Mit dieser Arbeit wird ein Blueprint für den Bildungswissenschaftler in der Personal-
/Organisationsentwicklung (PE/OE) an Allgemeinbildenden Schulen zur Erweiterung
der Lehrerqualifikation entwickelt. Nachhaltigkeit zur Entwicklung und
Stärkung der Gesellschaft wird in erster Linie durch eine gute Bildung der Kinder
erreicht. Laut Zahlen der International Dyslexia Association sind jedoch mindestens
10 % der Weltbevölkerung Legastheniker. Eine pädagogische Definition
stammt von Dr. Astrid Kopp-Duller aus dem Jahr 1995: „Ein legasthener Mensch,
bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders
wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole wie Buchstaben
oder Zahlen trifft, nach, da er sich durch seine differenzierten Teilleistungen anders
empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten
beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.“ (Kopp-Duller,
2003, S. 17) Diese Wahrnehmungsstörung bzw. –schwäche wird in den Fokus
dieses Blueprints gerückt, in dem der hier vorgestellte Bildungswissenschaftler
durch Personal- und Organisationsentwicklung befähigt werden soll, Kompetenzen
und Ressourcen an Schulen zu erkennen, zu fördern und zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ziel der Arbeit
1.2. Struktur der Arbeit
2. Praktischer Teil zur Anwendung des 4CID-Modells; Lehrplanentwurf „Personal- / Organisationsentwickler“
2.1. Fertigkeitenhierarchie der ganzheitlichen, komplexen Kompetenzen
2.2. Entwurf von Lernaufgaben
2.2.1. Sequenzialisierung von Aufgabenklassen
2.2.2. Beschreibung von Lernaufgaben
2.3. Unterstützung des Lernenden zur Kompetenzerweiterung
2.3.1. Unterstützende Informationen
2.3.2. Just-in-Time Informationen
2.3.3. Part-task Practice
3. Theoretischer Teil zum 4CID-Modell; Didaktische / Mediendidaktische Betrachtungen
3.1. Lerntheoretische Überlegungen
3.2. Situiertes Lernen
3.3. Didaktische Szenarien zur Integration in das 4CID-Modell
3.4. Erläuterung von Medien zur Unterstützung des Blueprints
4. Zusammenfassung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Entwicklung eines Blueprints nach dem 4CID-Modell, um Bildungswissenschaftler für den Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung an allgemeinbildenden Schulen zu qualifizieren, insbesondere mit Fokus auf die Lernförderung von Legasthenikern.
- Anwendung des 4-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (4CID)
- Entwicklung einer Fertigkeitenhierarchie für Personalentwickler
- Sequenzialisierung und Gestaltung authentischer Lernaufgaben
- Integration lerntheoretischer Ansätze und didaktischer Szenarien
- Einsatz von Medien zur Unterstützung kompetenzbasierten Lernens
Auszug aus dem Buch
2.2. Entwurf von Lernaufgaben
Die Umgebung, in der die hierarchisierten Fertigkeiten erlernt werden, ist ein primäres Medium (s. Absatz 3.4.). Unabhängig davon, ob es sich um eine echte oder simulierte Lernumgebung handelt, müssen Lernaufgaben formuliert werden, die eine hohe Authentizität aufweisen und dem Lernenden einen realen Bezug suggerieren; dies ist zwingend notwendig, um die „Kompetenzentwicklung als Professionalisierungsprozess“ (Jank & Meyer, 2009, S. 159) ganzheitlich voranzutreiben.
2.2.1. Sequenzialisierung von Aufgabenklassen
Die Organisation von Lernaufgaben wird hier nach dem Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen vorgenommen (weitere Prinzipien vgl. Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2010, S. 97). Dabei steigt die Komplexität der Aufgabenklassen von einem niedrigem zu einem hohen Niveau an; immer unter der Prämisse der Ganzheitlichkeit. Den vereinfachenden Annahmen werden insgesamt Situationen zunehmenden Komplexitätsgrades zugeordnet.
Innerhalb der ersten Aufgabenklasse wird eine schlichte Bewältigungsstrategie impliziert, bei der der angehende Bildungswissenschaftler erste Grundfertigkeiten in der PE/OE erwerben kann, die es ihm ermöglichen sollen, auch die komplexeren Aufgabenklassen erfolgreich zu absolvieren. Dabei sind die noch zu erklärenden Unterstützungen (s. Absatz 2.3.) ein zusätzlicher Faktor zur Steigerung des Anspruchs der Lernaufgaben, welche dem „Scaffolding“ unterliegen. Scaffolding meint den didaktischen Vorgang der abnehmenden Unterstützung beim Ausführen bzw. Erarbeiten der Lernaufgaben in Verbindung mit Vygotsky´s Theorie der zone of proximal development, die „...besagt, dass Lehrende mit zunehmender Kompetenz der Lernenden auch zunehmend Verantwortung für den Lernprozess an die Lernenden übertragen.“ (Heyer/Nowaczyk, 2005)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz einer kompetenzbasierten Ausbildung für Bildungswissenschaftler im Bereich der Personalentwicklung zur Förderung nachhaltiger Bildungsqualität.
2. Praktischer Teil zur Anwendung des 4CID-Modells; Lehrplanentwurf „Personal- / Organisationsentwickler“: Hier wird ein konkreter Kompetenz-Lehrplan entworfen, der durch Fertigkeitenhierarchien, Lernaufgaben und verschiedene Unterstützungsformen das Handeln in der Personalentwicklung strukturiert.
3. Theoretischer Teil zum 4CID-Modell; Didaktische / Mediendidaktische Betrachtungen: Das Kapitel verknüpft das 4CID-Modell mit lerntheoretischen Grundlagen, dem Ansatz des situierten Lernens und analysiert den Einsatz von Medien zur didaktischen Unterstützung.
4. Zusammenfassung: Eine grafische und inhaltliche Rekapitulation der vier Komponenten des 4CID-Modells verdeutlicht deren synergetisches Zusammenwirken.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung des 4CID-Modells als zukunftsträchtige Lernstrategie, die trotz hohen Erstellungsaufwands durch ihre Effektivität und Realitätsnähe überzeugt.
Schlüsselwörter
4CID-Modell, Instruktionsdesign, Bildungswissenschaft, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Legasthenie, Lernaufgaben, Scaffolding, Kompetenzerwerb, E-Learning, Mediendidaktik, Situiertes Lernen, Didaktische Szenarien, Fertigkeitenhierarchie, Kompetenzbasiertes Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines instruktionspsychologisch fundierten Lehrplans für Bildungswissenschaftler, die in der Personal- und Organisationsentwicklung an Schulen tätig sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die Anwendung des 4-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (4CID), die Förderung von Kompetenzen zur Unterstützung von Legasthenikern sowie die didaktische Gestaltung virtueller und realer Lernumgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die Entwicklung eines Blueprints, der Fachkräfte befähigt, in komplexen, interdisziplinären Schulsituationen professionell zu agieren und Ressourcen zur Legasthenieförderung effektiv zu managen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird das 4CID-Modell nach Jeroen van Merriënboer als strukturgebende Methode für komplexes Lernen herangezogen, ergänzt durch lerntheoretische Analysen und didaktische Szenarien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine praktische Anwendung des 4CID-Modells (Erstellung eines Lehrplans, Lernaufgaben, Aufgabensequenzierung) und einen theoretischen Teil, der behavioristische, kognitivistische und konstruktivistische Ansätze einbindet.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie 4CID-Modell, Personalentwicklung, Kompetenzaufbau, Scaffolding und Mediendidaktik beschreiben.
Warum wird der Fokus auf Legasthenietrainer gelegt?
Die Autorin wählt das Legasthenietraining als komplexes Anwendungsbeispiel, da es sowohl fachspezifisches Wissen als auch betriebswirtschaftliche und organisatorische Kompetenzen an Schulen erfordert.
Welche Rolle spielt die Medientechnologie im 4CID-Modell?
Medien dienen nicht nur zur Wissenspräsentation, sondern als unterstützende Instanzen (UI/JITI), um komplexe Lernprozesse zu steuern und die kognitive Belastung der Lernenden zu optimieren.
- Quote paper
- Sonja Braun (Author), 2010, Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell am Beispiel des Bildungswissenschaftlers in der Personal- und Organisationsentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174713