Die Philosophie basiert auf der Diskussion zwischen verschiedenen
Philosophen. Die Diskussion gibt es sowohl in Form eines
Streitgesprächs zwischen zeitgenössischen Denkern, als auch über
Stellvertreter zwischen Philosophen verschiedener Epochen. Die
Stellvertreter stützen sich dabei auf veröffentlichte Texte der
verstorbenen Philosophen. Kein Philosoph kann es weit in seiner
Wissenschaft bringen, wenn er den Austausch von Gedanken mit
anderen Denkern, lebendig oder tot scheut. Man muss die Texte
der Alten kennen und diskutieren um sich von den richtigen
Erkenntnissen weiterführen zu lassen oder um aus Fehlern lernen
zu können1. Ein guter Philosoph sollte also nach Möglichkeit viele
andere Philosophen kennen, und deren Meinung klar diskutieren
können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Aufklärung
3. Warum werden Philosophen vergessen
3.1 Zeitgeist
3.2 Fehler bei Verlagen und Zitaten
3.3 Diskriminierung
3.4 Vernichtung und Verfolgung
3.5 Finanzierung
4. Wie findet man vergessene Philosophen
4.1 Bibliographien
4.2 Preisschriften
4.3 Universitätsabschlüsse
5. Gefundene Denker
5.1 Olympe de Gouges
5.2 Anton Joseph Dorsch
5.3 Johann Melchior Gottlieb Besecke
5.4 Lazarus Bendavid
5.5 Georg Wilhelm Block
5.6 Mary Astell
6. Kritische Betrachtung der vorgestellten Texte
6.1 Olympe de Gouges
6.2 Anton Joseph Dorsch
6.3 Johann Melchior Gottlieb Besecke
6.4 Lazarus Bendavid
6.5 Georg Wilhelm Block
6.6 Mary Astell
7. Bedeutung der vergessenen Denker
7.1 Bedeutung für andere philosophische Richtungen
7.2 Bedeutung der Aufklärung für die Emanzipation im 20. Jh.
7.3 Bedeutung der Aufklärung für die aktuelle Philosophie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die vergessenen Philosophen der Aufklärungszeit zu identifizieren und deren Beitrag zur Philosophiegeschichte sichtbar zu machen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Faktoren dazu führen, dass Denker in Vergessenheit geraten, und welche Bedeutung diese heute für ein vollständiges Verständnis der Epoche sowie für aktuelle philosophische Diskurse besitzen.
- Methodische Identifikation vergessener Denker anhand historischer Bibliographien
- Diskriminierung von Frauen und Minderheiten in der Philosophiegeschichtsschreibung
- Analyse des Werks und Einflusses ausgewählter vergessener Aufklärer
- Kritische Würdigung des Erbes der Aufklärung für die heutige Zeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Zeitgeist
Wie in jeder Zeit bleiben von einer Epoche am ehesten die Philosophen in Erinnerung, die sich mit dem Zeitgeist beschäftigen. Im 18. Jahrhundert war es für Aufklärer und Antiaufklärer am leichtesten ins Licht der Öffentlichkeit zu gelangen. Wer in seiner eigenen Zeit viel Beachtung erlangt, wird auch über die Epochengrenzen hinaus eine gewisse Prominenz behalten, da die prominenten Philosophen Erwähnung in vielen anderen Werken finden, und ihre eigenen öfter verkaufen. Das Werk eines Philosophen wie Kant, der seine Texte schon zu Lebzeiten in hoher Auflage veröffentlichen kann, wird eher und länger erhalten, als ein Werk, dass nur einmalig in kleiner Auflage erschienen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit, für ein vollständiges Bild der Aufklärung auch abseits der "großen" Philosophen zu forschen.
2. Die Aufklärung: Dieser Abschnitt bietet einen historischen Überblick über die Epoche, ihre zentralen Ideen wie Vernunft und Liberalismus sowie die Einflüsse auf Politik und Gesellschaft.
3. Warum werden Philosophen vergessen: Hier werden Ursachen für das Vergessen von Denkern analysiert, darunter Zeitgeist, ungenaue Dokumentation, Diskriminierung und politische Verfolgung.
4. Wie findet man vergessene Philosophen: Das Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Recherche in historischen Quellen wie Bibliographien und Preisschriften.
5. Gefundene Denker: Es folgt eine Auflistung und biografische Darstellung von weniger bekannten Philosophen, ergänzt durch inhaltliche Zusammenfassungen ihrer Werke.
6. Kritische Betrachtung der vorgestellten Texte: In diesem Kapitel werden die ausgewählten Schriften der vorgestellten Denker inhaltlich diskutiert und philosophisch bewertet.
7. Bedeutung der vergessenen Denker: Das Fazit stellt die Bezüge zu modernen Strömungen, zur Emanzipationsgeschichte und zur Bedeutung der Aufklärung für die aktuelle Philosophie her.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Vergessene Philosophen, Philosophiegeschichte, Zeitgeist, Erkenntnistheorie, Emanzipation, Vernunft, Wissenschaftsgeschichte, Lazarus Bendavid, Anton Joseph Dorsch, Olympe de Gouges, Frauenrechte, Philosophie, Ideengeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der systematischen Erschließung von Philosophen der Aufklärungszeit, die in der gängigen Philosophiegeschichtsschreibung in Vergessenheit geraten sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Themenfeldern gehören die Ursachenforschung für das Vergessen von Denkern, die Frauenrechtsbewegung in der Aufklärung sowie erkenntnistheoretische und ethische Ansätze weniger bekannter Philosophen.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, durch die Identifikation vergessener Denker ein umfassenderes Bild der Aufklärung zu zeichnen und zu belegen, dass diese Einflüsse auch heute noch relevant sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine bibliographische Analyse historischer Werke, vergleicht diese mit etablierten Lexika und unterzieht die Texte einer inhaltlich-kritischen Textanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden methodische Hürden bei der Recherche diskutiert und eine Auswahl an Denkern wie Olympe de Gouges, Anton Joseph Dorsch und Lazarus Bendavid detailliert porträtiert und analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Aufklärung, Philosophiegeschichte, Vernunft, Emanzipation und die kritische Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte.
Warum spielt die Person Olympe de Gouges eine wichtige Rolle in dieser Untersuchung?
De Gouges wird als Beispiel für die Diskriminierung von Frauen in der Aufklärung angeführt, da sie trotz bedeutender politischer und rechtstheoretischer Beiträge oft nur in Nischenliteratur Erwähnung findet.
Welches Fazit zieht die Arbeit in Bezug auf die heutige Philosophie?
Die Arbeit schlussfolgert, dass die Aufklärung unsere heutige Gesellschaft maßgeblich geprägt hat und dass ein besseres Verständnis ihrer weniger bekannten Facetten helfen kann, aktuelle gesellschaftliche Probleme neu zu reflektieren.
- Arbeit zitieren
- M.A. Claudia Thur (Autor:in), 2002, Vergessene Denker der Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174668