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Soziale Arbeit mit Multiproblemfamilien aus systemischer Sicht

Title: Soziale Arbeit mit Multiproblemfamilien aus systemischer Sicht

Diploma Thesis , 2007 , 203 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Theresia Suckow (Author), Madlen Georgi (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Wie wirksam ist es, die Struktur einer Multiproblemfamilie aus systemischer Sicht zu betrachten?
Gibt es Ursachen für strukturell wiederkehrendes Verhalten in einer Familie?
Wie kann ein Sozialarbeiter Multiproblemfamilien zur (Wieder-)Erlangung von Autonomie und zur Ressourcennutzung bei Problembewältigungen verhelfen?

Die Diplomarbeit gliedert sich in fünf Themenblöcke, die jeweils für sich betrachtet eine Einheit bilden und zu einer umfassenden Betrachtung des Themas beitragen.
Das Thema der vorliegenden Arbeit wurde ausschließlich mit Literaturmaterialien aus den Bereichen der systemischen Therapie, Systemtheorie, Psychologie, Soziologie und der praktischen Sozialarbeit untersucht.

Zu Beginn der Literaturanalyse liegt der Fokus auf dem Ursprung der systemischen Familientherapie. Darauf folgt die Auseinandersetzung mit den so genannten Systemtheorien, deren bedeutende Erkenntnisse in die Entwicklung der systemischen Sozialarbeit eingegangen sind. Diese Abhandlung bildet die inhaltliche Grundlage für das systemische Verständnis.

Im zweiten Block wird der Begriff „Multiproblemfamilien“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und definiert. Weiterhin werden die sozioökonomischen Belastungen vorgestellt, von denen Multiproblemfamilien am Häufigsten betroffen zu sein scheinen. Abschließend wird die Familiendynamik durch eine ausführliche Analyse möglicher Beziehungsmuster zwischen den Familienmitgliedern erläutert.

Darauf aufbauend tritt die Beziehung zwischen den mehrfach belasteten Familien und den Helferpersonen in den Mittelpunkt der Untersuchung. Die Familie wird in Bezug auf die Soziale Arbeit in dem Kontext der Gesellschaft betrachtet.

Im vierten Themenblock der Arbeit werden zwei Modelle aus der systemischen Praxis mit Multiproblemfamilien vorgestellt. Daraus lassen sich wichtige konzeptionelle Ansätze für die systemische Sozialarbeit zusammenführen.

In dem Abschlussblock findet eine umfassende Auseinandersetzung mit dem systemischen Ansatz statt. Der Nutzen und die Grenzen des Einsatzes systemischer Familienarbeit werden im Hinblick auf die Soziale Arbeit mit mehrfach belasteten Familien herausgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Block A: Grundlagen der systemischen Therapie und Beratung

1. Geschichtlicher Abriss über die Entstehung der systemischen Familientherapie (T. S.)

1.1 Vom 18. Jahrhundert zur klassischen Psychotherapie im 19. Jahrhundert

1.2 Die klassische Psychotherapie

1.3 Die Entwicklung von der klassischen Psychoanalyse zur Familientherapie

1.4 Die Entwicklung zur systemischen Familientherapie

1.5 Die chronologische Entwicklung der systemischen Familientherapie durch ihre bedeutenden Pioniere

2. Grundtheorien der systemischen Lehre (M. G.)

2.1 Die Ältere Systemtheorie

2.2 Die neue Systemtheorie

3. Der Systembegriff: Was ist ein System? (M. G)

3.1 Die Familie als soziales System

4. Systemtherapeutische Modelle im Überblick (M. G.)

4.1 Die strukturelle Familientherapie

4.2 Die strategische Familientherapie

4.3 Das Mailänder Modell

4.4. Das Reflecting Team

4.5 Der Erlebnisorientierte Ansatz

4.6 Das Mehrgenerationenkonzept

4.7 Der narrative Ansatz

4.8 Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie

5. Systemische Therapie und die Abgrenzung zur Systemischen Beratung (T. S.)

5.1 Die systemische Familientherapie

5.2 Die systemische Familienberatung

5.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Fazit

Block B: Multiproblemfamilien aus systemischer Sicht

1. Definition des Begriffes „Multiproblemfamilien“ (T. S.)

1.1 Definition von Problemfamilien nach Hans Goldbrunner

1.2 Definition von „Multiproblemfamilien“ nach Pol Ghesquière

1.2.1 Die Perspektive der Helfer

1.2.2 Die Perspektive der Familie

2. Sozioökonomische Belastungen von Multiproblemfamilien und ihre Folgen (T. S.)

2.1 Die finanzielle Situation

2.2 Die Arbeitslosigkeit und die Arbeitssituation

2.3 Die Wohnsituation

3. Die Familiendynamik von Problemfamilien (T. S.)

3.1 Das systemische Verständnis von Problemen (M. G.)

3.2 Das systemische Verständnis von Symptomen (M. G.)

3.3 Der Wechsel von Beziehungsqualitäten (T. S.)

3.3.1 Die Rolle des Kindes

3.3.2 Die Situation der Pflegeperson

3.3.3 Die Auswirkungen auf das Familiensystem

3.3.4 Die Mehrgenerationenperspektive

Fazit

Block C: Mehrfach belastete Familien im Kontext der Sozialen Arbeit

1. Die Familie im Kontext der Gesellschaft (M. G.)

1.1 Das Mikrosystem

1.2 Das Mesosystem

1.3 Das Exosystem

1.4 Das Makrosystem

2. „Die Hilfen zur Erziehung“ nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (T. S.)

2.1 Die Sozialpädagogische Familienhilfe

3. Das „ Multiproblem – Dientsleistungssystem“ (M. G.)

3.1 Ein Problem schafft ein System – Die Kommunikation rund um das Problem

3.2 Die Beziehungen zwischen Dienstleistungsorganisationen und den Familien

3.3 Die Unklarheit der Auftragslage

4. Die Techniken zur Analyse komplexer Beratungsaufträge (M. G.)

4.1 Die Auftragsorientierung

4.2 Die Auftraggeber

4.3 Die Auftragklärung

4.4 Techniken zur Auftragsklärung

5. Techniken zur Vernetzung und Kooperation verschiedener Teilsysteme des Unterstützungssystems (M. G.)

5.1 Das ökosoziale Systembild

5.2 Die Institutionslandkarte

Fazit

Block D: Praxismodelle

I Praxismodell: „Verstrickt im sozialen Netz – Neue Lösungswege für Multiproblem – Familien“ (M. G.)

1. Der konzeptuelle Rahmen - Überlegungen zum sozialen System Familie

1.1 Die Familie als System

1.1.1 Die Muster einer Familie

1.1.2 Subsysteme und Grenzen einer Familie

1.1.3 Das Individuum als die kleinste Einheit

1.1.4 Die Phasen des Übergangs

1.2 Ein Exkurs über die Familienhomöostase

1.3 Die Familie als Bündnis

2. Techniken, die das Familiensystem stützen

2.1 Konzeptuelle Techniken – Überlegungen zur Familie

2.2 Praktische Techniken – Familien bei Veränderungen helfen

2.2.1 Informationen gewinnen

2.2.1.1 Das Joining, Zuhören und Beobachten

2.2.1.2 Die Familienlandkarte

2.2.1.3 Zur Inszenierung typischer Familienaktionen ermutigen

2.2.2 Familienregeln umdeuten

2.2.3 Alternative Interaktionsmuster explorieren

2.2.4 Die Konfliktbewältigung

II Praxismodell: Die Aufsuchende Familientherapie nach Marie-Luise Conen (T. S.)

1. Die Problemstellungen und Ziele der aufsuchenden Familientherapie

2. Den Zugang zur Familie finden

3. Der Zwangskontext in der aufsuchenden Familientherapie

4. Das Reflecting Team und die Co-Therapie

5. Die Mehrgenerationsperspektive als Bestandteil der Aufsuchenden Familientherapie

6. Die Phasen der Aufsuchenden Familientherapie

6.1 Die Vorbereitung

6.2 Die Auftragsklärung und Ressourcenorientierung

6.3 Die Problemlösung

6.4 Stabilisierung und Abschluss

6.5 Die Nachphase

Fazit

Block E: Die Nutzen und Grenzen der systemischen Familienarbeit

1. Grundprinzipien für die systemische Arbeit mit mehrfach belasteten Familien (T. S.)

1.1 Die Zirkularität versus Täter- und Opferperspektive

1.2 Die Allparteilichkeit und Neutralität versus Parteilichkeit

1.3 Das Hypothetisieren und die Grundhaltung des Nicht-Wissens

1.4 Die Metaperspektiven und die reflektierende Grundhaltung

1.5 Das strategische Vorgehen und einfühlendes Verstehen

1.6 Wertschätzung, Respekt und Respektlosigkeit

1.7 Die Lösungs- und Ressourcenorientierung in der systemischen Familienarbeit

1.8 Die Kundenorientierung

1.9 Die Kontextorientierung

1.10 Die Bedeutung von Wirklichkeitskonstruktionen in der Sozialen Arbeit

2. Überblick über die Methoden der systemischen Arbeit (M. G.)

2.1 Systemische Fragen

2.1.1 Zirkuläres Fragen

2.1.2 Fragen zur Möglichkeitskonstruktion

2.2 Die positive Konnotation und das Reframing

2.3 Die Aufgaben

2.4 Die Rituale

2.5 Das Genogramm

2.6 Die Familienskulptur

2.7 Das Familienbrett

3. Methoden der Qualitätssicherung in der Sozialen Arbeit

3.1 Die Supervision

3.2 Die Selbstevaluation in der Sozialen Arbeit

3.2.1 Der Beobachtungsbogen für die soziale Praxis

4. Nutzen des systemischen Einsatzes in der Sozialen Arbeit mit mehrfach belasteten Familien

4.1 Die Nachhaltigkeit der Hilfeformen

4.2 Der Kostenfaktor

5. Eine mögliche Grenze des systemischen Ansatzes - Harte Wirklichkeiten erfordern ein Methodenpluralismus in der Sozialen Arbeit

Ausblick

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit widmet sich der Neukonzeptionierung und Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit mit sogenannten Multiproblemfamilien durch die Integration systemischer Denk- und Handlungsansätze. Im Zentrum der Untersuchung steht die kritische Reflexion herkömmlicher, einzelfall- und defizitorientierter Hilfsangebote sowie des Stigmas der Behandlungsresistenz. Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein zirkuläres Verständnis von Familiendynamiken, die Beachtung von Wechselwirkungen im Hilfesystem und methodische Ansätze aus der systemischen Therapie dazu beitragen können, die Autonomie und Problemlösungskompetenz mehrfach belasteter Familien nachhaltig zu reaktivieren und Fremdplatzierungen von Kindern zu vermeiden.

  • Theoretische Grundlagen und historische Entwicklung von der Psychoanalyse über die Kybernetik erster und zweiter Ordnung bis hin zu modernen systemischen Modellen.
  • Kritische Dekonstruktion des Begriffs „Multiproblemfamilie“ unter Einbeziehung von sozioökonomischen Faktoren, innerfamiliären Dynamiken und Mehrgenerationenperspektiven.
  • Analyse des „Multiproblem-Dienstleistungssystems“, der institutionellen Verstrickungen und der Notwendigkeit transparenter Auftragsklärung im Kontext des SGB VIII / KJHG.
  • Praxisorientierte Interventionskonzepte anhand des strukturellen Ansatzes nach Minuchin et al. und der Aufsuchenden Familientherapie nach Marie-Luise Conen.
  • Methodenrepertoire systemischer Familienarbeit (zirkuläres Fragen, Reframing, Genogramm, Familienskulptur) sowie Instrumente der Qualitätssicherung (Supervision und Selbstevaluation).
  • Chancen, Kostenvorteile und Grenzen systemischen Handelns angesichts harter materieller Lebenswirklichkeiten, die einen reflektierten Methodenpluralismus erfordern.

Auszug aus dem Buch

4.4. Das Reflecting Team

Der norwegische Therapeut, Tom Andersen, war mit dem klassischen Setting des „Zweikammermodells“ unzufrieden und entwickelte ein alternatives Konzept, das so genannte „Reflecting Team“.

Während seiner familientherapeutischen Arbeit empfand er die Situation, in der Therapeuten hinter einem Einwegspiegel über die Familie diskutierten, als erniedrigend für die Familie und nicht Kooperation fördernd zwischen Therapeut und Familie. Durch einen technischen Fehler des Mikrofons hatten Familienmitglieder in einer therapeutischen Sitzung die Möglichkeit, der Diskussion der Therapeuten über ihre eigenen Probleme zuzuhören. Andersen bemerkte, wie die Familienmitglieder auf die Sichtweisen der Therapeuten positiv und hoch motiviert reagierten. Zunehmend begann Tom Andersen den Familien zu ermöglichen, die Gespräche der Therapeuten über die individuellen Problematiken der Familie zu verfolgen. Er entwickelte eine Vorgehensweise, die bis zu diesem Zeitpunkt von Familientherapeuten noch nicht durchgeführt wurde (vgl. A. v. Schlippe, J. Schweitzer 2003: 38 f.).

Zu Beginn des Settings versuchen die Berater in einem Gespräch mit der Familie Informationen über das familiäre System zu gewinnen. Jedem Familienmitglied wird dabei die Möglichkeit gegeben, sich persönlich zu äußern und Problematiken zu beschreiben.

Nach etwa 20 bis 25 Minuten beginnt die Reflektionsphase, indem die Gesprächssitzung unterbrochen wird und das Reflektierende Team im „Metalog“ über die Sitzung reflektiert. Die Familie schaut dabei zu, ohne sofort zu den therapeutischen Überlegungen und Entwürfen Stellung nehmen zu müssen. Die Reflexion über das Gespräch zu Beginn des Settings sollte nach Angaben nicht länger als fünf bis zehn Minuten andauern.

Danach hat das ratsuchende System (z. B. eine Familie) die Gelegenheit, auf die gehörten Gesprächsinhalte des Reflektierenden Teams zu reagieren und Stellung zu beziehen. Der Berater stellt den Familienmitgliedern Fragen, wie zum Beispiel: „Gibt es in dem, was Sie gehört haben, etwas, worüber Sie weiter sprechen möchten?“. Insgesamt wird eine 60 bis 90 min. Sitzung etwa zwei bis dreimal für eine Reflexionsphase unterbrochen. Das Gespräch wird mit einem Ausblick in die Zukunft seitens der Familie abgeschlossen.

Kapitelübersichten

Einleitung: Die Verfasserinnen führen in die Problemstellung ein, skizzieren die Fragestellungen der Arbeit und problematisieren das Zusammenspiel zwischen zersplitterten Hilfsangeboten und mehrfach belasteten Familien.

Block A: Grundlagen der systemischen Therapie und Beratung: Dieser Abschnitt vermittelt die geschichtliche Entstehung systemischer Konzepte von der Psychoanalyse über Kybernetik und Konstruktivismus bis hin zu konkreten Therapiemodellen und deren Differenzierung zur Beratung.

Block B: Multiproblemfamilien aus systemischer Sicht: Im Mittelpunkt stehen die kritische Begriffsbestimmung, sozioökonomische Belastungsfaktoren sowie innerfamiliäre Beziehungsmuster, Rollenverschiebungen und generationsübergreifende Aufträge.

Block C: Mehrfach belastete Familien im Kontext der Sozialen Arbeit: Die Autorinnen analysieren die Einbettung der Familie in gesellschaftliche Systemebenen nach Bronfenbrenner/Ritscher, die gesetzlichen Hilfen zur Erziehung und die Problematik von Konkurrenz und Unklarheit im institutionellen Helfernetzwerk.

Block D: Praxismodelle: Anhand zweier systemischer Praxisansätze – dem strukturbezogenen Modell von Minuchin et al. sowie der Aufsuchenden Familientherapie nach Conen – werden konkrete methodische Schritte, Handlungsstrategien im Zwangskontext und Phasenverläufe dargelegt.

Block E: Die Nutzen und Grenzen der systemischen Familienarbeit: Das Kapitel bündelt zehn systemische Grundhaltungen, erläutert praktische Interventionsmethoden und Verfahren der Qualitätssicherung und diskutiert abschließend die Notwendigkeit eines Methodenpluralismus bei manifesten materiellen Notlagen.

Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung des aktuellen Stands der wissenschaftlichen Anerkennung und sozialrechtlichen Verankerung der systemischen Therapie in Deutschland ab.

Schlüsselwörter

Multiproblemfamilien, Mehrfachbelastung, Systemische Familientherapie, Systemische Beratung, Soziale Arbeit, Kybernetik zweiter Ordnung, Aufsuchende Familientherapie, Reflecting Team, Zirkuläres Fragen, Auftragsklärung, Problemdeterminiertes System, Ressourcenorientierung, Genogramm, Familiendynamik, Jugendhilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Potenziale und Handlungsansätze der systemischen Theorie und Therapie für die Soziale Arbeit mit mehrfach belasteten Familien, um defizitäre Interventionsmuster im Hilfesystem zu überwinden und nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Zu den Kernbereichen gehören die Evolution der Systemtheorien, Definition und Dynamik von Multiproblemfamilien, institutionelle Verflechtungen im Helfersystem, konkrete systemische Praxismodelle sowie methodische Werkzeuge und Qualitätssicherungsverfahren in der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel bzw. die leitende Forschungsfrage?

Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, wie systemische Sichtweisen und Methoden genutzt werden können, um die familiäre Eigendynamik zu verstehen, Ursachen für strukturell wiederkehrendes Verhalten aufzudecken und Familien bei der Wiedererlangung ihrer Autonomie wirksam zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Literaturanalyse, die Erkenntnisse aus Systemtheorie, Familientherapie, Psychologie, Soziologie und praktischer Sozialarbeit zusammenführt, vergleicht und anhand von Fallbeispielen und Praxismodellen konkretisiert.

Was wird im Hauptteil inhaltlich ausgeführt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Block A), die familiäre und sozioökonomische Lebenswelt von Multiproblemfamilien (Block B), die Analyse des institutionellen Hilfesystems und seiner Auftragsdynamiken (Block C) sowie konkrete Praxismodelle und Interventionsmethoden (Block D und E).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die behandelte Thematik?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Zirkularität, Autopoiese, Allparteilichkeit, Reframing, Reflecting Team, Aufsuchende Familientherapie, Mehrgenerationenperspektive, Zwangskontext und Methodenpluralismus.

Warum plädieren die Autorinnen für den Begriff „mehrfach belastete Familien“ statt „Multiproblemfamilien“?

Der Begriff „Multiproblemfamilie“ transportiert häufig eine negative, stigmatisierende Helferperspektive und suggeriert Behandlungsresistenz, während „mehrfach belastete Familie“ den Fokus auf die kumulierte Belastung durch sozioökonomische Krisen und strukturelle Defizite legt, ohne den Klienten die Veränderungsfähigkeit abzusprechen.

Was versteht man unter einem „problemdeterminierten Dienstleistungssystem“?

Damit wird das Phänomen beschrieben, dass die Intervention zahlreicher unkoordinierter sozialer Dienste mit konkurrierenden Aufträgen das Familiensystem fragmentiert und die familiäre Dysfunktionalität unfreiwillig verstärkt, sodass das Helfersystem selbst Teil des Problems wird.

Welche Funktion hat der Zwangskontext in der Aufsuchenden Familientherapie nach Conen?

Im Zwangskontext (etwa bei drohendem Sorgerechtsentzug) entlastet der äußere Druck die Familie paradoxerweise: Die Eltern können ihr Gesicht wahren und Abwehrhaltungen einnehmen, während gleichzeitig ein geschützter Rahmen geschaffen wird, um gemeinsam mit den Therapeuten Anforderungen des Jugendamtes schrittweise zu erfüllen.

Excerpt out of 203 pages  - scroll top

Details

Title
Soziale Arbeit mit Multiproblemfamilien aus systemischer Sicht
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen)
Course
Diplomstudiengang Soziale Arbeit Hildesheim
Grade
1,0
Authors
Theresia Suckow (Author), Madlen Georgi (Author)
Publication Year
2007
Pages
203
Catalog Number
V1746849
ISBN (PDF)
9783389201749
ISBN (Book)
9783389201756
Language
German
Tags
Symptome Systemische Sicht die Familie als System systemische Therapie und Beratung Familiendynamik von Familien Beratungsauftrag in der Sozialen Arbeit systemische Techniken und Methoden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresia Suckow (Author), Madlen Georgi (Author), 2007, Soziale Arbeit mit Multiproblemfamilien aus systemischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1746849
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