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Der Vorschullehrer in der Kindertagesstätte

Ansätze für eine neue Ausbildung im Elementarbereich in Bezug auf zukünftige gesellschaftliche Anforderungen der Wissensgesellschaft

Titel: Der Vorschullehrer in der Kindertagesstätte

Hausarbeit , 2010 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dipl. Designer (FH) Ines Michler (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die heutige Wissensgesellschaft stellt andere Anforderungen an jedes Individuum als die Industrie- oder Informationsgesellschaft und setzt vor allem auf eins: ein lebenslanges Lernen.Hierzu wurden am 18. Dezember 2006 vom Europäischen Parlament und des Ratesacht Schlüsselkompetenzen definiert, die als Grundlage für eine Partizipation und Selbst-entfaltung jedes Einzelnen an der heutigen Gesellschaftsform dienen sollen. Ferner wird auf der zweiten Seite des Amtsblattes der Europäischen Union allen Mitgliedstaaten empfohlen, dafür zu sorgen, „dass die „Bildungs- und Berufsbildungssysteme allen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, angemessene Schlüsselkompetenzen zu entwickeln(…)“(Amtsblatt der EU, 2006).Da die Kindertageseinrichtung einefrühkindlicheBildungseinrichtungdarstellt, trifft dieser Bildungsauftrag auch auf sie zu. Laut einer 2008 veröffentlichten UNICEF-Studie, befindet sich Deutschland im Bereich der frühkindlichen Förderung jedoch nur im Mittelfeld von insgesamt 25 Industrieländern (Adamson, 2008). Ein wichtiges Kriterium und ein aufgezeigter Mangel der Studie ist der Ausbildungsstand und Status der Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen. Deutschland hat noch immer keinen einheitlichen Qualitäts-standard für den Beruf des Erziehers definieren können. Dieser Mangel zeigt sich unter anderem in der Praxis durch den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern, die oft motiviert, aber über meist nur mangelnde oder gar keine Fachkenntnisse verfügen oder einer häufig fehlenden Motivation der Erzieher. Dies spiegelt auch die Kindheitsforscherin Donata Elschenbroisch in einem Interview der Zeitschrift „Spiegel“wider, als sie junge Erzieherinnen in Unter-suchungen nach den Hintergründen ihrer Berufswahl befragte. Sie erhielt Antworten wie: „Mit Realschulabschluss konnte ich nur Sekretärin oder Krankenschwester werden. Blut kann ich nicht sehen, und lange sitzen mag ich nicht. Da habe ich mich für Erzieherin entschieden“ (Mohr/Stegelmann,2002).In ihrem Buch „Weltwissen der Siebenjährigen“ bemerkt sie darüber hinaus:“ In den Beruf der Kindergärtnerin lenkt man junge Frauen, die keine guten Erfahrungen mit dem Lernen gemacht haben“ (Elschenbroich 2002,17).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ersten sieben Jahre eines Kindes

3. Schulische Vorbereitung in den Kindertageseinrichtungen

4. Schwierigkeiten im Übergang zur Schule

5. Ausbildung von Lehrer und Erzieher im Vergleich

6. „gute Lehrer“- was macht sie so wertvoll?

7. Zukünftige Ausbildung im Elementarbereich

8. Fazit

9. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anforderungen der modernen Wissensgesellschaft an frühkindliche Bildungseinrichtungen und analysiert, warum eine Neugestaltung der Ausbildung im Elementarbereich notwendig ist, um Kindern optimale Entwicklungschancen zu bieten. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie durch eine Professionalisierung des Erzieherberufs und eine bessere Kooperation mit der Grundschule der Übergang in das Schulsystem erleichtert werden kann.

  • Bedeutung der frühkindlichen Entwicklung in den ersten sieben Lebensjahren
  • Herausforderungen beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule
  • Vergleich der Ausbildungsprofile von Erziehern und Lehrkräften
  • Anforderungen an pädagogische Fachkräfte in der Wissensgesellschaft
  • Plädoyer für einen akademisierten Ausbildungsberuf im Elementarbereich

Auszug aus dem Buch

Die ersten sieben Jahre eines Kindes

In jedem unter normalen Bedingungen aufgewachsenen Kind spiegelt sich ein Stück Menschheitsgeschichte wider. Dies zeigt sich in der Art und Weise wie Kinder Abbildungen perspektivisch zu Papier bringen, auch in dem Erlernen der Sprache. Bevor der Mensch seine Gedanken schriftlich niederlegte, verständigte er sich zunächst über Laute, Gebärden und dem gesprochenen Wort. Ein Säugling beginnt mit seinen ersten Sprechversuchen mit Gurren, bevor er im Alter von etwa einem Jahr erste Wörter und sechs Monate später ca. 20 Begriffe beherrscht und einfache Zweiwortsätze bildet (Paetsch 2008, 75). Auch verwendet er seine Finger, um auf Dinge zu zeigen und fordert damit Erwachsene zu einem Dialog auf (Elschenbroich 2002, 9). Gleichzeitig nutzt er seine Hände auch, um seiner Bezugsperson bestimmte Dinge zu signalisieren. So können zwei übereinandergelegte Fäustchen „Flasche“ bedeuten, was gleichzusetzen mit „Hunger“ ist. Als Bezugsperson kann die Mutter, die große Schwester, Tante oder die Erzieherin angesehen werden, zu welchen der „Zögling“ ein besonderes emotionales Verhältnis hat.

„Das menschliche Gehirn lernt von anderen Menschen. (…) Jeder andere Mensch mit einem Vorsprung an Weltwissen kann mitspielen“ (Elschenbroich 2002, 11).

Wie wichtig die Wechselwirkung von Kind und Bezugsperson für den Verlauf der Gehirnausbildung ist, wurde anhand von Tierversuchen am „Institut für Biologie“ der „Otto-von-Guericke Universität Magdeburg“ unter der Leitung von Prof. Dr. Anna Katharina Braun dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die gestiegenen Anforderungen der Wissensgesellschaft an Individuen und kritisiert den mangelnden Ausbildungsstand im deutschen Elementarbereich.

2. Die ersten sieben Jahre eines Kindes: Dieses Kapitel beleuchtet neurobiologische Grundlagen sowie die Bedeutung frühkindlicher Lernprozesse und der engen Bindung zur Bezugsperson für die Sprachentwicklung.

3. Schulische Vorbereitung in den Kindertageseinrichtungen: Hier wird diskutiert, wie Kitas als Forschungsstätten fungieren können und warum eine kontinuierliche Bildungsbegleitung wichtiger ist als punktuelle Schulvorbereitung.

4. Schwierigkeiten im Übergang zur Schule: Die Autorin analysiert die individuellen, beziehungstechnischen und umweltbedingten Anpassungsleistungen, die Kinder beim Eintritt in die Schule bewältigen müssen.

5. Ausbildung von Lehrer und Erzieher im Vergleich: Es wird die Diskrepanz in Ausbildung, Ansehen und Entlohnung zwischen den Berufen Grundschullehrer und Erzieher aufgezeigt.

6. „gute Lehrer“- was macht sie so wertvoll?: Basierend auf internationalen Studien wird die zentrale Rolle der Qualität pädagogischen Personals für den Bildungserfolg von Kindern hervorgehoben.

7. Zukünftige Ausbildung im Elementarbereich: Das Kapitel plädiert für die Schaffung eines neuen, bundesweit einheitlichen Ausbildungsberufs im Elementarbereich auf Hochschulniveau.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Forderung nach einer hochwertigen, akademischen Ausbildung für pädagogisches Personal, um die Basis für lebenslanges Lernen zu sichern.

9. Literatur- und Quellenverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

Schlüsselwörter

Elementarbereich, Wissensgesellschaft, Frühkindliche Bildung, Erzieherausbildung, Schulfähigkeit, Bildungsauftrag, Übergang Kindergarten Grundschule, Lebenslanges Lernen, Sprachförderung, Professionelle pädagogische Kompetenz, Bildungsgerechtigkeit, Bildungsbiographie, Lehrerausbildung, Frühpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der notwendigen Aufwertung und Professionalisierung des Erzieherberufs im Elementarbereich, um den Anforderungen der heutigen Wissensgesellschaft gerecht zu werden.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die frühkindliche Entwicklung, die Gestaltung des Übergangs zwischen Kindergarten und Schule sowie der Vergleich zwischen der Lehrerausbildung und der Ausbildung von Erziehern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, Argumente für die Etablierung eines neuen, hochschulischen Ausbildungsberufs für Pädagogen im Elementarbereich zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, unter Einbeziehung aktueller pädagogischer Konzepte, neurobiologischer Erkenntnisse und bildungspolitischer Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der kindlichen Entwicklung, die Problematik des Übergangs zur Schule, einen Vergleich der Berufsbiographien von Lehrern und Erziehern sowie die Diskussion über professionelle Kernkompetenzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Elementarbereich, Professionalisierung, Bildungsauftrag, lebenslanges Lernen und Schulvorbereitung.

Wie unterscheidet sich laut der Arbeit der Beruf des Erziehers von dem des Grundschullehrers?

Die Autorin hebt hervor, dass Erzieher trotz vergleichbarer Bildungsaufträge deutlich geringere gesellschaftliche Anerkennung, schlechtere Bezahlung und niedrigere formale Qualifikationsvoraussetzungen haben.

Welchen Einfluss hat die Qualität des pädagogischen Personals laut der Autorin auf Kinder aus einkommensschwachen Verhältnissen?

Unter Berufung auf Studien wird dargelegt, dass sehr gute Lehrkräfte in der Lage sind, bildungsrelevante Nachteile, die durch die soziale Herkunft entstehen, über einen längeren Zeitraum auszugleichen.

Warum hält die Autorin eine Kooperation zwischen Kita und Grundschule für so wichtig?

Sie betont, dass eine bessere Abstimmung der Bildungsinhalte und ein gemeinsames Bild vom Kind notwendig sind, um den Kindern den stressbehafteten Wechsel von der „Dürfen“-Kultur des Kindergartens zur „Müssen“-Kultur der Schule zu erleichtern.

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Details

Titel
Der Vorschullehrer in der Kindertagesstätte
Untertitel
Ansätze für eine neue Ausbildung im Elementarbereich in Bezug auf zukünftige gesellschaftliche Anforderungen der Wissensgesellschaft
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die allgemeine Pädagogik
Note
1,3
Autor
Dipl. Designer (FH) Ines Michler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V174804
ISBN (eBook)
9783640958771
ISBN (Buch)
9783640958436
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vorschullehrer kindertagesstätte ansätze ausbildung elementarbereich bezug anforderungen wissensgesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Designer (FH) Ines Michler (Autor:in), 2010, Der Vorschullehrer in der Kindertagesstätte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174804
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Leseprobe aus  16  Seiten
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