Eine wissenschaftliche Ausarbeitung zum Thema "Interne Kommunikation in Kliniken", in der auf die Formen interprofessioneller Kommunikation eingegangen wird.
Diese Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, welche Determinanten innerhalb der Organisationseinheit Krankenhaus die interprofessionelle Kommunikation prägen und inwiefern sich diese auf den Dienstbetrieb im Krankenhaus auswirken. Der Schwerpunkt liegt bei dem Kommunikations-/Kooperationsverhalten zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal der jeweiligen Klinik. Dementsprechend erfährt die Patientenperspektive eine sekundäre Beachtung, angesichts der gegenwärtigen Vielfalt der wissenschaftlichen Fragestellungen zur „Arzt-Patient-Kommunikation“.
Bei der Literaturrecherche hat sich herausgestellt, dass eine nicht geringe Zahl an Modellen und Theorien zur Thematik über „(interne) Kommunikation“ existieren, sodass es zu Beginn sinnvoll erscheint, den Begriff der „Gesundheitskommunikation“ abzugrenzen, um dann interne Kommunikation und ihre Muster klarer durchleuchten zu können. Darauf aufbauend beschäftige ich mich mit der ihr untergeordneten Form interprofessionellen Kommunikationssystems analysieren. Schlussendlich werden die Schlussfolgerungen der Hausarbeit in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gesundheitskommunikation
2.1 Interne Kommunikation
2.2 Interne Kommunikation in der Klinik
3. Formen interprofessioneller Kommunikation
3.1 Das persönliche Gespräch
3.2 Teambesprechung/Dienstübergabe
3.3 E-Mail
3.4 Visite
3.5 Fallbesprechung
3.6 Informelle Kommunikation
4. Inter- und intraprofessionelle Kommunikation in Kliniken
4.1 Kommunikationshemmnisse
4.2 Folgen von Kommunikationsstörungen
4.3 Kommunikationsfördernde Aspekte
5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Determinanten der interprofessionellen Kommunikation innerhalb der Organisationseinheit Krankenhaus sowie deren konkrete Auswirkungen auf den alltäglichen Dienstbetrieb. Im Zentrum steht hierbei die Analyse der Kommunikations- und Kooperationsbeziehungen zwischen dem ärztlichen Dienst und dem Pflegepersonal unter Berücksichtigung struktureller, hierarchischer und zeitlicher Rahmenbedingungen.
- Theoretische Fundierung und Begriffsabgrenzung der Gesundheitskommunikation und internen Kommunikation
- Analyse verschiedener clinic-interner Kommunikationsinstrumente wie Visite, Dienstübergabe, Fallbesprechung und digitaler Medien
- Identifikation von Kommunikationshemmnissen durch Hierarchien, Zeitmangel, Rollenkonflikte und Sprachbarrieren
- Folgen gestörter Kommunikationsprozesse für das Betriebsklima, die Mitarbeitergesundheit und die Patientensicherheit
- Erarbeitung von Lösungsansätzen und Maßnahmen zur Stärkung der kommunikativen und sozialen Kompetenzen im Klinikalltag
Auszug aus dem Buch
4.1 Kommunikationshemmnisse
Der Arbeitsalltag der Pflegekräfte erweist sich als „reichlich unstrukturiert“: „Anweisungen und Aufträge“ unterscheiden sich dermaßen, dass der am Morgen diensthabende Arzt andere Instruktionen erteilt als der ihn ablösende Mediziner am Nachmittag (Iseringhausen, 2010, S. 124; vgl. Haynert & Salomon, 2009, S. 172). Als Exempel führen Lobnig et al. (1995, S. 4) variierende Dosierungsangaben „in ein und demselben Fall“ an.
Stratmeyer (2002, S. 28) deklariert den „häufigen Wechsel von Kooperationspartnern“ und der Einsatzorte der Assistenzärzte als mögliches Hindernis für stabile Kommunikationsbeziehungen. Demgemäß schließt er (Stratmeyer, 2002, S. 28) auf die stets erforderliche Neuausrichtung der Kooperationsform auf Basis „der persönlichen Beziehung“ zwischen Pflegekräften und ärztlichen Personal. Ebenso ist es obligat, dass „arbeitserleichternde formelle und informelle Regelungen ständig neu zu überdenken“ sind (Stratmeyer, 2002, S. 28).
Die zeitintensive „zu hohe Arbeitsbelastung“ begründet den inadäquaten Informationsaustausch von Sachverhalten und Vorgehensweisen: Pelikan et al. (1995, S. 4) und Iseringhausen (2010, S. 124) beklagen sich über den zu kurzen, ungenügenden „zwischen Tür und Angel“ stattfindenden, von Ärzten dominierten Dialog zwischen Ärzten und Pflegern (vgl. Fritzsche & Schweickhardt, 2007, S. 253).
Unbestritten spiegelt sich die „Dominanz der Ärzteschaft“ in der teaminternen Komponente der Visite, sodass das Krankenpflegepersonal sich zwangsläufig an den Vorgaben der Ärzteschaft orientiert (vgl. ebd.). Infolgedessen bewertet Wilkesmann (2009, S. 58) die Rolle der Pflegekräfte in der Visite als nachrangiger, sekundärer Natur, „obwohl sie in der Regel mit anwesend sind“.
Piening (2010, S. 197) schildert eine ziemlich einseitige Kommunikationsbeziehung zwischen den Professionen: Zunächst fühlen sich die Pflegenden gezwungen den Behandlungsinformationen „hinterher (zu) laufen“; überdies verlaufen kurzfristige verbindliche Visitenvereinbarungen wiederholt „im Sande“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Führt in die Relevanz des internen Wissenstransfers im Krankenhaus ein und definiert die zentrale Fragestellung nach den Determinanten und Auswirkungen der interprofessionellen Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegepersonal.
2. Gesundheitskommunikation: Definiert die Grundlagen der Gesundheitskommunikation sowie der internen Unternehmenskommunikation und beleuchtet deren elementare Funktionen für Motivation, Fehlerprävention und Behandlungsqualität in der Klinik.
3. Formen interprofessioneller Kommunikation: Stellt die gängigsten Kommunikationsinstrumente des Klinikalltags gegenüber, darunter das persönliche Gespräch, Teambesprechungen, E-Mails, Visiten, Fallbesprechungen sowie informelle Netzwerke.
4. Inter- und intraprofessionelle Kommunikation in Kliniken: Analysiert den praktischen Zustand der Zusammenarbeit, arbeitet Barrieren wie Zeitdruck, Statusunterschiede und Sprachmängel heraus, schildert schwerwiegende Folgen wie Behandlungsfehler und Demotivation und skizziert kommunikationsfördernde Interventionen.
5. Fazit: Bündelt die Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit ganzheitlicher personalpolitischer Ansätze, flacherer Hierarchien und frühzeitiger interdisziplinärer Ausbildung zur Sicherung einer optimalen Patientenversorgung.
Schlüsselwörter
Interprofessionelle Kommunikation, Krankenhausorganisation, Arzt-Pflege-Verhältnis, Gesundheitskommunikation, Dienstübergabe, Visite, Kommunikationsbarrieren, Behandlungsfehler, Patientensicherheit, Arbeitsbelastung, Hierarchie, Teambesprechung, Kooperation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Strukturen, Determinanten und Herausforderungen der internen Kommunikation in Krankenhäusern, insbesondere im Hinblick auf den Austausch und die Kooperation zwischen Ärztinnen/Ärzten und Pflegekräften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen theoretische Grundlagen der Gesundheitskommunikation, die verschiedenen formellen und informellen Kommunikationskanäle im Krankenhaus sowie Barrieren, Folgen und Optimierungspotenziale der berufsübergreifenden Zusammenarbeit.
Was ist die primäre Fragestellung der Untersuchung?
Es wird untersucht, welche Determinanten innerhalb der Organisationseinheit Krankenhaus die interprofessionelle Kommunikation prägen und inwiefern sich diese Faktoren auf den reibungslosen Dienstbetrieb und die Behandlungsqualität auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoriegeleiteten und empirisch fundierten Literaturanalyse einschlägiger arbeitswissenschaftlicher, soziologischer und medizinischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Instrumente wie Visite, Fallbesprechung und Dienstübergabe, identifiziert Hemmnisse wie Zeitknappheit, Statusgefälle und Rollenkonflikte und beschreibt die daraus resultierenden Gefahren für Behandlungsfehler und Personalfluktuation.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Ausarbeitung?
Prägende Begriffe sind unter anderem interprofessionelle Kommunikation, Hierarchieabbau, Schnittstellenproblematik, Patientensicherheit, Visite und multiprofessionelle Teamarbeit.
Welche Rolle spielt die Visite in der Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegenden?
Die Visite bildet zwar einen zentralen Rahmen für Absprachen, wird in der Praxis jedoch oft von einer ärztlichen Dominanz geprägt, wodurch Pflegekräfte trotz Anwesenheit häufig in eine rein passive oder nachrangige Rolle geraten.
Wie wirken sich Kommunikationsdefizite auf die Patientensicherheit aus?
Mangelhafte Absprachen gelten laut den zitierten Studien als eine der Hauptursachen für Behandlungsfehler und Verzögerungen im Ablauf, was direkt das Patientenwohl gefährdet und zu gravierenden Zwischenfällen führen kann.
Welche Maßnahmen werden zur Verbesserung der Kommunikation vorgeschlagen?
Empfohlen werden unter anderem verbindliche Standardpfade, der Abbau rigider Hierarchien, regelmäßige strukturierte Teambesprechungen sowie eine interdisziplinäre Vermittlung kommunikativer Kompetenzen bereits während der Ausbildung.
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- Germraj Nagendearajah (Author), 2012, Interne Kommunikation, Informationsaustausch, Wissenstransfer und interprofessionelle Kommunikation in Kliniken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1747274