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TV und Internet – eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft?

Der Ansatz einer theoretischen Auseinandersetzung zwischen Pierre Bourdieu und John Fiske unter der Bezugnahme des ‚Neuen Mediums‘ Internet.

Titel: TV und Internet – eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft?

Hausarbeit , 2010 , 21 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Christian Bach (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

0 Einleitung

In Ländern wie Italien oder Nordkorea werden Teile der Informationskanäle durch politische Akteure, Parteien oder ganze Regierungen kontrolliert und zensiert. Der entstehende ‚Output‘ stimmt demzufolge nicht mit den realen Ereignissen überein. In anderen Staaten, seien die Medien für das Agenda Setting verantwortlich und würden die Themen der politischen Akteure bestimmen (Vgl. Reporter ohne Grenzen e.V. 2009; vgl. Sarcinelli 2008, S. 40).

“[...] I'm gonna settle on the sofa and turn down the lights, I've got 900 channels, but there's nothing to see, No wonder everybody thinks they should be on TV, We all wanna be famous, Be our face on the screen, Read our name in the papers, Everybody wants to be on TV [...]“ (Musik-Lyrics.com 2010, S. 1)

Dieser Ausschnitt stammt aus dem Lied „Famous“ von der britischen Rockband Scouting For Girls und könnte die Gedanken einiger Fernsehzuschauer widerspiegeln. Sie konsumieren die Inhalte des Fernsehens und haben den Traum, selbst im ‚Scheinwerferlicht zu stehen‘, obwohl sie keine Talente haben, wie der Songtext verrät (Vgl. Musik-Lyrics.com 2010, S. 1). Aber wo steht die „vierte Gewalt“ in der ‚Trias‘ der politischen Kommunikation von Medien, Gesellschaft und Politik wirklich(Vgl. Sarcinelli 2005, S. 110; vgl. Schemel 2004, S. 23 f.)? Gibt es einen einseitigen Stimulus, arbeiten sie unabhängig voneinander oder sind sie abhängig voneinander? Diese und weitere Fragen sollen in dieser wissenschaftlichen Arbeit unter der folgenden Fragestellung erläutert werden: „TV und Internet – eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft? Der Ansatz einer theoretischen Auseinandersetzung zwischen Pierre Bourdieu und John Fiske unter der Bezugnahme des ‚Neuen Mediums‘ Internet“

Strukturell wird zuerst in aller Kürze auf die theoretischen Beziehungen der drei genannten Akteure eingegangen (Vgl. ebd.). Beispielhaft werden die Perspektiven der Wissenschaftler Pierre Bourdieu und John Fiske eingenommen. Beide stehen sich konträr gegenüber, wenn es um das Fernsehen und seine Wirkungen auf den Bürger und die Politik geht. Nach Fiske wird der TV-Rezipient aktiv und übernimmt u. a. die Selektion. Bourdieu hingegen sieht in diesem Medium eine reale Gefahr für die Demokratie. Es folgen aktuelle Auffassungen im Bezug auf das Internet, da dieses im Begriff ist, zum Leitmedium zu avancieren. Einige Vor- und Nachteile dessen werden in den letzten beiden Abschnitten benannt, um diese abschließend zu bewerten und die ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Theoretische Beziehungen zwischen Medien, Bürgern und der Politik

1.1 John Fiske: Der aktive und versierte TV-Rezipient

1.2 Pierre Bourdieu: TV als Gefahr für Demokratie

1.3 Abwägung der Argumente

2 Moderne Auffassungen von Medien-Demokratie

2.1 Die elektronische Demokratie: Partizipation durch Massenmedien

2.2 Politische Partizipation trotz Medien – das Internet und seine Nachteile

3 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die konträren Positionen von Pierre Bourdieu und John Fiske hinsichtlich der Auswirkungen des Fernsehens auf die demokratische Gesellschaft. Ziel ist es, diese theoretischen Ansätze in den Kontext aktueller Entwicklungen durch das Internet als neues Leitmedium zu setzen und deren Potenziale sowie Gefahren für die politische Partizipation zu bewerten.

  • Theoretische Auseinandersetzung zwischen den Ansätzen von Pierre Bourdieu und John Fiske
  • Die Rolle des Fernsehens in der politischen Kommunikation
  • Analyse des Internets als Medium für elektronische Demokratie
  • Vor- und Nachteile digitaler Partizipation
  • Wechselwirkungen zwischen Medien, Bürgern und Politik

Auszug aus dem Buch

1.1 John Fiske: Der aktive und versierte TV-Rezipient

John Fiske ist ein britischer Medienwissenschaftler, der den Schwerpunkt seiner Aussagen im Artikel „Augenblicke des Fernsehens“ im Kursbuch Medienkultur auf das Medium Fernsehen legt. Seiner Grundthese nach gibt es weder den Bildschirm als Text, noch das Publikum als Ganzes. Laut Fiske existieren ausschließlich „aktive, erfahrene und, was das Fernsehen angeht, versierte Zuschauer“ (Fiske 1989, S. 242), die wissentlich aus dem Angebot auswählen und es gibt die „die Prozesse des Fernsehens“ (ebd., S. 235).

Fernsehen ist für ihn im Allgemeinen die Herstellung von Bedeutungen und Vergnügen (Vgl. ebd). Er schließt dementsprechend nicht das Kompositum „infotainment“ von Neil Postman in „Wir amüsieren uns zu Tode“ (Vgl. Postman 1985) aus. Als Subkultur nimmt dieses einen geringen Anteil ein, da der Zuschauer über Macht verfügt, um eine eigene Kultur zu schaffen. Dieser Kreation sind durch ein ‚abgestecktes‘ Terrain Grenzen gesetzt, welche durch die Medien festgelegt werden und variieren können. Somit wäre der Zuschauer den Medien nicht vollkommen unterworfen (Vgl. Fiske 2003, S. 235 f.).

Fiske stellt die gesellschaftliche Erfahrung und das Verstehen eines Textes auf eine Ebene (Vgl. ebd, S. 237). Dies würde für die ‚Trias‘ der Kommunikation bedeuten, dass beide Systeme große Schnittmengen aufweisen (Vgl. Schemel 2004, S. 23 f.). Der Bürger könnte sich über beide Wege informieren. Die Technik würde semiotische Erfahrung liefern, also durch Zeichen überlieferte Kultur, die der Rezipient aktiv aufnehmen muss. Dem gegenüber würde die Realität stehen. Beide Komponenten unterscheiden sich durch ihre Ökonomie. Das Fernsehen scheint ‚gratis‘ zu sein, egal wie viel und wie oft man es konsumiert. Im krassen Gegensatz dazu steht die reelle Kultur mit ihren vielfältigen Angeboten, die jedoch meist pro Rezeption und pro Rezipient erworben werden müssen (Vgl. ebd., S. 246 ff.). Die beidseitig große Auswahl verhilft dem Bürger zu einer Verbesserung seiner Stellung in diesem ‚wirtschaftlichen Status Quo‘.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Medienkontrolle und der "vierten Gewalt" ein und skizziert die Fragestellung der Arbeit unter Einbeziehung der theoretischen Ansätze von Fiske und Bourdieu.

1 Theoretische Beziehungen zwischen Medien, Bürgern und der Politik: Dieses Kapitel erörtert die Wechselwirkungen zwischen Medien, Gesellschaft und Politik anhand der konträren Perspektiven von John Fiske, der den aktiven Rezipienten betont, und Pierre Bourdieu, der Medien als Gefahr für die Demokratie sieht.

2 Moderne Auffassungen von Medien-Demokratie: Hier wird untersucht, wie das Internet als neues Medium die politische Partizipation beeinflusst, wobei sowohl die Hoffnungen auf eine elektronische Demokratie als auch die Nachteile und Risiken für die politische Teilhabe diskutiert werden.

3 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die theoretischen Diskurse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass weder das Fernsehen noch das Internet aktuell eine direkte Gefahr für die Demokratie darstellen, sofern die Nutzer ihre Medienrezeption kritisch hinterfragen.

Schlüsselwörter

Medientheorie, Pierre Bourdieu, John Fiske, Fernsehen, Internet, politische Partizipation, elektronische Demokratie, Medienwirkung, Agenda Setting, vierte Gewalt, Demokratisierung, Medienkompetenz, öffentliche Meinung, Kommunikation, Information

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die medientheoretische Frage, ob Fernsehen und Internet eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft darstellen, indem sie die Ansätze von Pierre Bourdieu und John Fiske gegenüberstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Medien in der Politik, die Machtstrukturen im Fernsehen, die Potenziale des Internets für die Partizipation und die Wechselwirkung zwischen Medien, Bürgern und Politik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine theoretische Auseinandersetzung zwischen Bourdieu und Fiske sowie die Übertragung dieser Erkenntnisse auf die heutigen Möglichkeiten und Probleme des Internets.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Literaturanalyse durchgeführt, die die Positionen der beiden Wissenschaftler sowie weitere Expertenmeinungen in einen Vergleich zueinander setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Thesen von Fiske und Bourdieu ausführlich analysiert, anschließend die Vor- und Nachteile des Internets für die politische Teilhabe erörtert und die Argumente abgewogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medientheorie, Demokratie, Partizipation, Medienmacht und die spezifischen Ansätze von Bourdieu und Fiske charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von John Fiske von der Bourdieus?

Fiske sieht im Rezipienten einen aktiven, versierten Akteur, der Bedeutungen selbst produziert, während Bourdieu das Fernsehen als ein System betrachtet, das durch Einschaltquoten und ökonomische Interessen die demokratische Debatte gefährdet.

Was versteht man unter dem Begriff "elektronische Demokratie" im Kontext der Arbeit?

Damit ist die Hoffnung verbunden, dass das Internet durch interaktive Kommunikationsangebote und leichtere Informationsbeschaffung die politische Partizipation der Bürger und die Transparenz politischer Prozesse erhöht.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
TV und Internet – eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft?
Untertitel
Der Ansatz einer theoretischen Auseinandersetzung zwischen Pierre Bourdieu und John Fiske unter der Bezugnahme des ‚Neuen Mediums‘ Internet.
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Veranstaltung
4.2 Medientheorie II
Note
2,7
Autor
Christian Bach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V174774
ISBN (eBook)
9783640954339
ISBN (Buch)
9783640954193
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medientheorie Medien Theorie TV Fernsehen Internet Hausarbeit demokratische Gesellschaft Demokratie Gesellschaft Pierre Bourdieu Pierre Bourdieu John Fiske John Fiske Neue Medien Netz www World Wide Web Cyberspace theoretische Auseinandersetzung Auseinandersetzung Bürger Politik aktive Rezipient versierte Rezipient Gefahr für Demokratie TV als Gefahr Fernsehen als Gefahr elektronische Demokratie Partizipation Massenmedien Politische Partizipation Internetnutzer User Internetuser Petition virtueller Parteitag virtuell Mediokratie Mediendemokratie Gefahr Chance Internet im Bundestagswahlkampf Internet im Wahlkampf Bürgernetze Selbststeuerung selbstgesteuertes Internet Demokratie und Internet Augenblicke des Fernsehens Weder Text noch Publikum Medienkultur Über das Fernsehen Web 2.0 Web 1.0 Studivz Plattformen Soziale Netzwerke
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Arbeit zitieren
Christian Bach (Autor:in), 2010, TV und Internet – eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174774
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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