier. Und in der Gynäkologie 2. Da bin ich eingesprungen in der Gyn.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:37 ] Sehr gut. In diesen drei Wochen von dem siebten Pflichtpraktikum warst du durchgehend da oder hast du irgendwie gefehlt?

PB2

[ 00:00:43 ] Ich war durchgehend da.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:45 ] Das ist perfekt. Seit wann machst du schon Praktikumsbegleitung oder Betreuung?

PB2

[ 00:00:51 ] Seitdem hier in der Schule oder allgemein?

LEITNER, SVEN

[ 00:00:54 ] In deiner ganzen Karriere.

PB2

[ 00:00:57 ] Als Lehr- oder Lernbegleiterin, Lehrerin damals noch, habe ich 2018 angefangen, im September. Und davor in der Praxis selber war ich für die Prak­tikumsbetreuung zuständig vor Ort und hatte Praktikanten seit 2016.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:23 ] Also 2016 bis 2018 warst du Praxisanleiterin, können wir so sagen?

PB2

[ 00:01:27 ]So ungefähr, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:28 ]Und dann bist du seit der Zeit 18 Lernbegleiterin und Praxisbetreuerin.

PB2

[ 00:01:33 ] Genau. Wenn die jetzt aber von einem externen Standort in meine alte Praxis mit reingegangen sind, oder so Schnupperpraktikanten etc., dann hatte ich die jetzt aktuell auch noch laufen. Aber das waren bisher zwei.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:51 ] Jetzt in deiner eigenen Praxis, meinst du jetzt gerade, habe ich das richtig verstanden?

PB2

[ 00:01:54 ] Ja, ich war doch jetzt freiberuflich mit in einer Praxis drin. Ja, okay. Und da war ich aber auch bei zwei Schnupperpraktikanten Anleiterin.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:03 ]Für andere Schulen?

PB2

[ 00:02:04 ]Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:05 ] Ah, so. Da können wir jetzt aus dem Vollen schöpfen. Kann quasi aus beiden Seiten erzählen. Dann können wir doch eine Frage, die jetzt vielleicht mir als erstes in den Sinn kommt, stellen. So ein Praxiscurriculum, wie wir es jetzt hier vorliegen haben, zum ersten Mal für das siebte Pflichtpraktikum von anderen Schulen, schon mal gesehen so in der Richtung?

PB2

[ 00:02:25 ] Nee. Also ich war an meiner vorherigen Schule auch für die Einteilung im Praktikum zuständig und habe quasi diese Übersicht gemacht. Aber dass es da jetzt so ein Curriculum gab, was auch so auf Kompetenzorientierung aus war. Nee.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:42 ] Gab es bisher nicht?

PB2

[ 00:02:43 ] Nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:44 ] Okay, jetzt mal zu dem Curriculum, was wir jetzt haben. Ist das für dich jetzt erstmal so eine übergeordnete, hilfreiche Orientierung gewesen bei der Begleitung in diesem siebten Praktikum? Weil da vorher gab es es ja nicht.

PB2

[ 00:02:57 ] Teils, teils. Also ich versuche schon die Kompetenzen vorher auch schon aus den Schülern rauszukitzeln. Wahrscheinlich nicht so detailliert. Aber ich habe vorher auch schon viel mit meinen Anleitern drüben zusammengearbei­tet, gerade was so Methoden- und Fachkompetenz angeht. So etwas wie Sozial­kompetenz etc. machen sie eigentlich mehr über die Anleiter drüben. In der Neu­rologie jetzt zum Beispiel. Genau, weil das ist ja mein Hauptschwerpunkt.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:35 ] Also du hast es vorher schon so angebahnt, aber letztlich ist es jetzt anders, sagst du jetzt. Aber zur Orientierung war es dann trotzdem hilfreich?

PB2

[ 00:03:45 ] Ja, man hat vielleicht ein wenig mehr auf Details geachtet. Und dieser Faktor Analysieren, finde ich, wurde bisher nicht so ausführlich bearbeitet. Auch was die Analyse der Schüler angeht, ob die sich jetzt wirklich so gut analysiert haben. Bisher würde ich mal in Frage stellen.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:11 ] Die Selbstreflexion meinst du jetzt auch so ein bisschen?

PB2

[ 00:04:14 ] Ja, ob die jetzt wirklich allgemein die Analyses bisher so genau ge­macht haben, weil das ja öfters als Schlagwort vorkommt. Glaube ich weniger.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:25 ] Aber jetzt mal, so wie es jetzt da geschrieben steht, wie klar und nachvollziehbar fandest du das mit diesen acht Kompetenzschwerpunkten und dann darunter die Handlungskompetenzen, auch von der Formulierung und Struktur her?

PB2

[ 00:04:39 ] Also dadurch, dass ich ja als Lehrerin die Fortbildung gemacht habe in Dillingen und weiß, welche Kompetenzen wir vermitteln sollten, war es für mich jetzt nicht so schwer. Sondern ich habe es schon gut verstanden, auch gerade was so Fachkompetenz, Methoden, Sozialkompetenz angeht. Das ist relativ gut verständlich, finde ich. Für mich als Lehrkraft jetzt.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:05 ] Und strukturiert war das für dich jetzt oder so wie es jetzt geschrieben ist, ist es gut? Von der Struktur noch schwer gewesen, so wie es jetzt hier formu­liert ist, so mit diesen Überpunkten, die Unterpunkte.

PB2

[ 00:05:18 ] Du hast ja ab und zu mal hingeschrieben, zum Beispiel bei einem Patienten jetzt mit Herzinsuffizienz oder wie auch immer, ich würde vielleicht auch für neue Kollegen da noch mehr Beispiele bringen, dass es greifbarer ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:35 ] Da sind wir bei den Handlungskompetenzen, wo wir im Detail sind, mehr Beispiele.

PB2

[ 00:05:39 ] Genau, also das wäre jetzt so etwas, wo ich sage, dann können Sie es vielleicht etwas besser greifen, auch wenn ich ein neuer Kollege wäre. Für mich war es jetzt nicht so schwer, weil ich es mir schon dann heranleiten konnte. Das ging eigentlich.

LEITNER, SVEN

[ 00:05:56 ] Ja, da hast du jetzt schon einen Verbesserungsvorschlag angebracht. Aber für dich ging es so. Und in dem Kontext, wenn man das mal hernimmt, diese Kompetenzschwerpunkte und die Handlungskompetenzen. Ist das so nach dei­nen eigenen Vorstellungen für gelungene praktische Ausbildung, so wie es jetzt hier formuliert ist? Verstehst du darunter praktische Ausbildung als gelungen an, wenn man das so umsetzt?

PB2

[ 00:06:26 ] Wenn wir alles schaffen würden.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:28 ] Ja?

PB2

[ 00:06:28 ] Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:29 ] Okay.

PB2

[ 00:06:31 ] Aber meine Frage ist dann immer, schaffe ich immer alles? Weil ich finde es schon sehr. Ja, ich finde es schon sehr umfangreich halt auch. Also die Frage ist, und das habe ich mir dann manchmal gestellt, ob man mehr Einzel­Steps einbaut. Genauere Beispiele. Weil, wenn wir das alles schaffen würden, wäre es super. Aber ich frage mich auch einfach, ob die Zeit zu kurz ist in den drei Wochen. Und ob jeder Schüler genug Kapazitäten, Ressourcen dafür hat. Ich habe ja manchmal Schüler, die sind da spitzenmäßig, die verstehen das Prin­zip super gut in der Neuro auch. Und ich habe Schüler, da ist die Transferver­schiebung von der Theorie hier bei mir im Unterricht und dann drüben in der Pra­xis total schwierig. Und wenn ich ihnen dann Tipps gebe, dann habe ich oftmals das Gefühl, jetzt geht ihnen wie ein Lichtlein auf. Die denken manchmal zu kom­plex oder zu umständlich. Deswegen ist für mich halt so die Frage, ob man da nicht einfach so Zwischensteps einbaut, dass man sagt, bis zu dem jetzt siebten Pflichtpraktikum sollten Sie das und das und das haben. Dann wäre es für mich auch messbarer.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:54 ] Ja, das ist ja geplant tatsächlich.

PB2

[ 00:07:57 ] Oder auch für die Anleiter drüben. Dass die dann, wenn wir jetzt wie so eine Art Übersicht haben, dass sie bei mir in der Neuro zum Beispiel genau wissen, bis zum siebten Pflichtpraktikum haben sie bei der XXX die und die The­men gehabt. Und dann können die, denke ich, damit noch einen Ticken besser arbeiten.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:15 ] Da sprichst du jetzt mehrere Punkte an. Zum einen, würde ich sagen, du sagst, drei Wochen sind vielleicht auch ein wenig zu kurz für die Summe, was im Praxiscurriculum jetzt an Kompetenz gefordert ist. Wäre das dann in dem Sinne zu sagen, wenn man noch eine höhere Qualität in der praktischen Ausbil­dung anstrebt, sollte man mehr als drei Wochen am Stück haben? Verstehe ich das auch so?

PB2

[ 00:08:37 ] Oder man kürzt etwas raus und sagt, mein Fokus liegt in diesem Praktikum auf Sozialkompetenz auf Fachkompetenz. Ich weiß nicht, mich hat kein Schüler irgendwas dazu gefragt. Nicht einer. Weder ein Schüler noch ein Anleiter hat mich irgendwas in den drei Wochen zu dem Curriculum gefragt. Ich habe keine Mail bekommen, auch aus keinem anderen Fachbereich.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:11 ] Also du hast da auch nichts mitgekriegt, dass die Praxiserleiter un­tereinander da irgendwie sich austauschen?

PB2

[ 00:09:16 ]Überhaupt nicht. Ich weiß nur von anderen Kollegen, dass da teilweise die Schüler mal nachgefragt haben, weil sie was nicht verstanden haben. Aber bei mir in der Neurologie, bei den Vieren jetzt und auch bei den Zweien in der Gyn hat niemand gefragt. Und einmal hatte ich ja in der Vorbehandlung die An­leiterin mit drin sitzen. Auch die hat nicht nachgefragt.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:40 ] Bei Nero oder bei Gyn?

PB2

[ 00:09:42 ]Bei Gyn.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:43 ]Wer war das denn eigentlich dann?

PB2

[ 00:09:45 ] Die Frau Sörgel.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:46 ] Frau Sörgel, okay. Ähm, ich hatte jetzt die XXX gerade vorhin da. Die ist ja auch drin.

PB2

[ 00:09:53 ] Nee.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:55 ] Und das Zweite, was du gerade aber angesprochen hast, ist, dass die Kollegen aus der Praxisanleitung wissen, was du mit den Schülern im Unter­richt machst. Siehst du das als notwendigen Schritt, um den Theorie-Praxistrans­fer über den Rahmen des Curriculums, wenn wir das anheften, zu stärken?

PB2

[ 00:10:13 ] Ich glaube, es wird es für die Anleiter leichter machen. Weil dann kann ich auch klipp und klar sagen, mein Schüler hatte aber das Krankheitsbild Parkinson schon. Und dann hat der Schüler gar keine Chance zu sagen, das hat man bei der Frau Niedermeyer aber noch gar nicht, sondern sie kann sagen, okay, darauf kann ich zurückgreifen. Und dann kann ich ja sowas, wie jetzt zum Beispiel anhand von Parkinson, ist klassisch die Big Therapy ein, das Therapie­mittel schlechthin. Ist noch ein bisschen schwierig in der Umsetzung, haben nicht viele Therapeuten, aber wenn dann ich solche Schlagwörter liefern kann. Dann wissen die ja genau, okay, auf dem Stand muss der Schüler sein. Und dann ist es vielleicht für die, für die Bewertung auch schöner.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:01 ] Meinst du, beim Schüler verbessert sich dadurch auch was? Dass er sich dadurch leichter tut?

PB2

[ 00:11:06 ] Vielleicht kriegt er Struktur. Wir haben ja schon diesen Zettel mit den Krankheitsbildern, dass er weiß, welche er am Ende quasi können sollte, gese­hen haben sollte fürs Examen.

PB2

[ 00:11:20 ] Wenn er jetzt dann da vielleicht wie so eine Art Gliederung bekommt und weiß, bis zum siebten Praktikum habe ich die und die und die Themen ab­gearbeitet oder müsste ich können, dass er dann sagen kann, okay.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:33 ] Dass er da auch Klarheit hat, genauso wie bei den Handlungskom­petenzen, die er erreichen soll, dass er weiß, was zu erwarten ist.

PB2

[ 00:11:39 ] Auf welchem Stand bin ich denn? Wo sollte ich sein? Also gerade ist, das ist ja vor allem Fachkompetenz, wo die Anleiter oftmals auch schwimmen und sagen. Was haben die? Was können die? Wie soll ich das bewerten?

LEITNER, SVEN

[ 00:11:54 ] Also da haben wir jetzt schon mal Verbesserungsvorschläge, wie vielleicht Theorie-Praxistransfer noch besser gelingen kann. Die Frage, die sich mir stellt, hast du in diesem siebten Praktikum im Kontext Theorie-Praxistransfer einen Unterschied festgestellt zu den anderen Praktikas vorher? Ist das Curricu­lum so gewesen? Nein, da gab es keinen Unterschied. Also es hat sich nichts geändert in dem Moment bei den Auszubildenden.

PB2

[ 00:12:15 ] Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie das vorher wirklich so sich durch­gelesen haben. Oder ob wir da, weiß ich nicht, ob es da vielleicht vorher eine Art Schulung, Infoveranstaltung geben muss.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:30 ] Gab's.

PB2

[ 00:12:31 ] Okay, na dann.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:35 ] Hast du Unterschiede festgestellt in den Fachbereichen Gyn zu Neuro?

PB2

[ 00:12:39 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:40 ]Also jetzt in Bezug auch mit dem Praxis-Programm, dass die in der NEURO ganz anders damit umgegangen sind als in der GYN oder sowas in der Richtung?

PB2

[ 00:12:49 ] Sie arbeiten in der Neurologie allgemein schon anders.

LEITNER, SVEN

[ 00:12:53 ] Ja, aber das liegt in der Natur, oder?

PB2

[ 00:12:55 ] Liegt schon immer so. Also ich habe allgemein in der Neuro einfach viel, viel mehr gearbeitet mit den Anleitern als jetzt in der Gyn. Ja, ich bin einge­sprungen, aber ich weiß zum Beispiel. In der GYN haben die Anleiter schon auch mal hospitiert, das weiß ich. Aber das sind ja vor allem Teilzeitkräfte und die Schüler haben nicht so viel Anteil am Gyn. Das heißt, sie sind am Nachmittag häufig auch in der Inneren. Und deswegen ist das ein ganz anderes Arbeiten als in der Neuro, wo ich eigentlich im Endeffekt jetzt pro Station, würde ich schon sagen, pro Fachbereich ein bis zwei Anleiter vor Ort habe. Wenn ich mir überlege, in der Neuroreha habe ich zwei. Die eine ist jetzt in Mutterschutz, deswegen merkt man auch da jetzt einfach einen Unterschied. Jetzt hatten wir im siebten Praktikum eine große Krankheitswelle. Das merkt man einfach. Da weiß ich auch nicht, inwieweit dann dieses Praxiscurrikulum von den Anleitern auf die in Anfüh­rungszeichen normalen Physiotherapeuten quasi übergeht. Haben die da Infor­mationen bekommen? Das weiß ich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:10 ] Also das hast du weder in der Neuro- als auch in der Gyn mitbekom­men?

PB2

[ 00:14:13 ]Nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:13 ]Das ist also kein Unterschied erst mal gewesen. Und die Schüler ha­ben auch keinen Unterschied erkennen lassen?

PB2

[ 00:14:17 ]Nein.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:19 ]Okay. Wie gelingt es dir eigentlich bei den Besuchen, die du bei den Schülern hast, Auszubildenden, das sind ja drei oder ohne die Musterabfrage Nr.2 Besuche, die du im Praktikum machst, zu Kompetenzentwicklungen zu be­urteilen? Ich habe allgemein mal gefragt, wie es dir denn so gelingt.

PB2

[ 00:14:40 ] Relativ gut, würde ich sagen, weil ich sehr viel Kontakt mit den Schü­lern habe. Die gehen meistens zwei bis drei Mal ins Neuropraktikum und da sehe ich relativ gut, wie sie sich entwickeln.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:54 ] Hast du da, wenn ich zwischenfragen darf, da auch für dich ein Do­kument angefertigt, dass du die Entwicklung nicht nur fühlst oder erkennst, son­dern auch objektivierst?

PB2

[ 00:15:04 ] Ne, habe ich noch nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:06 ] Ist das Praxiscurriculum vielleicht in der Lage, dir das zu bieten?

PB2 [ 00:15:15 ] Ja, möglich. Da ist einfach, ich weiß zum Beispiel von den Kollegen aus der Chirurgie zum Beispiel, hat er gesagt, durch das Praxiscurrikulum ist er wieder erinnert worden, das ist ja auch sowas Bezug von Angehörigen etc. geht. Das ist bei uns in der Neuro schon Standard. Das machen wir öfters. Was die einzelnen Kompetenzen angeht, ja, vielleicht, obwohl ich meinen Schwerpunkt sehr auf Fach- und Methodenkompetenz setze. Und sowas wie Handlungs- oder Sozialkompetenz läuft so nebenbei, sage ich mal. Aber der Schwerpunkt bei uns in der Neuro ist einfach Fach und Methoden, dass sie es überhaupt erst mal er­kennen und verstehen. Und dann aus ihrem Köfferchen.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:11 ] Aber das bedeutet, das Praxiscurriculum hat dich auch mal in die andere Richtung wieder mal erinnert oder geschubst?

PB2

[ 00:16:17 ] Ja, halt, dass man so ein bisschen. Ja, sowas, was nebenbei läuft, wird ja hier als eigene Kompetenz quasi hervorgehoben.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:27 ] Als Schwerpunkt, ja.

PB2

[ 00:16:30 ] Genau. Was bisher halt immer so, ja. Sowas wie jetzt Wortwahl, Um­gang mit dem Patienten haben wir ja auch schon im Beurteilungsbogen. Da achte ich schon auch drauf, aber vielleicht nicht so detailliert.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:46 ] Der Beurteilungsbogen, also der von den Praxisbegleitern.

PB2

[ 00:16:50 ] Ja, aber das habe ich ja zum Beispiel auch, wenn ich meinen Bewer­tungsbogen am Ende schreibe, muss ich das ja auch bewerten in der Prüfung. Wie war denn der im Umgang mit dem Patienten, wie empathisch war er etc.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:06 ] Bietet es dir dann nochmal eine kleine Erinnerungshilfe an, das Pra­xiscurriculum, dass du sagst, du kannst genau diese Punkte vielleicht dadurch auch ein bisschen bewerten?

PB2

[ 00:17:15 ] Es ist halt detaillierter. Es achtet mehr auf Details, wo ich vielleicht sage, ja, okay. Habe ich schon irgendwie auf dem Schirm gehabt, aber vielleicht nicht so genau, gezielt, umfangreich.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:33 ] Das bedeutet, du kannst damit, also wenn der Einsatz ein bisschen routinierter ist, auch individueller Lernfortschritte und -bedarfe vielleicht dadurch erkennen bei den Auszubildenden? Weil die Details jetzt da sind.

PB2

[ 00:17:45 ] Ja, vielleicht auch erstmal Defizite.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:48 ] Genau, ja, Bedarfe meinte ich damit. Richtig, sehr gut.

PB2

[ 00:17:52 ] Dass ich erstmal erkenne, wo hakt es denn da noch gezielter.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:57 ] Hat es jetzt in der Erfahrung mit dem Curriculum beim siebten Prak­tikum irgendwelche, hat sich da was rausgestellt von diesem Kompetentenz- schwerpunkt, diese acht Stück, dass du sagst, der ging wirklich sehr gut und der andere war wirklich schwer zu beobachten und zu bewerten?

PB2

[ 00:18:12 ] Ne, es geht eigentlich, weil sowas wie Kommunikation, Interaktion, ja. Ich finde immer so ethische Sachen sehr interessant. Auch so rechtliche Ge­schichten. Ich weiß ja, wo sie sich ungefähr aufhalten dürfen. Ich weiß aber im­mer nicht oder kriege nicht mit, wie viel sie hintenrum einspringen, andere The­rapien übernehmen. Ich weiß jetzt zum Beispiel auch in den letzten Praktikas, auf der einen Station war die Anleiterin komplett krank. Dann haben das die Schüler übernommen und dann haben die morgens ihren Laufzettel bekommen und dann hieß es, los geht's. Du kennst die Patienten eigentlich und wenn was ist, dann hast du hier die Nummer und dann rufst du an.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:05 ] Das kriegt man natürlich nicht immer alles mit oder so am Rande dann.

PB2

[ 00:19:08 ] Ja, das kriege ich so im Gespräch mit, wenn ich frage, wie läuft es denn so? Und mir die Schüler ganz stolz ihren vollgepackten Zettel zeigen und sagen, gucken Sie mal, ich habe schon eigene Patienten. Ja, die finden das ganz toll. Aber ich denke mir dann immer, magst du auch einfach mal mitgucken? Viel­leicht wäre so mal ab und zu eine Hospitation auch ganz schick. Und so etwas wie Hygiene kann ich auch in dem Moment beobachten und kann mir schon an­schauen, wie schaut es denn aus jetzt mit Materialien, Handhygiene etc. Aber ich weiß nicht, ob man das auch den Tag über immer so macht.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:45 ] Aber im Prinzip konntest du sagen, diese Kompetenzschwerpunkte, die Überbegrifflichkeiten lassen sich oder ließen sich alle beobachten. Da gab es jetzt keine Schwierigkeit.

PB2

[ 00:19:55 ] Ja, auch wenn sie nicht stattgefunden haben, weil sowas wie Gefah­ren- oder Notfallsituationen hoffe ich ja natürlich nicht, dass sie eintreten.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:02 ] Das fällt ein bisschen raus aus der Reihe, weil das ist sehr speziell natürlich. Aber letztlich lässt sich alles irgendwo sehen. Die Frage ist immer nur, wie detailliert.

PB2

[ 00:20:10 ] Genau, in welchem Umfang.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:12 ] Dein Besuch ist ja auch nur im Verhältnis zu den Anleitern kurz, kann man sagen.

PB2 [ 00:20:17 ] Ja, und sowas wie Teamfähigkeit ist halt immer so die Frage, wenn ein Anleiter mit drin sitzt oder was der Schüler jetzt halt mir kommuniziert, kann ich in dem Moment schon beurteilen. Ich sehe aber ja nicht die andere Seite. Ich habe ja nicht weiter ein Gespräch mit dem Anleiter.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:36 ] Und hast du da bei den Beobachtungen auch festgestellt, dass es Kompetenzschwerpunkte gibt, die sich jetzt in diesem siebten Pflichtpraktikum bei einem der Auszubildenden besonders gut entwickelt haben? Oder vielleicht auch schwer? Ist das so spezifisch schon zu beobachten?

PB2 [ 00:20:52 ] Ja, also ich habe schon gemerkt, dass die Jungs, also es waren zwei Jungs in der Gyn, die haben es sich sehr schwer getan. Was ich jetzt noch nicht herausgefunden habe, ich weiß, dass es in der Gyn verschiedene Standardbe­handlungen drüben in der Klinik gibt. Und Standardbehandlungen nicht böse ge­meint, aber so Dinge, Übungen etc., die sie halt einfach gelernt bekommen. Der eine zum Beispiel dachte dann, es gehen nur diese Übungen. Um dann ihnen zu erklären, nein, du hast ein viel, viel größeres Repertoire. Greif mal in deinen Ma­terialkoffer rein. Du kannst auch mal aus FBL-widerlagernde Mobilisation, was ich vielleicht eher in der Orthopädie mal reinbaue, oder in der Chirurgie, kannst du da jetzt auch machen. Wir hatten zum Beispiel Mama-CA-Patientinnen und der Transfer dann, dass eine Mama-CA-Patientin ja so ein bisschen ist wie eine Schulterpatientin, das hat zum Beispiel sehr gefehlt.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:56 ] Okay, also das heißt bei der Fachkompetenz ist letztlich der Bereich, wo Sie sich sagen, da haben Sie Schwierigkeiten aufgegeben, die zwei zumin­dest.

PB2 [ 00:22:06 ] Genau, was jetzt so Transfer anging.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:08 ] Aber gab es dann irgendwelche Überpunkte, wo gut beobachtbar war, wo du sagst, da hat sich was getan?

PB2

[ 00:22:14 ] Ja, also gerade so Thema Empathie, Umgang mit dem Patienten war super.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:20 ] Also Kommunikation dann auch.

PB2

[ 00:22:21 ] Genau. Auch Atmosphäre während der Therapie ist ja vielleicht bei einer Krebserkrankung etwas anders, als wenn ich im Sportbereich irgendwo bin. Das fand ich wirklich wahnsinnig angenehm in dem Moment. Und wenn man auch den Jungs den Tipp gegeben hat, dann konnten die das auch umsetzen. Also dann war es wirklich so, dass sie gesagt haben, da geht ja so viel mehr, dann ist der Fachbereich ja vielleicht doch nicht so doof, wie sie es vorab gedacht haben. Also das ist so, ja mir fehlt ein bisschen so dieser Transfer von was kann ich alles und dieses nur weil es jetzt eine Neurotechnik ist, mache ich das nur in der Neuro. Nur weil es eine Gyn-Technik ist, mache ich das nur im Gyn. Sondern kann ich auch mal Worten verwenden.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:12 ] Der große Punkt, Theorie, Praxistransfer, ja. Hat das jetzt eigentlich eine Rolle gespielt, das Praxiscurriculum bei dir mit der Beratung bei den Auszu­bildenden? Oder hast du deine Beratung, also deine Feedbackgespräche zum Beispiel, unabhängig vom Curriculum sowieso so geführt?

PB2

[ 00:23:30 ] Also ich hoffe, dass ich immer, wenn ich Feedback gebe, möglichst viele Bereiche davon abdecke und ihnen zeige, naja, Schwerpunkt ist halt einfach Fach- und Methodenkompetenz. Aber ich gebe ihnen immer Feedback, wie der Umgang mit dem Patienten war, wie der Hygienebereich war und, und, und. Also ich versuche immer, möglichst alle Bereiche mal zu nennen. Ob es jetzt so de­tailliert immer war?

LEITNER, SVEN [ 00:23:58 ] Genau, die Frage ist, wenn du das schon sehr ausführlich machst, hast du dich dennoch nochmal selbst reflektiert anhand von dem Curriculum, ob du alles abdeckst oder eher nicht?

PB2

[ 00:24:08 ] Also ich habe schon mal durchgelesen, dass ich wirklich alle Kompe­tenzen auch abdecke. Aber ich glaube, wie gesagt, einfach vom Schwerpunkt her setze ich auf Fach- und Methodenkompetenz.Und Hygiene ist für mich ab dem siebten Praktikum einfach selbstverständlich. Das läuft nebenbei, sage ich mal. Außer es gab jetzt einen groben Schnitzer, dass ich gesagt habe, Entschul­digung, Hände, Unterlage etc. Dann habe ich schon darauf mal geachtet, aber ja. Das sind so Dinge, die ich ab so einem Praktikum einfach für selbstverständ­lich erachte.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:48 ] Ich meine, letztlich haben Sie aber die Praxisanleiter, die Sie ja auch draufstoßen sollen. Das steht ja auch im Curriculum drin. Siehst du da eigentlich Schwierigkeiten oder sagen wir es mal so, wie bewertest du diese Umsetzung von den 10% Praxisanleitungszeit?

PB2

[ 00:25:02 ] Also wie gesagt, in der Neuro weiß ich, dass es gut umgesetzt wird.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:07 ] Also da hast du eine gute Bewertung sozusagen.

PB2

[ 00:25:09 ] Ja, also ich weiß, dass Sie da auch sowohl in Einzelbehandlungen sind, als auch in Gruppen. Sie dürfen mal zur Ergotherapie und sehen das ganz­heitlich. Auch wenn die Logopädie da ist, dürfen Sie da rein. Dann sind Sie unten in der MTT, das klappt. In der Gyn, dadurch, dass es Teilzeitkräfte sind und wir halt auch wirklich ein, naja, wenn ich reduziertes Patientenklientel habe, ist falsch, aber vielleicht eingeschränkt. Wir haben klassische Krankheitsbilder wie Mama CA, Hysterektomien, so Bauch-OP-Geschichten, die vielleicht etwas län­ger liegen. Es gibt aber auch, das hatten wir jetzt zum Beispiel, die eine Patientin hatte zwei Tage vorher ihre OP, hat auf uns gewartet und nach unserer Vorbe­handlung ist sie heimgegangen. So, und dann hat halt einfach mein Schüler das Problem, wie sehe ich da eine Entwicklung. Und dadurch, dass wir nur noch die zwei Teilzeitkräfte haben in der Gyn, weiß ich nicht, ob wir in der Gyn diese 10% wirklich erreichen. Oder ob das aufgestockt wird mit Uropatienten, was ja auch okay wäre. Ja, oder innere, ich weiß es nicht. Also da würde ich mal ein Frage­zeichen dahinter setzen.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:29 ] Jetzt haben wir aber diese 10% Praxisanleitungszeit verpflichten, haben wir ja noch gar nicht so lange. Beobachtest du seitdem die da ist, irgend­wie eine Auswirkung auf die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden? Dadurch, dass die Praxisanleiter verpflichtend 10% leisten?

PB2

[ 00:26:45 ] Also ich glaube, sie machen jetzt wirklich mehr mit dem Schüler, mehr Hospitation. Es gibt Schüler, die zeigen mir tolle Sachen in der Neurologie. Da merke ich schon eine Veränderung. Je nach Ressource des Schülers ist es mal besser und mal schlechter.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:09 ] Also gut, das ist natürlich individuell, aber letztlich merkst du und spürst schon eine Veränderung, seitdem das verpflichtend so ist bei den Auszu­bildenden. Die zeigen dir einfach bessere Ergebnisse oder Behandlungen.

PB2

[ 00:27:21 ] Ja, oder sie schauen mal in ein breiteres Spektrum rein. Also es ist therapieübergreifend. Von Physiotherapie über Ergotherapie bis zur Sportwis­senschaft ist es ein bisschen bunter, sage ich mal.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:39 ] Hast du bei den Praxisanleitern oder Anleiterinnen auch etwas fest­gestellt, seitdem die 10% leisten müssen? Hat sich bei denen auch etwas an der Kompetenz getan?

PB2

[ 00:27:49 ] Puh, das ist eine gute Frage, weil ich die momentan wirklich gar nicht sehe. Weil die, wie gesagt, eine ist in Mutterschutz. Dann versuchen sie, die an­dere quasi aufzufangen. Und wir haben das quasi ja vorher schon viel gearbeitet, dass sie wissen, wie habe ich bisher quasi bewertet, was war mir wichtig. Sie haben viel hospitiert, auch in den Vorbehandlungen. Deswegen momentan mit der Krankheitswelle in dem siebten habe ich sie eigentlich nicht gesehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:21 ] Gut, sehr schön. Kommen wir mal zu dem Curriculum und unserer Schulentwicklung. Da stecken wir ja beide drin letztlich als Lernbegleiter hier in der Schule. Ja. Wie bewertest du den Beitrag von diesem neuen Praxiskurricu- lum zur Schulentwicklung?

PB2

[ 00:28:36 ] Ich finde es wichtig.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:40 ] Also es ist ein wichtiger Beitrag letztlich, okay.

PB2

[ 00:28:42 ] Ja, weil einfach der Transfer Theorie und Praxis so wichtig ist. Aber ich würde es genauer machen, glaube ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:55 ] Hast du gesagt, wir brauchen mehr Beispiele? Du hast vorhin was gebracht, dass das besser gelingen kann wahrscheinlich.

PB2

[ 00:29:00 ] Genau, also ich denke gerade auch, wenn wir junge, neue Kollegen haben oder Kollegen, die neu bei uns anfangen, dann ist es vielleicht schöner, wenn ein paar mehr Details eingebaut sind. Wie gesagt, wir haben jetzt Krank­heitsbilder dazu geschrieben, die ja vorhanden sind oder sein sollten bis am Ende der Ausbildung. Da würde ich mir auch überlegen, ob man da gezielt sagt, bis zu dem Praktikum schaffen Sie die und die Krankheitsbilder schon oder haben sie schon. Zum einen ist es dann für den Schüler leichter, zum anderen ist es für den Anleiter drüben leichter. Auch ich habe einen Anhaltspunkt, wo sollte denn der Schüler sein. Also nochmal so als Check quasi auch für mich. Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:53 ] Und siehst du da momentan irgendwelche Prozesse oder Strukturen an der Schule hier, die die Weiterentwicklung des Praxiscurriculums stark fördern oder aber vielleicht auch behindern?

PB2

[ 00:30:05 ] Das Problem ist, dass wir glaube ich einfach ziemlich viel aktuell parallel laufen haben. Also du machst ja jetzt zum Beispiel das Praxiskurriculum, das ist so dein Schwerpunkt. XXX und ich versuchen dich da zu unterstützen. Wir sind aber schon zum Beispiel allein mit der Praktikumsplanung. so drin. Jetzt momentan haben wir wieder zwei Schüler, die krankheitsbedingt längere Zeit ausfallen. Dann müssen wir wieder da hin und her schieben. Wer übernimmt die Einteilung? Also ich glaube, dass da einfach, weiß ich nicht, wie viele zeitliche Kapazitäten wir dafür haben. Das Thema Zeit ist, glaube ich, so ein Punkt. Auch einfach, um sich da reinzufuchsen und dann wirklich mal auch es noch umfang­reicher, detaillierter auszuarbeiten.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:58 ] Also die Zeit ist so ein Thema jetzt, dass man sagt, das behindert es so ein bisschen, noch weiter zu entwickeln.

PB2

[ 00:31:03 ] Ja, und die Aufgaben, die halt einfach parallel laufen. Ja. Ich glaube, das ist so die Geschichte.

LEITNER, SVEN

[ 00:31:13 ] Gibt es aber irgendwelche Stärkungsfaktoren, dass du sagst, es gibt gewisse Kooperationen, kollegiale Zusammenarbeit, die im Rahmen dieser Ent­wicklung und Umsetzung von dem Curriculum da waren? Also eins habe ich jetzt schon rausgehört. Letztlich sind wir da, ich arbeite an dem Kurs mit euch zusam­men. Das ist ja letztlich eine kollegiale Zusammenarbeit. Hast du aber noch er­fahren, dass es noch andere stärkende Faktoren gibt, die das Ganze begünsti­gen? Oder baut das jetzt letztlich auf unsere Zusammenarbeit nur auf?

PB2

[ 00:31:43 ] Also ich denke, wir drei arbeiten da schon dann vermehrt dran, was dieses Curriculum angeht. Das heißt jetzt, dass du es erstellt hast oder XXX und ich dann unsere Ideen mit dazu gegeben haben, ergänzt haben. Mehr habe ich in dem Bereich jetzt weder mit der Nicole als Schulleitung noch mit den Kollegen jetzt gesprochen.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:11 ] Aber auch nicht aufgenommen irgendwo, ne? Das wollte ich nur mal wissen, ob du da irgendwas wahrgenommen hast, was andere vielleicht noch nicht wahrgenommen haben.

PB2

[ 00:32:20 ] Ich denke, das ist einfach noch ein Bereich, der momentan einfach leider etwas untergeht, der wichtig ist, aber den wir mehr als Schwerpunkt setzen müssten.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:33 ] Genau, das ist die Frage. Hast du da schon konkrete Ideen oder Schritte, wo man sagt, jetzt können wir kontinuierlich daran arbeiten, dieses Cur­riculum als Teil unserer Schulentwicklung auch voranzubringen. Also Zeit habe ich schon aufgenommen, dass es mehr Zeit braucht. Das wäre ein wichtiger Punkt, aber vielleicht noch andere Ideen dazu?

PB2

[ 00:32:51 ] Ja, also wie gesagt, bei den Krankheitsbildern würde ich fokussiert genau die Krankheitsbilder nennen, die zu dem Zeitpunkt schon gelaufen sind. Dann würde ich, was jetzt die Techniken angeht oder zum Beispiel bei mir in der Neuro, muss man erst über Neuroplastizität, posturale Kontrolle sprechen, so Fachbegriffe oder Therapieprinzipien.

LEITNER, SVEN

[ 00:33:17 ] Was bräuchten Sie?

PB2

[ 00:33:19 ] Da würde ich einfach so eine Gliederung machen. Als Anhang hinten dran eine Übersicht, dass ich sage, bis zum Pflichtpraktikum 7 hatten Sie in der Neurologie beispielsweise jetzt diese Themen. Diese Gliederung kann ich total einfach rüber an die Praxisanleiter geben. Dann hätte ich den Transfer Theorie und Praxis wieder. Die wüssten, was ist realistisch zum Bewerten. Und falls mal jetzt, wie im nächsten Praktikum, ein Kollege für mich einspringen müsste, weil ich keine Kapazitäten habe, um das Praktikum zu betreuen, würde der genau sehen, aha, bis dahin hat sie das und das gemacht. Das müsste der Schüler jetzt eigentlich können.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:03 ] Das heißt aber, wenn ich jetzt sage, das, was du gerade sagtest, plus das davor mit dem Krankheitsbilder zu dem jetzigen Zeitpunkt, wir bräuchten letztlich den Austausch mit den Lernbegleitern, die diese Fächer dann unterrich­ten. Das heißt, wir brauchen noch mehr kollegiale Zusammenarbeit.

PB2

[ 00:34:19 ] Gerade was diese PTA- und PBT-Fächer angeht. Dass die wirklich so eine Art Gliederung machen, welche Techniken, welche Krankheitsbilder, wel­che Prinzipien haben sie bis zu diesem Punkt durch. Und das könnte man ja dann wirklich schön als Anhang hinten ran kleben pro Pflichtpraktikum.

LEITNER, SVEN

[ 00:34:41 ] Also das wäre schon mal eins, dass man sagt, okay, wir müssen an der Grundstruktur noch ein bisschen was machen. Das ist so die Meso-Ebene, sage ich jetzt mal. Vorhin hast du die Mikro-Ebene angesprochen mit Methoden, mit mehr Beispielen. Das ist ja auch noch etwas, wo du sagst, da müsste man dran arbeiten. Letztlich geht es ja hier auch um die Praxisanleiter, weil die müs­sen ja damit arbeiten, mehr als wir, dass die quasi noch ein paar Methoden an der Hand haben, wie kann ich denn die Handlungskompetenz bei dem Schüler anbahnen.

PB2

[ 00:35:11 ] Ja, und die Frage ist, ob man das dann nicht auch einfach, dafür gibt es ja auch die Fortbildung zum Praxisanleiter, kann man es da nicht gleich mit reinbauen? Wenn wir jetzt dann das Praxiscurriculum mit zu dieser Fortbildung packen würden und die hätten hinten den Anhang und wüssten, das ist bisher gelaufen. Und würden dann in der Fortbildung noch irgendwelche Methoden be­kommen, wäre ja spitzemäßig.

LEITNER, SVEN

[ 00:35:37 ] Das heißt, wir haben einmal die kollegiale Zusammenarbeit und dann aber noch die Kooperation letztlich, die wir mit der Fort- und Weiterbildung bräuchten, was du sagtest auch noch angehen können?

PB2

[ 00:35:50 ] Ja, weil dann muss ich auch als Praktikumsbetreuer nicht während der Vorbehandlung jetzt hier nebenbei meinen Anleiter mit noch schulen, son­dern es wäre eher so ein Austausch, wie siehst du das in dem Bereich. Oder ich kann nachfragen, wie bringt ihr denn dem Schüler diese Inkompetenz bei, worauf achtet ihr da? Und dann wäre das, glaube ich, nochmal ein bisschen anders und ich könnte noch gezielter auf die Defizite der Schüler eingehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:36:21 ] Gibt es aber bei den Struktur und Gestaltung, so wie du es jetzt vor dir liegen hast, gibt es da noch Verbesserungsvorschläge? Ich meine, die An­hänge haben wir gerade besprochen, dass da noch was dazu muss, aber so wie es jetzt gestaltet ist, hier in der Papierform vorliegend, findest du, dass man da noch was ändern müsste?

PB2

[ 00:36:40 ] Von der Übersichtlichkeit her, etc.?

LEITNER, SVEN

[ 00:36:47 ] Also ich habe schon mal ein paar Ideen gekriegt von anderen, die sagen, ein bisschen Farbe wäre ganz gut.

PB2

[ 00:36:52 ] Ja, das ist natürlich der Klassiker schlechthin, optisch ansprechend, klar. Schlagwörter immer durchmarkieren, weil es einfach auch so ist, dass man mal was überfliegt. Und so mache ich das zum Beispiel auch in meinem Unter­richt. Wenn ich dann irgendwie ein Schlagwort habe, dann ist es für mich immer leichter. Weil, ich meine, das kennst du bestimmt auch, dann erzählst du auto­matisch eine Geschichte drumherum, aber man braucht halt immer wieder mal den Anhaltspunkt und wenn es so ein markierter Begriff ist, dann weiß ich, aha, nochmal Fokus darauf. Aber ansonsten finde ich es übersichtlich. Ist für mich jetzt auch vom Lesen her verständlich. Es ist groß genug geschrieben. Es ist übersichtlich.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:39 ] Also man bräuchte jetzt nicht direkt eine Anpassung, damit wir Pra­xisbegleiter damit noch besser arbeiten können.

PB2

[ 00:37:46 ] Nein, ich würde eher sagen, wir bräuchten eine Ergänzung.

LEITNER, SVEN

[ 00:37:53 ] Sehr gut. Naja, ist ja so. Gibt es aber noch Themen, weil wir haben jetzt schon viel angesprochen, die wir noch gar nicht angesprochen haben, wo du sagst, da wolltest du eigentlich noch ein Wort dazu verlieren.

PB2

[ 00:38:05 ] Mm hmm.

PB2

[ 00:38:13 ] Ich weiß nicht, ob wir explizit auch unter uns Kollegen nochmal dieses Praxiskurrikulum vorstellen und durchgehen sollten, dass auch wirklich jeder Kol­lege auf dem gleichen Stand ist. Weil wir einfach schon alle unterschiedlich lang unterrichten. Manche sind alte Hasen, manche sind erst neuer dabei, dass man das vielleicht da nochmal genau vorstellt, dass auch jeder dann wirklich weiß, darum geht's.

LEITNER, SVEN

[ 00:38:47 ] Wär bestimmt gut, ja.

PB2

[ 00:38:49 ] Und bei den Schülern, wie gesagt, jetzt gab es da diese Information für die Schüler eigentlich, aber ob sie es wirklich verstanden haben. Weiß ich nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:02 ] Das ist die Frage. Mal schauen, was der Fragebogen ergibt.

PB2

[ 00:39:05 ] Und auch weil ich ja weiß, du hast immer wieder informiert und erin­nert und hast gesagt, es fehlen noch und bitte denk dran und so weiter und so fort. Deswegen weiß ich nicht, ob den Schülern die Wichtigkeit von so einem Praxiscurriculum klar ist.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:23 ] Das weiß ich natürlich auch noch nicht, dass mir so etwas rauskommt, aber ja.

PB2

[ 00:39:28 ] Also ich weiß nicht, ob wir da bei den Schülern das nicht nur mit einmal quasi erklären hinkriegen, sondern ob wir das nicht nochmal machen müs­sen.

LEITNER, SVEN

[ 00:39:38 ] Das war ja im Sinne des Versuches letztlich zu sagen, jetzt schauen wir mal, wie das Einführen des Curriculums so gelingt. Oder was braucht es denn, um es besser zu machen? Und die Ergebnisse haben wir. Man braucht wahr­scheinlich eine intensive Schulung mit den Schülern, dass sie das einfach lesen lernen können. Vielleicht braucht es aber auch eine Ausführung in einfacher Sprache.

PB2

[ 00:39:59 ] Ja, ich glaube auch.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:01 ] Es sind viele Optionen jetzt da. Also daraus lernen wir jetzt einfach, was bei den Ergebnissen rauskommt.

PB2

[ 00:40:08 ] Ja, vielleicht ist es für den Schüler auch wichtiger, dass wir kurze, klare Sätze bilden, weil es für die einfach viel zu komplex ist, wenn schon ein Satz über drei, vier Zeilen geht. Wenn man sich überlegt, der Schüler hat mittler­weile eine Aufnahmespanne von zwei Sekunden. Das ist ein bisschen schwierig. Also ich denke auch, dass wir das vielleicht noch in, naja, Schülersprache in An­führungszeichen packen müssen. Aber für uns war es ja jetzt erstmal wichtig. Und wie gesagt, ich denke, wenn wir da so eine Gliederung hinten ran bauen als Anhaltspunkt. Dann ist es für die auch wieder greifbarer.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:50 ] Also Ergänzungen mache ich immer gern, Kürzungen finde ich da schwer.

PB2

[ 00:40:54 ] Verstehe ich.

LEITNER, SVEN

[ 00:40:55 ] Aber ja, mal schauen. Okay, dann danke ich dir erstmal.

PB2

[ 00:40:59 ]Sehr gern.

LEITNER, SVEN

[ 00:41:00 ]Ich mache mal auf Stopp, XXX.

14. Transkript Interview Praxisbegleiter*in Nr.3 (PB3)

Zusammenfassung der Schlüsselpunkte, Entscheidungen und nächsten Schritte nach Sprechern

PB3

Zusammenfassung

PB3 war im Fachbereich Innere Medizin am Klinikum Bruderwald und im Bereich Pädiatrie tätig, wo sie jeweils zwei bzw. drei Schüler betreut hat.

Das neue Praxiskurrikulum ist für PB3 hilfreich, da es eine gute Orientierung über Krankheitsbilder und Lernsituationen sowie Kompetenzvorgaben bietet.

Die Kompetenzschwerpunkte und -ziele sind für PB3 klar und gut übertragbar auf die beiden Fachbereiche.

PB3 sieht eine hohe Übereinstimmung zwischen den Inhalten des Curriculums und ihren eigenen Vorstellungen einer gelungenen praktischen Ausbildung.

PB3 konnte bisher noch keine deutlichen Verbesserungen beim Theorie-Praxis­Transfer beobachten, sieht aber Potenzial dafür.

Die Beurteilung der Kompetenzentwicklung anhand des Curriculums gelingt PB3 gut, insbesondere in den Bereichen Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz.

Teamfähigkeit und Personalkompetenz waren für PB3 schwieriger zu beurteilen. PB3 sieht Potenzial für eine verbesserte Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Praxisanleitern und Praxisbegleitern durch das Curriculum.

Entscheidungen

Keine expliziten Entscheidungen getroffen.

Nächste Schritte

PB3 empfiehlt regelmäßige Treffen und Austausch zwischen Praxisanleitern und Praxisbegleitern, um das Curriculum gemeinsam umzusetzen und weiterzuent­wickeln.

PB3 schlägt eine Art "Bedienungsanleitung" für das Curriculum vor, um die Nut­zung für Praxisanleiter zu erleichtern.

LEITNER, SVEN

Zusammenfassung

LEITNER, SVEN führt das Interview und stellt verschiedene Fragen zu PB3's Erfahrungen mit dem Praxiskurrikulum.

LEITNER, SVEN interessiert sich für die Beurteilbarkeit und Bewertbarkeit der Kompetenzschwerpunkte, den Theorie-Praxis-Transfer, die Zusammenarbeit mit Praxisanleitern sowie Potenziale zur Verbesserung des Curriculums und der Schulentwicklung.

Entscheidungen

Keine expliziten Entscheidungen getroffen.

Nächste Schritte

LEITNER, SVEN möchte die Erkenntnisse aus dem Interview nutzen, um das Praxiskurrikulum und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Praxiseinrich­tungen weiterzuentwickeln.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:00 ] Okay, also Aufnahmen habe ich mal gestartet, XXX. Also was haben wir heute überhaupt? 22.09. genau, habe ich ja vorhin schon mal nachgucken müssen. Und bevor wir jetzt gleich inhaltlich reingehen, erstmal so die Frage, jetzt in diesem siebten Pflichtpraktikum. In welchen Fachbereichen warst du und wie viele Schüler hattest du denn oder auszubildet als Betreuung?

PB3

[ 00:00:22 ] Ich war im Fachbereich Innere Medizin am Klinikum Bruderwald und hatte dort zwei Schüler, die ich betreut habe und im Bereich Pädiatrie mit drei Schülern.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:36 ] Und dies waren die Auszubildenden im Hospiz und am Bruderwald in der Pädiatrie, ne?

PB3

[ 00:00:42 ] Genau, das war einmal Bruderwald, Pädiatrie, einmal Hospiz, also Kinder- und Jugendhospiz und in der Praxis, aber da haben wir das ja ausge­klammert gehabt.

LEITNER, SVEN

[ 00:00:53 ] Und hast du in diesen drei Wochen von dem siebten Pflichtpraktikum durchgehend deine Praxisbegleitung gewährleisten können oder hast du irgend­wie gefehlt an einem der Termine?

PB3

[ 00:01:02 ] Nee, hat alles funktioniert. War vollständig, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:05 ] Seit wann bist du eigentlich Praktikumsbetreuerin?

PB3

[ 00:01:10 ] Ich bin seit, muss ich überlegen, September 2023 Praktikumsbetreu­erin.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:17 ] Und Lernbegleiterin?

PB3

[ 00:01:19 ] Auch.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:20 ] Auch, okay, das hat gemeinsam gestartet. Okay, gut. Nur, dass man mal zum Hintergrund weiß, was der Background ist, letztlich ein bisschen.

LEITNER, SVEN

[ 00:01:30 ] Okay, steigen wir doch gleich mal voll rein in die Frage. Dieses neue Praxiskurriculum, ist das eine hilfreiche, vielleicht auch übergeordnete Orientie­rung für dich bei der Begleitung von den Auszubildenden in diesen Fachberei­chen, in denen du jetzt warst?

PB3 [ 00:01:45 ] Das ist für mich hilfreich, also kann ich mit Ja beantworten. Zum einen, weil wir die Übersicht über die Krankheitsbilder haben und die Lernsituati­onen. Und wenn man sich das Curriculum nochmal anschaut, haben wir auch die Kompetenzvorgaben bzw. Kompetenzziele, die erreicht werden sollen. Und ent­sprechend ist es für mich eine gute Orientierung.

LEITNER, SVEN

[ 00:02:09 ] Und jetzt hast du schon die Kompetenzbereiche oder Ziele auch ge­rade angesprochen. Wie klar und nachvollziehbar sind diese acht Kompetenz­schwerpunkte erstmal, die überbegrifflich dastehen? Und genau in dem Fall, weil du zwei Fachbereiche auch hast, diese fachbereichsübergreifende Struktur, die jetzt vielleicht da formuliert war. Du hast ja einmal Innere und einmal Pädiatrie gehabt. Also vielleicht gibt es da ja auch noch Unterschiede. Du sagst, da war es klar und da war es nicht so klar.

PB3 [ 00:02:38 ] Gar nicht. Also zu Unterschieden würde ich gar nicht so sehr sagen, dass wir große Unterschiede hatten. Das ist eigentlich aus meiner Sicht ganz gut übertragbar gewesen, jeweils auf Innere und eben auf Pädiatrie. Wir haben über­geordnet die Kompetenzschwerpunkte und entsprechend dann die Ausführun­gen, wenn es noch weiter aufgeliefert wird.

LEITNER, SVEN [ 00:03:02 ] Die Handlungskompetenzen.

PB3

[ 00:03:03 ]Genau. Und du fand es durch die ausführliche Beschreibung oder Umschreibung gut übertragbar jeweils. Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:17 ] Und die Kompetenzschwerpunkte, diese acht hast du ja schon ge­meint, die waren auch dementsprechend klar und nachvollziehbar.

PB3

[ 00:03:23 ] Absolut.

LEITNER, SVEN

[ 00:03:24 ]Okay. Dann stellt sich ja natürlich hier auch die Frage, inwieweit stim­men diese... Inhalte dann, also diese Kompetenzschwerpunkte, aber auch die Handlungskompetenzen von diesem Curriculum mit deinen eigenen Vorstellun­gen für so eine gelungene praktische Ausbildung überein.

PB3

[ 00:03:43 ] Da habe ich mir verschiedene Punkte ausgesucht. Also gerade der Punkt 8 war für mich sehr wichtig, also Feedbackkultur, beziehungsweise auch Punkt 1 und Punkt 3. Also wo der Schwerpunkt ja im Endeffekt und auch mein Schwerpunkt darauf liegt, die PatientInnen-Situation aus einer ganzheitlichen Perspektive zu betrachten. Das ist ja die Grundlage und die wurde hier auch mit berücksichtigt. Auch die evidenzbasierte Therapie steht ja mitunter im Vorder­grund. Ich weiß es gerade nicht, unter welchem Punkt. Aber entsprechend trifft es meine Vorstellungen ganz gut oder spiegelt meine Vorstellungen, zumindest übergeordnet, ganz gut wider. Und dann ist die Frage, wie es umgesetzt wird.

LEITNER, SVEN

[ 00:04:29 ] Also da gibt es eine hohe Trefferquote mit deinen eigenen Vorstel­lungen. Und wenn wir mal bei diesem Curriculum auf diese bessere oder auf eine Verzahnung von Theorie und Praxis Transfer eingehen, siehst du da in diesen Bereichen dann auch eine Verbesserung. Wenn du vor Ort bist, was Theorie­Praxistransfer angeht, ich meine, man muss jetzt hier betrachten, dass wir in der Begleitung ja dreimal vor Ort sind, oder ein bis dreimal eben. Ist da was beobacht­bar gewesen?

PB3

[ 00:05:05 ] Das finde ich jetzt gerade noch, also für mich noch schwer zu beant­worten, weil wir ja auch gerade in der ersten Anwendung sind und ich da jetzt quasi noch keinen Vergleich habe oder jetzt auch den Prozess noch nicht sehe. Ich denke, dass es generell ein Vorteil ist, dass wir und auch die SchülerInnen bzw. die PraktikumsanleiterInnen die Krankheitsbilder aufgezeigt bekommen, die Kompetenzen aufgedröselt werden und somit alle wissen, was das Ziel sein sollte in dem Pflichtpraktikum und das den Theorie-Praxistransfer erleichtert. Wirklich aufgefallen ist mir jetzt noch nichts, außer dass wir vielleicht gerade so im Punkt 8 so Feedback-Kultur da ein bisschen uns mehr Zeit genommen haben, jetzt in der Betreuung in der dritten Woche und dann noch mal intensiver darauf einge­gangen sind. Genau. Und ich natürlich auch jetzt in der Betreuung nochmal eine Übersicht über die verschiedenen Kompetenzschwerpunkte hatte und mich dann schon auch mit daran orientiert habe.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:15 ] Also letztlich erstmal, aber was hervortritt, ist der Feedback-Bereich. Den hast du jetzt gerade hervorgehoben.

PB3

[ 00:06:23 ] Bei mir auf jeden Fall, ja. Ansonsten, ja, Outcome wird man noch weiterhin sehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:06:28 ] Jetzt habe ich es ja schon erwähnt, mit den Besuchen, die du machst, also bis zu drei Besuche pro Praktikum, wobei der erste Besuch, wie wir wissen, auch immer hier in der Schule noch stattfindet. Wie gelingt es dir eigentlich bei den drei Besuchen pro Praktikum, diese Kompetenzentwicklung anhand des Cur­riculums zu beurteilen bei einem Auszubildenden? Kannst du das irgendwie an etwas festmachen? In den zwei Besuchen, die am Schluss vielleicht noch übrig bleiben, erkennst du das oder ist es mir gelungen, durch die und die Maßnahme vielleicht das zu erkennen?

PB3

[ 00:07:07 ] Also wir sind ja im Gespräch beim zweiten und dritten Termin und entsprechend sehe ich dann ja auch im Rahmen des dritten Besuches, was von unseren Inhalten vom zweiten Termin umgesetzt wurde. Also es geht dann ja für mich darum, ob der Schüler bzw. die Schülerin das auch so umsetzen konnte. Und das ist ja im Prinzip mein Screening-Verlauf, ob sich in der Kompetenzent­wicklung jetzt gerade vielleicht Fachkompetenz, Methodenkompetenz sich was getan hat. Also im Prinzip Beobachtung.

LEITNER, SVEN

[ 00:07:51 ] Ist es dir vielleicht anders gefragt aufgefallen, dass die Auszubilden­den auch ihr Praxiskurriculum zur Hand hatten und da mindgehend mit dir kom­muniziert haben?

PB3

[ 00:08:00 ] Das ist mir nicht aufgefallen. Also da lag noch bei den Schülern, glaube ich, noch recht wenig Schwerpunkt drauf.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:06 ] Weil da hätte ja auch das ins Gespräch kommen können, dadurch, dass es beiden ja vorliegt, also beide hatten ja die Möglichkeit, da reinzugucken und es zu nutzen, dass da dann Dinge zum Gespräch kommen, die es vorher halt nicht gab. Das kann auch sein.

PB3

[ 00:08:21 ] Das ist mir jetzt noch nicht aufgefallen. Also da kam von SchülerIn­nenseite relativ wenig bisher. Mehr, wenn dann von mir.

LEITNER, SVEN

[ 00:08:30 ] Das ist auch gut. Von diesen acht Kompetenzschwerpunkten, gibt es dann welche, die aus deiner Sicht am besten oder vielleicht auch am schwierigs­ten beobachtet und bewertbar waren?

PB3

[ 00:08:42 ] Also für mich war die Sozialkompetenz. Achso, reden wir jetzt über die

LEITNER, SVEN

[ 00:08:49 ] Über diese acht Überbegrifflichkeiten, genau. Also Kompetenz­schwerpunkte 1 bis 8.

PB3

[ 00:08:53 ] Also ich hatte mir überlegt, dass vor allem Punkt 1 bis 3 für mich relativ gut zu beobachten war. Also Schwerpunkt trotzdem auch nochmal Patien­tInnen, Interaktion, Sozialkompetenz. Ängste erkennen, also empathisch vorge­hen, reagieren im Therapieprozess. Also das war für mich am besten zu bewer­ten. Beziehungsweise habe ich mehr Veränderungen erkannt. Verstehe ich die Frage falsch?

LEITNER, SVEN

[ 00:09:26 ] Nee. Mich hat jetzt nur noch interessiert, wodurch ist das denn mög­lich gewesen? Jetzt meinst du, das war für dich am besten bewertbar, weil das Curriculum da ist? Oder liegt es eher an deiner Person, dass du sagst, da fällt es dir besonders leicht?

PB3

[ 00:09:39 ] Nein, weil das Curriculum da war und ich mich daran orientiert habe, nochmal was gezielt zu bewerten ist. Also natürlich wurde das auch bewertet, aber nicht so gezielt wie mit dem Curriculum.

LEITNER, SVEN

[ 00:09:52 ] Und gab es welche, die besonders schwierig waren auch von diesen 1 bis 8? Also 1 bis 3 war ja gut.

PB3

[ 00:09:58 ] Die Personalkompetenz konnte ich nicht so gut beurteilen. Ich muss mal kurz schauen, welcher Punkt das war. Das war relativ.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:08 ] Wir haben das bei der 8 auf jeden Fall mit reflektierten Handeln und Feedback. Und Teamfähigkeit 7.

PB3

[ 00:10:16 ] Ah ja, ich meine die 7, genau. Weil das jetzt nicht aufgrund des Cur­riculums schlechter zu beurteilen war, aber einfach generell, weil wir eben nur diese zwei Termine haben.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:32 ] Ah ja, verstehe ich. Wie hast du die Zusammenarbeit mit den Pra­xisanleitern in der Umsetzung mit dem Curriculum erlebt? Gab es da eine Zu­sammenarbeit und wenn ja, wie hast du es erlebt mit den Anleitern?

PB3

[ 00:10:42 ] Also da gab es wenig Kommunikation, beziehungsweise habe ich da jetzt eigentlich keinen Einblick bekommen. Also das kann ich so von dem aktuel­len Standpunkt nicht beantworten, weil da eigentlich keine mögliche Zusammen­arbeit stattfand bisher.

LEITNER, SVEN

[ 00:10:59 ] Okay. Das heißt, siehst du aber dennoch, dass das Praxiskurriculum das unterstützen könnte? Die Kommunikation zwischen dir und den Anleitern o­der zwischen dir und den Auszubildenden auch?

PB3

[ 00:11:10 ] Auf jeden Fall. Also alle haben die gleiche Grundlage, wissen darüber Bescheid, können da reflektiert vorgehen und kommen dadurch ja auch in den Austausch. Also haben zumindest potenziell mehr Austauschbasis.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:26 ] Potenzial wäre da, aber es ist noch nicht genutzt worden demnach.

PB3

[ 00:11:29 ] Ja, also ich denke, es schafft einen Anreiz, sich weiterführend aus­zutauschen, beziehungsweise im Sinne von Nachfragen und dann eben immer weiter da den Austausch anzustoßen. Also das denke ich schon.

LEITNER, SVEN

[ 00:11:51 ] Bei diesen Kompetenzschwerpunkten, die du jetzt schon beurteilt hast, also aus deiner Sicht, wie sie beurteilbar und bewertbar sind, 1 bis 8, wie ist das bei den Auszubildenden? Konntest du auch da erkennen, für dich war es gut beurteilbar, hast du gemeint, aber war es auch bei denen so, dass sich da etwas gut oder schwer umsetzbar machte, bei den Auszubildenden selbst? Jetzt gab es zwar keine Kommunikation hinsichtlich dessen mit den Auszubildenden, aber hast du gemerkt, da tun die sich schwer oder das war sehr leicht in der Richtung? Von der Entwicklung bei denen? Das eine ist ja, du hast es gut be­obachten können, aber du bist schon in die Richtung gegangen, aber hat man das auch gesehen, dass die sich da entwickeln in diesem Bereich, die du viel­leicht gut beobachten konntest?

PB3

[ 00:12:40 ] Also in dem Sinne, was ich beobachtet habe, oder dass sie sich da selbst reflektiert haben aufgrund des Curriculums?

LEITNER, SVEN

[ 00:12:47 ] Also eine Beobachtung war für dich gut möglich in diesen Bereichen, hast du vorhin gemeint, aber hat man auch eine Entwicklung tatsächlich gesehen bei den Auszubildenden in diesen Bereichen? Oder haben sie sich da schwer getan?

PB3

[ 00:12:59 ] Doch, also ich habe schon eine Entwicklung gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht auch darauf zurückzuführen ist, dass sie jetzt auf­grund des Curriculums, was ihnen ja vorliegt, ihre eigenen Defizite besser, oder was heißt Defizite, aber ihren Bedarf noch ein bisschen besser. herausfinden können.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:22 ] Also wir müssten jetzt an der Stelle vermuten, dass wir das gelesen haben und daran sich orientiert haben und du konntest beobachten, da hat sich was getan. Muss man jetzt ja vermuten in dem Moment, ja?

PB3

[ 00:13:36 ]Ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:13:36 ]Ja, okay. Mal sehen, ob es so ist. Werden wir noch rausfinden letzt­lich. Gab es aber auch Bereiche, wo du sagst, in den Bereichen habe ich erkannt oder der Schüler hat vielleicht sogar kommuniziert, dass er Schwierigkeiten hatte in einem dieser Kompetenzbereichen? Also beobachten konntest du ja sieben schlecht, hast du gemeint? Ja. Teamfähigkeit, aber haben die auch was geäu­ßert?

PB3

[ 00:13:59 ] Muss ich mal überlegen. Also geäußert nicht in dem Sinne, dass sie sich aufs Praxiskurrikulum bezogen haben, aber das vermuten wir jetzt ja quasi in dem Kontext. Aber da ging es dann eher um die Fachkompetenz. wenn wir da in Austausch kamen, dass sie dahingehend eben gerade von Woche zwei zu Woche drei selbst eine Entwicklung bemerkt haben.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:34 ] Okay.

PB3

[ 00:14:36 ] Wobei das dann vielleicht wieder eher in den Bereich der Praxisan­leiter fällt, so im Kontext, weil sie da ja auch Input bekommen.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:44 ] Die hören wir ja auch noch.

PB3

[ 00:14:45 ] Genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:14:49 ] Du hast ja schon gesagt, so individuelle Lernfortschritte, dass du das ja erkennen kannst und du hast das vorhin schon mal anders formuliert, aber vielleicht noch mal kurz darauf einzugehen, wie gut kannst du anhand von diesem Praxiskurbeln solche individuellen Lernfortschritte jetzt bei den Schülern oder auch im Bedarf noch wenn noch nicht der Fortschritt da war, identifizieren?

PB3

[ 00:15:13 ] Also bisher fällt es mir noch ein bisschen schwer, da den Finger drauf zu legen jetzt bei der Antwort. Also weil ich ja noch nicht den Vergleich, also jetzt noch nicht viele SchülerInnen dadurch begleitet habe. Ich denke, dass es mir auf jeden Fall einen Vorteil dafür bringt, weil ich ja den Vergleich, also ich habe ja die Grundlage und ich habe da einfach eine höhere Vergleichbarkeit von Woche 1 zu Woche 2 zu Woche 3, weil ich ja immer das Gleiche dann screene durch das Praxiscurrikulum. Bisher habe ich da eigentlich noch keine festgestellt, jetzt im ersten Durchlauf.

LEITNER, SVEN

[ 00:15:55 ] Weil die Frage ist ja, wenn das jetzt nicht da gewesen wäre, kannst du Lernfortschritte dann identifizieren oder meinst du, oder auch einen Bedarf, wenn er sagt, er hat einen, oder du erkennst, dass er einen Bedarf hat an seiner Handlung? Oder sagst du, mit dem Praxis-Skriptum habe ich es einfach klarer oder besser erkennen können oder schneller, wie auch immer.

PB3

[ 00:16:16 ] Genau, also ich denke schon, dass ich es davor auch erkennen konnte, aber eben nicht so strukturiert. Und weil mir eben so diese Grundlage, diese Vergleichbarkeit gefehlt hat. Und das bietet für mich einen Vorteil im End­effekt dann dafür.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:30 ] Klar ist es auch an der Stelle, wenn man die nächsten Auszubilden­den im Praktikum hat, dass der Vergleich das dann auch schneller erkennen lässt.

PB3

[ 00:16:38 ]Genau, ja.

LEITNER, SVEN

[ 00:16:41 ] Und bei Feedback-Gesprächen oder Beratungsgesprächen mit den Auszubildenden, hat das Praxiskurriculum da eine Rolle gespielt bei diesen Ge­sprächen mit den Entwicklungsständen der Auszubildenden? Oder hast du die Gespräche ohne das Praxiscurriculum an der Hand quasi geführt?

PB3

[ 00:17:03 ] Also ich habe es eher ohne das Praxiscurrikulum an der Hand ge­führt, aber natürlich mit dem Praxiscurrikulum im Hintergrund. Also dass wir trotz­dem über Kompetenzen gesprochen haben, also ich mit dem Schüler oder mit der Schülerin. Also meine ich schon, dass sich da so meine Herangehensweise gerade in der Kommunikation ein bisschen geändert hat, in dem Sinne, dass wir quasi alle auf dem gleichen Nenner sind und eben entsprechend über, also ein bisschen mehr den Schwerpunkt auf die Kompetenzen da legen. Um es eben auch vergleichbarer zu machen jetzt über die nächsten sechs Pflichtpraktika oder sieben.

LEITNER, SVEN

[ 00:17:47 ] Sieben sind es bei denen dann noch, ja. Genau. Im Kontext zu den Betreuungen haben wir noch die Praxisanleitungszeiten. Die Praxisanleiter müs­sen ja auch ihre Zeit einhalten. Wir haben da erstmal 10% als Verpflichtung an­gegeben. Es gibt ja noch keine einheitliche Regelung von Regierungsseite her zumindest, wie bewertest denn du diese Umsetzung, die jetzt hier stattfindet von den 10 Prozent in den Fachbereichen? Du hast ja jetzt einen Zweien. Hast du da was mitbekommen?

PB3

[ 00:18:17 ] Also Feedback von den Schülern ist immer gut in dem Kontext, also es funktioniert, also die Anleitungszeit. Ich denke, das dürfte sogar noch ein biss­chen mehr sein, gerade jetzt mit dem Curriculum im Hintergrund, dass da einfach noch mehr Zeit dafür genommen wird, sich auf die Kompetenzziele zu konzent­rieren.

LEITNER, SVEN

[ 00:18:45 ] Und im Vergleich zu vorher, da gab es die 10%-Regelung nicht. Hast du da schon Auswirkungen beobachtet bei den Auszubildenden oder vielleicht auch bei den Praxisanleitern jetzt, dass du sagst, Mensch, da hat sich was getan von deren Kompetenzen, egal ob jetzt Auszubildende oder Praxisanleiter?

PB3

[ 00:19:03 ] Nicht wirklich, außer dass es vielleicht so ein bisschen strukturierter und nachvollziehbarer abläuft. So diese Anleitungszeit. So von meinem ersten Empfinden.

LEITNER, SVEN

[ 00:19:18 ] Okay. Gut, gehen wir mal aus diesem Setting mit den Auszubildenden erstmal kurz ein bisschen raus und den Praxisanleitern eh mal in diese curriculare Ebene und Schulentwicklung. Wie bewertest du den Beitrag und den Praxiskur- riculum zur Schulentwicklung? Wie siehst du das da?

PB3

[ 00:19:39 ] Also ich denke, dass es einen sehr wichtigen ergänzenden Faktor darstellt. Ja, und halt einfach diese Grundlage, also diese Grundlage liefert, um eben den Theorie-Praxistransfer zu erleichtern. Und ich denke auch, dass es eben die Chance darstellt, den Theorie-Praxistransfer zu erleichtern. Weil wir eben einfach die gleiche Grundlage haben. So in diesen verschiedenen Betreuer, Anleiter, Schülerrollen. Dadurch ja irgendwie auch so nochmal ein bisschen mehr also auf die Qualitätssicherung bezogen, denke ich, dass es einen Vorteil dar­stellt.

LEITNER, SVEN

[ 00:20:29 ] Und siehst du da aber auch schon irgendwelche Prozesse oder Struk­turen hier an der Schule, die diese Entwicklung des Praxiscurriculums fördern oder vielleicht auch behindern können? Aktueller Stand?

PB3

[ 00:20:40 ] Aktueller Stand eigentlich nicht. Also ich habe eher das Gefühl, dass gerade so im Kollegium und generell da alle Personen sehr offen dem gegen­überstehen. Also sehe da jetzt zumindest gerade keine Grenzen oder Barrieren. Natürlich müssen sich da alle einarbeiten und sich damit beschäftigen, aber habe da das Gefühl, dass da alle recht wohlwollend dem Gegenüber stehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:10 ] Das betrifft jetzt gerade so ein bisschen die Schule, aber wenn wir jetzt in die Kooperation gehen und in die Zusammenarbeit im Kollegial mit dem Rahmen Praxisanleitung, da hast du vorhin erwähnt, da gab es jetzt noch keine Kontaktaufnahme im Bezug Curriculum.

PB3

[ 00:21:27 ] Genau, also das meinte ich so ein bisschen mit Einarbeitung, dass ich da jetzt noch nicht das Gefühl habe, dass da großes Interesse besteht, also dass da die Bereitschaft, sich dafür auch Zeit zu nehmen, noch nicht so hoch ist. Also ich weiß nicht, wie man da rangehen könnte, dass das noch besser funktio­niert.

LEITNER, SVEN

[ 00:21:51 ] Also da fehlt es jetzt in deinem Erleben zumindest, dass man sagt, okay, seitens des Kooperationspartners für den praktischen Ausbildungsteil, da gab es jetzt noch nicht wirklich eine Partizipation.

PB3

[ 00:22:03 ] Nicht wirklich. Also vielleicht liegt es auch so ein bisschen an dem Verständnis, warum wir das jetzt brauchen, dass da einfach in der, ich weiß nicht, dass da von der Kommunikation es einfach noch klarer sein muss, wofür wir das brauchen, was da die Vorteile sind. Aber deswegen machen wir ja auch sowas wie das Interview, dass es einfach vielleicht nochmal klarer ist, wo die Vorteile liegen.

LEITNER, SVEN

[ 00:22:27 ] Gibt es ein bisschen irgendwas von deiner Richtung, Empfehlungen, dass wir sagen, für eine kontinuierlich weite Entwicklung von diesem Curriculum aus Sicht der Schulentwicklung voranzubringen, gibt es da Empfehlungen, wo du sagst, so könnte man das noch weiterbringen und die Schulentwicklung weiter stärken.

PB3

[ 00:22:49 ] Also jetzt auch auf die Anleiter bezogen? Oder also ganz generell?

LEITNER, SVEN

[ 00:22:54 ] Das gehört mit zur Schulentwicklung letztlich, weil wir die Qualität ja verbessern möchten. Und da können die Kooperationspartner letztlich auch mit dazu.

PB3

[ 00:23:00 ] Ja, für mich ist eigentlich essentiell, dass da viel, also immer wieder auch die Kommunikation eben zwischen Anleitung und Betreuung stattfindet, also quasi wir die Brücke Theorie-Praxis immer wieder schlagen und uns da aus­tauschen, irgendwie Meetings, die da, weiß ich nicht, einmal im Monat, alle zwei Monate stattfinden und einen Austausch. Und wir in den Austausch darüber kom­men, dass da über Grenzen gesprochen werden, dass man die auch vielleicht angehen kann und dadurch halt immer nochmal nachsetzen im Praxiskurriculum oder halt die Umsetzung noch zu verbessern, dass auch eben diese Chancen, über die wir gesprochen haben, klarer werden. Ja, also halt der Austausch in beide Richtungen.

LEITNER, SVEN

[ 00:23:47 ] Das wäre noch wünschenswert. Praxiserleiter-Treffen gibt es ja, aber dass dann auch die Praxis-Begleiter da mit dabei sind, das fehlt halt noch. Das würde jetzt dementsprechend, was du gerade angesprochen hast, würde ich sa­gen, oder?

PB3

[ 00:24:04 ] Genau, es geht ja darum, was wir im Unterricht machen, dass wir einfach gegenseitig Bescheid wissen über unsere Inhalte. Dann ist es vielleicht auch nochmal leichter zu beurteilen, was im Praxiscurrikulum steht und das dann auch umzusetzen.

LEITNER, SVEN

[ 00:24:23 ] Gibt es aus deiner Sicht Ebenen, wo man sagt, das Curriculum wäre hier, was die Implementierung angeht, noch verbesserbar? Also gibt es da ir­gendwas in dem Richtung? Also curriculare Entwicklung ist das Thema und da gibt es verschiedene Ebenen. Hast du dazu Gedanken?

PB3

[ 00:24:43 ] Ja, ich meine, die Makroebene gibt ja nicht so klare Vorgaben. Also wir haben da ja bloß wirklich den Rahmen. Entsprechend fände ich es wichtig, im Bereich der Mikroebene noch mehr zu screenen, beziehungsweise da halt auch wirklich zu schauen, was für Probleme, was für Grenzen gibt es da viel­leicht, was kann man da noch rausziehen und dann das quasi eben im Bereich des Curriculums umzusetzen. Also dann quasi wieder eine Ebene, also eine Meso-Ebene dann zu gehen und da dann den Rahmen dafür zu schaffen.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:22 ] Okay, also eher in der Mikroebene arbeiten, um diese Zwischen­ebene dann auch hinzubekommen.

PB3

[ 00:25:28 ] Ja, das wäre so mein Gedanke dazu.

LEITNER, SVEN

[ 00:25:31 ] Makroebene wäre ja dann letztlich Vorgaben seitens der Regierung, auch Lehrplan, aber da gibt es ja für ein Praxiscurriculum ja nichts. Aber vielleicht kommt das ja dann irgendwann. Gibt es für dich so Verbesserungspotenziale in der Struktur oder in der Gestaltung von Praxiscurriculum? So aus der Perspektive von außen betrachtet mal.

PB3

[ 00:25:52 ] Also jetzt nicht das Drumherum, sondern nur das Praxiscurriculum. Nö, eigentlich nicht. Also bei mir ging es wirklich darum, dass quasi zusätzlich zum Praxiscurriculum noch eben so dieser Austausch stattfindet, dieser regel­mäßige zwischen dem theoretischen und dem praktischen Part im Endeffekt. Also im Sinne von regelmäßigen Meetings im Plenum.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:19 ] Achso, ja, verstehe.

PB3

[ 00:26:20 ] Und so, gut, vielleicht so eine Art Leitfaden, wie man das noch mit einbeziehen könnte jetzt in die Praxis.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:33 ] Eine Bedienungsanleitung?

PB3

[ 00:26:34 ] Sozusagen. So eine oberflächliche Bedienungsanleitung, genau.

LEITNER, SVEN

[ 00:26:39 ] Okay, also das heißt, so wie es jetzt strukturiert ist, ich habe das gerade mal in der Hand, wir haben ja jetzt die Anzahl des Pflichtpraktikers, Ein­satzort, Lernsituation, das hast du ja vorhin eigentlich hilfreich empfunden. Krank­heitsbilder stehen hier drauf und dann kommen die Kompetenzschwerpunkte 1 bis 8 und jeder ist unten den Handlungskompetenzen aufgedröselt. Also das sagst du, das ist von der Gestaltung her und der Struktur erstmal passend?

PB3

[ 00:27:06 ] Ich meine, es ist natürlich viel Text, wenn man sich mit sowas jetzt auch nicht wirklich davor auseinandergesetzt hat. Also jetzt, wenn man in der Schule arbeitet, hat man ja schon mal mehr Berührungspunkte mit dem Curricu­lum und so weiter. Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht ein bisschen er­schlägt, wenn man quasi neu sich sowas durchliest und dann sich quasi die re­levanten Informationen rausfiltern muss. Also das wäre so mein, so noch mein. Also kann ich mir eben vorstellen, dass das vielleicht noch schwierig ist, dann wirklich zu sagen, okay, was davon ist denn jetzt relevant für meine Praxisanlei­tung?

LEITNER, SVEN

[ 00:27:44 ] Sprich, die Praxisanleitung.

PB3 [ 00:27:45 ] Genau, also vor allem für die Anleitung, würde ich jetzt sagen.

LEITNER, SVEN

[ 00:27:48 ] Aber gibt es da auch irgendwas, was für dich in der Praxis Begleitung ein Thema wäre, wo du sagst, das würde mir das nochmal erleichtern? Anpas­sungsvorschläge, wo du sagst, das kann mir meine Arbeit noch ein bisschen er­leichtern?

PB3

[ 00:28:01 ] Für mich ist es eigentlich ganz passend so, also so jetzt in der Be­treuung.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:10 ] Also je nachdem, wie man das halt sowas auch nutzt. Ich meine, der eine sagt, ja, wenn das so kleine Käste wären zum Abhaken, wäre es hilfreich. Aber ich meine, das ist ja etwas, was man ja dann auch individuell umgehen kann. Aber es könnte ja irgendwas in der Richtung sein.

PB3

[ 00:28:24 ] Das bezieht sich dann eher so auf diese Bedienungsanleitung, die ich angesprochen habe.

LEITNER, SVEN

[ 00:28:29 ] Das bräuchte man dann eher. Was können wir denn noch tun, um diesen Theorie-Praxis-Transfer durch dieses Curriculum zu stärken, zu verbes­sern? Was denkst du dazu?

PB3

[ 00:28:45 ] Also habe ich ja jetzt schon so ein bisschen erwähnt, auch im Vorn­herein, dass ich es wichtig fände, dass die Kommunikation zwischen Praxis und, also, Praxiseinrichtungen und Schule forciert wird. In dem Sinne, dass vielleicht mal in den praktischen Unterricht auch, ich weiß nicht, inwiefern das möglich ist, Praktikumsanleiter, AnleiterInnen sogar vor Ort sind und Input geben. auch mal irgendwie einfach nur vier stunden da eben kommunizieren können, wo bei ihnen so der Fokus drauf liegt oder man mal so ein Teamteaching quasi mit dem jewei­ligen Praktikumsbetreuer und Anleiter irgendwie organisiert. Ich kann mir vorstel­len, dass das vielleicht gar nicht so schlecht ist, zum einen für die Schüler. Zum anderen auch im Austausch Betreuung und Anleitung, weil dann ja auch das Pra­xiscurriculum wieder die Grundlage dafür bieten kann, sich da so einen Weg zu schaffen.

LEITNER, SVEN

[ 00:29:50 ] Ist es gleichzeitig dann Impuls auch für eine allgemeine Verbesse­rung, was die Qualität der praktischen Ausbildung angeht? Also was drüben beim Kooperationspartner abläuft? Oder hast du da noch weitere Impulse oder Gedan­ken, was die Qualität dann verbessern könnte?

PB3

[ 00:30:09 ] Wobei, das bezieht sich gar nicht so nur auf die Qualität bei einer Praktikumseinrichtung, sondern eigentlich in beide Richtungen. Also zum einen für den Unterricht, zum anderen für die Praxis drüben. weil es dann einfach mehr aufeinander abgestimmt ist und vielleicht auch dann genau klar ist, wie erreiche ich denn die Kompetenzen, die im Praxiskurriculum stehen.

LEITNER, SVEN

[ 00:30:33 ] Und gibt es dann andere Ideen, wo du sagst, das würde jetzt die Qualität in der praktischen Ausbildung noch verbessern? Weil das hat ja schon Einfluss, was du gerade sagtest. Aber vielleicht gibt es ja noch, wo du sagst, da wäre noch ein Bedarf, um die praktische Ausbildung zu verbessern, aus unserer Sicht hier aus der Schule letztlich?

PB3

[ 00:30:54 ] Da kann ich eigentlich auch wieder nur auf den Austausch verweisen, beziehungsweise tatsächlich vielleicht mehr so standardisierte, wobei wir haben ja standardisierte Befunde. Es geht eigentlich wieder um Leitfäden für Anleitun­gen. Wo sollten Schwerpunkte liegen? Was muss auf jeden Fall laufen? Was für einen Befund hat die Schule? Wie kann der drüben in der Praxis integriert werden oder berücksichtigt werden?

LEITNER, SVEN

[ 00:31:33 ] Hast du das Gefühl, dass gerade der Befund noch nicht berücksichtigt wurde oder noch nicht klar genug war für die Anleiter?

PB3

[ 00:31:40 ] Ja, schon. Also kommt auf den Fachbereich drauf an. Aber wenn wir jetzt von der Pädiatrie sprechen, ist es natürlich sehr unterschiedlich, je nachdem, welche Fortbildung gelaufen ist, je nachdem, welche Person PTA-Pädiatrie un­terrichtet. Deswegen poche ich da so auf Austausch und Kommunikation. Was dann vielleicht die Qualität gerade für die Schüler nochmal verbessern kann, weil es einfach klarere Vorgaben gibt?

LEITNER, SVEN

[ 00:32:08 ] Ja klar, dann haben wir aus unserer Sicht eine höhere Qualität für die praktische Ausbildung. Haben wir noch vielleicht irgendwelche Themen, wo du sagst, die sind dir jetzt wichtig, noch nicht angesprochen, wo du einfach noch­mal sagst, du möchtest dir mal was dazu sagen? Fehlt dir da noch was oder hast du noch Gedanken?

PB3

[ 00:32:29 ] Eigentlich nicht. Eigentlich nicht. Erstmal nicht.

LEITNER, SVEN

[ 00:32:33 ] Ja, dann danke ich dir auf jeden Fall.

PB3

[ 00:32:35 ] Gerne.

15. Quelldaten Fragebogen Auszubildende

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

SE02_01

Nichts anzumerken

Noch mehr fachspezifische interne Fortbildungen f?r Sch?ler w?hrend des Praxiseinsatzes.

keine Urlaubszeiten der Anleiter in der Praktikumszeit, wobei ich durch die unterschiedlichen fachlichen Vertretungskr?fte auch sehr viel gelernt und mitgenommen habe

Mehr theoretische und/oder praktische Anleitungen von Praxisbegleitern (Lernbegleitern) ?ber Techniken, Diagnostik,...

Mehr Feedback anonym von den Azubis an die Anleiter und mehr Freiraum beim Behandeln

Durcharbeiten des Praxiscurriculums im Unterricht zuvor. K?rzen, teilweise un?bersichtlich.

Mehr Praxisanleiterstunden und teilweise mehr Feedbackgespr?che/ Fragebogen

Wenn m?glich eine kompaktere Variante des Curriculums, um eine einfachere ?bersicht zu haben. So k?nnte man w?hrend des Praktikums einfacher/ schneller Ziele & Praxis abgleichen.

Mehr Stunden mit den Anleitern, nicht nur alleine arbeiten

Mehr Aufenthalt in Praxen

kann ich gerade nicht beurteilen

16. Fragebogen blanko Auszubildende

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

17. Checkliste des ISQ

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

[...]

Excerpt out of 569 pages  - scroll top

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Title: Qualitätsmanagement in der Physiotherapieausbildung

Master's Thesis , 2025 , 569 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Sven Leitner (Author)

Pedagogy - Adult Education
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Details

Title
Qualitätsmanagement in der Physiotherapieausbildung
Subtitle
Die Rolle von Praxiscurricula in der Schulentwicklung
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf  (Berufspädagogik)
Grade
1,4
Author
Sven Leitner (Author)
Publication Year
2025
Pages
569
Catalog Number
V1746092
ISBN (PDF)
9783389201336
ISBN (Book)
9783389201343
Language
German
Tags
Praxiscurriculum Schulentwicklung Physiotherapieausbildung Berufliche Bildung / Berufsfachschule Kompetenzorientierung Theorie-Praxis-Transfer Handlungskompetenz Lernprozessbegleitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Leitner (Author), 2025, Qualitätsmanagement in der Physiotherapieausbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1746092
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