Integration einer Touristischen Route in das Management einer Touristischen Destination am Beispiel der Naturpark-Route Thüringer Wald


Hausarbeit, 2008
43 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Destination
2.2 Konzept des Management und Hauptziel
2.3 Touristische Routen
2.3.1 Definition und Ziele
2.3.2 Marketing- Management
2.3.3 Streckenführung und Beschilderung
2.3.4 Trägergemeinschaften

3 Thüringer Wald als Destination
3.1 Tourismusorganisation
3.2 Touristisches Angebot und Nachfrage

4 Integration Naturpark-Route Thüringer Wald
4.1 Projektidee
4.2 Marketingmaßnahmen
4.2.1 Angebotsgestaltung
4.2.2 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
4.3 Streckenführung und Beschilderung
4.4 Kooperationsvereinbarung und Finanzierung

5 Zukunfts- und Schlussbetrachtung

Anhangsverzeichnis

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis
Websites- Verzeichnis
Gespräche
Sonstiges

Anhang

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1 Touristische Nachfrage 2000-2007

TABELLENVERZEICHNIS

Tab. 1 Touristische Nachfrage 2005 - 2008

1 EINLEITUNG

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts kann man auf Gründungen von Touristischen Routen zurück blicken. Bis heute sind eine Vielzahl dieser Routen in Deutschland entstanden.1 In der immer stärker werdenden Konkurrenzwelt der Zielgebiete und den wachsenden Ansprüchen der Nachfrager werden Touristische Routen immer häufiger dazu genutzt Destinationen bekannter zu machen, neue Zielgruppen anzusprechen und die Nachfrage zu erhöhen. Sie stellen ein gutes Marketinginstrument dar und ergänzen weitere Maßnahmen perfekt, um die Ziele der Destination zu erreichen.

Ziel der Arbeit soll sein die Integration einer Route in das Management einer Destination genauer zu beleuchten. An dem konkreten Beispiel der Naturpark-Route Thüringer Wald soll gezeigt werden, welche wichtigen Aspekte bei der Integration mit einbezogen und welche Aufgaben umgesetzt werden müssen sowie, wie die Umsetzung erfolgt. Die Arbeit soll vor allem zeigen, dass die Realisierung nicht immer einfach verläuft und eine solche Integration auch zu Problemen führen kann. Was für Probleme treten also auf? Welche Ausmaße haben sie? Wie versucht man die Probleme zu lösen? Und welche eventuellen Auswirkungen hat das auf den Effekt der Route?

Von dem Begriff der Destination über Grundlagen des Destination Managements und die Touristischen Routen werden im zweiten Abschnitt der Arbeit theoretische Aspekte erklärt. Der dritte Teil befasst sich mit dem Thüringer Wald, der die Destination der Route darstellt. Die Integration der Naturpark-Route in das Management des Thüringer Waldes wird im vierten Punkt erläutert und bildet den Hauptteil der Arbeit. Erläuterungen über Marketing, Beschilderung, Kooperationen und Finanzierung werden hier dargestellt und die aufgetretenen Probleme in den einzelnen Bereichen erörtert. Im fünften Punkt, der Zukunfts- und Schlussbetrachtung, werden die wichtigsten Aspekte der Integration kurz zusammen gefasst. Es wird dargelegt in wie weit das Projekt gelungen ist und ob die Integration einer Touristischen Route empfehlenswert ist.

2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN

2.1 Definition Destination

Nach Bieger ist eine Destination ein „geographischer Raum (Ort, Region, Weiler), den der jeweilige Gast (oder ein Gästesegment) als Reiseziel auswählt. Sie enthält sämtliche für einen Aufenthalt notwendigen Einrichtungen für Beherbergung, Verpflegung, Unterhaltung/ Beschäftigung. Sie ist damit die Wettbewerbseinheit im Incoming Tourismus, die als strategische Geschäftseinheit geführt werden muss.“2

2.2 Konzept des Management und Hauptziel

Wenn man nach Bleicher von dem Konzept des Managements spricht, muss dieses in drei Ebenen untergliedert werden. Es handelt sich hierbei um die normative, strategische und operative Ebene. Die normative Ebene stellt die langfristige Orientierung des Unternehmens dar. Sie „beschäftigt sich mit den generellen Zielen der Unternehmung, mit Prinzipien, Normen und Spielregeln, die darauf ausgerichtet sind, die Lebens- und Entwicklungsfähigkeit der Unternehmung sicherzustellen.“3 In der strategischen Ebene wird versucht die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens durch eine Unternehmensstrategie zu erhalten. In dieser Strategie wird erläutert, wie man nachhaltige Wettbewerbsvorteile durch Kernkompetenzen erreichen kann. Außerdem informiert die Unternehmensstrategie, wie es dem Unternehmen möglich ist sich auf dem Markt zu profilieren und mit welchen Produkten es auf welchen Märkten anwesend sein muss. In der dritten operativen Ebene erfolgt die Umsetzung der normativen und strategischen Ebene und damit der Strategie. Jährliche Ziele, Maßnahmen und notwendige finanzielle Mittel werden bestimmt und die konkreten Aktivitäten kontrolliert. Im Vordergrund steht die Optimierung der Leistungsprozesse bezüglich Kosten und Qualität.4 (Anhang A)

Die Darstellung der horizontalen Ebenen wird zusammengeführt mit den vertikalen Ebenen der Aktivitäten, Strukturen und Verhalten. Wobei die Aktivitäten von den beiden letzteren getragen werden und in der Unternehmenspolitik die Konkretisierung der strategischen Programme verfolgen. Bei den Strukturen handelt es sich um die Organisationsstrukturen, Managementsysteme, Organisationsprozesse und Dispositionssysteme. Das menschliche Verhalten wird durch diese zwei Ebenen beeinflusst und beschäftigt sich mit der Kultur des Unternehmens und ebenfalls mit dem Leistungs-, Problem- und Kooperationsverhalten.5

Häufig werden im Management auch Tourismusorganisationen gebildet, um Aufgaben besser verteilen und Ziele besser erreichen zu können. Nach Kaspar sind Tourismusorganisationen „Verwaltungseinheiten und private Körperschaften, welche touristische Leistungen markttransparent gestalten, vermitteln und Teilfunktionen von Tourismusunternehmen und -orten (Reisezielen) koordinieren.“6

Im Destination Management gilt nach Bieger als grundlegendes Ziel die langfristige Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Dafür muss die Destination eine ausreichende Wertschöpfung erzielen. Außerdem sind ständige Prozess- und Produktinnovationen von großer Bedeutung, denn diese Neuerungen führen zu neuen Marktleistungen und helfen dabei sich von der Konkurrenz abzuheben. Kernkompetenzen können die Basis für Innovationen bilden. Dabei stehen die nicht imitierbaren Wettbewerbsvorteile, wie zum Beispiel spezielle Kultur und Gastfreundlichkeit im Vordergrund. Für die langfristige Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit und damit einer nachhaltigen Entwicklung gehört außerdem eine Strategie, die das Management festlegen muss. Eine Strategie, zu der Markt- und Produktionsziele sowie konkrete Marketing- und Produktionsaktivitäten zählen. Dazu müssen finanzielle Mittel sichergestellt werden und finanzielle Abstimmungen erfolgen. Die operative Führung wird damit gewährleistet.7

2.3 Touristische Routen

2.3.1 Definition und Ziele

Nach dem DFV 1981 sind Touristische Routen „auf Dauer angelegte, genau bezeichnete Reiserouten auf Bundes und Landstraßen (ohne Autobahn), die dem Reisegast thematisch abgegrenzte spezielle Attraktionen bieten“.8

Durch die Integration einer Touristischen Route in das Management versucht man Marketingziele zu verfolgen und zu realisieren. Das Marketing ist ein wichtiger Bestandteil des Destination Managements. Es dient dazu die „betrieblichen Aktivitäten konsequent auf die gegenwärtigen und zukünftigen Erfordernisse der Märkte auszurichten“9, um die Unternehmensziele zu erreichen. Die Ziele des Marketings wiederum versucht man durch Marketinginstrumente zu verwirklichen. Das beste Ergebnis wird erzielt, wenn die Marketing-Instrumente Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik und Kommunikationspolitik zu einem Marketing-Mix kombiniert werden. Touristische Routen sind in diesem Marketing-Mix ein Instrument der Angebotsgestaltung. Zu den damit zu erreichenden Marketingzielen gehören unter anderem die Sicherung von Marktanteilen, Gewinnung neuer Zielgruppen, Steigerung des Bekanntheitsgrades oder die Umsatz- und Gewinnmaximierung.10

Neben der touristischen Bedeutung werden auch Ziele tourismusübergreifender Bereiche verfolgt, wie beispielsweise in der Verkehrspolitik, Wirtschaftsförderung oder Kultur- und Traditionspflege.11

2.3.2 Marketing- Management

Wie schon im Punkt 2.3.1 kurz erläutert, werden mit der Integration einer Touristischen Route in eine Destination Marketingziele verfolgt, indem die Touristische Route als Marketinginstrument agiert. Nach Müller werden nun die einzelnen Marketing Instrumente, die für das Marketing- Management wichtig sind genauer erklärt. Zu diesen Instrumenten zählt die Angebotsgestaltung, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Innenmarketing. Wobei das Augenmerk vor allem auf den drei erst genannten Instrumenten liegt, die sich gegenseitig ergänzen.

Bei der Angebotsgestaltung ist zu sagen, dass jede Touristische Route viele verschiedene Angebotsfaktoren beinhaltet, die sich in einem Leistungsbündel zusammensetzen. Man unterscheidet zwischen generellen Grundangebot und routenspezifischen Angebot. Das Grundangebot sollte Möglichkeiten für Übernachtung und Verpflegung in Hinsicht auf die Zielgruppen bieten, sowie eine Verkehrsinfrastruktur- und zusätzliche Erholungseinrichtungen, die den Bedürfnissen des Nachfragers gerecht werden. Bei dem spezifischen Angebot kommt es vor allem auf die Einmaligkeit und Besonderheit der Route an, die sich im natürlichen und abgeleiteten Angebot ausdrückt. Hierzu werden bestimmte Anforderungen an das routenspezifische Angebot gestellt. Dazu zählt beispielsweise, dass die Route ihren Namen rechtfertigen muss, Attraktionen vorhanden sein müssen, die dem potentiellen Gast einen Anreiz geben diese Route zu besuchen und damit auch das Angebot auf die Zielgruppen ausgerichtet sein sollte. Eine zu lange Streckenführung ist zu vermeiden, damit die Attraktionen in einer gewissen zeitlich-räumlichen Nähe zu finden sind.

Pauschalangebote sind eine spezifische Angebotsform, die von Fremdenverkehrsorten oder -regionen bereitgestellt werden. Dabei werden Teilleistungen zu einer Hauptleistung gebündelt und zu einem festen Preis angeboten. Diese Angebotsform bringt dem Nachfrager zum Beispiel den Vorteil von Zeitgewinn durch die Erleichterung der Kaufentscheidung. Der Anbieter kann damit Zielgruppen konkret ansprechen und somit die genauen Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen. Für die Touristische Route besteht die Möglichkeit, dass die Trägergemeinschaft beispielsweise mit einem Busunternehmen oder Reiseveranstalter kooperiert.

Eine weitere spezielle Form des Angebotes stellt die Kurzreise dar. Mit einer starken Profilierung können Kurzreisen auch bei Touristischen Routen in das Angebot integriert werden. Das kann zum Beispiel durch gastronomische Besonderheiten oder Aktivitätsschwerpunkte erreicht werden. Die Kurzreise erfüllt somit den Zweck, dem Kunden einen Teil der Touristischen Route nahe zu bringen und neugierig auf die restliche Route zu machen. Auch die Kurzreise kann im Marketing als Pauschalreise angeboten werden.

Um im Marketing Erfolg nach außen zu haben, dient dazu ein effizientes Innenmarketing. Dabei wird Innenmarketing „verstanden als die aktive Bemühung des Marketingträgers um die Unterstützung aller Leistungsträger des Ortes bzw. der Region sowie deren Einwohner bei der Gestaltung des Produktes Fremdenverkehrsort bzw. - region (entspricht Touristischer Route)“.12

Das nächste Instrument des Marketings ist die Werbung. Ihr kommt eine ganz besondere Bedeutung zu, da sie die einzige Möglichkeit darstellt dem Gast die Dienstleistungen zu übermitteln und ihn davon zu überzeugen, da der Gast die Dienstleistungen vor dem Kauf nicht besichtigen oder prüfen kann. Der Einsatz der Werbung besteht aus mehreren Schritten. So werden laut dem Marketing-Konzept Werbeziele festgelegt, dann Werbeideen und -aktionen entwickelt, Werbepläne aufgestellt, die Werbung gestaltet und produziert, danach Werbematerial eingekauft, Werbemittel gestreut und zum Schluss die Planüberwachung und Erfolgskontrolle durchgeführt.

In Bezug auf die Werbemittel ist die Umsetzung in Karten- und Gemeinschaftsprospekten am besten, denn nur durch gute Wege- und Übersichtskarten kann der Gast überzeugt werden, da Touristische Routen nur als Vorschläge für den Gast dienen. Vorwiegend werden bei Touristischen Routen Informationsprospekt, Veranstaltungskalender, Unterkunftsverzeichnis der Anliegerorte, Sales- Guide für Absatzmittler, Verzeichnis der Pauschalarrangements, Spezialprospekte für bestimmte Zielgruppen sowie spezielle Reise-/ Routenführer als Werbemittel verwendet. Zu den von der Trägergemeinschaft verwendeten angebotsübergreifenden Werbemitteln kommen zusätzlich Informationsbroschüren eigens für die Anliegerorte.

Bei Touristischen Routen gilt die Anzeigenwerbung in Tageszeitungen, im Hörfunk, Fernsehen, auf Plakaten etc. als weitere wichtige Form der Werbung. Die Trägergemeinschaft kann diese ebenfalls als Gemeinschaftsanzeige schalten.

Wichtig bei der Umsetzung der Werbung sind die Zielgruppen. Die Hauptzielgruppen müssen gleich bei der Erarbeitung des Werbeplans mit bestimmt werden. Auch für die Bestimmung der Werbeträger bilden sie die Grundlage. Zu den Hauptzielgruppen können zum Beispiel Kurgäste oder Familien mit Kindern gehören. Sekundärzielgruppen werden ebenfalls benannt, wozu beispielsweise Autofahrer oder Erholungssuchende zählen. Weiterhin wird das Quellgebiet der Gäste als Kriterium angesehen und auch Meinungsführer, potentielle Nachfrager und Stammgäste können zu den Zielgruppen gehören. Für die genaue Bestimmung ist jedoch das natürliche und abgeleitete Angebot der Touristischen Route verantwortlich.

Das vierte Instrument der Werbung ist die Öffentlichkeitsarbeit, die oft auch durch den englischen Begriff Public Relations ausgedrückt wird. Die „Öffentlichkeitsarbeit umfasst alle Maßnahmen, die ein Unternehmen, eine Behörde oder ein Verband ergreift, um für seine Tätigkeit und Ziele in der Öffentlichkeit zu werben. Dabei steht das Image ... einer Institution im Mittelpunkt.“13

PR- Maßnahmen bieten den Vorteil, dass eine hohe Breitenwirkung erreicht werden kann ohne einen zu hohen finanziellen Aufwand. Aus den Öffentlichkeitsmaßnahmen ergeben sich also große Chancen in der Kommunikation, die durch kontinuierlichen Einsatz der PR- Maßnahmen genutzt werden sollten. Beachtung sollte dieser Punkt vor allem von den Trägergemeinschaften Touristischer Routen erhalten. Spezielle Beispiele für PR- Maßnahmen können Presseaussendungen, Informationsreisen für Journalisten und Reisebüromitarbeiter, Interviews in Rundfunksendungen, Reiseberichte im Fernsehen oder Zeitungsartikel sein.14

2.3.3 Streckenführung und Beschilderung

Die Streckenführung stellt einen wichtigen Aspekt der Touristischen Route dar. Es soll versucht werden verschiedene touristische Attraktionen zu einem bestimmten Thema entlang einer Route zu verbinden. Touristische Routen können dann den Charakter einer Landschafts- Strecke oder einer Ziele- Strecke haben. Bei Landschaftsstrecken stehen die Landschaften, die zwischen den Orten liegen im Vordergrund und bilden die Hauptattraktionen und bei Ziele- Strecken werden die Orte als Attraktionen gesehen. Zum Verlauf der Strecke ist zu sagen, dass sie von einem Ausgangs- zu einem Endpunkt durchgehen sollte und Alternativ- und Nebenstrecken sowie die Form eines Netzes vermieden werden sollte. Damit wird der Verlauf klar, deutlich und sofort erkennbar.15

Bei der Streckenführung können allerdings neben touristischen auch verkehrspolitische Gesichtspunkte mit einbezogen werden. Unter anderem kann man dadurch leichtere Verkehrsorientierung und erhöhte Verkehrssicherheit erreichen. So werden zum Beispiel die Autobahnen entlastet und die Sicherheit und Flüssigkeit des Individualreiseverkehrs erhöht, indem man den wachsenden Verkehr der Ausflugs- und Urlaubsreisenden direkt in die Zielorte leitet. Jedoch gibt es hierzu auch gegensätzliche Ansichten, die der Meinung sind, dass die touristischen und nicht die verkehrspolitischen Aspekte entscheidend sind, da der Verkehr sonst in die Erholungsgebiete gelenkt wird und das Umweltbelastungen zur Folge hat sowie ortsgebundene Erholungsgäste beeinträchtigt. Es ist also in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine leichte Verkehrsorientierung bei der Streckenführung einer Touristischen Route berücksichtigt werden sollte.16

Die Beschilderung ist Vorrausetzung für den Bekanntheitsgrad der Touristischen Route und dient als Merkmal einer optimalen Verkehrsorientierung. Für die Umsetzung gelten die Richtlinien für touristische Hinweise an Straßen 1988, geändert 2003 (RtH 88/03).17 Zuständig für die Aufstellung dieser Hinweisschilder sind die einzelnen Bundesländer, die zu meist noch eigene Richtlinien aufstellen. So gilt für Thüringen zusätzlich die „Touristische Beschilderung in Thüringen“.18

2.3.4 Trägergemeinschaften

Damit der Kunde sich für die spezielle Route interessiert müssen verschiedene Dienstleistungen und Angebote zur Verfügung stehen. Das zeigt, dass die Anbieter voneinander abhängig sind und die besten Ergebnisse erzielen wenn sie zusammen arbeiten und in ihrer Gesamtheit als Angebotsgruppe auftreten. Aus diesem Grund ist die Gründung einer Trägergemeinschaft eine gute Voraussetzung für das Funktionieren einer Touristischen Route. Die Trägergemeinschaft ist für die Planung und erfolgreiche Vermarktung der Route in organisatorischer und finanzieller Hinsicht verantwortlich. Es besteht die Möglichkeit des fortlaufenden Informations- und Erfahrungsaustausches zwischen den Mitgliedern und die Trägergemeinschaft stellt somit die Touristische Route als Informations- und Kommunikationssystem dar. Auch die Koordination gehört zu den Aufgaben der Trägergemeinschaft. Die Zielsetzungen und Marketing- Aktivitäten der einzelnen Orte, die an der Route liegen, müssen aufeinander abgestimmt werden um dem Gast über das touristische Angebot ein einheitliches Erscheinungsbild zu liefern. Die einzelnen Mitgliedsorte sind dabei für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen vor Ort verantwortlich, die sie durch Interesse und aktive Mitarbeit erwirken sollen. Die Geschäftsführung der Trägergemeinschaft ist für die Lösung von bestehenden Interessenkonflikten und die Abstimmung der einzelnen Zielvorstellungen der Mitglieder aufeinander zuständig.19

Trägergemeinschaften Touristischer Routen sind also nach Müller „Zusammenschlüsse (Kooperationen) von Städten, Gemeinden und weiteren touristischen Leistungsträgern bzw. Organisationen (z. B. Stadt- und Landkreise, Fremdenverkehrsverbände und andere -zusammenschlüsse) und ähnlich wie Fremdenverkehrsgebiets- und Städtegemeinschaften auf regionaler bzw. überregionaler Ebene organisiert.”20

Der Hauptzweck der Kooperation ist die Gemeinschaftswerbung, die auf Gründen von Kostenteilung, Imagetransfer, Know-How und Wettbewerbsdruck zu verwirklichen ist. Bei Touristischen Routen handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Städten und Gebietsgemeinschaften. Die Einzelmaßnahmen müssen hierbei unter der einheitlichen Thematik der Route koordiniert werden. Diese Aufgabe kommt der Trägergemeinschaft zu. Aus finanzieller Sicht ist somit zum Beispiel die Teilnahme an Messen oder die Veröffentlichung von Anzeigenkollektiven in der überregionalen Presse möglich, was den einzelnen Mitgliedern sonst nicht ermöglicht werden könnte. Auch die Beteiligung an Werbe- und PR- Maßnahmen durch die Mitgliedschaft der Touristischen Route bei einem übergeordneten touristischen Marketingträger stellt eine weitere Möglichkeit durch Gemeinschaftswerbung dar.21

Die Organisation einer Trägergemeinschaft bezieht sich in den folgenden Erläuterungen auf die Rechtsform eines eingetragenen Vereins, da man diese Form am häufigsten antrifft.

Die Erstellung einer Vereinssatzung ist die Voraussetzung dieser Organisation und „hat den Zweck, Zielsetzung, Aufgaben und Zuständigkeiten der Trägergemeinschaft einer Touristischen Route verbindlich zu regeln”22 Die Satzung legt außerdem die Vorrausetzungen für eine Mitgliedschaft fest. Die Mitglieder müssen Rechte und Pflichten wahren. So sind sie zum Beispiel verpflichtet die Beiträge zu bezahlen, aktiv bei der Umsetzung der Ziele mitzuhelfen und keine den Interessen der Arbeitsgemeinschaft entgegenstehenden Maßnahmen zu ergreifen.

Die Finanzierung erfolgt grundlegend auf den Mitgliedsbeiträgen, da die Trägergemeinschaft gemeinnützige Tätigkeiten erbringt und keinen Gewinn anstrebt. Durch Entgelte oder Sonderumlagen können ansonsten entstandene Mehrkosten finanziert werden. Ebenfalls durch übergeordnete touristische Verbände freiwillig gezahlte Beiträge tragen zur Finanzierung bei.23

[...]


1 Vgl. Müller, 1994, S. 12f.

2 Quelle: Bieger, 2005, S. 69.

3 Quelle: Kaspar, 1995, S. 45.

4 Vgl. Bieger, 2005, S. 109.

5 Vgl. Kaspar, 1995, S. 46.

6 Quelle: Kaspar, 1995, S. 38.

7 Vgl. Bieger, 2005, S. 101ff, 111f.

8 Quelle: Müller, 1994, S. 4.

9 Quelle: Bidlingmaier, 1983, S.15.

10 Vgl. Zolles/Ferner/Müller, 1989, S. 60f.

11 Vgl. Zolles/Ferner/Müller, 1989, S. 60f.

12 Quelle: Müller, 1994, S. 52.

13 Vgl. Müller, 1994, S. 60.

14 Vgl. Müller, 1994, S. 48-62.

15 Vgl. Müller, 1994, S. 109ff.

16 Vgl. Müller, 1994, S. 17f.

17 Vgl. Deutscher Bundestag, 2007, S. 1.

18 Vgl. TMBV Referat 45, 2005, S. 1ff.

19 Vgl. Müller, 1994, S. 64.

20 Quelle: Müller, 1994, S. 64.

21 Vgl. Müller, 1994, S. 66ff.

22 Quelle: Müller, 1994, S. 70.

23 Vgl. Müller, 1994, S. 71f.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Integration einer Touristischen Route in das Management einer Touristischen Destination am Beispiel der Naturpark-Route Thüringer Wald
Hochschule
Fachhochschule Worms
Veranstaltung
Destinationsmanagement
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
43
Katalognummer
V174753
ISBN (eBook)
9783640956197
ISBN (Buch)
9783640955930
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
integration, touristischen, route, management, destination, beispiel, naturpark-route, thüringer, wald
Arbeit zitieren
Nadine Förtsch (Autor), 2008, Integration einer Touristischen Route in das Management einer Touristischen Destination am Beispiel der Naturpark-Route Thüringer Wald, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174753

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